Bücher mit dem Tag "ehrenmord"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "ehrenmord" gekennzeichnet haben.

11 Bücher

  1. Cover des Buches Love like blood (ISBN: 9783038821069)
    Mark Billingham

    Love like blood

    (21)
    Aktuelle Rezension von: Thomas_O_Malley

    Zwei muslimische Jugendliche, befreundet, der eine schwul, die andere mehr den europäischen Werten zugewandt, versuchen ihrem strengen Elternhaus zu entfliehen und werden ermordet. Eine Polizistin, deren Freundin auf brutale Art und Weise umgebracht wurde, und die eigentlich selbst Opfer des Anschlags werden sollte.
    Das sind die beiden Haupthandlungsstränge, die sich jedoch sehr schnell verknüpfen, denn die Polizistin Nicola Tanner möchte endlich dem Mörderduo, dass sich auf die Beseitigung muslimischer Jugendlicher, die die Ehre der Familie beschmutzen, spezialisiert haben, auf die Schliche kommen und damit auch indirekt Rache am Mord ihrer großen Liebe üben. Hierbei erhält sie Unterstützung von Detective Tom Thorne, der den Fall bearbeitet, da Tanner selbst wegen Befangenheit und dem schweren Schicksalsschlag beurlaubt ist.
    Thorne ist der typische Brite: ruhig und eigenwillig geht er seinen Weg, über Gesetze sieht er hierbei gerne mal hinweg und ist durch die geerdete Art der Gegenpol zur emotionalen Tanner, die gerne mal mit dem Kopf durch die Wand rennt.
    Die Handlung wird aus verschiedenen Blickwinkeln via auktoriale Erzähler beschrieben. Hierbei wechselt die Sicht je Kapitel zwischen Nicola Tanner, Tom Thorne, dem Täterduo, aber auch den Opfern. Durch die verschiedenen Perspektiven und Eindrücke der Personen baut sich mehr und mehr Spannung auf und die Charaktere verlieren ihre anfängliche Blässe.
    Insgesamt sind drei Aspekte aber für mich unglaubwürdig. Ehrenmorde sind eigentlich Taten, die aus der Wut und Enttäuschung heraus entstehen, und somit von Familienmitgliedern Onkel, Väter, Brüder, … umgesetzt werden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es dafür wirklich eine Art Mörderclub geben soll.
    Eine beurlaubte Polizistin, vor allem wenn sie wegen Befangenheit ihren Job nicht ausüben soll, wird in der Realität nicht so in den Fall integriert, wie es Tanner wird. Sie bespitzelt verdächtige Personen, ist bei akuten Befragungen mit Thorne dabei und wird auch sonst nicht in ihre Schranken gewiesen, wenn sie sich aktiv eingemischt hat. Vielleicht liegt es daran, dass ich die vorherigen Bände nicht kenne, dass mir da etwas Wichtiges durch die Lappen gegangen ist, aber so ist das mehr als unglaubwürdig.
    Der letzte Punkt ist, dass der gewissenhafte Thorne (Spoileralarm!) via unterlassene Hilfeleistung mit Todesfolge ein Geständnis erzwingt und die Auswirkungen ohne Konsequenzen für ihn vertuscht.

    Fazit:
    Die Geschichte fesselt durch eine Sogwirkung, die gerade durch eine ruhige, strukturierte Ermittlungsarbeit entsteht. Das Ausmaß der ganzen Tragödie wird erst nach und nach sichtbar und auch das Verständnis, warum sich Nicola Tanner gerade zu in den Fall verbissen hat, recht spät klar.
    Dennoch sollte die Betonung des Krimis nicht zu sehr auf wahre Begebenheiten liegen, dafür ist er in vielen Bereichen nicht realistisch genug wiedergegeben. Wer sich allerdings auf ein sensibles, immer wieder kehrendes Thema einlassen möchte, kann hier gut unterhalten werden.


  2. Cover des Buches Ehre (ISBN: 9783036959320)
    Elif Shafak

    Ehre

    (108)
    Aktuelle Rezension von: mariameerhaba

    Es geht um Ehre, zumindest sagt das der Titel. Das Buch beginnt auch richtig interessant, die Schwester holt den Bruder aus dem Gefängnis ab und quartiert den Muttermörder in ihre Wohnung. Muttermörder? Die eigene Mama? Also das war ein Satz, der mich sofort aufhorchen ließ.

    Doch sobald ich neugierig bin, macht die Autorin einen Zeitsprung zurück und erzählt von der Oma des Muttermörders, und das verdammt langweilig.

    Zuerst wird von der Oma berichtet, die so viele Schwangerschaften hinter sich und nur Pech mit Mädels hatte. Am Ende stirbt sie und dann konzentriert sich die Geschichte auf die Tochter der Oma, der Mama des Mörders, und es ist so, wie ich es nicht erwartet habe: Langweilig.

    Jedes kleine Detail wird in die Länge gezogen. Sobald die Autorin endlich schafft, mich für sich zu gewinnen, kommt ein Zeitsprung, ruiniert die Bilder, zieht die Handlung in die Länge und im nächsten Abschnitt wird erzählt, wie die Mutter nach England zieht und damit das nicht zu aufregend wird, erzählt die Autorin von der Schwester der Mutter, der jungfräulichen Hebamme, die beste Hebamme aller Zeit, und da war ich so froh, dass das Buch so dick und schwer war. Damit auf meinem Kopf zu schlagen, war eindeutig schöner, als es zu lesen.

    Und die Männer erst: Sie werden weitgehend ignoriert. Der Opa, der Vater, die werden nur am Rande erwähnt, als wären sie nur Penisse, die ihre Aufgabe erledigt und nur noch die Autorin genervt haben, während Oma und Mama so viel Platz bekommen, als hätten die Frauen nach dem Empfängnis des heiligen Spermas nichts mehr mit dem anderen ehelichen Teil zu tun gehabt.

    Die Autorin macht nicht einfach einen Bogen um das aktuelle Thema der Geschichte; sie läuft davon weg und erzählt über alles andere und dafür habe ich nicht gezahlt. Das Problem dabei ist, dass sie nicht wirklich einen Spannungsbogen aufbaut oder auch nur schafft, die Figuren irgendwie sympathisch zu machen. Klar, sie bekommen Gesichter, doch gleichzeitig wird so distanziert erzählt, dass mich die Figuren nicht berührt haben. Dann die Szene mit der Namensgebung: Das war so Hardcore-Türkisch, dass Kopfschütteln allein nicht genügt haben.

    Das Buch ist so langatmig, so langweilig, als hätte der Verleger sich von der Autorin gewünscht, so viel wie nur möglich zu schreiben ohne viel zu erzählen.

  3. Cover des Buches Chronik eines angekündigten Todes (ISBN: 9783596907069)
    Gabriel García Márquez

    Chronik eines angekündigten Todes

    (219)
    Aktuelle Rezension von: irmakvakifli

    Gabriel García Márquez stellt in dieser schmalen, aber gewichtigen Erzählung eine einzige Frage ins Zentrum: Reicht es aus, etwas nicht selbst zu tun – oder wird man durch Wegsehen zum Mittäter?

    In Chronik eines angekündigten Mordes erleben wir die Geschichte eines Mordes, der tatsächlich angekündigt wird – und dennoch geschieht. Die Bewohner eines kleinen Dorfes wissen davon, manche reden darüber, andere ignorieren es. Am Ende stirbt Santiago Nasar, und niemand hat etwas unternommen, obwohl alle die Möglichkeit dazu hatten.

    Márquez' Stil ist zurückhaltend, fast protokollarisch. Und genau das macht den Text so eindringlich: Die Rekonstruktion der Tat wird zur Aufdeckung eines kollektiven moralischen Versagens. Jeder Charakter wird wie in einem Theaterstück eingeführt, kurz beleuchtet, befragt, und dann entlassen – als wäre es ein Gerichtsprozess, der niemals wirklich stattgefunden hat.

    Die Ironie liegt im Titel selbst: eine Chronik. Als wäre alles längst festgeschrieben, unausweichlich. Und so liest sich der Roman auch – nicht wie ein Krimi, sondern wie eine Tragödie in Zeitlupe.

    Ein literarisches Lehrstück über Schuld, Gleichgültigkeit und soziale Mechanismen. Prägnant, schmerzhaft, unvergesslich.

  4. Cover des Buches Guten Morgen, Abendland (ISBN: 9783404606771)
    Nazan Eckes

    Guten Morgen, Abendland

    (11)
    Aktuelle Rezension von: Holden

    Fräulein Üngörs Aufruf zu gegenseitiger Toleranz und Annäherung, eingebettet in ihre persönliche Familiengeschichte in Deutschland. Wie schon eine Rezensentin vor mir geschrieben hat, sind die Passagen über ihre Familie, der schwierige Neuanfang ihres Vaters in Deutschland und das glückliche Familienleben sehr berührend und herzergreifend, andere Passagen wie ihr Neid auf die immer hübsche Heidi Klum in Modemagazinen oder ihre Frustration über ihre deutsche Fernsehproduzentin Petra eher nichtssagend und stehen der Message eher im Wege. Ein Buch also mit Licht und Schatten, Frau Eckes hat die Anfeindungen und Herabsetzungen, denen man ausgesetzt war, sicherlich eher noch heruntergespielt. Seit 2010 hat sich sicher nicht all zu viel geändert, inzwischen haben wir mit Herrn Özdemir aber den ersten türkischstämmigen Bundesminister. Es bleibt also noch viel zu tun, Entscheidungsträger bitte lesen! Und mit dem Dolmus bin ich auch schon gefahren, aber daß man sich da ducken muß, war mir neu!

  5. Cover des Buches Inspektor Takeda und die Toten von Altona (ISBN: 9783746632131)
    Henrik Siebold

    Inspektor Takeda und die Toten von Altona

    (99)
    Aktuelle Rezension von: Lejoan

    Das Buch zeigt, dass zwischen Deutschland und Japan ungefähr die gleiche Mentalität besteht. Die  Arbeiten der Deutschen sind gewissenhaft, genau wie die der Japaner. Auch die Japaner brauchen ihre Freizeit und haben ihre Hobbys, die sehr westlich geprägt sind. Takeda, der japanische Ermittler, der nach Hamburg versetzt wurde fühlt sich in Hamburg nicht wie in einer Großstadt. Japanische Großstädte sind geschäftiger. Aber er bekommt auch sehr schnell mit, dass die Mentalität der Deutschen den der Japaner in nichts nachsteht. Während die Japaner durchaus auch mal während ihrer Arbeit oder in einem Park, in einem Kaffee, beim Essen einen Powernap halten, legen die Deutschen eher darauf Wert ihre Freizeit getaktet zu haben, und genießen zu können. Am Wochenende ihren Hobbys nachzugehen oder nach der Arbeit ihre Freizeit zu genießen. Zeit mit ihrer Familie zu verbringen. Das Buch selbst, welches deutlich zeigt, dass die Zuwanderung in Deutschland Probleme mit sich bringt, die nicht unbedingt nur von deutschen ausgehen   In Deutschland sind sehr viele Zuwanderer zu Hause die ihre Probleme mit in das neue Land bringen und die nicht nur lernen müssen mit deutschen auszukommen sondern auch mit anderen weltweiten Religionen oder Glaubensgemeinschaften. Das Buch zeigt außerdem sehr eindrucksvoll dass Menschen eine Gratwanderung von 180 Grad durchmachen können, nur weil sie mit den Gegebenheiten in Deutschland unzufrieden sind, weil sie bemerken, dass es nicht in Ordnung ist, wenn nicht nur die Zuwanderer kommen sondern auch ihre Probleme. Deutschland selbst hat genug Probleme und braucht nicht auch noch Probleme der Zuwanderer z.B Ehrenmode oder religiös geprägte Konflikte. Die Schreibweise des Buches ist sehr gut, es lässt sich flüssig lesen es ist interessant. Es wirft Fragen auf die teilweise auch beantwortet werden. Es zeigt die Arbeitsweise und Lebensweise verschiedener Menschen. Es ist spannend. Außerdem finde ich es sehr gut, dass auch gezeigt wird wie man mit politisch bedingten Problemen umgeht, wie Menschen geschont werden weil sie politisch tätig sind, wie Menschen ihre eigenen Gedanken formen und in Taten umsetzen und sich dabei nicht von ihren Gefühlen abbringen lassen.

  6. Cover des Buches Das Ende der Geduld (ISBN: 9783451818332)
    Kirsten Heisig

    Das Ende der Geduld

    (83)
    Aktuelle Rezension von: Holden

    Jugendrichterin Heisigs Aufklärungsbuch über Jugendgewalt. Erfreulicherweise wird nicht so getan, als sei die Gewalt vom Himmel gefallen oder bestimmten Bevölkerungsgruppen immanent. Unter den äußerst negativen Lebensbedingungen, unter denen manche der Kinder aufwachsen mußten, wäre es schwer gewesen, die "Kurve zu kriegen". Daß Heisig schreibt, daß bei Heranwachsenden häufig Erwachsenenstrafrecht angewandt werde, kann ich so nicht stehen lassen. Meinem Kenntnisstand wird nur bei Trunkenheitsfahrten das allgemeine Strafrecht angewendet, weil Trunkenheitsfahrten in jedem Alter vorkämen, ansonsten wird immer Jugendstrafrecht angewandt. Im übrigen erstaunlich, in was für Bereichen sich ein Jugendrichter auskennen muß, abseits der reinen Paragraphenarbeit in StGB und JGG. Und manche der Themen, die Heisig nur kurz anreißt, sind inzwischen in den Mittelpunkt der Diskussion getreten, zB Cybermobbing, Social Media und die sog. "Ehrenmorde". 

  7. Cover des Buches Verkauft (ISBN: 9783800080014)
    Constanze Dennig

    Verkauft

    (43)
    Aktuelle Rezension von: MissRose1989

    Das Cover des Buches passt sehr gut zum Inhalt, die erste Beobachtung zu dem Fall macht Alma Liebekind auch in einer Klink und auch die Stimmung des Bildes passt sehr gut zu der Handlung, die dann folgt. 

    Als Alma Liebekind eine seltsame Beobachtung in einem Wiener Sanatorium macht, in dem sie wegen einer Fehlgeburt behandelt wird, fragt sie sich, ob man hier ein Verbrechen verschleiern möchte und beginnt sich zusammen mit ihre Mutter auf eine nicht ganz ungefährliche Spurensuche...

    Constanze Dennig streift im Buch das sehr aktuelle Thema der Flüchtlingspolitik, aber das auch nur am Rande und das ist etwas schade, weil das hätte man etwas mehr einbinden können. Es fehlt hier einfach etwas der Fokus auf die Herkunft der Frau, die nachts ins Sanatorium eingeliefert wird. 

    Alma ist als Hauptprotagonistin etwas schwierig, sie ist irgendwie keine Figur, die man ins Herz schliesst, aber so ergeht es dem Leser mit allen Figuren, sie bleiben etwas blass, man kann sie nicht wirklich greifen. 

    Constanze Dennig beginnt nicht gleich mit dem wirklichen Fall, sie legt die Geschichte so an, dass man erstmal etwas die Charaktere und deren Einbettung in ihr Leben, so das es zu Beginn nicht wirklich wie ein Krimi anmutet, leider wird das auch im Verlauf des Buches nicht besser, weil der Spannungsbogen nicht wirklich vorhanden ist. 

    Constanze Dennig hat einen sehr interessanten Schreibstil, man kommt sehr gut in die Geschichte rein und durch ein paar kleine wienerische Feinheit kommt auch etwas der österreichische Charme des Buches durch. Sie hat eine sehr auffallende Sprachwahl, so dass man immer wieder Begriffe aus dem lateinischen oder dem Dialekt als Fussnote erklärt werden muss. Gewollt spannend legt sie kleine Spuren, die sie dann später im Buch wieder aufnimmt und deren Bedeutung erst dann klar wird, aber die auch nicht wirklich zur Spannung beitragen. 

    Dieser Band ist bereits der 4. Band der Reihe, an sich ist der Fall abgeschlossen, wer sich aber für die Figuren an sich interessiert und gerne mehr als den Steckbrief zu Beginn des Buches haben möchte, sollte mit Band 1 der Reihe starten. Wenn man erst mit Band 4 einsteigt, ist es etwas schwierig, die Personen immer klar zuzuordnen und sich die Beziehungen der Charaktere zu erschliessen. 


    Fazit: 

    Die Idee des Krimis ist wirklich gut, aber in der Umsetzung ist es eher ein spannender Roman als ein Krimi. Irgendwie steht der Fall eher so neben den Beziehungen zwischen den Charakteren und gewinnt nicht wirklich die Oberhand. 

    Constanze Dennig hat einen etwas spezielle Art zu schreiben, an die man sich gewöhnen muss und die sicher nicht jeder so gut findet, weil man manchmal eben erstmal die Fussnoten lesen muss und das schon im Lesefluss etwas stört. 

    Alles im allem kann man sagen, der Plot ist gut, das Cover auch, aber der Schreibstil, die Charaktere und auch der Fortgang der Handlung überzeugt nicht. Man muss sich sehr auf das Buch einstellen, weil der Humor und auch das Ermittlerduo aus Mutter und Tochter nicht wirklich zu der Krimiidee passen wollen. 

  8. Cover des Buches Unschuldslamm (ISBN: 9783548285641)
    Judith Arendt

    Unschuldslamm

    (100)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    1. Die Handlung

    Die Handlung soll sich um die Schöffin Ruth Holländer drehen. Das tut sie an sich auch. Immer wieder geht es um die Gerichtsverhandlung und somit um das laufende Verfahren. Diese Bereiche sind gut gemacht und auch wirklich interessant. Das Problem das ich beim erneuten lesen hatte: Es kamen mir zu viele Passagen vor, die sich um das Privatleben von Ruth Holländer drehten. Bitte nicht falsch verstehen, ich mag es, wenn man auch etwas über den Hintergrund der Hauptfigur erfährt, hier hat es die Autorin dann aber teilweise doch übertrieben. Manchmal kam es mir so vor, als würde es mehr um ihre privaten Probleme, als um den Fall gehen, vor allem da man den ja aufgrund der Inhaltsangabe doch im Vordergrund sieht.

    Das hat sich dann auch auf die Spannung ausgewirkt. Waren die Passagen im Gerichtssaal sehr spannend und man fieberte mit, so brach die Spannung immer wieder ein, wenn es dann im private Problemchen oder ähnliche Dinge ging. Schade, denn hier wäre sicherlich mehr möglich gewesen.

    Der Fall selbst war interessant, aber irgendwie hat mich das Ende nicht zufrieden gestellt. Es fehlte so der gewisse Schwung und die Spannung am Ende.

    2. Die Protagonisten

    Ruth Holländer ist die Hauptperson hier, daneben spielt eigentlich nur noch der Staatsanwalt Eisenrauch eine wichtigere Rolle.

    Ruth ist geschieden, hat 2 Kinder und ein französisches Bistro. Als sie Schöffin wird, ist sie wenig begeistert, bis der erste Tag im Gericht vorbei ist. Sie ist sicherlich eine interessante Persönlichkeit, aber ihre Art war mir teilweise etwas zu schwankend. Mal dreht sich alles nur um das Gerichtsverfahren und sie vergisst alles um sich herum, dann wieder steht ihr Privatleben im Mittelpunkt und das Gericht ist vergessen. Es war mir ein zu großes Hin und Her bei ihr. Warum mir das beim ersten Lesen gefallen hat, kann ich so nicht mehr nachvollziehen.

    Der Staatsanwalt ist eine Sache für sich in diesem Buch. Irgendwie habe ich das Gefühl gehabt, man erfährt mehr aus seinem Privatleben, als von seiner Arbeit. Während die zufälligen, privaten Treffen mit Ruth sehr viele Details haben und man schon einen Einblick in das Leben des Staatsanwalts hat, so bleibt er vor Gericht irgendwie sehr farblos und ruhig. Ich finde dort hätte er offener und angriffslustiger auftreten müssen, dann wäre noch mehr Schwung in die Handlung gekommen.

    3. Die Handlungsorte

    Der Gerichtssaal 500 im Landgericht ist immer wieder da. Er wird kurz in knapp beschrieben, aber so ausreichend, dass man ihn sich vorstellen kann.

    Vom Bistro bekommt man einen guten Eindruck, hier geht die Autorin mehr ins Detail. Ein weiterer Hinweis darauf, dass das Buch mehr vom Privatleben handelt.

    Alle anderen Handlungsorte – der Ort in Anatolien, Ruths Wohnung, der Großmarkt – werden kurz abgehandelt und beschrieben, zu viele Details sind dort aber nicht vorhanden.

    Die Details waren gut, vielleicht hätte man mehr Details zum Gerichtssaal wählen können, aber es war in Ordnung.

    4. Sonstiges

    An sich hat mir der Schreibstil gut gefallen, er war soweit flüssig. Durch die fehlende Spannung fehlte mir dann aber doch der Schwung beim Lesen.

    Die Kapitel waren angenehm groß, man konnte gut ein Kapitel beenden, bevor man mit dem Lesen aufhört.

    Allerdings haben mir Schriftgröße und Schriftart nicht hundertprozentig zugesagt. Wer hier länger am Stück liest, dem tränen dann schon mal die Augen.

    Das Cover gefällt mir gut mit der Hütte und der lila Farbgebung. Schwer zu sagen, wohin diese Hütte gehört, dem Buch direkt zuordnen kann ich sie nicht.

    Die Papierqualität geht in Ordnung, die Buchstaben scheinen leicht durch, aber noch im Rahmen.

    5. Das Fazit

    3/5 Punkten

    Warum mir der Krimi beim ersten Lesen so gut gefallen hat, kann ich mittlerweile nicht mehr nachvollziehen. Die Spannung bricht immer wieder ein, da zu viel Wert auf den privaten Alltag gelegt wird. Das Gerichtsverfahren rutscht dadurch immer wieder in den Hintergrund. Das merkt man auch bei den Details von Personen und Handlungsorten. Beim erneuten Lesen konnte mich das Buch nicht mehr richtig überzeugen, auch wenn der eigentliche Gerichtsfall trotzdem spannend war.

  9. Cover des Buches Bei lebendigem Leib (ISBN: 9783732552733)
    Souad

    Bei lebendigem Leib

    (141)
    Aktuelle Rezension von: Babsi123

    Mein Fazit: 

    Wer sich mit der Kultur des Landes im Westjordanland und den Sitten auskennt, weiß um die Bedeutung des Wortes" Ehrenmord ". 


    Souad ist 17 Jahre alt, als ihre Familie beschließt, sie zu töten. Sie hat einen" Fehler" begangen, sie hat sich in den Nachbarn verliebt und seinen Versprechungen geglaubt. Bis sie schwanger wird und er sie nicht heiratet … Der Schwager übergießt sie mit Benzin und als lebende Fackel läuft sie ins Dorf … fremde Frauen versuchen sie zu löschen und ein Martyrium beginnt für Souad …aber da gibt es Jaqueline, eine Französin, die ihr Leben und das ihres Sohnes rettet ... Sehr mutig, zu dieser Zeit. 


    Souad's Lebensgeschichte ist so tragisch, erschütternd und berührend, dass es einem das Herz zusammen zieht und die Tränen kullern. Ein Leben voller Angst, Schmerz und Traurigkeit … und trotzdem bewundere ich Souad ... was für eine starke Persönlichkeit aus ihr geworden ist. Dieses Buch zu schreiben und uns an ihrem tragischen Schicksal teilnehmen zu lassen, hat sie sicher viel Kraft gekostet und ich wünsche der Autorin alles Gute für sie und ihre Familie. Ich hoffe für Souad, dass dieses Buch aufrüttelt, die Menschen zum Nachdenken bringt und die Weltgeschichte verändert. Dass die Frauen keine Angst mehr vor Folter, Verstümmelungen, Vergewaltigungen und Morde durch die Familien haben müssen. Denn Mädchen sind nach wie vor nichts wert in diesem Land. Viele werden gleich als Babys getötet, Jungs dagegen verehrt. 


    Ein sehr bewegendes, ergreifendes Epos, das man unbedingt gelesen haben sollte.

  10. Cover des Buches Todesbraut (ISBN: 9783423213097)
    Sandra Lüpkes

    Todesbraut

    (43)
    Aktuelle Rezension von: abuelita
    Nun also – nach drei Jahren - ist Wencke Tydmers zurück und arbeitet jetzt im LKA in Hannover und nicht mehr als Kriminalkommissarin. Sie hat sich in den USA als Profilerin ausbilden lassen Nun beschäftigt sie sich mit Fällen die Jahre zurückliegen und füttert das System ViCLAS mit Daten …… damit dadurch vielleicht irgendwann mal ein Mord verhindert werden kann. 

    Der erste Fall führt sie zu Shirin Talabanin, deren Bruder von einigen Jahren versucht hat ,sie zu töten. Natürlich muss Wencke auch mit ihr reden – aber sie findet Shirin tot, ermordet vor. Und natürlich kann Wencke es nicht lassen und stürzt sich gegen alle Dienstvorschriften in die Ermittlungen.

    Damit bringt sie nicht nur sich, sondern auch ihren Sohn Emil in große Gefahr – und eines Tages ist Emil verschwunden. Jetzt kann nur noch Axel Sanders helfen...

    Ein Krimi mit viel Hintergrundwissen zur moslemischen Kultur… viele, dazu rechne ich auch mich, kennen diese fremde Kultur nicht richtig. Auch Wencke hat damit so ihre Probleme, das ist sehr schön gezeichnet und realistisch. 

    Der Fall ist sehr spannend und die Auflösung ist doch noch einmal eine Überraschung. 

    Was das Privatlebern von Wencke Tydmers und Axel Sanders betrifft - - hier geht es nicht so richtig vorwärts und damit bin ich etwas unzufrieden. Ob da im nächsten Band wohl mal etwas Konkretes bzw. Fassbares passiert?

    Wir werden sehen….

  11. Cover des Buches Im Namen des Vaters (ISBN: 9783739672748)
  12. Zeige:
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