Bücher mit dem Tag "einwanderer"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "einwanderer" gekennzeichnet haben.

252 Bücher

  1. Cover des Buches Der Junge, der Träume schenkte (ISBN: 9783404160617)
    Luca Di Fulvio

    Der Junge, der Träume schenkte

     (1.109)
    Aktuelle Rezension von: BooksTeaAvocado

    Zu "Der Junge der Träume schenkte" fällt mir nur eins ein: Was für ein Buch!!!
    Am liebsten würde ich die fast 800 Seiten am liebsten direkt noch einmal lesen und in den Zauber dieses Buches eingesogen werden!

    Die Italienerin Cetta flieht mit ihrem Sohn Natale im Jahr 1909 nach New York, wo sie den Traum von einem besseren Leben verwirklichen will. Doch auch ihr neues Leben ist geprägt von Armut und Kriminalität. Natale, der nun Christmas heißt, schafft es sich mit Charisma und Verstand, einen Namen zu machen und gibt nicht auf, seinen Traum zu verwirklichen - Alles in der Hoffnung, eines Tages seine verlorene Liebe wiederzufinden!

    Dieses Buch hat mich zum lachen und weinen gebracht, hat mich die Luft anhalten lassen vor Spannung und hat mich in eine andere Zeit versetzt. Ich konnte es einfach nicht weglegen!
    Die Art, wie Luca du Fulvio den Charakter dieser Zeit einfängt ist so einzigartig, wie jeder Charakter dieses Buches!

    „Und so hatten in seiner Geschichte auch die Bösen einen Sinn gefunden. Und jedes Leben war mit den anderen verwoben wie die Fäden einen Spinnennetzes, die sich alle miteinander zu einem übergeordneten Ganzen verbanden.“ 


    Eine klare Lese-Empfehlung für alle, die Geschichten mögen, die eine perfekte Recherche der Vergangenheit beinhalten, ohne dabei staubig zu sein. Einfach ein tolles Buch!

  2. Cover des Buches Der Ruf der Trommel (ISBN: 9783426518267)
    Diana Gabaldon

    Der Ruf der Trommel

     (867)
    Aktuelle Rezension von: lauri2001

    Nachdem Claire und Jamie in der "neuen Welt" angekommen sind, versuchen sie dort so gut es geht Fuß zu fassen. Dabei stoßen sie natürlich auf einige Probleme. Auch Brianna und Roger versuchen mit der neuen Situation umzugehen. Doch bei ihrer Recherche von der sie einfach nicht ablassen können, finden sie etwas raus, was sie auf eine gefährliche Mission bringt...

    Auch der vierte Band der Reihe konnte mich überzeugen. Die vielen Seiten schrecken zwar zunächst etwas ab, aber durch den leichten, flüssigen Schreibstil kommt man schnell durch. Wir kennen Claire, Jamie, Roger und Brianna jetzt schon sehr gut und es ist beim lesen, als würde man sich mit alten Freunden treffen. Es kommen auch wieder alte Bekannte vor, sowie zahlreiche neue, spannende Figuren. Ich finde es jedes Mal wieder interessant, wie das Leben damals so war und wie gut Claire und Jamie jedes mal mit den vielen Problemen zurechtkommen. Es wird nie langweilig mit den beiden, obwohl manche Stellen recht langatmig sind, aber das gehört irgendwie schon fast dazu. Ich bin gespannt auf die anderen Teile :)

  3. Cover des Buches Kein Ort ohne dich (ISBN: 9783453418400)
    Nicholas Sparks

    Kein Ort ohne dich

     (666)
    Aktuelle Rezension von: niinaalex

    Absolutes Lieblingsbuch!


    Schon mehrmals gelesen auf deutsch und englisch. Jedes mal bin ich gefangen und möchte das Buch nicht weglegen :)

  4. Cover des Buches HERKUNFT (ISBN: 9783630874739)
    Saša Stanišić

    HERKUNFT

     (179)
    Aktuelle Rezension von: SunnySue

    Saša ist 14, als er mit seiner Mutter, einer Marxismus-Professorin, vor dem Balkankrieg flüchtet. Von Jugoslawien nach Deutschland. Von Višegrad nach Heidelberg.

    In "Herkunft" erzählt Saša Stanišić eine Geschichte vom Erinnern und dem Vergessen. Eine Geschichte von Migration, Erwartungen, Hoffnungen. Vom Leben - seinem Leben.

    Ganz ohne Bitterkeit erzählt er über seine Heimaten. Über ein Land, in dem er geboren ist, das aber heute nicht mehr existiert. Über seine zersplitterte Familie, die über die Welt zerstreut ist. Es sind Momentaufnahmen, eine Ansammlung von Gedanken. Über die Kindheit des Autors, seine Jugendzeit, die Treffen an der Aral mit anderen Migranten - Freunden und über die innige Beziehung zu seiner Großmutter. Während Saša versucht die Erinnerungen zu sammeln, verliert sich seine Großmutter in der Demenz und mit ihr gehen Erinnerungen verloren.

    Saša Stanišić hat seine Geschichte in einem sehr ungewöhnlichen Erzählstil niedergeschrieben. Manchmal muten die Sätzen sehr poetisch an, dann wieder reiht sich ein Satz stakkatoartig an den nächsten an. Auch springt der Autor von einem Gedanken zum nächsten, was einen rasanten Themenwechsel mit sich bringt. Dabei wandelt er stetig zwischen Wahrheit und Fiktion. Während ich zu Beginn der Lektüre noch etwas Schwierigkeiten mit diesem Stil hatte, kam ich mit der Zeit doch ganz gut rein.   

    Zum Ende des Buches gibt es das Kapitel "Drachenhort". Hier bestimmt der Leser selbst, mit seinen Antworten, wie die Geschichte ausgehen wird.

    Über allem steht die Frage nach der Herkunft. Saša Stanišić sagt dazu: "Herkunft ist Zugehörigkeit, zu der man nichts beigesteuert hat." Mein Lieblingszitat aus diesem Buch ist jedoch: "Nicht einmal Paprikagemüse kommt ohne Erinnerungsfußnote in dieser Stadt." 

  5. Cover des Buches American Gods (ISBN: 9783847905875)
    Neil Gaiman

    American Gods

     (353)
    Aktuelle Rezension von: Monika_Grasl

    Shadow wird vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen, weil seine Frau bei einem Unfall stirbt. So weit, so tragisch und so klar. Was danach geschieht entwickelt sich zu einem Roadmovie bei dem man dem Protagonisten an der Seite des Mannes namens Wednesday auf Schritt und Tritt folgt.

    Der Autor ermöglicht dabei den Blick auf Kleinstädte, Großstädte und in das Gedankenkonstrukt von Shadow. Denn immer wieder wird dieser mit der Frage konfrontiert woran er glauben soll und was er für die Wahrheit halten sollte. Deutlich wird dies vor allem, als Shadow zu viel Aufmerksamkeit auf sich zieht und kurzweilig untertauchen muss. Dabei öffnet der Autor eine Nebenhandlung der eigentlichen Story, die man recht bald wieder aus den Augen verliert, jedoch nicht unbeachtet lassen sollte, da sie für das Ende noch mal einiges hergibt.

    Was besonders auffällt, nichts scheint so zu sein, wie es auf den ersten Blick den Anschein hat. Denn die Frage, ob alte oder neue Götter stellt sich zum Schluss hin aus einem ganz anderen Grund als zunächst vermutet. Dabei wird man absichtlich erst ab der zweiten Hälfte des Buches nicht mehr nur mit Shadows Sichtweise der Dinge konfrontiert, sondern lernt auch noch eine weitere Figur kennen. Deren Existenz erschließt sich letztlich aus einem anderen Grund als gedacht und eröffnet dem Autor zugleich die Möglichkeit, die Geschichte in ihrer eigentlichen Haupthandlung abzuschließen.

    So toll dies umgesetzt ist, lässt die Geschichte nicht darüber hinwegtäuschen, dass an manchen Stellen die Dialoge doch irgendwie auch ins Leere laufen. Hinzu kommt, dass sich Gaiman gelegentlich in Details verliert, die für die eigentliche Handlung nicht unbedingt zweckmäßig erscheinen. Erstaunlicherweise offenbart sich deren Anlass mitunter erst nach einigen Kapiteln - oder erst sehr weit zum Ende hin.

    Der Director's Cut verfügt letztlich noch über einen Bonusteil, welchen der Autor aus einem anderen Kapitel herausgestrichen hat. Meiner Meinung nach irgendwie schade, da es doch recht witzig umgesetzt ist.

    Fazit: American Gods befasst sich mit der Frage, welche Götter einen größeren Stellenwert im Leben der Menschen noch besitzen und welche überhaupt überflüssig geworden sind. Im Grunde ist es eine Mischung mehrerer Genres, die sich nicht 100%tig zuordnen lassen. Was das Buch zugleich schon wieder genial macht. Über einige Längen und offene Stränge täuscht das jedoch nicht hinweg.

  6. Cover des Buches Zirkuskind (ISBN: 9783257229660)
    John Irving

    Zirkuskind

     (245)
    Aktuelle Rezension von: Samaire

    Farrokh Daruwalla ist ein Mann auf der Suche nach seiner Identität. In Kanada ist er zu sehr Inder, in Indien zu sehr Kanadier. Dennoch kann er nicht von Indien lassen, auch wenn er es eigentlich hasst. Grund dafür ist auch sein Ziehsohn John D., der in Indien ein großer Bollywood-Star ist. Eine Tatache, an der Dr. Daruwalla nicht ganz unschuldig ist. Als in dem elitären Duckworth Club ein Mitglied ermordet wird, gerät der Doktor mitten in eine Mordserie, die mehr mit ihm zu tun hat, als ihm lieb ist.

    John Irving goes Indien und ich muss gleich vorweg sagen: Ich habe jede einzelne Seite genossen. Natürlich gibt es viel, was man von Irving kennt, die gewohnt starke Frauenrolle ist natürlich auch dabei, dennoch war es, dank des exotischen Settings, etwas neues. Die Geschichte, die gegen Ende zu einem wahren Kriminalfall wird, ist in keiner Minute langweilig und ich kann das Buch nur besten Gewissens jedem empfehlen, der Irving kennt und natürlich auch jedem, der ihn noch nicht kennt. Ein gewisser Hang zur Absurdität muss, wie eigentlich bei jedem Irving, aber gegeben sein.

  7. Cover des Buches Middlesex (ISBN: 9783499238109)
    Jeffrey Eugenides

    Middlesex

     (493)
    Aktuelle Rezension von: katzenminze

    Ein neues Leben in Amerika, ein Geheimnis, die Gene und viele viele Zufälle führen zu Cal, dem Erzähler dieser wunderbaren Geschichte, der weder ganz Junge noch ganz Mädchen sein kann.

    Eugenides verknüpft in "Middlesex" den Türkisch-Griechischen Krieg, Einwanderung, das Amerika der 30er und 40er Jahre, die Krawalle in Detroit, Genetik, Comming of Age und eine umfangreiche Familiensaga in einer einzigen Geschichte miteinander. Über drei Generationen lernen wir die Familie Stephanides kennen und dafür geht Eugenides genau so weit in die Vergangenheit zurück, wie nötig. Ein perfektes Timing. Und mit Cal hat er dafür einen großartigen Erzähler gefunden, der alles mit einer Mischung aus Distanz, persönlichen Erlebnissen und einem sehr scharfen Blick zusammenfügt.

    "Nie hatte ich die richtigen Worte, um mein Leben zu beschreiben, und nun, da ich in meine Geschichte eingetreten bin, brauche ich sie mehr denn je. Ich kann mich nicht mehr einfach zurücklehnen und das Ganze aus der Ferne betrachten. Von nun an ist alles, was ich Ihnen erzähle, von der subjektiven Erfahrung gefärbt, Teil der Ereignisse zu sein. Hier spaltet sich, teilt sich meine Geschichte, erfährt eine Meiose. Schon fühlt die Welt sich schwerer an, da ich ein Teil von ihr geworden bin."

    Auch wenn Eugenides über Sexualität und Körperlichkeiten schreibt wird es nie plump oder vulgär. Sein Erzählton ist mal berührend, mal ernsthaft aber oft auch witzig. Durch lebendige Nebenfiguren, die ausschweifende Erzählweise und viele Informationen zum jeweiligen Zeitgeschehen wirkt alles sehr echt und ich fühlte mich immer "nah dran".

    "Middlesex" ist ein großartig erzählter amerikanischer Familienroman mit einer ganz besonderen Hauptfigur. So reflektiert und offen erzählt, wie man es sich nur wünschen kann. Zu kritisieren habe ich eigentlich nur, dass "Middlesex" mich nicht so gefangen genommen hat wie Eugenides "Selbstmordschwestern", das ich ein Jahr zuvor las. Definitiv aber ein toller Autor, den ich nicht mehr missen möchte.

  8. Cover des Buches Die Asche meiner Mutter (ISBN: 9783442741007)
    Frank McCourt

    Die Asche meiner Mutter

     (867)
    Aktuelle Rezension von: Steffi_Hawkins

    Frank McCourt, geboren in den USA, dann mit seinen Eltern nach Irland gekommen, erzählt von seiner Kindheit in der Stadt Limerick. Es ist eine harte Kindheit, voller Armut und Rückschläge, bei denen man sich als Leser immer wieder fragt, wie konnte Frank so lange durchhalten mit ständigem Hungergefühl und einem Vater, der verspricht Geld zu schicken und dieses immer und immer wieder für Alkohol ausgibt. Die Geschichte ist sehr bewegend und nimmt keinen Blatt vor dem Mund. Es ist wirklich heftig, was einige Menschen erleben und Armut ist auch heute noch präsent.

  9. Cover des Buches Auf Erden sind wir kurz grandios (ISBN: 9783446263895)
    Ocean Vuong

    Auf Erden sind wir kurz grandios

     (92)
    Aktuelle Rezension von: BabsyZ

    Von Natur aus bin ich eher skeptisch, wenn ein Buch so hoch gelobt wird, wie dieses, aber ich muss ehrlich sagen, es hat mich auch begeistert.

    Der Debütroman von Ocean Vuong ist ein Brief an seine Mutter – ein Brief, den sie nie lesen wird, denn sie ist Analphabetin. Eine Frau, die aus Vietnam nach Amerika kam, traumatisiert, gewalttätig, mit großen Träumen, die sich nicht erfüllen. Und der Sohn schreibt ihr von Erinnerungen, seine eigenen und die der Mutter, der Großmutter; von Vietnam im Krieg, vom eigenen Erwachsenwerden, der Entdeckung seiner Homosexualität, den Schlägen der Mutter, der Schizophrenie der Großmutter. Diese Erinnerungen kommen ungeordnet, sie brechen förmlich aus „Little Dog“, so wird der Junge genannt, heraus. 

    Und auch die Sprache ist ungeordnet – voll Poesie und dann wieder roh und direkt.

    Auf Erden sind wir kurz grandios ist ein trauriges, grausames, schönes, tief berührendes Buch, auf das man sich einlassen und dass man aushalten muss.

    Mein Fazit: unbedingt lesen!

  10. Cover des Buches Im Land der weißen Wolke (ISBN: 9783404270019)
    Sarah Lark

    Im Land der weißen Wolke

     (458)
    Aktuelle Rezension von: LenaSilbernagl
    Darum geht's:
    London, 1852: Zwei junge Frauen treten die Reise nach Neuseeland an. Es ist der Aufbruch in ein neues Leben - als künftige Ehefrauen von Männern, die sie kaum kennen. Die adlige Gwyneira ist dem Sohn eines reichen "Schafbarons" versprochen, und die junge Gouvernante Helen wurde als Ehefrau für einen Farmer angeworben. Ihr Schicksal soll sich erfüllen in einem Land, das man ihnen als Paradies geschildert hat. Werden sie das Glück und die Liebe am anderen Ende der Welt finden? Ein fesselnder Schmöker über Liebe und Hass, Vertrauen und Feindschaft und zwei Familien, deren Schicksal untrennbar miteinander verknüpft ist.

    Das Buch:
    Eigentlich war ich nie der Mensch, der ein Buch von Sarah Lark lesen wollte. Obwohl ich historische Romane liebe und auch Liebesgeschichten mich begeistern können. Und obwohl die Bezeichnung Familien-Epos mich oft ködern kann, so waren die Bücher dieser Autorin für mich eher etwas, dass ich für mich abgeschrieben hatte.
    Doch nun habe ich den ersten Teil der Weißen-Wolke-Saga gelesen und das Buch konnte mich eindeutig überzeugen. 
    Beginnen wir mit dem Setting. London 1852 klingt schon mal ganz spannend. Die Kulisse wird eindrucksvoll geschildert auch die beiden weiblichen Protagonistinnen werden zum ersten Mal eingeführt. Beide sind mir von Anfang an sympathisch gewesen und ich konnte mich gut in sie hineinversetzen. Auch wenn Heiratsumstände heute ganz anders sind konnte ich doch nachvollziehen, warum Helen die Heiratsannonce anziehend fand.
    Ich kann nicht bestätigen oder widerlegen, ob die historische Wirklichkeit im damaligen London wirklich so war, wie es in diesem Buch beschrieben wurde, aber ich konnte es mir gut vorstellen. 
    Die kleinen Details haben mir das gut möglich gemacht. Und selbst wenn die Tatsachen nicht so stimmen würden, täte dies dem Buch dennoch keinen Schaden. Denn es ist so spannend geschrieben, dass man schon nach nur wenigen Seiten mehr erfahren möchte.
    Die beiden weiblichen Protas waren für mich eindeutig in diese Zeit geschrieben und so konnte es auch passieren, dass die beiden erst nach Neuseeland reisen mussten. Würde das Buch in der heutigen Zeit spielen, wären die Beweggründe nicht vorhanden oder vollkommen anders. 
    So sind es jedoch die Umstände, die die beiden Protas in eine neue Welt schicken. Und gemeinsam mit den beiden erkundet auch der Lese das unbekannte Land.
    Die Überfahrt wird genauso spannend gestaltet wie alles andere davor auch, doch der interessanteste Teil folgt eindeutig danach. 
    Denn nicht nur für Helen und Gwyneira war dieses Land neu, sondern auch für mich. 
    Dabei wird auch diese Kulisse so eindrucksvoll beschrieben, dass ich mir genau vorstellen konnte, wo die beiden gelandet sind. Ich konnte mir sowohl das Land, als auch die Berge und Seen gut vorstellen.
    Bis hierher weiß der Leser noch nicht, wie sich die beiden Männer gestalten werden, die Helen und Gwyneira heiraten sollen. Das bleibt zunächst ein Geheimnis, welches es noch spannender macht weiterzulesen. 
    Im Laufe des Romans wird diese Geheimnis jedoch geklärt und es stellt sich heraus, dass die beiden Frauen und ihre Schicksale miteinander verknüpft sind. Im weiteren Verlauf müssen die Beiden viele Hürden überstehen, erleben jedoch auch schöne Situationen. Obwohl das Buch mehr als 800 Seiten hat, wurde mir beim Lesen nie langweilig und ich wartet gespannt darauf, was als nächstes kommen möge. Und obwohl irgendwann der Alltag ins Leben der beiden Protas einzieht, so wird das Lesevergnügen doch nie gemindert. Denn immer wieder werden interessante Passagen über das Land, das Leben dort oder die Fauna und Flora eingebunden, die eindeutig darauf schließen lassen, dass die Autorin dieses Land wirklich gut kennt.
    Beim Lesen hatte ich immer wieder das Gefühl, als würde ich in die Welt hineingezogen. Dabei gab es für mich viele liebenswerte, aber auch einige hassenswerte Figuren. Und obwohl das Buch mit einem kleineren Cliffhanger endet kann man das verzeihen, denn der nächste Band wartet schon auf einen ;)
  11. Cover des Buches Kain und Abel (ISBN: 9783453422032)
    Jeffrey Archer

    Kain und Abel

     (94)
    Aktuelle Rezension von: tragalibros

    Nachdem Abel schreckliche Jahre in russischer Kriegsgefangenschaft überlebt hat, geht er nach Amerika, um sein Glück zu suchen. Schnell arbeitet sich der ehrgeizige junge Pole zum Manager eines renommierten Hotel hoch und wird schließlich angesehener Direktor seiner eigenen Hotelkette.
    Während er Karriere macht, steigt zeitgleich William Kane zum Präsidenten einer angesehenen Bank, doch im Gegensatz zu Abel, kann sich William auf sein umfangreiches Erbe stützen. Aus beiden Männern werden erbitterte Erzfeinde, doch bald stellen sie fest, dass das Schicksal ihrer beider Leben fest miteinander verwoben hat...

    Ich hatte mich sehr darauf gefreut, diesen Roman zu lesen. Der Beginn des Buches ist auch sehr spannend und vielversprechend, erzählt die Geschichte aus der Sicht beider Protagonisten und vermittelt dem Leser somit Einblicke in die Leben der beiden grundverschiedenen Männer.
    Aber leider muss ich sagen, dass das Buch nach einer Weile an Charme verliert, was hier hauptsächlich dem Schreibstil geschuldet ist. Einerseits liest er sich sehr schnell, was natürlich sehr positiv ist, doch andererseits in der Schreibstil extrem nüchtern, bezieht sich meistens auf (finanzielle) Fakten und kann somit nicht ganz meinen Geschmack treffen.

    Wenn sich die Handlung aber anderen Themen als den Geschäften der beiden Protagonisten zuwendet, macht es außerordentlich Spaß der Geschichte zu folgen.
    Der knappe und sachliche, wenig mit Gefühlen behaftete Erzählstil führt einen schnell durch das gesamte Buch. Allerdings kommt dadurch keine Emotion auf, die mich als Leser mit den Handelnden mitfiebern lässt. 

    Was die Geschichte angeht, so war ich aber überzeugt. Die beiden vollkommen unterschiedlichen Männer, die in diesem Roman die Hauptrollen inne haben, sind interessante Persönlichkeiten, mit enormem Ehrgeiz und einer bewundernswerten Zielstrebigkeit.
    Aber auch hier nimmt die kühle, sachliche Erzählweise viele Sympathien, die man eventuell einem der beiden entgegen bringen könnte. Die beiden Protagonisten wirken recht oberflächlich und nur auf ihren Vorteil bedacht. Die ist mit besonders im mittleren Drittel der Handlung aufgefallen. 

    Aber trotzdem möchte ich dem Buch die Bewertung "Gut" geben und drei Sterne verteilen. Es ist durchaus wert gelesen zu werden, allerdings wird dieser Roman nicht zu meinen Lieblingsbüchern gehören. Ich habe noch die nächsten beiden Teile der Trilogie vor mir und bin gespannt, wie mir diese Romane gefallen. Noch möchte ich die Bücher (und auch Jeffrey Archer) nicht abschreiben. 

  12. Cover des Buches Maria, ihm schmeckt's nicht! (ISBN: 9783548283388)
    Jan Weiler

    Maria, ihm schmeckt's nicht!

     (1.134)
    Aktuelle Rezension von: Siko71

    Jan Weiler schreibt in diesem Buch, wie er seine italienische Frau geheiratet hat, wie er mit ihrer italienischen Familie die Ferien verbracht hat und er erfährt die Geschichte seines Schwiegervaters. Der flüssige und humorvolle Schreibstil macht dieses Buch zu einem Erlebnis und man bekommt Lust die Marcipane's kennen zu lernen. Die Bräuche sind eine Wonne. Vorallem die Hochzeitszene fine ich komplett zum weglachen. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, ich kann es nur weiterempfehlen.

  13. Cover des Buches Americanah (ISBN: 9783596521067)
    Chimamanda Ngozi Adichie

    Americanah

     (164)
    Aktuelle Rezension von: Aus-Liebe-zum-Lesen

    Nach „Liebe Ijeawele“ war ich gespannt, was ich von Chimamanda Ngozi Adichie noch lernen konnte und habe mir ihren preisgekrönten Weltbestseller „Americanah“ ausgesucht.

    Der Roman erzählt die Geschichte von Ifemelu und Obinze, die in Nigeria aufwachsen, sich verlieben, aber deren Wege sich nach Abschluss der Schule trennen. Während sich Obinze illegal in England durchschlägt, wandert Ifemelu in die USA aus, wo sie erstmals mit Rassismus aufgrund ihrer Hautfarbe konfrontiert wird.

     

    Adichie hat einen tollen Schreibstil, ich war gefesselt von der Geschichte und konnte kaum aufhören, weiterzulesen. Der Roman gibt einem die Chance eine völlig neue Sichtweise auf die Welt zu gewinnen. Die Sicht einer Afrikanerin, die auswandert, die Erfahrungen, die man als Betroffener von Rassismus, Ausgrenzung und Vorurteilen macht. Die Sicht auf das Nigeria der 90er Jahre, die Perspektivlosigkeit, die zum Auswandern führt, für mich eine völlig andere Welt im Gegensatz zum privilegierten Deutschland.

     

    Gerade jetzt, in Zeiten, in denen die Gesellschaft für die Themen Rassismus und Fremdenhass sensibilisiert wird, ist dieses Buch brandaktuell und kann sicherlich dazu beitragen, die Augen für Folgen, die durch Rassismus, aber auch Vorurteile und vielleicht einen nicht so ernst gemeinten Spruch entstehen, zu öffnen.

     

  14. Cover des Buches Die Heiratsschwindlerin (ISBN: 9783442475483)
    Sophie Kinsella

    Die Heiratsschwindlerin

     (259)
    Aktuelle Rezension von: Twisterco

    Inhalt:

    Milly hat mit 18 Jahren unbedarft einen Mann das Ja-Wort gegeben. Damit dieser mit seinem Freund in England bleiben konnte.

    10 Jahre später sie diese Entscheidung wieder ein, als sie ihren Traummann heiraten will. Nun versucht sie die Situation zu retten.

     

    Fazit:

    Mir hat der Roman nicht gefallen. Leider war von Humor, den ich bei diesem Thema erwartet hatte, keine Spur zu lesen. Die Umsetzung der Story und der Schreibstil konnten mich nicht fesseln. Ich habe das Buch nur weitergelesen, um zu erfahren, wie die Geschichte ausgeht.

  15. Cover des Buches Als das Leben unsere Träume fand (ISBN: 9783404176007)
    Luca Di Fulvio

    Als das Leben unsere Träume fand

     (96)
    Aktuelle Rezension von: ND1214

    Ich wollte man was anderes lesen und hab dieses Buch in die Finger bekommen. Angesprochen hat mich das es hier um 3 unterschiedliche Charakteren handelt die auf dem Weg in eine neue Welt sind. Das Buch geht sehr schnell in einen hohen Spannungsbogen und fesselt einen sofort. Ich muss zugeben das das Buch nicht für jeden geeignet ist das es Handlungen in dem Buch gibt die einen sehr berühren und sehr nahe gehen. Ich habe mich aber in dieses Buch verliebt, obwohl ich sonst nicht in diesem Genre lese. 

  16. Cover des Buches All die Jahre (ISBN: 9783552063662)
    J. Courtney Sullivan

    All die Jahre

     (110)
    Aktuelle Rezension von: renee

    Dieses Buch ist eine Familiengeschichte, eine richtig intensive Familiengeschichte über Schuld und das Umgehen damit, wo ich leider die Begeisterung anderer Leser nicht unbedingt und vollkommen unbedarft teilen kann. Zwei Schwestern wandern in den späten 50ern aus Irland kommend in die USA ein. Dabei bringt das Buch den Lesern den Mief und das eingeengte Denken dieser Zeit nahe und zeigt das Leben der beiden ungleichen Frauen bis in die heutige Zeit hinein und besonders eine der beiden Schwestern hätte ich fast durchweg schütteln können. Nora, die ältere Schwester, ein wirklich furchtbarer Charakter, bis in die 2000er hinein kann sie ihrem Naturell schlecht entfliehen, ist ein Kind ihrer Zeit und ihrer ländlichen und etwas bildungsfernen Herkunft, merkt kaum was sie durch ihre strenge, unnahbare und schwer abänderliche Art ihrer Umgebung antut, angetan hat. Dabei muss man Nora aber zugutehalten, sie ist durch den frühen Tod ihrer Mutter zu einem Mutterersatz für die jüngere Schwester Theresa geworden, hat deshalb ihre Jugend eingebüßt, eine Zeit der Unbeschwertheit. Diese Mutterrolle ist aber auch viel verlangt von der jungen Frau, deren Denken sich fortan um ihren Ruf, um den Ruf der Familie dreht, die dadurch in eine Rolle hineingedrängt wird, sich hineingedrängt empfindet, der sie eigentlich nicht gewachsen sein kann und, was eigentlich fast noch schlimmer ist, diese Entscheidung/ dieses Geschehen hat auch Folgen für die weitere Entwicklung der Nora, in ihrer eigenen Familie. Die jüngere Theresa ist etwas lebenslustiger, ist ja auch noch jugendlich unbeschwert. Beide Schwestern stehen dann durch ein Geschehen vor Entscheidungen, die erst viele Jahre später etwas abgeändert werden können. Erst stand für mich eine Drei Sterne Bewertung fest, denn das Geschehen ist wirklich etwas seifig und die Denkweisen der Charaktere haben schon etwas verstaubtes und altbackenes an sich. Dennoch ist die Geschichte spannend geschrieben, besonders das chronologisch nicht geordnete Schreiben fasziniert mich und ein gewisser Wandel in engen Grenzen lässt mich das Buch dann doch noch etwas höher bewerten. Wäre dieser Wandel in Noras Wesen nicht zu bemerken gewesen, wäre dies ein Drei-Sterne-Buch für mich geworden. Denn dieser Charakter Nora hat es mir nicht leicht gemacht, hat wohl etwas in mir getriggert. Keine einfache Lektüre für mich!

  17. Cover des Buches Tag und Nacht und auch im Sommer (ISBN: 9783442737505)
    Frank McCourt

    Tag und Nacht und auch im Sommer

     (118)
    Aktuelle Rezension von: Lese-katze92
    Mit viel Humor und einer satten Portion Ironie schreibt Frank McCourt in seinem Werk "Tag und Nacht und auch im Sommer" mit seiner gewohnt ehrlichen Art über den mehr oder weniger "harten" Alltag als Lehrer und die dazugehörigen  teils extrem witzigen Situationen zwischen Schüler und Lehrer. Zwar manchmal vielleicht etwas langatmig, dennoch hat es viel Freude gemacht, dieses Buch zu lesen. Man kann es nur empfehlen, da es sich Tag und Nacht und sogar im Sommer gut liest!:)
  18. Cover des Buches Im Rausch der Freiheit (ISBN: 9783896674395)
    Edward Rutherfurd

    Im Rausch der Freiheit

     (24)
    Aktuelle Rezension von: michael_lehmann-pape

     

    Es ist einfach die Spezialität von Edward Rutherford von Anfang an, die Geschichte eines bewegenden, wichtigen geographischen Ortes im Rahmen eines historischen Romans anhand nahekommender, konkreter Familiengeschichten zu erzählen. Was sich bereits bei Salisbury“ in „Sarum“ und an anderen Orten sehr bewährt hat, ergibt nun auch in Bezug auf New York einen farbenprächtigen, gut erzählten und in den Personen ausgereiften Roman in epischer Breite.

     

    Angefangen damit, dass Dirk van Dyck sich niederlässt in Nieuw-Amsterdam, im heutigen Manhatten, dem Herzen von New York. Seine und die der ihm im Guten wie in eher Gegnerschaft verbundenen Familien damals, am Hudson, erzählt Rutherford auf den über 1000 Seiten seines Romans. Eine Geschichte, die sich um Träume und Hoffnungen, harte Arbeit und den Kampf des Lebens dreht und drehen wird.

     

    „Das also war Freiheit“, lautet der erste Satz des Buches und lautet auch das Programm des Romans. Freiheit der Möglichkeiten, Freiheit zu Entscheidungen, aber auch die alleinige Verantwortung für sein Leben, im Wachsen des Ortes, der Stadt. Und ebenso wird gleich zu Beginn des Romans auch diese andere Seite der Freiheit in den Raum gesetzt. Die Gefährdungen durch „viel Freiheit“. Denn Dirk verbindet eine Liebe, neben seiner „eigentlichen Familie“ mit einer Indianerin. Eine Liebe, die nicht folgenlos bleibt und die über Generationen hinweg ihre Folgen zeigen wird.

     

    Über einen Zeitraum von gut 350 Jahren hinweg verbindet Rutherford nun vor allem den Leser mit den Personen, führt ihn hinein in die „Guten und die Schlechten“, die Verbindungen untereinander, die Gegnerschaften, die Intrigen, die Lieben, die sich entfaltenden Personen und Lebensweisen. Hier und da treten im Lauf der Einwanderungen neue Akteure hinzu, während andere „Familienlinien“ sich auflösen werden. Und Rutherford lässt anhand dieser Geschichte die Entwicklung der Stadt (vom Landraub an den Ureinwohnern angefangen) Revue passieren. Wie eben aus dem spärlich besiedeltem Landfleck mit den harten Lebensbedingungen, von den Indianern „Mana Hata“ genannt, das Herz einer pulsierenden und prosperierenden „Stadt der Städte“, „Manhattan“ werden wird.

     

    Eine Geschichte, die ebenso verdeutlicht, wie sich die Zeiten selbst wandelten (Sklaverei, Gangster, Unabhängigkeit). Durchaus aber auch eine Geschichte die aufzeigt, dass ein „Kern an Familien“ ein durchaus tragendes Element in der Entwicklung sein kann und wohl immer sein wird. Was im Übrigen zur Entwicklung an vielen Orten Amerikas passt, denn immer sind es auch überschaubare, verwobene Familien-Dynastien, die an entsprechenden Orten ihre Wegmarkierungen gesetzt und hinterlassen haben.

     

    Immer wieder geschickt verbindet Rutherford den roten Faden der „Familiengeschichten“ mit den historischen Ereignissen und herausragenden Figuren je der Zeit. Bis hin zu den Entstehungsmomenten einzelner Stadtteile, So ergibt sich auch eine Sittengeschichte, ein Verständnis für den politischen Weg Amerikas durch die Zeiten, Und dies ohne zu historisch trocken oder zu „faktenorientiert“ abzugleiten.

     

    Ein flüssig geschriebener, epischer „historischer Familienroman“ mit umfassender Betrachtung der Geschichte einer Stadt und eines ganzen Landes.

  19. Cover des Buches Bella Germania (ISBN: 9783596521807)
    Daniel Speck

    Bella Germania

     (169)
    Aktuelle Rezension von: itwt69

    Die sich über drei Generationen erstreckende Familiengeschichte erklärt in interessanter Weise, wie sich die damaligen ersten Gastarbeiter aus Italien gefühlt haben müssen - als Gäste zum Arbeiten, aber nicht als Bürger oder gar Freunde. Heutzutage nennt sich das Migration, man merkt aber recht schnell, dass sich so viel seit den 60-er Jahren nicht geändert hat - EU hin oder her. Zwischenzeitlich war das Buch etwas zäh zu lesen, deswegen "nur" durchschnittliche 3 Sterne.

  20. Cover des Buches Der Koch (ISBN: 9783257239997)
    Martin Suter

    Der Koch

     (464)
    Aktuelle Rezension von: Milagro

    Die Geschichte an sich ist schon recht interessant. Mich hatte das Leben in der Fremde, das ungewöhnliche Arbeiten des Protagonisten angezogen. Die Idee mit dem genialen Koch, der auf Familienrezepte zurückgreift und still und ruhig die köstlichsten Gerichte für merkwürdige Leute schafft. Das ist insgesamt sicherlich  gut beschrieben, insbesondere die zugrundeliegende politische Situation in Sri Lanka, aufgrund derer der junge Mann in die Schweiz gekommen ist,  wird hier zeitgleich beleuchtet. Die Nöte der Familien, die inmitten der gewalttätigen Auseinandersetzungen verzweifelt auf den in der Schweiz arbeitenden Verwandten vertrauen. Der gesellschaftliche Druck, der auf diesem liegt, ist enorm. Das ist doch ein spannendes Thema, mit tollem Ansatz. Aber..... Ich wunderte mich, warum ich so wenig mitfühlend war, diese Geschichte ist doch traurig, das Leben für den Protagonisten ist schwer, er sehnt sich zurück in die Heimat, er versucht sich zu arrangieren. Da könnte man doch Mitleid empfinden. Ich hab all das lediglich verfolgt, ohne dass ich berührt wurde von der Geschichte. Mir schreibt Suter zu distanziert, ich lese den Text ohne viel Mitgefühl. Ich fand es unpassend, dass sich alles in  Wohlgefallen auflöst. 

    Ich hadere weiterhin mit Suter. Ich denke, das wird nichts mehr mit uns. 

  21. Cover des Buches Die Königin der Orchard Street (ISBN: 9783458361428)
    Susan Jane Gilman

    Die Königin der Orchard Street

     (125)
    Aktuelle Rezension von: Herbstrose

    Kurz vor einem wichtigen Gerichtstermin blickt Mrs Lillian Dunkle, einst gefeierte Eiscreme-Königin Amerikas, auf die vergangenen achtzig Jahre ihres Lebens zurück. Sie war sechs und hieß damals noch Malka, als ihre Familie 1913 aus Russland in die USA emigrierte,  wo sie zunächst in ärmlichsten Verhältnissen in New Yorks Lower East End in der Orchard Street wohnten. Ihr Leben änderte sich, als sie bei einem Unfall mit dem Pferdewagen des  Eisverkäufers Dinello verletzt und für immer behindert wurde. Ihre Familie verstieß das Mädchen, sie war als Arbeitskraft für sie nutzlos geworden. Doch sie hatte Glück im Unglück, die Familie des Eismannes nahm sie bei sich auf, lehrte sie die Kunst der Eisherstellung, lies sie katholisch taufen und gab ihr von nun an den Namen Lillian Maria Dinello. Und wieder war ihr das Schicksal wohlgesonnen, als sie ihren späteren Ehemann Bert Dunkle kennenlernte. Mit viel Erfindungsreichtum, aber auch mit List und Heimtücke, bauen sich Lillian und Bert nach und nach ein Eiscreme-Imperium auf – Lillian Dunkle wird zur „Eiskönigin von Amerika“. Jetzt sind sie ganz oben auf der Erfolgsleiter, doch wieder schlägt das Schicksal zu … 

    Die US-amerikanischen Schriftstellerin Susan Jane Gilman, die 1964 in New York geboren wurde, besuchte dort die High School und die University, war Schülerin von Frank McCourt und erhielt 1993 in Michigan den Master in Fine Arts in Creative Writing. Sie veröffentlichte drei Sachbücher und schrieb für diverse Zeitungen und Magazine, bevor sie sich an „Die Königin der Orchard Street“ wagte. 2019 veröffentlichte sie ihren zweiten Roman „Donna Has Left the Building“, der bisher noch nicht in Deutsch erhältlich ist. Die Autorin lebt heute in ihrer Heimatstadt New York und in Genf/Schweiz. 

    Kaum zu glauben, dass dies der Debütroman der Autorin ist, so ausgefeilt und sprachlich anspruchsvoll ist ihr Schreibstil, dabei jedoch sehr unterhaltsam und informativ. Die gute bildhafte Wiedergabe vom Amerika des frühen 20. Jahrhunderts bis in die 80er Jahre sowie die angedeuteten politischen Probleme der neueren Zeit zeugen von ausgezeichneter Recherchearbeit. Mit Lillian schuf Gilman eine Protagonistin, die man lieben und hassen muss – eine taffe, sehr einfühlsame Frau, die jedoch im Geschäftsleben über Leichen gehen kann und immer dominanter wird, je mehr Reichtum sie ansammelt. Sie gibt ein gutes Beispiel, wie man durch harte Arbeit Geld verdienen kann und wie schwer es dann ist, mit dem Reichtum vernünftig umzugehen.

    Tragik und Komik liegen in der Geschichte nahe beieinander, die mit einigen gut verständlichen jiddischen und italienischen Begriffen gewürzt ist, welche die Protagonistin hin und wieder benutzt. Unsere Heldin ist keine Schönheit und dazu noch behindert, weiß sich aber in allen Lebenslagen zu behaupten. Im fortgeschrittenen Alter genehmigt sie sich gerne vor Verhandlungen oder Fernsehauftritten einen Schluck, oder zwei oder drei, was nicht immer folgenlos bleibt. Da Lillian ihre Lebensgeschichte rückwirkend selbst erzählt und bisweilen den Leser direkt anspricht, hat man oft das Gefühl, sie persönlich zu kennen, bei ihr zu sitzen und ihr zuzuhören. 

    Fazit: Ein Buch das gut unterhält und das vor Witz und Zynismus förmlich sprüht – in dem aber auch viel Lebensweisheit versteckt ist. Sehr lesenswert!

  22. Cover des Buches Scheintot (ISBN: 9783734106248)
    Tess Gerritsen

    Scheintot

     (941)
    Aktuelle Rezension von: ban-aislingeach

    In einem Haus irgendwo in den USA, welches man ohne weiter als Schreckenshaus bezeichnen kann,  werden junge Frauen aus Osteuropa und Russland festgehalten und müssen ihrer Arbeit als Nutten nachgehen, etwas womit sie nicht gerechnet haben. Doch es gibt weder einen Zurück in die alte Heimat noch eine Flucht in das unbekannte Land der Vereinigten Staaten von Amerika.

    Die Gerichtsmedizinerin Maura Isles denkt sich nichts dabei, denn wie an jedem normalen Arbeitstag öffnet sie einen Leichensack, als dann plötzlich ihr größter Alptraum wahr wird. Die Leiche öffnet die Augen, woraufhin Maura sie sofort ins Krankenhaus bringt. Doch die junge Frau ist gefährlich, denn sie tötet einen Wachmann und nimmt dann Geiseln, darunter Detective Jane Rizzoli, welche kurz vor der Entbindung steht.

     

     

    Der fünfte Fall der Reihe „Rizzoli & Isles“, welcher den Namen „Scheintot“ trägt, geht einem unter die Haut. Es ist spannend und nur langsam verbinden sich die verschiedenen Elemente und werden alle Fragen beantwortet. Man wird tief in das Düstere der USA hineingezogen und ich habe mich beim Lesen immer wieder gefragt ob es bei uns in Deutschland auch so schlimm ist. Man muss die Bücher nicht in der richtigen Reihenfolge lesen um diese zu verstehen, jedoch kann ich sagen, dass dieses das bisher beste Buch der Reihe ist. Der Schreibstil von Tess Gerritsen hat mich tief in die Geschichte hineingezogen und mich das Grauen und die Angst fast live miterleben lassen wie auch die verzweifelte Suche nach Antworten.

     

    Die Opfer, welche zu Tätern werden, fand ich sehr interessant. Obwohl ich sagen muss, dass ich ihnen auch nicht ohne weiteres geglaubt haben. Für mich waren sie logisch und haben nachvollziehbar gehandelt, zwar nicht direkt im Moment, sondern erst im Nachhinein. Man erfährt auch was mit dem Haus passiert ist und die Fragen von dort werden geklärt. Geradezu abgestoßen hat mich der tiefe Sog der Korruption und wie wenig ein Menschenleben im Vergleich zu Geld wert ist.

     

    Für mich war das Buch ein Highlight, denn ich habe von diesem Thriller mit seinen 432 Seiten mehr bekommen als ich erwartet habe. Am Ende war ich sogar überrascht als ich fertig war, denn ich hätte noch ohne Probleme weitergelesen. Für mich hat das Buch ein interessantes, aber gleichzeitig erschreckendes Thema behandelt, die Handlungen der Charaktere, auch der Täter konnte ich nachvollziehen und es war spannend sowie interessant. Zudem ist es ein Buch über das man noch eine Weile nachdenken wird.

  23. Cover des Buches Die Lagune der Flamingos (ISBN: 9783404167593)
    Sofia Caspari

    Die Lagune der Flamingos

     (47)
    Aktuelle Rezension von: nati51

    Nach dem Buch Im Land des Korallenbaums" ist dies der zweite Band einer Argentinien-Saga von Sofia Caspari. Es spielt Ende der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, einer Zeit, in der viele Menschen aus Deutschland auf ein besseres Leben in der neuen Welt hofften und dort versuchten ihr Glück zu finden.

    Im Vordergrund der Geschichte stehen drei Familien, wovon zwei bereits aus dem ersten Band bekannt sind.

    Die verwitwete Annelie Wienand kam vor einigen Jahren mit ihrer Tochter Mina nach Argentinien, um Xaver Amborn zu heiraten, doch sie erlebte eine Enttäuschung. Ihre Tochter Mina freundete sich mit dem Nachbarssohn Frank Blum an, um dem tristen Familienalltag und den Nachstellungen ihres Stiefbruders Philipp zu entkommen. Aus der Freundschaft entwickelt sich Liebe, doch dann prügelt Philipp einen Menschen zu Tode und lässt es so aussehen, als wenn Frank der Täter ist. Frank muss fliehen. Wird er seine Unschuld beweisen können?

    Anna Weinbrenner-Meyer hat aus ihrem Fuhrbetrieb ein florierendes Unternehmen geschaffen. Sie hofft, dass ihre Tochter Marlena eines Tages das Geschäft übernimmt. Doch Marlena traut sich nicht ihrer Mutter zu erzählen, dass sie ganz andere Träume hat, sie wünscht sich nichts sehnlicher als Journalistin zu werden.

    Victoria Santos, die zusammen mit Anna nach Argentinien gekommen ist, kämpft um das Erbe der Santos für ihre Tochter Estella und muss sich wegen der Führung ihrer Estancia gegen die anderen Plantagenbesitzer wehren.

    Das Buchcover ist wunderschön gestaltet und macht Lust die Geschichte zu lesen. Da es neben den drei Haupterzählsträngen noch verschiedene Nebenstränge gibt, sind die Stammbäume zu Beginn des Buches sehr hilfreich. Gewünscht hätte ich mir am Ende des Buches ein Glossar der spanischen Wörter, obwohl sich die meisten im Zusammenhang erklären.

    Das Buch ist flüssig und leicht zu lesen, es regt die Fantasie an und vor meinem inneren Auge entstand ein schönes Kopfkino. Die Charaktere waren gut beschrieben, so dass ich mir immer ein passendes Bild der Personen machen konnte. Es gab sympathische und unsympathische Charaktere, wobei einige Handlungsweisen für mich nicht ganz nachvollziehbar waren, aber wenn Gefühle im Spiel sind, ist menschliches Verhalten selten kalkulierbar.

    Neben der bildhaft beschriebenen Landschaft von Argentinien so wie der Beschreibung von Buenos Aires hat mir auch gefallen, die geschickt einfließenden Informationen über Argentinien am Ende des 19. Jahrhunderts, so dass ich noch etwas über das Land lernen konnte. Die Beschreibungen hatten das richtige Maß ohne überladen zu wirken.

    Ein schönes Wohlfühlbuch, das mir gefallen hat und mich an trüben Tagen nach Argentinien versetzte. 

  24. Cover des Buches Der Tod so kalt (ISBN: 9783421047595)
    Luca D'Andrea

    Der Tod so kalt

     (72)
    Aktuelle Rezension von: 3lesendemaedels

    Der amerikanische Dokumentarfilmer Jeremiah Salinger kehrt mit seiner Tochter Clara und seiner Frau Anneliese in deren südtiroler Heimatdorf zurück. Nach einem traumatischen Erlebnis, bei dem er beinahe von einer Lawine verschüttet worden wäre, verspricht er seiner Frau, sich erstmal nicht mehr Filmarbeiten zu widmen. Doch seine Neugier lässt ihm keine Ruhe, als er von einem 30 Jahre zurückliegendem Unglück erfährt, bei dem drei Menschen ums Leben gekommen sind.
    Ein Psychothriller, der zugleich auch eine Familiengeschichte und Geschichte eines Bergdorfes ist. Spannend und mit einer Prise Humor gewürzt.

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