Bücher mit dem Tag "einzigartig"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "einzigartig" gekennzeichnet haben.

49 Bücher

  1. Cover des Buches Begin Again (ISBN: 9783736302471)
    Mona Kasten

    Begin Again

    (3.480)
    Aktuelle Rezension von: Athena2612

    Allie zieht für ihr Studium in eine neue Stadt und möchte endlich unabhängig sein. Durch eine WG landet sie bei Kaden, der zuerst sehr abweisend wirkt. Mit der Zeit lernen sie sich besser kennen und es prickelt ordentlich zwischen denn beiden. 

    Der erste Teil der Reihe  Begin Again ist ein gelungener start. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es hat mich so in seinen Bann gezogen, dass ich es kaum aus der Hand legen konnte. Der Schreibstil von Mona Kasten gefällt mir sehr gut und die Geschichte hat einen stimmigen Handlungsstrang. Besonders das Uni-Setting fand ich toll, da ich mich als Studentin gut mit der Handlung identifizieren konnte.


  2. Cover des Buches Die Insel der besonderen Kinder (ISBN: 9783426520260)
    Ransom Riggs

    Die Insel der besonderen Kinder

    (2.145)
    Aktuelle Rezension von: jenvo82

    Inhalt

    Als Jacobs Großvater stirbt, wird für den Jugendlichen klar, dass er die Geschichten, die ihm sein Opa zeitlebens erzählt hat, noch einmal hinterfragen muss. Angeblich war Abraham in seinen jungen Jahren nicht nur ein Waisenkind, sondern ist viel gereist und hat abenteuerliche Dinge erlebt, die er seinem Enkel in schier unglaublichen Geschichten nahebringen wollte. Vieles davon hat Jacob schon lange nicht mehr geglaubt, sei es die Erzählung von einem schwebenden Mädchen oder die wilden Verfolgungsjagden mit gruseligen Monstern.

    Doch der Tod seines Großvaters wirft Fragen auf und Jacob reist gemeinsam mit seinem Vater auf die Insel Cairnholm, um Spuren aus der Vergangenheit seines Großvaters aufzuspüren. Jacob besucht das örtliche Museum und erfährt Vieles, was ihm genauso bereits erzählt wurde. Der 03. September des Jahres 1940 scheint ein enorm wichtiges Datum für Abraham gewesen zu sein und genau an diesem Tag wurde das Waisenhaus durch einen Bombenabwurf vollkommen zerstört.

    Die Merkwürdigkeiten häufen sich und Jacob befürchtet, dass die wilden Erzählungen doch der Wahrheit entsprachen und keine fiktiven Geschichten waren. Spätestens als er den besonderen Kindern des Waisenhauses begegnet, die ihn die Zusammenhänge erklären, inklusive der aufwendigen Zeitschleife, die ihre Heimleiterin konstruiert hat, um ihr Leben zu schützen. Es gelingt ihm selbst von einer Seite auf die andere zu gelangen, er trifft die Freunde seines Opas, die nach 70 vergangenen Jahren immer noch Teenager sind und er muss erleben, dass es auch die Monster irgendwie geschafft haben, zu überleben …

    Meinung

    Von dieser Fantasy-Reihe sind bereits 6 Bände erschienen, der erste hier wurde im Jahr 2011 veröffentlicht. Trotzdem bin ich in erster Linie durch die Verfilmung darauf aufmerksam geworden. Dort geht es nicht immer kindgerecht zu, manches ist für jüngere Zuschauer eher gruselig – aber wie so oft in diesem Genre führen mich die Filme zum Buch und das geschriebene Wort gefällt mir dann eindeutig besser.

    Das Buch beinhaltet viele alte Fotos, die thematisch in die Geschichte eingeflochten werden und ihr Mehrwert verleihen. Die Magie kommt nicht zu kurz aber vor allem das hochinteressante Thema der Zeitreisen. Es geht um Freundschaft, Vertrauen, Verwandlungen und Lebensaufgaben – ein kleines Universum, welches in den Folgebänden sicherlich in vielen bunten Facetten schimmern wird. Band 1 weckt auf jeden Fall mein Interesse, an dieser Reihe dranzubleiben, gerade weil mich die vielen Abenteuer von Jacob und seinen neuen Freunden gekonnt in andere Welten entführen. 

    Fazit

    Ich vergebe gute 4 Lesesterne für einen gelungenen Reihenauftakt, der weniger Gruselelemente aufweist, als zunächst vermutet. Das magische, düstere Setting, die langsam aufziehende Geschichte, die vor Toten und Morden nicht zurückschreckt, besticht vor allem durch die Dynamik, die mit Zeitreisen einhergeht. Auch die zahlreichen Nebenfiguren werden nahbar und dadurch erhöht sich der plastische Eindruck des Buches. Trotz der dunklen Stimmung und der gefährlichen Etappen im Kampf gegen das Böse überwiegt hier die Hoffnung und ein gefeiertes Miteinander. Diese Story eignet sich sowohl für Jugendliche als auch für Erwachsene, sie bedient nicht unbedingt ein Klischee. Besonders toll erscheint mir das Universum, welches sich nun für die Folgebände öffnet, es gibt hier zahlreiche Ansatzpunkte für die Entwicklung der Figuren untereinander, miteinander oder auch nicht und das durch verschiedene Zeitschleifen hindurch immer wieder hinein in eine neue Welt, die es doch nicht unbedingt braucht, weil die Dinge sich in ihren Grundzügen stets wiederholen. Band 2 wird von mir definitiv noch gelesen und dann schaue ich weiter …

  3. Cover des Buches Nevernight - Die Prüfung (ISBN: 9783596297580)
    Jay Kristoff

    Nevernight - Die Prüfung

    (725)
    Aktuelle Rezension von: Klaus_M

    Ich habe selten ein Buch gelesen, das mich durch seine bloße Wortgewalt so gefesselt hat. Kristoff schreibt nicht einfach nur eine Geschichte – er zelebriert sie mit einer cineastischen, bildgewaltigen Sprache. Wer düstere Storys, Auftragskiller-Akademien und einen außergewöhnlichen Erzähler sucht, kommt an diesem Buch nicht vorbei. Ein absolutes Jahreshighlight!

  4. Cover des Buches Der Gesang der Flusskrebse (ISBN: 9783446273252)
    Delia Owens

    Der Gesang der Flusskrebse

    (1.478)
    Aktuelle Rezension von: EllenKnorr

    Eine sehr ruhige Geschichte mit wundervollen und bildlichen Beschreibungen der Natur. 

    Kya tritt als starke und eigenwillige Hauptprotagonistin auf. Ihre Naturverbundenheit und Intelligenz haben mir sehr gut gefallen. Wirklich ein tolles Buch. Bloß die Zeitsprünge haben mich an manchen Stellen im Lesefluss gestört. 

  5. Cover des Buches Das Juwel - Die Gabe (ISBN: 9783596196647)
    Amy Ewing

    Das Juwel - Die Gabe

    (1.788)
    Aktuelle Rezension von: dottis_buecherregal

    Ich habe dieses Buch gelesen, ohne vorher den Klappentext zu kennen. Es handelt von einer Gesellschaft, in der Blutlinien und sozialer Status die wichtigste Rolle spielen. Aufgrund weit verbreiteter Inzestprobleme ist der Adel unfruchtbar geworden, weshalb Aristokraten „Surrogate“ halten.

    Die Geschichte wirkt wie eine abgeschwächte Version von "Der Report der Magd", da die Grundidee die selbe ist.

    Violet wird von ihrer Familie getrennt, sobald die Regierung entdeckt, dass sie über besondere Fähigkeiten verfügt. Diese Kräfte erlauben es ihr, sowohl das Aussehen als auch den Charakter des Kindes zu beeinflussen, das sie austrägt. Außerdem kann sie die Dauer der Schwangerschaft erheblich verkürzen.

    In dieser Welt werden Surrogate von adeligen Frauen ersteigert, um als Leihmütter deren Kinder auszutragen und die Blutlinien der Aristokratie zu stabilisieren.

    Violet ist eine starke Protagonistin und ist deutlich reifer beschrieben als sechzehn. Die Liebesgeschichte, die im letzten Drittel des Buches stattfindet, hätte aus meiner Sicht nicht sein müssen.



  6. Cover des Buches Die Spiegelreisende 1 − Die Verlobten des Winters (ISBN: 9783458364863)
    Christelle Dabos

    Die Spiegelreisende 1 − Die Verlobten des Winters

    (746)
    Aktuelle Rezension von: Sara1

    Die beschriebene Welt ist ein tollen Konzept. Die Hauptfigur Ophelia lernt man im Laufe des Buches immer besser kennen und auch lieben. Sie wird wie der Leser auch in die neue Welt den Pol  geworfen und muss sich darin zurecht finden. Die Handlung nimmt nach der Hälfte immer mehr Fahrt auf und es kommt zu Wendungen mit welchen man nicht rechnet. Insgesamt ist das Buch toll geschrieben und man kann es nicht weglegen wenn man mit dem lesen begonnen hat. 

  7. Cover des Buches Der Weg der Könige (ISBN: 9783453317109)
    Brandon Sanderson

    Der Weg der Könige

    (311)
    Aktuelle Rezension von: Yvonne_Geiseler

    Ich schaue meist bevor ich lese. Gott sei Dank! Nichts ist so furchtbar, wenn man eine so lange Serie beginnt und dann ist sie noch nicht fertig geschrieben. Diese schon und sie ist von Anfang bis Ende fesselnd. Sie gehört zu den Reihen, an deren Ende man das Gefühl hat eine liebgewordenen Begleiter zu verlieren....

  8. Cover des Buches Bob, der Streuner (ISBN: 9783404609345)
    James Bowen

    Bob, der Streuner

    (984)
    Aktuelle Rezension von: Blintschik

    Das Buch ist locker und leicht geschrieben und man kann es einfach so entspannt runterlesen. Die Geschichte ist nicht poetisch oder sonst wie tiefgründig erzählt, aber durch die Einfachheit und Ehrlichkeit des Autors, lernt man ihn und seinen Kater einfach richtig gut kennen und man kann einfach nicht anders als die beiden zu mögen. Die Geschichte ist außerdem sehr berührend und ich finde es unglaublich toll wie sich die Freundschaft der beiden vertieft und entwickelt. Dazu gibt es Momente, bei denen man richtig mitfiebern muss. Das Buch ist wirklich herzerwärmden und macht Hoffnung und gute Laune. Ich lese es immer wieder gerne und es wird nie langweilig. Perfekt wenn man abends abschalten möchte und eine einfache und positive Geschichte sucht.






  9. Cover des Buches Like Fire We Burn (ISBN: 9783328107736)
    Ayla Dade

    Like Fire We Burn

    (544)
    Aktuelle Rezension von: Bookish_Dreamer

    Dieses Buch hat mich komplett abgeholt. Ich habe jede Seite gefühlt – die Wärme, die Kälte, das Kribbeln und dieses ständige Mitfiebern, das einen nicht mehr loslässt. Ayla Dade schafft es einfach, Emotionen so greifbar zu machen, dass man sich fühlt, als wäre man selbst Teil der Geschichte.

    Besonders die Charaktere haben es mir angetan: authentisch, tiefgründig und voller Gefühl. Ihre Entwicklung, ihre inneren Kämpfe und die Verbindung zwischen ihnen haben mich von Anfang bis Ende mitgerissen. Die Storyline war spannend, intensiv und emotional – ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.

    Auch wenn mir der erste Band insgesamt noch ein kleines bisschen besser gefallen hat, steht Like Fire We Burn ihm in nichts nach. Der zweite Teil hat mich ebenfalls überzeugt, berührt und zum Mitfiebern gebracht. Es ist eine Geschichte, die unter die Haut geht und noch lange nachhallt.

    Ein wunderschönes, emotionales Buch für alle, die Romance lieben und gerne mit ganzem Herzen lesen. ❤️🔥

  10. Cover des Buches Bring Down the Stars (ISBN: 9783736311282)
    Emma Scott

    Bring Down the Stars

    (699)
    Aktuelle Rezension von: thewonderlandofbooks

    3,5/5 ⭐️

    Leider war das Buch für mich größtenteils nur okay. Ich bin nicht richtig reingekommen und konnte den Hype deshalb nicht nachvollziehen. Die Charaktere fand ich grundsätzlich sympathisch, aber gerade bei Autumn hat mir ihre Entwicklung nicht gefallen. Je weiter die Geschichte ging, desto weniger konnte ich ihr Verhalten nachvollziehen.

    Auch Connor und Wes mochte ich, aber die Love Story konnte ich überhaupt nicht fühlen. Für mich ging alles viel zu schnell und die intensiven Gefühle kamen zu früh. Gleichzeitig wird ihre Freundschaft betont, aber miteinander reden können sie trotzdem nicht. Dadurch fühlte sich die Liebesgeschichte für mich einfach nicht echt an.

    Mein größtes Problem waren das Love Triangle und vor allem das Lügenkonstrukt. Das Love Triangle fand ich gar nicht mal so schlimm, weil schnell klar war, in welche Richtung es geht. Am meisten zu schaffen gemacht hat mir das Lügenkonstrukt, auf dem die ganze Geschichte aufgebaut ist. Ich hatte gehofft, dass es harmloser wird oder früher auffliegt, nur wurde es immer schlimmer. Dass dadurch nicht nur eine Person verletzt wird, mochte ich überhaupt nicht.

    Über weite Strecken war das Buch für mich deshalb eher durchschnittlich. Ich war emotional nicht wirklich drin und auch die Geschichte selbst hatte für mich lange nichts, was mich richtig catchen konnte.

    Dann kamen die letzten ungefähr 100 Seiten und plötzlich ging alles in eine Richtung, mit der ich überhaupt nicht gerechnet hatte. Ich war richtig überrascht und fand es spannend und teilweise echt heftig. Vor allem der Cliffhanger hat dafür gesorgt, dass ich Band 2 zeitnah lesen möchte.

  11. Cover des Buches Krieger des Feuers (ISBN: 9783641074777)
    Brandon Sanderson

    Krieger des Feuers

    (235)
    Aktuelle Rezension von: die_pingus_

    Mit Krieger des Feuers führt Brandon Sanderson die Geschichte aus Kinder des Nebels fort. Nach dem Sturz des Obersten Herrschers hat sich die Situation im ehemaligen Imperium jedoch nicht zum Guten entwickelt. Die neue Freiheit bringt keine stabile Ordnung, sondern Machtkämpfe, politische Unsicherheit und neue Bedrohungen.

    Vin und ihre Gefährten müssen feststellen, dass es wesentlich einfacher ist, einen Herrscher zu stürzen, als ein funktionierendes Reich aufzubauen. Genau dieser Ansatz gefällt mir besonders gut. Sanderson beschäftigt sich nicht nur mit der erfolgreichen Revolution, sondern mit den Konsequenzen, die danach entstehen. Verschiedene Fraktionen kämpfen um Einfluss und die bisher unterdrückte Bevölkerung muss mit einer völlig neuen Situation umgehen.

    Vin steht erneut im Mittelpunkt. Ihre Entwicklung wird weitergeführt und ihre Beziehung zu Elant bekommt deutlich mehr Raum. Gleichzeitig wird sie immer stärker mit der Frage konfrontiert, was ihre eigenen Fähigkeiten eigentlich bedeuten und welche Verantwortung daraus entsteht. Dabei bleibt sie eine interessante Figur, weil sie trotz ihrer enormen Kräfte immer wieder mit Unsicherheit und Misstrauen zu kämpfen hat.

    Auch das Magiesystem wird erweitert. Die Allomantie bleibt ein zentraler Bestandteil der Handlung, gleichzeitig erfährt man mehr über die Hintergründe der Kräfte und die Geschichte dieser Welt. Sanderson gelingt es erneut, die Regeln seines Magiesystems konsequent einzusetzen, ohne dass es wie ein beliebiges Werkzeug wirkt.

    Allerdings hat der zweite Band für mich nicht ganz die Dynamik des ersten Teils. Die politische Handlung nimmt deutlich mehr Raum ein und einige Passagen ziehen sich. Die zahlreichen Gespräche über Herrschaft, Religion und gesellschaftliche Ordnung sind zwar wichtig für die Entwicklung der Geschichte, bremsen das Tempo aber teilweise erheblich.

    Dafür gewinnt die Geschichte an Tiefe. Die Figuren müssen sich mit den Folgen ihrer bisherigen Entscheidungen auseinandersetzen. Besonders interessant ist, dass die ursprüngliche Rebellion nicht einfach als Erfolgsgeschichte dargestellt wird. Sanderson zeigt, dass nach dem Ende einer Diktatur neue Probleme entstehen können und dass Freiheit allein noch keine funktionierende Gesellschaft schafft.

    Das letzte Drittel nimmt schließlich wieder deutlich an Fahrt auf. Die verschiedenen Handlungsstränge werden zusammengeführt und die Geschichte entwickelt eine Spannung, die im Mittelteil teilweise gefehlt hat. Gleichzeitig werden neue Fragen aufgeworfen, die neugierig auf den Abschluss der Trilogie machen.

    Krieger des Feuers ist für mich ein guter zweiter Band, auch wenn er nicht ganz so unmittelbar packend ist wie Kinder des Nebels. Dafür erweitert Sanderson die Welt deutlich und macht aus der ursprünglichen Rebellion eine wesentlich komplexere Geschichte über Macht, Verantwortung und den schwierigen Aufbau einer neuen Gesellschaft.

    Ein stärker politisch geprägter zweiter Teil, der weniger vom Überraschungseffekt des ersten Bandes lebt, dafür aber deutlich mehr Tiefe in die Welt und ihre Figuren 






    Rezensiert von Herr U.

  12. Cover des Buches The U-Files (ISBN: 9783981782967)
    Sandra Florean

    The U-Files

    (39)
    Aktuelle Rezension von: Ellaa_

    Meine Kurzeinschätzung: Die U-Files sind schon eine Weile auf meinem SuB gewesen, viel zu lange. Erworben habe ich das Buch auf der LBM19 mit einigen tollen Signaturen der Autoren. (Von welchen wird allerdings nicht verraten!) Die besondere Mischung aus bösen und guten Einhörnern hat mir sehr gut gefallen. ♡ Der Talawah Verlag hat wundervolle Bücher in seinem Sortiment, schaut unbedingt einmal vorbei, gerade die Anthologien haben es mir besonders angetan. :) ☆Achtung! Die Rezension enthält Spoiler zu den einzelnen Kurzgeschichten!☆


    Cover: Das Cover des Buches hat mir sehr sehr gut gefallen. Eyecatcher des Covers ist eine riesige, schneebedeckte Felsenwand über der sich ein rosaner, lilaner Wolkenhimmel erstreckt. Der Boden scheint lichterloh in Flammen zu stehen, heiße Lavaadern erstrecken sich am Boden der Felsenwand. Genau in der Mitte leuchtet ein flammenlohdernder Halbkreis, unter dem sich ein schwarzes Einhorn befindet. Rabenschwarz mit dem anmutigen Horn nach links zeigend, steht es auf den Hinterläufen, die Vorderbeine angewinkelt in den Lüften. Marmorierte Hochglanzfliesen erstrecken sich auf dem Boden zu dem Leser gerichtet. Wahnsinn! Und diese Farben erst: knallig und wunderschön! Ein richtiger Blickfang im Bücherregal. Besonders toll fande ich auch die Illustrationen im Buch. Gerade die verschiedenen Einhörner haben mir besonders gut gefallen, obwohl ich auch dem ein oder anderen Sternenhimmel nicht ganz abgeneigt war. :)


    Inhalt: In dieser Anthologie dürfen wir in 23 magische Kurzgeschichten eintauchen. Und diese sind komplett individuell- jeder Autor hat seiner Kurzgeschichte nämlich seinen persönlichen Stempel verpasst.  Wodurch das Ganze sehr abwechslungsreich und unheimlich spannend war- keine Geschichte gleicht der anderen. :) Aber kommen wir nun zu den einzelnen Kurzgeschichten: 

    1.) Jörg Fuchs Alameda- Doktor Zorn und der edle Ed: Eine Geschichte ganz Alameda Like. ♡ Ich habe schon dutzende Kurzgeschichten des Autors Lesen dürfen und diese hier gehört definitiv zu meinen Top zwei. :) Hoffnung, Liebe, Abenteuer, aber auch Herzschmerz. Mit diesen Worten kann man diese wundervolle und zum nachdenken anregende Geschichte am besten beschreiben- ganz großes Einhornkino! 


    2.) Tina Alba- Lichtbringer: In dieser Geschichte ist das Einhorn ein Heiler, ein Retter.. auf ganz eigene Art und Weise.. Wir lernen das Leben von Menschen kennen, die in unserer Welt verpönt werden, die das Leben hart gezeichnet hat und die nicht leben, sondern überleben. Obdachlose. Die stummen Leidenden unserer Gesellschaft haben hier eine Stimme bekommen.. ♡ Grandios! 


    3.) Valerie Gaber- Der letzte Funke: Mein Weltbild war irgendwie nach dieser Geschichte zerstört.. eine grausame Vorstellung, dass diese wundervollen Wesen, "modernisiert" wurden.. Und somit alles liebevolle verloren haben *schmoll*. Technik und Einhörner gehören für mich nicht vereint! Aber ein chapeau an die Autorin für die Idee. :) 


    4.) Tanja Hammer- Goldrote Tränen: Was wunderschön, erhaben und poetisch begann mit saftigen Hügeln und der Schönheit der Natur, endet höchst tragisch und vollkommen düster.. Eine sehr wortgeballte und detaillreiche Geschichte, mit einem etwas offenen und traurigem Ende. Hat mir gut gefallen, obwohl ich natürlich ein festes Ende begrüßt hätte- so sitze ich da mit tausenden Fragen.. Ob Tighan das Einhorn finden wird? 


    5.) Anne Haubner- Der Herrscher des Waldes: Wie frustrierend es für die Waldwesen sein muss, die Zerstörung und Brutalität der Menschen mitansehen zu müssen. Was Rem für Silva tut ist herzzereißend schön. Es ist eine Geschichte voller Hoffnung. Auch wenn das Ende schon eine gewisse Traurigkeit enthält.. 


    6.) Anna Holub- Einhörner und andere Nervtöter: Tatsächlich einer meiner Lieblingsgeschichten des Buches! Ich mochte den Humor- und irgendwie gab mir die Sache mit dem Wildhüter leichte Harry Potter Vibes. ♡ Soo viele spannende Tiere und so viele unterschiedliche Einhörner.. Ganz viel Liebe für diese Story! 


    7.) Laurence Horn- Einhörner gibt es nicht: Was für eine Geschichte voller Intrigen und Kriminalität.. und mittendrin ein Einhorn und ein Mörder.. Eine verrückte Köchin, ein genialer Trophäenjäger, ein Professor und ein Kriminalkommissar. Chaos vorprogrammiert.. 


    8.) Agga Kastell- Sascha: Wer hätte das gedacht? Alles fing ganz normal an.. Nervtötende Frauen auf Arbeit, die überall ständig irgendetwas hinstellen und dekorieren.. Einhörner! Die gibt es gar nicht! Doch einmal falsch am Horn geruppelt.. Und zack.. läuft in deiner Wohnung ein Einhorn namens Sascha durch deine Bude und will dich vom Gegenteil überzeugen- und dir sogar einen Wunsch erfüllen..Eine nette Geschichte. :)


    9.) Lillith Korn- Das schwarze Einhorn: Diese Geschichte war sehr märchenhaft. :) Schließlich geht es um Ritter und eine Prinzessin! Ich habe die Story sehr verschlungen und genossen. Die Hand der Prinzessin soll an den gehen, der dem König, das Horn des letzten totbringenden, schwarzen Einhorns bringt.. Doch plötzlich kommt Sixt ein Baumtroll in die Quere und alles ändert sich.. 


    10.) Daniela Perndl- Der Fund im Dämmerforst: Und da ist sie- Meine Lieblingsgeschichte bis jetzt! Die fantastische Kombination aus Zoologie, Forschung und kleine Detektivarbeit hat mir unendlich gut gefallen. ♡ Dazu noch der herrlich zu lesende Schreibstil und der ideal eingebrachte Einhorntouch. :) 


    11.) Lyakon- Das Einhorn vom Dansenberg: Wow! Was für eine außerordentlich schöne Geschichte! Bei dieser Story hat für mich alles gepasst- der wundervolle Schreibstil, wie aus einer anderen Zeit und die wirklich zutiefst rührende Geschichte über ein Einhorn, welches das Leben eines Menschen veränderte und andersherum! Würde es Noten geben, bekäme diese Geschichte eine 1+ von mir. ♡ 


    12.) Liane Mars- Einhornwut: Ich habe selten ein so sympathisches, wütendes Einhorn kennenlernen dürfen. Ein Einhorn in Menschengestalt, welches sich für das ihm zugewiesene Waldgebiet einsetzt.. sogar gegen sehr attraktive Bauleiter. ;) Super geschrieben, mit einer Prise Humor und Abenteuer. 


    13.) Linn Peltzer- Wenn du nur fest genug daran glaubst: Jeder der mich ein wenig verfolgt, weiß: Ich liebe Wale. Daher muss ich kaum erwähnen, dass ich diese Story gerade wegen des äußerst sympathischen Narwals absolut entzückend fande. Seine Diskussion mit der Möwe hat mich wirklich zum Schmunzeln gebracht. ♡  


    14.) Jasmin Aurel- Im Bann des Re'em: Eine wunderschöne Geschichte über Freundschaft, Abenteuerlust und huch- eine sprechende Katze? Ich war wirklich hin- und weg über dieses schwarze freche Kätzchen. :) Alles fing mit dem Wunsch an, ein Instrument aus Einhornhaar zu machen, welches zauberhafte, magische Klänge bringt.. und wurde zu einer Lehre. Absolut zauberhaft! ♡ 


    15.) Matthias Ramtke- Verschwundene Kinder: Was für eine clever durchdachte Kurzgeschichte! Ein Mann namens Viper, soll das Rätsel um die verschwundenen Kinder lösen.. Doch die Geschichte ist verzwickter als zunächst gedacht- Einhörner, Hexen und das Waldvolk machen ihm das Leben schwer. Doch wer steckt wirklich hinter dessen verschwinden? Die Auflösung ist erschreckend, doch gleichzeitig so nachvollziehbar.. 


    16.) Ida Reizenstein-Das Einhorn von Rawalpindi: Ich liebte den Aufbau der Geschichte. :) Wir dürfen den Forscher und Entdecker Justus von Seseli in den Urwald von Rawalpindi begleiten.. Eigentlich stehen Pflanzen auf seiner Agenda. So ist er schließlich überrascht als er einer indischen Legende begegnet: Dem Einhorn, dem Beschützer des Waldes. Eine super schöne Kurzgeschichte, die ich gerne verschlungen habe. :) 


    17.) Veronika Rothe- Die Wahl: Die Idee dieser Kurzgeschichte fande ich super! Die übernatürlichen Wesen haben sich den Menschen zu erkennen gegeben- und so passiert es vier Mal im Jahr, dass sich dieses Portal öffnet und sich ein übernatürliches Wesen an einen Menschen bindet. Die Diebin Anna ist nichts besonderes, das macht ihr auch ihre Familie deutlich klar.. bis ein Einhorn in ihr Leben tritt und dieses unwiderruflich verändert. Wunderschön! ♡


    18.) Michael Schäfer- Die Insel des Doktor Maggiore: Erschaudernd, düster und hochgradig spannend, so kann man diese Geschichte über einen wahnsinnigen, moralisch fragwürdigen, wenn auch genialen Wissenschaftler zusammenfassen. Ich las die Geschichte über die junge Franziska, die verzweifelt auf der Suche nach ihrem Verlobten ist, sehr gerne. :) 


    19.) Adrian Schwarzenberger- Die Tränen des schwarzen Einhorns: Es war einmal vor langer, langer Zeit.. Hach! Diese Geschichten können einfach nur zauberhaft werden. So auch diese Geschichte. Es geht um Prinzessinen, Prinzen, Könige, böse Stiefmütter und Flüche.. ich bin durch und durch verzaubert. :) 


    20.) Nele Sickel- Billy O'Mally begegnet einer Bestie: Was für eine spektakuläre Kneipengeschichte! Da hat der alte Billy O'Mally ja anscheinend ein wahrhaftiges Abenteuer erlebt und ist dem Tod von der Schippe gesprungen.. Ein Glück hat die sichere Kneipe ihm Schutz geboten. ;)


    21.) Silke Vogt- Fabelhaft (R)evolutionärer Einhorn- Streif(en)zug: Habt ihr euch schonmal Gedanken darüber gemacht, wie so eine Herde Einhörner aufgebaut ist? Und ob es unter ihnen eventuell auch gemobbte Einhörner geben könnte? Diese herzerwärmende Geschichte lüftet das Rätsel.. und erklärt auch, wie es in all den Jahren zu einer Evolution in der Einhornpopulation kommen konnte- sie sind näher, als gedacht..! ♡ 


    22.) Jessie Weber- Hinter den Bildern, zwischen den Seiten: Ich weiß nicht warum, aber die Story erinnerte mich irgendwie an Lauras Stern. :) Die junge Luna ist begeisterter Bücherwurm, Kunstverliebt und so ganz anders als die anderen Mädchen in ihrer Klasse. Kaum verwunderlich also, dass sie die Einzige ist, die die Magie des Museums wahrnehmen und darin wortwörtlich eintauchen kann. Eine wunderschöne Geschichte! ♡


    23.) Jenny Wood- Die Reiter von Draz Al D'yr: Eine herrliche Abschlussgeschichte. Ich bin selbst Tierpflegerin und kann sagen: Gewalt ist nie eine Lösung. Aber Zuneigung und Liebe schon, gegenseitiger Respekt und Einfühlsamkeit. Auch der Junge in dieser Geschichte hat das Prinzip verstanden.. und wird dafür belohnt. :) 


    Mein Fazit: Ich vergebe für diese wunderbare Anthologie volle 5 Sterne. Besonders die Abwechslungsreichheit hat mir bei dieser Anthologie gefallen! Ob liebe oder böse Einhörner, Hauptfiguren oder nur als Randfiguren- diese magischen Wesen haben hier eine Stimme bekommen. :) Da ich schon Filme wie: Das letzte Einhorn verschlungen habe, musste ich dieses Buch einfach haben! Und wurde tatsächlich in keinster Weise enttäuscht. Jeder Autor hat seine persönliche Note mit eingebracht und das Buch zu einem einzigartigen Leseerlebnis gezaubert. Aber Achtung! Obwohl das Buch um wahre Kindheitsträume handelt, ist es durch viele brutale Szenen, nicht für diese gemacht. :)

  13. Cover des Buches Der Atlas der besonderen Kinder (ISBN: 9783426522189)
    Ransom Riggs

    Der Atlas der besonderen Kinder

    (142)
    Aktuelle Rezension von: bibliophilara

    „Die besonderen Kinder“ war ursprünglich eine als Trilogie angedachte Jugendbuchreihe. Nach dem Überraschungserfolg entschied sich der Autor Ransom Riggs dann aber für eine fortsetzende Trilogie, die die Reihe somit zu einer Hexalogie macht. 2019 erschien also der vierte Band der Urban Fantasy-Saga „Der Atlas der besonderen Kinder“. Ich hatte damals das Glück an der Blogtour teilnehmen zu dürfen. An dieser Stelle noch einmal ein großes Dankeschön an den Verlag für das Rezensionsexemplar. Endlich habe ich es geschafft, das Buch auch zu lesen. Bei meiner letzten Rezension hieß es, dass noch nicht bekannt ist, wann der sechste und finale Band auf Deutsch erscheinen wird. Seit Kurzem ist es offiziell: das Buch wird am 1. Oktober 2021 veröffentlicht werden und den Titel „Die Zukunft der besonderen Kinder“ tragen. 

    Nach dem Sieg über Caul ist der 16-jährige Jacob Portman zu seinen Eltern nach Englewood in Florida zurückgekehrt. Doch die Hoffnung dort auch sein altes Leben wiederzufinden, ist schnell dahin, denn seinen Eltern kann er seine wochenlange Abwesenheit nicht ausreichend erklären, und so schicken sie ihn wieder zu einer Psychologin. Als Jacob versucht seinen Eltern die Wahrheit über die besonderen Kinder zu erzählen, eskaliert die Situation völlig. Mit Gewalt setzen sie ihn in das Auto, um ihn in die geschlossene Psychiatrie zu fahren. In letzter Sekunde können Miss Peregrine und ihre Schützlinge sie aufhalten. Durch einen Zauber ihrer Erinnerungen beraubt, fahren Jacobs Eltern anschließend für mehrere Wochen in den Urlaub, während seine Freunde in diesem Zeitraum bei ihm einziehen. Doch das Feriengefühl hält nur kurz an, denn in Abes verlassenem Haus finden Jacob, Emma, Bronwyn und weitere Freunde einen geheimen Raum, der viele Fragen aufwirft. 

    „Nie zuvor habe ich so oft an meinem Verstand gezweifelt wie in jener ersten Nacht, als die Vogelfrau und ihre Schützlinge kamen, um mich vor der Irrenanstalt zu retten.“, ist der erste Satz des Prologs. Damit setzt der Plot eigentlich noch kurz vor Ende des dritten Bands ein, und fasst die Ereignisse des Vorgängers noch einmal knapp zusammen. Es gibt also erzählerisch keine Lücke zwischen den beiden Büchern. Aus der Ich-Perspektive erzählt wie gewohnt Jacob Portman im Präteritum. Mit über knapp 500 Seiten ist „Der Atlas der besonderen Kinder“ vergleichbar lang wie sein direkter Vorgänger. Dafür hat der vierte Band dagegen mit insgesamt 19 Kapiteln spürbar mehr. Riggs ist da wohl den Wünschen seiner Leserschaft entgegen gekommen, denn die ellenlangen Kapitel aus den vorherigen Bänden, sind sicherlich für viele ein Störfaktor. Ein weiterer, zumindest für mich persönlicher, Störfaktor wurde ebenfalls eliminiert, denn Jacob und Emma sind wieder mit Miss Peregrine und den besonderen Kindern vereint. Nur Fiona Frauenfeld gilt weiterhin als verschollen. Später ist Jacob dann überwiegend mit Emma, Enoch, Bronwyn und Millard unterwegs.

    Enoch O’Connor ist eigentlich schon 118 Jahre alt, durch seinen langjährigen Aufenthalt in Miss Peregrines Zeitschleife sieht er aber noch aus wie ein 13-Jähriger. Im Buch wird er als Junge mit runden Wangen, unordentlichen blonden Haaren und einer Körpergröße von umgerechnet 163cm beschrieben. Außerdem soll er dunkle Augenringe haben. Er ist arrogant, widerspruchsvoll und dabei gleichzeitig sehr unsicher. Gegen Jacobs und Emmas Pläne, die die Gruppe gewissermaßen anführen, hat Enoch ständig Einwände und streut mit seinem Zynismus Misstrauen. Immer muss er seinen Senf dazu geben, was ihn zunehmend unsympathischer macht. Gerade Jacob gegenüber fährt Enoch gerne die Ellenbogen aus und stachelt Konkurrenzkämpfe an. Zwar wurde es in den Büchern bislang nicht bestätigt, aber ich glaube, dass Enoch heimlich in Emma verliebt ist und Jacob um seine Beziehung zu ihr sowie der Tatsache, dass Jacob schnell ein festes Mitglied der Gruppe geworden ist und von allen gemocht wird, beneidet. Bei aller Antipathie sollte man jedoch nicht vergessen, dass Enoch eigentlich nur seine Ängste überspielen möchte, wobei er sich ungeschickterweise noch unbeliebter macht. Tatsächlich weicht er Jacob und Emma bei ihren Missionen nie von der Seite und zeigt gelegentlich, dass er seinen Mitmenschen gegenüber mitfühlend und hilfsbereit sein kann. Seine besondere Fähigkeit ist es, Objekte oder Tote für einen kurzen Zeitraum wiederzubeleben. Dazu benötigt er aber ein organisches Herz. Zudem zeigt Enoch eine morbide Faszination für den Tod und Präparate, sodass er beispielsweise den Geruch von Formaldehyd mag oder aus Spaß Tonfiguren zum Leben erweckt, um sie anschließend zu töten. Auch wenn Enoch sich nach außen hin verbarrikadiert und nicht gerade charmant ist, mochte ich ihn als Charakter gerade weil er so einen starken Kontrast zu den anderen Kindern bildet. 

    Riggs Schreibstil ist wie gewohnt einfach, die Sprache teilweise zu lautmalerisch und das Tempo meist entschleunigt. In den über 500 Seiten vergehen im Plot nur wenige Tage. Dennoch ist die Geschichte unterhaltsam, vor allem die Spannung nimmt in der zweiten Hälfte deutlich zu. Leider sind mir, neben kleineren orthografischen, auch inhaltliche oder Logikfehler aufgefallen. Direkt im zweiten Kapitel spaziert Jacob mit Miss Peregrine den Strand in Florida entlang, als dieser beschreibt: „Ein paar winzige Wasserläufer folgten Miss Peregrine und pickten mit den langen Schnäbeln an ihren Knöcheln.“ Ich war völlig irritiert, zumal es kurz darauf heißt: „Die Vögel flohen ins Wasser.“ Als Biologiestudentin möchte ich mir nicht anmaßen, eine Meisterin der Zoologie zu sein, aber ich war mir doch ziemlich sicher, dass Wasserläufer Insekten sind. Nach Recherche stellte sich heraus: dem ist auch so. Wasserläufer kommen zudem nur in Europa vor. Aber welche Tiere könnten dann gemeint sein? Nach kurzer Überlegung fiel mir ein: Strandläufer! Diese Vogelgattung ist bekannt dafür, ihre Nahrung mit ihren langen, dünnen Schnäbeln aus dem Sand oder unter der Wasseroberfläche zu picken. Vermutlich ist dieser Fehler bei der Übersetzung entstanden, denn das Englische „Sandpipers“ wird oft als „Schnepfenvögel“ übersetzt, worunter man sich als Laie nur wenig vorstellen kann.

    Im späteren Verlauf geraten Jacob und seine Freunde in eine Zeitschleife, in die sie mit einem Auto fahren. Aufgrund der holprigen Fahrt kann Millard seinen Mageninhalt nicht länger bei sich behalten und Jacob erklärt im zehnten Kapitel: „kurz darauf hörte ich, dass er sich übergab.“ Als die Truppe ein Kapitel später aus der Zeitschleife hinaus fährt und Millard sich erneut seines Frühstücks erleichtert, behauptet Jacob: „Ich war noch nie zuvor dabei gewesen, wenn sich ein Unsichtbarer übergab“. Junge, bist du senil? Hast du die Hinfahrt vergessen? Da ist nämlich genau dasselbe schon mal passiert. Aber gut, lassen wir das.

    Das Ende kommt wie gewohnt abrupt und lässt viele Fragen offen. Zwar gibt es keine spektakuläre Konfrontation mit Kämpfen, dennoch wird es blutig und jemand muss sein Leben lassen. Ich bin jedenfalls gefesselt genug, um direkt mit der Fortsetzung weiterzumachen. Zum Schluss noch mein Lieblingszitat, welches sich in Kapitel 12 befindet: „‚Die Welt fühlt sich sehr klein an, wenn du Jahr für Jahr so eingesperrt bist. Das ist nicht gut für den Verstand oder die Seele. Es lässt kleine Probleme groß wirken.‘“ Gerade aufgrund der Corona-Pandemie mit ihrem On/Off-Lockdown haben diese Sätze für viele Menschen enorm an Aktualität gewonnen. 

    Insgesamt hat es wieder Spaß gemacht, Jacob und seine Freunde bei seinen Abenteuern zu begleiten, deren Geschichte mit Fotografien untermalt wird. Im Gegensatz zum dritten Band ist Jacob hier auch nicht nur mit Emma unterwegs, was mir deutlich besser gefallen hat. Doch auch „Der Atlas der besonderen Kinder“ ist nicht ohne Fehler und Stolpersteine, was die Wasserläufer eindrucksvoll belegen. Auch der Stil ist gewissermaßen ungeschliffen, Schimpfwörter wie „Hurensohn“ in einem Jugendbuch oder plumpe Lautmalereien wie „Arghhhhh“ könnten durchaus geschickter ersetzt werden. Im Vergleich finde ich den vierten Band der Urban Fantasy-Saga aber etwa genauso gut wie den Vorgänger, weshalb ich hier wieder drei von fünf Federn vergebe. Als Nächstes werde ich den fünften
    Band von Ransom Riggs, „Das Vermächtnis der besonderen Kinder“, lesen.

  14. Cover des Buches Water & Air (ISBN: 9783551315441)
    Laura Kneidl

    Water & Air

    (264)
    Aktuelle Rezension von: Bianca_Books

    Ich fand das Buch nicht schlecht und habe es gerne gelesen. Es ist jetzt nichts komplett außergewöhnliches aber mir hat die Zeit und die Welt gefallen in der das Buch spielt. Es spielt in einer dystopischen Zukunft und eine mysteriöse Mordserie hält die Kolonie in Atem.

    Die Hauptprotagonisten fand ich total sympathisch und ich hab sie sehr gemocht. Ich fand die Dynamik der beiden Hauptprotagonisten Kenzie und Callum wirklich sehr schön und es hat Spaß gemacht, mit ihnen mitzufiebern wer für die Morde verantwortlich ist.

    Ich glaube über den Schreibstil von Laura Kneidl brauchen wir nicht zu sprechen. Er war wie immer richtig toll und ich habe mich beim lesen sehr wohl gefühlt. Er war nicht zu kompliziert und man war sehr schnell in der Geschichte drinnen und konnte ihr sehr gut folgen.

    Leider hätte ich tatsächlich gerne etwas mehr Informationen zu der neuen Welt die es in dem Roman gibt bekommen. Die Idee davon finde ich nämlich echt spannend. Das hat für mich leider etwas geschwächelt.

    Aber im Großen und Ganzen ein unterhaltsames Buch mit Spannung und einer Liebesgeschichte.

  15. Cover des Buches The sun is also a star (ISBN: 9783570315248)
    Nicola Yoon

    The sun is also a star

    (285)
    Aktuelle Rezension von: Bellita

    Ich bin mit relativ hohen Erwartungen an The Sun Is Also a Star herangegangen und wurde definitiv nicht enttäuscht. Die Geschichte von Natasha & Daniel hat mich von Anfang an neugierig gemacht und ich fand es unglaublich schön, die beiden auf ihrer gemeinsamen Reise durch New York zu begleiten.

    Besonders gut gefallen hat mir, wie viel in nur einem einzigen Tag passieren kann.✨ Natasha glaubt an Wissenschaft und Fakten, während Daniel viel mehr an Schicksal und große Gefühle glaubt. Diese Gegensätze haben für richtig interessante Gespräche gesorgt und ich mochte es sehr, wie die beiden sich gegenseitig zum Nachdenken gebracht haben.

    Auch die Lovestory fand ich unglaublich süß.🥹🩷 Obwohl die beiden nur sehr wenig Zeit miteinander haben, entsteht zwischen ihnen eine besondere Verbindung. Gerade dieses Gefühl von „Was wäre, wenn?“ hat die Geschichte für mich so emotional gemacht.

    Was mir ebenfalls sehr gefallen hat, waren die vielen unterschiedlichen Perspektiven.✨ Dadurch bekommt man nicht nur Natasha & Daniel besser kennen, sondern erfährt auch mehr über die Menschen, denen sie auf ihrem Weg begegnen. Einige dieser kleinen Geschichten haben mich tatsächlich sehr berührt und gezeigt, wie stark die Entscheidungen und Begegnungen verschiedener Menschen miteinander verbunden sein können.

    Gleichzeitig behandelt das Buch auch ernstere Themen wie Migration, Familie, Identität und die Frage, wo man eigentlich hingehört.🩷 Dadurch war die Geschichte für mich nicht einfach nur eine süße Romance, sondern hatte deutlich mehr Tiefe.

    Der Schreibstil von Nicola Yoon hat mir ebenfalls richtig gut gefallen.✨ Das Buch liest sich leicht und schnell, schafft es aber trotzdem, viele Gedanken und Gefühle zu vermitteln. Besonders die philosophischen Gedanken rund um Liebe, Zufall und Schicksal fand ich sehr schön.

    Insgesamt eine unglaublich schöne, emotionale und besondere Romance, die mich definitiv zum Nachdenken gebracht hat.☀️🩷 Natasha & Daniel habe ich sehr gerne begleitet und ich mochte besonders die Mischung aus Liebe, Schicksal und den vielen kleinen Geschichten, die sich miteinander verbinden. Eine absolute Empfehlung für alle, die romantische Geschichten mit etwas mehr Tiefe lieben.🥹✨


  16. Cover des Buches Twin Island - Das Geheimnis der Sophie Crue (ISBN: 9783401600345)
    Jessica Khoury

    Twin Island - Das Geheimnis der Sophie Crue

    (49)
    Aktuelle Rezension von: ihkft

    Der Klappentext gefiel mir äußerst gut, doch leider muss ich sagen, dass mich das Buch nicht richtig mitgenommen hat. Ab der Mitte habe ich nur noch gelesen, um es fertigzubekommen und zu wissen, wies ausgeht. 

    Aber woran lags?

    Die Story war gar nicht schlecht. Aber es wirkte auf mich etwas mechanisch und abgehetzt. Ich hatte das Gefühl, als würde die Autorin eine Checkliste abarbeiten: Einleitung ✓  Hintergrundstory der Protagonistin ✓  Lovestory ✓  Inselpanorama beschreiben ✓  Verfolgungsjagd ✓  Twist ✓  Spannung lösen ✓  Spannung wieder aufbauen ✓  Explosion ✓  etc.

    Durch den Wechsel der drei Erzähler wurde die Sache nicht wirklich besser. Im Normalfall erhoffe ich mir von verschiedenen Perspektiven mehr über die Situation und Beweggründe der jeweiligen Person zu erfahren, aber selsbt das wirkte irgendwie ...künstlich und konstruiert. Ja, teilweise sogar stereotyp. Das ist echt schade, denn die Story hatte so viel potenzial. 

    Wem der Klappentext gefällt sollte das Buch ruhig lesen - die anderen Meinungen sind ja durchaus positiver :)


  17. Cover des Buches Die Verschwörung der Idioten (ISBN: 9783423214346)
    John Kennedy Toole

    Die Verschwörung der Idioten

    (64)
    Aktuelle Rezension von: AnneSusanne

    Ein weißer übergewichtiger pseudo-intellektueller Narzisst, der zwar studiert hat aber arbeitslos ist (und auch bleiben will) geht allen auf die Nerven - inklusive seiner Mutter. Wo er auch hinkommt, richtet er Schaden an, ist aber überzeugt davon dass alle anderen inkompetent oder dumm sind und ihm böses wollen. So könnten man den Inhalt zusammenfassen. Der Ton ist stellenweise anstrengend und langatmig, den Protagonisten möchte man auf jeder Seite ohrfeigen, gelacht habe ich nie (nicht mein Humor). Das Ende (er entkommt nur knapp der Psychiatrie) ergibt für mich wenig Sinn. Moral: Die Dummen und Boshaften überleben immer? Ich kann das Buch nicht empfehlen, es sei denn man hat kein Problem damit, den Protagonist von der ersten Seite zu hassen (das wird auch bis zum Ende so bleiben) und findet gestelzte geschwurbelte Dialoge wunderbar. 

  18. Cover des Buches Ready Player One (ISBN: B07166WK8T)
    Ernest Cline

    Ready Player One

    (65)
    Aktuelle Rezension von: Soeren

    Teenager Wade Watts verbringt einen Großteil seines Leben in der Online-Welt OASIS. Anders ist das trostlose Leben für viele Menschen im Jahr 2044 auch gar nicht zu ertragen. Als der Erfinder der digitalen Welt stirbt, beginnt eine Online-Schatzsuche. Irgendwo in seinem virtuellen Universum hat er drei Schlüssel versteckt und derjenige, der sie zuerst findet, wird nicht nur Herrscher über die OASIS, sondern erbt auch das milliardenschwere Vermögen. Wie tausende andere auch begibt sich Wade auf die Suche. Er hat allerdings einen kleinen Vorteil: So wie der Erfinder der Online-Welt ist Wade ein großer Fan der Achtziger Jahre und hat es dadurch eine Spur leichter, die versteckten Rätsel und Hinweise zu entschlüsseln. Doch die Konkurrenz bleibt ihm dicht auf den Fersen.
    Nachdem ich bereits Steven Spielbergs Verfilmung kenne, bin ich mit keinen großen Erwartungen an den Roman herangegangen. Aber die Buchvorlage ist um einiges nerdiger, spannender und abwechslungsreicher. Trotz oder gerade wegen der vielen Anspielungen auf die Popkultur der 80er-Jahre macht die Geschichte sehr viel Spaß. Man fiebert und leidet mit Wade und freut sich darauf, ihn bei seiner Schnitzeljagd zu begleiten. Wer mag, kann in dem ganzen virtuellen Treiben sogar den einen oder anderen philosophischen Ansatz erkennen. Tolle Geschichte. Ich freue mich schon auf die vor kurzem erschienene Fortsetzung, die folgerichtig „Ready Player Two“ heißt.
    Die ungekürzte Hörbuchfassung hat eine Dauer von 14h49min und wird gewohnt großartig von David Nathan gelesen.

  19. Cover des Buches Verzaubert 2: Gefährliche Freunde (ISBN: 9783551300836)
    Anna-Sophie Caspar

    Verzaubert 2: Gefährliche Freunde

    (35)
    Aktuelle Rezension von: Torsten78
    Eva hat erfahren, dass es Elementare gibt, die durch eine besondere Verbindung mit ihrem Krafttier besondere Fähigkeiten haben und das sie selbst am 21. Geburtstag zu einem Elementar wird. Da sie ihre Fähigkeiten – im Gegensatz zu den anderen Elementaren - von Geburt an in sich trägt, ist sie ein Urlementar. Der Anführer der Elementare verlangt bedingungslose Folgschaft und tötet die Urelementare.

    Eden, der früher Nathaniel bedingungslos gefolgt ist hilft Efa und verliebt sich in sie. Aber kann er Eva wirklich schützen? Und ahnt Nataniel nicht längst, dass er Eden nicht mehr vertrauen kann? Zusätzlich kommt die Evas 21. Geburtstag und somit die Verwandlung zum Phönixelementar immer näher. Und dann nimmt noch ein Ominöser Geheimbund Kontakt auf.
    Ohne auf die Details einzugehen steckt hinter dem Machtkampf von Vespa und Nathaniel deutlich mehr als es im ersten Buch den Eindruck macht.
    Die Geschichte in Teil zwei ist deutlich komplexer und interessanter als im ersten Teil. 

    Die naive, plumpe Art von Eva ist nicht mehr ganz so schlimm wie im ersten Teil aber folgender Dialog ist nach wie vor bezeichnend:
    »Eden?«, fragte sie leise.
    »Mh«, machte er.
    »Schläfst du schon?« (Total sinnvolle Frage, nachdem er vorher Mh gesagt hat)
    »Jetzt nicht mehr.«

    Die Schreibweise erinnert mich nach wie vor mehr an ein Kinderbuch, der Bösewicht steht Hannibal Lecter aber nicht nach. Den finde ich nicht kindertauglich.
    Die vollständige Rezension gibt es hier: https://www.torstens-buecherecke.de/396/
  20. Cover des Buches Running Wild – Liebe, Chaos und Alpaka (ISBN: 9783987510434)
    Melanie Lane

    Running Wild – Liebe, Chaos und Alpaka

    (73)
    Aktuelle Rezension von: Lesemama

    Zum Buch:

    Chess ist Tierpsychologin und lebt mit ihrem Hund, ihren zwei Katzen und vier Hühnern in einem renovierungsbedürftigen Haus. Aber Chess ist auch die Tochter von stinkreichen Snobs und die Schwester eines Anwalts. Als ihr Bruder vier Wochen vor seiner Hochzeit spurlos verschwindet soll sie ihn suchen. Dabei begleitet sie ausgerechnet der beste Feund und Kollege ihres Bruders, in der sie früher verliebt war. Zusammen machen sie eine Roadtrip durch den Osten der USA und sie haben ein Alpaka an Bord. Was es mit dem Alpaka auf sich hat, müsst ihr selber lesen.

    Meine Meinung:

    Mich sprach der Titel, vor allem das Alpaka, total an. Und ich habe die Story sehr gerne gelesen. Chess, von Kopf bis Fuß tattooviert und Matt, der schicke Anwalt, könnten nicht unterschiedlicher sein. Und die beiden haben eine Vergangenheit an die Chess sich nicht mehr erinnern kann.
    Der Dialog zwischen den beiden ist sehr amüsant, man spürt die Chemie und weiß relativ schnell wo es hinführt, aber der Weg ist sehr humorvoll und unterhaltsam und auch romantisch. Und dann gibt es da noch Ross, das Alpaka und der heimlich Star der Story. Ich habe mich jedenfalls sehr gut unterhalten mit dieser kurzweiligen STory.

  21. Cover des Buches Schattentraum - Mitten im Zwielicht (ISBN: 9783738030303)
    Mona Kasten

    Schattentraum - Mitten im Zwielicht

    (235)
    Aktuelle Rezension von: elvira
    Ich finde die Welt die Mona Kasten mit dieser Reihe geschaffen hat, sehr interessant. Jeder Charakter ist an sich sehr toll. Nur die Liebesgeschichte zwischen Emma und Gabriel packt mich einfach nicht so sehr. Ich finde die beiden für sich gut, aber zusammen merke ich da einfach kein Gefühl. Band 1 fand ich auch besser, die Einführung in die Welt der Fae war sehr gut gelungen, in Band 2 gibt es aber einige Längen. Trotzdem gibt es von mir drei sehr gute Sterne. Ich lasse mich gerne in diese Welt entführen und freue mich schon sehr auf Band 3, 
  22. Cover des Buches Wir waren keine Helden (ISBN: 9783862826933)
    Candy Bukowski

    Wir waren keine Helden

    (43)
    Aktuelle Rezension von: Wortmagie

    „Wir waren keine Helden“ von Candy Bukowski wurde mir 2016 vom Verlag edel & electric zur Rezension angeboten. Mein Grund, dieses Angebot anzunehmen, scheint ein wenig banal: in der Inhaltsangabe ist die Rede von einem Punker. Aufgrund meiner eigenen Vergangenheit mit bunten Haaren, glänzenden Nieten und schweren Stiefeln werde ich da stets hellhörig. Ich hoffte auf einen Roman, mit dem ich mich identifizieren konnte und der mich an meine wilden Jahre erinnerte. Vermutlich brauchte ich deshalb sehr lange, um mich für die Lektüre bereit zu fühlen. Ein Nostalgietrip verlangt eben die richtige Stimmung.

    Als der Punker Pete vom Himmel fällt, ändert sich für Sugar alles. Überzeugt, erwachsen zu sein, verlässt sie ihr Kaff im Nirgendwo und stürmt der weiten Welt entgegen, in der Liebe, Schmerz, Traurigkeit, Hoffnung und vollkommenes Glück auf sie warten. Sie reitet die Wellen des Lebens, wird brutal unter Wasser gedrückt und taucht doch jedes Mal wieder auf. Sie ergreift Chancen, scheitert, traut sich, zu springen, um herauszufinden, ob sie fliegen kann und begreift irgendwann, dass Durchschnittlichkeit auf ihre Fragen keine Antworten bietet. Sie kämpft, um ihren Platz im verwirrenden Gefüge des Universums zu finden. Aufgeben ist keine Option. Denn Helden geben niemals auf.

    Ich bin zwiegespalten. Wie bereits erwähnt, hoffte ich, mich mit „Wir waren keine Helden“ identifizieren zu können. Einerseits konnte ich das – und andererseits auch wieder nicht. Es ist kompliziert. Obwohl die Leser_innen die Protagonistin des Romans unter dem Namen Sugar kennenlernen, wurde für mich schnell deutlich, dass es sich bei diesem Buch um eine Art Autobiografie handeln muss oder es zumindest starke autobiografische Züge aufweist. In einem Interview bestätigte Candy Bukowski diesen Eindruck; sie erklärte: „Candy und Sugar sind eins. In jung und gereift“. Candy alias Sugar wuchs in einem kleinen Dorf in Westdeutschland auf und verbrachte den Großteil ihrer Jugend in einer abgeranzten Kneipe, in der man es mit dem Jugendschutz nicht so genau nahm. Mit 17 zog sie Zuhause aus und entschied sich für eine Ausbildung zur Buchhändlerin. „Wir waren keine Helden“ fokussiert allerdings weniger die harten Fakten ihres Lebens, sondern konzentriert sich auf Candys/Sugars emotionale Erlebenswelt. Ihre Beziehungen stehen im Mittelpunkt, sowohl ihre romantischen und freundschaftlichen Beziehungen, als auch ihre Beziehung zu sich selbst. Bukowski sorgt selbstverständlich für den nötigen Kontext, damit ihre Leser_innen verstehen, welche Begegnungen in welcher Lebenssituation eine Rolle für sie spielten, doch meist bleibt sie vage und beschränkt sich auf das absolute Mindestmaß an Informationen. Für ihre Geschichte ist es kaum von Bedeutung, wann sie wo lebte und welchen Beruf sie dort ausübte, entscheidend sind die Menschen und Gefühle, die sie in ihren Lebensabschnitten begleiteten. Candy/Sugar ist eine Stehauffigur, die sich trotz herber Rückschläge niemals davon abhalten lässt, ihr Bedürfnis nach einem freien, wilden Leben zu erfüllen. Diese Autobiografie versprüht ungeheure Lebenslust, nahezu unstillbaren Lebenshunger und darin erkannte ich mich durchaus wieder. In diesem Sinne konnte ich mich also definitiv mit „Wir waren keine Helden“ identifizieren. Was mir jedoch Schwierigkeiten bereitete, war der große Altersunterschied. Candy Bukowski wurde 1967 geboren und ist demzufolge 22 Jahre älter als ich. Sie könnte meine Mutter sein. Diese Spanne ist zu weit, als dass wir viele Berührungspunkte hätten. Ich kann nicht nachempfinden, wie es war, Anfang bzw. Mitte der 80er ein Teenager zu sein und ihre Erfahrungen in der Zeit, als ich jugendlich war, sind von einem erwachsenen Blickwinkel geprägt. Uns trennt eine ganze Generation, wodurch ich ihre stellvertretende Protagonistin Sugar eher objektiv betrachtete, als eine intensive persönliche Bindung zu ihr aufzubauen. Außerdem muss ich zugeben, dass ich ihren Schreibstil als übertrieben literarisch empfand. Ihre verschleiernde blumige Poetik, die ab und zu durch provozierende Direktheit aufgebrochen wird, erschien mir zu abgehoben und lyrisch. Wie alle Leser_innen weiß auch ich einen bildhaften, üppigen Schreibstil zu schätzen, doch Candy Bukowski überschritt die Grenze zum Gekünstelten, als wollte sie ihrem Werk mehr Gewicht verleihen, als es eigentlich hat. Letztendlich handelt es sich eben doch „nur“ um die Geschichte eines Lebens, die trotz aller unkonventioneller Pfade lediglich eine außergewöhnliche, einmalige Biografie unter vielen ist. Candy Bukowski ist genauso einzigartig wie ich, wie ihr, wie jeder Mensch auf der Welt. Ihr Schreibstil vermittelte mir, dass sie sich selbst als besonders besonders sieht, obwohl sie das vielleicht gar nicht beabsichtigte. Dadurch wirkte „Wir waren keine Helden“ leicht pathetisch, womit ich bloß bedingt zurechtkam.

    „Wir waren keine Helden“ ist ein sehr ehrlicher Seelenstrip, der die Grenzen zwischen Autobiografie und Fiktion im Ungewissen lässt. Obwohl sich der Generationenunterschied als schwierig erwies und ich Candy Bukowskis Schreibstil etwas affektiert fand, erkenne ich uneingeschränkt an, dass sie sich ihrer Stärken und Schwächen bewusst ist und ihr (emotionales) Leben in diesem Roman schonungslos offenlegt. Das erfordert Mut und verdient meinen Respekt. Sie ist zweifellos eine beeindruckende Frau, deren furchtlose Bereitschaft, außerhalb der Norm zu denken und zu leben, zu scheitern und dennoch immer wieder aufzustehen, bemerkenswert ist. Nichtsdestotrotz ist „Wir waren keine Helden“ meiner Ansicht nach ein Buch, das man lesen kann, aber nicht muss. Wer Interesse an Autobiografien hat und gern Einblicke in die Lebensweise anderer Menschen erhält, ist hier an der richtigen Adresse. Wer hingegen lieber zum klassischen Roman greift, sollte vielleicht noch einmal überlegen, ob eine andere Lektüre eventuell passender ist.

    Vielen Dank an den Verlag edel & electric für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars im Austausch für eine ehrliche Rezension!

  23. Cover des Buches Nincshof (ISBN: 9783755805090)
    Johanna Sebauer

    Nincshof

    (155)
    Aktuelle Rezension von: Marigold

    Ich wollte das Buch schon länger lesen und habe am Anfang ehrlich gesagt ein bisschen gebraucht, um reinzukommen. Der Schreibstil ist schon besonders und nicht ganz das, was man gewohnt ist. Aber irgendwann war ich drin und dann hat es mich doch mehr gepackt, als ich gedacht hätte. Die Geschichte ist eher ruhig erzählt, aber genau das macht sie irgendwie besonders. Und dieser trockene Humor, der immer mal wieder auftaucht, hat mir richtig gut gefallen.

    Am Ende war ich wirklich überrascht, wie sehr mich das Buch abgeholt hat. Es ist nichts Lautes oder Spannendes im klassischen Sinn, sondern eher etwas, das sich langsam entwickelt und im Kopf bleibt. Für mich eine richtig schöne Lektüre, die ich gern gelesen habe.

  24. Cover des Buches Trude (ISBN: 9783931560546)
    Rose Marie Gasser Rist

    Trude

    (8)
    Aktuelle Rezension von: Renate1964

    Trude wächst zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Estland auf. Die Mutter hat die früh verloren. Der Haushalt ist auf die einfache Welt des Vaters und der Brüder ausgerichtet,  Bildung für Mädchen unwichtig. Eine Nachbarin, Olga,  unterstützt sie. Mit ihrer Liebe  Valentin geht sie nach Leningrad, bekommt  ver Kinder und erlebt die  Anfeindungen zu Kriegsbeginn. Für die Familie biete Australien Hoffnung. Durch Bombardierung verliert Trude den Mann und  den älteren Sohn, erfährt aber Trost durch die Aborigines. 

    Die Stärke dieser Frau, die noch viele Schicksalsschläge hinnehmen muß,  ihre Gedanken und Gefühle sind bewundernswert. Die Sprache ist flüssig, der Lebensweg bis zum 90. Lebensjahr durchgehend packend und macht Lust, auch über Amber und Meilin weiterzulesen.

    Auch die  Gestaltung des Covers und das Foto zu Buchbeginn sind gelungen. Ein Werk, das Kraft schöpfen lässt und nicht nur Fakten sondern auch Spiritualität und Gemeinschaft betrachtet


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