Bücher mit dem Tag "dreißigjähriger krieg"
35 Bücher
- Daniel Kehlmann
Tyll
(321)Aktuelle Rezension von: Hubertus_FeldmannWer bei dem furiosen Auftakt noch gedacht hatte, dass ein solches Niveau wohl nicht durchzuhalten sei, reibt sich am Ende der Lektüre verwundert die Augen: Ist das möglich? Welches vertiefende Lesen, welches Nachdenken über eine längst vergangene Zeit (30-jähriger Krieg) ist erforderlich, um so stilsicher, auf schwierigem Parkett, eine solche Geschichte zu erzählen, die so abstrus wie unterhaltsam, so voller Klamauk, bei immer auch vorhandenem Ernst (wenn auch meist mit einem Augenzwinkern), daherkommt? Wo Tod und Leben so nahe beieinander wohnen, dass sie nur durch eine solche Erzählweise einigermaßen zu ertragen sind. Es wird viel gelitten und viel gestorben in diesem aktuellen Roman von Daniel Kehlmann. Die Liebe wird in dieser Zeit noch etwas anders definiert, sie ist allerdings spürbar – trotz aller Wirrnisse.
Es ist dieser Schreibstiel voller Brillanz, makellos und hinterhältig zugleich, der diesen Roman auszeichnet. Mit dem allerdings Inhalte transportiert werden, die alles andere als elegant zu bezeichnen sind, eher abscheulich bis grotesk, teilweise oberhalb der Schmerzgrenze. Auch wenn damit zum Teil Nachdenkliches mitgeliefert wird und sogar neuere Erkenntnisse der Hirnforschung auftauchen: „Stattdessen [um vor lauter Hunger nicht immer nur an essbare Dinge zu denken] kann man ans Jonglieren denken, das sich nämlich auch in Gedanken üben lässt – man wird dadurch besser.“
Man könnte den Inhalt dieses Buches allerdings auch anders sehen, beispielsweise so. Was passiert mit den historischen Ereignissen, wenn man die Handelnden zu tumben Hampelmännern degradiert, wenn die historischen Ereignisse verballhornt werden, nur um auf Seiten des Lesers Lacher (und damit Anhänger) zu generieren? Der größte Erfolg für denjenigen, der den Zeitgeist unterhaltsam trifft, wenn auch mit tiefsinnigem Nonsens? Zum Glück steht auf dem Buchdeckel „Roman“ und nicht Geschichtsbuch.
(3.4.2018)
- Hans Jacob Christoph von Grimmelshausen
Der abenteuerliche Simplicissimus Deutsch
(129)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerDer große, deutsche Historische Roman. Grimmelshausen schildert ebenso beeindruckend wie bedrückend die Realität des Dreißigjährigen Krieges für die Bevölkerung: Plünderungen, Morde und Vergewaltigungen sind an der Tagesordnung. Die Religion, die diesen Krieg doch ursprünglich ausgelöst hat, spielt keine Rolle mehr, denn jeder ist einzig und allein auf sich selbst bedacht und versucht entweder, sich das bloße Leben zu erhalten, oder aus dem Krieg seinen Vorteil zu ziehen.
Grimmelshausen zeigt uns nicht die großen Herren. Das hier ist kein Buch über Wallenstein, Tilly oder Gustav Adolf. Nein, das hier ist ein Buch über die einfachen Leute, deren ganzes Leben der Hölle gleichkommt: jeder Tag könnte der sein, an dem ein Trupp Marodeure ihren Hof überfällt und sie und ihre Familie gnadenlos auslöscht. Jeder Tag könnte der letzte sein. Simplicissimus selbst schließlich ist ein Kind dieses Krieges: als kleiner Junge eins seiner Opfer, als Mann einer der Täter, die nur noch auf sich selbst schauen. Für Simplicissimus spielt es überhaupt keine Rolle, auf welcher Seite er momentan kämpft, der einfache, leicht beschränkte Protagonist hat überhaupt keine Religion, seine Religion heißt 'Überleben' und sein Gott heißt 'Geld'. - Peter H. Wilson
Der Dreißigjährige Krieg
(2)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerKlappentext:
„Der Dreißigjährige Krieg kostete Millionen Leben und veränderte die politische wie religiöse Landkarte Europas. Bis heute hält die Auseinandersetzung mit dem verheerenden Krieg an. War es ein »teutscher« Krieg? In erster Linie ein Religionskrieg? Oder war es der Kampf Frankreichs, Schwedens, Englands, niederländischer und deutscher Protestanten gegen die spanisch-habsburgische Hegemonie? Peter H. Wilsons große Gesamtdarstellung nimmt alle Aspekte in den Blick: beginnend mit der Vorgeschichte des Krieges und einem europaweiten Panorama der strukturellen Gegebenheiten über eine breite Schilderung des Kriegsgeschehens bis hin zum Westfälischen Frieden und den Folgen. In die Darstellung eingestreut finden sich Kurzporträts der wichtigsten politischen und militärischen Akteure. Doch Wilson verharrt nicht auf der Ebene der großen Gestalter, ihn interessieren immer auch Schicksal und Lebensrealitäten der gewöhnlichen Soldaten und Zivilisten. Ein opus magnum im besten Sinn.“
Wenn man sich einen kompakten und übersichtlichen Überblick über den Verlauf des Dreißigjährigen Krieges verschaffen möchte, ist man mit diesem Buch bestens aufgehoben. Autor Peter H. Wilson geht nicht nur Ursachen und Verlauf auf den Grund, er hinterfragt auch viele Geschehnisse und erweitert somit das eigene Denk- und Blickfeld. Ich persönlich mag solche Anregungen immer sehr. Auch sein Ausdruck und seine Wortwahl sind äußerst gelungen. Er ist distanziert, aber dennoch treffsicher mit seinen Worten. Wilson hat mit diesem Buch eine lesenswerte Gesamtdarstellung geschaffen, die für jeden Geschichtsinteressierten sehr gut lesbar und verständlich ist. Hier geht niemand mehr mit einem Fragezeichen über dem Kopf raus. Wilson beleuchtet eben auch die Hintergründe sehr detailliert. Er verliert sich dabei keineswegs und gibt wertvolle Informationen an den Leser weiter. Die kleinen Illustrationen waren zudem ein sehr guter Blickpunkt bei so einem schweren geschichtsträchtigem Thema.
5 von 5 Sterne gibt es von mir!
- Ulf Schiewe
Land im Sturm
(66)Aktuelle Rezension von: Doscho„Land im Sturm“ ist eine wirklich ausgedehnte Geschichtsreise. Vom Zehnten bis hinein ins neunzehnte Jahrhundert werden verschiedene Familien vor dem Hintergrund der historischen Ereignisse beleuchtet.
Mit „Land Im Sturm“ hat sich Ulf Schiewe ein wahres Mammutprojekt vorgenommen. 900 Jahre Geschichte auf knapp ebenso vielen Seiten, das ist eine klare Ansage. Natürlich kann man hier nicht jedes Jahr behandeln, stattdessen wurden sich fünf Jahre herausgegriffen und episodenartig aneinandergereiht. In jedem dieser Teile stehen eine Familiensituation bzw. eine Situation eines Paares im Vordergrund, hinzu wird das Ganze mit wirklich gut recherchierten und detailliert beschriebenen geschichtlichen Hintergründen angereichert.
Das Unterteilen des Buches in einzelne Abschnitte ist einerseits vorteilhaft, denn theoretisch kann man dann „Land Im Sturm“ dementsprechend einteilen, was vielleicht hilfreich für diejenigen ist, die vom Umfang des Romans abgeschreckt sind. Andererseits bietet dieses Vorgehen auch Raum zur Kritik. Mir kam es nämlich oft so vor, dass ich aus einer Epoche herausgeworfen wurde, nur, um in die nächste geworfen zu werden. Zwar hat sich Ulf Schiewe bemüht, durch konsequent gleiche Namen der Hauptcharaktere durch die einzelnen Teile hinweg so etwas wie Konsistenz zu schaffen, dennoch sind die Übergänge lose bis praktisch nicht vorhanden.
Zudem bemerkte ich in der Mitte des Romans ein leichtes Absteigen der Handlung. Gerade im dritten Teil war für mich die Handlung etwas zäher als in den anderen Teilen, bei denen praktisch ständig etwas passiert.
So ist „Land Im Sturm“ ein wunderbarer Historischer Roman für diejenigen, die mal Geschichte im Schnelldurchlauf erleben wollen. Die eher episodenartige Erzählweise sollte einen dabei jedoch nicht abschrecken.
- Susanne Röckel
Der Vogelgott
(57)Aktuelle Rezension von: Sanne54Im Prinzip besteht dieser Roman aus vier Episoden, einleitend die Schilderungen des Vaters, eines Hobby-Ornithologen, der den Kontakt zum Vogelgott, einem nach Aas stinken Greif mit durchdringenden Augen, zu Papier bringt. Dies ist der Prolog. Dem folgen drei Episoden, die jedes einem der drei Kinder des Ornithologen widmet, die als eher jüngere Erwachsene in eher erfolglosen Lebensphasen stecken und jeder auf seine Art mit dem Vogelgott konfrontiert und psychische von dieser "Idee" vereinnahmt werden. Wobei vereinnahmt zu harmlos ist ... Der jüngste, Theo, lottert nach abgebrochenem Medizinstudium vor sich hin, bis er durch eine dubiose NGO in einem nicht näher bezeichneten afrikanischen Landstrich landet, wo er als Arzt einem Missionskrankenhaus tätig ist, wo der Kult um den Vogelgott beheimatet ist. Seine Schwerster Dora plant eine Promotion, in deren Mittelpunkt ein übermaltes Gemälde eines Malers steht, das sie ebenfalls in den Kult um den Vogelgott abdriften lässt, während ihre Ehe und ihre beruflichen Pläne dabei zerstört werden, und der älteste - ebenfalls gestrandet, aber in einer unglücklichen Ehe und frühen familiären Verpflichtungen, wird im Rahmen seiner journalistischen Tätigkeit damit konfrontiert.
Die knapp 270 Seiten sind erzählerisch sehr kompakt, auch deshalb weil die (in meiner Ausgabe) im Blocksatz formartierten Sätze kaum durch Absätze oder mal einer Leerzeile unterbrochen sind, die mir als Leser erlauben mal durchzuschaufen, man wird mit dem Lesefluss so durch die Ereignisse getrieben. Das unterstreicht natürlich einerseits die Sogwirkung, die die Protagonisten in ihrer Auseinandersetzung mit dem Vogelgott erleben, ist aber auch sehr anstrengend zu lesen, gerade, wenn an dem Inhalt nicht allzuviel abgewinnen kann. Ich persönlich zum Beispiel tue mir schwer, zu einem Urteil zu finden. Sprachlich hat es mir gut gefallen und viele Stellen habe ich auch interessiert gelesen, etwa den Prolog oder die Ereignisse rund um das Missionskrankenhaus. Dann fand ich es wiederum aber häufig auch einfach nur sehr anstrengend und langatmig. Sicherlich ist das ein anspruchsvolleres Buch und kein Mainstream, was tatsächlich schade ist, da die Idee spannend ist. Mir hätte es geholfen, wenn es einfach konkreter erzählt gewesen wäre.
- Greg Walters
Der Lehrling des Feldschers 1
(5)Aktuelle Rezension von: Mrs_Nanny_OggDer Lehrling des Feldschers ist der erste Teil einer Reihe, die vor dem historischen Hintergrund des dreißigjährigen Krieges spielt und gleichzeitig fantastische Elemente einfließen lässt.
Der Stil ist humorvoll, trifft aber in den wichtigen Stellen auch den Ernst der Dinge. Gewohnt genial gelesen wird das Hörbuch von Robert Frank.
Die Story kreist um Gustav, einen jungen Vollwaisen, der in den Wirren des Krieges seine Familie und seine Lebensgrundlage verliert. Auf der Suche nach seiner Schwester und seiner Mutter, landet er im Tross der Schweden und trifft dort auf den Feldscher Martin, der sich tagsüber um die Verwundeten der Schlacht kümmert, in der Nacht allerdings einem ganz anderen Handwerk nachgeht. Da Gustav das geheime Zeichen auf dem Feldscherwagen sehen kann, wird er der junge Lehrling des Feldschers und lernt von ihm das Handwerk und - den Umgang mit Dämonen.
Bald schon verstrickt sich der manchmal etwas ungeschickte, aber liebenswerte Junge in ziemliche Schwierigkeiten, von denen sein Meister auf keinen Fall etwas erfahren darf, wenn ihm sein Leben lieb ist. Und dann ist da noch die geheimnisvolle Niederländerin Annike, die ein durchtriebenes Spiel spielt.
Ich freue mich auf die Fortsetzung der Reihe und dass ich diesen Autor entdeckt habe, der sehr vielversprechend klingt.
- Annette Spratte
Die Tochter der Hungergräfin
(76)Aktuelle Rezension von: Felicitas_BrandtErnestine wächst behütet auf, doch das Blatt wendet sich bald für sie. Las ihr Bruder stirbt und es keinen männlichen Erben mehr gibt, sieht sich ihre verwitweten Mutter mächtigen Feinden gegenüber. Die Grafschaft ist in Gefahr, das Erbe der Familie. Und plötzlich müssen die Frauen in einer Welt kennen, die sich gegen sie gewandt zu haben scheint. Gräfin Louise kämpft für ihre Tochter, während Ernestine vor einem ganz anderen Kampf steht: wen wird sie heiraten müssen, um ihre Familie zu retten?
Ich kannte die Autorin nicht, aber ich fand den Titel sehr packend und dann hat mich der Klappentext mehr als neugierig gemacht. Das Cover ist schlicht, nachdenklich und passt für mich wirklich perfekt. Es könnte sowohl Louise, als auch ihre Tochter zeigen und das man das nicht weiß, hat mir irgendwie total gefallen.
Der Schreibstill ist detailliert, ohne langatmig zu werden, voller Bilder, aber trotzdem auf den Punkt gebracht. Die Handlung geht zügig voran und trotz der Probleme und Sorgen, überwiegt die Düsternis nicht, das ist mir persönlich sehr wichtig beim Lesen. Ich bin historisch nicht sehr bewandert, aber für mich war das Setting greifbar und glaubhaft, genauso wie die gesellschaftlichen Strukturen und das Leben damals, was von dem 30jährigen Krieg sehr geprägt war. Ich bewundere Autoren und Autorinnen von historischen Roman für ihre ganze Recherchearbeit!
Die Gefühle der Figuren, insbesondere der Gräfin, die unter einem Schicksalsschlag nach dem anderen leidet, waren greifbar und berührend. Wie mit ihr umgegangen wird, macht mich wütend, besonders bei dem Gedanken, dass es Frauen damals wirklich so passieren konnte. Sie muss so sehr kämpfen und das tut sie auch, nicht nur für sich, sondern in erster Linie, für ihre Tochter.
Die ist zu Beginn der Geschichte noch ein Kind, was ich so vom Klappentext her nicht erwartet hatte und ihr Leben ändert sich radikal nach dem Tod ihres Bruders. Sie wächst in die Schwierigkeiten hinein, begleitet von dem Glauben ihrer Mutter und ihrem Kampfgeist.
Ich denke, dass Fans von historischen Roman hier wunderbar aufgehoben sind ♥
- Carmen Mayer
Die Trossfrau
(16)Aktuelle Rezension von: Witch-JournalEin Buch, das begeistert. Das Leben der jungen Magdalena ist nicht leicht. Sie ist anders als die Mädchen ihrer Zeit. Sie kann hart arbeiten und auch Männerarbeit verrichten. Deshalb muss sie ihr Elternhaus verlassen und gerät zwischen die Fronten des Dreißigjährigen Krieges. Sie heiratet, doch ihr Mann stirbt. Magdalena nimmt ein stummes Mädchen bei sich auf. Gemeinsam kämpfen sie sich durchs Leben. Sie finden dort nicht nur Freunde, sondern auch Feinde. Nun wird es für die beiden Frauen Ernst. Die wunderbare Autorin - Carmen Meyer, hat eine Story ins Leben gerufen, die man perfekt nachvollziehen kann. Wer nicht der Norm entspricht, gehört nicht dazu. So ist es auch heute noch. Gleich zu Beginn des Romanes wird der Leser von der Story, aufgegriffen und nicht mehr losgelassen. Die Autorin versteht es perfekt, ihre Fangemeinde zu bedienen. Jeder Satz und jeder Übergang sitzt und treibt die Spannung nach oben. Spannung, Aufregung, Gemeinheiten, Freundschaft, Neid, Missgunst und Liebe, zeichnen diesen Roman aus. Die Grauen des Dreizigjährigen Krieges zwingt die junge Magdalena, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und dazu nimmt sie, den Leser mit. Die Handlung ist sehr real und detailgetreu geschrieben. Der Schreibstil von Carmen Mayer hat ein sehr hohes Level. Sie schreibt lebendig und sehr bunt. Sie schmückt ihre Story genial aus. Das Cover ist perfekt. Es ist einfach, doch hat es einen Tatsch von Historie. Mir gefällt es sehr gut. Dieses Buch hat mich sehr gut unterhalten. Davon hätte ich gern mehr. Vielen Dank, liebe Carmen.
- Andi Bottlinger
Das Geheimnis der Papiermacherin
(40)Aktuelle Rezension von: sabrinchenRelativ normales historisches Cover das ich gefühlt schon 1000mal gesehen habe.
Aber der verschnörkelte Titel ist ein Hingucker und der Klappentext und die Autorin haben mich nach dem Buch greifen lassen.
Das historische Nürnberg und die Umgebung waren spannend für mich da ich dort wohne.
Über die Orte, Gebäude und Strassen zu lesen und dort die Handlung zu erleben haben es sehr authentisch gemacht.
Es wurden historische Begebenheiten mit dazu passender Fiktion um Johann von Triest und Anna Precht verwoben, dabei eine interessante und teilweise dramatische Handlung erzählt.
Ich habe mit allen mitgefiebert.
Die Geschichte ist farbenfroh, dabei unterhaltsam und man lernt historische Arbeitsweisen und Lebensarten kennen.
Die Charaktere sind sympathisch, mit ihren Fehlern glaubhaft und passen sehr gut zum Plot.
Der Schreibstil ist gut verständlich und es ist spannend ohne Längen erzählt.
Bis zum Schluß bleibts interessant und das Ende konnte mich begeistern.
277 lange Ebookseiten die nicht langweilig wurden und die ich relativ schnell konsumiert habe.
Von mir eine Leseempfehlung für Liebhaber historischer Romane.
4 starke Sterne von mir - Heidi Rehn
Hexengold
(41)Aktuelle Rezension von: LeseherzDeutschland, 1650, Frankfurt am Main.
Der dreißigjährige Krieg scheint vorüber und Magdalena könnte glücklich ihre Tätigkeit als Wundärztin nachgehen. Doch als ihr Mann Eric sich auf Reisen begeben will und daraus ein großes Geheimnis macht, wurde ihr unwohl. Galt ihr gesamtes Glück einer einzigen Lüge was die Ahnenreihe betrifft?
Erich zieht trotz allem los, nachdem man ihrer zukünftigen Base Adelaide das Zuhause nahm als ihr Mann Vinzen verstarb. Nun stand sie da mit ihrem Sohn Mathias auf der Straße. Ohne zu zögern nimmt Magdalena sie zu sich auf.
Magdalena jedoch ereilte das Unglück. Wenige Tage nachdem Eric aufgebrochen war, musste auch sie ihr trautes Heim den Schuldeneintreibern überlassen. So zog sie nun mit Adelaide, deren Sohn und ihrer Tochter Carlotta nach Königsberg, in der Hoffnung ihren Mann wiederzufinden, um Antworten auf ihre Fragen zu erhalten. Doch kommt alles anders.
- Deana Zinßmeister
Das Pestzeichen
(121)Aktuelle Rezension von: MalkaEs geht in dem Buch um Ende des Dreißig jährigen Krieg, um eine junge Frau namens Susanna. Diese junge Frau verliert durch einen Mann namens Jeremias ihre ganze Familie. Warum? Aufgrund magischer Schriften, welche den Weg zu einem Schatz zeigen. Susannas Vater vertraut seiner Tochter kurz vor seinem Tod das Versteck der magischen Schriften an.
So begibt sich die junge Frau auf eine gefährliche Abenteuerreise und lernt dabei sogar noch große Liebe kennen.
Zum Schreibstil kann ich sagen, dass den Roman für sehr einfach geschrieben empfunden habe. Es wurden wenig bis gar keine Fremdwörter verwendet. Und wenn doch dann wären sie leicht verständlich. Die Autorin schreibt den Roman sehr flüssig und zusammenhängend. Die Beschreibung der Charaktere sorgt dafür, dass man sich diese sehr gut bildlich vorstellen konnte.
Besonders gut fand ich dass die Autorin in dem Roman die Sichtweisen gewechselt hat. So wurde mal aus Susannas Sich und mal aus der Sicht von dem Jeremias geschrieben zum Beispiel.
Die Charaktere waren sehr gut beschrieben und haben meiner Ansicht auch gut in die Handlung gepasst.
Die Hauptfigur Susanna hat Trotz ihres großen Verlustes niemals aufgegeben und immer weiter gekämpft. Am Ende hat sich ihr Kampf ausgezahlt. Susanna hat nicht nur den Schatz gefunden sondern auch ihre Liebe gefunden.
Für mich gehört dieser Roman mit zu den gelungendsten historischen Romanen die ich jemals gelesen habe. Er ist ein Roman für zwischendurch. Ich habe ihn innerhalb von drei Tagen verschlungen. So gut fand ich diesen. Ich persönlich freue mich auf die Fortsetzung. Des Weiteren kann ich diesen Historischen Roman auf jeden Fall zum lesen weiter empfehlen. Er ist spannend, aufschlussreich bezogen auf das verwendete Zeitalter. Dieser Roman weckte in mir sehr viel Interesse für diese Zeitspanne.
- Oliver Pötzsch
Die Schwarzen Musketiere 2
(43)Aktuelle Rezension von: raschke64Der Dreißigjährige Krieg ist in vollem Gange. Auf Burg Lobenstein versuchen Lukas und seine Schwester Elsa, die Burg verteidigungsfähiger zu machen. Da besucht sie der Magier Senno, um sie zu überreden, nach Prag zu kommen. Dort sollen sie die Reichsinsignien finden und damit die Krönung des deutschen Kaisers sicherstellen. Denn wer diese Insignien hat, hat die Macht. Und auf diese hat es vor allem Elsas Vater, der Magier Waldemar von Schönborn, abgesehen.
Das Buch ist der zweite Teil der abenteuerreihe. Hier geht es noch viel mehr als im ersten Teil um Magie und Zauberei. Für mich persönlich hätte es das eigentlich nicht gebraucht, denn die Geschichten aus dem Dreißigjährigen Krieg sind brutal genug. Das mittelalterliche Prag ist gut eingebunden und am Ende wird erklärt, was man davon heute noch besuchen kann. Und das ist sehr viel. Auch die in Prag sehr bekannte Legende um den Golem wird gut eingearbeitet. Alles ist flüssig lesbar und birgt genügend Stoff, den dritten Teil auch wieder spannend werden zu lassen
- Petra Oelker
Emmas Reise
(10)Aktuelle Rezension von: Günter-ChristianMöllerHamburg 1650. Der westfälische Friedensvertrag ist gerade ratifiziert worden. Emmas Mutter hat nach dem Tod von Emmas Vater einen Hamburger Kaufmann geheiratet. Doch eines Tages erreicht die Mutter ein Brief aus den Niederlanden. Emmas Großmutter väterlicherseits wünscht einen Besuch ihrer Enkelin, um ihren Nachlass zu regeln. Schweren Herzens läßt ihre Mutter sie ziehen. Da wird die Kutsche überfallen. Zusammen mit dem zwölfjährigen Valentin macht Emma sich auf den Weg in die Niederlande. Doch die beiden werden verfolgt. Aus der Reise wird eine Flucht.
Gelungen fand ich die Schilderung der vielen skurrilen Personen, ob gut oder böse. Auch die beiden Hauptprotagonisten: Emma mit ihrer Leichtsinnigkeit und Impulsivität trifft auf die erstaunliche Klugheit eines Kindes, das selber nicht die Regeln und Last dieser Klugheit versteht und fast daran zerbricht. Die beiden kämpfen ums Überleben in einer Zeit, in der ein Menschenleben nicht viel wert ist und Düsternis den Alltag der meisten Menschen bestimmt. Die Suche nach Zuflucht, Geborgenheit und Trost bestimmt den Weg der beiden und die Regeln ihres Lebens. Nächstenliebe wird die wichtigste Voraussetzung ihres Überlebens.
Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und es war recht mühsam es abends aus der Hand zu legen
- Wilhelm Raabe
Else von der Tanne
(5)Aktuelle Rezension von: AischaWilhelm Raabes Erzählung "Else von der Tanne" hat mich sehr erschüttert – gerade weil sie auch 160 Jahre nach ihrer Erstveröffentlichung nichts von ihrer beklemmenden Aktualität verloren hat. Was Raabe hier schildert, wirkt erschreckend vertraut: Fremdenfeindlichkeit, Ausgrenzung und schließlich Gewalt bis hin zum Mord sind leider keine überwundenen Phänomene, sondern auch in unserer vermeintlich aufgeklärten Gegenwart noch bittere Realität.
Die Novelle ist im Schatten des Dreißigjährigen Krieges angesiedelt, und Raabe macht sehr eindrücklich deutlich, wie sehr die jahrelangen Wirren, Entbehrungen, Gewalterfahrungen und Traumata dieses Krieges die Menschen geprägt haben. Die Dorfbewohner sind misstrauisch, verängstigt und innerlich verhärtet – Fremdes wird nicht als Bereicherung, sondern als Bedrohung wahrgenommen. In dieses Klima stoßen der Magister und seine Tochter Else, die sich zurückgezogen im nahen Wald eine Hütte gebaut haben. Ihre Bildung, ihre Andersartigkeit und ihre Absonderung genügen, um Argwohn zu säen.
Besonders interessant ist die Rolle des Pfarrers, der als vergleichsweise gebildete und reflektierte Figur der Einzige bleibt, der den Kontakt sucht und so etwas wie Menschlichkeit bewahrt. Doch seine Stimme verhallt. Das kollektive Misstrauen steigert sich zunehmend zu einer gefährlichen Eigendynamik, bis es schließlich zu einem brutalen Gewaltausbruch kommt, an dem fast das gesamte Dorf beteiligt ist. Raabe zeigt hier mit großer erzählerischer Klarheit, wie leicht sich Verantwortung im Kollektiv auflöst – eine Problematik, für die auch heute noch keine Lösung in Sicht ist.
Die Sprache ist zwar deutlich als historisch erkennbar, dabei aber überraschend zugänglich und lebendig. Mit etwas Aufmerksamkeit lässt sich der Text gut lesen, und gerade der leicht altertümliche Ton verleiht der Erzählung zusätzliche Eindringlichkeit, ohne sie unnötig sperrig zu machen.
Else von der Tanne ist für mich ein eindrucksvoller, nachdenklich stimmender Klassiker, der weit mehr ist als ein historisches Zeitbild. Raabe hält seiner Leserschaft einen Spiegel vor – damals wie heute. Eine klare Leseempfehlung.
- Joschka Fischer
Der Abstieg des Westens: Europa in der neuen Weltordnung des 21. Jahrhunderts
(1)Noch keine Rezension vorhanden - P.B.W. Klemann
Rosenegg
(5)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerPBW Klemann versucht hier sinnloserweise, einen Roman in einer historisch anmutenden Sprache/Diktion zu schreiben - das Warum dahinter erschloss sich mir nicht. Vielleicht sollte über die Plattheit und Facettenlosigkeit der Handlung hinweggetäuscht werden, indem der Stil auf "authentisch" oder "anspruchsvoll" getrimmt wird.
Ich habe den Roman bis zu der Stelle gelesen, an welcher der "Held" und Erzähler berichtet, ein Mädchen vergewaltigt zu haben - da war für mich Schluss: Die Geschichte eines Vergewaltigers interessiert mich nicht. An dieser Stelle hätte ich den Schlusspunkt auch gesetzt, wenn der Stil besser gewesen wäre.
Daher: keine Leseempfehlung. Spart euer Geld für bessere Romane auf. Dieser - wenn man ihn denn so nennen will - ist keinen Cent wert.
- Ludger Gausepohl
Die heimliche Liebe der Friedensboten zu Münster: Roman
(1)Noch keine Rezension vorhanden - Christian Pantle
Der Dreißigjährige Krieg
(15)Aktuelle Rezension von: paulkretzschmarChristian Pantle, dem Journalist und Chefredakteur der Zeitschrift "Geschichte", gelingt es, mit seinem hochinformativen Sachbuch über den Dreissigjährigen Krieg, der mit dem berühmt- berüchtigten Fenstersturz zu Prag seinen tragischen Anfang nahm, einen umfassenden Einblick in diese dunkle Epoche deutscher Geschichte zu gewähren.
Die packenden Schilderungen der Grausamkeiten des Krieges werden ergänzt durch die tagebuchartigen Erlebnisse des Söldners Hagendorf sowie des Mönchs Friesenegger. Diese wahren Überlebenskünstler geben in ihrer schonungslos, nüchternen Sprache, dem Ganzen nochmals eine höchst lebendige, besondere Authentizität.
Der Autor bringt dem Leser anschaulich, verständlich und komplex die verhängnisvollen Zusammenhänge zwischen Religion, Politik und grenzenlosen Machtstreben auf eine sehr lesenswerten Art und Weise nahe.
Die Hintergründe und Zusammenhänge vom Leben und Sterben der einfachen Menschen, lassen deren Leid in einem vielfach ergreifenden Panorama eindrucksvoll auferstehen.
In all den Rauben, Morden, Vergewaltigen, Brandschatzen und Plündern gibt es nur selten Erbarmen und Menschlichkeit.
Diese spannende historische Erzählung ist für alle geschichtlich Interessierten eine ausgezeichnete Wissensquelle, die in Kurzform die gesamte Zeit dieses langjährigen Kriegsgeschehens zusammenfasst.
Ich habe mich prächtig unterhalten gefühlt und viele neue Erkenntnisse dazu gewonnen, die ich sehr gern weiterempfehlen möchte!
- Georg Schmidt
Der Dreißigjährige Krieg
(9)Aktuelle Rezension von: Bellis-PerennisGeorg Schmidt versucht die politischen Zusammenhänge, die zum Dreißigjährigen Krieg führten und die Geschehen zwischen 1618-1648 auf rund 100 Seiten darzustellen. Das ist auf Grund der Komplexität der Bündnisse und Interessen nicht ganz einfach.
Was zuerst als Problem der Habsburger in Böhmen beginnt, breitet sich wie ein Flächenbrand über ganz Mitteleuropa aus. Mehrmals haben es die beteiligten Herrscher in der Hand den Krieg zu beenden und Frieden zu schließen. Aus Ignoranz und auch mit falschen (oft geistlichen) Ratgebern unterlassen sie dies und so dauert der Konflikt eben die bekannten 30 Jahre.
Meine Meinung:
Das Kompendium ist in sieben Kapitel mit Unterpunkten geteilt, sodass der Inhalt in kleinen Abschnitten gelesen werden kann. Obwohl ich die Geschichte des Dreißigjährigen in groben Umrissen kenne, musste ich doch die eine oder andere geschilderte Begebenheit im Internet nachlesen.
Des Weiteren orte ich in diesem Buch ein wenig Parteilichkeit des Autors. Er scheint eine Vorliebe für das „Heilige Römische Reich Deutscher Nation“ zu haben, das neben dem Habsburgerreich aus vielen kleinen und größeren deutschen Königs- und Fürstenhäusern besteht, nicht zu vergessen die kirchlichen Gebiete und deren Würdenträger, die in Glaubensfragen auch eine Menge mitzureden haben.
Die Habsburger und besonders Kaiser Ferdinand II. kommen nicht besonders gut weg.
Gut beschrieben sind die Entstehung, das Ausmaß und die Folgen des Krieges, an dessen enormen Verwüstungen das Reich und die Bewohner noch lange zu leiden haben.
Für Newcomer, die eine kompakte Darstellung des Geschehens lesen wollen, ist das Buch nur bedingt geeignet. Einige Vorkenntnisse sind hier doch von Nöten. Der Leser, der sich mit der Materie bereits intensiv auseinandergesetzt hat, wird hier einige interessante Details finden, die auf neuerer Geschichtsforschung basieren. Ein ausführliches Literarturverzeichnis ergänzt diese Zusammenfassung.
Was wirklich ärgerlich ist, ist das Fehlen von Karten, Übersichten und einer Zeittafel. Das kostet gleich einmal einen Stern.
Fazit:
Für Einsteiger in die Welt des 17. Jahrhundert kann ich das Buch leider nicht empfehlen. Dazu wird bei der Darstellung einfach zu viel Vorwissen vorausgesetzt. Da gäbe es anderes, wie z.B. „Der Dreißigjährige Krieg 1618-1648“ von Johannes Arndt im Reclam Verlag erschienen.
- Nora Rath-Hodann
KRIEGE - gehören ins Museum . Teil 1
(9)Aktuelle Rezension von: SmbergeInhalt:
Julie geht zusammen mit ihrer Mutter im Türkenschanzpark spazieren, als sie die Frage stellt, wie dieser Park eigentlich zu seinem Namen gekommen ist. Diese Frage ist für die beiden der Aufhänger sich über das Thema Krieg zu unterhalten. Über die Fragen „Was ist Krieg?“ und „Warum eigentlich Krieg?“ erzählt die Mutter ihrer Tochter schließlich einiges über die großen Kriege 17. – 19. Jahrhunderts, vom 30-jährigen Krieg bis zu den Napoleonischen Kriegen.
Meine Meinung:
Das eigentlich doch recht schwere Thema Krieg ist in diesem Buch sehr gut für Kinder aufbereitet. Die einleitenden Kapitel haben mir besonders gut gefallen, denn hier wird erklärt, warum es zu Kriegen kam. Eine wichtige Fragen, die meine Tochter sofort bei dem Thema gestellt hat. Es ist ja auch für ein Kind schwer zu verstehen, warum Erwachsene Kriege anfangen, die eigentlich außer Tod und Zerstörung nichts Gutes bewirken.
Die Beschreibung einiger wichtiger Kriege im 17. – 19. Jahrhundert war sehr anschaulich. Besonders gut haben mir dabei die farblich abgesetzten Kapitel zu besonderen Personen oder Ereignissen in der Zeit gefallen. Untermalt werden die Erzählungen von schönen Zeichnungen, die die Texte auflockern und den Kindern eine Möglichkeit geben, sich die Menschen und Orte der Zeit etwas besser vorstellen zu können.
Ein Hinweis noch: Das Buch ist aus dem Blickwinkel Österreich geschrieben, so spielen Maria Theresia und die Belagerung von Wien eine wichtige Rolle. Themen die sicherlich wichtig für die Geschichte Europas sind, aber mir als deutscher Leserin nicht ganz so präsent waren.
Insgesamt ist dieses Buch sehr gelungen, die Themen sind kindgerecht aufbereitet und das Buch ist sehr schön gestaltet. Eine Empfehlung für alle Kinder, die auch mit etwas schwererer Kost zurecht kommen und sich für Geschichte interessieren.























