Bücher mit dem Tag "eifel"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "eifel" gekennzeichnet haben.

345 Bücher

  1. Cover des Buches Das Rachespiel (ISBN: 9783596196944)
    Arno Strobel

    Das Rachespiel

     (431)
    Aktuelle Rezension von: claudias_buecherwelt

    Frank Geissler glaubt an einen Scherz, als er die Website aufruft: Ein Mann, nackt, am Boden festgekettet, in Todesangst. Daneben ein Käfig voller Ratten, unruhig, ausgehungert.

    Frank kann den Mann retten, heißt es. Aber nur wenn er Teil des »Spiels« wird und seine erste Aufgabe erfüllt. Angewidert schließt er die Website, doch kurz darauf ist der Mann tot. Und Frank beginnt zu zweifeln. Hätte er dem Unbekannten helfen können? Hätte er nicht sofort die Polizei informieren müssen? Aber es ist zu spät. Und nicht nur für den Toten. Auch Frank ist schon mittendrin. Mittendrin in einem Spiel, das ihn in einen Atombunker in der Eifel führt. Einem Spiel, bei dem es um Leben und Tod geht – für Frank, für seine Frau. Und für seine Tochter. In einem Spiel, in dem er einer der Vier ist, einer der vier Kandidaten, für die es um alles geht. Um ihr eigenes Leben. Aber auch um das Leben aller, die ihnen etwas bedeuten.

     Die Story spielt hauptsächlich in der Gegenwart. Zwischendurch gibt es kleine Rückblicke und der Leser erfährt, nach und nach die Hintergründe. Denn die vier Spieler kannten sich in ihrer Kindheit. Doch wer hat die ehemalige Bande in den Bunker gelockt?

    Wieder einmal hat Arno Strobel es geschafft, meine Nerven und meinen Spürsinn zu fordern. Falsche Fährten? Offensichtliche Tatsachen? Ist das Offensichtliche eine falsche Fährte? Spielt jemand falsch? Und wenn ja, wer und wie? Manche Wendungen sind vorhersehbar, doch ob das vorhersehbare auch die Wahrheit ist?

    Ein Psychothriller der eventuell nichts für Menschen mit Klaustrophobie ist und/oder Angst vor Ratten hat.

  2. Cover des Buches Und am Morgen waren sie tot (Jan-Römer-Krimi 2) (ISBN: 9783548287034)
    Linus Geschke

    Und am Morgen waren sie tot (Jan-Römer-Krimi 2)

     (99)
    Aktuelle Rezension von: Zahirah

    Der ColdCase, den Jan Römer mit Mütze in diesem zweiten Serienfall ausgräbt, scheint am Anfang sehr undursichtig. Aber je weiter die Ermittlungen der beiden vorangeschritten waren, wurde mir klar, wer der Täter sein mußte. Aber das war aus meiner Sicht kein Manko, hat der Krimi doch seine ganz eigene, teils gruselige, Atmosphäre.

    Der Schreib- und Erzählstil ist einfach und schnörkelos, so dass der Krimi leider zu schnell ausgelesen war. Alles in allem hat mir auch dieser neue Fall mit dem cleveren Ermittlerduo wieder gut gefallen, so dass ich das Buch auch gern weiterempfehlen möchte und meine Bewertung sind 4 von 5 Sterne.

  3. Cover des Buches Winterbienen (ISBN: 9783406739637)
    Norbert Scheuer

    Winterbienen

     (94)
    Aktuelle Rezension von: ysmn

    Natur und Krieg. Bienen und Menschen. Leben und Tod.

    All dies verwebt Norbert Scheuer auf großartige und einfühlsame Weise in seinem Roman „Winterbienen“. Er erzählt in Tagebuchform über das Leben des Imkers Egidius Arimond in der Eifel, der während des Zweiten Weltkriegs Juden in seinen Bienenstöcken bis zur belgischen Grenze schmuggelt. Das Fortschreiten des Krieges, die Frauengeschichten des Protagonisten und seine Epilepsie, die immer schlimmer wird, weil er sich keine Medikamente mehr besorgen kann und schließlich die zunehmend gefährlicher werdenden Fahrten mit den Flüchtlingen führen dazu, dass die Situation beklemmender und bedrückender wird.

    Bevor die Geschichte jedoch an Rasanz zunimmt, gelingt es Scheuer, über den Krieg, der „doch immerzu anwesend [ist]; ein schrecklicher Dämon, der seit Menschengedenken existiert, versteckt in einem Winkel lauert und jederzeit unerwartet hervorkommen kann, um blindwütig die Natur und ihre Kreaturen zu schänden”, eindrücklich zu erzählen. Denn er stellt ihn dem Leben der Bienen und ihrem Rhythmus gegenüber, verbindet beides sprachlich miteinander und schafft so einen Kontrast, aber auch ein Nebeneinander.
    Einerseits sind die Bienen untrennbar mit den Schrecken des Krieges verbunden und beschützen nicht nur die Flüchtlinge in den Bienenkästen, indem sie sich wie eine Traube um die Menschen legen, sondern auch die Notizen Egidius’ und eine Notration seines Medikaments, die in den Kästen der Bienen sicher aufgehoben sind. Auf einer metaphorischen Ebene lassen sich außerdem die abstürzenden Flugzeuge, die an der Front gefallenen Soldaten, von denen lediglich die Särge den Weg zurück in die Eifel finden, mit einer Krankheit vergleichen, die die Bienen ihres Orientierungssinns beraubt. Sie finden nicht mehr in den Stock zurück und sterben. Ein anderes Bild sind die Menschen im Bunker, die sich wie ein Bienenschwarm zusammenfinden: „Im hintersten Winkel des großen Bunkers in der Bahnhofstraße hängt der ganze Ort gleichsam wie eine zitternde Menschentraube zusammen.”
    Andererseits aber, stehen die Bienen in ihrem Verhalten für all das, was der Krieg nicht ist. Sie arbeiten zusammen, sorgen besonders im Winter füreinander und verteilen “Wärme im Staat”, damit die Larven nicht erfrieren, während der Krieg Hass und Kälte im von menschlicher Hand geführten Staat verteilt. Der ewige Rhythmus der Bienen stellt sich dem Hass, dem Töten und der Zerstörung gegenüber. Sie bleiben vom Krieg unberührt: „Der Lärm der Angriffe scheint den Bienen nichts auszumachen; sie leben in einer anderen, wie es scheint, friedlichen Welt, sie interessiert der Krieg nicht.” Erst als Soldaten auf die Bienenstöcke schießen und diese mutwillig zerstören, hält der Krieg der Menschen selbst in der Bienenwelt Einzug.

    Scheuers Roman ist wie der Tanz der Bienen, wie ihr „Sprachballett”. Er wird den Schrecken des Kriegs gerecht und schafft es gleichzeitig, dass diese nicht die Überhand gewinnen. Er bahnt sich erzählerisch einen Weg durch das Jahr 1944, indem er die Innenansichten des Protagonisten, historische Fragmente, Naturbeschreibungen der Eifellandschaft und den Rhythmus und das Leben der Bienen zu einem Gesamtbild verknüpft. Nicht zuletzt hat Scheuer Egidius Arimond mit diesem Roman ein ihm würdiges Denkmal gesetzt.

    Ein absolut lesenswertes Buch!

  4. Cover des Buches Der Libellenflüsterer (ISBN: 9783570309575)
    Monika Feth

    Der Libellenflüsterer

     (110)
    Aktuelle Rezension von: michellebetweenbooks

    Merle setzt sich für den Tierschutz ein und arbeitet seit Jahren in einem Tierheim. Sie bekommt die Möglichkeit einen Artikel zum Thema Tierquälerei für eine sehr bekannte Zeitschrift zu schreiben. Dabei erinnert sie sich an einen Fall, bei der sie  einem Familienvater und einem Förster einen Hund vermittelt hat. Kurz darauf wurde dieser tot aufgefunden. Es macht den Anschein, als sei der Mann unschuldig. Als macht sich Merle auf den Weg ins Forsthaus, um selbst zu ermitteln…

    Als ich gesehen habe, dass es auch einen siebten Band der Reihe gibt, konnte ich es kaum erwarten diesen in meinen Händen zu halten und zu lesen! Diese Reihe hat mittlerweile einen festen Platz in meinem Herzen und ich habe jeden einzelnen Band und jeden einzelnen Charakter ins Herz geschlossen. Auch Band 7 hat es echt in sich und Monika Feth hat sich für diesen Band etwas ganz neues überlegt. Ich kann euch versichern, dass es in keinem Band jemals langweilig sein wird!

    Jette und Merle sind zwei Charaktere, die ich schon zu engen Freundinnen zählen kann. Mit ihnen gemeinsam habe ich schon so viel durchgemacht und mit ihnen ermittelt bei Dingen, wo unsere Nase gar nichts drin zu suchen hat. Jette und Merle sind mir sehr ans Herz gewachsen und ich werde die beiden so schnell auch nicht mehr vergessen. Es fühlt sich oft schon so an, als wäre ich ein Teil der ganzen Gruppe. In diesem Band treffen wir auch auf einen weiteren Charakter, Loretta, die mich sehr neugierig gemacht hat. Aber auch die anderen sind wieder mit dabei.

    Ich bin mittlerweile ein sehr großer Fan von den Büchern von Monika Feth und habe mir auch schon andere Bücher von ihr gekauft und teilweise auch schon gelesen. Ihre Bücher sind für mich perfekt, denn sie bieten mir die Möglichkeit einfach abzutauchen und meinen Alltag zu vergessen. Ich liebe es, dass ich mit ermitteln kann und mir die Lösung nicht einfach präsentiert wird. Als Leser ist man ein kompletter Teil des Buches. Und außerdem bleibt es durchgehend spannend.

    Besonders toll finde ich, dass in diesem Buch das Thema Tierquälerei noch einmal mit eingebaut wurde und somit einen großen Raum bekommen hat. Bereits in den anderen Bänden hat man schone etwas mitbekommen, aber gerade durch diesen Band wird einem wieder bewusst, wie grausam Tierquälerei ist und das sie quasi nebenan schon passieren kann und das bricht mir mein kleines Herz.

    Der Schreibstil von Monika Feth war auch in diesem Band wieder grandios! Ihr Schreibstil hat sich kaum verändert, wenn, ist er sogar noch besser geworden. Monika Feth konnte mich komplett überzeugen und ich liebe ihre leichte, spannend und fesselnde Schreibweise total. Auch wenn es ein Thriller ist, lässt sich das Buch angenehm lesen und auch der Lesefluss wird hierbei in keiner Weise gestört.

    ,,Der Libellenflüsterer‘‘ ist vorerst der letzte Band der Reihe und ich habe dennoch Hoffnung, dass noch weitere Bände erscheinen werden, denn ich möchte mich ungerne schon von der Reihe verabschieden. Durch diese Reihe wurde viel auf psychische Krankheiten, psychische Probleme, Tierquälerei und andere Themen aufmerksam gemacht über die man unbedingt sprechen sollte. Deshalb kann ich euch die Reihe wirklich nur ans Herz legen, ihr werdet es nicht bereuen!

  5. Cover des Buches Echo der Toten. Ein Fall für Friederike Matthée (Friederike Matthée ermittelt 1) (ISBN: 9783548289571)
    Beate Sauer

    Echo der Toten. Ein Fall für Friederike Matthée (Friederike Matthée ermittelt 1)

     (100)
    Aktuelle Rezension von: Kerstin_Lohde

    Auf diesen Roman war ich gespannt, denn hier habe ich die Leseprobe bei vorablesen gelesen und bewertet. Hier hatte ich mal wieder Glück und habe ein Ebook Exemplar erhalten.

    Nachdem ich erstmal mit dem Lesen begonnen hatte, konnte ich das Tablet kaum aus der Hand legen.

    Denn je weiter ich gelesen habe, desto spannender wurde es. Es liest sich flüssig und ohne das man groß ins Stocken gerät.

    Man sollte aber nicht zu zart besaitet sein, da er ja in den Nachkriegsjahren spielt.

    Ich kann diesen Roman nur empfehlen. Vor allem an diejenigen die gut geschriebene historische Kriminalromane aus den Nachkriegsjahren mögen.

  6. Cover des Buches Die Bastardtochter (ISBN: 9783499268014)
    Petra Schier

    Die Bastardtochter

     (77)
    Aktuelle Rezension von: Akantha
    „Die Bastardtochter“ von Petra Schier ist der dritte Band ihrer Kreuz-Triologie (Band eins: „Die Eifelgräfin“, Band zwei: „Die Gewürzhändlerin“). Die Autorin selbst gibt am Ende zwar an, man könne die Teile auch in umgekehrter Reihenfolge lesen, da würde ich jedoch nicht zustimmen. Im finalen Buch wurde auf sehr viele vergangene Ereignisse Bezug genommen, die wichtig für die Geschichte sind. Nicht zuletzt das Motiv des Antagonisten ist stark in der Vergangenheit verankert, aber erstmal zum Anfang:

    Protagonistin ist Enneleyn, die uneheliche Tochter des Grafen Johann von Manten. Er hat sie als Tochter anerkannt, sodass sie mit ihm und seiner Frau Elisabeth in seinem Haushalt in Koblenz lebt (Die Geschichte dieses Paares beinhaltet vor allem der erste Band der Reihe). Gesellschaftlich haftet Enneleyn jedoch immer noch ein Makel an und so ist sie mehr als bereit den charmanten Ritter Guntram von Eggern zu heiraten. Es dauert jedoch nicht lange, bis sich zeigt, dass ihr Ehemann, statt liebevoll und einfühlsam, brutal und hinterhältig ist. Enneleyn scheint nur eine Figur in seinem bösartigen Plan zu sein.

    Der andere Protagonist, neben Enneleyn, ist Anton Bongert, der Bruder der Gewürzhändlerin Luiza (ihre Erlebnisse sind vor allem dem zweiten Band der Trilogie zu entnehmen) und selbst ein Kaufmann. Die Geschichte wird im Wechsel aus seiner und Enneleyns Perspektive erzählt. Diese Methode soll eigentlich dazu dienen, dass der Leser sich in diese beiden Charaktere gut einfinden kann. Bei mir hat das leider nicht geklappt.
    Natürlich trägt allein Enneleyns Charakter, ihr Stolz und vor allem ihre Schicksalsergebenheit und Gottsfurcht die Geschichte. Doch ich war auf jeder Seite entsetzt, was sie über sich ergehen lässt, wie untätig sie ist und wie sie sich selbst immer tiefer in die Opferrolle fallenlässt. Entgegen entsprechender Komplimente, die sie erhält, war sie keine starke Frau, was ein krasser Gegensatz zu den ersten beiden Bänden der Reihe ist. Elisabeth und Luzia lassen sich darin nichts gefallen, treten für sich ein und sind wirklich stark. Enneleyn ist natürlich ob ihres Ehemannes nur zu bedauern, aber kein Charakter mit dem ich mich identifizieren oder ihn bewundern könnte.

    Der Leser bleibt die ganze Zeit dran, weil er vor allem Guntrams Plan aufdecken will. Hierzu hat Petra Schier auch in schöner Regelmäßigkeit Hinweise eingestreut, sodass man sich nicht durch das Buch durchquälen muss. Aufgrund von Enneleyns Passivität zieht sich die Erzählung allerdings sehr in die Länge. Erst am Ende, als sie aktiv wird, wird es nochmal spannend und auf einmal geht alles ganz schnell. Trotzdem wäre es angenehmer, wenn man auch bei dem persönlichen Erzählstrang von Anfang an neugierig und voll freudiger Erwartung die Seiten umschlägt.

    Als einen kleinen Missgriff empfinde ich außerdem die Sprache eines kleinen spanischen Jungen, der deutsch lernt. Vermutlich um die Authentizität zu erhöhen, gibt die Autorin seine deutschen Sätze exakt wieder, mit allen falschen Konjugationen, Aussprachen und auch wie er sich selbst korrigiert. Das ist bereits nach kurzer Zeit anstrengend und so nervig für den Leser, dass ich seine wörtliche Rede gerne überspringen wollte. Der Plan, dass es authentisch oder niedlich erscheinen könnte, ist an mir leider ins Gegenteil verkehrt.

    Erwähnenswert, aber ohne Einfluss auf meine Beurteilung, ist für die komplette Trilogie definitiv noch die mystische Komponente. Es gibt eine Reliquie, mit der Dinge geschehen und die Ereignisse auslöst, welche nicht rational erklärbar sind. Im besten Fall sollte dies etwaigen Leser gefallen, da es ein wichtiges Motiv der Geschichte ist. Mir sagt es nicht so sehr zu, aber die tollen Charaktere in den ersten beiden Bänden und die spannende Handlung konnte darüber hinwegtragen. In „Die Bastardtochter“ ist das leider nicht gelungen.

    Abgesehen von einer Stadtkarte zu Beginn des Buches, findet sich zum Schluss noch ein Personenregister mit Hinweis auf historische Persönlichkeiten. Außerdem ist auf der letzten Seite ein mittelalterliches Rezept von einem Gericht angegeben, das im Buch vorkommt, sowie eine neuzeitliche „Übersetzung“, die das Nachkochen erleichtert. Eine hervorragende und amüsante Idee! Zu der Mahlzeit kann ich leider noch kein Feedback geben, werde es aber definitiv ausprobieren.

    Insgesamt hat mir das Finale leider nicht so gut gefallen, wie die ersten beiden Bände. Enneleyn ist für meinen Geschmack keine interessante Protagonistin und durch ihren zurückhaltenden Charakter wurde die Geschichte stark gelähmt. Die Grundidee war allerdings spannend und ich habe mich gefreut, die Charaktere und ihren Humor wiederzutreffen. Daher komme ich zu 3 von 5 Sternen.
  7. Cover des Buches Mordsommer (ISBN: 9783453437852)
    Rudolf Jagusch

    Mordsommer

     (67)
    Aktuelle Rezension von: nodi

    Staatsanwältin Nina Lehmann erhält einen anonymen Brief mit der Drohung ein von ihr streng gehütetes Geheimnis zu enthüllen. Sie soll zu einem abgelegenen Ort in der Eifel fahren. Dort angekommen trifft sie Freunde aus ihrer alten Clique.

    Mit Spannung habe ich das Geschehen von früher und heute verfolgt, um hinter das Geheimnis zu kommen. Was verbindet die Freunde von früher und was hat der seltsame Ort damit zu tun. Das Buch zeigt dem Leser nach und nach um welches Geheimnis es sich handelt. Grausame Beschreibungen kommen zum Vorschein, die man eigentlich nicht so genau wissen möchte. 

    Leider war mir keiner der Protagonisten sympathisch, was bestimmt an den fürchterlichen Taten in ihrer Jugend lag. Trotzdem fieberte ich bis zum Ende mit, manches glaubt man zu wissen, wird aber immer wieder auf eine andere Fährte gelockt. 

    Das Buch hat mich etwas zwiegespalten zurückgelassen. Auf der einen Seite die Spannung um das Rätsel zu lösen, auf der anderen Seite die grausamen Taten der Protagonisten, die mich doch sehr geschockt hatten.

  8. Cover des Buches Hexenliebe (ISBN: 9783426514313)
    Marita Spang

    Hexenliebe

     (84)
    Aktuelle Rezension von: Blockbuster

    Die historischen Geschehnisse hat Marita Spang sehr gut recherchiert. Die Hexenverfolgung mit ihren grausamen Auswüchsen machten auch vor der Neuerburg und Umgebung nicht halt. Im Roman trifft Claudia von Leuchtenberg auf Sebastian de la Val, in den sie sich verliebt. Da Sebastian sich mit Barbara verlobt, wenn auch nicht aus Liebe, sondern wie meistdamals auf Druck der Familie, kann die gegenseitige Sympathie und Verliebtheit nur im Geheimen geschehen. Die intrigante Adela mit ihren Praktiken der verschiedenster Art schreckt nicht vor geheimen Treffen mit dem Verlobten von Elisabeth, der Tochter des Landgrafen, zurück. Claudia und Adela verabscheuen sich, während Claudia ihre Aufgabe als Begleiterin von Elisabeth auf der Neuerburg besinnt.

    Die Verfolgung unschuldiger Frauen, wie etwa die Wirtstochter, die gut dargestellte Magdalena oder die schließlich durch dubiose Anschuldigungen ebenfalls gefangen genommene Barbara, rufen einen schrecklichen Prozess hervor…

    Was mir an der Umsetzung der umfangreichen Geschichte weniger zusagte, waren die unglaublich vielen Adjektive. (Dazu z.B. die Beschreibung „lustiges Feuer“, das mehr als einmal auftauchte und man nachdenkt, was an einem Feuer lustig ist). Sie ließen keinen Raum für die eigene Fantasie. Mehr noch störte mich, dass es mindestens 13 Protagonisten gab, von denen manche nur in einer Szene vorkamen, wo man sich fragte, warum taucht z.B. Marie die Köchin jetzt auf mit ihren eigenen Gedanken, da verschwanden sie wieder in der Versenkung. Mancher Wechsel von Szenen wurde nicht weiter hinten nicht wieder aufgenommen. Oder Widersprüche, etwa als Sebastian die Bäume am Wegrand nicht mehr erkennt, weil es so dunkel ist, gleichzeitig aber unterscheiden kann, ob die Hufspuren frisch sind oder nicht. Weniger genaue Beschreibung von den Treffen zwischen Adela und ihrem Knecht wären mir lieber gewesen.

    Zudem gab es manche intensive Beschreibung unwichtiger Dinge, wie etwa die Herkunft einer Madonnenfigur, die nicht relevant für die Geschichte waren, die Spannung ausbremste und ehrlich gesagt nicht interessierte. Manche Figuren/Hauptdarsteller waren mir zu einseitig dargestellt,  wie etwa Claudia zu modern handelnd, Barbara zu duckmäuserich.

    Insgesamt hat mich die Recherche und Detailgenauigkeit rund um die Hexenprozesse beeindruckt. Mit der stilistischen Umsetzung konnte ich mich weniger anfreunden.

  9. Cover des Buches Die Akte Zodiac 1 (ISBN: 9783955308186)
    Linus Geschke

    Die Akte Zodiac 1

     (70)
    Aktuelle Rezension von: ech

    Mit diesem E-Book legt der Autor Linus Geschke den ersten Band einer auf vier Bände angelegten Thriller-Reihe vor, in der er den wahren Fall des Zodiac-Killers, der in den Jahren 1968 und 1969 mehrere Morde in den USA verübt hat, mit einem aktuellen Fall verknüpft, in dem ein Nachahmungstäter rund um Köln unterwegs ist.

    Die vier Bänden bauen aufeinander auf und liefern auch erst in der Gesamtheit die komplette Geschichte. Daher sollten sie unbedingt in der richtigen Reihenfolge gelesen werden. Da hier jeweils die Kenntnis der jeweiligen Vorgängerbände vorausgesetzt wird, ist ein Quereinstieg auch nur sehr schwer möglich.

    Der brutale Mord an einem Liebespaar ruft Eva Lendt und ihren Partner Oliver Lamprecht vom Kölner Kriminalkommissariat auf den Plan. Die Ermittlungen gestalten sich aber ziemlich schwierig, da der Täter kaum brauchbare Spuren zurückgelassen hat. Erst als sich der freiberuflich tätige Fallanalytiker Marco Brock in die Ermittlungen einschaltet und auf Parallelen zum Fall des Zodiac-Killers hinweist, kommt Bewegung in den Fall. Doch zunächst müssen sich die ungleichen Ermittler erst einmal zusammenraufen.

    Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und liefert am Ende eine verblüffende Auflösung, die aber dennoch ziemlich schlüssig rüberkommt und keine wesentlichen Fragen offenlässt. Kurze Abschnitte und ständige Perspektivwechsel sorgen für ein hohes Erzähltempo, die geschickt gesetzten Cliffhanger animieren zudem ständig zum Weiterlesen. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Sehr gelungen sind auch die immer wieder eingestreuten Rückblenden auf die Taten des echten Zodiac-Killers, die sich eng an die tatsächlichen Abläufe halten. 

    Auch wenn diese Reihe nicht ganz an die Klasse der Born-Trilogie des Autoren heranreicht, bietet sie doch spannende Thriller-Unterhaltung mit einem gewissen True-Crime-Touch.

  10. Cover des Buches Flammen und Seide (ISBN: 9783499273551)
    Petra Schier

    Flammen und Seide

     (58)
    Aktuelle Rezension von: Hermione27

    Rheinbach um 1673 wird zum Schauplatz des Krieges zwischen Franzosen und Holländern. Auch Madlen, Tochter eines Tuchhändlers, merkt die Auswirkungen des Krieges, weil Lieferungen ausbleiben. 

    Dann kommt auch noch ihre Jugendliebe zurück nach Rheinbach zurück, um einen Spion zu suchen. Ausgerechnet Madlens langjährigen Verlobten fragt er um Hilfe…

    Und Madlen scheint immer noch zwischen den beiden Männern hin- und hergerissen zu sein… 



    Meine Meinung:

    Ich mag die historischen Romane von Petra Schier sehr gerne, weil sie immer sehr fundiert recherchiert sind und man sehr authentisch viel über den Alltag „ganz normaler“ Menschen zu der jeweiligen Zeit lernen kann. 

    Auch bei diesem Roman hat es mir wieder sehr gut gefallen, dass ich vieles über den Alltag der Menschen in Rheinbach zu einer Zeit, mit der ich mich bisher nicht intensiv beschäftigt hatte, lernen konnte. Über den Krieg zwischen den Franzosen und Holländern wusste ich bisher auch noch nichts. 


    Neben dem spannenden historischen Hintergrund hat mich auch die ruhige und flüssige Erzählweise direkt für den Roman eingenommen. Madlen war mir gleich sympathisch, denn sie ist sehr erfinderisch und engagiert als Tuchhändlerin und hat einfach das Herz am rechten Fleck. 

    Ihre Entwicklung auch in emotionaler Hinsicht hat mir sehr gut gefallen. 

    Daher ist der Roman auch ein wundervoller Liebesroman.  



    Fazit: 

    Diesen fundiert recherchierten und flüssig erzählten Schmöker kann ich sehr empfehlen! 


  11. Cover des Buches Wir Verlorenen (ISBN: 9783948736064)
    Jana Taysen

    Wir Verlorenen

     (69)
    Aktuelle Rezension von: Jofee

    Nach einer schweren Krankheit leben nicht mehr viele Menschen auf der Erde. Es geht einzig ums Überleben, wozu jede*r sich eigene Methoden angeeignet hat. Smilla und ihre kleine Schwester Jera haben Unterschlupf bei einer anderen Familie in einem Bunker gefunden. Nicht ideal, aber eine erträgliche Zwischenlösung. In ihrer Gruppe versuchen sie, möglichst ohne Gewalt durchzukommen. Nicht weit von ihnen entfernt lebt eine Gruppe jungen Männer, die "Verlorenen Jungs". Ihre Taktik ist, skrupellos auszurauben und zu töten, wodurch andere sie fürchten. Bald trifft Smilla ihren früheren Nachbarn und Nachhilfeschüler Falk. Sie fühlt sich zu ihm hingezogen, doch er scheint auch irgendetwas zu verbergen...

     

    Gleich zu Beginn muss ich sagen, dass Jana Taysen eine wirklich talentierte Schreiberin ist, die sicher noch viel Tolles hervorbringen wird! Sie findet immer die richtigen Worte für das Geschehen und benutzt auch Begriffe, die nicht dem Standard entsprechen. Dazu schafft sie ein einzigartiges Setting, das ich unglaublich bildlich vor Augen hatte. Ich hätte eine Karte von der Umgebung zeichnen können! Ihr Schreibstil war ebenso flüssig wie angenehm zu lesen und ich habe das Buch nur so verschlungen. 

    Der Handlung konnte ich immer gut folgen und habe mich richtig mitreißen lassen von der ständig angespannten Atmosphäre (positiv gemeint!). Es ist zu spüren, wie gut die Autorin jeden Moment von vorne bis hinten durchdacht hat, da alles aufeinander aufbaut. Die Kapitel sind eher lang, was mich persönlich aber nicht gestört hat. 

    "Wir Verlorenen" hinterfragt so einiges, was für uns tagtäglich selbstverständlich ist - Instagram, Make-Up (für mich mehr oder weniger ;-)), heiße Badewannen, ... So handelt es ich zusätzlich um ein richtiges Nachdenkbuch das mir sicherlich noch länger im Gedächtnis bleiben wird.

    Einzig die Charaktere konnten mich nicht richtig überzeugen. An vielen Stellen hätte ich gerne mehr über sie erfahren. Gerade, was das Alter betrifft, denn in diesem Punkt war ich anfangs völlig orientierungslos und habe es mir erst nach und nach errechnen können. Gerade Smilla war mir leider auch nicht wirklich sympathisch. Über ihr naives und teilweise widersprüchliches, impulsives Handeln habe ich das ein oder andere Mal die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen. Ständig bringt sie ihre Gruppe mitsamt ihrer kleinen Schwester in Gefahr, weil sie nur an sich selber denkt. Zudem verhält sie sich reichlich undankbar ihrer Gastfamilie gegenüber, irgendwann fällt ihr auf, dass sie sich noch nie für ihre Obhut bedankt hat...

     

  12. Cover des Buches Grenzgänger (ISBN: 9783426306086)
    Mechtild Borrmann

    Grenzgänger

     (128)
    Aktuelle Rezension von: Kristina_AL

    In dem Roman „Grenzgänger“ versucht die junge Henni nach dem frühen Tod der Mutter ,ihre Familie durch die schweren Nachkriegsjahre zu bringen. Der Vater, psychisch schwer vom Krieg gezeichnet, fällt als Versorger aus, sodass Henni sich gezwungen sieht, andere Möglichkeiten zu finden. Gemeinsam mit anderen Kindern und Erwachsenen schmuggelt sie Kaffee von Belgien nach Deutschland. Als sie verhaftet und in eine Besserungsanstalt gesteckt wird, kommen ihre jüngeren Geschwister in ein kirchliches Kinderheim. 


    Das Buch hat mich von Anfang bis Ende gefesselt und tief beeindruckt. Mit klarer, schnörkelloser Sprache beschreibt M. Borrmann das Leben der Henriette Bernhard und ihrer Familie zwischen 1945 und 1970. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, was ich sehr interessant fand.


    Ich habe so sehr mit Henni mitgelitten. Ihre Wut und Verzweiflung konnte ich förmlich spüren. Immer wenn man meinte, ihr Leben könnte jetzt in die richtige Richtung gehen, folgte ein weiterer Schicksalsschlag oder eine weitere Ungerechtigkeit stellte sich ihr in den Weg. 

    Besonders berührt hat mich auch das Schicksal der Brüder, die unter entsetzlichen Umständen Jahre in einem Kinderheim verbringen mussten. Wieviel Ungerechtigkeit und wie viele Demütigungen kann ein Mensch ertragen !? 


    Fazit


    Mechthild Borrmann hat einen großartigen Roman geschrieben, der uneingeschränkt empfehlenswert ist.

  13. Cover des Buches Lesereise in den Tod (ISBN: 9783958130807)
    Jürgen Schmidt

    Lesereise in den Tod

     (39)
    Aktuelle Rezension von: Claudia_Reinländer

    Klappentext:

    Der jungen Autorin Mona ist jedes Mittel recht, ihre Karriere zu forcieren. Selbstbewusst gibt sie vor, eine Urenkelin des britischen Schriftstellers Walter de la Mare zu sein. Auf eigene Faust veröffentlicht sie den Roman „Passwort Hurensohn“ und organisiert dazu eine vierwöchige Lesereise durch Deutschland. Mona de la Mare hat im Netz zahlreiche Freunde und Fans, die sie täglich über ihre Verkaufszahlen, die Tour und private Neuigkeiten informiert. Nach erfolgreichem Start der Lesetournee stellt Mona am Aschermittwoch ihr Buch in Bad Münstereifel vor. Am folgenden Tag soll die ehrgeizige Autorin in Nettersheim lesen. Sie ahnt nicht, dass es dazu nicht mehr kommen wird …

    Cover:

    Das Cover zeigt eine Ladenpassage bzw. Straße bei Nacht, was eine düstere Stimmung verursacht und somit die Neugier weckt. Das Foto ist sehr dunkel und somit auch die Farben und die Stimmung eher gediegen und düsterer. Ein sehr gut gelungenes Cover, passend zum Buch.

    Meinung:

    Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig. Man kommt gut und locker voran. Vieles wird sehr detailliert beschrieben und dennoch bleibt es einkurzweiliger Lesegenuss, da schon nach wenigen Lesestunden der Krimi bereits beendet ist.

    Das Schriftbild ist relativ klein. Die Kapitel sind zum Teil nur wenigen Seiten lang, was ich sehr angenehm fang und somit der Lesefluss sehr kurzweilig und rasant erschien. Die einzelnen Kapitel sind durchnummeriert und hatten für mich eine sehr angenehme Länge.

    Das Buch ist ein Regionalkrimi und der erste Fall des Privatdetektivs Andres Mücke. Es geht um die junge Autorin Mona de la Mare, die sich auf Lesereise befindet und sich mit ihren Büchern, den großem Durchbruch erhofft. Doch es kommt anders als gedacht und sie wird ermordet aufgefunden. Privatdetektiv Andreas Mücke übernimmt diesen Fall und stößt dabei auf einige Ungereimtheiten. Zu viel möchte ich jedoch nicht an dieser Stelle verraten, sondern kann jedem Krimi-Fan dieses Buch ans Herz legen.

    Die Charaktere sind gut durchdacht. Die Situationen und Handlungen werden bildlich und detailliert beschrieben, so dass man sich alles sehr gut vorstellen kann und alles auch sehr gut nachempfinden kann. Der Lokalcharakter und die Regionaleinflüsse der Region Bad Münstereifel kommen sehr gut rüber. Es wirkt dadurch sehr real und authentisch. Die Dialoge und Gespräche wirken echt und nicht gekünstelt, so fühlt man sich mitten im Geschehen. Auch aus dem Privatleben des Detektivs erfährt man einiges, ohne das dabei der eigentliche Fall zu kurz kommt. Der Krimi ist spannend, interessant und authentisch geschrieben. Es wirkt dadurch sehr kurzweilig und locker. Mir hat dieses Buch einige schöne Lesestunden bereitet, die viel zu schnell vorbei waren.

    Fazit:

    Spannender und kurzweiliger Regionalkrimi, der für einige wunderschöne Lesestunden gesorgt hat.



  14. Cover des Buches Feuerwut (ISBN: B01N96KGSI)
    Simon Geraedts

    Feuerwut

     (33)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Mike hält sich mit Einbrüchen über Wasser. Doch er ist keiner von den Bösen. Mit seinem Partner Sven steigt er nur bei den Wiederlingen der Gesellschaft ein. Da es sich so jedoch nicht reich werden lässt, beschließen sie einen großen Coup durchzuziehen. Dann hätten sie ausgedient. Ihr Ziel ist ein Zuhälter, der bekannt für seine Skrupellosigkeit ist und im wahrsten Sinne des Wortes im Geld badet. Doch kurz vor dem großen Tag landet Mike bei einer Wahrsagerin, die ihm vorhersagt, dass die Unternehmung seinen Tod bedeuten wird. Mike müsse in seine Vergangenheit eintauchen, um sein Ableben verhindern zu können. Ein nervenzerreißender Kampf um sein Leben beginnt.

    Dieses Buch hatte ich in kürzester Zeit ausgelesen. Die spannende Handlung und der temporeiche Schreibstil machen diesen Thriller zu einem Page-Turner. Trotz der rasanten Entwicklung der Handlung kommt die Charaktertiefe nicht zu kurz. Bestimmte Szenen werden sehr explizit geschildert, doch das gehört für mich persönlich zu einem Thriller dazu und ist deshalb kein Negativpunkt. Das Ende konnte mich überraschen. Es passt meines Erachtens sehr gut, sodass ich das Buch mit einem guten Gefühl zugeschlagen habe. Der einzige Negativpunkt: Eine wichtige Wendung war mir nicht ausgearbeitet genug. Das hat mich etwas enttäuscht, da sie ein wirklicher Knaller war.

    Lesenswert!
  15. Cover des Buches Schuld war Elvis (ISBN: 9783570102121)
    Rebecca Maria Salentin

    Schuld war Elvis

     (25)
    Aktuelle Rezension von: once-upon-a-time
    Zusammenfassung. Hebron hat nicht nur einen seltsamen Namen, sie führt auch ein ziemlich ungewöhnliches Leben: Eine große Familie, ein paar Brüder, mit denen sie nur die Mutter teilt und deren Väter verschwunden oder anderweitig abwesend sind, viele Pflichten und ziemlich spezielle Wohngewohnheiten.
    Rebecca Maria Salentin erzählt Hebrons Geschichte so ausführlich und umfassend, dass man fast meint, ihr ganzes Leben (und das ihrer nahen Vorfahren und weiterer Verwandter) betrachten zu können. Und das macht echt Spaß!

    Erster Satz. Und Hebron schrie.

    Inhalt. In diesem Roman wird uns nicht nur die Lebensgeschichte der Hauptfigur Hebron ausführlich dargelegt, wir sehen auch, was alles passiert ist und was passieren musste, damit sich die Geschichte um Hebron genau so entwickeln konnte, wie sie sich entwickelt hat.
    Ich muss gestehen, dass ich mich zwischendurch etwas zum Lesen zwingen musste, aber das passiert hin und wieder. Vermutlich lag das daran, dass all die Personen, die einem um die Ohren geworfen werden, und die Handlungsorte, mit denen man sich konfrontiert sieht, und diverse Zeitsprünge das Lesen doch ein wenig anstrengend machen.
    Tatsächlich wird eine Geschichte erzählt, die vermutlich (wäre sie auf wesentliche Handlungen zusammengestrichen) deutlich weniger Seiten in Anspruch nehmen würden, doch mit all den Zeitsprüngen, die Reaktionen oder Geschehnisse erklären oder näher erläutern, schafft es das Buch auf knapp über 500 Seiten. Das hätten vielleicht ein paar weniger sein können.
    Andererseits ist die Erzählweise herrlich lebhaft und sympathisch, das möchte ich nicht vergessen.

    Personen. Manches Verhalten hat mich richtiggehend wütend gemacht (der Freund kann ein Lied davon singen – es passiert, dass ich Charaktere beschimpfe, wenn sie mich wütend machen), und ich schätze, das kann man positiv bewerten: Immerhin wird hier die Entwicklung eines ganzen (halben) Lebens aufgedeckt, da gibts auch Momente, die wütend machen dürfen.
    Sehr gut gefallen hat mir die Entwicklung, die Hebrons Mutter macht, die (vergleicht man Beginn und Ende der Geschichte) so gravierend unterschiedlich charakterisiert wird und sich verhält.
    Die Charaktere sind in nicht unerheblicher Anzahl nicht besonders sympathisch, aber sie sind menschlich und ehrlich beschrieben. Das ist echt gut!

    Zitate. „Und ja, er hat recht, und nein, hat er nicht“ (S. 7)
    „Hebrons Vater, dem sie ihren ersten Vornamen, wenn auch nur indirekt, verdankte, hatte nichts Besseres zu tun gehabt, als sich, nachdem Meggy ihm den positiven Schwangerschaftstest unter die Nase gehalten hatte, für eine Abtreibung auszusprechen sowie die Todesstrafe für Samenraub, jawohl Samenraub!, zu fordern, denn nichts anderes schien ihm der wachsende Klumpen in Meggys Bauch zu sein.“ (S. 9) (Dieses Zitat ist länger als solche, die ich üblicherweise verwenden würde, aber es bringt in meinen Augen zwei Dinge ganz gut auf den Punkt: Den Schreibstil auf der einen Seite sowie die generelle Erzählweise auf der anderen, denn nichts anderes als die hier zu sehenden Abschweifungen passiert im ganzen Buch – mal mehr, mal weniger ausschweifend.)

    Fazit. Ich habe dieses Buch gern gelesen, auch wenn es sich von Zeit zu Zeit ein wenig zog. Paradoxerweise ist gerade die Erzählweise, die mir echt gut gefällt, vermutlich schuld an diesem „Das zieht sich“-Gefühl.
    Die Charaktere sind gut entwickelt und ich habe die Lektüre keineswegs bereut – ob ich diesen Roman allerdings noch ein weiteres Mal lesen würde, da bin ich nicht sicher.
  16. Cover des Buches Das Buch von Eden (ISBN: 9783404155453)
    Kai Meyer

    Das Buch von Eden

     (157)
    Aktuelle Rezension von: P_Gandalf

    Der Roman spielt in der Mitte des 13. Jahrhunderts. Das Abendland ist in den christlichen Überlieferungen und Mythen gefangen. Das Morgenland erlebt den Ansturm der Mongolen. Dies sind die groben Rahmenbedingungen.

    Die Geschichte beginnt mitten im Winter in der Eifel. Albertus Magnus und eine Novizin aus dem Frankenreich - Favola - tauchen in einem abgelegenen Kloster auf. Sie tragen ein gar seltsame und seltene Fracht mit sich; die letzte Pflanze aus dem Garten Eden. Das Ziel diese Pflanze in den verschwundenen Garten Eden zurückbringen auf Grundlage einer uralten und unvollständigen Karte. Mit den beiden Reisenden tauchen die Schergen des Erzbischofs von Köln, angeführt von Gabriel von Goldau, auf. 

    Zusammen mit Aelvin, Libuse und Corax von Wildenburg gelingt den Wanderern die Flucht aus dem Kloster mit knapper Not. 

    Der zweite Handlungsstrang spielt in Asien - irgendwo zwischen dem heutigen Irak und vermutlich Afghanistan. Dort belagert die große Horde den Hauptort der Nizarer. Sinaida, eine mongolische Prinzessin ist die Hauptfigur. 

    Nachdem ihr Ehemann und sie Opfer eines Machtspiels geworden sind, schwört sie Rache und flieht nach Persien.

    Fazit:

    Ein kurzweiliger, farbenprächtiger Roman. Von christlichen Mythen über Magie und die große mongolische Horde bis hin zum Fall Bagdads werden viele Themen angesprochen. 

    Viele Charaktere sind gut dargestellt. Insbesondere die Entwicklung von Aelvin vom unsicheren, zu Streichen aufgelegten Novizen hin zum erwachsenen Mann während der Reise hat mir gefallen. Sinaida ist vielleicht zu eindimensional in ihrem von Rache getriebenen Bestreben geraten.

    Von meiner Seite eine klare Leseempfehlung. Bei den Sternen habe ich zwischen 4 und 5 geschwankt und mich letztlich für 5 entschieden.


  17. Cover des Buches Der Frauenjäger (ISBN: 9783499256363)
    Petra Hammesfahr

    Der Frauenjäger

     (131)
    Aktuelle Rezension von: Sato

    Eine Frau aus gutbürgerlichem Haus wird entführt und wacht in einer dunklen Höhle wieder auf. Es beginnt Ihr Kampf ums Überleben, ein Kampf den bereits mehrere Frauen vor ihr verloren haben. Parallel zu den Ereignissen in der Höhle erzählt das Buch die Ereignisse der letzten Tage vor der Entführung, die Geschichte von vier seit langen befreundeten Paaren und ihren unterschiedlichen Lebensweg.

    Das klingt erst einmal recht spannend, ist es aber leider nicht. Die Geschichte verwässert in langatmigen Beschreibungen der Familienverhältnisse, zerfasert in kleinen Nebensträngen, welche wenig zum Thema beitragen. Nach meinem Geschmack wurde zu wenig auf Marlenes Zeit in der Höhle eingegangen, das ging irgendwie zu „glatt“ während die Vorgeschichte überstrapaziert daher kam und die Story auch ein paar Logikfehler aufwies.

    Eine gute Idee vom Ansatz her aber die Umsetzung konnte mich nicht begeistern. Ich gebe trotzdem 3 Sterne, da der Schreibstil flüssig war und der Kapitelaufbau ein wenig Spannung bereithielt.

  18. Cover des Buches Für immer und Emil (ISBN: 9783746632124)
    Nikola Hotel

    Für immer und Emil

     (30)
    Aktuelle Rezension von: Das_Leseding

    Inhalt:
    Wenn es der pseudo-veganerin und Powerfrau Leonie eine zahme, fleischessende Landfrau wird, dann kann es nur an den leckeren Erdbeeren und Emil liegen …

    Schreibstil:
    Wie immer verzauberte mich der Stil von Nikola Hotel. Ich sah die Charaktere bildhaft und umgehend vor meinem inneren Auge und machte mich teilweise über ihre Art lustig. Die Geschichte nimmt schnell an Fahrt auf und es ist klar, wie sich die Geschichte entwickelt. Dennoch ist das „wie“ sehr überraschend, witzig und einzigartig. Der Ausdruck ist immer passend, höflich und typisch Nikola Hotel.

    Charaktere:
    Leonie war zu Beginn der Geschichte doch sehr merkwürdig. Ihre Art mit Druck umzugehen und sich dermaßen an andere anzupassen war mir absolut fremd. Als sich herausstellte warum sie dies tat, hatte ich Mitleid mit ihr und gönnte ihr die Lebensveränderung von Herzen. Besonders witzig war ihre innere Zerrissenheit, die ich beim Lesen immer wieder spürte, aber wirklich belächelte. Ihre wahre Persönlichkeit kam zum Ende der Geschichte hervorragend zur Geltung und machte Leonie zu einer wirklichen Powerfrau.

    Emil, ein surfer-Typ zum anbeißen, nur schade, dass er surfen nicht mag da war ich wohl nicht die einzige, die diese Entwicklung schade fand – aber genau dieser Fauxpas, dass wir Menschen in Schubladen stecken ist so genial! Wir achten heutzutage gar nicht mehr auf Persönlichkeit und Menschlichkeit, wir lassen uns durch virtuelle Profile auf sozialen Medien ablenken, stellen uns falsch oder richtig dar und das zwischenmenschliche geht verloren. Wer mag sowas?! Daher ist Emil nicht nur eine Romanfigur, sondern im gewissen Maße auch ein Vorzeigetyp, der diesem Wahn des öffentlichen Medienhypes via Facebook widerspricht. Einfach nur gelungen dargestellt und nachahmungswürdig!

    Ben, Emils Bruder, welcher unter einer Form des Autismus leidet, passt ebenfalls hervorragend in diese Geschichte. Er ist, wie alle anderen auch, so wie er ist. Er macht das was er für richtig hält und lebt gut damit. Er ist ehrlich, direkt und war mein heimlicher Liebling. Seine Taten wirken auf eine Art befremdlich, auf eine Andere absolut nachvollziehbar – nur würden wir (als gesellschaftsfähig erzogene Erwachsene) nie so reagieren. Die Geschichte zeigt, dass Autisten gar nicht „auffällig“ sind, sondern die Gesellschaft verkorkst!

    Cover:
    Mit dem Cover kann ich leider gar nichts anfangen und ich wäre im Buchladen an dieser wirklich lesenswerten Geschichte vorbeigegangen.

    Fazit:
    Ein absolutes must read für jeden! Eine tolle Geschichte über Gesellschaft, die Reise zum ICH und die Liebe.
  19. Cover des Buches Das verbotene Eden 3 (ISBN: 9783426513132)
    Thomas Thiemeyer

    Das verbotene Eden 3

     (174)
    Aktuelle Rezension von: isolatet

    Meine Meinung

    Nachdem Band 2 mit so einem fiesen Cliffhanger geendet hat, habe ich natürlich direkt zu Band 3 gegriffen und musste erst mal weiter leiden, weil das Buch mit einer Rückblende vor der Zeit der Geschlechtertrennung anfängt. Uff … der Autor weiß wirklich, wie man Spannung aufbaut und hält.


    Der Kampf der Geschlechter geht seinem Höhepunkt entgegen. Die Frauen rücken immer weiter in die Stadt der Männer vor, da treffen der Abt des Klosters und eine alte Heilerin aufeinander - und machen eine unglaubliche Entdeckung. Kann es gelingen, die Zeit zurückzudrehen?


    Das Buch wird, genauso wie Band 1 und 2, hauptsächlich aus den Sichten der beiden Hauptcharaktere erzählt (in diesem Fall Ben und Magda), aber zu großen Teilen wird hier auch die Geschichte von Gwen und Logan weitererzählt, die im vorigen Band ja kein Happy End bekommen haben.


    Die Geschichte schließt nahtlos an Band 2 an, nachdem die Rückblende vorbei ist, und geht deshalb genauso rasant weiter. Außerdem spielt ein wesentlicher Teil unterhalb der Alten Stadt und führt einen damit noch weiter in die Welt der Bleichen … wirklich widerliche Kreaturen. Mir läuft jetzt noch ein Schauer über den Rücken, wenn ich an sie denke. Die Spannung bleibt im gesamten Buch konstant hoch. Man weiß nie, welche Seite im Kampf jetzt vorne liegt und fiebert die ganze Zeit mit, weil man durch die unterschiedlichen Sichten geplante Schachzüge des Inquisitors offenbart bekommt, von denen die Frauen noch nichts wissen und sie schon förmlich in ihr Verderben rennen sieht. Aber der Autor versteht sich aufs Beste darauf, das Blatt ein ums andere Mal zu wenden.


    Eine großartige Reihe (hier und da mit kleinen nicht ganz so realitätsnahen Allüren), die mich mehr überrascht hat, als ich gedachte hätte. Das Ende ist rund und das werden garantiert nicht die letzten Bücher gewesen sein, die ich von diesem Autor gelesen habe.


    Fazit

    »Das verbotene Eden – Magda und Ben« von Thomas Thiemeyer bringt die Trilogie mit atemloser Spannung zu einem tolle Ende, das man nicht verpassen sollte. Der Schreibstil und die Welt sind großartig und lassen einen hautnah an der Seite der Protagonisten stehen. Definitiv eine Empfehlung meinerseits.

  20. Cover des Buches Die Bärenführerin (ISBN: 9781503900714)
    Lea Weisz

    Die Bärenführerin

     (34)
    Aktuelle Rezension von: Siko71
    Agnes von Langerode, soll mit Bernhard von Hinzweiler verheiratet werden, aber als die Gauklertruppe in der Stadt war, schlägt ihr Hez für einen Anderen. Kilian, der Bärenführer hat ihr Herz erobert. In ener Nacht und Nebelaktion flieht sie von dem Gut ihres Vaters und lässt alles zurück. Nun muss ihre Schwester Beth an ihrer Stelle Bernhard heiraten... Agnes hingegen hat auch ihre Probleme und es droht die Liebe ihres Leben zu verlieren...

    Ein schönes Roman, der mal was für Zwischendurch und für's Herz ist. Der leichte Schreibstil lässt einen duchr das Buch und die Handling fliegen. Mir hat es sehr gut gefallen und daher volle Sterne.

  21. Cover des Buches Die Sünderin (ISBN: 9783499257063)
    Petra Hammesfahr

    Die Sünderin

     (199)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    📚 BEENDET 📚 Cora Bender ersticht plötzlich und scheinbar ohne Grund einen wildfremden Mann. In diesem Buch stellt sich also nicht die Frage nach dem Täter, sondern nach dem Motiv.
    Den Ansatz der Geschichte fand ich ziemlich interessant, leider verschenkt das Buch aber jede Menge Potenzial. Überraschungsmomente gibt es kaum, als Leser weiß man das meiste schon vor dem Ermittler. Ja, dieses Buch ist ein Roman und kein Thriller, aber ein paar Aha-Momente mehr hätten dem Buch wirklich gut getan. So wirkt die Geschichte oft langatmig und monoton.
    Die Auflösung ist vollkommen in Ordnung, doch auch hier sollte man keine große Überraschung erwarten. Insgesamt kann ich das Buch nicht empfehlen 🙁
  22. Cover des Buches Mordsclique (ISBN: 9783954005666)
    Helmut Wichlatz

    Mordsclique

     (18)
    Aktuelle Rezension von: Sternenlicht_
    Das Krimi-Debüt von Herr Wichlatz startet spannend: Die Geschichte beinhaltet zwei Handlungsstränge, einer spielt im Jahre 1988, der andere in 2009.
    Als 1988 vier Jugendliche eine Bank in Erkelenz überfallen, stirbt dabei eine alte Dame. Ihr Enkel Berger, der ebenfalls am Banküberfall beteiligt ist, wird verhaftet und wandert für diesen Mord ins Gefängnis. Jahre später treffen sich die vier ehemaligen Freunde wieder. Nun geschieht erneut ein Mord - einer der vier muss daran glauben. Berger steht erneut unter Verdacht. Ist er tatsächlich der Mörder?

    Dieser Krimi ist sehr spannend geschrieben. Durch das ganze Buch hindurch wird der Leser von Herr Wichlatz an der Nase herumgeführt. Nach und nach wird die Geschichte aufgedeckt und meines Erachtens bietet diese einen logischen Handlungsstrang sowie einen hohen Unterhaltungswert. Durch die authentischen Charaktere und den leicht zu lesenden Schreibstil, bin ich gut durch das Buch gekommen.

    Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen. Ein solch unterhaltsamer Krimi für zwischendurch - gerne wieder.

  23. Cover des Buches Die Enden der Welt (ISBN: 9783596512232)
    Roger Willemsen

    Die Enden der Welt

     (88)
    Aktuelle Rezension von: Ferdinand-Uth

    “Die Enden der Welt” von Roger Willemsen liest sich wie eine lange, komplizierte, aber auch lyrische Introversion eines Reisenden auf der Suche nach sich selbst.
    Immer aus der ersten Person beschrieben sucht der Protagonist die Enden der Welt wohl vor allem, um etwas über sich selbst herauszufinden. Gleichzeitig schildert er das Gesehene in schillernden Farben und nimmt einen mit in die Eifel, in ein Bordell in Mumbai, auf die Inseln Tongas oder auch Orvieto in Italien.
    Nicht alle Geschichten finde ich gleich stark. Manches liest sich für meinen Geschmack etwas zu „intellektuell", aber insgesamt mochte ich das Buch. Besonders die persönlicheren Geschichten sind gut geschrieben. Stellenweise ist das Buch sehr reich an Hintergrundwissen, sodass man etwas über ferne Kulturen oder Orte lernen kann. Und alle Geschichten stehen alle für sich, sodass sich problemlos manche der Orte überspringen lassen, wenn einem danach ist.
    Das Buch gibt es in einer kleinen, süßen Ausgabe, die man überall mit hinnehmen kann.

  24. Cover des Buches Liebe beginnt, wo Pläne enden (ISBN: 9783404185160)
    Sandra Poppe

    Liebe beginnt, wo Pläne enden

     (29)
    Aktuelle Rezension von: lealiebtlesen

    In "Liebe beginnt, wo Pläne enden" geht es um Kristin, die nach vielen Jahren Ehe herausfindet, dass ihr Mann sie betrügt. Daraufhin entscheidet sie sich statt des geplanten Familienurlaubs auf Rügen mit ihren zwei Töchtern in ein Freilichtmuseum zu ziehen und dort als 'lebendes Inventar' sechs Wochen den Alltag eines anderen Jahrhunderts zu bestreiten. Schon bald findet Kristin Gefallen an diesem neuen Leben - und noch an jemand anderem...

    Grundsätzlich hat mir die Aufmachung der Geschichte total gut gefallen. Die Idee, dass die Familie für sechs Wochen in ein Freilichtmuseum zieht und dort auch zeitgemäß lebt, finde ich sehr originell.
    Die Zeit im Museum wurde ebenfalls sehr gut und authentisch beschrieben. Die Autorin hat viele Kleinigkeiten bedacht und auch die Handlung wurde durch immer neue Entwicklungen und Wendungen nicht langweilig.

    Allerdings haben mich beim Lesen zwei Dinge ziemlich gestört.
    Zum einen war der Erzählstil leider gar nicht meins. Die Art und Weise wie Kristin in der ersten Person erzählt, war mir einfach viel zu gewollt jugendlich und dadurch flapsig und überzeichnet.
    Das wirkte sich dann auch auf die restlichen Charaktere aus. Diese haben teilweise so übertrieben miteinander kommuniziert und ungewöhnliche Verhaltensweise an den Tag gelegt, dass ich sie nicht mehr wirklich als ernstzunehmende Personen ansehen konnte.

    Zum anderen bin ich leider auch mit der Liebesgeschichte nicht warm geworden. Ich habe nicht wirklich verstanden, was die beiden Protagonisten aneinander finden. "Was sich liebt, das neckt sich" mag bei den beiden zwar Programm sein, allerdings waren das für mich zu viele Streitigkeiten und Schlagabtausche, als dass ich ihre Gefühle zu hundert Prozent nachvollziehen konnte.

    Eventuell hängt die fehlende Tiefe in Bezug auf die Gefühle und die Chemie zwischen den Charakteren mit der Erzählzeit zusammen. An manchen Stellen werden Kristins Gedanken und Gefühle ausführlich und fast schon zu detailliert beschrieben. An anderen Stellen hingegen wird die Handlung derart zusammengerafft, dass man sich vorkommt, als würde sie im Zeitraffer vor einem ablaufen.


    Fazit:
    Trotz aller Kritik meinerseits ist "Liebe beginnt, wo Pläne enden" ein netter Sommerroman, der sich vor allem durch das außergewöhnliche Setting von der Masse abhebt. Als Leser kann man problemlos in die Welt des Freilichtmuseums abtauchen und den eigenen Alltag für ein paar Stündchen vergessen.
    Dennoch hätte ich mir an der ein oder anderen Stelle ein wenig mehr Ernsthaftigkeit und Tiefe hinsichtlich der Charaktere und ihrer Beziehungen zueinander gewünscht.

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks