Bücher mit dem Tag "dostojewski"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "dostojewski" gekennzeichnet haben.

58 Bücher

  1. Cover des Buches »Das drucken Sie aber nicht!« (ISBN: 9783492242684)
    Fjodor Michailowitsch Dostojewski

    »Das drucken Sie aber nicht!«

     (494)
    Aktuelle Rezension von: Anke_Kuehne

    Tolles Buch, ich bin nachhaltig beeindruckt!!! Dostojewski schrieb es vor über 150 Jahren und er ist moderner als viele Politiker heute… Sprachlich ist es sperrig und brillant. Außerdem war mir diese russische Epoche bislang unbekannt, ich habe viel gelernt.

  2. Cover des Buches Die Brüder Karamasow (ISBN: 9783746639000)
    Fjodor M. Dostojewski

    Die Brüder Karamasow

     (252)
    Aktuelle Rezension von: Lesung_vor_acht

    Der obligatorisch beste Roman aller Zeiten (Sigi Freud) gleicht einem elefantösen Mammutbrocken. Das rund 1242 Seiten lange Familienepos schildert auf theologischer und psychologischer Ebene den Niedergang einer Familie als exemplarisches Beispiel für das alte Russland. Rein inhaltlich handelt es sich zweifelsohne um ein Meisterwerk. Gewohnt scharfsinnig analysiert Dostojewskij die verschiedenen Milieus und weitet seinen Roman zu einer gewaltigen Gegenwartsstudie aus. Dass es sich trotzdem um ein zeitloses Werk handelt, zeugt von seinen philosophischen Kompetenzen.

    Wie gern würde ich fünf Sterne vergeben! Aber angesichts der Schwächen des Romans kann ich mir das nicht leisten.

    So scharfsinnig Dostojewskij sich mit Theologie und Psychologie auseinandersetzt, so klobig geraten seine Dialoge. Die Handlung des Buchs wäre schnell erzählt, aber aufgrund der haarsträubend überlangen Reden und unnötig detaillierten Monologe (die schon eher an ein Theaterstück erinnern) ähnelt das Buch eher einer Karikatur seiner selbst. Dostojewskij scheint es gänzlich unmöglich zu sein, präzise und genau zu formulieren - er schweift ab, entschuldigt sich durch den Mund seiner Figuren und setzt im nächsten Atemzug zum nächsten Monolog an. Er überlässt nichts der Fantasie. Ähnlich wie Umberto Ecos Werke legt sich auch dieses Buch bereits selbst aus, sodass man sich als Leser nur noch bequem für eine Sichtweise zu entscheiden hat (im Fall der Gerichtsverhandlung für einen der Erzrivalen Kirillowitsch oder Fetjukowitsch). Philosophisch vertreten sind dabei Idealismus (Aljoscha), Zynismus (Iwan), rationaler Materialismus (Kolja Krassotkin), Hedonismus (Fjodor Pawlowitsch), usw. Der angebliche Mörder Mitja steht für das alte Russland und Smerdjakow tritt als ideologisches Opfer Iwans auf. Iwan erkennt in sich selbst den Teufel.

    Das Buch ist ein Meisterwerk. Aber eben ein Meisterwerk mit dramaturgischen Schwächen.


     

  3. Cover des Buches Der Idiot (ISBN: 9783746638775)
    Fjodor Michailowitsch Dostojewski

    Der Idiot

     (283)
    Aktuelle Rezension von: Vera-Seidl

    Nicht in Sils Maria, sondern in Genf begann Fjodor Michailowitsch Dostojewski seinen Roman „Der Idiot“ 1867. Er vollendete ihn ein Jahr später in Mailand. Dennoch hat frau das Gefühl, dass dort ein Zarathustra von den (Schweizer) Bergen herniederkommt, nicht um den Übermenschen zu predigen, sondern ihn zu leben. „Jetzt gehe ich nun zu den Menschen …“ Wobei jener Zarathustra Gott nicht für tot erklärt wie der Nietzsches, sondern im Gegenteil, Dostojewski sein Genie herauszustreichen versucht, indem er ihm die Züge eines Christus oder Don Quijote verleiht. Sein Mitleid mit den Menschen 

    gleicht dabei aber manchmal dem eines Arthur Schopenhauers, der die Worte des römischen Dichters Titus Maccius Plautus „homo hofmini lupus“, der Mensch ist dem Menschen ein Wolf, aufgriff, um zu zeigen, wie der Wille jede Ethik zerfleischt.


    Vom Lebenswillen getrieben verpfändete Anna Grigorjewna Dostojewskaja,,die zweite Frau des Schriftstellers, 1867 ihre Mitgift, um den Gläubigern ihres Ehemannes mit einer Reise ins Ausland zu entkommen. Nachdem ihr Mann in Homburg dann weitere Gelder verspielt hatte, ließ sich das Ehepaar in Genf nieder, wo Anna Grigorjewna ihr erstes Kind zur Welt brachte.

    Jetzt blieb Dostojewski nicht anderes übrig, als mit seiner schriftstellerischen Arbeit für Einnahmen zu sorgen. Bereits vor Fertigstellung des Romans wurden die ersten Passagen in der Zeitschrift Russki Westnik veröffentlicht.


    Er heißt Ljow Nikolajewitsch Myschkin. Ljow, das ist der Löwe, aber auch das Herz. Der Vatername leitet sich vom heiligen Nikolaus her und bedeutet Sieg des Volkes. 

    Die beiden ersten Namen des Protagonisten verweisen deutlich auf Dostojewskis Zeitgenossen und GegenspielerTolstoi, der ebenfalls Ljow Nikolajewitsch hieß.

    Myschkin ist die Mausstadt. 

    Die Maus spielte schon in Dostojewskis Novelle „Aufzeichnungen aus dem Kellerloch“ aus dem Jahr 1864 eine Rolle. Dort vergleicht sich der Erzähler mit dem Tier. 


    Der erste Gesprächspartner und spätere Schatten des jungen Fürsten im Zug nach Petersburg ist Parfen Semjonowitsch Rogoschin, ein Kaufmannssohn, der im Begriff ist, eine reichhaltige Erbschaft anzutreten und sich damit Chancen bei der schönen Nastasja Filippowna Baraschkowa errechnet.


    Von Anfang an belächeln Rogoschin und der Beamte Lukjan Timofejewitsch Lebedjew den heimkehrenden Epileptiker aufgrund seiner Naivität, Krankheit und Armut, wobei sich zwischen den Zeilen auch Bewunderung, sogar Neid auf dessen scheinbare Authentizität mischt.


    Das Bündel, das der Fürst im ersten Teil als seine einzige Habe bei sich trägt, steht vordergründig für sein Unterwegssein und seine Armut. Es zeigt sich aber, dass sich darin auch eine Anzahl von Geschichten befinden, die der Fürst vom Westen in das zaristische Petersburg trägt.


    Die Guillotine, von der der Fürst erzählt, mag manchem lediglich als Instrument zum Vollzug der Todesstrafe erscheinen, welche Dostojewski abgeschafft sehen möchte. Er meint, ein Mord könne nicht durch eine weitere Tötung gesühnt werden. Auch sei die Todesstrafe grausamer als der begangene Mord, da dem Verurteilten im Gegensatz zum Mordopfer jegliche Hoffnung genommen werde. 

    Hier zeigt sich deutlich Dostojewskis Lebenswille, der in diesem Fall im Tod keine Erlösung sieht und deshalb den Folterknecht Hoffnung vorzieht.


    Die Guillotine ist aber auch ein Symbol für die Französischen Revolution, die im Gegensatz zum Französisch steht, das die verarmten Adligen nun in den Städten sprechen müssen, nachdem es den Bauern mehr oder weniger gelungen ist, sich von ihnen zu befreien. 1839 wurde, nach Aussage des Nachbarn Pawel Chotjainzew, Dostojewskis Vater von seinen Leibeigenen ermordet, 1861 erfolgte die Aufhebung der Eigenbehörigkeit in Russland.

    In Konkurrenz mit den Bürgern, für die Rogoschin steht, erlebt der Heiratsmarkt eine einzigartige Blüte. Daneben versucht sich die Mittelschicht mit Vermietungen über Wasser zu halten. Hier sind die Familien Iwolgin und Lebedjew zu nennen.

    Die Arbeiterbewegung kommt im Roman überhaupt nicht vor, was vielleicht Dostojewskis adliger Herkunft geschuldet ist. Eine Revolution erwartet der Autor weder von dieser Seite noch von den jungen Möchtegernanarchisten zu denen unter anderem Ippolit Terentjew, Antiip Burdowsk und Wladimir Doktorenko zählen.

    Alle Gesellschaftsschichten ducken sich ohnmächtig vor dem zaristischem Regime, das die Kontrolle über die gesamte Gesellschaft ausübt.

    Zu denen, die klein beigaben, gehörte an vorderster Front Dostojewski selbst, der nach seiner Begnadigung auf dem Richtplatz am 22. Dezember 1849 und Gefangenschaft in Sibirien allen revolutionären Gedanken abschwor und sich dem Regime und der orthodoxen Kirche unterwarf.


    So steht die Guillotine auch für das Tragen des Kreuzes, hier in Form eines Bündels, Dostojewskis Unterwerfung und dessen Auferstehung.

    Als Johannes der Täufer betritt er jetzt weinend das Schafott. Er ist „weiß wie ein Blatt Papier“, „erinnert sich an alles“, und weiß alles. Sein prophetisches Wirken, seine Kritik am Liebesleben des Herodes Antipas und dass sein Kopf wenig später in einer Schale der Tochter der ‚Herodias gereicht werden wird. 


    Dostojewski nennt weder Hans Fries als Maler seiner Geschichte noch die Namen der biblischen Figuren. Bei ihm wird Herodes zu Afanasy Iwanowitsch Tozki, der in der Waise Nastasja seine künftige Geliebte entdeckt und sie dann als solche heranzüchtet. Andere Werber treten hinzu. General Iwan Fjodorowitsch Jepantschin zum Beispiel, der Nastasja gleichzeitig mit seinem Freund Gavrila Ardallionowitsch Iwolgin verheiraten möchte, um Tozki den Weg zu seiner Tochter Alexandra zu ebenen.


    Verständlich, dass Natasja wahnsinnig wird, als sie zunächst für 75.000 Rubel plus Perlenschmuck und dann für 100.000 Rubel, die von Rogoschin geboten werden, verschachert werden soll. 

    Daran kann auch Myschkin mit seiner Idee einer sündenfreien Frau nichts ändern, welche er sich bereits in der Schweiz nach biblischem Vorbild zurecht gesponnen hat.


    Nachdem der Fürst an seinem ersten Tag in Petersburg mehrmals von Hinrichtungen erzählt hat, fordert Adelaida, die mittlere der drei Töchter Jepantschins, ihn auf: „Und jetzt erzählen Sie uns, wie Sie verliebt waren!“ Offenbar gehören für die Tochter des Generals Tod und Liebe zusammen.


    Dostojewskis Mutter, eine fromme Frau, die auf dem Sterbebett nach einer Ikone verlangt hatte, erlag der Tuberkulose, als ihr zweitältester Sohn 15 Jahre alt war.

    Marija Dmitrijewna Constant, seine spätere Ehefrau, die übrigens denselben Vornamen wie seine Mutter trug, lernte er erst im Alter von 32 Jahren kennen. Wie sollte er da von der Liebe erzählen können? Die einzige Liebe, die Dostojewski bis dahin kennengelernt hatte, war die des Neuen Testaments, welches ihm Mademoiselle Fonwisina 1850 in Tobolsk auf dem Weg in die Gefangenschaft geschenkt hatte.


    Auf diesen Erfahrungsschatz greift der Fürst mit seiner Antwort zurück und erzählt von 

    der gefallenen Marie, man beachte auch hier den Namen, im Schweizer Dorf, welche nicht Jesus die Füße wäscht, sondern ihrer Mutter Jene vergibt ihr nicht und auch Myschkin kann mit seiner Freisprechung von der Sünde nur eine leichte Linderung ihres Leids bewirken, bis sie schließlich durch denTod erlöst wird.


    Der menschliche Geist entwickle sich vom dienenden Kamel zum zerreißenden Löwen, um schließlich als unschuldiges Kind von vorn zu beginnen, so glaubt Zarathustra. „Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen“, heißt es im Markusevangelium. So versäumt es der Fürst nicht, die Kinder in seine Geschichte um Marie geschickt einzuflechten.


    Wie bereits erwähnt reiste der Literat mit seiner zweiten Ehefrau Anna Grigorjewna Dostojewskaja, geborene Snitkina, im April 1867 nach Dresden. Dort wohnte er gegenüber einer Schule, deren Besucher er in der Mittagszeit zu beobachten pflegte. Ein knappes Jahr später wurde im Februar in Genf seine erste Tochter Sofia, die göttliche Weisheit, geboren, die aber nur drei Monate lebte. Sicher ist, dass die Dresdner Kinder zu Schweizern wurden. Ob der Abschied von ihnen für den von seiner Tochter steht, bleibt fraglich.


    Für den Roman von Bedeutung ist auch das Verhältnis Dostojewskis zu Apollinaria Prokofjewna Suslowa, das seit 1862/63 bestand und das er brieflich auch nach der Heirat von Anna, trotz deren Eifersucht, fortsetzte. Polina stand außerdem in einer Beziehung zu einem spanischen Studenten namens Salvador, der sie zu heiraten versprach, dann aber verließ. Trotz vieler Streitereien machte Dostojewski Suslowa 1865 einen Heiratsantrag, den sie aber ablehnte.


    Die Geliebte erhält im Buch zwei Gesichter, das von Nastasja , ihr Name kann mit Auferstehung übersetzt werden und das Aglajas. Die Göttin der Anmut ist die jüngste Tochter von General Jepantschin. 

    Von Letzterer sagt der Fürst am Ende seines ersten Besuchs bei der Familie, sie sei, „obwohl ihr Gesicht von ganz anderer Art ist“, „fast so schön wie Nastasja Filippowna.“ Vor dem Gesicht Nastasjas habe er sich vom ersten Augenblick an gefürchtet, gesteht er am Tag vor seiner Hochzeit Jewgeni Pawlowitsch Radomski. 

    Trägt sie vielleicht die Züge einer Herodias? Macht ihre Schönheit ihn kopflos?


    Es sei gleichgültig, wen er heirate, äußert er sich im Gespräch mit Radomski und will dabei wohl Agape vom Eros trennen. Dann aber müsste die Nächstenliebe allen gelten und dürfte nicht auf wenige Hauptpersonen begrenzt sein.


    Wenn er aber Ganja verletzt, indem er ihm jegliche Originalität abspricht, auf dasTraktat des sterbenden Ippolit kaum reagiert, ihm später rät, „gehen Sie an uns vorbei, und verzeihen Sie unser Glück!“, und zuletzt über die Geschichte von General Iwolgin, der angeblich Page bei Napoleon gewesen war, zehn Minuten lang lacht, kann frau ihm sein Mitgefühl für den Kreuzbruder Rogoschin nicht immer abnehmen. Zumal diese Bruderschaft ja nur besteht, weil zwischen ihnen Natasja ihren Wahnsinn auslebt.


    „Aber beim Anblick dieses Bildes kann ja mancher Mensch seinen Glauben verlieren!“, sagt Myschkin beim Betrachten der Kopie eines Gemäldes von Hans Holbein, das den ausgemergelten Leichnam Jesu auf einem äußerst beengten Raum zeigt. 

    „Ich verliere ihn auch“, antwortet Rogoschin und beweist diese Aussage, indem er wenig später seinen Rivalen zu erdolchen versucht.


    „‚Parfen, ich kann es nicht glauben …!‘ Dann aber war es, als ob sich auf einmal etwas vor ihm öffnete: ein ungewöhnliches, inneres Licht erhellte seine Seele.“ 

    Im Angesicht des Todes eröffnet sich ihm die Möglichkeit der Auferstehung in den Vorboten eines epileptischen Anfalls.


    Nach Dostojewskis Eigenanamnese gab er immer, mit einer Ausnahme, die Zeit seiner sibirischen Gefangenschaft als Beginn seiner Epilepsie an. Das Martyrium und die Heilige Krankheit waren für ihn also eine Einheit, die die Vergebung mit einschloss.


    Er verzeiht Rogoschin nicht nur jenen Mordversuch, sondern auch die Tötung Nastasjas, weil er in seinem Kreuzbruder sein gegenpoliges Spiegelbild erkennt, was ihn letztlich in den Wahnsinn treibt. Wieder wird ihm Krankheit zum Erlöser.

    Myschkin wird zurück in die Heilanstalt in der Schweiz gebracht, während Rogoschin in die entgegengesetzte Richtung nach Sibirien verfrachtet wird. 


    Nur den Lebenden schenkt Dostojewski im Schlusswort Aufmerksamkeit. Nastasja Filippowna löst sich ohne Begräbnis in Luft auf.

    Zarathustra verabschiedet sich vom Mitleid, seiner letzten Sünde, trachtet nach seinem Werk „und verliess seine Höhle, glühend und stark, wie eine Morgensonne, die aus dunklen Bergen kommt.“

    Lisaweta Prokofjewna Jepantschina scheint Beifall für ihren leidenschaftlichen Schöpfer, der vielleicht gerade die Spielhölle verlassen hat, zu klatschen, als sie bemerkt:

    „Nun haben wir uns genug durch Schwärmereien fortreißen lassen; es wird Zeit, daß wir auch auf die Stimme der Vernunft hören.“


    Mit der Peitsche des Zaren, der bekanntlich vielerlei Gestalt annehmen kann, im Nacken lässt uns der Wille nur wenig Spielraum. Trotzdem gibt es Mittel gegen die Vernunft, so lehrt uns Dostojewski. Der Galgenhumor sei hier zuerst genannt, das Leid und das Mitleid sollen an zweiter Stelle stehen, Befreiung aber ist nur durch den Tod und die Auferstehung möglich: „er habe die Vorstellung gehabt, als gehörten diese Strahlen zu seiner neuen Natur und er werde in drei Minuten irgendwie mit ihnen zusammenfließen …“


    Diese Rezension soll meiner Nichte Jeannine gewidmet sein, die am 11. November Geburtstag hat.


    Vera Seidl

  4. Cover des Buches Sternstunden der Menschheit (ISBN: 9783150206393)
    Stefan Zweig

    Sternstunden der Menschheit

     (205)
    Aktuelle Rezension von: sarah83sbookshelf

    Stefan Zweig beleuchtet in seinen "Sternstunden der Menschheit" verschiedene geschichtliche Ereignisse und deren Auswirkung auf die Entwicklung der Kulturen.
    Je nach Buchausgabe bekommt der Leser zwischen fünf und fünfzehn Ereignisse präsentiert.

    Wobei ... 

    Womit ich beim Lesen am meisten gehadert habe, ist die Auswahl der "Sternstunden". Sicherlich sind viele der Ereignisse, die Stefan Zweig auswählt, für den jeweiligen kulturellen Bereich wichtig und vielleicht auch essentiell, aber bei mehreren dachte ich nicht an das Wort "Sternstunde".
    Das Wort "Sternstunde" sehe ich als Leser positiv, es ist etwas Gutes; wenn Stefan Zweig mit Kriegen als "Sternstunden" daherkommt, bin ich somit ziemlich irritiert. Das gleiche gilt für Musikstücke. Begnadet oder auch kulturell neu adaptiert, sind die Geschichten dahinter sehr interessant, aber für mich keine wahrliche "Sternstunde".

    Das ist für mich z.B.: Die Erzählung über die Reise zum Südpol oder auch über die Verlegung des ersten Kabels zwischen Europa und Amerika.

    Sprachlich sind die Texte auf einem hohen Niveau und keine leichte Lektüre für zwischendurch.

    Das Buch und Stefan Zweigs Meinung sind allerdings ein Spiegel ihrer Zeit und zeigen auf, welches Gewicht gerade diese Ereignisse für den Autor hatten. 

    Daher ist das Buch eher aus geschichtlichen - besonders sozialgeschichtlichen - Aspekten zu empfehlen.

    3 von 5 Sternstunden 

  5. Cover des Buches Der Spieler (ISBN: 9783150146231)
    Fjodor M. Dostojewski

    Der Spieler

     (286)
    Aktuelle Rezension von: happyoldendays

    Die Geschichte spielt in der fiktiven deutschen Stadt Roulettenburg und folgt dem Protagonisten, Alexej Iwanowitsch, der sich als Hauslehrer einer russischen Familie im dortigen Luxushotel einquartiert hat. Ebenfalls im Hotel befindet sich eine Gruppe von lebhaften und unvorhersehbaren Charakteren, die eines gemeinsam zu haben scheinen: das Glücksspiel. Daneben spannt der Autor ein Netz privater Beziehungen und Abhängigkeiten, die sich dem Leser nach und nach erschließen. Obwohl die Mehrheit der Figuren aus der Oberschicht stammt, verbindet sie die Sorge um Geld und die Hoffnung die eigene Situation durch den lang ersehnten großen Gewinn zu verbessern. Die Katastrophe nimmt ihren Lauf, als Alexej sich selbst auf das Glücksspiel einlässt und sich in den Bann des Roulettes hineingezogen wird.

    Dostojewski beschreibt die Anziehungskraft und den Wahnsinn des Glücksspiels derart lebendig, dass man das Gefühl hat, selbst mit am Tisch zu sitzen. Die Szenen im Casino lesen sich so spannend wie ein rasanter Thriller. Was dieses Buch besonders beeindruckend macht, ist Dostojewskis anschauliche Schilderung der menschlichen Natur. Er zeigt, wie die Abhängigkeit für das Spiel die dunklen Seiten der menschlichen Psyche hervorbringt, von Gier bis hin zu Verzweiflung. Gleichzeitig enthüllt er jedoch auch die Hoffnung und den inneren Kampf seiner Charaktere, sich von ihren Schwächen zu befreien. Obwohl mir die Figuren im Buch nicht unbedingt sympathisch waren, habe ich bis zum Ende mit ihnen mitgefiebert. Lediglich der Schluss des Romans konnte mich nicht ganz befriedigen.

    FAZIT: "Der Spieler" von Fjodor Dostojewski ist ein zeitloser Klassiker der Weltliteratur, der die Abgründe und Schwächen des Menschen in den Blick nimmt. Ich kann das Buch jedem empfehlen, der sich für Literatur interessiert und tiefgründige Charaktere mag.

  6. Cover des Buches Die Hessin auf dem Zarenthron (ISBN: 9783806234367)
    Marianna Butenschön

    Die Hessin auf dem Zarenthron

     (12)
    Aktuelle Rezension von: Ladybella911

    Eine hessische Prinzessin heiratet aus Liebe den Thronfolger von Russland und wird zu einer mächtigen, vom Volk verehrten und geachteten Kaiserin Russlands.

    Was mit einer Liebesheirat begann sollte 40 Jahre Bestand haben, aber glücklich wurde Maria Alexandrowna, wie sie nach ihrer Heirat genannt wurde, nicht, obwohl sie ihrem Mann acht Kinder gebar.

    In unserem Bewußtsein ist sie nicht verankert, sie war eine Frau, die mehr im Hintergrund agierte, was einerseits ihrer Schüchternheit andererseits der Tatsache, dass am Zarenhof ein äußerst strenges Hofzeremoniell herrschte, zuzuschreiben ist.

    Sie scheint ihren Mann, der als Zar Alexeander II. In die Geschichte einging, sehr geliebt zu haben, negierte sie doch seine Affären und langjährige Geliebten.

    Es ist eine ungeheure Fülle an Informationen, die uns die Autorin, Marianna Butenschön, hier präsentiert, und man ist oftmals verwirrt beim Lesen, vor allem was die vielfältigen verwandtschaftlichen Beziehungen angeht, sehr oft begegnen uns die gleichen Namen , aber es sind unterschiedliche Personen.

    Sehr hilfreich sind daher die Bibliographie sowie eine Zeittafel und ein Glossar, welche sich im Anhang befinden, dies vereinfacht die Lektüre ungemein. Schön auch die Bilder in der Mitte des Buches, welche uns einen Eindruck der damals herrschenden Mode geben. Dass sich das Leben des Adels zur damaligen Zeit in äußerst prunkvoller Umgebung abspielte, ist hinreichend bekannt, und man weiß um die zunehmende Unzufriedenheit des Volkes, die sich diese verschwenderische Lebensart nicht länger ansehen wollte.

    Es ist der Autorin bestens gelungen, hier nicht nur ein wissenschaftliches Sachbuch zu schreiben, sondern auch, durch das Einflechten kleiner Anekdoten, die von Zeitzeugen berichtet wurden, ein sehr lebendiges Bild von der Kaiserin, ihrer Familie und ihrem Leben zu schaffen.


    Ein beeindruckendes Buch, welches ich Liebhabern, die gerne gut recherchierte Biographien lesen, ans Herz legen möchte.

  7. Cover des Buches Weiße Nächte (ISBN: 9783150142370)
    Fjodor M. Dostojewski

    Weiße Nächte

     (196)
    Aktuelle Rezension von: annas_bibliomanie

    Ich kann einen weiteren Klassiker von meinem SuB streichen. Yeah. 😊
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    Weiße Nächte
    Rezensionsexemplar
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    Inhalt: In diesem Buch sind drei Geschichten von Dostojewski enthalten.
    Weiße Nächte folgt einem jungen Mann, der sein ganzes Leben nur geträumt hat, nichts erlebt hat und niemanden kennt. Er begegnet einem JUNGEN weinenden Mädchen und die beiden freunden sich miteinander an. Der junge Mann verliebt sich in das Mädchen, doch verliebt sich das Mädchen auch in ihn?
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    Die zweite Geschichte folgt zwei Freunden. Einer der jungen Männer hat sich gerade verlobt und schwelgt im Glück der Liebenden. Er berichtet seinem Freund von seinen Heiratsplänen und......das Buch hat ein unvorhergesehenes Ende.
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    Die dritte Minigeschichte ist ein Zeugnis aus der Zeit. Ein elfjähriges Mädchen wird auf Grund ihrer riesigen Mitgift das Objekt der Begierde eines Mannes, der es einfach auf den Kopf küsst als er sich entschieden hat, das Geld und somit sie zu bekommen...
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    Meine Meinung: Ich habe erstmal fünfzig Seiten gebraucht, um in den Schreibstil reinzukommen. Er ist Recht antiquiert und doch einfach zu lesen.
    Als ich erstmal drin war, fand ich die Geschichten richtig gut. Besonders das Ende jeder Geschichte ist zackig und unerwartet geschrieben, was mir sehr gut gefällt.
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    Fazit: Jetzt kann ich mir gut vorstellen Die Brüder Karamasov von Dostojewski zu lesen.
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    P.S. Ich liebe ja die Leinenausgaben aus dem Nikol Verlag. Die sind einfach so schön vom Design her, haben eine tolle Haptik durch das Leinenmaterial und die Goldprägung und das Papier ist mega dick und fühlt sich sehr hochwertig an.
    Es gibt mittlerweile fast hundert Titel (alles Klassiker) aus der Edition und man kann einen schönen Pastellregenbogen daraus zaubern.
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    Autor: Fjodor Dostojewski
    ⭐ 4/5
    Preis: 7€
    ISBN: 978 3 86820 619 7
    Verlag: Nikol Verlag
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    Vielen lieben Dank für das Rezensionsexemplar Nikol Verlag
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  8. Cover des Buches Aufzeichnungen aus dem Kellerloch (ISBN: 9783150143858)
    Fjodor M. Dostojewski

    Aufzeichnungen aus dem Kellerloch

     (117)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Dostojewskij hat mit den „Aufzeichnungen aus dem Kellerloch“ ein Meisterwerk der literarischen psychologischen Studien geschaffen. Und das sicher nicht nur, weil Nietzsche sie als eben diese würdigte. Dostojewskij hat einen Protagonisten entworfen, der die Persönlichkeitsbeschreibungen Erich Fromms zum sadomasochistischen Charakter vorweggreift, besser bekannt als der autoritäre Charakter. Im Alltagssprachgebrauch ist die Radfahrermentalität eingegangen: nach oben buckeln nach unten treten.

    Dostojewskij beschreibt die gesamte F-Skala, wie sie Adorno et al in den 50er Jahren, also etwa 90 Jahre später, entwarfen. Die Verabscheuung des Weiblichen, des Schwachen und die Verehrung alles Mächtigen, Starken, Kriegerischen. Und wie Diederich Heßling im Untertan, so bewundert auch Aufzeichnende im Keller, die Offiziere, das Militär, das Autoritäre. Und zugleich verachtet er seine Unterlegenheit, seine Minderwertigkeit.

    Die Bedeutungs- und Sinnlosigkeit des eigenen Selbst bricht sich in Wut und Hass Bahn. Sie richtet sich gegen sich selbst und gegen die noch Schwächeren. Denn das eigen Schwache muss externalisiert werden. Selten wurde es so eindringlich beschrieben, wie im zweiten Teil der Aufzeichnungen. „Ohne Macht und Tyrannei über einen Anderen kann ich nicht leben.“ Der Vernichtungswille des autoritären Charakters, der die Gründe für das eigene Scheitern ausschließlich bei anderen sucht. Und diese anderen müssen leiden, mehr leiden, als er es selbst getan hat.
    Es ist die literarische Vorwegnahme des Wutbürgers. Ein Lehrstück, das zur Pflichtlektüre gehört.

  9. Cover des Buches Das Handwerk der Freiheit (ISBN: 9783596156474)
    Peter Bieri

    Das Handwerk der Freiheit

     (25)
    Aktuelle Rezension von: glowinggloom
    Über die Entdeckung des eigenen Willens. 400 Seiten Philosophie zum Thema Willensfreiheit, fatalistische Vorherbestimmtheit, die Idee der Verantwortung, den Alptraum des unbedingten freien Willens, das Verstehen, wie sich Freiheit und Unfreiheit im Rahmen universeller Bedingtheit unterscheiden. Es kommt für die Freiheitserfahrung des Willens, nicht auf tatsächliche, sondern auf vorgestellte Möglichkeiten an, nicht auf die Welt, sondern die Phantasie. Die Freiheit des Willens ist etwas, was man sich erarbeiten (aneignen) muß. Diese Aneignung hat drei Dimensionen: Artikulation, Verstehen und Bewertung des eigenen Willens. Das Selbst ist etwas, das sich durch die Aneignung herausbildet. Das Abbröckeln alter Bewertungen und vermeintlicher Einsichten, den Willen betreffend und das Entstehen neuer Strukturen gleicht eher einer geologischen Umschichtung als einem planvollen Spiel. Man gerät stets von neuem in Strudel des Erlebens, die einen im Willen taumeln lassen und dazu zwingen, die Anstrengung der Aneignung zu unternehmen. Ob solche Anstrengungen je dazu führen, daß unser Wille die volle Transparenz und Stimmigkeit erreicht, ist zweifelhaft. Vielleicht ist Willensfreiheit in ihrer vollkommenen Ausprägung, eher ein Ideal als eine Wirklichkeit.
  10. Cover des Buches Onkelchens Traum (ISBN: 9783492028806)
    Fjodor M Dostojewskij

    Onkelchens Traum

     (16)
    Aktuelle Rezension von: Tano

    Dostijewski ist mit diesm Buch ein großer Wurf gelungen. 

    Unbedingt noch lesenswert

  11. Cover des Buches Der Meister von Petersburg (ISBN: 9783596151363)
    J.M. Coetzee

    Der Meister von Petersburg

     (13)
    Aktuelle Rezension von: Ambermoon
    J.M. Coetzee konstruiert in seinem Roman eine literarische Fiktion um Fjodor Dostojwskij: Ein alternder Schriftsteller namens Fjodor Michailowitsch reist 1869 von Dresden nach Petersburg, um die näheren Umstände des Todes seines Stiefsohnes Pawel zu erfahren. Ist Pawel von der zaristischen Polizei getötet worden, handelt es sich um Selbstmord, oder sind gar die Anarchistem um Sergej Netschajew für Pawels Tod verantwortlich? Der zwischen Trauer und Schuldgefühlen hin- und hergerissene Fjodor verstrickt sich zusehends in die Petersburger Verhältnisse, die die seines Sohnes waren und nun seine eigenen werden: Er zieht in Pawels ehemaliges Zimmer, schlüpft in dessen Anzug, stellt Pawels Wirtin, der sinnlichen Anna Sergejewna, nach und verbringt einige wilde, verzweifelte Nächte mit ihr. Coetzee schildert Euphorie und Alpdruck, die einem epileptischen Anfall vorausgehen, mit ebenso großem psychologischem Einfühlungsvermögen wie Fjodors vergebliche Versuche, den Tod des Sohnes zu verwinden. Die wahre Trauerarbeit leistet Dostojewskij schließlich schreibend: An Pawels Schreibtisch beginnt er, die ersten Seiten der "Dämonen" zu skizzieren.
    Geschickt montiert Coetzee in seinem Roman immer wieder Orte, Situationen und Charaktere, die Assoziationen an Dostojewskijs Werk wachrufen oder an Episoden aus seinem Leben erinnern...
    (innerer Klappentext)

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    Ich bin ein großer Fan der russischen Klassiker und allen voran von Dostojewskij. Daher war es für mich fast schon ein Muss zu diesem Buch zu greifen.
    Der Autor J.M. Coetzee selbst, obwohl Literaturnobelpreisträgre, war mir bis dahin gänzlich unbekannt.
    Nach dieser Lektüre wage ich es jedoch zu bezweifeln mich nochmals für ein Buch von ihm zu entscheiden.
    Ich erwartete anspruchsvolle Literatur und anspruchsvoll war dieser Roman auch, jedoch eher für meine Nerven.

    Die Handlung selbst wird im Großen und Ganzen schon im Klappentext beschrieben und mehr passiert auch nicht. Wobei dieses Manko eher dem Verlag zuzuschreiben ist - zu viel Information für dieses 255 Seiten Büchlein.
    Der Autor selbst schafft es anfangs einfach nicht in die Gänge zu kommen und die Handlung scheint bereits auf den ersten Seiten festzustecken.
    Der Grund - unsinnige und ohne Zusammenhang wirkende geistigen Ergüsse seitens Coetzee, die da z.B. wären:

             "Er stellt sich vor, er kehrte zurück ins Ei - oder zumindest
               in etwas Glattes, Kühles, Graues. Vielleicht ist es nicht
               nur ein Ei, vielleicht ist es die Seele, vielleicht sieht die
               Seele aus wie ein Ei."

    Solche "Metaphern", die irgendwie aus dem Nichts entstehen, unterbrechen anfangs immerzu die Handlung.
    Man benötigt als Leser also einen Batzen Geduld, bis die Handlung endlich Gestalt annimmt und sich einem ein Portrait des russischen Schriftstellers entfaltet.
    Denn obwohl dieser Roman nur eine literarische Fiktion aus der Feder J.M. Coetzees ist (Dostojewskij kehrte erst 1871 von seiner Europareise nach Petersburg zurück und nicht bereits 1869. / Es wurde nicht Dostojewskijs Sohn Pawel ermordet, sondern ein russ. Student der dieser Naroduaja Rasprawa angehörte), weist er doch viele Parallelen bezüglich Dostojewskijs auf.
    Dadurch entsteht ein Psychogramm des ständig getriebenen, komplizierten und an Epilepsie leidenden Schriftstellers mit Annäherung an dessen Werk "Dämonen"
    Diese innere Zerrissenheit, dieses Wurzellose und die Prodromalphase eines Epilepsieanfalls, werden von Coetzee mit all seinen Facetten eingefangen und wiedergegeben. Dadurch erhält der Leser in gewisser Weise Einblick in Dostojewskijs Gefühlswelt und es wird verständlich, weshalb manche Werke einen wahnhaften Touch aufweisen.

    Vom psychologischem Standpunkt aus betrachtet Top!
    Vom Schriftstellerischem her eher mäßig.
    Denn J.M. Coetzee schafft es manchmal nicht Handlungen vollständig zu Ende zu bringen, springt von einer Handlung zur nächsten und schweift zusätzlich in irgendwelche fleischlichen und sexuellen Szenarien ab, welche so gar nicht zum Rest passen wollen.

    Bsp.: Im ersten Moment trauert Dostojweskij herzzereißend um seinen Sohn. Im nächsten Absatz überkommt es ihn wie aus dem Nichts und er macht sich an die Wirtin ran, welche sich jedoch ziert und sagt "Nicht jetzt!". Er schien sich mit der Abfuhr abgefunden zu haben und plötzlich tummeln sich die Beiden doch in den Lacken.
    Wie die Beiden auf einmal im Bett landen konnten bleibt ein Rätsel.

    Diese Handlungen bringt er aber zumindest immer zu Ende und beschreibt diese auch ausführlich.

    Diese Sprunghaftigkeit durchzieht den Roman leider mit Konsequenz.
    Zusätzlich kommt es häufig zu Längen, welche so überhaupt nicht enden wollen und die ebenfalls an des Lesers Nerven zerren.
    Des Weiteren scheint der Autor das Prinzip des inneren Monologes nicht ganz verstanden zu haben.
    Manchmal spricht Dostojewskij zu seinem Gegenüber, verfällt dann in einen inneren Monolog, um dann einfach, als hätte er dies Alles zu seinem Gegenüber gesagt, weiterzusprechen.
    Die Gesprächspartner scheinen alle Hellseher zu sein, da sie auf diesen inneren Monolog sehr wohl eingehen.
    Zudem kommt es vor, dass die Protagonisten ständig ihre Meinung und ihren Standpunkt ändern. Daher drehen sich manche Dialoge regelrecht im Kreis.

    Fazit:
    Manchmal war ich angetan von der Handlung und dem tiefen Einblick in eine ruhelose Seele. Doch dies wurde immerzu von den oben genannten Mankos unterbrochen und somit quälte ich mich teilweise durch diese 255 Seiten.
    Ich für meinen Teil werde wohl in Zukunft nicht mehr so schnell ein Buch von J.M. Coetzee lesen und bleibe lieber den dicken Schicken von Dostojewskij, Tolstoi und Co treu, welche sich trotz der oft 1000 Seiten lange nicht so ziehen wie dieses dünne Büchlein.
  12. Cover des Buches Schlaf (ISBN: 9783832161361)
    Haruki Murakami

    Schlaf

     (215)
    Aktuelle Rezension von: Filo_Sothmann

    Der weibliche Hauptcharakter (verheiratete, 1 Sohn im Grundschulalter) kann nicht mehr schlafen. Die Zeit, die sie durch die Schlaflosigkeit dazugewinnt, nutzt sie, um Dinge zu tun, die sie liebt, aber aus verschiedenen Gründen aufgegeben hat (z.B. Bücher lesen, Schokolade essen). Ihre Wahrnehmung ihres Lebens und ihrer Umgebung (Familie) verändert sich im Verlauf der Geschichte, was sehr gut nachvollziehbar beschrieben ist.

    Besonders gut gefallen hat mir, die präzise Beschreibung des (Innen-)Lebens und die streckenweise Verschmelzung von Realität und Surrealem. Ich bin mir bei manchen Szenen nach wie vor nicht sicher, ob die Protagonistin wirklich wach war und diese erlebt oder geträumt hat. Ich habe das Buch mehrfach in verschiedenen Lebensphasen gelesen und habe jeweils neue Aspekte an der Geschichte entdeckt. Das macht es für mich zu einem besonders lesenswerten Buch.
    Empfehlen kann ich es jedem, der Bücher auch genießen kann, wenn diese nicht nur positiv sind, der gerne über Geschichten nachgrübelt und für den es nicht störend ist, wenn nicht alles an einer Geschichte eindeutig aufgelöst wird.

  13. Cover des Buches Der Spieler (ISBN: B00ANU7HD0)
    Fjodor M. Dostojewski

    Der Spieler

     (36)
    Aktuelle Rezension von: lesemaus
    In Roulettenburg treffen Menschen aufeinander, die Geld- und Liebesprobleme haben. Aber auch gleichzeitig mit Menschen spielen.

    Jeder aus der Geschichte versucht mit dem Spielen viel Geld zu machen, was in den meisten Fällen nicht geschah. Eines Tages trifft die Nachricht ein, dass die Erbtante vom General das Zeitliche gesegnet hat, aber dies ist nicht der Fall. Denn einige Tage später trifft sie putzmunter und voller Energie in Roulettenburg ein. Und gemeinsam mit Aleksej Iwanowitsch, der der Hauslehrer vom General ist, spielt und gewinnt sie im Casino viel Geld. Aleksej liebt Polina unsterblich und macht alles um ihre Liebe zu gewinnen, sie aber nutzt ihn nur aus. Wie die einzelnen Geschichten der Beteiligten ausgeht, verrät das Buch.

    Mir hat das Buch nicht viel mitgeben können, so dass ich sehr enttäuscht das Buch beendet habe. Mich hat auch der Schreibstil nicht überzeugend können, so dass ich dieses Buch leider nicht weiterempfehlen kann.
  14. Cover des Buches Wie ich einmal ohne Dich leben soll, mag ich mir nicht vorstellen (ISBN: 9783492242660)
    Ursula Ludz

    Wie ich einmal ohne Dich leben soll, mag ich mir nicht vorstellen

     (21)
    Aktuelle Rezension von: Cornelia_Ruoff

    WIE ICH EINMAL OHNE DICH LEBEN SOLL, MAG ICH MIR NICHT VORSTELLEN“ VON HANNAH ARENDT

    1. KLAPPENTEXT

    Freundschaft, so Arendt in ihrem Denktagebuch, gehört zu den »tätigen Modi des Lebendigseins«, und Briefe sind deren herausragende Zeugnisse. Dieser Band versammelt weitgehend unveröffentlichte Briefwechsel der politischen Philosophin mit ihren langjährigen Freundinnen Charlotte Beradt, Rose Feitelson, Hilde Fränkel, Anne Weil-Mendelsohn und Helen Wolff. Neben den gemeinsamen Projekten prägte die Freundschaften auch, dass alle Frauen die Wirklichkeiten von Emigration und Immigration kannten. Die Briefwechsel führen mitten hinein in Arendts Gedanken- und Arbeitswelt, sie erzählen Privates und Alltägliches aus fünf sehr unterschiedlichen, intensiv gelebten Freundschaften.

    2. ZUR PERSON HANNAH ARENDT


    1924 lernte Hannah Arendt in Marburg Martin Heidegger kennen. Sie hatte ein Verhältnis mit den 16 Jahre älteren Familienvater. 1926 wechselte sich nach Freiburg zu Edmund Husserl und dann nach Heidelberg zu Karl Jaspers. Bei ihm promovierte sie über den „Liebesbegriff bei Augustin“. Auch Hans Jonas arbeitete dort über Augustinus.

    Hannah Arendt heiratete Günther Stern bzw. Anders (Die Antiquiertheit des Menschen). Das Ehepaar flüchtete 33 nach Berlin. Dort wurde Hanne Arendt durch die Gestapo festgenommen und acht Tage inhaftiert. Heidegger trat im gleichen Jahr der NSDAP bei. Hannah Arendt erlebte somit selbst die „Entfremdung von Feinden“. Sie emigrierte ohne Papiere nach Paris. 1937 ließ sich das Ehepaar Arendt/Stern scheiden.

    1937 wurde ihr die deutsche Staatsangehörigkeit aberkannt. In Paris war sie Teil der Gruppe (Walter Benjamin, Erich Cohn-Bendit und Kurt Heidenreich und weitere) um Heinrich Blücher, ihren früheren Kommilitonen, den sie 1940 heiratete.

    Im gleichen Jahr wurde das Ehepaar zusammen mit anderen interniert. Sie galten als feindlichen Ausländer. „Freunde internieren dich, Feinde schicken dich ins Konzentrationslager“.

    Sie konnten flüchten und reisten über Lissabon aus. Walter Benjamin tötete sich selbst. In New York fand das Ehepaar eine Heimat. Hannah Arendt betrachtete sich selbst als „Amerikanerin“.

    Eine wichtige Rolle fand sie als als Reporterin der Zeitschrift „The New Yorker“ in Israel beim Eichmann Prozess. Daraus gingen Reportagen und auch eines ihrer bekanntesten und bis heute umstrittesten Werke „Die Banalität des Bösen“ hervor Sie polarisierte. Dies und ihre Darstellung der Rolle der Judenräte eckte vor allem in Israel außerordentlich an. Langjährige Freunde wie Blumenfeld wandten sich von ihr ab. Ich empfehle hierzu den Film „Hannah Arendt“ von Margaretha Trotta mit Barbara Sukova.
    Der interessierte Leser entdeckt in diesem Film auch Charlotte Beradt und lernt ein wenig vom „Mythos Hannah Arendt“ kennen. Das Buch zum Film findest du auch bei Piper, sowie zahlreiche weitere Bücher zum Thema oder von Hannah Arendt 

    3. ZUM INHALT

    Ich habe Hannah Arendts Leben im vorigen Punkt zusammengefasst, weil es mir wichtig erscheint, was in ihrem Umfeld geschah, wo sie war, welche Erfahrung sie gemacht hat und in welcher Gefahr sie schwebte. Sie lebte viele Jahre damit, verfolgt zu werden, verlor Freunde an das System. Nur so kann man ermessen, welche Bedeutung „Freundschaft“ für Hannah Arendt hat. Nachzulesen in ihrem „Denktagebuch“.

    Die Herausgeberinnen Ingeborg Nordmann und Ursula Lutz editierten die Briefen hervorragend und immer unter Arendts Begriff der Freundschaft. Namen wie Karl Jaspers, Martin Heidegger oder Blumenfeld kennt der Leser im Zusammenhang zu Hannah Arendt. Die Absenderinnen der hier veröffentlichten Briefe sind weniger bekannt. Deswegen gefallen mir die kurzen Biografien der Damen zur Einführung. Es sind private Briefe.

    Die Briefe sind von unterschiedlichen Freundinnen, die mit ihr gemeinsam den Status der „Verfolgten“ hatten.

    Ich war enttäuscht, dass es sich nur bei Hilde Fränkel um einen Briefverkehr handelt, bei den anderen sehen wir die Briefe der Freundinnen, aber wenig von Hannah Arendt. Dennoch zeigen die Briefe, in in welchem Verhältnis Hannah Arendt zu ihnen stand. Allerdings sagen die Briefe weniger über Hannah Arendt aus als über die Zeit, das Leben in dieser Zeit und über die Freundinnen.

    5/5 Punkten

    4. BRIEFE VON

    Rose Feitelson (Briefe 1952 bis 1963) und Helen Wolff Briefe 1954. Der nachfolgende Briefverkehr, wenn auch einseitig, ist wirklich sehr intim, besonders die Briefe von oder an Hilde Fränkel haben mich sehr berührt und ich fühlte mich als unerwünschter Lauscher.

    ANNE WEIL (BRIEFE 1945 BIS 1975)

    160 Seiten an Briefen. Anne Weil ist die Jugendfreundin aus Königsberger Zeiten. Arendt bezeichnet ihre Beziehung zu Anne sei „wie ein warmes Tuch über den Schultern“. Es war eine sichere beständige Freundschaft ohne Risiken.

    HILDE FRÄNKEL (BRIEFE 1949 BIS 1950)

    Hilde Fränkel bekämpft zu dieser Zeit mit Tapferkeit ihre Krebserkrankung.
    Der Ton ist der völlige Gegensatz zu Anne Weil:
    Die Briefe von Hilde Fränkel sind voll stürmischer Gefühle.

    Fränkel zu Arendt: „Du bist der einzige Mensch in meinem Leben, zu dem ich voll und ganz ja sage. Entweder fehlt das Menschliche oder das Geistige Du hast alles in vollstem Maße.“

    Arendt antwortet: „Wie ich einmal ohne dich Leben soll, mag ich mir nicht vorstellen“.

    Man braucht nicht viel Vorstellungsvermögen, um die Tiefe dieser Freundschaft zu empfinden. Das ist Liebe.

    Aber wie gesagt, genau bei diesen Briefen kam ich mir, wie ein Voyeur vor.

    CHARLOTTE BERADT (BRIEFE 1955 BIS 1976)

    Charlotte Beradt hatte mit Heinrich Blücher, Arendts zweitem Ehemann, schon vor ihrer Freundschaft mit Hannah Arendt, ein Liebesverhältnis. Dies weitete sich zeitweise in eine „Menage a trois“ aus. Charlotte war die, die Blücher und Arendt ein Gefühl von Geborgenheit und Heimat gab. Sie sorgte für beide.

    5/5 Punkten

    5. COVER UND ÄUSSERE ERSCHEINUN

    „Wie ich einmal ohne Dich leben soll, mag ich mir nicht vorstellen“ von Hannah Arendt, herausgegeben von Ursula Ludz und Ingeborg Nordmann hat 688 Seiten, einen festen Einband und ist am 01.12.2017 unter der ISBN 978-3-492-97837-8 bei Piper unter dem Genre Biografien erschienen und kostet 28,99 €.

    Das Cover ist ein sehr apartes Foto der jungen Hannah Arend. In Interview aus den 60er oder 70er Jahren wirkt sie auf mich um einiges härter.
    Die editorischen Notizen am Schluss des Buches und die Einführungen zu den unterschiedlichen „Briefwechseln“ gefallen mir gut. Man erfährt einige Eckdaten der Brieffreundinnen und erkennt die Gemeinsamkeiten oder auch Unterschiede, das erleichtert das Verständnis.

    5/5 Punkten

    6. FAZIT

    Die Briefe sind Zeitdokumente einer Zeit vor meiner Geburt. Die Briefe waren für mich Farbklekse auf eine Tabula rasa, einer leeren Tafel, deren Gesamtheit ein dunkles Abbild dieser Zeit mit kleinen strahlenden Punkten, die den Mut und die Tapferkeit im Alltag der Emigration und Immigration der Frauen darstellen.

    Ich möchte betonen, dass diese Rezension keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit hat. Hannah Arendt hätte noch viele weitere Seiten Ausführung verdient, aber das würde den Rahmen sprengen. Deswegen dieser kleine Ausflug in „Hannah Arendts Welt“.

    @netgalley und Piper
    Vielen Dank für dieses bemerkenswerte Rezensionsexemplar! Die Briefe sind wahrlich Zeitzeugen!

    Ich vergebe insgesamt 5/5 Punkten.

     

    Connie’s Schreibblogg https://schreibblogg.de

  15. Cover des Buches Die Dämonen (ISBN: 9783746638997)
    Fjodor M. Dostojewski

    Die Dämonen

     (81)
    Aktuelle Rezension von: the_eastern_front

    Nach "Schuld und Sühne" ist es das zweite Buch, welches ich jemals von Dostojewski gelesen habe ... und ich muss sagen, ich kann mich nicht entscheiden on ich es lieben oder hassen soll. 

    Ich habe selten ein Buch gelesen in dem so viele unterschiedliche Charaktere aufeinander treffen. Manche von ihnen habe ich innig geliebt wie z.B. Nikolai Stawrogin mit seiner unglaublich vielschichtigen Art und seinen tausend Facetten, andere Charaktere wie der wehleidige, ewig jammernde Stepan Trofimowitsch haben mich schier verzweifeln lassen und mir den letzten Nerv geraubt. Mit manchen habe ich ein tiefes Mitgefühl empfunden (Marija Lebjadkina) und über die Denk- und Sichtweisen einiger (Kirillow) musste ich ernsthaft nachdenken.

    Wer sich ein wenig mit der Geschichte Russlands befasst hat, dem ist nach wenigen Seiten klar, dass dieses Buch ein perfektes Abziehbild der damaligen gesellschaftlichen, politischen und sozialen Situation ist. Intrigen, Politik, Macht, Religion, Liebe ... von A bis Z ist alles geboten und wahrscheinlich hätte man diesen Roman noch endlos fortsetzen können ohne wirklich zum Ende zu kommen.

    Nichtsdestotrotz hatte ich bei diesem Buch das Gefühl, dass die Schilderung der Handlung an einigen Stellen unnötig aufgebläht und in die Länge gezogen war. Für dieses Stück Weltliteratur braucht man definitiv einen langen Atem und darf vor langwierigen Diskussionen über Gott und Mütterchen Russland nicht zurückschrecken. 

    Ich kann jedoch nicht behaupten, dass ich bereue es gelesen zu haben ... jede einzelne, liebevoll gestaltete Figur in diesem Buch ist es wert, dass man sie kennenlernt. Für jeden Leser, der mit den Klassikern der Weltliteratur etwas anfangen kann, bietet dieses Buch definitiv einen Mehrwert.


  16. Cover des Buches Sämtliche Werke, 10 Bde. (ISBN: 9783492242608)
  17. Cover des Buches Schuld und Sühne (ISBN: 9783862317288)
    Fjodor M. Dostojewski

    Schuld und Sühne

     (17)
    Aktuelle Rezension von: Soeren

    Rodion Romanowitsch Raskolnikow ist ein ehemaliger Jura-Student, der inzwischen völlig verarmt und ziellos im St. Petersburg der 1860er Jahre lebt. Aus Geldnot und weil sie ohnehin ein schlechter Mensch ist, beschließt er, die Inhaberin einer Pfandleihe zu töten. Der Plan ist leicht gehegt und auch relativ einfach umgesetzt. Raskolnikow tötet sogar nicht nur die Inhaberin, sondern auch deren Schwester. Danach allerdings plagt ihn zunehmend ein schlechtes Gewissen, bis er es nicht mehr aushält.
    Die Handlung des Romans ist trotz Subplot relativ überschaubar. Dass die Geschichte dennoch 800 Buchseiten umfasst, deutet bereits an, dass hier viel nebenher erzählt wird. Davon, dass der Roman von vielen als DER große Klassiker betrachtet wird, habe ich nicht viel gemerkt. Auch die Einordnung als psychologischer Kriminalroman würde ich so per se nicht unterschreiben, weil ein Krimi ein Mindestmaß an Spannung voraussetzt. Die gab es in der Geschichte praktisch überhaupt nicht. Bereits auf den ersten hundert Seiten quälte mich massive Langeweile, weil die Handlung praktisch nur daraus besteht, dass die Hauptfigur an verschiedene Orte geht und dort jedes Mal auf Neue seitenlange, öde Monologe erfährt. Keine Frage, die Grundidee des Buchs ist durchaus interessant, die Umsetzung allerdings … äußerst zäh und viel zu weitläufig erzählt.
    Die ungekürzte Hörbuchfassung geht rund 27 Stunden und wird Frank Arnold vorgetragen.

  18. Cover des Buches Der Traum eines lächerlichen Menschen und andere Erzählungen (ISBN: 9783458326762)
    Fjodor M. Dostojewski

    Der Traum eines lächerlichen Menschen und andere Erzählungen

     (11)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Zunächst eine Verfilmung. Ist auf russisch. Muss man aber mal gesehen haben. http://www.youtube.com/watch?v=SoVVI1fuNls&feature=player_embedded
  19. Cover des Buches Die Eleganz des Igels (ISBN: 9783869091716)
    Muriel Barbery

    Die Eleganz des Igels

     (38)
    Aktuelle Rezension von: MaFu

    Die Geschichte der Concierge Renee, die ihre Intelligenz hinter der Fassade der ruppigen Hausmeisterin verbirgt und ein geheimes Leben voller Wissen und philosophischer Überlegungen führt. Nicht immer einfach zu lesen bzw. zu hören, aber die Stimme von Katharina Thalbach passt so perfekt zu Renee, dass man glaubt, ihr gegenüber zu sitzen! Ihre Enkelin Anna Thalbach verleiht der 12jährigen Paloma ein Gesicht, die ihren Selbstmord plant. Geschichte und Hörerlebnis passen hier hervorragend zusammen!

  20. Cover des Buches Böse Geister (ISBN: 9783596907311)
  21. Cover des Buches Der Idiot. (ISBN: B002H983KG)
    FEDOR M. DOSTOJEWSKI

    Der Idiot.

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  22. Cover des Buches Die Sanfte (ISBN: 9783866475014)
    Fjodor M. Dostojewski

    Die Sanfte

     (77)
    Aktuelle Rezension von: introvert_ukht

    Hier nur ein paar Worte meinerseits, da ich das Buch gerade erst zu Ende gelesen habe,und noch nicht recht weiß was ich dazu sagen soll,was ich dazu sagen kann.

    Trotz der wenigen Seiten die dieses Buch umfasst, hat es einen nicht zu unterschätzenden, tiefgründigen Handlungsstrang, der zwar in aller Form konfus ist, und nicht gerade mit Geradlinigkeit glänzt, aber geschickt weiß den Leser zu fesseln und in seinen Bann zu ziehen, auch wenn dieser eher bedrückend, beinahe schon düster ist, und das Gefühl eines bevorstehenden Unheils -wie zuvor auch angekündigt- mitschwingt.

    Im Buch dürfen wir die Ehe eines von sich doch recht überzeugten, aber insgeheim doch innerlich gebrochenen Mannes mit Hang zu kontrollierendem Verhalten, und seiner eher jugendlichen, sanftmütigen Frau mitverfolgen, oder viel eher Revue passieren lassen. Denn das Buch beginnt im Grunde da,wo die Geschichte sein Ende nimmt. " Denken Sie sich einen Mann,der vor der Leiche seiner Frau steht,einer Selbstmörderin,die sich erst vor wenigen Stunden aus dem Fenster gestürzt hat" . Dies ist ein Satz der bereits auf der ersten Seite des Buches zu finden ist,und von vornherein einen kleinen,aber aufschlussreichen Einblick gibt,in welche Richtung dieses Buch geht,bzw dem Leser sofort zu verstehen gibt dass diese Ehe wohl kaum eine glückliche Ehe gewesen war.

    Liest man nun das Buch,wird man auch relativ schnell feststellen woran das wohl gelegen haben könnte : Unser Protagonist,der Pfandleiher und Ehemann der toten Frau , war wohl nicht das, was wir unter einem liebenden und sich sorgenden Ehemann verstehen. Was heißen soll dass er sich sehr wohl sorgte,nämlich darum,dass diese viel jüngere Frau,eigentlich Mädchen,ihre ganze,beinahe kindliche,Persönlichkeit,ihre Identität ablegen sollte,und sich ihm völlig unterordnen solle. Dieser Mann war nicht an einer Ehe im herkömmlichen Sinne interessiert,und sein Motiv war wohl kaum aufrichtig empfundene Liebe,zumindest nicht nach dem gängigen gesellschaftlichen Maßstab,jedoch könnte man ihm genauso wenig vorwerfen dass ihm das Mädchen egal gewesen wäre. In seinem beinahe schon paradoxen -oder paranoiden- Wahn,den man fast als "ein wenig" obssesiv deklarieren könnte,könnte man,insofern man denn möchte,immer wieder eine gewisse Besorgnis herauslesen und dies als eine Art "Liebe" verordnen, wenn auch nicht umbedingt einer gesunden Art der Liebe und Besorgnis.

    So muss man doch Seite für Seite lesen und feststellen dass Liebe für diesen Mann nur dann stattfinden kann,wenn das anvertraute Liebchen und ihr eigener Wille von niemand geringerem als ihm,dem Ehemann selbst,gebrochen werden,so dass am Ende nichts anderes als eine leere und "gefügige" Hülle zurückbleibt,mit der er verfügen kann wie er will.

    Das Buch ist wohl auf allen Ebenen niederschmetternd ,und zeigt ungeniert die Abgründe des menschlichen Denkens auf. Auch wenn der Protagonist mit keinem sonderlich angenehmen Charakter bekleidet ist,so kann man ihn dennoch nicht wirklich verabscheuen. Sind wir am Ende nicht alle ein wenig wie unser Protagonist ? Wollen wir Menschen denn nicht immer alles unter unserer Kontrolle haben ? Nehmen wir nicht schon mal das ein oder andere Übel,oder den ein oder anderen Nachteil eines anderen hin,um uns daraus Vorteile zu verschaffen ? Wünschen wir uns denn nicht alle einen Menschen der genauso denkt,fühlt und handelt wie wir ? Und projizieren wir nicht alle den ein oder anderen Gedanken oder das ein oder andere Verhaltensmuster  auf unseren Gegenüber ? Wann haben wir zuletzt andere manipuliert um zu bekommen was wir wollten ? Hat nicht jeder von uns schonmal seine Alltagsklamotten gegen schicke Kleidung getauscht um einen Personalchef dahingehend zu manipulieren dass er uns die ausgeschriebene Arbeitsstelle zuversichert ? Wann hast du das letzte Mal deinen Partner mit Schweigen bestraft um ihn/sie mürbe zu machen ? Sind wir denn wirklich so anders als dieser Ehemann der vor seiner suizidierten Frau steht ? 

  23. Cover des Buches Tagebuch Eines Schriftstellers: Notierte Gedanken (ISBN: 9783492242707)
    Fjodor M. Dostojewski

    Tagebuch Eines Schriftstellers: Notierte Gedanken

     (13)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Veröffentlichung 1873 erstmalig veröffentlicht in der slawophilen Zeitschrift „Der Bürger“ (deren Redakteur Dostojewski zu dieser Zeit auch gewesen ist) Ab 1875/76 dann im Selbstverlag erschienen. Inhalt Das Tagebuch eines Schriftstellers ist kein Tagebuch im eigentlichen Sinne, sondern ein Periodikum, das Dostojewskis Betrachtungen zu Politik, Geschichte und Literatur beinhaltet. Faktisch ein Ein-Mann-Periodikum. Im selbigen veröffentliche Dostojewski ausnahmslos eigene Texte. „Wie bereits früher, enthielt das Tagebuch von 1876-77, philosophische Meditationen, Feuilletons, literarische Betrachtungen, didaktische Fingerzeige, belletristische Skizzen als auch Meistererzählungen.“ Maurina; Dostojewskij S. 146 Diese Beschreibung darf man auch für das gesamte Erscheinen des Tagebuchs gelten lassen. „Allzu naiv meinte ich, daß es ein wirkliches Tagebuch sein wird. Ein wirkliches Tagebuch ist fast unmöglich; sobald man es publiziert, hat es etwas Dienstmäßiges. Es ist nicht möglich, vor Fremden zu beichten.“ Ebenda Anmerkungen 1873 Er lieferte erste Texte für das Tagebuch eines Schriftstellers in Form von Beiträgen zum "Staatsbürger", wo er zu dieser Zeit als Redakteur angestellt ist. 1876 Seine Stelle als Redakteur hat er längst gekündigt und gibt das Tagebuch eines Schriftstellers nun im Selbstverlag heraus. 1878 Er stellte seine Arbeit am Tagebuch eines Schriftstellers vorübergehend ein um sich der Arbeit an den Brüdern Karamasow zu widmen. Seine feste und belegte Absicht, das Tagebuch weiterhin zu veröffentlichen, verhinderte sein Tod. Die letzte Ausgabe erschien postum. „Bei diesem `Tagebuch` handelt es sich um ein Fortsetzungswerk, das der Autor im Selbstverlag herausgebracht hat, um mit missionarischem Furor seine streitbaren Statements über Gott und die Welt, über Europa und Asien, über die Balkan- und die Judenfrage, vor allem aber über Russlands Gegenwart und Zukunft zum Besten zu geben. Dostojewski erweist sich hier als ein zutiefst reaktionärer, fundamental europakritischer und hemmungslos chauvinistischer, dabei fraglos gottgläubiger und zarentreuer Patriot, dem kaum etwas anzumerken ist von dem `allmenschlichen` Versöhnungswillen, den er zu gleicher Zeit wortreich zu bekunden pflegte. ( . . . ) Dostojewskis Wirkungsmacht bezieht ihre staunenswerte Energie gleichermaßen aus dem Fundus seiner ebenso abgründigen wie weitreichenden Gedankenwelt, die für Leser jeglicher politischen oder ideologischen Orientierung passende `Wahrheiten` bereithält, Wahrheiten für den Alltagsgebrauch ebenso wie solche, die Ewigkeitsanspruch haben.“ Neue Züricher Zeitung Online; Vor einer konservativen Revolution? Mai 2005 Sicherlich fasst diese Beschreibung einen Großteil dieser Publikation recht zutreffend zusammen. Das Tagebuch enthält indessen ferner folgende Erzählungen: Bobok (1873) Bauer Maraj (1876) Die Sanfte (1876) Der Knabe mit dem Händchen (1876) Der kleine Knabe am Weihnachtsabend beim Herrn Jesus (1876) Traum eines lächerlichen Menschen (1877)
  24. Cover des Buches Rock Me, Dostojewski! (ISBN: 9783038486985)
    Markus Spieker

    Rock Me, Dostojewski!

     (11)
    Aktuelle Rezension von: 65_buchliebhaber

    Ich nehme es voraus, das Buch ist absolut empfehlenswert. Mit der ungewöhnlichen Art, eine Biografie mit den Werken des Schriftstellers zu verbinden, sticht es hervor. Viele Zitate aus seinen Büchern, Notizen und umfangreicher Korrespondenz unterstreichen die von den Autoren ausgewählten Aspekte. Man lernt Fjodor Michailowitsch Dostojewski von vielen Seiten kennen und wird in sein Denken hineingezogen. Sein ereignisreiches Leben, sein Privatleben und seine Ansichten, all das wird detailreich und unterhaltsam erzählt. Was sich sehr gut herauslesen lässt: er war seiner Zeit voraus. Er war eine bemerkenswerte Persönlichkeit, was die Autoren mit diesem Buch auf den Punkt bringen. Schon der Titel weckt Neugierde, denn wie das ganze Buch ist er ungewöhnlich. Der Untertitel beschreibt die Aspekte dieses Buch bestens.

    Die Gestaltung des Buches gefällt mir ausgesprochen gut. Insbesondere der Umschlag hebt sich von herkömmlichen Büchern ab. Die unterschiedlichen Schrifttypen bei Kapitelüberschriften und Text sind gelungen, ebenso die Zitate als Einschübe. Bei der Aufteilung der Kapitel gilt zwar eine chronologische Abfolge, die aber innerhalb der Abschnitte nicht ganz so streng erfolgt wird, was die Texte extrem auflockert. Die Sprache ist modern und doch angepasst. Man merkt sehr gut, dass die Autoren sich dem Schriftsteller, dem sie zum 200. Geburtstag hier ein Denkmal gebaut haben, schon lange verbunden fühlen. Dieses Buch bringt dem Leser Fjodor Michailowitsch Dostojewski menschlich und literarisch näher – ein sehr gelungenes Werk.

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