Bücher mit dem Tag "dorfleben"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "dorfleben" gekennzeichnet haben.

290 Bücher

  1. Cover des Buches Die Chemie des Todes (ISBN: 9783499256462)
    Simon Beckett

    Die Chemie des Todes

     (7.318)
    Aktuelle Rezension von: blueberrymuffin

    Nachdem ich zu seiner Zeit sehr viel Stephen King und Sebastian Fitzek konsumiert habe, wollte ich diesmal einem anderen Thriller-Autor eine Chance geben, da sich der Inhalt der Autoren immer wieder wiederholt hat. Etwas neues habe ich in diesem Buch jedoch auch nicht finden können. Siehe da: Ich habe wieder genau das gleiche Buch mit anderen Charakteren gelesen und auch wenn der krönende Abschluss der Geschichte ein Page-Turner war, konnte ich eigentlich kaum erwarten, dass es endlich vorbei ist. 

  2. Cover des Buches Glennkill (ISBN: 9783442478088)
    Leonie Swann

    Glennkill

     (3.663)
    Aktuelle Rezension von: Moidlvomberch

    ich habe das Buch in einem Bücherschrank gefunden und war sehr gespannt darauf was mich in diesem Buch erwarten wird.
    ich liebe Schafe und bin ein echter Schaffan.
    Leider habe ich es bei diesem Buch nur bis zu Seite 78 geschafft, dann musste ich es weglegen weil ich einfach nicht warm geworden bin.

    der Schreibstil ist in Ordnung und eigentlich gut zu lesen, das was mir so Schwierigkeiten bereitet hat war der doch etwas wirre Aufbau, die vielen verschiedenen Charaktere an Schafen und das ganze andere durcheinander. 

    Die Idee ist grundsätzlich echt cool, habe ich schon einige solcher Tier-krimis gelesen und gab es auch tatsächlich bei Glennkill einige passagen bei denen ich schmunzeln musste, aber irgendwie fühlte es sich einfach so an als ob nichts wirklich weiter gehen würde und wir uns nur ewig ganz verwirrend im kreis drehen würden. Schade

    Ich werde das Buch erst mal nach hinten stellen und würde es gerne noch mal zu einem späteren Zeitpunkt lesen - vielleicht lags auch einfach nur an der Falschen Zeit oder falschen Situation.

    ich werde daher dem Buch irgendwann nochmal eine zweite Chance geben, aber im Moment hat es mich leider nicht überzeugt, was ich sehr schade finde  :-)

  3. Cover des Buches Ein plötzlicher Todesfall (ISBN: 9783548285283)
    Joanne K. Rowling

    Ein plötzlicher Todesfall

     (775)
    Aktuelle Rezension von: fayreads

    In der Kleinstadt Pagford stirbt Barry Fairbrother. Die AnwohnerInnen sind erschüttert über seinen plötzlichen Tod, doch mit dem Todestag wird der Abgrund der Stadt deutlich. Fairbrother war ein bedeutendes Gemeinderat-Mitglied und nun ist ein Platz frei, den viele wollen, aber nur einer bekommen kann. 


    Diese Streitereien bekommen auch die Kinder der Kleinstadt-PolitikerInnen mit und auch sie haben einige Schwierigkeiten in ihrem Leben. Doch sie können nicht tatenlos zugucken und hacken die Homepage des Gemeinderats und offenbaren nach und nach immer mehr Geheimnisse.

    Fazit: 


    Durch die Autorin hatte ich gewisse Ansprüche und wurde auch nicht enttäuscht. Anfangs hatte ich eine andere Geschichte erwartet, doch der Kleinstadt-Krieg, den ich bekommen habe, habe ich auch gerne gelesen. 

    Leider waren es mir zu viele Figuren, da ich die ersten 200 Seiten damit verbracht habe, mich zu fragen, welche Sicht ich gerade lese und wer das noch einmal war. 

    Außerdem waren mir die Jugendlichen etwas zu gewollt wild geschrieben. Sie dachten eigentlich immer nur an Sex oder wie sie ihre Eltern ruinieren können und das war mir etwas zu viel. Bei den Jugendlichen hätte ich auch gerne mehr über Gaia gelesen, die mir etwas zu kurz kam, obwohl sie eigentlich ein interessanter Charakter war. 

    Das Ende war extrem deprimierend. Zwischendurch hatte ich die Hoffnung auf ein Happy-End, doch dann wurde ich enttäuscht. Ich hätte mir eindeutig ein anderes Ende gewünscht und wenigstens ein paar Figuren ein schönes Leben gewünscht. 

  4. Cover des Buches Was man von hier aus sehen kann (ISBN: 9783832164577)
    Mariana Leky

    Was man von hier aus sehen kann

     (876)
    Aktuelle Rezension von: schmoekerstunde

    Ein fesselnder Roman, der auf zauberhafte Weise die Bewohner eines kleinen Dorfes im Westerwald porträtiert. Der Leser wird in eine Welt, entführt, in der die Grenzen zwischen Realität und Magie verschwimmen. Es werden faszinierende Geflechte aus Beziehungen, Geheimnissen und Schicksalen erschaffen, die auf mysteriöse Weise miteinander verknüpft sind.
    Der Schreibstil ist poetisch und einfühlsam, voller Tiefe und Nuancen. Durch die lebendigen Beschreibungen entsteht eine Atmosphäre, die den Leser von der ersten bis zur letzten Seite in den Bann zieht.
    Das Buch ist eine Hommage an die kleinen Wunder des Lebens und die unerwarteten Verbindungen, die uns alle miteinander verbinden. Ein absolutes Muss für Liebhaber von einfühlsamen Geschichten mit einer Prise Magie.

  5. Cover des Buches Redwood Love – Es beginnt mit einem Blick (ISBN: 9783499275388)
    Kelly Moran

    Redwood Love – Es beginnt mit einem Blick

     (1.224)
    Aktuelle Rezension von: jackie_legend

    Was ich super finde:


    Der Anfang der Geschichte gefiel mir sehr gut, das erste Aufeinandertreffen war authentisch und man kann mit Avery der Protagonistin und dem bisher Erlebten mitfühlen. Ein persönliches Highlight ist für mich die Darstellung von Averys autistischen Tochter Hailey, was extrem authentisch herübergebracht wird und den Einstieg total leicht macht.


    Das Problem:


    Wie schon viele andere hier anklingen lassen ist es auch mir persönlich einfach ab einem gewissen Zeitpunkt zu viel. Ja wir wissen, dass Avery mit ihrem Ex viel durchmachen musste, doch das wird bis auf die letzte Seite einfach zu häufig betont. Auch Cade ist grundsätzlich sympathisch jedoch von sich selbst total verblendet, was einem dauerhaft die Augen verdrehen lässt. Generell besteht die Geschichte für mich nach etwa 100 Seiten nur noch aus einer Herauszögerung des Endes und hat mich echt kämpfen lassen, die Story bis zum Ende zu lesen. Außerdem ein großes Manko: Manche Erzählstränge werden einfach nicht weiter ausgeführt. Zum Beispiel die Valentinsfeier, wird so detailliert beschrieben und dann nur so kurz in der essentiellen Handlung mit eingebunden.


    Warum ich es trotzdem mag:


    Ich finde es ist eine gute Geschichte für zwischendurch, da man sich nicht besonders konzentrieren muss, denn es wiederholt sich eh immer wieder das selbe. Wer auf ein toxisches Hin und Her steht und auch die ein oder andere spicy Szene verkraftet wird sich mit diesem Buch wohlfühlen. Für mich wars nichts.

  6. Cover des Buches Unterleuten (ISBN: 9783442719761)
    Juli Zeh

    Unterleuten

     (550)
    Aktuelle Rezension von: Chiarra

    Letztes Jahr habe ich mein erstes Buch von der Autorin Juli Zeh gelesen: „Über Menschen“. Besonders begeistert war ich über ihre feinfühlige Beobachtungsgabe von Menschen und deren Beziehungsgeflechten sowie ihr Vermögen diese nicht nur einseitig, sondern aus vielseitigem Blickwinkel zu beleuchten.

    „Unterleuten“ hat mir auch sehr gut gefallen. Gekonnt und ohne Langweile aufkommen zu lassen, stellt sie uns die BewohnerInnen von Unterleuten mit deren Umfeld und Motivationen vor. Und gekonnt verflechtet sie diese in eine spannende Geschichte und zeigt die Beziehungsgeflechte in diesem kleinen Dorf in Brandenburg auf. Jedoch beschreibt sie diese zunehmend zum Ende hin etwas einseitig und es wird aus meiner Sicht auch ein wenig zu „dramatisch“. 

    Insgesamt wieder ein sehr guter, gesellschaftskritischer Roman, der sich wie ein Krimi liest! Auch dieser Roman wird nachhallen und ich nehme mir vor, noch mehr Bücher von der Autorin zu lesen!

  7. Cover des Buches Schneewittchen muss sterben (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 4) (ISBN: 9783548609829)
    Nele Neuhaus

    Schneewittchen muss sterben (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 4)

     (1.826)
    Aktuelle Rezension von: KarenAydin

    Worum geht es?

    Tobias Sartorius kehrt nach zehn Jahren zurück in sein Heimatdorf Altenhain im Taunus. Das vergangene Jahrzehnt hat er im Gefängnis verbracht, weil er mit 20 für den Doppelmord an zwei jungen Frauen (Sophie und Stefanie, genannt Schneewittchen) verurteilt wurde. Da er in der Mordnacht einen Filmriss hatte, weiß er selbst nicht, ob er beteiligt war. Im Dorf wird sofort Stimmung gegen ihn gemacht und als dann noch ein weiteres Mädchen verschwunden ist, beginnt eine Hexenjagd. Oder war das neue Opfer dabei, aufzudecken, was damals wirklich passiert ist?

     

    Kritik

    Ich bin -mit wenigen Ausnahmen- eigentlich kein Freund von polizeilichen Ermittlern. Doch nachdem ich neulich Monster gelesen habe, und restlos begeistert war, habe ich mir nun einen weiteren (den vierten) Band aus der Reihe um die Ermittler Oliver von Bodenstein und Pia Kirchhoff vorgenommen.

    Wie auch schon bei „Monster“ ist die Handlung komplex. Das halbe Dorf scheint in die Ereignisse verwickelt zu sein. Ich habe dennoch keine Schwierigkeiten der Handlung zu folgen und die einzelnen Charaktere auseinanderzuhalten. Die Motive für Aktionen sind vielseitig, die Hintergründe von Taten vielschichtig. Das ist etwas, was Neuhaus in beiden Bänden von anderen Krimis unterscheidet. Dort gibt es oft eine Tat, ein Motiv. Neuhaus macht es uns nicht ganz so einfach. So individuell die Personen, so unterschiedlich sind die Gründe, die sie zu Taten motivieren.

    Herrlich auch die Darstellung des Dorfes, in dem sich hinter einer Fassade von langweiliger Spießigkeit (die man so wahrnehmen könnte, wenn man als Besucher hineinkommt) Abgründe auftun. Die Dorfbewohner sind stets zwischen Solidarität und Feindseligkeit. Gar nicht so einfach für die Ermittler dahinterzukommen. Dabei ist der Roman auch echt spannend. Während in vielen anderen die Ermittler einfach durch die Gegend eiern, überall klingeln und nervige Fragen stellen, ist hier auch viel Handlung, viel Action und viel Spannung und – die Aufklärung des Falls liegt nicht allein an den Ermittlern, sondern eben auch an diesem Changieren zwischen Solidarität und Feindseligkeit. Der Thriller ist extrem clever konstruiert.

    Ich hatte früher schonmal einen Neuhaus gelesen, das was mich seinerzeit gestört hatte, war das Privatleben der Ermittler (damals hatte Bodenstein, keine Ahnung, welcher Band, massive Babysitterprobleme, die ich nicht zu meinen machen wollte). Ich kann verstehen, dass viele das gern lesen und da auch einen Handlungsstrang über die einzelnen Bände hinweg verfolgen wollen. Damit mich so etwas interessiert, muss es schon mehr geben als Beziehungsprobleme und Bodenstein wollte ich den ganzen Band hindurch eine kleben und ihm sagen, dass er sich mal ein bisschen zusammennehmen muss. Vielleicht bin ich dazu auch einfach selbst zu unemotional. Mir passiert es nie, dass ich nur noch Rauschen höre, vor lauter Kummer blind und taub durch die Gegend tappse und nicht mehr ansprechbar bin (mir würde das auch, ehrlich gestanden, medizinisch Angst machen).

    Gut, aber das konnte ich auch prima überblättern.

    Als Krimi ist „Schneewittchen muss sterben“ einfach nur sehr sehr gut. Man kann alle Motive sehr gut nachvollziehen. Bei Monster hat Neuhaus aber vergleichsweise nochmal zugelegt, weil sie eine moralische Grauzone aufgemacht hat und auch einige Elemente eingebaut hat, die ich aus anderen Thrillern nicht kannte.

    Also insgesamt ein absolut lohnenswerter Mordsspaß!

     

     

     

     

     

     

  8. Cover des Buches Winterkartoffelknödel (ISBN: 9783423217941)
    Rita Falk

    Winterkartoffelknödel

     (1.068)
    Aktuelle Rezension von: Moidlvomberch

    Ich kenne die ganzen Filme, leider habe ich bis jetzt noch kein einziges der Bücher gelesen - bis jetzt!!!

    ja, was soll ich sagen...ich bin absolut begeistert von diesem Buch und muss ehrlich sagen dass mir das Buch viel viel viel besser gefällt als der Film.

    Das Buch ist zum schreien komisch und hat wahnsinnig viele lustige und urkomische Momente die im Film gar nicht zu finden sind oder gar nicht so lustig dargestellt werden.

    Das Buch ist toll zu lesen Dank des wirklich sehr guten Schreib- bzw Erzählstil, die Geschichte hat mich so gefesselt dass ich das Buch innerhalb weniger Stunden in einem Schwupp durchgelesen habe.

    Die Protagonisten sind alle samt sehr gut ausgearbeitet genauso wie die Geschichte selbst.

    Ich bin absolut begeistert und würde das Buch jederzeit wieder lesen - aber nun werde ich mir erst einmal die anderen teile der Reihe zulegen und lesen!!

    Klasse, absolute Empfehlung!!!

  9. Cover des Buches Über Menschen (ISBN: 9783442772193)
    Juli Zeh

    Über Menschen

     (363)
    Aktuelle Rezension von: InnerPancake

    Ich spare mir jetzt mal das ausführliche Vorgeplänkel zur Buchbeschreibung, da dies ja bereits aus mehreren Rezensionen sowie dem Klappentext hervorgeht. Dennoch fasse ich die Handlung kurz zusammen:

    Dora, 35, ist in der Werbung tätig und lebt mit ihrem Freund zusammen in einer Wohnung in Berlin. Als sich ihr Freund zunehmend in seinen Klimaschutz-Wahn hineinsteigert, verändert sich auch Doras Leben ins Negative. Als dann auch noch Corona voll zuschlägt, verliert sich ihr Freund völlig in seiner eigenen Welt. Dora hat genug von diesem Leben und möchte sich zunächst eine "Auszeit" nehmen. Hierzu kauft sie sich ein altes Haus mitten in einem winzigen Dorf in Brandenburg und versucht aus dem Großstadtleben und der Hektik sowie der Schnelllebigkeit auszubrechen. Dort angekommen muss sie feststellen, dass es zum Einen nicht so einfach ist, wie sie sich vorgestellt hat, zudem sind die Menschen im Dorf ganz anders, als sie gedacht hat...

    Zunächst sollte ich erwähnen, dass der Klappentext und die Beschreibung des Romans mich schon sehr neugierig gemacht haben. Vielleicht liegt es auch daran, dass man selbst immer wieder nach etwas Inspirierendem oder gar dem Sinn des Lebens sucht. Und wenn man ihn selbst nicht findet, liest man wenigstens gern von Menschen, die ihn finden wollen. Dieses Buch hat mich jedenfalls wirklich positiv überrascht. Es hat mich an einigen Stellen tatsächlich sehr an mich selbst erinnert. Ich bin vor einigen Jahren auch mitten aus der Großstadt in ein Dorf gezogen und hier sieht die Welt nunmal wirklich anders aus. Dorfleben ist langsamer, gemütlicher, hilfsbereiter und vor allem nicht so anonym wie die Großstadt. Dorfleben ist einfach anders. Natürlich ist dies ein Umstand, mit dem man zu Recht kommen muss. Andererseits bin ich aber auch der Meinung, dass unsere Gesellschaft genau dies braucht: Entschleunigung, Menschlichkeit und das Leben im Hier und Jetzt, nicht in Social Media. Witzig, genau diese Meinung selbst in einer Internetrezension zu vertreten. Aber einige werden sicherlich wissen, was ich meine.

    Die Schreibweise von Juli Zeh kannte ich bis dato noch nicht. Sie schreibt aber sehr erfrischend, trocken (das ist genau meine Art) und frei heraus, genauso wie es sein sollte. Sie schreibt kritisch, in dem Sie beispielsweise die Corona-Regeln infrage stellt, was wir sicherlich alle zur Genüge kennen sollten. Sie greift Themen wie Alltagsrassismus, Klimawandel, die nervige und übergenaue "political correctnes" und natürlich die Pandemie auf. Sie schreibt sehr anschaulich und verständlich und hinterfragt Dinge, genauso hinterfragt sie auch das ständige Hinterfragen. Durch dieses Buch kommt man selbst ins Grübeln, ob man wirklich immer alles hinterfragen oder "totdiskutieren" muss. Gerade auf dem Land lernt sie, dass man manchen Dingen einfach seinen Lauf lassen soll, was nicht heißt, dass man alles dulden und über sich ergehen lassen muss. Auf dem Land lernt sie die Ruhe, die sie dringend benötigt, von Menschen, die sie bis dato nicht kannte, weil sie in ihrem vorherigen Leben überhaupt keine Zeit hatte, innezuhalten und nachzudenken, ohne sich in irgendeiner Art und weise nützlich zu machen. Auch das wurde hier wieder sehr anschaulich beschrieben. Ich glaube, dass auch häufig die innere Unruhe und der ständige Stress einiger Menschen, vergessen lassen, die Welt um sich herum komplett wahrzunehmen, mit alle ihren Facetten. Aber ich schweife ein wenig ab.

    Auch die Freundschaften zu den neuen Nachbarn, insbesondere ihrem kahlköpfigen Nachbarn von nebenan, sind sehr gut ausgearbeitet. Hier wird veranschaulicht, wie schnell man Menschen in sein Herz schließen kann, wenn man sie nur lässt. Wie sehr man die Freundschaften pflegen kann, wenn man nur Zeit investiert. Und wie wichtig es ist, den Menschen zu sehen und nicht das, was er kann oder nicht kann. Und vor allen Dingen sich nicht über jemanden zu stellen und sich selbst als Übermenschen anzusehen.

    Für mich ein überraschender, wirklich gut gelungener Roman, der sowohl kritisch, als auch herzergreifend ist. Da dies mein erster Roman von Juli Zeh war, und dieser mich wirklich überzeugt hat, werde ich wohl noch mehr von ihr lesen. Danke Juli für dieses Buch.

  10. Cover des Buches Meeresflüstern (ISBN: 9783570402214)
    Patricia Schröder

    Meeresflüstern

     (598)
    Aktuelle Rezension von: Sophelliest

    Bereits nach den ersten Kapiteln habe ich überlegt, das Buch abzubrechen. Da die Geschichte so verlockend war, habe ich weitergelesen. Noch immer bin ich mir unsicher, ob es sich gelohnt hat.


    Die Geschichte

    Die Storyline an sich find ich klasse. Dies Mysterien, Meerwesen, eine Fremde auf einer kleinen Insel und ein Mord. Klingt eigentlich ziemlich verlockend. Stellenweise war es wirklich spannend und ich wollte wissen, wie es weitergeht, aber leider hat mich die Umsetzung der Geschichte teilweise abgeschreckt. Dies lag vor allem an der Ausarbeitung der Charaktere. 


    Die Charaktere

    Elodie hat für mich keinen Sinn ergeben. Sie hat große Angst vor dem Wasser. Und um den Tod ihres Vaters zu verarbeiten, fährt sie auf eine Insel? Das war der erste Punkt, der mich gestört hat. Aber gut, ihre Großtante lebt dort, also drücke ich ein Auge zu. Dann fährt Ruby sie fast um und plötzlich sind sie beste Freundinnen, nachdem sie drei Sätze über das Hinterteil einer anderen Person gewechselt haben. Generell ging mir die Entwicklung von Beziehungen in diesem Buch einfach viel zu schnell. Besonders bei ersten Begegnungen waren es oft sehr unangenehme Konversationen, die sehr unrealistisch waren. 

    ACHTUNG SPOILER
    Auch verstehe ich nicht, warum die ersten zwei Kapitel noch auf Frederick herumgehackt wird, dann 200 Seiten lang eine Liebesgeschichte mit Cyril aufgebaut wird und sie sich dann nach zwei Sekunden in Gordian verliebt. Das war für mich einfach nicht nachvollziehbar.

    Auch können sich Elodie und Gordian anfangs nicht küssen, weil...? Ja das wird irgendwie gar nicht aufgelöst. Als sie es dann doch tun, spuckt (?) Gordian ihr aufs Shirt. Jedenfalls ist es dann nass. Am Ende des Buches können sie sich aber plötzlich ohne Probleme küssen. So ganz verstanden habe ich das nicht.

    SPOILER ENDE


    Der Schreibstil

    An sich finde ich den Schreibstil gut. Man wird förmlich in die Welt hineingezogen und kann sich alles gut vorstellen. Allerdings waren die Konversationen zwischen den Charakteren so unangenehm, dass sie mich komplett aus dem Lesefluss gerrissen haben. 


    Fazit

    Eine Geschichte mit viel Potenzial, aber mangelnder Umsetzung, besonders bei den Charakteren und der Entwicklung der Geschichte. Ich werde die Reihe nicht weiterlesen und würde sich auch nicht weiterempfehlen.

  11. Cover des Buches Der Besuch der alten Dame (ISBN: 9783257600575)
    Friedrich Dürrenmatt

    Der Besuch der alten Dame

     (1.847)
    Aktuelle Rezension von: Barbara_Nelting

    Die Geschichte ist schnell erzählt: Eine in ihr Heimatstädtchen (das ewig stinkende Güllen - eine von vielen bitterbösen Anspielungen) zurückgekehrte Milliardärin bietet dem heruntergekommenen und verschuldeten Ort eine Milliarde - wenn einer seiner Bürger Ill, ihre damalihe Jugendliebe, die sie vor Gericht einst verleugnete, tötet. 

    Was Dürrenmatt aus dem Thema macht, ist an Groteske, Witz und Tiefgang nicht zu toppen. 

    Am Ende ist Ill tot - und das Bürgertum wieder einmal seiner verdorbenen Scheinheiligkeit entlarvt!

  12. Cover des Buches Kind 44 (ISBN: 9783442481859)
    Tom Rob Smith

    Kind 44

     (767)
    Aktuelle Rezension von: honeyandgold

    Kind 44 war jetzt schon lange auf meiner Wunschliste und dann durch einen netten Zufall hab ich das Buch dann geschenkt bekommen. Nun lag es aber wieder auf meinem SUB und gammelt da vor sich hin.

    Nun hab ich mir endlich den Mut gefasst und das Buch in die Hand genommen und es hat mich wirklich aus den Socken gehauen.

    Ich dachte natürlich das es hier um harten Toback geht aber ich war nicht auf das vorbereitet.

    Allem voran die Grausamkeit des russischen Staates hat mich komplett aus den Socken gehauen. Mir war nie bewusst unter welchem Druck die Menschen gelebt haben müssen.

    Die Angst zu verhungern oder in ekelhaften Lebensverhältnissen zu leben, war fast an der Tagesordnung.

    Kein Schritt konnte gemacht werden ohne die Angst zu haben, verpfeifen zu werden.

    Wir schreiben das Jahr 1953. Wir befinden uns in Russland und jeder mit ein bisschen geschichtlichen Wissen, hat ein wenig die Vorstellung das es zur Stalins Zeiten nicht so rosig für die Bevölkerung aussah. Auch ich wusste zwar Eckpunkte aber das was das Buch so schonungslos berichtet, war leider bittere Realität. Hunger, Verlustängste und Vertrauensbrüche standen leider auf der Tagesordnung. Eine grausame Welt, die für viele Menschen leider Realität war.

    Zusammen mit dem erfolgreichen Leo Demidow stolpern wir über einen Fall, der grausam genug ist aber das ist nur die Spitze des Eisbergs.

    Ein Kind ist gestorben, aber niemand will ermitteln. Es war ein Unfall.

    Doch Leo glaub dem ganzen nicht und fängt an selbst zu ermitteln. Nur leider macht ihm das Regime immer wieder ein Strich durch die Rechnung. Er wird als Verräter gejagt und geächtet.

    Damit beginnt eine knallharte Reise.

    Der Schreibstil liest sich flüssig, aber leider tröpfelt die Geschichte manchmal etwas vor sich hin. Durch die Grausamkeit des russischen Staates, tretten die Morde fast schon in den Hintergrund. Ein stückweit denke ich das es wollt war, aber Kinder sterben auf grausame Weise und irgendwie niemanden scheint es zu interessieren. 

    Der Tod der Kinder, rückt eigentlich immer etwas in den Hintergrund. Es wird sehr deutlich das der Schwerpunkt eher woanders liegt.

    Es macht das Buch dadurch nicht schlecht aber macht einen stutzig. 

    Leider kann ich nicht mehr dazu sagen, den der Plotwist hat mich wirklich umgefegt.

    Also wirklich umgefegt.

    Ich hab das Buch kurz weg legen müssen, um damit klar zu kommen.


    Kurzum: Jeder der diese Buch liest muss sich auf einiges gefasst machen.

    Es ist nicht mein Highlight und ich würde es nicht nochmal lesen, aber es hat sich sein Platz in meinem Regal auf jedenfall verdient.

  13. Cover des Buches Mittagsstunde (ISBN: 9783328106340)
    Dörte Hansen

    Mittagsstunde

     (260)
    Aktuelle Rezension von: Gute_Nacht

    Inhalt 

    Als Ingwer Feddersen, 47, in sein Heimatdorf zurückkehrt, hängen die Wolken schwer über der Geest. Er hat hier noch etwas gutzumachen. Ella, seine Großmutter, ist dabei, ihren Verstand zu verlieren und Sönke, sein Großvater, hält stur die Stellung in seinem alten Dorfkrug. Er hat - genau wie das ganze Dorf - die besten Zeiten hinter sich. Wann hat dieser Niedergang begonnen? In den 1970ern, als nach der Flurbereinigung erst die Hecken verschwandenund dann die Vögel? Als die großen Höfe wuchsen und die kleinen starben? Oder als Ingwer zum Studium nach Kiel ging und den Alten mit dem Gasthof sitzen ließ? 


    Fazit

    Ich liebe einfach den Schreibstil von Dörte Hansen! Sie schafft es einfach immer wieder, mit wenigen Worten viel zu sagen. Ihrer lakonische, trockene Ausdrucksweise kann ich viel abgewinnen. Vordergründig wird anfürsich nicht viel erzählt - aber doch passiert so viel.

  14. Cover des Buches Dorfpunks (ISBN: 9783644404311)
    Rocko Schamoni

    Dorfpunks

     (316)
    Aktuelle Rezension von: Countofcount

    Schon kein schlechtes Buch - ich fand die Erzählstränge und Spannungsbögen in den anderen Büchern von Schamoni aber dann deutlich packender. 

    So waren das viele einzelne Episoden, die schon unterhaltsam und "mitzitternd" gewesen werden konnten, so richtig konnte ich aber nicht in die Geschichte eintauchen. Letztlich natürlich dann wiederum genau das wird ja so auch im Buch beschrieben: immer leicht draußen, und nicht angepasst. 

    Guter Lesespaß.

  15. Cover des Buches Ein ganzes Leben (ISBN: 9783446278424)
    Robert Seethaler

    Ein ganzes Leben

     (450)
    Aktuelle Rezension von: Ellinorliest

    Als ich sah, dass Ein ganzes Leben lediglich 150 Seiten hat, war ich zunächst skeptisch, wie das denn funktionieren solle. Solange braucht mancher Autor schließlich für einen einzigen Tag. Doch es funktioniert und es funktioniert sogar ganz großartig. Und gerade das ist häufig die größere Kunst: etwas so großes wie ein einziges Leben so zu verdichten, dass es auf wenigen Seiten dargestellt werden kann, jedoch ohne dass es gerafft wirkt oder scheinbar wichtige Informationen entfallen. 

    In Ein ganzes Leben folgen wir einem einfachen Arbeiter, der keine großen Ansprüche im Leben hat. Doch er muss einige Schicksalsschläge ertragen, die manchen zu Fall gebracht hätten. Dennoch macht er immer weiter bis zu seinem friedlichen Tod.

    Ein ganzes Leben hat mich sehr beeindruckt, sowohl inhaltlich als auch erzählerisch. Für mich war es das erste Buch von Robert Seethaler. Bis jetzt hatte ich ihn nur so am Rande wahrgenommen. Das hat sich definitiv geändert. Der Trafikant steht schon bereit.

  16. Cover des Buches Das verborgene Wort (ISBN: 9783328105404)
    Ulla Hahn

    Das verborgene Wort

     (172)
    Aktuelle Rezension von: Marla_Humi

    Angeregt durch die Verfilmung "Der Teufelsbraten" kaufte ich mir den Roman. Anfangs hatte ich Schwierigkeiten, doch nach mehreren Anläufen haben mich Handlung und Sprache Ulla Hahns in den Bann gezogen. Auch wenn ich evangelisch getauft bin, erkannte ich viel von der Milieubeschreibung der eher dörflichen Atmosphäre in den 50er und 60er Jahren wieder. Hilla Palm mit all ihren Facetten (mal frech, ängstlich, hoch sensibel, in seelischer Not, auf dem Weg zur Alkoholikerin, phantasievoll, wissbegierig) wuchs mir ans Herz. Anschaulich streut die Autorin Bezüge zu den literarischen Einflüssen ein, die ihre Figur durch Kindheit und Jugend begleiten und teils die fehlende Anregung im Elternhaus ersetzen können.

  17. Cover des Buches Auerhaus (ISBN: 9783746636320)
    Bov Bjerg

    Auerhaus

     (352)
    Aktuelle Rezension von: sursulapitschi

    Dieses Buch ist viel auf einmal. Es ist eine Tragödie und ein Zeitportrait, anrührend, aber auch witzig, es ist schnodderig und poetisch, eigen und doch so typisch 90er.

    Als Frieders Selbstmordversuch misslingt, ist das Erleichterung aber auch ein Weckruf für seine Freunde. Er muss beaufsichtigt werden und raus aus seinem alten Umfeld und deshalb bilden sie eine WG in einem ungenutzten alten Haus, immerhin sind sie 18, keiner kann ihnen mehr was.

    „Our House“ von Madness ist ihre Hymne und deshalb heißt das Haus bald nur noch das Auerhaus.

    Es ist ganz erstaunlich, wie weit weg einem heute eine Jugend in den 90ern vorkommt, wenn man nochmal in diese Zeit eintaucht. Da sind Telefonzellen ganz normal und man sammelt Kleingeld für ein Telefonat, man trampt oder fährt mit dem Rad und denkt darüber nach, was zu tun ist, damit man nicht zum Bund muss. Genau so war das.

    Die Geschichte könnte nicht origineller sein. Da schwebt ein drohender Selbstmord über der Zweck-WG, die aus lauter Typen besteht, die selbst Probleme haben. Sie ergänzen sich und helfen sich gegenseitig. Zu lernen, wie der perfekte Ladendiebstahl abläuft, hilft ja auch irgendwie.

    Dieses Buch ist toll erzählt, sehr besonders, macht Spaß und berührt. Besser kann man das nicht machen!

  18. Cover des Buches Dampfnudelblues (ISBN: 9783948856038)
    Rita Falk

    Dampfnudelblues

     (696)
    Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider

    Ein neuer Fall für Franz Eberhofer. Auf die Hauswand des Schulrektors aus dem Ort steht [Stirb du Sau.[ Herr Höpfl ist wenig später tot. Leiden konnte eigentlich kaum jemand den Herrn Höpfl und es gibt viele Verdächtige und Motive. Franz kann seine Susi nicht weiter halten und sie fährt mit Freundinnen nach Italien und kommt erstmal nicht zurück. Was ist da los und dann gibt es noch eine brisante Spur im Fall Höpfl. Rita Falk hat mit [Hannes[ bewiesen, dass sie eine sehr gute Autorin ist mit enormen Gespühr, aber mit der Eberhofer Reihe hat sie sich keinen Gefallen getan. Zumindest nichts literarisch wertvolles erschaffen. Die Figur des Franz Eberhofer ist einfach nur dämlich und das die Susi weg geht ist eigentlich logisch und man kann ihr nur raten, weg zu bleiben. Irgendwie scheint es auch so, als sei die Polizei insgesamt etwas dümmlich. War mein zweiter Eberhofer und ich kann mich nicht damit anfreunden. Es gibt einige gute Ansätze und das brisante Thema ist gut gewählt, aber leider verliert es sich meistens in Stammtisch Witzen und Blödeleien.

  19. Cover des Buches Bauchgeflüster (ISBN: 9783958180048)
    Pia Schrell

    Bauchgeflüster

     (18)
    Aktuelle Rezension von: Sonntag16
    In diesem Buch wird zur Abwechslung einmal nicht die rosarote Seite der Schwangerschaft dargestellt. Es geht unter anderem darum, wie nervig und auch anstrengend die Kommentare zur eigenen Person werden, wenn man schwanger ist. So kündigt die Ich-Erzählerin, Paulina, zum Beispiel impulsiv ihren Job als sie genug von den blöden Kommentaren ihrer Mitarbeiter hat. Paulina ist 25 und arbeitet als Reporterin in Köln. Der Roman erzählt über die Zeit, in der Paulina entdeckt, dass sie schwanger ist bis zu dem Zeitpunkt als ihr Kind geboren wird. Dabei befasst sich Paulina neben der Schwangerschaft mit Themen wie ihrer Mutter, ihrem Freund Steffen und dem Dorf aus dem sie ursprünglich kommt. Weiter punktet dieses Buch mit kecken Sprüchen, jedoch ist es eine kurzweilige nicht weiter tiefgehende Unterhaltung.
  20. Cover des Buches Wo ist Norden: Roman (ISBN: 9783746089584)
    Barbara Handke

    Wo ist Norden: Roman

     (27)
    Aktuelle Rezension von: Marieke2

    Der Roman: „Wo ist Norden“ beschreibt die Geschichte einer Familie, die in den 1990-er Jahren in einem mecklenburgischen Dorf ein Gutshaus kauft und renoviert und dort ein Café und eine Arztpraxis eröffnet. Alles könnte wunderbar sein – wenn die hohen Renovierungskosten und die Feindseligkeiten einiger Dorfbewohner nicht wären … Der Ich-Erzähler Niketsch, der Bruder des Familienvaters Konrad, kann sich von seiner Familie und von seiner Jugendliebe Marlene – seiner Schwägerin – nicht lösen und verbringt mehr Freizeit in dem Gutshaus im mecklenburgischen Plenskow als in der nahegelegenen Hafenstadt, in der er wohnt und arbeitet. Er lässt das Jahrzehnt der 1990-er Jahre rückblickend Revue passieren. Rückblenden führen auch in die 1980-er Jahre und in die Zeit des letzten Gutsherrn Hugo von Dredow.  Der Roman ist wunderschön erzählt und verfügt über einen hohen Spannungsbogen, so dass ich ihn kaum aus der Hand legen mag. Die Atmosphäre der 1990-er Jahre ist so deutlich zu spüren, dass ich mich beim Lesen in diese Zeit zurück versetzt fühle, ebenso in die Zeit der 1980-er während der Rückblende. Die individuellen Personenbeschreibungen lassen die Protagonisten vor meinem geistigen Auge auferstehen. Liebevolle Details machen den Lesegenuss zu einer besonderen Freude: das Rätseln darüber, was die Hand auf dem Wandbild hält (Granatapfel, Ball, Taschenspiegel, Totenschädel?), die astronomischen Kenntnisse des Großvaters Pavel, die Beschreibungen der rauschenden Feste, die Liebe zum Kater Elmar, zur Hündin April, zu den Kranichen und Kiebitzen, den Pflanzen und der mecklenburgischen Landschaft…  Am Ende angekommen empfinde ich den Roman als in sich stimmig und rund und große Literatur, freue mich darauf, ihn zu Geburtstagen weiter zu verschenken und hoffe auf einen zweiten Roman der Autorin.

  21. Cover des Buches Vor dem Fest (ISBN: 9783442749898)
    Saša Stanišić

    Vor dem Fest

     (190)
    Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider

    Fürstenfelde in der Uckermark. Es ist die Nacht vor dem großen Fest und alle Bewohner bereiten sich auf ihre Weiße vor. Frau Kranz will zum ersten mal ihre Heimatstadt bei Nacht malen und strauchelt doch immer wieder. Jeder hat seinen Teil zu tun und seinen Teil zu vergessen und seinen Teil, den er lieber nicht mehr sehen will. Der kleine Ort hat schon viel erlebt. Die DDR, die Wende, den Umbruch, den Neuanfang, den Tod des Fährmanns und den Wandel von Berufen und Strukturen. Was ist besser? Was kommt noch? Im Stadtarchiv, im Heimatmuseum, da gibt es alles über die Stadt und immer wieder wird etwas Neues hinzu getragen und archiviert. Sicher auch wieder bei diesem Fest, denn ohne Spuren geht es niemals vorbei. Das war immer schon so und wird auch immer so bleiben. Sasa Stanisic ist mit Vor dem Fest ein Roman gelungen, der auf den ersten Blick vielleicht nicht viel Geschichte bietet, aber das täuscht! In jedem Satz, in jedem Detail und in jedem Charakter steckt so viel Leben und Hintergrund, dass es zuweilen Sätze über fast eine Seite gibt. Ich liebe seine Art zu schreiben und erzählen und wie er manchmal ganz behutsam und leise berichtet und an anderer Stelle laut, aufbrausend und auch wieder ironisch wird. Jede Figur ist ein Erlebnis für sich und kennen wir sie nicht alle irgendwie und wohnen wir nicht selbst im fiktiven Fürstenfelde? Manchmal erschreckend realistisch und dann doch wieder überzogen und fast forsch, aber niemals langatmig oder langweilig. Manchmal ist das Leben aufregend, langweilig, so wie die Speisekarte beim Metzger

  22. Cover des Buches Schildkröten haben keinen Außenspiegel (ISBN: 9783743191839)
    Jutta Hammer

    Schildkröten haben keinen Außenspiegel

     (17)
    Aktuelle Rezension von: mamamal3
    Die Autorin hat mehrmals Madagaskar bereist, vor allem für ihre beruflichen Schildkröten-Forschungen, aber auch um ‚Land&Leute‘ kennenzulernen. Dabei bekommt sie es mit den Tücken der innerländischen Transportarten zu tun, aber erlebt auch den Lebensstil der Einheimischen auf eine ganz besonders intensive Art. Schildkröten aufzuspüren gehört genauso dazu, wie besendern, fotografieren und beobachten. Auch die gelebte Kultur (Feiertagsfestlichkeiten oder Beerdigungen) werden hier beschrieben. —- Ohne das Land bisher bereist zu haben, macht dieses Buch Lust auf mehr. Auch wenn einige Sitten und Bräuche eigentümlich daherkommen und sicher nicht für jeden sympathisch wirken, so schafft es die Autorin trotzdem, jeden Leser gut zu unterhalten. Sie wirkt in jeder Situation gelassen, ich glaube sie lässt sich auch sonst nicht leicht aus der Ruhe bringen. Das macht nicht nur sie sehr angenehm, sondern vor allem ihr Buch. Auch die Fotos, Zeichnungen, angehängten Erklärungen im Glossar vervollständigen das Gelesene noch. Ich würde mich sehr freuen, mehr von ihren Erlebnissen zu lesen!
  23. Cover des Buches Riesen sind nur große Menschen (ISBN: 9783946120292)
    Frauchiger René

    Riesen sind nur große Menschen

     (11)
    Aktuelle Rezension von: FerrAbbs

    Ein Roman in dem die Protagonisten mit dem Erzähler interagieren und man mindestens zwei Figuren einfach ulkig finden muss. Die metaphorische Ebene war sehr breit gefächert. Man lernt unterschiedliche Personen und Menschengruppen kennen und wird zwischendurch von Satire und Tragödie umstellt. Geschichtliche und fantastische Elemente geben sich hier die Hand um den Leser zu unterhalten und zu rütteln. Jeder kann sich oder Personen des Umfeldes hier erkennen... Erkennen tut man auch gesellschaftliche Probleme und Schubladen zwischen Stadt und Land. Was anfangs wie ein Satire-Comedy-Werk wirkte wurde schnell zu einer Verfolgungsjagd und übernatürlichen Begegnungen. Wer hätte gedacht, dass eine Reise durch den Magen so lange dauern könnte? Für einen Debütroman sehr interessant, anders und nachwirkend.

  24. Cover des Buches Die vier von der Schusterstaffel (ISBN: 9783800108251)
    Heinrich Maurer

    Die vier von der Schusterstaffel

     (14)
    Aktuelle Rezension von: Booky-72

    Vier Freunde in einem kleinen schwäbischen Dorf, das nach dem Ende des zweiten Weltkriegs die Landwirtschaft wieder auf- und ausbaut. Jeder von ihnen soll den väterlichen Hof übernehmen und doch hat jeder ganz andere Vorstellungen von der Arbeit, vom Fortschritt auf den Höfen und von der Familiengründung.

    Doch egal, was das Schicksal für jeden einzelnen bereithält, ihrer Freundschaft kann das nichts anhaben. Und so treffen sie sich weiterhin an der Schusterstaffel auf einen Schwatz.

    Ein sehr schöner Heimatroman, der die damalige Zeit wunderbar widerspiegelt. 5 Sterne auch für den eindrucksvollen Schreibstil und die geschichtliche Bedeutung.

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