Bücher mit dem Tag "eisenbahn"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "eisenbahn" gekennzeichnet haben.

51 Bücher

  1. Cover des Buches Kind 44 (ISBN: 9783442481859)
    Tom Rob Smith

    Kind 44

    (779)
    Aktuelle Rezension von: Featherstone

    Inhalt:

    Moskau, 1953: Die Welt von MGB-Offizier Leo Demidow gerät ins Wanken als er unter dramatischen Umständen damit konfrontiert wird wie schrecklich ungerecht und fehleranfällig das sowjetische Justizsystem sein kann. Leo wird in Geschehnisse hineingezogen, die ihn und seine Frau Raisa in höchste Lebensgefahr bringen und die Leos unbedingten Glauben an den sowjetischen Staat zutiefst erschüttern. Es beginnt ein Wettlauf um Leben und Tod, denn ein Serienmörder treibt seit Jahren sein Unwesen und Leo und Raisa sind die einzigen, denen es gelingen könnte der Mordserie ein Ende zu setzen…

    „Diese ganzen Morde sind entweder falsch aufgeklärt, vertuscht oder auf irgendwelche Geisteskranken, politische Gegner, Betrunkene und Herumtreiber geschoben worden. Sie sind nie miteinander in Verbindung gebracht worden.“ (S. 355)

    Meine Meinung:

    Selten hat mich ein Buch so positiv überrascht, denn es ist viel mehr als „nur“ ein spannender Thriller. Es entfaltet sich zugleich eine Geschichte mit unglaublich großer emotionaler Wucht, die in Erinnerung bleibt und die nachhallt. Neben aufregenden, spannenden und düsteren Momenten sind es vor allem die vielen dramatischen, bewegenden, berührenden, emotionalen und nachdenklich stimmenden Momente, die ich extrem mitreißend fand und die mich nicht so schnell losgelassen haben. Nebenbei lässt das Buch vergangene Zeiten und historische Ereignisse lebendig werden. Die Geschichte hat mich von der ersten Seite an in ihren Bann gezogen. 

    Die Ermittlungen zu den Serienmorden werden sehr fesselnd erzählt. Der Schlüsselmoment in dem Leo realisiert, dass eine Vielzahl von Morden einem einzigen Täter zuzurechnen ist, sorgt für ordentlich Gänsehaut. Es ist nämlich klar, dass der Täter noch immer sein Unwesen treibt und zudem für einige der Morde unschuldige Menschen verurteilt wurden, weil man auf diese Weise unerwünschte Personen wie etwa politische Gegner, Landstreicher oder Leute mit psychiatrischen Problemen loswerden konnte. Es wird sehr spannend und mitreißend erzählt wie Leo und Raisa in einem verzweifelten und gefährlichen Wettlauf gegen Zeit darum kämpfen den Mörder zu stoppen. Ich wollte unbedingt wissen wer der Mörder ist und wie ihm die beiden auf die Spur kommen. Die Enthüllung der Identität des Mörders und seines Motivs fand ich absolut gelungen und sie kam für mich vollkommen unerwartet.

    Eine ganz große Stärke dieses Buches ist der tolle und interessante Protagonist: Leo macht im Laufe der Geschichte eine bemerkenswerte persönliche Veränderung durch. Er wird sehr vielschichtig charakterisiert und man lernt sowohl seine Stärken als auch seine Schwächen kennen. Es ist sehr bewegend und interessant zu verfolgen wie er sich zum Positiven verändert. Dabei wird außergewöhnlich gut beschrieben wie einige sehr dramatische und einschneidende Erlebnisse Leos persönliche Einstellung und sein Denken über bestimmte Themen grundlegend verändern. Leo beginnt die Methoden des sowjetischen Staats zu hinterfragen und es wird ihm bewusst wie ungerecht und fehleranfällig das System sein kann und welche erschreckenden Schattenseiten es gibt. Diese Wandel in Leos Denken wird sehr glaubwürdig beschrieben. Gleichzeitig lernt man neue Seiten an Leo kennen, die beweisen, dass er ein gutes Herz hat. Leo geht große Risiken ein um für das Gute zu kämpfen und um für Gerechtigkeit zu sorgen. Das hat dafür gesorgt, dass ich ihn mit der Zeit richtig liebgewonnen habe und sehr mit ihm mitgefiebert habe.

    Die Liebesgeschichte zwischen Leo und Raisa ist wunderschöne, sehr emotional und rührend. Ihre Wiederannährung und zweite Chance werden gefühlvoller beschrieben und gehen mehr zu Herzen als in so manch anderem Buch ein erstes Kennenlernen bzw. der Anfang einer Beziehung. Die äußeren Umstände führen dazu, dass Leo und Raisa einander zum ersten Mal ebenbürtig sind und Raisa sich traut mit Leo offen über ihre Gefühle und insbesondere ihre Ängste zu sprechen. Erst als einige sehr schmerzhafte Wahrheiten zwischen den beiden ausgesprochen sind können sie beginnen nach vorne zu blicken. Bei ihren gemeinsamen Ermittlungen zu den Serienmorden geben die beiden ein richtig gutes Team ab. Die dramatischen und gefährlichen Geschehnisse, die sie gemeinsam durchmachen sorgen dafür, dass sie beginnen einander zu vertrauen und feststellen, dass sie sich auf die bedingungslose Unterstützung des anderen verlassen können. Außerdem wird sehr schön beschrieben wie die beiden im Laufe der Geschichte neue Seiten aneinander entdecken und wie eine zuvor nie dagewesene emotionale Nähe zwischen ihnen entsteht.

    Die Schattenseiten des sowjetischen Justizsystems werden einem gnadenlos und in allen schrecklichen Einzelheiten vor Augen geführt. Vieles fand ich erschreckender als so manche Horrorgeschichte, weil einem klar ist, dass es solche Zustände tatsächlich gegeben hat und nicht bloß alles der Vorstellungskraft des Autors entsprungen sind. Hier ein paar Zitate bzgl. der damals vorherrschenden Prinzipien der Polizeiarbeit, die für sich sprechen:

    BESSER, ZEHN UNSCHULDIGE LEIDEN, ALS EIN SPION ENTKOMMT. Er hatte eine eiserne Grundregel ihrer Arbeit missachtet: dass man zunächst immer einmal von der Schuld des Betreffenden ausging. (S. 53)
    EIN AGENT MUSS SEIN HERZ ZUR GRAUSAMKEIT ERZIEHEN. […] Grausamkeit war eine Tugend. Grausamkeit war etwas, wonach zu streben sich lohnte. Grausamkeit war der Schlüssel zum perfekten Staat. (S. 127)
    Nach unserem Rechtssystem werden auch sämtliche Familienmitglieder eines Verurteilten zur Rechenschaft gezogen. Die Verwandtschaft macht uns mitschuldig. (S. 151)
    Das Überleben ihres politischen Systems rechtfertigte alles. Das Versprechen eines goldenen Zeitalters, wo es solche Brutalitäten nicht mehr gab, wo alles im Überfluss vorhanden und Armut nur noch eine vage Erinnerung wäre, rechtfertigte alles. (S. 99)

    Man spürt richtig wie groß das gegenseitige Misstrauen in der Gesellschaft gewesen ist und wie extrem angsteinflößend der Staatsapparat für die Menschen war. Es lässt einem erschaudern wie der sowjetische Staat seine Bürger durch Angst unter Kontrolle gehalten hat und schon Kinder mit politischer Indoktrination und Einschüchterung in den Fokus genommen wurden. Schon winzige Kleinigkeiten reichten um wegen konterrevolutionärer Umtrieben und Spionage schuldig gesprochen zu werden. Manchmal genügte nur ein einziger unbedachter Satz zur falschen Person, denn Denunziation war weitverbreitet. War man erst einmal verhaftet gab es so gut wie keine Hoffnung mehr, die eigene Unschuld zu beweisen, denn oft wurden Geständnisse unter Folter erzwungen. Dementsprechend waren die Hinrichtungsraten unvorstellbar hoch. Das führt einem vor Augen wie gut man es heutzutage hat, wenn man in einer Demokratie lebt und auf Meinungsfreiheit und Rechtstaatlichkeit vertrauen kann.

    Es gibt in diesem Buch noch eine ganze Reihe weiterer Szenen, die mir unglaublich nahegegangen sind, weil Probleme aufgezeigt werden, die damals wirklich bestanden haben. So bekommt man u.a. einen Einblick in die schrecklichen Zustände die damals in vielen Waisenhäusern herrschten. Zudem fand ich es zutiefst traurig wie man damals mit homosexuellen Menschen umgegangen ist. Ganz besonders erschütternd fand ich außerdem den Rückblick in die 1930er-Jahre, der einem in die Ukraine zu Zeiten des Holodomor versetzt (= vom sowjetische Staat verursachte Hungersnot, die mehr als eine Million Ukrainer das Leben kostete). Das damalige Elend, die Verzweiflung und die Hoffnungslosigkeit werden schonungslos und sehr eindringlich geschildert. 

    Trotz vieler bedrückender und trauriger Geschehnisse, die einem betroffen machen, gibt es aber zugleich auch einige schöne und hoffnungsvolle Momente. Das gilt auch für das Ende des Buches: Nach einem dramatischen Showdown gibt es herzerwärmende Momente, die einem dann doch noch mit einem positiven Gefühl zurücklassen.

    Zudem hat das Buch eine hoffnungsvolle und zu Herzen gehende Botschaft: Es kann sich lohnen Widerstand zu leisten und für das Gute einzutreten. Außerdem findet man Verbündete und Freunde manchmal zu einer Zeit und an einem Ort an dem man es am wenigsten erwartet hätte. Man sollte den Glauben an das Gute in seinen Mitmenschen nie aufgeben.

    Vergleich mit der Verfilmung „Kind 44“ (2015):

    Es wurden mit Tom Hardy, Gary Oldman und Noomi Rapace sehr gute Schauspieler gecastet, die die Charaktere aus dem Buch auf gelungene Weise lebendig werden lassen. Der Film trifft den Kern des Buches.

    Im Vergleich mit dem Buch fällt aber auf, dass im Film ein paar Dinge verändert bzw. weggelassen wurden. So erfährt man z. B. nichts über Leos Kindheit und der Mörder ist nicht Leos Bruder. Außerdem wurden einige Dinge weit oberflächlicher behandelt. Das gilt insbesondre für Leos persönliche Veränderung, die sich im Film zu schnell vollzieht. Zudem ist der historische Hintergrund im Buch sehr viel detaillierter und man erfährt im Buch z. B. viel mehr über die Schattenseiten des sowjetischen Staatsapparats und des Justizsystems. Das kann man dem Film aber verzeihen, denn in einen etwa zweistündigen Film kann man eben nur eine begrenzte Menge an Handlung und Hintergrundinfos hineinpacken. Dieses „Problem“ haben eigentlich alle Literaturverfilmungen.

    Trotz der genannten Schwächen finde ich die Verfilmung insgesamt gelungen und empfehlenswert.

    Fazit:

    Dieses Buch war eine riesengroße positive Überraschung. In diesem Buch steckt so viel mehr als ich erwartet hatte. Die Mischung aus spannenden, dramatischen, düsteren, traurigen, emotionalen und herzerwärmenden Momente ist unglaublich mitreißend. Diese Geschichte ist sowohl unterhaltsam als auch nachdenklich stimmend und ist keine, die man so schnell vergisst. Ich werde auf jeden Fall dem zweiten Band auch noch eine Chance gaben.

    Zum Schluss noch ein besonders rührendes Zitat aus dem Buch:

    [Raisa:] „Leo? Ich habe noch ein Geheimnis. Ich habe mich in dich verliebt.“ [Leo:] „Ich habe dich immer schon geliebt.“ (S. 261)
  2. Cover des Buches Die Pfeiler der Macht (ISBN: 9783404172320)
    Ken Follett

    Die Pfeiler der Macht

    (770)
    Aktuelle Rezension von: Mikey

    Das Bankhaus Pilaster ist eine der angesehensten und größten Banken in London. Grund dafür ist auch die Art und Weise, wie das Unternehmen geführt wird. Oberste Priorität hat die Sicherheit der Anlagen und die Ehrbarkeit der Leitung. So müssen selbst auch Angehörige der Familie, die es in der Bank zu etwas bringen wollen, von klein auf alle relevanten Abteilungen in der Bank durchlaufen. Protegierung gibt es nicht.
    Dieses Prinzip gilt umso mehr für Hugh Pilaster, dessen Vater einst sein Kapital aus der Bank gezogen hat, um sich selbstständig zu machen und deshalb als das schwarze Schaf der Familie gilt; erst recht natürlich, als er bankrott geht und sich umbringt. Ein schweres Erbe für Hugh.

    Und dann ist da noch seine Tante Augusta Pilaster, deren ehrgeizigen Ziele es sind, ihren Mann als Seniorpartner, gern auch im Adelsstand und natürlich auch ihren unfähigen Sohn Edward in gehobener Stellung zu sehen, sowie dessen toxische Beziehung zu seinem Jugendfreund Micky Miranda, der, ebenfalls von Ehrgeiz zerfressen, seine Stellung in der Familie ausnutzt und versucht, für seinen Vater in Cordoba mittels dubioser Geldanlagen Kapital von der Bank für einen Staatsstreich zu bekommen und dafür auch vor mehrfachen Mord nicht zurückschreckt. Dieses Dreiergespann führt letztendlich zum Bankrott des angesehenen Bankhauses.


    Ich muss sagen, als ich vor kurzem Folletts Buch „Die Brücken der Freiheit“ als erstes Buch von ihm gelesen habe, war ich schwer von diesem Autor enttäuscht. Ich hatte gar schon einen Hype um diesen Autor vermutet, der nicht gerechtfertigt ist. Hier bin ich aber angenehm überrascht. Sicher, es ist und bleibt Unterhaltungsliteratur, reicht nicht an ähnliche Familiensagas, z.B. Galsworthys Forsyte-Saga oder Thomas Manns Buddenbrooks (auch wenn die Ähnlichkeit der Thematik zu letzterem unverkennbar ist) heran, will es aber auch gar nicht.
     Die Geschichte ist spannend erzählt und man fiebert mit. Am Ende geht natürlich (wie oft bei solcher Literatur) wieder alles hopplahop. Wer meine Rezensionen kennt, weiß, dass ich dahinter in der Regel immer Bestrebungen des Autors vermute, endlich fertig zu werden. Aber diesmal sind trotzdem 4 Sterne durchaus gerechtfertigt. Ein Buch, was erstmal bei mir bleibt und nicht zurück zum Büchertausch wandert.

  3. Cover des Buches Wasser für die Elefanten (ISBN: 9783832164027)
    Sara Gruen

    Wasser für die Elefanten

    (936)
    Aktuelle Rezension von: angies_bücher

    Das Buch steht schon sehr lange in meinem Regal und ich freue mich sehr, dass ich es nun gelesen habe. 

    Im Mittelpunkt des Buches steht Jacob, der kurz vor seinem Abschluss als Tierarzt einen sehr schweren Schicksalsschlag erleidet,der ihn völlig aus der Bahn wirft. Mittellos und zufällig trifft er auf einen weiterziehenden Zirkus und wird dort als Tierarzt angestellt. Dort begegnet er Marlena,in die er sich sofort verliebt. Doch Marlena ist mit dem grausamen und gewalttätigen August verheiratet. 

    Ich mochte das Buch sehr gerne. Zum einen weil ich die Liebesgeschichte schön und romantisch fand. Zum anderen fand ich den Einblick in den Zirkus toll. Heute gibt es ja (zum Glück) zum Wohl der Tiere keinen Zirkus mehr mit so vielen und exotischen Tieren. Ich fand es dennoch spannend darüber zu lesen. 

    4,5 Sterne 🌟 weil mir das Ende doch ein bisschen zu unrealistisch war. Aber insgesamt wirklich ein tolles Buch. 

  4. Cover des Buches Montecristo (ISBN: 9783257243666)
    Martin Suter

    Montecristo

    (174)
    Aktuelle Rezension von: Stephan58

    Welchen Preis bist du bereit für die Verwirklichung deiner Träume zu zahlen?

    Suter entwickelt eine fesselnde Story über einen Video-Journalisten, der eigentlich ein Filmemacher sein will, für das tägliche Überleben Life-Style-Stories dreht und sich plötzlich in den Ermittlungen zu einem kaum glaublichen Finanzskandal wiederfindet. Als ihm unverhofft die Verwirklichung seine Filmprojekts Montecristo ermöglicht wird, stellt sich die Frage, ob er bereit ist, dafür die anderen, politisch brisanten Recherchen fallen zu lassen. Psychologisch ein hochinteressanter Stoff. Nur das Ende, das für mich der Realisation einer Verschwörungstheorie nahekam, konnte mich nicht überzeugen.

  5. Cover des Buches Jim Knopf: Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer – Filmbuch (ISBN: 9783522184991)
    Michael Ende

    Jim Knopf: Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer – Filmbuch

    (373)
    Aktuelle Rezension von: Metalfischchen

    Ich mag absurd-surreale Geschichten, und genau das ist das Buch. Es geht ausserdem rasant vorwärts, so dass es sicher nicht langweilig wird. 

    Zum Negativen: Es sind halt nicht „nur“ Jims überzeichnetes Gesicht in der Originalversion, oder ein, zwei Wörter; es ziehen sich durchs ganze Buch durch Dinge, die man heute nicht mehr so drucken würde. Es fängt schon mit dem zweiten Satz an: „Es [Lummerland] war sogar ganz ausserordentlich klein im Vergleich zu anderen Ländern, wie zum Beispiel Deutschland oder Afrika oder China“. Das Afrika ein Land ist, muss man Kindern nicht weismachen. Dann geht es weiter damit, dass die Quasi-Chinesen widerliches Zeug essen (Pferdekot...) oder dass die beiden einzigen Frauen ein emotionales Mütterchen und ein passives, schönes Fräulein in Not sind. 

    Dass das Werk wenige Jahre nach der Nazi-Herrschaft in Deutschland erfolgreich war, finde ich eindrücklich und ich glaube nicht, dass jemand das Buch ernsthaft „canceln“ möchte. Man muss es aber als historisches Werk seiner Zeit anschauen, und nicht als Buch, dass man einem Kind der Gegenwart kommentarlos überreicht.

    Ich hoffe, dass ich in einigen Jahrzehnten die Weisheit habe, meine Kindheitslieblinge kritisch zu hinterfragen, anstatt sie der jüngsten Generation aufdrängen zu wollen, so wie ich es teils bei einigen „Klassikern“ als Kind empfunden habe. Dass im Jahr 2024 eine aktualisierte Version rausgebracht wurde, finde ich eine gute Lösung - die alte Version wird ja weiterhin in Archiv-Bibliotheken aufbewahrt.

  6. Cover des Buches Komm spielen (ISBN: 9783746642499)
    Linwood Barclay

    Komm spielen

    (123)
    Aktuelle Rezension von: able

    komm spielen von Linwood Barclay

    Hinter Annie liegt das schlimmste Jahr ihres Lebens. Also zieht sie mit ihrem kleinen Sohn Charlie für eine Weile weg aus dem hektischen New York ins gemütliche Castle Creek. Doch irgendetwas scheint nicht zu stimmen mit diesem idyllischen Ort und bevor sie sich einen Reim darauf machen kann, gerät Charlie in Gefahr. Annie muss handeln, und zwar schnell. Das Grauen ist ihnen auf den Fersen.

    Der Klapptext hat mir gefallen und mich gleichzeitig in die irre geführt, denn dies

    ist kein Krimi wie sonst, sondern ein gruseliger unrealistischer Horror-Roman.

    „Das Grauen ist ihnen auf den Fersen“ hätte mich eigentlich warnen sollen, aber so war es für mich leider verschwendete Lesezeit. Krimis lese ich gerne aber unrealistische Horrorromane nicht.


  7. Cover des Buches Auf ewig mein (ISBN: 9783846601259)
    Eva Völler

    Auf ewig mein

    (238)
    Aktuelle Rezension von: spozal89

    Eine tolle Fortstzung der Time School Reihe. Sehr fesselnd, da äußert spannend geschrieben. Die Charaktere kennt man ja bereits aus dem ersten Band, man lernt sie hier aber nochmal intensiver kennen und lieben. Ich mag den Schreibstil von Eva Völler total gerne, da man richtig durch die Seiten fliegt. Für mich auf jeden Fall eine tolle Fantasy-Zeitreise-Reihe, die ich empfehlen kann.

  8. Cover des Buches Der Jahrhundertsturm (Jahrhundertsturm-Serie 1) (ISBN: 9783548286648)
    Richard Dübell

    Der Jahrhundertsturm (Jahrhundertsturm-Serie 1)

    (110)
    Aktuelle Rezension von: BookLooker

    Der Autor Richard Dübell ist sehr bekannt vor allem durch seine historischen Romane (z.B. Allerheiligen). Er wurde im Oktober 1962 geboren.

    Der Roman Jahrhundertsturm erzählt von einer Dreiecksgeschichte zwischen Alvin von Briest, Paul Badermann und Louise Ferrand.
    Im Mittelpunkt steht der historische Hintergrund, vor allem der Bau der Eisenbahnstrecken.
    Die Eisenbahn die von Paul Badermann liebevoll "Der Adler" genannt wird.

    Die Wortwahl ist Zeit typisch. Insgesammt ist der Text sprachlich sehr gut verständlich und es läuft nicht in die Gefahr kompliziert zu werden.
    Das Cover ist passend zum Inhalt, mit der einfahrenden Eisenbahn gestaltet.
    Die einzelnen Personen werden am Anfang sehr ausführlich charakteresiert.
    Zur Thematik muss ich sagen, dass diese nicht so ausergewöhnlich ist.

    Insgesamt kann ich sagen:
    Ein gewöhnlicher historischer Roman?
    Nein. Richard Dübell schafft es durch seine Schreibweise, den Leser zu fesseln.

  9. Cover des Buches Handbuch für den vorsichtigen Reisenden durch das Ödland (ISBN: 9783328113560)
    Sarah Brooks

    Handbuch für den vorsichtigen Reisenden durch das Ödland

    (167)
    Aktuelle Rezension von: renateliestgerne

    Ein außergewöhnliches Buch. Die Handlung spielt im Wesentlichen in einem Zug. Langsam entwickelt sich die Umgebung zu einem Alptraum, der immer schlimmer wird. Die Reisenden reagieren sehr unterschiedlich, aber ihre Beweggründe werden anschaulich geschildert.

    Die Sprache ist klar und eindrucksvoll, der Spannungsbogen lässt die Leserin nicht los und das Ende ist überraschend aber hier sollte nicht zu viel verraten werden. 

    Hoffentlich gibt es noch mehr Bücher diese Schriftstellerin.

  10. Cover des Buches Stille Falle (ISBN: 9783426309537)
    Anders de la Motte

    Stille Falle

    (188)
    Aktuelle Rezension von: libraryoflaura

    𝐖𝐎𝐑𝐔𝐌 𝐆𝐄𝐇𝐓 𝐄𝐒?

    Stell dir vor, du stehst kurz vor dem größten Karrieresprung deines Lebens, und plötzlich wirst du eiskalt abgesägt.

    Genau das passiert Kriminalinspektorin Leo Asker mitten in einem hochbrisanten Entführungsfall.

    Ihr neuer Arbeitsplatz?

    Die "Abteilung für hoffnungslose Fälle", tief vergraben im finstersten Keller des Reviers.

    Man verbannt sie zu einem Haufen Nerds und Aussätzigen, die von der Chefetage längst abgeschrieben wurden.

    Doch wer glaubt, dass Leo dort Däumchen dreht, hat sich gewaltig geschnitten.

    Zwischen verstaubten Akten stößt sie auf eine bizarre Spur, die sie direkt zurück zu ihrem alten Fall führt.

    Der Täter spielt ein sadistisches Spiel im Miniaturformat, die Chefetage stellt sich quer, und ihre einzige Chance ist eine verbotene Ermittlung im tiefsten Untergrund.

    Zusammen mit ihrem Jugendfreund und Lost Places-Experten Martin Hill beginnt eine verbotene, hochgefährliche Schnitzeljagd im Untergrund.


    𝐖𝐀𝐒 𝐌𝐈𝐑 𝐆𝐔𝐓 𝐆𝐄𝐅𝐈𝐄𝐋:

    • Spannung ab der ersten Seite: Lange Vorgeschichten? Fehlanzeige! Das Buch startet direkt mit einem Vermisstenfall und zieht einen sofort ins Geschehen. Genau so liebe ich Krimis.

    • Geniales Multi-POV: Wir dürfen nicht nur Leo über die Schulter schauen, sondern blicken auch direkt in die Abgründe des Täters und fühlen die pure Angst des Opfers. Das sorgt für permanente Gänsehaut.

    • Rückblicke mit echtem Mehrwert: Das Buch nutzt geschickt platzierte Rückblenden direkt in Leos Kindheit, die weit mehr als bloßes Füllmaterial sind. Man erlebt hautnah, welche prägenden Erfahrungen sie als kleines Mädchen gemacht hat, und versteht so Stück für Stück, warum sie ist, wie sie ist, und genau das macht ihren Charakter unglaublich greifbar.

    • Eine starke Ermittlerin: Leo Asker war für mich definitiv ein Highlight. Sie lässt sich von ihren überheblichen männlichen Kollegen nicht kleinmachen und zeigt ihnen mehr als einmal, dass sie sie völlig unterschätzt haben.

    • Das Team im Keller: Okay, anfangs war ich echt skeptisch, was diese Truppe angeht. Aber sie sind mir so ans Herz gewachsen. Ein Haufen herrlich skurriler, verlorener Seelen, von denen jeder eine Leiche im Keller hat (weshalb sie wohl auch im Keller sitzen). Niemand nimmt sie ernst, alle belächeln sie, aber genau das macht sie unschlagbar.

    • Mal etwas komplett anderes: Das Thema Urban Exploring fand ich unglaublich spannend und mal eine richtig frische Idee für einen Krimi. Genauso wie die Modelllandschaft, über die der Täter Hinweise zu seinen Fällen hinterlässt, so etwas habe ich bisher wirklich noch nie gelesen.

    • Amüsante Randfiguren: Selbst die Nebencharaktere machen einfach Spaß, wie zum Beispiel eine Wahrsagerin als Zeugin, deren wilde Aussagen am Ende sogar Gewicht haben.

    • Ein Finale wie im Rausch: Das letzte Drittel war der absolute Wahnsinn. Die Kapitel wurden immer kürzer, die Cliffhanger bei den Perspektivenwechseln immer fieser. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.


    𝐖𝐀𝐒 𝐌𝐈𝐑 𝐖𝐄𝐍𝐈𝐆𝐄𝐑 𝐆𝐔𝐓 𝐆𝐄𝐅𝐈𝐄𝐋:

     • Hänger im Mittelteil: Zwischendurch zog sich die Story für mich ein kleines bisschen und wurde auch etwas verwirrend. Im Nachhinein betrachtet war das aber nötig, um das große Ganze zu verstehen, aber in dem Moment hat es kurz das Tempo rausgenommen.

    • Der fiese Cliffhanger am Ende: Eigentlich ist das gar kein richtiger Kritikpunkt, aber wie gemein kann ein Reihenauftakt bitte enden? Ich muss mir jetzt ganz schnell Band 2 besorgen, weil ich unbedingt wissen will, wie es weitergeht.


    𝐅𝐀𝐙𝐈𝐓:

    Für mich ist dieser Krimi eine absolute, dicke Leseempfehlung.

    Die Mischung aus einer außergewöhnlichen Ermittlerin, einem herrlich skurrilen Team, frischen Ideen wie Urban Exploring und der Modelllandschaft sowie einem rasanten Finale hat mich komplett überzeugt.

    Eine klare Leseempfehlung für alle, die atmosphärische Skandinavien-Krimis mit starken Charakteren, mehreren Perspektiven und jeder Menge Spannung lieben.

  11. Cover des Buches Die wundersame Reise eines verlorenen Gegenstands (ISBN: 9783734104138)
    Salvatore Basile

    Die wundersame Reise eines verlorenen Gegenstands

    (103)
    Aktuelle Rezension von: Sabrinakluger

    Die wundersame Reise eines verlorenen Gegenstands von Salvatore Basile ist ein sehr berührender und herzerwärmender Roman.
    Das Handlungen und die Schauplätze sind so detailliert beschrieben, dass man sie sich sofort bildlich vorstellen kann. Die Erzählweise verzaubert einen in die Geschichte und man möchte das Buch garnicht mehr aus der Hand legen.

  12. Cover des Buches Die Sanduhr unserer Liebe (ISBN: 9783453419841)
    Kate Riordan

    Die Sanduhr unserer Liebe

    (24)
    Aktuelle Rezension von: leseratte69
    Klappentext
    England, 1878: Harriet Jenner ist einundzwanzig Jahre alt, als sie durch die Tore von Fenix House tritt. Nach einer persönlichen Tragödie glaubt sie nicht daran, dass ihr neues Leben als Hauslehrerin einfach wird. Knapp fünfzig Jahre später tritt Harriets Enkelin Grace Fairford in ihre Fußstapfen. Für Grace, die mit den faszinierenden Geschichten ihrer Großmutter aufwuchs, ist Fenix House wie aus einem Märchen, ein magischer Ort, an dem die Zeit stehen geblieben ist. Doch der verblichene Glanz der Villa entlarvt Harriets Geschichten bald als Lügen, und Grace findet sich in einem Dickicht aus tragischen Geheimnissen wieder ....

    Die Autorin
    Kate Riordan lebt in Cheltenham. Sie ist freie Journalistin und schreibt unter anderem für den Guardian und Time Out.

    Meine Meinung

    Story
    Da ich historische Roman, die zu jener Zeit und auf zwei Zeitebenen handeln, liebe und wenn es dann noch darum geht, einem Geheimnis auf die Spur zu kommen, muss ich dieses Buch lesen.
    Kate Riordan hat mich nicht enttäuscht. Das Buch spielt auf zwei Zeitebenen, beide in der Vergangenheit. Einmal von Harriet und dann später von ihrer Enkelin Grace.

    Eine Zeitebene handelt von Harriet, die eine Stellung als Gouvernante in Fenix House annimmt. Jahre später bringt sie dann ihre Enkelin Grace dazu, im selben Haus als Gouvernante anzufangen. Harriet hat dieses so geplant, damit Grace einem Geheimnis auf die Spur kommt, welches mit ihrer Großmutter und ihrer Vegangenheit zu tun hat.

    All das hat die Autorin sehr Umfangreich geschrieben. Man kommt Kapitel für Kapitel dem Geheimnis näher, welches mit Harriet beginnt und von Grace dann gelüftet wird. Drumherum ist eine Familiengeschichte gesponnen und natürlich auch etwas für Herz, die Liebe, auch wenn dieses etwas kurz kommt.
    Zum Ende hin wird es richtig spannend, so dass man das Buch nicht mehr weglegen möchte.
    Leider waren aber in der Mitte auch einige lanatmigen Passagen.

    Schreibstil
    Der Schreibstil ist supergut zu lesen. Die Autorin schreibt sehr bildhaft und flüssig. Man kann sich die Schauplätze und auch die Charaktere sehr gut vorstellen.

    Charaktere
    Harriet und Grace mochte ich beide sehr. Auch der größte Teil der Familie Pembroke schließt man schnell ins Herz. Jeder hat sehr viel Tiefe und man merkt schnell, wer Freund und Feind ist.
    Die Charaktere waren sehr authentisch und passten perfekt in diese Zeit. 


    Mein Fazit

    Ein wirklich schöner und teilweise auch spannender historischer Roman. Die Autorin schafft es sehr gut dem Leser die Schauplätze und Charaktere näher zubringen. Der Leser wird hier an die Hand genommen und darf mit Grace ein lang gehütetes Geheimnis Lüften, auf das ich im Leben nicht gekommen wäre. Leider gibt es auch ein paar Längen, weswegen ich eine Leseratte abziehe.
    Trotzdem kann ich das Buch weiterempfehlen und vergebe gute vier von fünf Leseratten/Sterne
  13. Cover des Buches Der Glanz der Novemberrosen (ISBN: 9783442492169)
    Martha Sophie Marcus

    Der Glanz der Novemberrosen

    (18)
    Aktuelle Rezension von: lesesaga

    ᴮᵃⁿᵈ ¹ Ich bin ein großer Fan von Saga, lese so was sehr gerne und fühle mich wohl dabei. Die Geschichte um Sophie und Karl hat mir so tolle Lesestunden beschert. Es ist eine verbotene Liebe, die sie erleben. Sie hat mir vom ersten Moment sehr gefallen, Sophie ist mutig, beweist jedes Mal denn Mut, den armen Menschen zu helfen. Eine sympathische junge Frau, die auch ehrgeizig ist. Der Schreibstil ist flüssig, verständlich zu verstehen und es fesselte mich das Buch zu lesen! Es hat mich nicht mehr los gelassen, war auch schnell durch. Mir haben die einzelne Charaktere sehr gefallen und empfehle das Buch zu lesen. Das Cover ist richtig hübsch, es hat wundervolle Farben und gefällt mir sehr.😻

  14. Cover des Buches Winterbergs letzte Reise (ISBN: B085Q6TB4R)
    Jaroslav Rudiš

    Winterbergs letzte Reise

    (1)
    Aktuelle Rezension von: Pongokater

    Natürlich kann man das Herz Europas auch woanders verorten als in der alten Habsburgischen Donaumonarchie. Aber Jaroslav Rudis ist nicht der erste der das tut, Joseph Roth war ein anderer. Wie viele Romane von Joseph Roth ist auch dieses Werk des tschechischen Autors und Kafka-Experten Rudis eine Liebeserklärung an diesen Teil Europas. Erzählerisch setzt er diese Liebeserklärung dadurch um, dass er einen sehr alten Mann mit Namen Winterberg und seine Pflegekraft, die aus dem böhmischen Ort mit dem Namen Winterberg stammt, von Berlin aus durch große Teile des Habsburger Reichs fahren lässt. Und zwar, das ist sehr wichtig, mit dem Zug. Denn Züge, Eisenbahnen , spielen eine zentrale Rolle im Denken und Fühlen der Hauptfigur. Der Roman hat sicher Längen, aber er ist mit soviel Liebe zu Menschen und Orten geschrieben, dass ich ihn mit Freude und Gewinn gelesen habe.

  15. Cover des Buches Der Metropolist (ISBN: 9783453320147)
    Seth Fried

    Der Metropolist

    (50)
    Aktuelle Rezension von: Olaf_Raack

    Auf der Rückseite des Buches prangen fett die Worte: Pulp Fiction meets Science Fiction. Wenn man mit dem Satz in das Buch geht, wird man beides suchen und vermissen und ich frage mich ehrlich, ob dieser zum Verständnis der Leserschaft zum Inhalt des Buches beiträgt.
    Die Geschichte selbst besitzt allerdings einige Wirren, bzw. Skurrilitäten, die an Pulp Fiction erinnern. Nicht in der Thematik, sondern in dem Versuch, Chaos walten zu lassen. Das klappt manchmal, geht beizeiten aber aus meiner Sicht auch grandios in die Hose. Viele Witze und Anspielungen waren mir zu flach und vorhersehbar, zu bemüht lustig. Die Story hatte dennoch was und wenn man durch das erste Drittel durch war, hat sich die Welt ein klein wenig geöffnet. Dennoch hatte ich häufig das Gefühl, ein wenig verloren zu sein. Mir fehlte manchmal der Anschluss ans nächste Gleis des Transportsystems von Metropolis.
    Insgesamt kein schlechtes Buch, aber eben für mich auch keines, das mich vollauf überzeugen konnte. Aber wer es skurril mag, sollte durchaus mal einen Blick riskieren.

  16. Cover des Buches Mit des Blitzes Schnelle (ISBN: 9783596903948)
    Stefan Geyer

    Mit des Blitzes Schnelle

    (1)
    Aktuelle Rezension von: Alais
    „Ich muss in meinem Land auch so eine Eisenbahn haben, und wenn sie tausend Taler kosten sollte.“ 
    (Fürst von Anhalt-Cöthen, zitiert auf Seite 13 von Egon Friedell in „Statt eines Vorworts“)

    Theodor Fontane, Anatole France, Joachim Ringelnatz, Henry David Thoreau, Joseph Roth, Klabund, Robert Walser, Fjodor Dostojewskij … – die Liste bekannter Autoren, deren Texte (Kurzgeschichten, Gedichte, Romanauszüge …) diese Anthologie versammelt, ist lang. Die Auswahl umfasst klassische Autoren, was meinem Lesegeschmack sehr entgegenkommt. Schön wäre es jedoch gewesen, wenn auch ein paar Autoren exotischerer Länder und Kontinente, wie beispielsweise Afrika, zu Wort gekommen wären, aber angesichts der prächtigen Vielfalt der Texte ist das natürlich Jammern auf hohem Niveau. Dafür durfte ich mich über einen sehr erschütternden Text von der Pazifistin Bertha von Suttner freuen, die gerade jetzt nicht in Vergessenheit geraten sollte.
    Bahnhöfe finde ich faszinierende Orte und Bahnreisen nicht minder spannend. In diesem Buch reisen die Menschen (und dank Ringelnatz auch eine Fliege) mit dem Zug unter anderem in den Krieg, ins Gefängnis, in die weite Welt … und selbst wenn es nur eine kurze Reise ist, erinnert ihre Bahnfahrt an die großen Einschnitte im Leben, an Ende und Neubeginn … Begegnungen, Abschied und Wiedersehen – Bahnreisen können wie eine Pause im Leben wirken, aber auch das Leben selbst in komprimierter Form versinnbildlichen, dies zeigt diese Textsammlung auf sehr eindrucksvolle Weise.
    Interessant und gut gewählt fand ich die thematische Gliederung in die Kategorien: „Im Bahnhof“, „Vorüber an Stadt, Land, Fluss“, „Reisegefährten“, „Seltsame Reisen“, „Unterwegs bei Wind und Wetter“, „Liebe und Sehnsucht“, „Unfälle und Katastrophen“.
    Nicht alle Texte sprachen mich an, aber viele von ihnen empfand ich als literarische Hochgenüsse und es blieb immer spannend, welche Art Text als Nächstes folgt. Ein Tiefpunkt war für mich (nicht wegen der Form, sondern wegen des Inhalts) ausgerechnet „Die Zigarre“, eine Erzählung von einem meiner Lieblingsautoren: Dostojewskij – wer wie ich Hunde mag und stets bemüht ist, gelegentliche Anfälle von Misanthropie zu bekämpfen, sollte sich diese Geschichte ersparen! Dafür freute ich mich besonders über die reisende Fliege von Ringelnatz und Joseph Roths kurzer Text „Am Nordbahnhof“ berührte mich tief – wie schafft man es nur, in so wenigen, schlichten Zeilen so viel zum Ausdruck zu bringen?
    Eine sehr abwechslungsreiche und schöne Lektüre, nicht nur für lange Bahnreisen zu empfehlen!
  17. Cover des Buches In 80 Tagen um die Welt (ISBN: 9783869743479)
    Jules Verne

    In 80 Tagen um die Welt

    (47)
    Aktuelle Rezension von: Melanie_Hoppe

    Die Geschichte von dem Herrn Fogg und seinem Diener Passepartout war anfangs etwas zäh, man musste genau hinhören und sich erst sortieren. Doch nach 3 Kapiteln war ich drinnen und kam dann recht gut mit. Der Erzählungsstil war sehr ruhig (wenn auch ein wenig monoton) aber angenehm. Die Geschichte ist super interessant und ich war neugierig wie die Menschen "damals" gereist sind und habe natürlich an einigen Stellen schmunzeln dürfen. Herr Fogg war mir ein wenig suspekt, da er oft kaum bis gar keine Reaktion zeigte, egal wie dramatisch die Situation war. Jedoch hat er geschafft und mit dem Ende hatte ich kein Stück gerechnet. Die Reise hat nicht nur bewiesen das alles möglich ist, sondern ihm auch die Frau seines Lebens gebracht. 

  18. Cover des Buches Zarengold (ISBN: B002KRGW44)
    Karsten Prachold

    Zarengold

    (2)
    Aktuelle Rezension von: peedee
    Einmal im Leben mit der Transsibirischen Eisenbahn durch Russland fahren – für viele ein grosser Traum. Auf der schwierigsten und längsten Bahnstrecke der Welt verkehrt der Sonderzug „Zarengold“. Der Autor, ein begeisterter Globetrotter und seit jeher von der russischen Seele in den Bann gezogen, zeigt auf, dass hier im wahrsten Sinne der Weg das Ziel ist…

    Erster Eindruck: Ein schönes Cover mit zwei Fotos; einerseits sieht man den Zug von aussen und andererseits erhält man einen Einblick in den Restaurantwagen. Der Bildband hat zahlreiche Fotos.

    Ich habe vor Jahren eine Reportage im Fernsehen über die Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn gesehen und als dieses Buch im Regal vor mir lag, musste ich einfach zugreifen.

    An Sachbüchern mag ich, dass viele Fakten über ein Thema präsentiert werden, sodass ich mich über längere Zeit damit beschäftigen kann. Dieses Buch vermittelt genau das: Fakten über die Reise oder über die Geschichte Russlands, dazu traumhafte Bilder über Land und Leute. Hier ein paar Zahlen zum „Zarengold“: 12 Schlafwagen der 1. und 2. Klasse, 160 Gäste, 2 Speisewagen, 1 Salonwagen, 1 Generatorwagen, 2 E-Loks. Es gibt unterschiedliche Kategorien von Kabinen; die Nostalgiewagen wurden seinerzeit von Breschnew als Reisezug auf der Sibirienstrecke benutzt. Es gibt drei verschiedene Strecken, die bekannteste ist wahrscheinlich die von Moskau nach Peking (ca. 8‘000 km).

    Die Liebe und Faszination des Autors zu Russland sind gut spürbar. Seine Art, Dinge zu beschreiben, möchte ich fast als poetisch bezeichnen. Natürlich können auf 116 Seiten nicht alle Informationen bis ins kleinste Detail gegeben werden, doch für mich war es genau das Richtige. Weiterführende Literatur zu diesem Thema gibt es ja genügend. Parallel zu diesem Buch habe ich noch einige Videos im Internet geschaut und bei Reiseanbietern Informationen gelesen. Aufgrund des zum Teil hohen Preises (je nach Kategorie) wird diese Reise jedoch für viele ein ungelebter Traum bleiben.
  19. Cover des Buches Dead Iron: The Age of Steam (ISBN: 9780451464279)
    Devon Monk

    Dead Iron: The Age of Steam

    (2)
    Aktuelle Rezension von: TheSaint
    Oregon in den Vereinigten Staaten... Menschen strömen in das Land und besiedeln es. Es ist die Zeit des großen Eisenbahnbaus, an dem sich auch der geheimnisvolle Dandy Shard LeFel mit seinen wenigen menschlichen Arbeitern aber einer Vielzahl von roboterhaften Maschinen beteiligt.
    Doch sein Interesse, durch dieses Land zu ziehen und Gleise - unter anderem für seinen Privatzug vollgestopft mit edler Einrichtung und vielen seltsamen und unheimlichen Gerätschaften - zu verlegen, gilt weniger dem Interesse, Siedlern zu helfen, als jene drei Dinge zu finden, die ihn aus seiner Verbannung erretten sollen...
    Und diese drei Dinge finden sich in Hallelujah, einem verschlafenen Nest im Nirgendwo...

    Unglücklicherweise sind diese drei Dinge, die LeFel, der selbst nicht irdischen Ursprungs ist, mit dem Kopfgeldjäger Cedar Hunt verbunden:
    Cedar Hunt macht sich auf die Suche nach dem verschwundenen Jungen des Ehepaares Gregor, welcher, wie sich bald herausstellt, von dem unheimlichen spindeldürren "schwarzen Mann" und Diener des Shard LeFel - Mr. Shunt - entführt wurde und gerät dabei an die "weiße Hexe" Mae Lindson. Er verschaut sich etwas in diese Schönheit, die voller Sorge um ihren verschwundenen Mann Jeb ist und gegen die Ablehnung und die Anfeindungen durch die Bewohner von Hallelujah aufgrund ihrer "Andersartigkeit" zu kämpfen hat.
    Noch weiß sie nicht, daß der diabolische LeFel durch die Ermordung ihres Gatten den Schutzbann um sie zu brechen versucht, da das Blut einer Hexe die zweite Sache ist, die LeFel das Tor in seine Heimatwelt zu öffnen ermöglichen soll.
    Und schlußendlich ist da noch ein von Mr. Shunt gefangener Werwolf, der die dritte Notwendigkeit zum Durchbruch darstellt und welcher eine wichtige Gemeinsamkeit mit Cedar Hunt aufweist: Der Held der Geschichte wird selbst bei jedem Vollmond zu einem unkontrolliert mordenden Biest...

    Devon Monk schafft einen rasanten, fantastischen, atmosphärischen und spannenden Pageturner voller interessanter schillernder Figuren. In wohl gesetzten Kapiteln erzählt die die Entwicklung der zentralen Figuren straff und plastisch und lässt in detaillierter und innerhalb dieses "Steampunk-Universums" nachvollziehbarer Logik und Glaubwürdigkeit eine Abenteuerhatz mit Hexen, Magiern, Wächtern, Untoten, Maschinenwesen, Dämonen und Werwölfen entstehen.

    Der Start einer Reihe von geplanten 7 Büchern aus dem "Steampunk"-Genre rund um den Kopfgeldjäger und Werwolf Cedar Hunt gerät zu einem vollen Erfolg und bereitet Lesespaß wie schon lange nicht mehr. Die Handlung ist bar jeglicher unnötiger Nebenhandlungen oder aufhaltenden Ausführungen.
    Drei Bücher und eine Kurzgeschichte sind bis dato erschienen... die Autorin Devon Monk ist aber mit einer Vielzahl an Mehrteilern beschäftigt und der Lesegeschmack in Sachen "Steampunk" (Geschichten, in denen moderne und futuristisch technische Funktionen mit Mitteln und Materialien des vikorianischen Zeitalters verknüpft werden) hat nachgelassen, so daß die Fortführung dieser Reihe momentan mit einem Fragezeichen versehen ist...

    Man darf hoffen und sich vorerst auf Band 2 stürzen, der gewiss hochdramatisch unter dem Titel "Tin Swift" den Cliffhanger dieses Bandes fortführen wird...

    Muss von Freunden dieses Genres gelesen werden!
  20. Cover des Buches Die Eisenbahn über den Wolken (ISBN: 9783037311479)
  21. Cover des Buches Zeitfieber (ISBN: 9783806234435)
    Simon Garfield

    Zeitfieber

    (10)
    Aktuelle Rezension von: Talathiel
    Wir sind besessen von der Zeit, davon, sie zu messen, zu kontrollieren, zu verkaufen, sie unvergänglich und sinnerfüllt zu machen. Wie sind wir derart unter das Diktat der Zeit geraten und was lässt sich dagegenhalten?
    Die Geschichten dieses Buches führen auf die Spuren unserer Zeitbesessenheit. Ein Engländer kehrt aus Kalkutta heim, weigert sich aber, seine Uhr auf die heimische Zeitzone umzustellen. Beethovens symphonische Wünsche werden übergangen. Ein Augenblick im Krieg wird auf alle Zeit festgehalten. Der Fahrplan kommt mit der Dampflok. Eine Frau entwirft eine Uhr mit Zehnstundenzifferblatt und erfindet den Kalender neu. Ein britischer Uhrmacher wetteifert mit der uhrengewaltigen Schweiz. Und Prinz Charles unternimmt den Versuch, die Zeit in einem Ort stillstehen zu lassen.
    Simon Garfield nimmt uns in seinem neuen Buch mit auf eine höchst unterhaltsame Zeitreise. (Klappentext)


    Zeit ist relativ, „Zeitfieber“ von Simon Garfield ist relativ – relativ interessant, relativ langweilig, relativ voll an Informationen. Nun mag man sich wundern, warum sollte man denn seine Zeit in ein 380 Seiten starkes Buch investieren? Eine gute Antwort auf diese Frage habe ich nicht. Denn als „höchst unterhaltsam“ habe ich diese Zeitreise nicht empfunden und während zumindest zweidrittel des Buches noch eine halbwegs erkennbarer roter Faden erkennbar ist, verliert sich der Autor am Ende in Geschichten, deren thematische Zusammengehörigkeit eher mit der Lupe suchen musste.
    Auf keinen Fall aber will ich leugnen, dass es so einige faszinierende Fakten zu erfahren gab, wie z. B. dass es anfangs in den USA eine Vielzahl an verschiedenen Zeitzonen gab, bis man schließlich die Zeit vereinheitlicht hat, wobei die Erfindung des Fahrplans eine wesentliche Rolle spielte, oder warum ein Popsong drei Minuten dauern sollte und eine ganze Menge mehr an Informationen. Aber es gab auch immer wieder Stellen, die mehrere Seiten lang waren, die ich einfach nur gähnend langweilig fand.
    Vielleicht lag es auch daran, dass ich etwas gänzlich anderes erwartet habe, etwas amüsanteres, und vielleicht auch mehr Wissen darüber, wie sich die Zeitmessung entwickelt hat. Stattdessen bekam ich eher ein Buch, mit verschiedenen Geschichten der Vergangenheit, die irgendwie mit Zeit zu tun haben, oder damit zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.

    Zu diesem Buch möchte ich diesmal weder eine Empfehlung aussprechen, noch davon abraten. Die vielen Informationen in diesem Buch sind nämlich durchaus gut recherchiert und im Grunde ist „Zeitfieber“ voll von faszinierendem Wissen. Vielleicht braucht man für ein Buch über Zeit auch einfach genügend Zeit, um es in kleinen Portionen zu genießen.
  22. Cover des Buches Bahnwärter Thiel. Studienausgabe (ISBN: 9783150193631)
    Gerhart Hauptmann

    Bahnwärter Thiel. Studienausgabe

    (23)
    Aktuelle Rezension von: -Coco-

    Meinung: Das Buch war auf unserem heurigen Lehrplan und so kam ich dazu, dieses Werk von Gerhart Hauptmann zu lesen. Ich bin ja generell nicht abgeneigt, wenn es um literarischen Werken geht und so muss ich sagen, dass ich das Buch eigentlich ganz ok fand, es ist gut zu verstehen, sodass man dem Verlauf der Geschichte folgen kann und beinhaltet durchaus realistische Themen. Außerdem gibt es die damalige Zeit in der Industrialisierung und deren Veränderungen etc. wieder.

    Fazit: Bahnwärter Thiel ist einmal, ein etwas anderes Buch, aber dadurch nicht schlecht. Es war durchaus interessant zu lesen, wie sich die Geschichte um Thiel entwickelt. Dies ist ein Buch, dass man lesen kann und noch dazu ein Ende besitzt, das vielleicht den einen oder anderen schockiert und zum Nachdenken bringt.

  23. Cover des Buches Das große Buch der großen Züge (ISBN: 9781782321200)
    Megan Cullis

    Das große Buch der großen Züge

    (2)
    Aktuelle Rezension von: Engel1974

    Heute möchte ich euch einmal ein Buch vorstellen, das das Herz von Eisenbahnfans höher schlagen lässt. „Das große Buch der großen Züge“ von Megan Cullis und Gabriele Antonini.

    Buchinfo:

    Titel: „Das große Buch der großen Züge“

    Autorin: Megan Cullis / Gabriele Antonini

    Genre: Kindersachbuch ab 4 Jahren

    Verlag: Usborne Verlag

    Besonderheiten: ausklappbare Riesenseiten, Größe des Buches ca. 30 x 24 cm

    Inhalt:

    Auf 16 Seiten erfährt der kleine und große Eisenbahnfan eigentlich alles, was man zu diesem Thema wissen sollte. Angefangen von den ersten Zügen, die vor über 200 Jahren gebaut wurden bis hin zu den Hochgeschwindigkeitszügen heutzutage ist hier an alles gedacht.

    Das Buch ist mit vielen farbigen, dem Lesealter ansprechende Illustrationen versehen und lassen so manche Einzelheiten entdecken. Die Pappaufmachung eignet sich dabei super für die kleinen Kinderhände und sie können nach Herzenslust im Buch stöbern.

    Der Clou sind natürlich die vielen Riesenseiten, die man zudem noch aufklappen kann, hier kann gelernt und gestaunt werden.

    Kurze, gut verständliche und dem Alter entsprechende Texte vermitteln ebenfalls in Kürze das Wichtigste zu den jeweiligen Zügen.

    Meinung:

    Als ich den Kindern dieses Buch das erste Mal zeigte strahlten ihre Augen, gehören sie doch wie fast jeder Junge zu den Eisenbahnfans. Ja, und später wollten sie das Buch gar nicht mehr hergeben, es gab aber auch wirklich viel zu bestaunen und zu entdecken.  Man merkte förmlich, wie das Buch die Herzen meiner Kinder höher schlagen ließ.

    Wie ich allerdings feststellen durfte, spricht dieses Buch nicht nur Kinder an, ich hatte es unseren Opa, selbst ein großer Eisenbahnfan und Modellbahnbauer gezeigt und er hat sage und schreibe zusammen mit den Kindern fast eine ganze Stunde darin gelesen und geblättert und ebenso seine Freude an dem Buch wie die Kinder.

    Als ich das Buch dann einige Tage später mit in den Kindergarten nahm, staunten die Kinder dort ebenfalls sehr. Jeder wollte es zuerst haben.

    Was ist nun das Besondere an diesem Buch? Zum einem das Thema, Kinder allen voran die Jungs lieben Eisenbahnen, dann die farbenfrohe, kindgerechte und altersentsprechende Aufmachung, sie lädt hier förmlich zum Betrachten ein. Als nächsten die Riesenklappen hinter denen so manche Überraschung versteckt ist und die Kinder aus dem Staunen gar nicht mehr herauskommen lässt.

    Mich persönlich haben neben all diesen Dingen auch die Aufbereitung des historischen Wissens und die Informationen zu den einzelnen Zügen angesprochen. So wurde das Betrachten des Buches nicht nur für die Kinder sondern auch für mich und wie oben beschrieben auch für unseren Opa zum Erlebnis.

    Fazit: Ein empfehlenswertes Buch, das das Herz aller Eisenbahnfans, ob Klein, ob Groß garantiert höher schlagen lässt

  24. Cover des Buches Zug um Zug durch Europa (ISBN: 9783890295855)
    Jaroslav Rudiš

    Zug um Zug durch Europa

    (11)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis

    Jaroslav Rudiš ist Eisenbahnfan durch und durch. Er stammt aus einer Familie, deren zahlreiche Mitglieder durchwegs bei der Eisenbahn beschäftigt waren/sind. Er selbst konnte aufgrund eines Sehfehlers nicht in die Fußstapfen von Großvater und Onkel treten. Seiner Leidenschaft für alte und neue Zuggarnituren und den unzähligen Bahnhöfen in Europas frönt er durch ausgiebiges Bahnfahren. Was er dabei erlebt (hat), darüber schreibt er in diesem Buch.  

    In letzter Zeit bin ich selbst wieder zur Bahnfahrerin geworden, denn das Autofahren macht immer weniger Spaß. Vergangenes Jahr habe ich eine der im Buch beschriebene Reisen absolviert: mit dem „Vindobona“ von Wien nach über Prag und Bad Schandau nach Dresden. Vor 2020 mit dem Zug in Erfurt und, wenn wir auch nach regelmäßig Hamburg fliegen, Schleswig-Holstein wird immer mit der Bahn erkundet.   

    Gut gefallen mir die vielen Fotos von Eisenbahnen und Bahnhöfen, von denen viel noch aus der Donaumonarchie stammen. Die beiden Landkarten vermitteln einen Eindruck vom weitverzweigten Schienennetz Europas. Aus den Beschreibungen der Reisen strömt Jaroslav Rudiš‘ wahre Leidenschaft für die Bahn. Die zeigt sich auch in den vielen Hintergrundinformationen zu Lokomotiven, Waggons, Eisenbahngesellschaften und Zugstrecken sowie Bahnhöfen. Nur ein kleines Detail: die fast schon kindliche Freude am zweimaligen Umspuren auf dem Weg von Europa nach Nordkorea liest sich so. 

    „An der Grenze zwischen der Slowakei oder Ungarn mit der Ukraine wird der Schlafwagen zuerst von unserer europäischen Normalspur von 1435 Millimetern auf die russische Breitspur von 1520 Millimetern umgespurt. Und an der Grenze zu Nordkorea wurde der nordkoreanische Wagen wieder auf die Normalspur umgespurt.“ 

    Die Semmeringbahn ist für Jaroslav Rudiš und zahlreiche Eisenbahnfreunde der „heilige Ort“ in Österreich. Denn die Semmeringbahn mit ihren gewaltigen Tunnelbauten und Viadukten war die erste Überschienung der Alpen überhaupt und damit die erste Über- bzw. Durchquerung eines Hochgebirges in Europa mit Schienen. Ohne das UNESCO-Kulturerbe Semmeringbahn, die Karl Ritter von Ghega errichtet hat, wären viele ähnliche Projekt nicht gebaut worden.  

    Nächstes Jahr muss ich nach Leuven (Belgien). Hoffentlich bleibt mit genügend Zeit, den Hauptbahnhof von Brüssel anzusehen. 

    Fazit:

    Diesem durchaus launig geschriebenen Buch für junge und alte Eisenbahnfans und solche, die das Bahnfahren (wieder) neu entdecken, gebe ich gerne 5 Sterne.

     

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