Bücher mit dem Tag "dreißiger jahre"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "dreißiger jahre" gekennzeichnet haben.

87 Bücher

  1. Cover des Buches Der Trafikant (ISBN: 9783036959092)
    Robert Seethaler

    Der Trafikant

     (409)
    Aktuelle Rezension von: YvetteH

    Die Geschichte an sich ist gar nicht so schlecht. Eine Zeit, als die Nazis immer mehr in den Fokus geraten, eine interessante Bekanntschaft mit Freud, aber der Hauptprotagonist ist so farblos und naiv...

    Meine Schwester hat mir das Buch empfohlen, aber leider überhaupt nicht meinen Geschmack getroffen. Die Story zieht sich in die Länge und ich weiß echt nicht, was viele an Seethaler so toll finden. Sein Schreibstil ist eher mäßig.

    Mein Fazit:

    Keine schlechte Story, aber viel zu viele Längen, die das Lesen beschwerlich machen. Kann man lesen, ist aber definitiv kein Muss!

  2. Cover des Buches Die Nightingale-Schwestern (ISBN: 9783404172603)
    Donna Douglas

    Die Nightingale-Schwestern

     (170)
    Aktuelle Rezension von: Daniela_Franzelin

    Ich bin etwas zwiegespalten zu diesem Buch. Einerseits ist es eine tolle Geschochte über Freundschaft, liebe und das Leben einer Krankenschwester zu früheren Zeiten. Dabei geht das ganze über verschiedene Gesellschaftsklassen.

    Die Idee ist also schon mal sehr nett und auch spannend. Leider wird es nicht so spannend rübergebracht. Der Erzählstil ist auch gut - nur gibt es viele Lücken und Zeitsprünge, die den Roman etwas oberflächlich machen. In vielen Momenten hätte man meiner Meinung nach tiefer und ausführlicher berichten können. Das hat mir das Lesevergnügen etwas geschmälert.

    Insbesondere scheint mir diese Fehlende Tiefe durch die wechselnden Perspektiven erklärbar zu sein. Es wird aus der Sicht verschiedener Schwestern berichtet. Aber bede erlebt etwas ganz anderes als die anderen - also bleibt es für mich eher zusammenhangslos.

    Trotzdem fi.de ich die Idee gut und die Schwestern sympathisch. Auch wenn es nicht soo spannend ist und eher oberflächlich bleibt, werde ich dem zweiten Teil eine Chance geben, und hoffen, dass er etwas mehr in die Tiefe geht.

  3. Cover des Buches Goldstein (ISBN: 9783462043235)
    Volker Kutscher

    Goldstein

     (177)
    Aktuelle Rezension von: Physsie

    Wie bei den ersten beiden Fällen von Gereon Rath, gelingt es Volker Kutscher auch dieses Mal wieder, einen sehr spannenden und atmosphärischen Krimi zu schreiben. Ich wurde sofort ins Berlin der 30er Jahre eingesogen und sah förmlich die Leute entsprechend der damaligen Mode gekleidet vor mir, genauso wie die Häuserfasaden und Automobile. Ich hatte sogar den Eindruck, die Gerüche und Geräusche wahrzunehmen. Das Buch hat mich vom ersten Wort an gefesselt.

    Die Handlung besteht aus zwei Strängen. Gereon Rath wird auf Goldstein, einen amerikanischen Gangster, der in Berlin zu Besuch ist, angesetzt, um ihm die Möglichkeit zu nehmen, ein Verbrechen zu verüben. Alexandra ist an einem Einbruch ins KaDeWe beteiligt, bei dem ihr Komplize Benny stirbt. Beim Versuch das Diebesgut zu verkaufen, nimmt das Geschehen seinen Lauf. Kutscher gelingt es vortrefflich, diese beiden Handlungen spannend aufzubauen und natürlich Letztenendes zu einer fesselnden Geschichte zu verweben. Dabei kommen auch Einblicke in das Privatleben von Gereon Rath nicht zu kurz. Den Rahmen des Ganzen bildet die sehr gut recherchierte Darstellung der Zu- und Umstände der Nazizeit in Deutschland, in die der Fall gekonnt eingebettet ist.

    Ich kann das Buch nur empfehlen!

  4. Cover des Buches Adams Erbe (ISBN: 9783257242218)
    Astrid Rosenfeld

    Adams Erbe

     (227)
    Aktuelle Rezension von: EmmaZecka
    Adams Erbe wurde im Diogenes Verlag veröffentlicht. Die Bücher aus dem Hause Diogenes erkennt man meist aufgrund der Gestaltung des Covers. Hier ist der Titel des Buches meist in Schriftart Times und kursiv dargestellt. Dann gibt es immer noch ein kleines Bild, das zur Geschichte passt. Allerdings muss ich gestehen, dass mir der Titel meist mehr auffällt, als das Bild, das über dem Namen des Autoren steht.

    Etwas ungewöhnlich bei den Bücher aus dem Diogenes Verlag ist, dass die Geschichte nicht in Kapitel unterteilt wird. In Adams Erbe haben wir zwar zwei Teile, allerdings sind die beiden Teile als Fließtext gestaltet. Anfangs verwirrte mich das etwas, allerdings gewöhnte ich mich dann doch schnell daran.

    Inhaltlich erzählt Astrid Rosenfeld hier zwei Handlungsstränge: Wir sind in der Gegenwart und begegnen dem Jungen Edward, der mit seiner Mutter bei den Großeltern lebt. Edward ist dem Bruder seines Großvaters wie aus dem Gesicht geschnitten. Adam ist das schwarze Schaf der Familie. Er hat seine Familie im Dritten Reich verlassen, um sich alleine durchzuschlagen. Das glauben zumindest alle. Eines Tages fällt Edward ein Buch mit dem Titel Adams Erbe in die Hände. Schnell stellt sich heraus, dass Adam hier seine Geschichte erzählt.

    Astrid Rosenfeld erzählt die eine Hälfte der Geschichte aus der Sicht von Edward und in der anderen Hälfte lernen wir Adam kennen. Das Spannende hier ist, dass beide Männer ziemlich viel miteinander gemeinsam haben. Sie wissen nicht so recht, wo ihr Platz auf der Welt ist und gehören daher zu den Überlebenskünstlern. Astrid Rosenfeld hat die Gemeinsamkeiten dieser beiden Männer sehr gut herausgearbeitet.

    Astrid Rosenfeld hat mich mit ihrem Schreibstil fasziniert. Beide Handlungsstränge werden aus der Ich-Perspektive erzählt. Das Tolle war, dass der Erzählstil in diesem Fall überhaupt nicht verwirrte. Allerdings fragte ich mich dennoch, ob der Erzählstil mit dazu beigetragen hat, dass sich beide Männer so ähnlich waren.

    Was mich am meisten an Astrid Rosenfelds Schreibstil beeindruckte waren zum einen ihre sprachliche Bilder und die Tatsache, dass sie es schafft, schreckliche Dinge, sprachlich schwächer wirken zu lassen, ohne diese Dinge zu verharmlosen oder zu verdrängen. Beide Männer erleben Situationen, die wahrscheinlich niemand erleben möchte. Aber dennoch scheinen sie nicht daran zu zerbrechen.

    Gesamteindruck
    Ich war mir nicht sicher, was mich bei Adams Erbe erwartete. Deswegen hatte ich auch keine bestimmte Erwartung an die Geschichte, was ziemlich gut war, weil ich mich so von Adams Erbe überraschen lassen konnte. Tatsächlich hätte ich nicht mit der Geschichte gerechnet, die mir hier geboten wurde. Adams Erbe erzählt die Biografien zwei fiktiver Charaktere, die zum Nachdenken anregt.
  5. Cover des Buches Die Galerie am Potsdamer Platz (ISBN: 9783959674096)
    Alexandra Cedrino

    Die Galerie am Potsdamer Platz

     (93)
    Aktuelle Rezension von: lese_sternchen

    „Die Galerie am Potsdamer Platz“ ist das Debüt von Alexandra Cedrino und der Auftakt einer Trilogie.

    Das Buches spielt in Berlin um 1930 und gibt gute Einblicke in die Kunstszene und die Arbeit in der Galerie.

    Alexandra Cedrino entstammt aus der Kunsthändlerfamilie Gurlitt und das merkt man diesem Buch auch an. 

    Die schillernde Berliner Szene ist gut und glaubwürdig recherchiert.

    Der Schreibstil war nicht so mein Fall und mit der Hauptprotagonistin Alice wurde ich bis zum Ende nicht richtig warm.

    Erst am Ende wurde die Geschichte spannend, am Anfang plätscherte sie allerdings etwas vor sich hin. 

    Meine Erwartungen waren wohl zu hoch, so dass ich nicht ganz überzeugt bin.

    Das Buch ist durchaus  unterhaltsam, aber es ist noch Luft nach oben.

  6. Cover des Buches Zu zweit tut das Herz nur halb so weh (ISBN: 9783492302388)
    Julie Kibler

    Zu zweit tut das Herz nur halb so weh

     (143)
    Aktuelle Rezension von: rose7474

    Der Roman gefiel mir recht gut und konnte mich gleich in seinen Bann ziehen. Jedoch waren mir die Schicksalsschläge etwas zu viel. Daher gebe ich 4 Sterne. Hier wäre weniger mehr gewesen. 

  7. Cover des Buches Kind aller Länder (ISBN: 9783462048971)
    Irmgard Keun

    Kind aller Länder

     (30)
    Aktuelle Rezension von: Alais
    Kully und ihre Eltern ziehen, wie viele auf der Flucht vor den Nazis, quer durch Europa, von Land zu Land, von Hotel zu Hotel. Leisten können sie sich diese lange Reise und die Hotelaufenthalte eigentlich nicht, denn Kullys Vater verdient als Schriftsteller nur sehr wenig und Sparsamkeit ist leider auch nicht gerade seine Stärke, ebenso wenig wie Treue. Immer wieder müssen Mutter und Tochter auf ihn warten und hoffen, dass es ihm gelungen ist, Geld aufzutreiben, während sie beginnen, sich vor dem Hotelpersonal und Fragen nach der Bezahlung der Rechnung zu fürchten.
    Die Bedrohung, die Geldnot, die Unzuverlässigkeit des Vaters - diese Geschichte könnte voller Tragik und Bitterkeit sein, doch Irmgard Keun erzählt sie sehr überzeugend voller Herzenswärme und hinreißend komisch aus der Sicht des Kindes. Dabei wird nichts beschönigt, Kully ist zwar manchmal herrlich naiv, beweist aber mindestens genauso oft, dass sie auch einen scharfen Blick haben kann - "Nirgends wird man ja von Menschen lange geliebt und ertragen, wenn es einem schlechtgeht" lautet beispielsweise ein Satz auf der letzten Seite.
    So ist es ein hoffnungvolles Buch, das Mut macht und daran erinnert, was wirklich wichtig ist im Leben und helfen kann, schlimme Zeiten zu überstehen: die Liebe ...
  8. Cover des Buches Früchte des Zorns (ISBN: 9783552051911)
    John Steinbeck

    Früchte des Zorns

     (150)
    Aktuelle Rezension von: Tano

    Leider gibt es dieses Buch.
    Und, Gott sei Dank.

    John Steinbeck greift die Zustände der Landarbeiter im frühen letzten Jahrhundert auf.

    Nicht nur aus Recherchen, sondern aus eigenem Erleben.

    Leider gibt es immer noch, oder schon wieder solche Arbeitssklaven, die nur ein Auskommen für ihre Familien und sich suchen und übervorteilt werden.

    Und es gibt sie auch in Deutschland. Hier nennen sie sich nur Werksvertragsarbeiter.

  9. Cover des Buches Lunapark (ISBN: 9783462051612)
    Volker Kutscher

    Lunapark

     (64)
    Aktuelle Rezension von: reisemalki

    Gereons langjähriger Kollege und Freund, Reinhold Gräf, hat im Nazi-Deutschland die Fronten gewechselt und ist nun bei der Geheimen Staatspolizei unterwegs. Trotzdem geraten die beiden bei den Ermittlungen zu einem Mord an einem SA-Mann wieder zusammen und ermitteln. Gräf in die politisch korrekte Richtung (es waren die Kommunisten) und Rath ermittelt wie immer in seine eigene Richtung. Sehr zum Leidwesen von Gräf und auch Raths Dienstvorgesetztem, dem "Buddha" Gennat. 

    Für mich persönlich zusammengefasst, konnte man es mit jeder Zeile genießen, wie einerseits Gräf es genoß, als Gestapo Mann, seinen ehemaligen Chef zu gängeln und wie immer herrlich, mit welchen Finten es Rath versteht, genau dies zu umgehen. Wie immer bringt einem Volker Kutscher das Berlin der 30iger Jahre lebendig vor dem inneren Auge des Lesers wieder. Doch es ist nicht mehr die Leichtigkeit der 20iger Jahre, sondern die Gradlinigkeit und auch Ungerechtigkeit, welche die Nazis mit sich bringen - wer nicht mit ihnen ist, ist gegen sie. Um so herrlicher, der schnodderiche Deutsche Gruß mit einem genuschelten Hei'tler, welches RAth immer wieder von sich gibt um ja nicht linientreu und angepasst zu gelten. Das wäre ja noch schöner! So auch herrlich zu lesen, wie Rath seine eigene Rolle in der Ermittlungsgruppe "Wolf" verfolgt und dabei wie immer den richtigen Riecher zeigt. Für Rath Fans sowieso ein Leseschmaus, für mich war er das auf alle Fälle!

  10. Cover des Buches Eine Frage der Höflichkeit (ISBN: 9783548288222)
    Amor Towles

    Eine Frage der Höflichkeit

     (92)
    Aktuelle Rezension von: Viv29
    Amor Towles' "Ein Gentleman in Moskau" ist eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe und so wollte ich nun auch sein Erstlingswerk kennenlernen. Dieses fand ich leider ausgesprochen enttäuschend.

    Zu Beginn wird recht gut Spannung aufgebaut. Auf einer Fotoausstellung in den 1960ern entdeckt die Hauptperson Kate zwei Fotos eines Mannes aus ihrer Vergangenheit, Tinker, der offensichtlich im Zeitraum zwischen den Fotos einen sozialen Abstieg mitgemacht hat. Wir begleiten Kate auf einen Rückblick in das Jahr 1938, das Buch berichtet über ihre Erlebnisse des gesamten Jahres. Dies geschieht leider ausgesprochen detailreich und ereignisarm. Durch "Ein Gentleman in Moskau" wußte ich bereits, daß Amor Towles zum ruhigen Erzählen neigt, sich dem Atmosphärischen, den Charakterstudien mehr widmet als einer aufregenden Geschichte. Da er dies im "Gentleman" so ausgesprochen gut gemacht hat, habe ich mir Ähnliches auch hier erwartet - leider vergeblich.

    Zu Anfang gelingt es ihm noch recht gut, die New Yorker Welt Kates zu schildern. Sie wohnt in einer Pension, teilt ein Zimmer mit Eve, um Geld zu sparen. Das Geld ist generell knapp, die jungen Frauen in der Pension leihen sich gegenseitig Kleider, kalkulieren genau, in welchen Zeitabständen sie sich abends Drinks bestellen können, um mit der mageren Barschaft durch den Abend zu kommen. Eve, bildschön, eigensinnig und auch egoistisch, dem angenehmen Leben nicht abgeneigt, wird bildhaft charakterisiert, man kann sie sich gut vorstellen. Als die beiden jungen Frauen dann Tinker treffen, wird auch er mit wenigen treffenden Worten ausgezeichnet charakterisiert. Damit endet es aber leider auch schon - alle weiteren Charaktere bleiben blaß, unausgegoren, austauschbar. Dies beinhaltet seltsamerweise auch den Hauptcharakter Kate, die hier als Ich-Erzählerin fungiert. Ab und an blitzt bei ihr ein herrlich trockener Humor hervor, sonst aber erfährt man wenig über sie. Sie kann schnell tippen, liest gerne Klassiker, neigt manchmal zur Schroffheit - das war es dann letztlich. Sie wirkt nicht interessant, sondern eher langweilig. Das machte für mich dann auch einen Großteil des Buches nicht nachvollziehbar, denn seltsamerweise scheinen alle Menschen, die Kate begegnen, von ihr umgehend fasziniert zu sein. Problemlos wird sie in die eigentlich für Außenstehende nicht unbedingt offene Welt der Manhattener High Society aufgenommen. Jemand empfiehlt sie für eine anspruchsvolle Arbeitsstelle, ohne daß sie die nötige Erfahrung besitzt, jemand anderer vererbt ihr etwas, die Männer liegen ihr zu Füßen, Fremde starren sie in einem Restaurant an und suchen den Kontakt zu ihr. Das wirkt angesichts von Kates sprödem, etwas faden Charakter unglaubwürdig. Viele von diesen substanzlos rasch enstandenen Freundschaften und Bekanntschaften verschwinden dann kommentarlos wieder und man fragt sich, was hier überhaupt der Sinn war.

    Auch das Atmosphärische läßt leider schnell nach. Zu Beginn wirkt der Einblick in das Manhattan der 30er Jahre noch abwechslungsreich, aber irgendwann haben wir die schäbigen Kneipen und Diners zur Genüge beschrieben bekommen, ebenso wie die schicken Apartmentgebäude, exklusiven Clubs und Bars. Die Geschichte um Kate und Tinker findet letztlich fast nur im ersten und letzten Viertel des Buches statt. Dazwischen lesen wir einen Barbesuch nach dem anderen, eine Party nach der anderen und insbesondere: eine detaillierte belanglose Unterhaltung nach der anderen. Die Unterhaltungen sind von entsetzlicher Langweiligkeit und bei den meisten Szenen habe ich mich gefragt, warum diese überhaupt im Buch ist und warum sie zudem noch so detailliert beschrieben wurde. Dauernd denkt man beim Lesen, daß sicher gleich etwas Bedeutendes passiert, aber das tut es fast nie.

    So bleibt also letztlich alles blaß und unentschlossen. Die von George Washington aufgezeichneten Regeln der Höflichkeit, nach denen das Buch benannt ist und die im Buch häufiger erwähnt werden, spielen letztlich für die Geschichte auch kaum eine Rolle. Warum der Autor sie für sein Buch als Aufhänger nimmt, erschließt sich beim Lesen nicht. Am Ende frage ich mich, was der Autor mit diesem Buch eigentlich erreichen, sagen wollte. Die Geschichte um Kate und Tinker ist nicht uninteressant, aber auch nicht mitreißend. Sie hätte in 50 Seiten erzählt werden können. Als Gesellschaftsroman kann man das Buch auch nicht sehen, dafür bleiben Charaktere und Umfeld zu vage. Eine Art Entwicklungsroman könnte es sein, aber dafür sind Kates Erfahrungen zu unglaubwürdig und zu wenig nachvollziehbar. Mädchen einfacher Herkunft ohne sonderliche charakterliche Vorzüge gelingt es, diverse Mitglieder der New Yorker Society auf den ersten Blick um den Finger zu wickeln....das ist als Geschichte einfach nicht überzeugend.

    Nun hat die Geschichte ab und an interessante Momente, der Blick ins damalige New York ist an mehreren Stellen gut gelungen und der Schreibstil oft sehr schön (aber nicht annähernd so gut wie im "Gentleman"). Anfang und Ende sind nicht übel, ein strafferer plausiblerer Mittelteil hätte zu einem guten Buch geführt. Für diese Punkte drei knappe Sterne.
  11. Cover des Buches Der stumme Tod (ISBN: 9783492316118)
    Volker Kutscher

    Der stumme Tod

     (203)
    Aktuelle Rezension von: Bookstar

    Dieses Buch habe ich gelesen, als ich mir die Wartezeit auf Babylon Berlin verkürzen wollte, weil die dritte Staffel lose auf diesem Buch basiert. Gefallen hat es mir allerdings nicht so. 

    Die Story ist eigentlich vielversprechend: Kommissar Gereon Rath versucht 1929 in Berlin den Tod mehrerer Schauspielerinnen aufzuklären, die erste wurde Opfer eines sabotierten Scheinwerfers, der anderen wurden die Stimmbänder rausgeschnitten.

    Das Ganze spielt vor dem Hintergrund des Wechsels von Stumm- zu Tonfilm, eigentlich interessant, wird aber wenig beleuchtet. Mein Problem war, dass man zu früh wusste, wer die Schauspielerinnnen tötet und daher die ohnehin fehlende Spannung also ziemlich früh flöten geht. Es wird einfach zu viel Zeit auf anderes verschwendet und oft laufen die Handlungen sehr antiklimatisch. 

    Also nein, man muss es nicht gelesen haben. 

  12. Cover des Buches Fabian (ISBN: 9783038820086)
    Erich Kästner

    Fabian

     (310)
    Aktuelle Rezension von: Villa_malLit

    Jakob Fabian durchlebt als Germanist das Großstadtleben der 30er Jahre. Was gehört dazu? Rummel, Liebe und dicke Freunde - Kunst, Kultur und Politik - Drama, Infamie und Todesursache

    Die Geschichte an sich ist für mich nicht das genialste, wobei sie gute Kritik an der damaligen Politik übt. Das tut der Autor nicht zu scharf und mit Humor. Die literarische Leistung und der Schreibstil Erich Kästner ist auch bei diesem Meisterwerk unverkennbar und hat mich vollkommen davon überzeugt.

  13. Cover des Buches Die unsichtbare Brücke (ISBN: 9783462043006)
    Julie Orringer

    Die unsichtbare Brücke

     (25)
    Aktuelle Rezension von: AllesSchwarz
    Zuerst schreckten mich die über 800 Seiten etwas und ich stellte mir die Frage, ob mich das Thema dieses Buches wirklich so viele Seiten fesseln würde, aber dann habe ich es doch gewagt und ich muss gestehen, ich habe es nicht eine Seite lang bereut. Es geht um die jüdisch-ungarische Familie Levi mit ihren 3 Söhnen, zum ende der 30er Jahre. Der mittlere Sohn Andras geht nach Paris um dort Architektur zu studieren. Er hat es nicht leicht, da sein Stipendium nach kurzer Zeit eingefroren wird, weil Juden nicht mehr unterstützt werden. Durch einige glückliche Fügungen kann er dann doch weiterstudieren, muss aber neben dem Studium arbeiten und er scheut keine Arbeit. Dann lernt er die ein paar Jahre ältere Claire Morgenstern kennen, die ein Geheimnis mit sich herumträgt und diese Liebesgeschichte ist alles andere als unkompliziert. Andras älterer Bruder kann durch ein Stipendium nach Italien, um dort Medizin zu studieren. Und auch er findet seine große Liebe, die auch von anfänglichen Verwicklungen geprägt ist. Dann greifen die Einschränkungen, denen Juden unterworfen wurden, wurden immer schwerwiegender, so dass sie wieder zurück nach Ungarn müssen, in der Hoffnung schnell wieder nach Paris bzw. Italien zurückzukönnen, was sich als Trugschluß erweist. Dann begleitet man die Familie weiter durch den ungarischen Teil des Krieges und leidet mit den einzelnen Personen, freut sich mit ihnen, wenn sich wieder mal etwas glücklich fügt und ist entsetzt, zu was manche Menschen in so einer Situation fähig sind. Die Geschichte ist ausführlich, allerdings nie zäh oder langweilig, sondern interessant geschrieben. Sie stellt den menschlichen Aspekt sehr in den Vordergrund aber beleuchtet die Hintergründe sehr gut, so dass man auch neue Erkenntnisse gewinnen kann. Die Autorin erzählt hier die Geschichte ihrer eigenen Familie und sie macht es so toll, dass sie mit Recht mit diesem Buch auf der Bestsellerliste der New York Times stand.
  14. Cover des Buches Stich ins Wespennest (ISBN: 9783442546879)
    D. E. Stevenson

    Stich ins Wespennest

     (64)
    Aktuelle Rezension von: Wortverzauberte
    Inhalt
    In einem Dörfchen im England der 1930er Jahre lebt die ältere Dame Barbara Buncle. Um ihren Lebensunterhalt ein bisschen aufzubessern, kommt ihr die Idee ein Buch zu schreiben. Da ihr Phantasie aber nicht so im entferntesten liegt, schreibt sie über Gegebenheiten, die sie kennt - also über ihr kleines Dörfchen. Nachdem sie das fertige Buch einem Verleger geschickt hatte, ging es ganz schnell. Das Buch verkauft sich wie geschnitten Brot. Doch da gibt es einen kleinen, aber feinen Haken: Die Schilderungen sind so authentisch, dass sich jeder Bewohner des Dorfes sofort wiedererkennt. Nun beginnt die Raterei, wer der mysteriöse Autor dieses Werkes ist...
     
    Mein Eindruck
    Am Anfang fand ich die Geschichte nicht so prickelnd. Erst als es darum geht, wer das Buch über das Dorf veröffentlicht hatte, nimmt die Geschichte langsam Fahrt auf. Besonders die Passagen über die Raterei, wer der Autor ist, sind amüsant und recht komisch.
    Doch am Ende konnte mich das Ganze nicht wirklich überzeugen. Es war so sehr konstruiert, dass ich mich manchmal gefragt habe, wie naiv sind die Bewohner eigentlich. Sie rätseln darüber, wer sie so gut getroffen hat und merken nicht einmal, dass sie erneut Anlass zu einer weiteren Geschichte geben. Einfach nicht zu glauben, da muss man nur noch den Kopf schütteln.
     
    Fazit
    D.E. Stevenson hat sich wirklich alle Mühe gegeben, eine lebhafte und selbstironische Geschichte zu schreiben, doch ist ihr dies nicht immer gelungen. Ganz im Gegenteil. Man hat oft das Gefühl, die Geschichte ist so gekünstelt und konstruiert geschrieben, dass es wirklich schade um die fantastischen Charaktere ist. Die Persönlichkeiten, die das Buch ausmachen, hätten mehr verdient. So ist einem der Lesespaß total abhanden gekommen.
    Für mich war dieses Buch ein Reinfall, was ich absolut schade fand, weil ich mir durch das Cover und den Klappentext mehr versprochen hatte.
  15. Cover des Buches Stille Tage in Clichy (ISBN: 9783644005877)
    Henry Miller

    Stille Tage in Clichy

     (78)
    Aktuelle Rezension von: Pashtun Valley Leader Commander
    oh werte leser, wenn der dvd-player streikt; der kühlschrank kaputt ist, die butteer aus ist- keine möglichkeit besteht dieses edle miclhprodukt in brandoesker weise zu malträtieren, ja nur dann sollte der geneigte, reife leser nach diesem elaborate greifen. ja nur der reife leser...jene adoleszenten konsumenten würden nach der lektüre dieses dünnen gefälligen gut zu tranportiwerenden buches ihrer partnerin/ihrem partner doch nur wieder den grund für eine trennung lieferung liefern... insgesamt sind die stellen welche nicht de dehnbarkeit von ringmuskulatur zum inhalte haben die schönen passagen des buches....
  16. Cover des Buches Ich blätterte gerade in der Vogue, da sprach mich der Führer an (ISBN: 9783442716234)
    Michaela Karl

    Ich blätterte gerade in der Vogue, da sprach mich der Führer an

     (8)
    Aktuelle Rezension von: Buecherseele79

    Wer war Unity Mitford?
    Warum ist sie heute noch so berühmt, so mysteriös, so umworben, so gehasst?

    In diesem Buch, das man als Biographie durchaus sehen kann, setzt sich die Autorin Michaela Karl mit der Engländerin Unity Mitford auseinander.
    Von ihr gehört hatte ich schon, auch mal einen Film gesehen der sich um ihre Person dreht bzw. auch die ganze Familie.

    Leicht ist dieses Buch nicht bzw. man kann es nicht in einem Rutsch durchlesen, man muss genau mitlesen und dran bleiben.
    Trotzdem ist der Schreibstil flüssig, interessant, mit Humor gespickt und charmant umgesetzt.

    Wir lernen die ganze Familie Mitford kennen, ihren Lebensstandart, dass sie es nicht immer leicht hatten und haben.
    Lady und Lord Mitford bekommen insgesamt 6 Töchter, Unity ist einer der mittleren Töchter.
    Jede Tochter hat ihren eigenen, starken Charakter, die Eltern sind eher locker mit den Erziehungsmethoden.

    Die Wende tritt ein als Deutschland hervorsticht durch die neue Wahl die Adolf Hitler als Führung bestätigt.
    Die Schwester Diana Mitford wird glühende Anhängerin der Faschisten in England, sie sympathisieren auch mit dem Führer Adolf Hitler.
    Durch diese Bewegung wird auch Unity neugierig auf diese neue Bewegung und nach langem Flehen gelingt es ihr eine Reise nach Deutschland zu unternehmen.

    Sie hat Adolf Hitler schon des öfteren gesehen und auf Unity hat er den gleichen Einfluß, wie bei allen anderen Frauen – sie ist von ihm angetan, fasziniert.
    Und dann geschieht dies was sie nie gedacht hätte – in seinem Lieblingsrestaurant Osteria Bavaria spricht er sie an und ab da ist es um Unity geschehen.

    Unity ist die Verkörperung des Rassenbildes des Adolf Hitlers – groß, blond, blauäugig, sportlich, charmant, intelligent, interessant und jeder beachtet sie.
    Dass ihr zweiter Name Valkyrie ist macht sie noch interessanter für Adolf Hitler.

    Ab da bewegt sie Unity in den höchsten Kreisen der NS- Spitze, trifft sich regelmäßig mit dem Führer, wird eingeladen zu Parties, Paraden, Veranstaltungen, zu privaten Teesitzungen mit Adolf Hitler, das Ehepaar Goebbels ist ebenso von ihr begeistert wie viele andere im nahen Umfeld von Adolf Hitler.
    Unity selbst sieht sich als Vermittlerin zwischen England und Deutschland, sie möchte, wie Adolf Hitler, wie die viele der NS – Führer ein Bündnis zwischen den beiden Ländern.
    Unity Mitford hält mit ihrer Meinung nicht hinter dem Berg, wo Hitler ist, da ist auch sie nicht weit, sie gibt Interviews in den Zeitungen für Deutschland und England, steht vollkommen hinter der Naziherrschaft.

    Aber ihre Berühmtheit ruft nicht nur den Geheimdienst in England auf den Plan sondern auch die Gestapo in Deutschland.
    Nie ist man sich sicher – ist Unity wirklich eine Persönlichkeit die hin und weg ist von Adolf Hitler oder spioniert sie für die Engländer?

    Ihr Selbstmord oder doch Mord bleibt im Dunkeln, bis heute ist nicht klar was genau passiert ist, auch Unity konnte danach nichts mehr genaueres dazu sagen.

    Mich hat dieses Buch komplett fasziniert, auch Unity als Person.
    Wie kann eine Person die gebildet und so charmant ist sich dieser Ideologie anschließen?
    Wie konnte sie die vielen Anzeichen, das Offensichtliche, die Herrschaft der Nazis übersehen bzw. dahinterstehen und dafür kämpfen?

    Erschreckend für mich war auch der Faschismus der in England herrschte, mir was das nie so bewusst. Das viele die Rassenideologie der Nazis übernommen haben, viele Ansichten sich mit der der NS – Herrenrasse überschnitten haben, dass auch Menschen in England nicht unbedingt sicher waren.
    Wie sehr Politiker in England mit Adolf Hitler sympathisierten, dass seine Kriegsbereitschaft sie erstmal kalt ließ und sie nicht zum Handeln zu bewegen waren, dieser pure Egoismus, diese Wegsehen und die Anerkennung die man Hitler zukommen ließ, das alles und noch einiges mehr klärt die Autorin in ihrem Buch auf.
    Wer sich für Persönlichkeiten interessiert, gerade für Unity Mitford – dem empfehle ich dieses Buch auf jeden Fall!

  17. Cover des Buches Die Jahre der Schwalben (ISBN: 9783746633510)
    Ulrike Renk

    Die Jahre der Schwalben

     (109)
    Aktuelle Rezension von: rose7474

    Habe diese Saga nun zum 2. Mal mit Begeisterung gelesen und werde es bestimmt irgendwann mal wieder lesen. Mich konnte der Roman wieder total fesseln daher eine absolute Leseempfehlung von mir und 5 Sterne. 

  18. Cover des Buches Tagebuch einer Lady auf dem Lande (ISBN: 9783442546916)
    E. M. Delafield

    Tagebuch einer Lady auf dem Lande

     (21)
    Aktuelle Rezension von: Wortverzauberte

    Inhalt

    Es sind die goldenen 1930-Jahre in England. Eine Lady in der Grafschaft Devon muss mit vielen Dingen kämpfen. Es scheint nämlich so, als habe sich die ganze Welt gegen sie verschworen. Der Haushalt ist ein Chaos. Die Köchin droht täglich mit ihrer Kündigung; und ihre bezaubernden Kinder Vicky und Robin haben den speziellen Drang immer dort Unheil zu stiften, wo es überhaupt nicht angebracht ist. Tja, und ihr Göttergatte ist ihr dabei keine wirkliche Hilfe. Ihr einziger Freund - in solchen Situationen - ist ihr Tagebuch...


    Meine Eindrücke

    Von der ersten Seite an konnte ich mir kein Lächeln verkneifen. Die skurrilen Alltagsgeschehnisse lassen einen kaum aus dem Schmunzeln herauskommen. Es ist ironisch und witzig zugleich. Ich war fasziniert, was eine Lady auf dem Lande so alles aus der Fassung bringen lässt. Besonders herzzerreißend sind die Anekdoten über die furchtbare Lady B., die immer perfekt zu sein scheint und ihre Eitelkeiten stets mit sich herumträgt. Einfach nur herrlich komisch. :) 

    Fazit

    E. M. Delafield ist es gelungen, eine charmante und komödiantische Geschichte zu schreiben. Als Leser wird man gleich auf der ersten Seite in die Geschehnisse rund um die Familie der Lady hineingezogen. Die Autorin schafft es, dem Leser ein gutes Bild von der Zeit der 1930-Jahre auf dem englischen Lande vor Augen zu führen. Alles scheint dort unnötig wichtig zu sein und jeder der Bewohner dieses Biotops kann sich den Veranstaltungen nicht entziehen. Aber am Ende zählt nur, was einer selbst für wichtig erachtet. 

    Die Geschichte ist eine echte Perle unter den vielen Komödien in Buchformat. Hier kommt jeder auf seine Kosten, der den trockenen englischen Humor liebt. Ich gebe am Ende dem Buch 4/5 Sterne.

  19. Cover des Buches Das Narrenschiff (ISBN: 9783717522201)
    Katherine Anne Porter

    Das Narrenschiff

     (15)
    Aktuelle Rezension von: FrankMariaReifenberg
    Ein zusammengewürfelte Gruppe von Menschen überquert den Ozean, sie verbindet nichts, außer dieser Passage. Und so soll es auch bleiben. Keiner ist das, was er vorgibt zu sein, jeder liefert den Mitreisenden ein, zwei, drei oder mehr Gesichter, sobald man sich umdreht, verkehren sie sich ins Gegenteil. Viele Seiten, eigentlich keine Handlung, packend bis zur letzten Seite. Nur lesen, wenn man auch Zeit hat dranzubleiben.
  20. Cover des Buches Die verbotene Zeit (ISBN: 9783453359215)
    Claire Winter

    Die verbotene Zeit

     (179)
    Aktuelle Rezension von: Yuria

    "Die verbotene Zeit" ist ein tragisches Familiendrama mit geschichtlichen Hintergründen und Krimi-Flair aus der Feder von Claire Winter. Dieses Buch ist mein erstes gelesenes Buch der Autorin und hoffentlich nicht mein Letztes.

    Im Jahre 1975 hat Carla nach einem schweren Autounfall ihre Erinnerungen des letzten halben Jahres verloren. Verzweifelt versucht sie die Erinnerungslücken wieder zu füllen und das ohne Hilfe, denn es scheint so, als würden alle sie belügen um die Wahrheit der Vergangenheit vor ihr zu verheimlichen. Zu ihrem Ehehmann Tom hat sie auch nicht mehr die selben Gefühle wie früher; eine unerklärliche Spannung liegt in ihrer Beziehung. Jede Umarmung und jeder Kuss wirkt vertraut und doch fühlt es sich für Carla nicht richtig an. Als sie den Journalisten David Grant kennen lernt, scheint es endlich Spuren zu ihrer Vergangenheit zu geben und diese führen ins ehemalige Nazi-Regime Deutschlands.

    Zu Beginn des Buches lernen wir Carla und ihren Drang, die vergessenen Erinnerungen zu füllen, kennen. Langsam erfahren wir mehr und mehr über ihre dramatische Familiengeschichte. Ihre Schwester ist in jungen Jahren für tot erklärt worden und ihre Mutter Dora ist wegen schwerer Depressionen und Wahnvorstellungen in einem Heim untergebracht. Man kann sehr gut mit ihr mitfühlen und verstehen, warum sie ihre Erinnerungen unbedingt wiedererlangen möchte. Es fällt einem nicht schwer, sich in Carla hineinzuversetzen und jede Lüge und Heimlichtuerei, welche Carla in der Geschichte belastet, belastet einen als Leser / als Leserin auch.

    Während Carla versucht, ihre Erinnerungen wieder zu erlangen, wandert die Geschichte immer wieder in die Vergangenheit von Carlas Mutter Dora. Vor und während des Zweiten Weltkrieges erlebt man durch Doras Geschichte mit, wie das Naziregime im damaligen Deutschland einzog und verfolgt die schwerwiegenden Folgen daraus. Dora war in dieser Zeit bereits eine jugendliche Dame und gemeinsam mit ihrer besten Freundin Edith erlebt sie die Veränderungen der damaligen Zeit hautnah mit. Der Riss in der Gesellschaft und die Spaltung zwischen engen Freunden auf Grund deren politischen und religiösen Einstellungen ist heute kaum noch nachvollziehbar. Dora musste zwar keine Verfolgung fürchten, da sie keine jüdischen Wurzeln hatte, jedoch bekommt sie die Judenverfolgung hautnah mit, denn viele ihrer Freunde und Arbeitskollegen waren jüdischer Abstammung. Die weltoffenen Ansichten von Doras Familie waren in jenen Zeiten nicht gern gesehen. Ein falsches Wort und man musste ein Verhör oder sogar Folter fürchten.

    Die Autorin hat einen sehr flüssigen Schreibstil. Die Geschichte ist ausführlich geschrieben, so dass man sich besser in die Protagonisten und die damalige Zeit einleben kann. Carlas Erinnerungslücken machen das Buch sehr spannend. Man fragt sich welche Geheimnisse mit Carlas Mutter und auch mit dem Tod ihrer Schwester zusammenhängen. Bis zur letzten Seite bleibt die Spannung durch ständig neu auftretende Fragen und Geheimnisse erhalten.

    Durch die ständigen Reisen in die Vergangenheit lernt man auch Dora und ihre beste Freundin Edith gut kennen und lieben. Die tiefe Freundschaft zwischen Edith und Dora war sehr gelungen erzählt. Bei vielen Freundschaften kommt oft der Neid oder die Eifersucht dazwischen, aber diese Freundschaft war wirklich nur von Liebe geprägt und lässt andere Freundschaften daneben verblassen.

    Mein einziger Makel an das Buch ist die leichte "Verharmlosung" der damaligen Zeit. Es wurde zwar die Angst und die schrecklichen Taten gegenüber den Juden geschildert, jedoch lässt das Buch es so wirken, als wäre der Krieg nur für die Juden und Nazi-Feinde schrecklich gewesen. Als wäre der Krieg für die Deutschen gar nicht so schlimm gewesen. Ein Bombenangriff wurde nur einmal am Rande erwähnt und dass Lebensmittel und Benzin nur mehr bedingt zur Verfügung standen, gar nicht. In Berlin mussten viele Familien nach den verheerenden Bombenangriffen andere Familien bei sich aufnehmen und litten auch an Hunger und mangelnder medizinischen Versorgung, aber Dora und ihr Ehemann Paul merkten von dem anscheinend nichts. Es wird erwähnt, dass ihre Wohnung in der Stadt zerstört wurde, man hat aber nichts genaueres darüber erfahren, obwohl sie zu der Zeit doch dort lebten. Manche Freunde von Cora landeten im KZ und obwohl die Geschichte teilweise aus deren Sicht erzählt wurde, erfuhr man darüber nicht viel; diese Zeit wurde nur oberflächlich zusammengefasst.  Ich würde das Buch auch nicht in die Kategorie "Historischer Roman" einteilen, da der Hauptaugenmerk auf die Familiengeschichte und -Tragödie von Dora  und Carla gerichtet ist, jedoch sollte, wenn so eine Zeit im Buch behandelt wird, diese auch wirklich ausführlich behandelt werden. Die Familientragödien rund um die Geschichte sind tragisch aber waren traurigerweise Bestandteil der damaligen Zeit. Manch anderen Familien ist es noch viel schlimmer ergangen.

    Das Buch lässt einen erleben, wie schrecklich die damalige Zeit gewesen ist. Viel zu selten denken wir an diese Zeit zurück und versuchen daraus zu lernen. Ich kann nur jedem wärmstens empfehlen dieses Buch zu lesen. Diese schrecklichen Zeiten sollten niemals in Vergessenheit geraten, dann wäre "Fremdenhass" und "Kriegsverherrlichung" in unserer heutigen Gesellschaft auch kein nennenswertes Thema.

    "Tiefe Freundschaft und leidenschaftliche Liebe in einer gnadenlosen Zeit" - Eine perfekte Zusammenfassung der Geschichte auf der Rückseite des Buches!
  21. Cover des Buches Westlich des Sunset (ISBN: 9783499269370)
    Stewart O'Nan

    Westlich des Sunset

     (30)
    Aktuelle Rezension von: TheSaint

    Stewart O'Nan schildert mit diesem Roman die letzten Lebensjahre des amerikanischen Schriftstellers Francis Scott Key Fitzgerald (1896-1940), der als 23jähriger den Roman "This Side Of Paradise" ("Diesseits vom Paradies") veröffentlichte und damit binnen kurzer Zeit zu großer Berühmtheit gelangte.

    Von der Zeit des Kennenlernens Zelda Sayre's und den turbulenten Ehejahren mit ihr von 1918 bis 1934 erfährt der Leser nur fragmentarisch in Rückblenden. O'Nan konzentriert sich auf die Zeit, als die Schulden- und Alkoholflaschenberge des Schriftstellers zu gefährlichen Dimensionen anwachsen und seine Beziehung zu der britisch-stämmigen Klatschkolumnistin Sheilah Graham (1904-1988) den einzigen sicheren Hafen in den stürmischen Gewässern einer sich in einer Nervenklinik befindlichen Ehefrau und der gemeinsamen entfremdeten Tochter Frances, genannt "Scottie", darstellt. O'Nan erzählt von den mühsamen Versuchen Fitzgerald's, sich vom Misserfolg seines Romanes "Tender Is The Night" ("Zärtlich ist die Nacht", 1934) zu erholen und endlich einen Roman zu schaffen, der seinem Wunsch, ein so bedeutender Autor zu werden wie Ernest Hemingway oder William Faulkner, gerecht wird. Doch die immensen Schulden zwingen ihn immer wieder zu Kurzgeschichten und zu Lohnarbeiten in  den Hollywood-Studios... Erst 1939 beginnt er mit "The Last Tycoon"... kann diesen Roman aber nicht mehr vollenden. Er stirbt 44jährig nach zwei Herzinfarkten im Dezember 1940.

    Stewart O'Nan hat eine intensive Recherche betrieben und schildert (im Gegensatz zum Protagonisten) nüchtern und ereignislos den zähen und schwierigen Kampf um die Geldbeschaffung zur Begleichung der Klinik- und Internatskosten sowie des eigenen Lebensunterhalts und des Bestrebens, endlich einen von Kritik und Leserschaft anerkannten und bedeutenden Roman zu verfassen. O'Nan setzt eine gewisse Vorkenntnis über Fitzgerald's Leben voraus, denn in dem Roman verweist er oft nur mit Vornamen auf wichtige Bezugspersonen im Leben dieses Schriftstellers. So muss man selbst nach den Beziehungen zu Dorothy Parker, zu Ernest Hemingway oder zu seinem Literaturagenten Harold Ober oder dem Lektor Perkins forschen, um zu erfahren, dass die letzten beiden Herren sehr oft mit Vorschüssen und Darlehen zu Hilfe eilen mussten.

    "Der große Gatsby" war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung ein moderater Erfolg... Zu einem weltweiten Megaseller wurde dieser 1925 erschienene Roman erst in den 1970ern aufgrund der Verfilmung mit Robert Redford und Mia Farrow. Eine perfekte Ergänzung zu "Westlich des Sunset" sind die Amazon-TV-Serien "The Last Tycoon" sowie "Z: The Beginning Of Everything".

  22. Cover des Buches Zu viele Köche (ISBN: 9783608981131)
    Rex Stout

    Zu viele Köche

     (28)
    Aktuelle Rezension von: Alexa65
    schade, das es nicht ein Verlag schafft, alle seine Werke herauszubringen. Ich freue mich, das mit Klett Cotta ein neuer Verlag es versucht. Ich drücke ihm die Daumen. 
    Zu viele Köche ist einer der ersten mit Nero Wolfe  und seinem Assistenten Archie Goodwin. Und auch gleich einer seiner seltenen Besuche außer Haus und das gleich mit einer Zugfahrt verbunden. Der arme Nero Wolfe. Was schrecklicheres kann ihm wohl nicht passieren. Es geht zu einem  Wettbewerb der besten Köche und Nero Wolfe wurde von einem dieser Köche eingeladen. Natürlich wird während des Wettbewerbs einer der Teilnehmer ermordet. Und Nero Wolfe muss sich anstrengen den Mörder zu finden, damit er zurück kann zu seinen Orchideen.
  23. Cover des Buches Was vom Tage übrig blieb (ISBN: 9783896677037)
    Kazuo Ishiguro

    Was vom Tage übrig blieb

     (221)
    Aktuelle Rezension von: Norbert_H

    Zunächst möchte ich vorweg nehmen, dass es sich bei der hier abgebildeten, und von Janna Klävers wunderschön illustrierten und mit einem ganz besonderen Einband versehenen, Ausgabe um die Ausgabe der Büchergilde Gutenberg handelt.
    An dieser Stelle meinen herzlichen Dank für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

    „Was vom Tage übrig blieb“ ist der wohl berühmteste Roman des britischen Schriftstellers Kazuo Ishiguro, für den er 1989 den Booker Prize erhielt. Kazuo Ishiguro erhielt 1997 den Nobelpreis für Literatur als ein Schriftsteller, „der in Romanen von starker emotionaler Wirkung den Abgrund in unserer vermeintlichen Verbundenheit mit der Welt aufgedeckt hat“.

    Diese Begründung finde ich sehr interessant und hat mich zu folgender Rezension gebracht. 


    Drei Jahrzehnte dient der Hauptprotagonisten Butler Stevens seinem Herrn Lord Darlington auf Darlington Hall aufopferungsvoll und mit voller Hingabe, sodass er alles Emotionale, wie Private und Persönliche um sich herum vergisst und dadurch vernachlässigt. Aus Sicht des Butlers ist diese bedingungslose Dienerschaft aber das, was einen guten Butler seines Standes ausmacht. 

    Der Autor erzählt die Geschichte des Butlers Stevens rückwirkend in Erinnerungen, während dieser sich aktuell auf einer Fahrt zu seiner ehemaligen Haushälterin Miss Kenton befindet. Die Sprache, die Ishiguro hierbei verwendet finde ich extrem gut gewählt, vermittelt sie mir doch tatsächlich das Gefühl in den damaligen, adligen Kreisen verweilen zu dürfen. Ich darf an verschworenen Treffen der gehobenen Gesellschaft ebenso teilnehmen, wie an Auseinandersetzungen des Butlers mit dem ihm unterstellten Personal.

    Wie kommt es aber zunächst zu dieser Reise? Nach dem Tod seines Arbeitgebers Lord Darlington wird der amerikanische Millionär Mr. Farraday neue Besitzer von Darlington Hall. Alsbald reduziert dieser nun nicht nur die Anzahl der zu bewohnten Räume im Hause, sondern auch das dazu notwendige Personal von ehemals 30 Personen auf eine Handvoll, was den Butler vor schier unlösbare Probleme stellt.  Als ein Brief der ehemaligen Haushälterin Miss Kenton eintrifft, indem der Butler etwas zu lesen scheint, was Miss Kenton nach fast zwanzig Jahren zur Rückkehr veranlassen könnte, drängt ihn zeitgleich sein neuer Arbeitgeber, sich ein paar Tage Auszeit zu gönnen um sich Englands Sehenswürdigkeiten anzuschauen. Diesen Umstand nutzt nun der Butler um sich auf den Weg zu Miss Kenton zu machen und erlebt dabei so allerhand. Der stete Wechsel  hierbei zwischen der Gegenwart (auf dem Weg zur ehem. Haushälterin) und der Vergangenheit, in der er stets schwelgt und sich in vielen Details des Hauses Darlington Hall verliert, sind aus meiner Sicht sehr gut und abwechslungsreich.

    Nun könnte man aber meinen, der Butler Stevens hat mit seiner Loyalität und Dienstpflicht einen Abgrund weit überschritten. Denn er selbst stellt seinen Beruf über die Zulassung zu den emotionalen, vorsichtigen Annäherungen einer Miss Kenton, die er einerseits überhaupt nicht erkennt in all seiner Dienstpflicht und zum anderen verwirren ihn diese und er erklärt sie sich mit unerklärbarem Fehlverhalten seiner Haushälterin. Des Weiteren kümmert er sich weiter zuerst um eine hochrangige Gesellschaft von politischer Brisanz, welche im Hause zu Gast ist, obwohl sein Vater im Sterben liegt. Selbst dann, als sein Vater verstirbt ist die „Würde eines Butlers“ die es zu wahren gilt, größer und er bittet Miss Kenton die Augen seines Vaters zu schließen. 

    Der eiserne Willen seine Pflichten als Butler zu 150% zu erfüllen, übersteigen meine schlimmsten Erwartungen. Aber er hat dies immer nach bestem Wissen und Gewissen getan. Sein Vater selbst würde dies von ihm so erwarten; so erklärt er sich seiner Haushälterin gegenüber.

    Ich glaube, dass er am Ende sein Handeln, seine Entscheidungen und sein gesamtes Leben bereut, auch wenn er immer glaubte, absolut loyal zu sein, sei das einzig Richtige und entspräche der „Berufsehre“ eines Butlers, egal in welcher Situation. Denn er meinte: „ich gab Lord Darlington das Beste, das ich zu geben hatte, und jetzt – nun sehe ich, dass nicht mehr viel übrig ist, was ich noch geben kann. 

    Vielleicht hat es etwas für sich, dass man aufhören sollte, zu viel zurückzuschauen und eine positive Einstellung zu gewinnen um zu versuchen, aus dem, was vom Tage übrig ist, noch das Beste zu machen. 

    Für mich ein zwar anstrengendes Werk, denn noch nie habe ich mich so intensiv und so lange mit einem Buch auseinandergesetzt, wie mit diesem, aber Kazuo Ishiguro ist hier ein absolut großartiges Werk gelungen. 

    Das Ganze abgerundet in dieser so absolut wunderschönen Ausgabe macht es zu einem wahren Lesegenuss. 

  24. Cover des Buches Tim und Struppi - Der blaue Lotos (ISBN: 9783551738349)
    Hergé

    Tim und Struppi - Der blaue Lotos

     (29)
    Aktuelle Rezension von: Fuchs234
    Das war der erste Band von Tim und Struppi den ich je gelesen habe und ich fand ihn toll.
    Eine richtig schöne, kurze Abenteuer geschichte mit vielen lustigen stellen.

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