Bücher mit dem Tag "ehre"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "ehre" gekennzeichnet haben.

64 Bücher

  1. Cover des Buches Stolz und Vorurteil (ISBN: 9783150207680)
    Jane Austen

    Stolz und Vorurteil

    (4.094)
    Aktuelle Rezension von: Holzannerl

    Stolz und Vorurteil ist ein absoluter Klassiker und ich kann verstehen, warum die Geschichte von so vielen geliebt wird!
    An das langsame Erzähltempo und die vielen Details musste ich mich erst gewöhnen, aber mit der Zeit hat es richtig Spaß gemacht zu lesen. Es dauert allerdings auch eine ganze Zeit, bis man sich einen Überblick über die vielen Namen & Beziehungen verschafft hat...
    Im Kontext der Zeit fand ich es sehr spannend, wie unterschiedlich die Herangehensweisen und Ansichten auf die Ehe dargestellt wurden. Einerseits die traditionelle, auf Sicherheit, Ansehen und Vermögen bedachte Seite und dann auch die moderne Version, die Liebe & Zuneigung als Grundlage der Ehe forciert.
    Elisabeth und Mr. Darcy gehören tendenziell zur zweiten Fraktion und vertreten teilweise recht moderne Ansichten. Ich mag es, dass beide aneinander wachsen und ihre Vorurteile ablegen können, vor allem weil ihre Menschenkenntnis ansonsten als recht gut dargestellt wird.
    Im Prinzip ist "Stolz & Vorurteil" die Vorgängerversion heutiger "Enemies to Lovers" Romane und hat an Aktualität nichts eingebüßt! Hat mir sehr gut gefallen 😊

  2. Cover des Buches Anna Karenina (ISBN: 9783730609828)
    Leo Tolstoi

    Anna Karenina

    (1.110)
    Aktuelle Rezension von: Karandi

    Wenn es nur rein um die schriftstellerische Tatkraft geht, dann ist Anna Karenina wirklich einer der besten Romane aller Zeiten. Wenn es um die Story selber geht, mag ich mit meiner Meinung vielleicht eine Randgruppe bilden, aber ich hatte große Schwierigkeiten, mich mit der Protagonistin verständnisvoll zeigen zu können. Sie erschien mir sehr auf sich selbst fixiert und hat ihre Bedürfnisse auch über die ihres Sohnes gestellt. Dieses Verhalten mag Befürworter haben, genauso wie Gegensprecher und natürlich kennt jeder Mensch, den struggle und den Drang, danach ein Leben, den eigenen Vorstellungen entsprechend leben zu können aber es ist immer eine Frage des Preises, den man bezahlen will. Und den Preis, den Anna bereit ist, zu zahlen um ihr Leben, so wie sie es will, zu leben, ist eine Entscheidung ohne Rücksicht auf Verluste. Von daher kann ich vor der literarischen Schreibweise zwar mein Hut ziehen vor der Protagonistin selber allerdings nicht, weshalb ich den Buch auch nur 3,5 Sterne vergebe.

  3. Cover des Buches Drachenläufer (ISBN: 9783596522682)
    Khaled Hosseini

    Drachenläufer

    (2.062)
    Aktuelle Rezension von: ElOlorDeUnLibro

    Amir und Hassan sind unzertrennlich und verbringen eine schöne Kindheit im Afghanistan der 70er Jahre. Doch noch während der Zeit des Friedens kommt es immer wieder zu Anfeindungen unter Minderheiten und als sich dann die historischen Ereignisse überschlagen, werden aus Freunden Fremde.

    2001 erhält Amir, der bereits seit 20 Jahren in Amerika lebt, eine Nachricht, die ihn zurück ins zerstöre Afghanistan bringt. In ein Land, das von den Taliban von harter Hand regiert wird und das kaum mehr Wiedererkennungswert zu Amirs früherer Heimat hat...


    Meine Meinung:

    Puh, schwere Kost, das kann man vermutlich schon vom Klappentext her erahnen.

    Die erste Hälfte des Buchs war für mich echt schwer, denn: Amir ist ein furchtbarer Protagonist. Egoistisch, selbstüberzeugt und ein schlechter Freund obendrein. Auch das vor-sich-hin-geplätscher der ersten Hälfte war kaum auszuhalten und ich war wirklich nahe dran das Buch abzubrechen.

    Doch die zweite Hälfte hat alles gedreht und es wurde so spannend und traurig und tragisch und dramatisch. Ich konnte es nicht mehr weglegen und musste einfach erfahren, wie doe Geschichte ausgeht.

    Obwohl das Buch 20 Jahre alt ist, hat es nicht einen Millimeter an Bedeutung verloren und man kann wirklich nur erahnen, wie grauenvoll das "Leben" unter der diktatorischen Herrschaft der Taliban sein muss. Ich hatte zeitweise echt Gruselgänsehaut und auch wenn hier nur fiktive "Schicksale" beschrieben werden, so wird doch deutlich dass dies die Realität für Millionen Afghanen bedeutet, jetzt da die Taliban erneut die Herrschaft übernommen haben.


    Fazit:

    Wer eine dramatische, tragische Geschichte lesen mag, und sich mit der Vergangenheit Afghanistans näher befassen möchte, ist hier gut bedient, aber es ist sicher keine leichte Kost.

  4. Cover des Buches Tausend strahlende Sonnen (ISBN: 9783596520701)
    Khaled Hosseini

    Tausend strahlende Sonnen

    (1.281)
    Aktuelle Rezension von: KarinJ

    Mich hat das Buch schnell in Bann geschlagen durch die Erzählweise und das Thema. Es ist keine Geschichte, die einem häufig begegnet wäre, und auch der Schauplatz Afghanistan ist eher ungewöhnlich. Sie ist zudem überaus glaubwürdig erzählt und die Erzählung der Handlung wurde geschickt verflochten mit Beobachtungen, Erinnerungen und Gedanken. Das Leiden der beiden Frauen Mariam und Laila war sehr gut nachvollziehbar, ohne dass es übermässig geschildert worden wäre. Eine Szene reicht, um dem Leser zu vermitteln, wie die nächsten 20 Jahre, die übersprungen werden, für Mariam gestaltet werden. Mir hat nicht gefallen das Verständnis der Mutterrolle. Unklar blieb mir, ob der Autor nur Mariams und Leilas Geschichte erzählte oder auch zum Leser gesprochen hat und ihre Haltung als Ideal darstellt. Als Ideal sehe ich nämlich die Idee des Aushaltenmüssens als problematisch. Ein wenig gestört haben mich die vielen fremdsprachigen Vokabeln. Man kann sich zwar deren ungefähre Bedeutung leicht erschliessen, sie haben aber etwas den Lesefluss gehemmt. Zusammengefasst bewerte ich diesen Roman mit 5 Sternen.

  5. Cover des Buches Was vom Tage übrig blieb (ISBN: 9783896677037)
    Kazuo Ishiguro

    Was vom Tage übrig blieb

    (301)
    Aktuelle Rezension von: Karandi

    Es ist das berühmteste Werk von Ishiguro doch leider muss ich sagen, dass es meinen Geschmack absolut nicht getroffen hat. Im Gegenteil, ich bin sogar soweit, dass ich sage es war recht langweilig. Das mag jetzt aber an meinem persönlichen Geschmack liegen. Ein Butler, der sein Leben für sein Beruf opfert nur, um dann am Ende zu erkennen, dass der, dem er gefolgt ist, seinem Herrn sozusagen nicht das gewesen ist, für den er ihn gehalten hat, dann lässt er die Chance vergehen auf eine Frau, die dort mit bedienstet ist und ihm unentwegt den Hof macht und er ignorant und geblendet von seiner Hingabe für seine Arbeit, die jedoch vergänglich ist, alles ausblendet, was ihm zu wahren Glück befördern könnte. Der Hauptprotagonist Stevens ist manchmal auf einer Art und Weise beschrieben, wie ich ihn schon als störend empfinden würde. Ich glaube es gibt sogar ein Film dazu, der ja wohl auch als Meisterwerk gilt. Aber nun gut nicht für mich muss ich zugeben. Von daher gibt’s von mir nur gut gemeinte drei Sterne

  6. Cover des Buches Stolz, Vorurteil und Hexerei (ISBN: 9783608966510)
    Melinda Taub

    Stolz, Vorurteil und Hexerei

    (131)
    Aktuelle Rezension von: SunshineSaar

    Auf dieses Buch war ich mehr als gespannt, da es sich um eine Adaption des Klassikers „Stolz und Vorurteil“ handelt – mit einem Schuss Magie. Doch leider konnte mich die Geschichte nicht so mitreißen, wie ich mir das erhofft hatte. Ich hatte eine ganz andere Art von Storyline erwartet.

    Anfangs habe ich tatsächlich recht lange gebraucht, richtig in der Handlung anzukommen. Der Schreibstil ist dabei nicht das Problem. Dieser ist locker-leicht und auch flüssig. Aber diese Tagebuchform ist für mich etwas gewöhnungsbedürftig und auch chaotisch, so dass ich mich etwas schwer tue damit. Generell war das Lesen manchmal echt zäh, so dass ich mich dazu zwingen musste, weiterzulesen.

    Zudem wurde ich auch mit den Figuren nicht warm – manche Dinge konnte ich zwar im Laufe der Geschichte besser nachvollziehen, aber so ganz greifen konnte ich die Charaktere nicht. Manche blieben mir auch einfach nur unsympathisch.

    Zum Ende hin wurde es dann etwas spannender und die Seiten sind auch nur so dahingeflogen. Manches davon war überraschend, manches aber auch verwirrend. Zudem wurden meine Fragen auch nicht alle beantwortet.

    Zusammengefasst wurde ich somit gut unterhalten von der kurzweiligen Geschichte, aber so richtig konnte sie mich leider bis zum Ende nicht fesseln. Ich hatte irgendwie eine komplett andere Art von Geschichte erwartet – für mich war dieses Buch leider nichts. Ich vergebe somit leider nur 2 von 5 Sternen.

  7. Cover des Buches Der Winter erwacht (ISBN: 9783751774055)
    C.L. Wilson

    Der Winter erwacht

    (623)
    Aktuelle Rezension von: Eva_Rupp

    Handlung:

    Der Winter erwacht entführt in eine Welt, in der Macht, Schmerz und Liebe untrennbar miteinander verwoben sind. Die Geschichte einer verschmähten Prinzessin, die vom eigenen Vater verraten wird, und eines Winterkönigs, der in seiner Kälte Trost und Rache sucht, entfaltet sich mit einer faszinierenden Mischung aus Tragik, Spannung und Hoffnung. Was zunächst wie ein Fluch scheint, entpuppt sich als Wendepunkt zweier Schicksale, die unweigerlich miteinander verbunden sind.


    Charaktere:

    Chamsin ist eine außergewöhnlich starke Protagonistin. Ihr Temperament, ihr Stolz und ihr inneres Feuer spiegeln sich perfekt in ihrer Gabe des Sturms wider. Sie ist widersprüchlich, verletzlich und zugleich mutig eine junge Frau, die trotz Ablehnung zu sich selbst findet. Wynter, der Winterkönig, wirkt anfangs kühl und distanziert, doch hinter seiner eisigen Fassade verbirgt sich ein Mann, der zwischen Pflicht und Gefühl zerrissen ist. Die Dynamik zwischen den beiden ist elektrisierend und wächst mit jeder Seite mal rau, mal zart, aber immer intensiv.


    Worldbuilding:

    Die Autorin erschafft eine stimmungsvolle Welt voller Gegensätze eisige Königreiche, politische Spannungen und uralte Magie verweben sich zu einem Setting, das sowohl märchenhaft als auch gefährlich wirkt. Das Worldbuilding ist angenehm dosiert: detailliert genug, um Atmosphäre zu schaffen, ohne den Leser mit überflüssigen Beschreibungen zu überladen.


    Schreibstil:

    Der Schreibstil ist flüssig, bildhaft und emotional. Besonders beeindruckend ist, wie es der Autorin gelingt, die wechselnden Perspektiven von Chamsin und Wynter harmonisch zu verweben. So versteht man beide Seiten ihre Zweifel, ihr Begehren, ihre Ängste und erlebt ihre Annäherung hautnah.


    Fazit:

    Der Winter erwacht ist eine Geschichte über Schmerz, Stärke und die unerwarteten Wege der Liebe. Eine mitreißende Fantasy-Romanze mit Herz, Tiefe und Charakteren, die man so schnell nicht vergisst.

  8. Cover des Buches Bella Germania (ISBN: 9783596521807)
    Daniel Speck

    Bella Germania

    (217)
    Aktuelle Rezension von: Veezi

    Ich konnte dem Buch leider nicht so viel abgewinnen. Die Charaktere sind alle entweder toxisch oder aufgrund ihrer Entscheidungen todunglücklich. Einfach furchtbar. Ich glaube, es gab keine schöne Szene in diesem Buch - durchgängig Drama und Streit. Fehlende Kommunikation, Lügen gibt es zuhauf - echt nicht meins :( 

  9. Cover des Buches Im Schatten des Fuchses (ISBN: 9783453272057)
    Julie Kagawa

    Im Schatten des Fuchses

    (194)
    Aktuelle Rezension von: Maura99

    "Versprochen, Yumeko. Egal, wie lange es dauert, wie weit ich reisen muss, selbst wenn es mich mehrere Leben kosten sollte, ich werde immer nach dir Ausschau halten. Mein Äußeres mag sich ändern, mein Name ein anderer sein, aber du bist die andere Hälfte meiner Seele. Sie wird nicht aufhören, nach dir zu suchen, bis ich dich wiedergefunden habe." - S 387 Im Schatten der Drachen

    Für mich war diese Reihe ein reread und noch immer ein Genuß. Vor allem: sehr ihr diese Ausstattung 😍
    Tasumi und Yumeko trafen sich und brauchten sich, auch ohne es selbst zu wissen.
    Zwei sehr junge Menschen die irgendwie in ihre Pflichten gerutscht sind und jetzt umdenken müssen.
    Über drei Bände hindurch lernen die beiden zusammen mit ihren Gefährten sich zu entwickeln, über sich hinaus zu wachsen und sich sogar aufzuopfern.
    Es ist durch die Bände hinweg eine wirklich wundervollen Reise voll von Legenden, Dämonen, liebe und opfern.
    Die kämpfe waren grandios. Die Finale Auflösung absolut begeisternd.
    Die Tragik passt zu den japanischen Geschichten und der Mut den es hier braucht war so schön dargestellt.
    Ein angenehmer Schreibstil und ein tolles Feeling was will man mehr.

  10. Cover des Buches Ein einfaches Leben (ISBN: 9783423147507)
    Min Jin Lee

    Ein einfaches Leben

    (93)
    Aktuelle Rezension von: AbitAbot_ButHuman

    Eine koreanische Familie wird über mehrere Generationen begleitet. Vom harten Leben in einfachen Verhältnissen, wo man eigentlich zufrieden ist aber mit einem Kind aus einer Affäre nicht bleiben kann. Nach Japan, wo man eben doch Koreaner ist. Wo einem die Hilflosigkeit bei der Suche nach sich selbst den Atem nimmt, auch wenn man nicht mehr zur,einfachen Bevölkerung gehört, weil man einen Sponsoren hat.... wen meinte die Autorin mit dem einfachen Leben: Das nostalgisch verklärte Leben in bitterer Armut oder das gut gesponsorte in Japan ? Am Ende scheitern beide. Aber auch das Bekenntnis, ein Koreaner in Japan zu sein funktioniert nicht wirklich.

    Und so ist die Auswanderung nach Japan ein Glücksspiel. Pachinko eben.

    Erdrückend aber manchmal eben auch mit der typisch ostasiatischen kühlen und sachlichen Sprache. Ich konnte mich nicht immer darauf einlassen. Ich habe es mehr in Kauf genommen und ich denke, das war es aber auch wert. Zurecht ein Weltbestseller.


  11. Cover des Buches The Sea in your Heart (ISBN: 9783499006647)
    Kira Mohn

    The Sea in your Heart

    (197)
    Aktuelle Rezension von: Mirarim

    Nette Geschichte, die neben der Liebesgeschichte sehr stark den Walfang thematisiert. Alles, was mit dem Walfang bzw. vor allem die Verhinderung von diesem zu tun hatte, fand ich sehr interessant und mochte ich an dem Buch auch sehr.

    Auch Lilja und ihre beste Freundin waren mir sehr sympathisch und ich mochte irgendwie vor allem die Freundschaft zwischen den beiden.

    Jules Wirkung auf Lilja und damit ihr Handeln fand ich an sich eine schöne charakterliche Entwicklung von ihr - weil sie sich selbst etwas getraut hat, das sie bisher nicht hat. Ganz unabhängig von der Walgeschichte, war Jules als Typ irgendwie nicht so meiner. Natürlich muss er mir auch grundsätzlich nicht sympathisch sein, ich finde aber, dass man mit einer Liebesgeschichte schon deutlich, deutlich mehr mitgefiebert, als andersrum. Ich wäre viel eher in Team Ari gewesen, aber ich wurde ja auch nicht gefragt 😅

    Insgesamt fand ich auch etwas schade, dass die Charaktere aus Band 1 quasi nicht vorkamen, rückblickend ist es aber umgekehrt das gleiche gewesen - dass vielmehr die Existenz und der grundsätzliche Zusammenhang da war und weniger der Auftritt.

    Alles in allem: Es war gut anzuhören und auch gut geschrieben, hätte für mich aber auch gereicht Band 1 der Island-Reihe zu lesen.

  12. Cover des Buches Wenn der Sommer stirbt (ISBN: 9783751774062)
    C.L. Wilson

    Wenn der Sommer stirbt

    (462)
    Aktuelle Rezension von: Redrosebooks

    Ich habe beide Teile vor einigen Jahren gelesen und sehr gerne gemocht. Den ersten Band fand ich auch weiterhin toll und auch der Anfang dieses Bandes hat mir weiterhin gefallen.  

    Ich muss sagen das ich ja tendenziell die Ich-Perspektive bevorzuge, der Autorin ist es aber gelungen, das ich auch hier mitfiebern konnte. Ich konnte mich also gut in die Handlung einfinden. Die Charaktere mochte ich auch gerne, jedoch hatte ich das Gefühl, ihre Entwicklung stagnierte irgendwann.

    Ich glaube das war auch genau der Punkt, weshalb ich mich zum Schluss so durch das Buch quälen musste. Ich habe den beiden die Beziehung und die Romantik einfach nicht abgenommen. Ich konnte nicht nachvollziehen, woher Wynters Vertrauen in Cham stammt, wieso Cham plötzlich alles für Wynters Reich tut und bis auf sexuelle Anziehung war zwischen den beiden irgendwie auch nicht viel.

    Am Ende ging mir alles zu schnell und doch zu langsam. Ich hatte einfach das Gefühl, da fehlt so einiges und die Autorin wollte das Buch einfach schnell beenden. 

  13. Cover des Buches The Lies of Locke Lamora: Collector's Tenth Anniversary Limited Edition (Gentleman Bastard) (ISBN: 9781473216792)
    Scott Lynch

    The Lies of Locke Lamora: Collector's Tenth Anniversary Limited Edition (Gentleman Bastard)

    (39)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Meine Meinung

    Ich hatte schon sehr lange vor, diese Reihe endlich anzufangen, und rückblickend bereue ich es, so lange gewartet zu haben. „The Lies of Locke Lamora“ hat mich ein bisschen an die „Six of Crows“-Duologie von Leigh Bardugo erinnert, der Tonfall ist aber noch ein bisschen „erwachsener“.

    Scott Lynch wirft den Leser zu Beginn ohne große Vorrede ins Geschehen, mitten hinein in eine rasante, fesselnde Story, die mehr Haken schlägt als ein Hase auf der Flucht vor Verfolgern. 700 Seiten klingen nach viel, haben sich aber selten so kurz angefühlt wie bei diesem Buch. Getreu Murphy’s Law geht bei diesem Abenteuer alles schief, was nur schiefgehen kann, bis Locke und seine Freunde mit dem Rücken zur Wand stehen. Dabei zieht sich der Autor nie auf einfache Deus Ex Machina-Lösungen zurück, sondern treibt seine Figuren an ihre Grenzen und darüber hinaus. Den ganzen Roman über wird immer wieder zwischen der gegenwärtigen Handlung und Episoden aus Lockes Ausbildung zum Meisterdieb gewechselt. Lynch verwebt meisterhaft die beiden Zeitebenen miteinander: Am Anfang sind die Erzählstränge unabhängig voneinander, gegen Ende gibt es jedoch immer mehr Verknüpfungen zwischen Vergangenheit und Zukunft.

    Ebenso viel handwerkliches Geschick beweist der Autor beim Worldbuilding. Er erschafft eine faszinierende, vielschichtige Welt – die Art von fiktivem Universum, die man eigentlich verlassen möchte, aber nicht kann, weil man viel zu gebannt von den Beschreibungen ist. Die Handlung spielt fast ausschließlich in der Stadt Camorr, man erfährt nach und nach jedoch auch eine Menge über die Reiche außenherum. Plumpes Infodumping sucht man hier vergebens, stattdessen werden Informationen geschickt gestreut. Besonders geschickt gemacht ist, dass scheinbar nebenbei erwähnte Details später in der Geschichte wichtig werden. Dieser Roman gehört übrigens nicht ins Jugendbuch-Regal, weil es sich nicht um eine friedliche, rosarote Fantasywelt handelt. Hier wird nicht nur gestohlen, sondern auch gedroht, gemordet und gefoltert, und das ziemlich detailreich.

    Trotz Brutalität und vieler tragischer Ereignisse ist „The Lies of Locke Lamora“ jedoch kein deprimierendes Leseerlebnis, ganz im Gegenteil. Das ist vor allem dem Schreibstil des Autors zu verdanken, der selbst in den düstersten Momenten mit herrlich witzigen Dialogen aufwartet. Der ganze Text hat eine wunderbare Leichtigkeit, die die Geschichte vergnüglich, unterhaltsam und gegen Ende manchmal überhaupt erst erträglich macht. Das bedeutet nicht, dass Gewalt hier verharmlost wird, aber in den dunkelsten Stunden ist es eben nur noch mit etwas Ironie und Galgenhumor möglich, weiterzumachen.

    Der Protagonist Locke ist kein edelmütiger Robin Hood, der Geld von den Reichen stiehlt und es an die Armen verteilt. Er und seine Band bestehlen tatsächlich nur Menschen, die jede Menge Geld entbehren können, aber nicht aus Gerechtigkeitssinn heraus. Als Kinder sind sie zu Dieben geworden, um zu überleben, als Erwachsene geht es ihnen im Grunde vor allem um den Spaß an der Freude, um die  Herausforderung, sich immer waghalsigere Coups einfallen zu lassen. Als Leser mag man Locke nicht aus moralischen Überlegungen heraus, sondern weil man einfach nicht anders kann. Spitzbübisch, schlagfertig und immer auf dem schmalen Grat zwischen Genie und Wahnsinn wandelnd, nimmt Locke den Leser, seine Freunde und sogar seine Opfer für sich ein. Eines der Dinge, die diesen Roman zu so einem erfrischenden Lesevergnügen machen, ist, dass die Hauptfigur weder ein durch und durch schlechter Mensch ist noch ein selbstloser Heiliger. Locke tut, was er tun muss, um durchs Leben zu kommen, und hat dabei auch noch jede Menge Spaß.

    Auch bei anderen Figuren kommt die Vorliebe des Autors für „graue“ Charaktere zum Vorschein. Oder anders gesagt, dieser Roman ist bis zum Bersten gefüllt mit schillernden Persönlichkeiten. Da ist zum Beispiel der Unterwelt-Chef Capa Raza, der mit Gewalt einen blutigen Bandenkrieg beendet hat, mutmaßliche Verräter den Haien zum Fraß vorwirft, seine Tochter über alles liebt und von ihr geliebt wird. Lockes resoluter Mentor Chains, der tagsüber vorgibt ein blinder Mönch zu sein, seine Lehrlinge mit unkonventionellen Methoden zu Meisterdieben erzieht und Sinn für Luxus hat. Oder Doña Vorchenza, die den Frauen der Oberschicht Ratschläge erteilt und alt, aber alles andere als schwach und gebrechlich ist. Ich freue mich schon darauf, viele dieser Figuren im nächsten Band wiederzutreffen.

    Fazit

    Ein großartiger Start ins Lesejahr! „The Lies of Locke Lamora“ ist ein spannender, mitreißender Reihenauftakt mit einem im wahrsten Sinne des Wortes vielschichtigen Protagonisten.

  14. Cover des Buches Blutrecht (ISBN: 9783492280921)
    Sebastien de Castell

    Blutrecht

    (80)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    In die Geschichte wird man als Leser regelrecht geworfen. Schon auf den ersten Seiten folgt man Falcio, Kest und Brasti in die ersten Kämpfe und erfährt, wer und was sie sind, welche Probleme sie als Greatcoats habe und welche letzte Mission sie für ihren toten König erfüllen sollen. Allerdings ist das gar nicht so einfach, wenn man gehasst wird und irgendwie als vogelfrei gilt. Im Laufe der Geschichte lernt man nicht nur die Charaktere, vor allem Falcio, besser kennen, sondern es tauchen viele neue Probleme und Geheimnisse auf. Zahlreiche Überraschungen lassen immer wieder Wendungen in der Geschichte auftauchen. Es blieb durchweg spannend.

    Die ganze Geschichte wird aus der Sicht von Falcio val Mond erzählt und manchmal wendet er sich durch seine Erzählweise direkt an den Leser. Irgendwie liest es sich so, als würde Falcio mit einem am Lagerfeuer sitzen und seine Lebensgeschichte erzählen. Falcio erzählt uns aber nicht nur, was in der "Gegenwart" passiert, sondern schaut auch zurück in die Vergangenheit und wir erfahren unter anderem, wie er den König kennenlernte und wie sich die Greatcoats gebildet haben. Die Rückblenden sind geschickt gesetzt und beziehen sich auch immer irgendwie auf die aktuellen Geschehnisse.

    Am besten lernt man als Leser Falcio kennen. Nicht nur, weil er der Erzähler ist, sondern auch, weil sich die Wege der drei Greatcoats innerhalb des ersten Bandes gezwungenermaßen trennen. Aber auch von Kest und Brasti erhält man einen guten Eindruck und ich denke, letztere wird man in den nächsten Bänden auch noch besser kennenlernen. Die drei sind keine strahlenden Helden, die alles richtig machen. Sie sind irgendwie verbittert, rastlos und vor allem Kest und Brasti scheinen nicht mehr so ganz davon überzeugt zu sein, den letzten Wunsch des Königs zu erfüllen, da dieser ihnen kaum Anhaltspunkte gab. Falcio hingegen klammert sich regelrecht an die Aufgabe und an das Idealbild der Greatcoats. Aber sie halten zusammen und verstecken ihre Gefühle hinter ihrem Sarkasmus. Kurz gesagt: Ich mochte alle drei.

    Auch die Nebencharaktere sind gut dargestellt. Einige von ihnen scheinen beim ersten Kennenlernen nur eine nebensächliche Rolle zu spielen und am Ende wurde ich doch überrascht, wie sich deren Rolle sich im Laufe der Geschichte verändert haben und sicher in den Folgebänden noch weiter verändern werden.

    Die Welt Tristia ist gut gezeichnet. Man erfährt, dass wichtigste über die Herrschaftsform und die Lebensweise der Leute in den besuchten Städten. Wer eine Karte der Welt ansehen möchte, kann auf der Homepage des Autoren schauen. In meiner gedruckten Version fand ich leider keine. Auch wenn es für den ersten Eindruck reicht, hätte man die Welt noch detaillierter beschreiben können. Es wird nur das erklärt, was in den Situationen nötig ist, um zu verstehen und ich bin eine Leserin, die gerne viel Hintergrundwissen hat. Aber es warten ja auch noch drei Bände auf mich und daher hat der Autor bzw. Falcio val Mond noch ausreichend Zeit mir die Welt zu beschreiben und zu erklären.


    Fazit:
    Mit Blutrecht hat Sebastien de Castell einen spannenden und voller Überraschungen steckenden Reihenstart geschaffen. Nicht nur die Charaktere sind besonders und konnten mich total von sich überzeugen, sondern auch der Schreibstil ist grandios. Und ich liebe den Humor, der sich hier finden lässt.
  15. Cover des Buches Jade City - Familie ist Pflicht (ISBN: 9783426566190)
    Fonda Lee

    Jade City - Familie ist Pflicht

    (66)
    Aktuelle Rezension von: kristinaliest

    Ich bin am Anfang leider etwas über den Schreibstil gestolpert. Man ist zwar direkt mitten im Geschehen, gleichzeitig gibt es sehr viele Fantasybegriffe, mit denen ich mich ziemlich schwergetan habe. Dadurch hatte ich Schwierigkeiten, richtig in die Geschichte hineinzufinden. Ich habe das Buch deshalb schweren Herzens abgebrochen. Mir tut das ehrlich gesagt richtig leid, aber ich möchte mich beim Lesen einfach nicht durch eine Geschichte quälen. Sonst würde „Jade City“ wahrscheinlich nur noch länger auf meinem Stapel der angefangenen Bücher liegen. 🙈

    Außerdem habe ich gemerkt, dass Mafia und Drogen als zentrale Themen einfach nicht so meins sind. Vielleicht war das Buch daher insgesamt einfach nicht das Richtige für mich.

  16. Cover des Buches Die Blutschrift (ISBN: 9783442383603)
    Robyn Young

    Die Blutschrift

    (95)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    1260. In der Schlacht von Ayn Jalut besiegt Baybars Bundukdari, Feldherr des Mameluckensultans Kutus, die gefürchteten Mongolen. Ein großer Sieg für die Muslime, der den ehrgeizigen Baybars, einen ehemaligen Sklaven, der sich mühsam nach oben geboxt hat, jedoch nicht genügt: Ganz Palästina von Fremdherrschaft befreien, vor allem von der der christlichen Kreuzfahrer - das ist der Traum, der dem Glaubenskrieger Baybars vorschwebt. Um dieses Ziel zu erreichen, schreckt der Soldat vor nichts zurück: Kurzerhand tötet er Kutus persönlich, ernennt sich selbst zum neuen Sultan und ruft den Dschihad aus - die Gewalt der Kreuzzüge lebt wieder auf.

    In dieser Situation begegnen sich die Templer-Novizen William Campbell und Garin de Lyons. Beide stecken in persönlichen Schwierigkeiten: Garin wird von seinem Onkel misshandelt, Will hat sich mit seinem geliebten Vater überworfen. Die Wirrungen der Politik jedoch entzweien die Freunde rasch: Garin, der von Prinz Edward von England und dessen verschlagenem Diener Rook zur Spionagetätigkeit gezwungen wird, verrät William. Als Wills Vater von Baybars getötet wird, hat Will nur noch ein Ziel im Sinn: Rache zu üben. 

    Und Jahre vergehen, bis die beiden jungen Männer einander wieder gegenüber stehen, und jeder für sich erkennt, dass nicht alles ist, wie es scheint ...


    Ich muss sagen, dass bisher noch kaum ein historischer Roman einen so nachdrücklichen Eindruck bei mir hinterlassen hat, wie dieser. "Die Blutschrift" hat alles: Gute Recherche. Tief gehende Charaktere. Action. Politik. Liebe. Und auch ein paar religiös-philosophische Anklänge. Ein Buch, das man mit Recht als episch und monumental bezeichnen kann.

    Robyn Young pflegt einen einzigartig bildhaften Schreibstil, der nicht nur ein großartiges Kopfkino entfacht, sondern uns förmlich eintauchen lässt in diese vergangene, unruhige Epoche, die der Unseren so fremd und doch so ähnlich ist.

    Kleinasien ist ein brennendes Pulverfass - wie heute. Wer hat Anspruch auf das Land, das den Ursprung aller drei Weltreligionen birgt? Wie sollte man dieses Land nennen: Heiliges Land? Israel? Palästina?

    Die politischen und kriegerischen Wirren, die Skrupellosigkeit aller Parteien, der Fanatismus jeder Seite und das Leid der kleinen Leute ... wir bekommen hier die ganze Palette präsentiert. In allen Facetten. Gut und Böse sucht man hier im Großen und Ganzen vergebens.

    William Campbell als "Held": eine zerrissene Figur, die sehr schnell erwachsen werden muss und von schweren Schicksalsschlägen getroffen wird. 

    Garin de Lyons, der zuerst sein Freund ist, später sein Widerpart, den man zu Beginn bemitleidet, später verabscheut, nur um ihn am Ende wieder zu bemitleiden.

    Baybars, der trotz extremer Brutalität und gewisser schon "islamistisch" zu nennender Tendenzen, nicht zum platten Bösewicht verkommt, sondern zwischen allen Gewalttaten, aller Brutalität und Machtgier privat durchaus menschlich bleibt und eine äußerst traurige Vorgeschichte besitzt, die dazu besticht, immer wieder mit diesem Charakter zu sympathisieren.

    Der Priester Everard, von den Absichten her ein durch und durch "Guter", bleibt über lange Strecken mysteriös, kauzig und nur bedingt sympathisch.

    Die Charakterzeichnung ist extrem facettenreich. Jede Figur ist ein Mensch, keine hölzerne Schablone.

    Hinzu kommt dann der zeitlose und wertvolle Hinweis darauf, wie ähnlich sich Christentum, Judentum und Islam in ihren Grundzügen sind, "drei Brüder, die um die Gunst ihres Vaters buhlen", wie es der Priester Everard formulieren darf. Ist diese Erkenntnis bei uns angekommen? Noch immer gibt es Europäer, die sich vor der "Islamisierung" fürchten. Noch immer gibt es Muslime, die in blutrünstigen Glaubenskriegen gegen "Ungläubige" kämpfen. Noch immer gibt es jüdische Siedler, die in der Ansicht, das Heilige Land gehöre ihnen, dem "auserwählten Volk Gottes" allein, Gebiete besetzen und Andersgläubige vertreiben ...

    Aktuell bleibt die Thematik wohl noch lange.


    Ein Roman, wie er besser nicht sein könnte.

    6/5 Sternen.

  17. Cover des Buches Joli Rouge (ISBN: 9783959910736)
    Alexandra Fischer

    Joli Rouge

    (61)
    Aktuelle Rezension von: bstbsalat

    Ich hatte mich sehr auf Joli Rouge gefreut – endlich eine selbstständige junge Piratin als Hauptfigur! Letztendlich war das Buch aber so langweilig, dass ich oft ganze Kapitel übersprungen habe und doch nicht das Gefühl bekam, etwas verpasst zu haben.

    Es wird aus mehreren Perspektiven erzählt, viele Figuren stehen im Mittelpunkt. Während der Klappentext eine heroische Coming-of-Age-Geschichte einer taffen jungen Frau verspricht, liegt der Fokus für meinen Geschmack viel zu sehr auf Politik und den Machenschaften der Männer. Zusätzlich ist die „Roquette“ (auf Deutsch „Rakete“) keine angenehme Person für mich als Leserin: sie ist weder interessant noch bemerkenswert. Erst, als sich eine Beziehung zum Totenkopf anbahnte wurde es wirklich spannend – und dann gab es einen Zeitsprung, der viel von dem ausließ, was ich doch nun über die beiden wissen wollte.

    Dass sie einen Mann an ihrer Seite brauchte, um als Figur interessant zu werden, gefällt mir so gar nicht. Besonders, da dieses Buch doch eigentlich eine ganz andere Geschichte erzählen wollte. Joli Rouge war mein erstes Buch aus dem Drachenmond Verlag. Ich hoffe, das Programm hat sich seit Erscheinen dieses Buches (das war 2016) weiterentwickelt und verbessert.

  18. Cover des Buches Words of Radiance (ISBN: 9780765365286)
    Brandon Sanderson

    Words of Radiance

    (21)
    Aktuelle Rezension von: Der_Buchdrache
    Die Sache mit den Büchern dieser Reihe ist: Ich kann einfach nicht aufhören! Habe ich einmal angefangen, kann mich selbst die härteste Wintererkältung nur schwer von ihnen trennen und solche Profanitäten wie Uni schon mal gleich gar nicht. Selbst wenn man die Bücher bereits gelesen hat, schlägt man an einigen Stellen immer wieder die Hände über den Kopf zusammen und denkt nicht nur »OH MY GOD! Almighty above!« (was besonders lustig in der Bahn ist ...). Die Bücher sind witzig (Ich sag nur 'armles Herdazian), die Charaktere großartig, das Worldbuilding noch großartiger, die Handlung superpackend. Was will man mehr? Ach ja, die Apokalypse natürlich. Einer der miesesten Cliffhänger am Ende dieses Buches, den ich je gelesen habe. Zum Glück gibt es endlich den dritten Teil, zu dem natürlich nahtlos übergegangen wird. Und wer den noch nicht hat, kann ja einfach das erste drittel auf Tor.com lesen. Weil die's einfach können ...
  19. Cover des Buches Fegefeuer (ISBN: 9783442713042)
    Sofi Oksanen

    Fegefeuer

    (122)
    Aktuelle Rezension von: paulkretzschmar

    Sofi Oksanen hat mit "Fegefeuer" einen vielfach ausgezeichneten Roman verfasst, der von einer Familientragödie in der Geschichte Estlands zwischen Mitte der dreißiger Jahre bis in die neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts handelt.

    Das Leben auf dem Bauerngut der beiden Schwestern Aliide und Ingel in den Wirren der Zeit des zweiten Weltkrieges und den ersten Jahren der Sowjetunion wird bestimmt durch eine Spirale von Liebe, Eifersucht, Misstrauen, Schuld und insbesondere sexueller Gewalt, die während des Stalinismus unzählige Opfer mit sich bringt. Es herrscht ein permanentes Klima der Angst, in denen Menschlichkeit und und Moral durch Verleumdungen und Spitzeleien ersetzt werden. Jeder kann Täter und Opfer zugleich sein.

    In einer zweiten Handlungsebene, findet die inzwischen alte Aliide, kurz nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, das Mädchen Zara halbtot in Garten ihres Bauernhofes, den sie verwitwet und verarmt, trotz aller Widrigkeiten noch immer bewohnt.

    Zara wurde von skrupellosen Menschenhändlern als Zwangsprostituierte nach Berlin verschleppt. Während einer Reise zurück nach Estland, wo  Leid durch neue Freier drohte, gelang ihr die Flucht, und der einzige Ort, wo sie Sicherheit suchte, war Aliide's Bauernhof, denn sie war die Enkelin ihrer Schwester Ingel. Aber statt Hilfe stößt sie zuerst auf Misstrauen und ihre Peiniger sind ihr schon auf der Spur.

    Trotz aller schmerzhafter Bilder und der beklemmenden Atmosphäre, hat mich dieses Buch nur teilweise abgeholt.

    Die vielen verschiedenen Handlungsebenen der Rückblenden und der Zeitsprünge störten mitunter den Lesefluss und waren anstrengend zu lesen. Traumata wechselnden teilweise mit trivialen Handlungen und oberflächlichen Effekten. Der etwas abrupte Schluss und die überwiegend unsympathischen Protagonisten trugen ihr übriges dazu bei, dass ich dieses Buch nicht als Meisterwerk empfinden konnte.

    Die Tragik der Geschehnisse wirkte irgendwie seltsam hölzern und  emotionsarm.

    Die Schicksalsromane von Hera Lind haben mich dagegen viel mehr berührt und begeistert, besonders in Punkto Schreibst

    Aber das können andere Leser durchaus anders sehen. Dann hilft nur Selbstlesen.

    Von mir gibt es eine bedingte Leseempfehlung und gute 3 Sterne!


  20. Cover des Buches Der Duft von bitteren Orangen (ISBN: 9783734100468)
    Claire Hajaj

    Der Duft von bitteren Orangen

    (93)
    Aktuelle Rezension von: Petra54

    Ein wunderschöner Einband mit malerischem Titelbild, ein guter Titel und ein interessanter Klappentext, der auf eine spannende Geschichte neugierig macht, garantiert keinen guten Roman. Leider. Der Text ist derart schlecht und konfus erzählt oder übersetzt, dass ich ihn als unlesbar empfand und auf Seite 51 genervt abbrach. Ich bevorzuge klare Aussagen und habe überdies keine Freude an poetischen Umschreibungen.

    Da ich in meinem Bücherregal keine optischen Schönheiten, sondern für meinen Geschmack gut geschriebene Texte sammle, werde ich „Ismaels Orangen“ entsorgen.

  21. Cover des Buches Feuertochter (ISBN: 9783426504086)
    Iny Lorentz

    Feuertochter

    (52)
    Aktuelle Rezension von: Akantha
    „Feuertochter“ von Iny Lorentz spielt in Irland zum Ende des 16. Jahrhunderts. Abgesehen von einer Art Pro- und Epilog präsentiert sich die Handlung vor dem Höhepunkt des Neunjährigen Krieges. Englands protestantische Königin Elisabeth I. will das katholische Irland unter ihre Herrschaft bringen. Das lassen sich die irischen Clans nicht kampflos bieten. Protagonistin ist Ciara Ni’Corra, Schwester des Clanführers der Ui’Corra. Neben ihrem Hass auf die Engländer, toben in ihr allerdings auch seit ihrer Kindheit liebevolle Gefühle für den deutschen Söldnerführer in der Truppe ihres Bruders, Simon von Kirchberg.

    Das Buch ist überwiegend aus der Perspektive von Ciara geschrieben. Dies wird zwischendurch mit Passagen aus der Sicht anderer Clanmitglieder, sowie der Engländer einschließlich der Königin, unterbrochen. Vor allem auch die englische Situation zu erfahren, war sehr interessant, da man so die beiden Seiten des Krieges sehr viel besser mitverfolgen konnte. Insbesondere die Angst vor einem Krieg an mehreren Fronten, Schottland im Norden, Frankreich über den Ärmelkanal und Irland als mögliches Sprungbrett der Spanier kam dadurch sehr gut zur Geltung, während die irische Bevölkerung mehr einen Angriff auf ihre Religion und ihre Lebensweise wahrnahm. Hier hat auch das historische Nachwort einen großartigen Beitrag geleistet, die Grundlage für die heute noch währende Teilung zwischen Nordirland und Irland zu verstehen.

    Ergänzt wird der Anhang zudem mit einem Personenverzeichnis mit Kennzeichnung der historischen Persönlichkeiten und einem kurzen, aber wichtigen Glossar. Hier werden nicht nur altertümliche Begriffe erklärt, sondern auch die gälischen Namen der Städte deren gebräuchlicheren Benennungen zugeordnet. Diese Aufstellung ist zwar sehr hilfreich, kann allerdings meinen größten Kritikpunkt nicht aufwiegen:
    Neben den gälischen Namen der Städte, sind vor allem die der Charaktere sehr schwergängig und hemmen den Lesefluss enorm. Aodh Mór Ó Néill und Gamhain (laut Nachwort „Gaun“ ausgesprochen, was mich fast noch mehr verwirrt hat als das Ausbleiben einer Erklärung es gekonnt hätte) sind nur zwei Beispiele dafür. Auch die Städte blättert der Leser irgendwann nicht mehr nach, zumal hier definitiv eine Karte gefehlt hat, um das Geschehen besser nachvollziehen zu können. Wenn der Fokus auf der Authenzizität liegen sollte, ist die Entscheidung der Autoren natürlich verständlich, zugunsten des Leseflusses haben sich manche andere Autoren (bspw. Gablé) allerdings auch schon anders entschieden und diese Entscheidung wurde belohnt.

    Die Handlung rund um Ciara ist recht vorhersehbar, aber so kennt man es von den meisten Werken des Autorenduos und kann hier bewusst zu einem Buch greifen, welches keine (bösen) Überraschungen bietet. Die Liebesgeschichte entwickelt sich etwas anders, als man zunächst erwartet und dass die beiden den Leser hier nochmal auf’s Glatteis führen konnten hat mir gut gefallen.

    Der Verlauf der Ereignisse ist nicht unbedingt als „spannend“ zu bezeichnen, aber ich habe es grundsätzlich genossen, mal von einem Land und einem Krieg zu lesen, die im Genre der historischen Romane bisher nicht so groß ausgeschlachtet wurden. Die erste Hälfte ist etwas zäh und man mag stöhnen, wie viele Seiten noch vor einem liegen. Die zweite Hälfte geht sehr viel leichter von der Hand, konnte das Steuer aber nicht komplett rumreißen, um mich so richtig zu packen. Das Ende ist mal wieder von allem etwas zu viel des Guten, aber auch darauf war ich vorbereitet. Hier spielt sicherlich die Erwartungshaltung eine große Rolle und wenn man andere Werke aus der Feder von Iny Lorentz kennt, ist dieses Ende fast schon eine Art Signatur. Zusammenfassend komme ich daher zu 3 von 5 Sternen.
  22. Cover des Buches Der trotzige Fuchs (Der Herr von Buchenhain 2) (ISBN: B087Z2FHHR)
    H. J. Mayfield

    Der trotzige Fuchs (Der Herr von Buchenhain 2)

    (16)
    Aktuelle Rezension von: Michael_Gray

    Ritter Landogar ist jetzt seit 3 Jahren im Dienste des Prinzen und kämpft gegen Räuberbanden aber glücklich ist er nicht dabei. Vielleicht hat er in der Liebe etwas mehr Glück. Tolle Fortsetzung und wieder gut geschrieben. Nach diesem Buch ist die Geschichte noch nicht zu ende und ich freue mich auf den nächsten Teil.

  23. Cover des Buches King of London (ISBN: 9783736312876)
    Louise Bay

    King of London

    (115)
    Aktuelle Rezension von: booklover2712

    "Manchmal entgeht einem die Schönheit, die in alltäglichen Dingen liegt."

    Inhalt:

    Als Chef-Stewardess einer Luxusjacht gehört es zu Avery Walkers Aufgaben, auch schwierigen Gästen jeden Wunsch zu erfüllen.

    Doch der englische Geschäftsmann Hayden Wolf stellt sie vor eine große Herausforderung, denn er macht ihr unmissverständlich klar, dass er mehr von ihr will als nur den nächsten Drink: Er will Sie! Auch Avery spürt die starke Anziehungskraft, die von dem attraktiven und selbstbewussten Briten ausgeht.

    Aber wenn Sie der unausgesprochenen Aufforderung nachgibt, die in jedem seiner Blicke und jeder seiner flüchtigen Berührungen liegt, würde Avery ihren Job riskieren - denn Beziehungen zu Gästen sind streng verboten!

    Meinung:

    Cover

    Das Cover ist passend zu den anderen Büchern der Autorin gestaltet worden.
    Auch wenn ich ehrlich gesagt nicht der größte Fan davon bin, wenn Menschen auf dem Cover zu sehen sind, finde ich dieses doch sehr ansprechend.

    Besonders schön ist, dass man die Person nicht ganz sieht, da ich mir so den Charakter immer noch selbst vorstellen kann.

    Das ansonsten sehr schlichte Cover in Farbe und Schrift finde ich sehr zeitlos und insgesamt gefällt es mir wirklich sehr gut.

    Schreibstil

    Auch dieses Buch konnte mich mit seinem genialen Schreibstil direkt fesseln. Ehrlich gesagt wollte ich gar nicht mehr aufhören die Geschichte zu lesen, so gut war es.

    Louise Bay erschafft spannende Charaktere und schreibt dabei locker, spannungsvoll und mit dem gewissen Etwas.

    Die Dialoge waren aufregend geschrieben und auch im Allgemeinen war die Stimmung im Buch direkt spürbar, was für mich auf einen wirklich guten Schreibstil zurückzuführen ist.

    Handlung

    Der Einstieg in die Geschichte ist gut geglückt. Ich befand mich direkt in den Gedanken von Hayden wieder und konnte seine Bedenken verstehen, warum er für kurze Zeit auf die Yacht muss um den Deal abschließen zu können.

    Von Anfang an habe ich direkt die Spannung zwischen den Charakteren spüren können. Das hat mir einfach unfassbar gut gefallen. Durch die Wechsel der Sichtweisen konnte ich auch beide Sichtweisen sehr gut verstehen.

    Mit der Zeit nähern sie sich immer weiter an, doch als deutlich wurde, dass sie auf einer Yacht nicht unbedingt etwas miteinander anfangen können, macht Hayden den ersten Schritt und gibt allen Mitarbeitern frei. Das fand ich wirklich toll, denn auch Avery sollte sich eigentlich entspannen, aber das etwas anderes passieren würde, war nicht klar.

    Es gab im Buch für mich immer wieder kleine besondere Szenen, die ich einfach sehr geliebt habe. Von den Sonnenaufgängen, den schönen Stunden in Taormina einmal angesehen, die einfach nur phänomenal waren. Ich habe einfach direkt die Stimmung gemocht und wusste einfach, dass dieser Moment unfassbar wichtig für die beiden war.

    Gegen Ende des Buches wurde ihre Beziehung noch einmal auf die Probe gestellt. Denn es gab zwar einige Beweise, es zeigte sich jedoch, dass Dinge ganz unterschiedlich waren und das Avery selbst sehr loyal ist.

    Das die beiden ihr Happy End bekommen war wirklich schön, denn auch Averys Bruder, der es nie leicht hatte, bekommt endlich die Chance weiter zu kämpfen und vielleicht eines Tages seinen großen Wunsch zu erreichen.

    Für mich eine wirklich tolle Geschichte, von der ich einfach nicht genug kriegen kann.

    Charaktere

    Hayden

    Hayden ist in meinen Augen der perfekte Geschäftsmann. Und doch zeigt er ein Stück weit Schwäche, denn nicht nur ein Deal ist ihm durch die Lappen gegangen.

    Wie er und sein Bruder miteinander umgehen fand ich wirklich grandios, denn die Dialoge, waren einfach so lustig. Den Humor hat er auf jeden Fall nicht in der Familie, viel eher ist er versessen darauf, genau das zu bekommen, was er will.

    Dabei nimmt er jedoch auch Rücksicht auf Avery, schließlich würde sie ansonsten ihren Job verlieren, für ihn hingegen hätte diese Begegnung rein gar keine Konsequenzen.

    Ich muss sagen, dass Hayden ein sehr eigensinniger, starker Charakter ist, der sich jedoch auch schnell seiner Gefühle eingesteht und sieht, dass er Avery in seinem Leben braucht.

    Nur in einer Situation konnte ich ihn nicht ganz nachvollziehen, denn beide haben zwar ihre Fehler gemacht und die Beweise waren erdrückend, aber anstatt das Gespräch zu suchen, sind sie sich einfach aus dem Weg gegangen. Irgendwie hätte er dort eigentlich anders sein sollen oder zuminst den Versuch zeigen sollen, sich in ihn hineinzuversetzen.

    Avery

    Ich glaube, ich habe in einem Buch noch nie einen so loyalen Charakter erlebt, wie es Avery ist.

    Sie macht ihren Job ordentlich, immer in der Hoffnung auf mehr Geld. Aber anstatt so selbstlos zu sein und durch die Welt zu reisen wird schnell klar, dass sie dieses für ihren Bruder nutzt um ihm die Physiotherapie und alles was dazu gehört zu bezahlen. Sie gibt sich ein Stück weit selbst die Schuld und stellt deshalb ihre eigenen Probleme und Angelegenheit vor den ihrer Familie.

    Nicht nur einmal wird sie auf die Probe gestellt, doch sie schafft es immer standhaft zu bleiben, was ich sehr an ihr bewundere.

    Zudem ist sie eine so herzliche und offene Person gewesen, die den Wunsch, etwas für sich selbst zu tun nie aufgegeben hat.

    Und als sie dann Hayden begegnet, fand ich sie beide einfach nur ganz wundervoll. Ich habe direkt gespürt, dass sie sich gegenseitig anziehen, verstehen und gemeinsam gegen den Rest der Welt kämpfen.

    Zusammenfassung

    Ich mochte die Geschichte wirklich unfassbar gerne.

    Ein reicher Geschäftsmann, eine Superyacht und ganze viele Emotionen. Eine Achterbahn der Gefühle, ein einzigartiger Schreibstil und eine Wendung mit der ich nicht gerechnet haben, machen das Buch ganz besonders, denn nicht nur die Spannung zwischen den Charakteren sorgen dafür, dass sie in Flammen aufgehen.

    In meinen Augen ist sie der perfekte Auftakt der neuen Diologie und ich freue mich schon jetzt sehr darauf, mehr über Landons und Skylars Geschichte zu lesen, denn diese hört sich genauso spannend an.

  24. Cover des Buches Der Azteke (ISBN: 9783596165223)
    Gary Jennings

    Der Azteke

    (49)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Der Autor Gary Jennings schildert in diesem Roman Aufstieg, Blüte und Untergang des Aztekenreiches. Sein Ich-Erzähler Mixtli steht als Berater, Krieger und Adliger der jeweiligen Herrscher des Aztekenreiches stets im Brennpunkt des Geschehens. Hierbei erfährt der Leser unglaublich viel über die Mythen, Religionen sowie das Regierungssystem der damaligen Zeit sowie über die Ankunft der spanischen Eroberer.  Dieses Buch ist voll mit einer Fülle historischer Details über das Leben der Azteken und beschwört ein eindringliches, authentisches Bild dieses Epoche herauf. Die Geschichte selbst ist fesselnd und spannend zu lesen, allerdings von einer nahezu unerträgliche Fülle an grausamen Begebenheiten. So übergibt sich der Ich-Erzähler Mixtli einmal auf einer verstümmelten Frau, von der sich später herausstellt, dass sie eine einstige Geliebte und nahe Verwandte von ihm gewesen ist. Es kommen auch zahlreiche Opferungen vor, wie beispielsweise die Opferung der einzigen Tochter des Ich-Erzählers, die auf eine besonders blutrünstige Weise ihr Leben lässt. Ich bin sicher, dass dieses Buch vielen Lesern gefallen wird, da es historisch nahezu einmalig recherchiert  ist und dabei sehr spannend zu lesen ist. Einmaliges Buch.

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