Bücher mit dem Tag "ehrlich"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "ehrlich" gekennzeichnet haben.

54 Bücher

  1. Cover des Buches Ich bin dann mal weg (ISBN: 9783890296005)
    Hape Kerkeling

    Ich bin dann mal weg

    (4.112)
    Aktuelle Rezension von: Leseratte_09

    Nach einem Hörsturz und Gallenblasen-OP bricht Hape Kerkeling zusammen. Der bekannte Entertainer ist an einem Scheideweg und entscheidet sich im Sommer 2001 dazu, über den Jakobsweg zu pilgern. Eigentlich kein Wanderer durchlebt er körperliche Herausforderungen, denkt über das Leben nach und lernt die unterschiedlichsten Menschen kennen. 

    Für ihn wird die Wanderung auch ein Weg zu sich selbst, um sich klar zu werden, was für ihn im Leben wirklich zählt. 

    Kerkeling erzählt in der ihm eigenen Sprache, selbstironisch, heiter und doch mit viel Tiefgang und hat so ein Buch geschrieben, von dem man sich inspirieren lassen kann. Es muss vielleicht nicht immer die große Reise auf dem Jakobsweg sein, doch zu sich selbst ehrlich zu sein und sich Auszeiten im Alltag zu schaffen kann durch den manchmal turbulenten Alltag jeden Lebens helfen. 


  2. Cover des Buches Tausend strahlende Sonnen (ISBN: 9783596520701)
    Khaled Hosseini

    Tausend strahlende Sonnen

    (1.271)
    Aktuelle Rezension von: Minijane

    Nachdem ich „Drachenläufer“ von Khaled Hosseini vor längerer Zeit gelesen und geliebt habe, wollte ich natürlich unbedingt auch das nachfolgende Buch „ Tausend strahlende Sonnen“ des Autor‘s lesen.


    Wie erwartet, ist das Buch keine leichte Kost. Deshalb stand es wahrscheinlich auch so lange Zeit ungelesen im Regal.

    Es geht um 2 starke Frauen, die in ihrem Leben so unendlich viel Furchtbares erleben müssen und trotzdem immer weiter machen. Da ist zunächst einmal Mariam, die als uneheliches Kind schon einen schweren Start ins Leben hat. Sie wird zwangsverheiratet mit Raschid, einem 30 Jahre älteren Schuster. Alleine schon diese furchtbare Ehe und die Machtlosigkeit der afghanischen Frauen in dieser patriarchalischen Gesellschaft machen wütend und traurig. 

    Laila wächst dagegen in Kabul bei einer liebevollen Familie auf, doch Krieg und Bombardierungen erschüttern auch ihr Leben. Die Wege der beiden Frauen kreuzen sich, als Leila mit 14 Jahren ihre Eltern durch einen Bombenanschlag verliert. Nachbar Raschid nimmt Laila zwar auf, aber das hat einen Preis. Mariam muss sie als Zweitfrau ertragen und macht Laila das Leben zunächst zusätzlich schwer. Nach anfänglicher Feindschaft raufen sich die beiden Frauen dann aber zusammen und entwickeln  eine tiefe Verbundenheit und Freundschaft. 

    Während ein Regime zum Nächsten wechselt,  wird die Situation für die Frauen in  Afghanistan immer schlimmer. Wir verfolgen etwa 30 Jahre der geschichtlichen Entwicklung des Landes, beginnend in den 80er Jahren bis zu den Anschlägen vom 11.September mit der anschließenden Intervention der USA in Afghanistan. Es ist unfassbar, was die Menschen haben aushalten müssen, insbesondere über das Schicksal der Frauen zu lesen, war manchmal kaum auszuhalten.

    Khaled Hosseini ist ein hervorragender Geschichtenerzähler, dem es gelingt die afghanische Geschichte aus Sicht zweier Frauen in einer frauenfeindlichen Welt zu erzählen, die aber nie aufgeben und ihr Schicksal irgendwann in die eigene Hand nehmen.

    Großartig!

  3. Cover des Buches The Midnight Library: The No.1 Sunday Times bestseller and worldwide phenomenon (ISBN: 9781786892737)
    Matt Haig

    The Midnight Library: The No.1 Sunday Times bestseller and worldwide phenomenon

    (236)
    Aktuelle Rezension von: Mabuse

    Das Buch hat mich von Anfang an gepackt. Es erzählt die Geschichte von Nora, die sich in einem Zwischenraum zwischen Leben und Tod wiederfindet.

    Die Handlung ist zwar an manchen Stellen vorhersehbar, aber das nimmt der Freude am Lesen nichts weg. Besonders stark fand ich die Botschaft: dass man die kleinen Dinge im Leben wertschätzen sollte und dass jedes Leben einzigartig und unverwechselbar ist.

    Gerade heute, wo man sich in den sozialen Medien ständig mit anderen vergleicht und oft nur deren „Schokoladenseiten“ sieht, wirkt diese Botschaft sehr inspirierend und wichtig.

  4. Cover des Buches Der Junge muss an die frische Luft (ISBN: 9783492312394)
    Hape Kerkeling

    Der Junge muss an die frische Luft

    (391)
    Aktuelle Rezension von: SeverusNyssen

    Der Junge muss an die frische Luft“ ist nicht einfach nur eine Autobiografie, sondern eine liebevoll erzählte Erinnerung an die prägenden Jahre des jungen Hape Kerkeling. Von der ersten Seite an nimmt er seine Leser*innen mit in die Welt des Ruhrgebiets der 1970er-Jahre – eine Welt voller Currywurstbuden, Nachbarschaftsleben, rauer, aber herzlicher Menschen und einer Familie, die ebenso Halt wie Bruchstellen bereithält.


    Besonders beeindruckend ist, wie Kerkeling es schafft, kindliche Perspektive und erwachsene Reflexion miteinander zu verweben. Man liest von seiner frühen Begabung für Humor und Imitation, von ersten kleinen Auftritten vor der Familie, und spürt zugleich die Schattenseiten seiner Kindheit: die Depression und den viel zu frühen Tod seiner Mutter, die Leere, die dieses Ereignis hinterlässt, und die Suche nach einem Platz im Leben. Trotz dieser Schwere verliert das Buch nie seinen leichten Ton – es gibt immer wieder Szenen, die zum Schmunzeln bringen, weil sie mit feinem Humor und Selbstironie geschildert sind.


    Das Faszinierende ist, dass Kerkeling weder verklärend noch bitter schreibt. Er blickt ehrlich zurück, ohne zu urteilen. Gerade dadurch entsteht eine Nähe, die berührt: Man fühlt mit dem kleinen Hans-Peter, wenn er in der Enge der Wohnung nach Luft schnappt, aber auch, wenn er durch seine Fantasie ganze Wohnzimmer in Bühnen verwandelt.


    „Der Junge muss an die frische Luft“ ist ein Buch, das zeigt, wie aus Schmerz Kreativität wachsen kann, wie Humor zum Überlebensmittel wird und wie Erinnerungen – so traurig sie auch sein mögen – getragen sind von Liebe und Dankbarkeit. Es ist ein sehr persönliches Werk, das nicht nur Fans von Hape Kerkeling anspricht, sondern alle, die Geschichten über Kindheit, Verlust und die Kraft des Humors schätzen.


  5. Cover des Buches Iron Flowers – Die Rebellinnen (ISBN: 9783733504212)
    Tracy Banghart

    Iron Flowers – Die Rebellinnen

    (465)
    Aktuelle Rezension von: Butta

    Ich habe das Hörbuch nur durch Zufall entdeckt muss aber sagen ich war positiv überrascht und es trifft sehr meinen Geschmack. Für so ein Jugendbuch hat es einige Schichten und ist sehr feministisch, was ich toll fand. Natürlich könnte es noch mehr Tiefe und world building haben und natürlich erinnert es an einige Bücher von dieser Zeit. Nichts desto trotz finde ich dass es seinen Job gut macht, ich war wirklich investiert in die Story und super gespannt sich wenn ich den einen Twist geahnt habe. Mir gefiel die ganze Idee die Umsetzung bisher und auch die Sprecher waren gut. Bin auf dem 2ten Teil gespannt 

  6. Cover des Buches Nevernight - Die Rache (ISBN: 9783596703593)
    Jay Kristoff

    Nevernight - Die Rache

    (270)
    Aktuelle Rezension von: shizu_reads

    Tja, liebe Freunde der Schatten, das Finale ist nun gelesen – und ich muss leider sagen, dass es mich nicht wirklich überzeugen konnte.

    Nach einem starken Start hatte ich allerdings Hoffnung, dass die Reihe doch noch zu einem gelungenen Abschluss findet, nachdem ich den zweiten Teil bereits als ziemlich langatmig empfunden hatte. Der Anfang des Finales ist dynamisch, actionreich und hat einfach Spaß gemacht.

    Doch dann zog sich die Handlung erneut in die Länge und wurde in mehreren Punkten anstrengend. Etwa der ewige, ermüdende Hahnenkampf zwischen Tric und Ash oder die übermäßig zahlreichen 🌶️-Szenen, die mir schlicht zu viel Raum einnahmen. Auch Mias kleiner Bruder Jonnen empfand ich eher als störend denn als Bereicherung für die Gruppe.

    Charakterentwicklungen waren kaum spürbar, was grundsätzlich in Ordnung gewesen wäre – wenn da nicht Jonnen gewesen wäre, der mir deutlich zu überzeichnet und vorhersehbar agierte. Vermutlich sollte er die Handlung in eine bestimmte Richtung lenken, doch das wirkte oft gezwungen und ließ mich häufiger genervt die Augen rollen.

    Trotzdem gab es durchaus Elemente, die mir gefallen haben: das stilistische Mittel des Erzählers, das einen gelungenen Plottwist mit sich bringt, Herr Freundlichs Kommentare – von denen ich gern mehr gelesen hätte – sowie manche Entscheidungen von Mia, die mir wirklich Respekt abverlangten. Auch einige überraschende Tode haben mich kalt erwischt.

    Das Finale selbst war mir dann allerdings zu lang, zu zäh und zu unrund. An einigen Stellen hatte ich den Eindruck, dass Zeitdruck und kreative Erschöpfung zusammenkamen – leider keine gute Kombination.

    Empfehlen kann ich die Reihe letztlich nicht. Zwar gibt es viele positive Ansätze, aber weder Band 2 noch das Finale konnten mich so überzeugen, dass ich sie guten Gewissens weiterempfehlen würde.

  7. Cover des Buches 9 Tage wach (ISBN: 9783841906298)
    Eric Stehfest

    9 Tage wach

    (79)
    Aktuelle Rezension von: Mabelle


    Auf einem dunklen Cover blickt einen ein junger Mann. Selbstbewusst, fast ein bisschen herausfordernd an, um zu signalisieren: Ich hab es geschafft.

    Ein junger Mann erzählt ziemlich rasant seine Lebensgeschichte: Seine schwierige Kindheit, der Weg zum Drogenkonsum vorprogrammiert.

    Der Schreibstil angepasst zum Milieu, aber ziemlich rasant geht es von einmal Drogenkonsum zum anderen. Aus der Gosse ins wirkliche Leben. Seht her, ich hab es geschafft. Das Buch hat mich leider nicht abgeholt, für mich zu rasant, zu oberflächlich.

  8. Cover des Buches Montags bei Monica (ISBN: 9783442493593)
    Clare Pooley

    Montags bei Monica

    (146)
    Aktuelle Rezension von: kisacaeinstein

    Ich habe das Buch nach dem Klappentext ausgewählt und bin nicht enttäuscht worden.

    Die Idee mit dem wandernden Notizbuch gefällt mir sehr gut und wurde auch gut umgesetzt. Ich fand es super, dass es so unterschiedliche Charaktere gab. Es gab nicht die eine perfekt dargestellte Person. Alle waren menschlich, mit Höhen und Tiefen.

    Der Zusammenhalt der Gruppe, aber auch die Auseinandersetzungen machten das Buch für mich so glaubwürdig.

    Ein Highlight vor dem Abschluss des Jahres 

  9. Cover des Buches Der Rosie-Effekt (ISBN: 9783596521180)
    Graeme Simsion

    Der Rosie-Effekt

    (462)
    Aktuelle Rezension von: Igelmanu66

    »Ich verbrachte fast zwei Wochen mit der Lektüre von „Dewhursts Lehrbuch zu Geburtshilfe und Gynäkologie (Achte Ausgabe)“ sowie dem Studium von Internet-Videos und entschied, dass alle Theorie durch praktische Erfahrungen ergänzt werden müsse. Es war, wie ein Buch über Karate zu lesen – hilfreich bis zu einem bestimmten Punkt, aber unzureichend als Vorbereitung auf einen Kampf.«

     

    Don Tillman, Professor für Genetik und allgemein ein wissenschaftliches Genie, hat es im Vorgänger-Band zu seiner eigenen Überraschung geschafft, eine Frau fürs Leben zu finden. Das Rosie-Projekt hatte den Asperger-Autisten vor enorme Herausforderungen gestellt, die in diesem Band allerdings noch gesteigert werden, denn Rosie ist schwanger.

    Don will wie immer alles richtig machen und geht die Sache höchst engagiert und wissenschaftlich an. Was bei Rosie, die sich viele Sorgen macht, gar nicht immer gut ankommt. Kann Don überhaupt ein guter Vater sein? Nicht nur Sozialarbeiterin Lydia hat daran gewaltige Zweifel und Don, der neben dem Baby-Projekt noch versucht, die Ehen seiner besten Freunde zu retten, kommt an seine Grenzen…

     

    Nachdem ich das Rosie-Projekt gelesen hatte, war mir klar, dass ich das Leben dieser wunderbaren Menschen weiterverfolgen wollte. Don hat mit seiner ganzen Art sofort mein Herz erobert und ich bewunderte den Mut und die Aufrichtigkeit, mit der er sich seinen Schwierigkeiten stellt. Beim Lesen konnte ich einige Male herzhaft lachen, an anderen Stellen litt ich richtig mit. Gegen Ende wurde es so spannend, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen mochte. Es gibt zum Glück noch einen dritten Band und der wird bald bei mir einziehen.

     

    Fazit: Ein wundervolles Buch, so berührend und lustig zugleich. Ich bin jetzt großer Don Tillman Fan!

  10. Cover des Buches Shutter Island (ISBN: 9783257243352)
    Dennis Lehane

    Shutter Island

    (287)
    Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider

    Zwei Marshalls kommen nach Shutter Island. Hier soll eine Gefangene Kindsmörderin entflohen sein. Die Insel hat drei große Trakte, wo die psychisch Kranken untergebracht sind. Die Marshalls suchen nach Wahrheit und Hintergründen und alles ist irgendwie seltsam hier. Edward hat immer wieder Alpträume von früher. Seine tote Frau taucht auf und seine Vergangenheit beim Einsatz in den Konzentrationslagern. Er schreckt dann immer aus dem Schlaf auf und irgendwas scheint hier vor sich zu gehen auf der Insel, denn es verschwimmt alles vor seinen Augen und in seinem Kopf und die Migräne wird schlimmer. Aber dann steht Edward vor einem Mann aus seiner Vergangenheit und kommt ins straucheln. Was ist wahr? Wer lügt? Wo gehört er wirklich hin? Der Roman von Dennis Lehane ist eine Wucht und überrascht immer wieder. Die vielen Wendungen, das Legen von Fährten und das eröffnen von sogenannten Wahrheiten, bringt uns Leser auch fast um den Verstand. Es ist wie ein Sog und man kommt von der Insel einfach nicht mehr runter.


  11. Cover des Buches Der Verdacht (ISBN: 9783328108429)
    Ashley Audrain

    Der Verdacht

    (208)
    Aktuelle Rezension von: Liden

    Leseempfehlung.

    Datum : 14.07.2025


    ✨Handlung✨

    Blythe und Fox werden Eltern, Violet ist ein absolutes Wunschkind. Doch Blythe fällt die Mutterschaft schwerer als gedacht, sie verspürt gar eine gewisse Abneigung gegen ihre Tochter, die sich in den Jahren verschlimmert. Violet ihre Feindseligkeit wird immer stärker und es geschieht ein „Unfall“.


    ✨Protagonisten✨

    Charaktere : 5 / 5

    Blythe, Cecilia und Etta. 3 Mütter, eine dysfunktionale Familie die aufzeigt, wie wichtig es ist, zu heilen und ggf. eine Therapie anzustreben. In einigen Punkten konnte ich mich gut mit Blythe identifizieren (kaputte Familie ✔️ postnatale Depression ✔️ Care Arbeit ✔️), allerdings denke ich, das Violet keine Psychopathin war, sondern ein Kind mit starken Bedürfnissen die Blythe nicht erfüllen konnte, da sie zu wenig Unterstützung bekam und mit sich selbst im Kampf stand. 


    ✨Setting✨

    Unterhaltung : 5 / 5

    Blythe schreibt ihrem Mann ein Manuskript ihrer Erlebnisse und Gefühle in der Ehe und das Leben als Mutter. Es ist eine harte Kost und es wird mit der Moral des Lesers „gespielt“. Wie nachvollziehbar waren Blythe ihre Gedankengänge und ab wann ist ihr Verhalten fragwürdig und unangebracht?


    ✨Schreibstil✨

    Spannung : 5 / 5

    Es wird aus der Ego Perspektive von Blythe erzählt. Dadurch wird auch nur ihre Seite der Medaille beleuchtet. Die Kapitel sind kurz und es hat eine Sogwirkung.


    ✨Fazit✨

    Ein Buch, was lange im Gedächtnis bleibt. Eine gesunde Beziehung zu sich selbst ist so wichtig. Es werden die Missstände aufgezeigt, was passieren kann, wenn man in der Mutterschaft einsam ist, keine Unterstützung bekommt und vom Partner nicht ernst genommen wird - es leiden alle darunter. Ich hoffe, kein Kind auf dieser Welt muss jemals so eine Kindheit wie Cecilia oder Blythe erleben. Ich denke, manche Themen kann man besser verstehen wenn man selbst ein Elternteil ist aber manchmal hat es auch mein Herz gebrochen 💔

  12. Cover des Buches Alles, was passiert ist (ISBN: 9783351050672)
    Yrsa Daley-Ward

    Alles, was passiert ist

    (31)
    Aktuelle Rezension von: gst

    „Du kannst nicht weglaufen, vor dem, was du bist. Ob du willst. Oder nicht. Was du bist steckt tief in dir, ist tief in dich eingedrungen“, schreibt Yrsa Daley-Ward in ihrer Autobiografie auf Seite 220. Diese Erkenntnis kam ihr allerdings erst nach vielen Ausbrüchen aus ihrem Leben.


    Schon mit acht Jahren lernte sie, „welche Gefühle man besser nicht fühlt“. Ebenso wie die Mutter sehnte sie sich danach, geliebt zu werden. Ihren Vater hat sie nie kennengelernt. Der große Bruder war schon bald aus dem Haus, die Mutter arbeitete und deren Lebensgefährte ängstigte sie.


    Mit ihrem vier Jahre jüngeren Bruder lebte sie einige Jahre bei den strenggläubigen Großeltern. Dort herrschte Ordnung und „jedes Mal, wenn wir uns in der Kirche zum Gebet hinknieten, weinte ich, weil ich nicht sicher sein konnte, ob ich es in den Himmel schaffen würde.“


    In diesem Buch, das in vier große Abschnitte unterteilt ist, berichtet die 1989 in Nordengland geborene Autorin von ihrer Kindheit, der Pubertät, der Zeit der Drogenräusche und wie es ihr nach dem Tod der Mutter ergangen ist.


    Nicht nur das bisherige Leben der jungen Frau hat mich mitgenommen in eine mir fremde Welt. Auch der Stil des Buches ist etwas ganz außergewöhnliches! Da gibt es Seiten mit unterschiedlich großer Schrift und Seiten, die nur wenige Sätze enthalten. Gedichte lösen durchgehend bedruckte Seiten ab, vereinzelt steht die Schrift auch mal auf dem Kopf. Abgesehen vom Schriftbild und dem ungewöhnlichen Leben hat mich auch die Sprache an sich so beeindruckt, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen wollte.


    Da ich nicht ihr bisheriges Leben, das mich teilweise abgestoßen hat, sondern das entstanden Buch bewerte, gibt es fünf Sterne.

  13. Cover des Buches Mutti baut ab (ISBN: 9783442393152)
    Kester Schlenz

    Mutti baut ab

    (26)
    Aktuelle Rezension von: Kamima

    Auf das Buch von Kester Schlenz wurde ich durch eine Talkrunde aufmerksam. Der Vater von 2 erwachsenen Söhnen hat dort sein Buch „Mutti baut ab“ vorgestellt. Da mich dieses Thema zur Zeit persönlich anspricht und ich von ihm schon das Buch „Mensch Papa – Vater werden“ angetan war (übrigens ein tolles Buch zum Verschenken ;)), habe ich mir gerne den kleinen Festeinband näher angeschaut.


    Der Autor berichtet autobiografisch von seiner über 80-jährigen Mutter, die nach dem Tod des Mannes/Vaters erst einmal alleine in der gemeinsamen Wohnung lebt. Es folgen ein Umzug in einer „altersgerechte“ Wohnung, dann der Kampf um das Erlangen der Pflegestufe, eines Pflegeheimplatzes, eine schwere Krankheit muss überwunden werden und drei erwachsene Kinder (zwei Söhne und eine Tochter), welche nicht nur räumlich auseinander leben, sondern natürlich auch ihre eigenen Familien haben, müssen – um Mutti zu helfen – an einem Strang ziehen.


    Das bedeutet nicht nur eine gute Organisation, so manches Zurückstecken von allen Seiten, sondern auch eine gehörige Portion Humor und Glück. All dies verpackt Kester Schlenz in kleine Kapitel, die mal mitreißend ans Herz gehen, mal wertvolle Informationen bieten und manchmal einfach nur humorvoll unterhalten. Und die Rückblenden in das „junge Leben“ seiner Mutter hilft zu verstehen und nimmt uns mit in eine frühere Zeit mit dem deutlichen Hinweis: „Mutti war nicht immer alt.“


    Traute Schlenz ist ein Original mit einer herrlich treffenden, manchmal sarkastischen, manchmal verwirrten Hamburger Schnauze. Sie hat übrigens ihr Einverständnis gegeben, dass ihr Sohn über sie schreiben darf, was zeigt, wie achtsam der Autor mit seiner Mutter und dem Thema „Altwerden“ umgeht. Er ist nie respektlos, aber gnadenlos direkt – auch wenn die „Beteiligten“ so manches Mal an ihre Grenzen geraten. Gut, dass man dann Familie hat!


    Ja, ich mag das Buch – klingt komisch, ist aber so! Das Thema geht uns alle an und es ist gut, wenn dieses mit so viel Humor verpackt wird. So z.B. (Seite 15/16) „Es ist ein interessantes Phänomen, dass alte Leute sehr häufig andere alte Leute sehr verächtlich als „alte Leute“ wahrnehmen, obwohl sie selbst alte Leute sind“ - kommt euch bekannt vor? Mir schon :-)


    Fazit: flüssig zu lesen, humorvolle Passagen gleichen die Schwere des Themas aus, ein paar Tipps über Anträge, Pflegestufen, Krankenhäuser u.a. - ein Buch zu einem Thema, vor dem niemand Angst haben muss. Ein Lesetipp!

  14. Cover des Buches Opa hat seinen Hut vergessen (ISBN: 9783948417239)
    Elena Berz

    Opa hat seinen Hut vergessen

    (12)
    Aktuelle Rezension von: Lesensundspielenddurchsleben

    Opa hat seinen Hut vergessen widmet sich dem plötzlichen Tod eines Großelternteils. Es beginnt mit der Schilderung der gemeinsamen Zeit von Opa und Enkelin und erzählt dann davon, dass Opa das Kind eigentlich abholen sollte, aber stattdessen Papa kommt und bereits auf der Garderobenbank erzählt dieser auf die Frage, warum er so traurig schaut, das Opas Herz aufgehört hat zu schlagen. Schon hier folgen erste Erklärungen, was es heißt, tot zu sein. Auf der nächsten Seite werden dann durch die Situation zu Hause, wo Mama weint, verschiedene Arten zu trauern sehr einfühlsam beschrieben. Auf den folgenden Seiten wird das Thema dann noch vertieft: Johanne, Idas Patentante beschreibt die biologische Seite des Todes und erzählt dabei auch etwas über eine unsterbliche Quallenart (die kannte ich tatsächlich auch selbst noch gar nicht). Greta und Ida führen dann am nächsten Tag ein Gespräch im Kindergarten über den Tod, wo die Vorstellung einer Reinkarnation aufgenommen wird. Am Nachmittag folgt auch noch das Gespräch mit der Oma, wo es bereits um die Beerdigung (Erdbestattung) geht. Über diese wird auch auf den letzten Seiten noch berichtet.

    Wie man an den Themen schon merkt, wird vieles aufgenommen. Ich finde viele Themen sehr einfühlsam und gut beschrieben, sodass ich das Buch durchaus im akuten Trauerfall empfehlen kann. Ich hätte mir teils etwas mehr Diversität gewünscht, gleichzeitig weiß ich, hätte es das Buch dadurch viel länger gemacht, was wieder für Kindergartenkinder zu lange wäre. Aber gerade beim Gespräch über Jenseitsvorstellungen hätte ich mir schon noch die eine oder andere Perspektive gewünscht. Es wird im Endeffekt hauptsächlich auf eine Wiedergeburt, die noch dazu vom gesammelten Karma abhängt, aufgenommen. Auch wenn das bei uns recht weit verbreitet ist, ist es doch eine hinduistische Vorstellung, die durch die letzte Seite ja irgendwie nochmal aufgenommen wird und dadurch als die von Ida übernommene Vorstellung ein wenig verstärkt wird in ihrer Gewichtung. An anderer Stelle kommt noch die Vorstellung vor, dass jemand sagt, er ist jetzt im Himmel und ob er da nicht runterplumpsen kann. Weiter eingegangen wird darauf aber nicht. Beide Vorstellungen hätten mit noch 1, 2 Impulsen das Buch noch vielfältiger einsetzbar gemacht als Anstoß für die Kinder, ihre eigenen Vorstellungen einfließen zu lassen und zu entwickeln. Denn beim Thema Tod und Jenseits geht es ja auch ganz viel darum. Die wirklich wunderschönen Illustrationen und die sehr einfühlsame Rahmengeschichte würde jedenfalls dazu einladen und in Bezug auf Trauer ist das so wunderschön gelungen, wie ich es von keinem anderen Buch über den Tod erlebt habe.

  15. Cover des Buches Die Canterbury Schwestern (ISBN: 9783548287867)
    Kim Wright

    Die Canterbury Schwestern

    (110)
    Aktuelle Rezension von: Mirarim

    HANDLUNG


    Che kann es nicht fassen: Sie ist mit acht anderen Frauen auf dem Weg von London nach Canterbury. In einem Brief hat ihre exzentrische, willensstarke Mutter ihrer Tochter aufgetragen, dorthin zu pilgern und ihre Asche zu verstreuen. Außerdem hat sich gerade auch noch ihr Freund von ihr getrennt. Das Letzte, was sie jetzt gebrauchen kann, ist ein als Pilgerreise getarnter Selbstfindungstrip. In alter Pilgertradition soll jede der Frauen auf dem Weg eine Geschichte über die Liebe erzählen. Che ist skeptisch, als die Wanderinnen damit beginnen. Doch die unterschiedlichen Geschichten der Frauen berühren sie tief. Zum ersten Mal in ihrem Leben hat Che das Gefühl, ihren Weg zu kennen.


    MEINUNG

    Da ich Fan von Wanderungen bin und auch das Pilgern an sich ein sehr interessantes Thema finde, hat mich das Buch angesprochen. Ich mochte auch, dass 9 Frauen gemeinsam unterwegs waren, die sich nicht kennen, aber kennenlernen. 9 unterschiedliche Frauen, die alle ihre Geschichten in sich tragen.

    Mit der Umsetzung selber hatte ich aber trotzdem manchmal so meine Probleme. In diesem Buch gab es Phasen, da hat es mich richtig mitgerissen und die Seiten flogen nur so. Aber dann kamen wieder die Phasen, in denen das Buch wochenlang wieder nur Teil meines CR-Stapels war...

    Zum einen hatte ich vielleicht ein Problem damit mich mit Che zu identifizieren. Ich habe nicht sehr mit ihr sympathisiert - ich hatte aber im Buch auch das Gefühl, dass sie das selbst auch nicht hat. Noch dazu war sie in einem Alter (irgendwas zwischen Ende 40 und Anfang 50), zu dem ich je nach Schreibstil und Geschichte nicht immer den Zugang finde - so auch hier.

    Der Aufbau in dem Buch war eigentlich auch gut gedacht. Zum einen wurde die Pilgerreise nach Canterbury beschrieben, gestreut mit vielen Gedankengängen von Che. Nacheinander wurden dann die Geschichten all der Frauen erzählt. Manche interessanter, manche weniger interessant. Durch beides - die Reise und die Geschichten - wurden immer mal wieder auch historische Fakten eingebaut, die sich gut integriert haben.

    Mit den Geschichten wurden auch verschiedene gesellschaftliche Themen angesprochen, Probleme, die die jeweilige Person durchlebt hat. Mir sind nach dem Buch definitiv auch noch Geschichten in Erinnerung. Mit der Botschaft / Sichtweise / Interpretation so mancher Geschichte hatte ich aber auch meine Probleme.

    Für das, was das Buch für mich versprochen hat, sind meine Erwartungen nicht so ganz erfüllt worden. Ich glaube mir ist zum Teil zu wenig passiert und zum Teil fand ich die Dinge, die erzählt wurden nicht so relevant.

    Es ist wahrscheinlich ein Buch, das ganz gut verschiedene Lebensgeschichten aufgreift. Das dazu aufruft zu akzeptieren und zu leben.

    Das Ende war für mich dann auch etwas ernüchternd und ich war etwas enttäuscht. Trotzdem ist es aber auch kein schlechtes Buch. Vielleicht kann aber eine Frau, die eher um die 50 Jahre alt ist mit dem Buch mehr anfangen als ich 😊

    2,5⭐️

  16. Cover des Buches Als Musik meine Sprache wurde - Die offizielle Autobiografie (ISBN: 9783868834741)
    Der Graf

    Als Musik meine Sprache wurde - Die offizielle Autobiografie

    (14)
    Aktuelle Rezension von: zickzack

    Ich schäme mich, dass dieses Buch 10 Jahre auf meinen SUB versauert ist. Es war so unfassbar gut, dass ich schon jetzt mein Jahreshighlight gefunden habe.

    Der Schreibstil ist so, wie ich den Grafen kenne. Ab und an gab es Audios, wo er über das Konzept seines neuen Albums gesprochen hat oder, wenn er ein Interview gehalten hat oder wenn er auf dem Konzert ein paar Worte an die Fans gerichtet hat. Und genauso wie er in solchen Momenten von Dingen erzählt hat, ist das Buch geschrieben. Ich hätte mir ja auch das Hörbuch anhören können (was es übrigens auf Spotify gibt, was ich aber auch zu Hause als CDs habe), da dies vom Grafen selbst eingesprochen wurde, aber ich bin einfach kein großer Hörbuchfan. Es war für mich auch nicht notwendig, da ich seine Stimme beim Lesen direkt im Ohr hatte und das obwohl ich schon länger nicht mehr seine Musik gehört habe. Es war für mich eine kleine Zeitreise, zu der Phase, wo ich so gerne auf Konzerte gegangen bin.

     

    Der Graf erzählt also in diesem Buch über seinen Weg vom schüchternen, stotternden Jungen zu einem erfolgreichen Musiker. Dabei ist er gnadenlos ehrlich. 

    Es geht schon am Anfang mit dem Rektor los, der ihm doch geraten hat, einen Beruf zu wählen, wo er ja nichts mit Menschen zu tun hat, weil das ist ja nicht sein Ding und schon gar nicht, wo er vor Menschen stehen muss. Irgendetwas in einem Büro. Jemand, der das Selbstvertrauen eines jungen Menschen zerstört hat. Der Junge, der es sowieso schon nicht leicht hatte und mit Mobbing zu kämpfen hatte (allein da, hat er schon meine vollste Solidarität), wird so von seinem Rektor fertiggemacht. Anstatt jemand, dem es eh nicht leichtfällt, zu bestärken und zu ermutigen, zertrampelt er einfach dieses Selbstbewusstsein. Was für ein ekelhafter Mensch. Und diese Worte verfolgen den Grafen noch Jahre später und lassen ihn immer wieder zweifeln. Kein Wunder, dass der da klar gesagt hat, dass er diesem Menschen nicht verzeihen kann.

    Und so begegnet er auf seinem Lebensweg noch mehreren solchen Personen, denen man letzten Endes auch nicht verzeihen muss. Vor allem wenn man sie dann wiedertrifft und sie einfach so tun, als wäre nie etwas gewesen. Wie er es schon schrieb: „Erbärmlich.“

     

    Der Graf erzählte aber besonders von seiner Liebe zur Musik. Am Anfang hat er seine Sprechstörung noch mit Sport kompensiert, doch eines Tages entdeckte er die Musik für sich und kam von dieser nicht mehr los. Es war ein langer und beschwerlicher Weg bis er endlich Fuß fassen konnte und das tun, was er liebte.

    Dabei habe ich erfahren, dass er mehr Komponist und Produzent ist. Ich habe ihn eher, als Sänger und Songwriter wahrgenommen, was er ja auch ist, dabei war am Anfang gar nicht abzusehen, dass er jemals Sänger wird. Und glücklicherweise hat er zur deutschen Musik gefunden. Es war schon erstaunlich wie lange er sich mit englischen Texten abgequält hat, wobei er der Sprache doch nicht einmal so besonders gut mächtig war, sondern Unterstützung bei der Übersetzung benötigte. Vielen Dank an Oomph (ich nehme stark an, dass er diese Band mit dem Song „Das weiße Licht“ meint), die ihm zur deutschen Musik inspiriert haben.

     

    Wie man es vom Grafen kennt, beschreibt er zwar sehr stark, wie sein Weg zur Musik war, aber dennoch wenig über sein Privatleben, außer an Stellen, wo sich das mit seiner Musik direkt überschnitten hat. Die Songs „An deiner Seite“ und „Geboren um zu Leben“ sind ja für seinen verstorbenen Freund geschrieben. Und darauf geht er noch einmal ein, ohne dennoch zu tief ins Detail zu gehen. Auch in „Stark“ hat er seine Emotionen verarbeitet, als ein wichtiger Mensch gestorben ist.

    Auch andere Songs sind durch das Buch noch einmal tiefer geworden. „Bruder“, was er seinen großen Bruder gewidmet hat, welcher ihm Geld gegeben hat, wo er es dringend benötigt hat. „Puppenspieler“, der über seinen ehemaligen Produzenten spricht. „Unter deiner Flagge“, der seiner Mutter gewidmet ist.

     

    Ich habe das Buch in mich aufgezogen und gerade als ich von den Anfangszeiten des Grafen gelesen habe, habe ich etwas darum getrauert, dass ich ihn erst mit seinem großen Durchbruch „Geboren um zu leben“ kennenlernen durfte. Ich hätte ihn gern mit seinen weißen Kontaktlinsen auf der Bühne gesehen. Muss eine wilde Zeit gewesen sein. Später habe ich mir seine älteren Songs angehört und mir haben sie sehr gut gefallen, obwohl er zu Anfangszeiten härtere Musik gemacht hat, da er ja aus der „Gothic-Szene“ kam.

    Oh man. Er spricht hier auch mehrmals kurz über ein paar Fans, die ihm immer wieder „Kommerz“ vorgeworfen haben, dass sich Unheilig verkauft hat etc. Es ist doch logisch, dass ein Musiker möchte, dass seine Musik von so vielen Menschen wie möglich gehört wird. Wenn er da also die Chance auf einen Plattenvertrag bei einem großen Label wie Universal bekommt, klar nimmt er es da an. Im Buch wurde deutlich, dass es ihm nie ums Geld persé ging, sondern letzten Endes nur um die Musik.

     

    Ja und weil es ihm um die Musik ging, wundert es mich letzten Endes auch nicht, dass er 2016 aufgehört hat. Er hat zwar das Leben auf der Bühne gelebt und geliebt, aber es hat ihn auch einiges abverlangt und vor allem hat er den Medienrummel und das ganze Drumherum nichts abgewinnen können. Dem Grafen ging es steht’s darum Musik zu machen. Ich bin mir sicher, dass er inzwischen als Komponist und Produzent für andere Künstler agiert.

    Leider endet die Autobiografie 2012 bereits. Nicht nur, dass dieser in einer Phase geschrieben sein muss, wo er im großen Hype war und ich mich frage, wie er das Buch und das Hörbuch da noch untergebracht hat, ist es schade, dass hier nicht mehr die letzten Jahre aufgeschrieben wurden. Auch wenn ich mir zusammenreimen kann, was seine Gründe fürs Aufhören waren und wahrscheinlich wirklich der entscheidendste war, dass er mehr für Familie und Freunde da sein wollte, hätte es mich doch aus seiner Sicht sehr interessiert. Zumal zu dem Zeitpunkt (2012) ein Aufhören gar nicht in Betracht kam. Allerdings hat er bereits davon geschrieben, dass er sich gefragt hat, wie lang man so als Musiker leben kann und er sich nicht mit 60 Jahren noch auf der Bühne sah. Interessant, dass ich beim Grafen immer Stefan Raab Vibes habe, da sie sich doch in einigen Belangen sehr ähnlich waren.

     

    Fazit: Das Buch hat mich absolut begeistert und in mir noch einmal die alte Fanliebe zu Unheilig hochkommen lassen. Auch wenn ich mich etwas schäme, dass das Buch so lange auf meinem SUB lag, war es dennoch der richtige Zeitpunkt um es zu lesen. Denn nach langer Zeit habe ich gerade wieder sehr große Lust die Musik vom Grafen zu hören. Super und ehrlich geschrieben, interessante Geschichte. Ein Highlight für mich. 5 Sterne.

  17. Cover des Buches Septemberschnee (ISBN: 9783945287149)
    Nicola Henselmann

    Septemberschnee

    (22)
    Aktuelle Rezension von: Verena_Buchblogger

    Septemberschnee" von Nicola Henselmann war ein wunderbar leichtes, humorvolles, aber auch ernstes Buch, welches mir einen wunderbaren Sommerabschluss beschert hat :-)  Aber es lässt sich selbstverständlich zu jeder Jahreszeit gut lesen! :-)

    Pia hat sich also aufgemacht nach Köln, in ihre alte Heimat. Sie lässt sich in Köln-Sülz nieder, was witzigerweise quasi mein Veedel ist, also Sülz-Klettenberg! Das eine Veedel geht nahtlos in das andere über, also gehören sie irgendwie zusammen ;-)

    So war es ein leichtes und gleichzeitig echt schön für mich, mir alles live vor Ort vorzustellen! :-)

    Nun denn, Pia hat Glück, dass sie über Carmen, die mit im Haus wohnt, relativ schnell einen neuen Job bekommt. Das einzige, was nun noch fehlt, ist ein neuer Mann in ihrem Leben! Wenn ihre beiden Töchtern an den Wochenenden bei ihrem Vater sind - sofern er sie nicht vergessen hat - geht Pia mit ihren neu gewonnenen Freundinnen auf die Piste! Aber so richtig was dabei ist nichts, einer ist sogar ein Vollhonk!! Pia braucht dringend einen Tapetenwechsel, Luft zum Atmen und einen Ort, um sich auf sich selbst zu besinnen! Und in der Steiermark, mitten im Schneegestöber, findet sie das, wonach sie gar nicht mehr gesucht hat...

    Nicola Henselmanns Schreibe ist locker flockig, nicht auf den Mund gefallen und passt perfekt ins Rheinland bzw. nach Köln :-) Ihre Protagonistin war mir sehr sympathisch, wie auch Ihre Kinder und Ihre neuen Freunde, besonders Murat! :-) Die Geschichte an sich fand ich bis auf wenige Situationen gut erzählt, manchmal hätte ich mir etwas MEHR gewünscht: Mehr von der Situation, mehr Inhalt, mehr Tiefe! Manches wurde mir zu schnell abgehandelt! Aber ich wurde wirklich sehr gut unterhalten und nach all den Vampirgeschichten und schwierigen Romanen, die ich in letzter Zeit gelesen habe, war dieses Buch eine wahre Wohltat! :-)

    Und ich bin ehrlich, ich wüsste schon gerne wie es weitergeht mit Pia, ihren Kindern und ... ;-)

    Was mir auch gut gefallen hat, waren die steirischen Sätze, die Nicola Henselmann am Ende des Buches nochmal ins Hochdeutsche übersetzt hat. Wobei, so ein wenig rumrätseln, versuchen im Dialekt zu sprechen, war schon lustig! :-) Probiert es beim Lesen einfach mal aus! ;-)

    Pia hat in den 2 Jahren seit der Trennung von ihrem Mann so einiges erlebt, Gutes wie Schlechtes, aber es war schön und aufregend, manchmal peinlich ;-) sie beim Ankommen zu begleiten! Es gab auch eine Lieblingsstelle im Buch für mich, vorm Haus ihres Ex-Mannes! Eine Engel spielt dabei keine unbedeutende Rolle! ;-) Folgendes Zitat ist ein Teil dieser Szene ;-) :

    "Es fliegen Tonscherben und Erde. Pinke Blütenblätter segeln über das Meer der Zerstörung. Wäre es nicht so furchtbar, wäre es wunderschön.“

  18. Cover des Buches Die Liebe in diesen Zeiten (ISBN: 9783423217545)
    Chris Cleave

    Die Liebe in diesen Zeiten

    (68)
    Aktuelle Rezension von: Universum_der_Woerter

    Der Roman beginnnt im Jahr 1939 und geht bis ins Jahr 1941. In dieser Zeit lernt man ein paar Protagonisten kennen. Jeder hat jeweils seine eigene Kapitel und seine eigenen Ansichten welche den Krieg betrifft. Die Leser/innen erleben den Krieg also aus verschiedenen Blickwinkel. 

    Da gibt es Mary, jung naiv und voller Tatendrang die sich freiwillig zum Kriegsdienst meldet und als Aushilfslehrerin in einer Schule landet. 

    Tom der eine Art Schulleiter ist und sich zu Mary hingezogen fühlt und sich schlecht fühlt weil er nicht an der Front ist.

    Alistair, der beste Freund von Tom, meldet sich freiwillig und bekommt den Krieg hautnah mit.

    HIlda die beste Freundin von Mary.....ist einfach da

    und Zachary ein Schüler von Mary der es aufgrund seiner Hautfarbe nicht leicht hat. 

    Um all diese Personen dreht es sich in diesem Roman. Als ich den Klappentext las, habe ich etwas ganz anderes erwartet. Ich bin der Meinung dass dieser Klappentext einen etwas fehl leitet. Ja, es werden ein paar Briefe ausgetauscht aber ich fand sie weder romantisch noch emotional noch witzig. Und auch fehlte mir zwischen den Protagonisten die Emotionen. Egal in welcher Konstellationen die Paare waren. Mir fehlte es einfach an Tiefgang und ich konnte die Situationen einfach nicht greifen. Auch den Bezug zu den Charakteren fand ich leider nicht. Auch der Titel "Die Liebe in diesen Zeiten" passt meiner Meinung nach nicht. Denn von Liebe egal auf welche Art, habe ich nicht wirklich was heraus lesen können. 

    ABER wenn ich jetzt mal nicht an den Buchtitel oder den Klappentext denke, dann steckt da schon eine lesenswerte Geschichte dahinter. Es spielt mitten im zweiten Weltkrieg und die oben gennanten Protagonisten kämpfen um ihr überleben. Der Autor lässt die Bomben niederregen dass es mir als Leserin schon mulmig wurde. Es werden Situationen beschrieben die verstörend wirken. Der Krieg wird in diesem Buch beschrieben wie er nun mal ist, brutal, unfair, dreckig. Und das finde ich gut. Es wird nichts verschönigt, nichts verharmlost die Protagonisten bekommen alle Facetten des Krieges zu spüren. Besonders spannend und interessant fand ich das Leben von Alistair dem Soldaten. 

    Auch wenn mich das Buch nicht so begeistert hat, kann ich es trotzdem empfehlen. Aber mit dem Hinweis, dass in dieser Geschichte keine romantische Liebesgeschichte zu finden ist.

  19. Cover des Buches Für immer und ehrlich (ISBN: 9783442480937)
    Kirsty Greenwood

    Für immer und ehrlich

    (20)
    Aktuelle Rezension von: Jules92

    Inhalt:

    Natalie Butterworth ist frisch verlobt und eigentlich zufrieden mit ihrem Leben. Doch dann wird sie eines Abends im Pub von einem alten Magier hypnotisiert – und kann fortan nicht mehr lügen. Natalie, die bisher einfach immer zu nett war, den Menschen zu sagen, was sie wirklich denkt, steckt in ernsthaften Schwierigkeiten. Allen voran ihr Zukünftiger ist wenig begeistert von den Wahrheiten, die plötzlich aus Natalie heraussprudeln. Sie muss den Hypnotiseur finden, bevor die Hochzeit noch ins Wasser fällt. Doch als die Suche sie in einen bezaubernden Dorfpub und zu seinem unwiderstehlichen Besitzer in Yorkshire führt, weiß sie bald selbst nicht mehr, was richtig und was falsch ist ...

    Meine Meinung :

    Als harmoniebedürftiger Mensch sind kleine Notlügen manchmal unverzichtbar. Doch was passiert, wenn du plötzlich nicht mehr lügen kannst und nur noch die pure Wahrheit hinaus posaunst?! Genau dies passiert der Protagonistin Nathalie Butterworth, die sich fortan durch jede Menge amüsante Begebenheiten kämpfen muss.

    Da die Geschichte selbst in der Vorweihnachtszeit spielt (ohne aber dabei viel Kitsch aufzufahren), ist es für mich persönlich definitiv eine perfekte Unterhaltung für den Advent.

    Diesen Roman konnte ich so schnell nicht aus der Hand legen! Welch grandioser witziger Roman, der vor allem auch durch die recht kurzen Kapitel ein echter "pageturner" war und einfach zum weiterlesen verleitete!

    Der Schreibstil ist herrlich locker und lässt sich zudem flott und flüssig lesen.

    Uneingeschränkt zu empfehlen!

  20. Cover des Buches Kleine Scheißer in großen Gärten (ISBN: 9783596032327)
    N. Benni-Mama

    Kleine Scheißer in großen Gärten

    (20)
    Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider

    Die Familie will umziehen, sie will aufs Land. Ein eigenes Haus, ein schöner Garten, nette Nachbarn und selber Erdbeermarmelade kochen und den Kindern ein anderes Leben bieten. Weg von den geschäftigen Mamas in der Stadt. Bald ist ein Ort gefunden, ein schönes Haus und Benni-Mama wähnt sich am Ziel. Aber schon kurz nach der Ankuft kommen die ersten Nachbarn. Der Hund darf nicht ohne Zaun in den Garten, sein Geschäft muss entfernt werden, der Garten muss nach bestimmten Regeln angelegt werden, eine Nachbarin will das Haus ausräuchern, damit die schlechten Stimmungen verschwinden und so weiter. Die Ruhe weicht einer ganz anderen Geschäftigkeit und es gibt auch hier jede Menge kurioser Familien und Benni-Mama ist wieder mitten drin im Chaos.
    Es macht einfach Spaß und ist witzig, spritzig, böse und voll kurioser Momente.

  21. Cover des Buches Wings of Silver. Die Rache einer Frau ist schön und brutal (Golden Cage 2) (ISBN: 9783548064857)
    Camilla Läckberg

    Wings of Silver. Die Rache einer Frau ist schön und brutal (Golden Cage 2)

    (170)
    Aktuelle Rezension von: Frischi

    Ich habe das Buch von einem Grabbel-Tisch mitgenommen und erst später bemerkt, dass es sich um eine Fortsetzung handelt. Obwohl ich den ersten Teil nicht kenne, konnte ich gut in die Geschichte eintauchen und hatte nicht das Gefühl, dass mir wichtige Informationen zum Verständnis gefehlt haben.

    Im ersten Teil hat Faye ihrem Ex-Ehemann den angeblichen Mord an ihrer Tochter angehängt und versteckt das Kind nun in einem beschaulichen Luxus-Domizil in Italien. Nebenbei hat sie ein sehr erfolgreiches Unternehmen aufgebaut und plant, damit den US-Markt zu erobern. Faye fühlt sich sicher und alles läuft reibungslos... bis es plötzlich nicht mehr so ist.

    Denn mit einem Mal sieht sie sich mit einer feindlichen Übernahme ihres Unternehmens konfrontiert. Als wäre das nicht genug, verdreht ihr ein Mann den Kopf und ihr Ex-Mann ist aus dem Gefängnis ausgebrochen.

    Das Buch liest sich sehr leicht, aber die Geschichte hat mir leider nicht sehr gut gefallen. Ich fand die Handlung ziemlich vorhersehbar und insgesamt auch oberflächlich. Durch Rückblenden in Fayes Vergangenheit wollte die Autorin wahrscheinlich Empathie für die Beweggründe der Protagonistin schaffen, was aus meiner Sicht nicht wirklich gelungen ist.

    Frauenpower und starke weibliche Figuren finde ich grundsätzlich super - es war hier jedoch eine große Spur zu dick aufgetragen. Dazu kamen noch die ständigen Verweise auf Kleidungsmarken, die für mich keinen Mehrwert hatten.

    Ich würde das Buch definitiv nicht weiterempfehlen. Es war mir zu vorhersehbar und insgesamt zu unrealistisch (vielleicht kann ich mich aber auch nur nicht genug in die schwedische High Society hineinversetzen). Der Klappentext klang vielversprechend, hat am Ende jedoch mehr versprochen, als die Geschichte hergegeben hat.

  22. Cover des Buches Wir waren keine Helden (ISBN: 9783862826933)
    Candy Bukowski

    Wir waren keine Helden

    (43)
    Aktuelle Rezension von: Wortmagie

    „Wir waren keine Helden“ von Candy Bukowski wurde mir 2016 vom Verlag edel & electric zur Rezension angeboten. Mein Grund, dieses Angebot anzunehmen, scheint ein wenig banal: in der Inhaltsangabe ist die Rede von einem Punker. Aufgrund meiner eigenen Vergangenheit mit bunten Haaren, glänzenden Nieten und schweren Stiefeln werde ich da stets hellhörig. Ich hoffte auf einen Roman, mit dem ich mich identifizieren konnte und der mich an meine wilden Jahre erinnerte. Vermutlich brauchte ich deshalb sehr lange, um mich für die Lektüre bereit zu fühlen. Ein Nostalgietrip verlangt eben die richtige Stimmung.

    Als der Punker Pete vom Himmel fällt, ändert sich für Sugar alles. Überzeugt, erwachsen zu sein, verlässt sie ihr Kaff im Nirgendwo und stürmt der weiten Welt entgegen, in der Liebe, Schmerz, Traurigkeit, Hoffnung und vollkommenes Glück auf sie warten. Sie reitet die Wellen des Lebens, wird brutal unter Wasser gedrückt und taucht doch jedes Mal wieder auf. Sie ergreift Chancen, scheitert, traut sich, zu springen, um herauszufinden, ob sie fliegen kann und begreift irgendwann, dass Durchschnittlichkeit auf ihre Fragen keine Antworten bietet. Sie kämpft, um ihren Platz im verwirrenden Gefüge des Universums zu finden. Aufgeben ist keine Option. Denn Helden geben niemals auf.

    Ich bin zwiegespalten. Wie bereits erwähnt, hoffte ich, mich mit „Wir waren keine Helden“ identifizieren zu können. Einerseits konnte ich das – und andererseits auch wieder nicht. Es ist kompliziert. Obwohl die Leser_innen die Protagonistin des Romans unter dem Namen Sugar kennenlernen, wurde für mich schnell deutlich, dass es sich bei diesem Buch um eine Art Autobiografie handeln muss oder es zumindest starke autobiografische Züge aufweist. In einem Interview bestätigte Candy Bukowski diesen Eindruck; sie erklärte: „Candy und Sugar sind eins. In jung und gereift“. Candy alias Sugar wuchs in einem kleinen Dorf in Westdeutschland auf und verbrachte den Großteil ihrer Jugend in einer abgeranzten Kneipe, in der man es mit dem Jugendschutz nicht so genau nahm. Mit 17 zog sie Zuhause aus und entschied sich für eine Ausbildung zur Buchhändlerin. „Wir waren keine Helden“ fokussiert allerdings weniger die harten Fakten ihres Lebens, sondern konzentriert sich auf Candys/Sugars emotionale Erlebenswelt. Ihre Beziehungen stehen im Mittelpunkt, sowohl ihre romantischen und freundschaftlichen Beziehungen, als auch ihre Beziehung zu sich selbst. Bukowski sorgt selbstverständlich für den nötigen Kontext, damit ihre Leser_innen verstehen, welche Begegnungen in welcher Lebenssituation eine Rolle für sie spielten, doch meist bleibt sie vage und beschränkt sich auf das absolute Mindestmaß an Informationen. Für ihre Geschichte ist es kaum von Bedeutung, wann sie wo lebte und welchen Beruf sie dort ausübte, entscheidend sind die Menschen und Gefühle, die sie in ihren Lebensabschnitten begleiteten. Candy/Sugar ist eine Stehauffigur, die sich trotz herber Rückschläge niemals davon abhalten lässt, ihr Bedürfnis nach einem freien, wilden Leben zu erfüllen. Diese Autobiografie versprüht ungeheure Lebenslust, nahezu unstillbaren Lebenshunger und darin erkannte ich mich durchaus wieder. In diesem Sinne konnte ich mich also definitiv mit „Wir waren keine Helden“ identifizieren. Was mir jedoch Schwierigkeiten bereitete, war der große Altersunterschied. Candy Bukowski wurde 1967 geboren und ist demzufolge 22 Jahre älter als ich. Sie könnte meine Mutter sein. Diese Spanne ist zu weit, als dass wir viele Berührungspunkte hätten. Ich kann nicht nachempfinden, wie es war, Anfang bzw. Mitte der 80er ein Teenager zu sein und ihre Erfahrungen in der Zeit, als ich jugendlich war, sind von einem erwachsenen Blickwinkel geprägt. Uns trennt eine ganze Generation, wodurch ich ihre stellvertretende Protagonistin Sugar eher objektiv betrachtete, als eine intensive persönliche Bindung zu ihr aufzubauen. Außerdem muss ich zugeben, dass ich ihren Schreibstil als übertrieben literarisch empfand. Ihre verschleiernde blumige Poetik, die ab und zu durch provozierende Direktheit aufgebrochen wird, erschien mir zu abgehoben und lyrisch. Wie alle Leser_innen weiß auch ich einen bildhaften, üppigen Schreibstil zu schätzen, doch Candy Bukowski überschritt die Grenze zum Gekünstelten, als wollte sie ihrem Werk mehr Gewicht verleihen, als es eigentlich hat. Letztendlich handelt es sich eben doch „nur“ um die Geschichte eines Lebens, die trotz aller unkonventioneller Pfade lediglich eine außergewöhnliche, einmalige Biografie unter vielen ist. Candy Bukowski ist genauso einzigartig wie ich, wie ihr, wie jeder Mensch auf der Welt. Ihr Schreibstil vermittelte mir, dass sie sich selbst als besonders besonders sieht, obwohl sie das vielleicht gar nicht beabsichtigte. Dadurch wirkte „Wir waren keine Helden“ leicht pathetisch, womit ich bloß bedingt zurechtkam.

    „Wir waren keine Helden“ ist ein sehr ehrlicher Seelenstrip, der die Grenzen zwischen Autobiografie und Fiktion im Ungewissen lässt. Obwohl sich der Generationenunterschied als schwierig erwies und ich Candy Bukowskis Schreibstil etwas affektiert fand, erkenne ich uneingeschränkt an, dass sie sich ihrer Stärken und Schwächen bewusst ist und ihr (emotionales) Leben in diesem Roman schonungslos offenlegt. Das erfordert Mut und verdient meinen Respekt. Sie ist zweifellos eine beeindruckende Frau, deren furchtlose Bereitschaft, außerhalb der Norm zu denken und zu leben, zu scheitern und dennoch immer wieder aufzustehen, bemerkenswert ist. Nichtsdestotrotz ist „Wir waren keine Helden“ meiner Ansicht nach ein Buch, das man lesen kann, aber nicht muss. Wer Interesse an Autobiografien hat und gern Einblicke in die Lebensweise anderer Menschen erhält, ist hier an der richtigen Adresse. Wer hingegen lieber zum klassischen Roman greift, sollte vielleicht noch einmal überlegen, ob eine andere Lektüre eventuell passender ist.

    Vielen Dank an den Verlag edel & electric für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars im Austausch für eine ehrliche Rezension!

  23. Cover des Buches Die große Pause (ISBN: 9783833877544)
    Bastian Bielendorfer

    Die große Pause

    (54)
    Aktuelle Rezension von: beme65

    Leider bin ich sehr enttäuscht über das Buch Die große Pause. Die Leseprobe verhieß einen unterhaltsamen Einblick in die ersten Wochen der Coronakrise aber leider blieb das gesamte Buch sehr oberflächlich und wenig unterhaltsam. Bastian Bielendorf konnte mich überhaupt nicht überzeugen. Seine Aneinanderreihungen von Tagesabläufen blieben blass und wenig inhaltsvoll. Vielleicht liegt es an dem Klischee "Wohnen in der Krise mit Schwiegermutter" das irgendwie konstruiert wirkte, weil sonst noch weniger berichtenswertes passiert ist. Die Beschreibung der Situationen mag auf der Bühne komisch wirken, gelesen wirkten die komischen Szenen einfach nur platt und gezwungen unterhaltsam.
    Vielleicht liegt es auch am Timing. Da das Buch Momentaufnahmen des Krisenbeginns schildert und wir noch mitten in der Krise stecken, ist das Ganze wahrscheinlich auch kein Thema für ein komisches oder unterhaltsames Buch. Ausserdem sind wir den ganzen Tag mit der Thematik beschäftigt, sodass ich beim Lesen gemerkt habe, davon möchte ich nicht noch mehr lesen.

  24. Cover des Buches Abgeschminkt (ISBN: 9783453207165)
    Ilka Bessin

    Abgeschminkt

    (38)
    Aktuelle Rezension von: Perse
    • Details:

    Ausgabe: eBook 

    Erscheinungsdatum: 26.11.2018

    Verlag: Heyne

    Genre: Autobiografie 

    Seitenanzahl: 297

    • Inhalt:

    Ilka Bessin, besser bekannt als "Cindy aus Marzahn", erzählt von ihrem Leben. Ihrer Kindheit, Jugend und den Start in die Arbeitswelt - bis hin zur Arbeitslosigkeit und kreieren ihrer rosa Jogginganzug tragenden Kunst- und Kultfigur. Sie hat sich als eine der großen deutschen Comedystars etabliert, aber der Weg bis dahin war nicht immer lustig und einfach.

    • Meinung:

    Das Buch ist mir 2019 bei einem Tausch - Regal in die Hände gefallen. Ich war davor kein besonders großer Fan von ihr, man könnte sogar von einer gewissen Abneigung sprechen. Vor lauter Langeweile und meiner neugierigen/wissensdurstigen Art, habe ich gedacht, dass ich es zumindest mal versuchen könnte zu lesen. Gedacht und getan. Was soll ich sagen... Mittlerweile habe ich sie schon zwei Mal Live gesehen. Als Ilka und als Cindy aus Marzahn, in ihrer Jubiläums Tour. Ich war sehr positiv überrascht von ihrer Lebensgeschichte und empfinde diese Autobiografie als sehr ehrlich und authentisch. 

    • Fazit:

    Mir hat ihre Geschichte sehr gefallen und sie ist mir auch nah gegangen. Wieder ein wunderbares Beispiel dafür, dass man Menschen die Chance geben sollte von sich zu erzählen. 

    • Empfehlung:

    Für alle, die Fans von "Cindy aus Marzahn" und/oder der Frau darunter sind. Es lohnt sich Ilka Bessin kennenzulernen.

    Eine Kauf- und Leseempfehlung von mir!

    • Tipp:

    Das Hörbuch, gelesen von der Autorin selbst, ist eine tolle Ergänzung und macht ihre Lebensgeschichte noch greifbarer. 

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