Bücher mit dem Tag "ekel"
57 Bücher
- Simon Beckett
Die Chemie des Todes
(7.411)Aktuelle Rezension von: libraryoflaura𝐖𝐎𝐑𝐔𝐌 𝐆𝐄𝐇𝐓 𝐄𝐒?
In "Die Chemie des Todes" beginnt die packende Reihe um den forensischen Anthropologen Dr. David Hunter.
Nach einem schrecklichen Schicksalsschlag hat er der Großstadt den Rücken gekehrt, um in einem kleinen, verschlafenen Dorf ein neues, ruhigeres Leben als Landarzt zu beginnen.
Doch die Vergangenheit holt ihn schneller ein, als ihm lieb ist: Eine schrecklich zugerichtete Leiche wird gefunden.
Plötzlich wird Hunter, trotz aller Widerstände, in die Ermittlungen hineingezogen.
Sein Fachwissen ist unerlässlich, um die grausamen Geheimnisse der Toten zu entschlüsseln.
𝐖𝐀𝐒 𝐌𝐈𝐑 𝐆𝐔𝐓 𝐆𝐄𝐅𝐈𝐄𝐋:
• Die forensische Anthropologie: Was diesen Thriller so herausragend macht, ist die zentrale Rolle der Wissenschaft. Simon Beckett nimmt den Leser mit in die wissenschaftliche, aber unglaublich spannende Welt der Leichenuntersuchung.
• Faszinierende Details: Es geht um die genaue Bestimmung des Todeszeitpunkts anhand von Larven, Käfern und dem Verwesungsprozess. Für Leser, die sich für die Arbeit hinter den Kulissen einer Mordermittlung interessieren, bietet das Buch informative Einblicke fernab der üblichen Polizeiarbeit.
• Authentizität: Die Darstellung der Details ist präzise und authentisch, was dem Thriller eine düstere, beinahe greifbare Realität verleiht.
• Der Schreibstil: Ein absolutes Highlight! Er ist direkt, fesselnd und schafft es meisterhaft, eine unheimlich dichte und düstere Atmosphäre aufzubauen.
• Das Setting: Das kleine Dorf und seine misstrauische Gemeinschaft werden zu einem beklemmenden Schauplatz, in dem die Bedrohung förmlich in der Luft liegt.
• Der Suchtfaktor: Jedes Kapitel mündet in einen packenden Cliffhanger, der einen einfach durch die Seiten fliegen lässt. Ein echter Pageturner!
𝐅𝐀𝐙𝐈𝐓:
"Die Chemie des Todes" ist ein perfekter Auftakt der Thriller-Reihe.
Die Mischung aus forensischer Präzision, psychologischer Spannung und einer packenden Mördersuche ist absolut gelungen.
Die Auflösung ist schlüssig und das Ende macht unmissverständlich klar: Man braucht unbedingt die Fortsetzungen!
Eine klare Leseempfehlung für alle, die spannende, wissenschaftlich fundierte und atmosphärisch dichte Thriller lieben.
- Sebastian Fitzek
Abgeschnitten
(2.114)Aktuelle Rezension von: xeni_590Sie ist eine 5 von 5
Wieder mal ein echter Burner!
Also, was dieses Duo auf die Beine gestellt hat, ist echt krass. Habe das Buch förmlich inhaliert, weglegen sehr schwierig! XD
Die Handlung ist mega spannend und auch die perspektivenwechsel in den ungünstigsten Situationen sorgen dafür, dass es nur noch spannender wird. An sich muss man auch sagen, dass wenn man das Buch gelesen hat. Man irgendwie. Also zumindest ich das Bedürfnis hat zu weinen, weil es halt echt so ungerecht ist. Also verbessert mich gerne, aber das letzte fallbeispiel auf der allerletzten Seite. Sowas ist doch nicht fair!
Die Charaktere sind auch echt cool. Der Plot mit Linda gegen Ende hin fand ich echt crazy, aber noch verrückter und überraschend fand ich den von Paul! Damit hatte ich so Null gerechnet xD
Insgesamt auf jeden Fall ein top Thriller, hatte aber auch nichts anderes erwartet <3
- Iny Lorentz
Die Wanderhure
(3.756)Aktuelle Rezension von: liselotte20Die Wanderhure von Iny Lorenz entführt uns ins frühe Mittelalter.
Die junge Adlige Marie gerät durch einen bösen Komplott in die Gefangenschaft und wird danach schwer misshandelt und aus der Stadt geworfen. Nicht einmal ihr Jugendfreund Michel kann ihr nun helfen. Nur durch Hilfe der Wanderhure Hilde überlebt Marie und muss es nun der anderen Frau gleichtun und ihren Körper verkaufen.
Mir gefällt die Reihe, sehr leicht zu lesen und man kann prima abschalten. Natürlich ist dies kein Historikroman der einem Wissen vermittelt, wer das möchte liest eben andere Romane.
- Charlotte Roche
Feuchtgebiete
(2.338)Aktuelle Rezension von: MoidlvomberchCharlotte Roche schreibt in „Feuchtgebiete“ unglaublich offen und schockierend ehrlich über Körperlichkeit und Hygiene. Der Schreibstil ist flüssig und man merkt, dass sie bewusst Grenzen austesten will. Für mich war es stellenweise allerdings ein bisschen zu viel des Guten – manche Szenen sind so detailliert eklig beschrieben, dass der Lesespaß etwas auf der Strecke bleibt. Wer auf extreme Tabubrüche steht, wird es lieben, mir war es für eine Top-Bewertung dann doch etwas zu gewollt provokant.
- Jean-Paul Sartre
Der Ekel, Sonderausgabe
(276)Aktuelle Rezension von: Vera-SeidlDa sitzt sie, die Melencolia, reglos, den Kopf auf ihre Hand gestützt, kann sich trotz ihrer Flügel nicht erheben, das Handwerkszeug um sich herum nicht ergreifen.
Hört sie das Läuten der Glocke über sich? Sieht sie die Jakobsleiter, die zum Licht mit seinem Regenbogen führt?
Mehrmals hatte ich Jean-Paul Sartres "Der Ekel" angefangen zu lesen. Aber die Sichtweise seiner Hauptfigur, Antoine Roquentin, auf die Welt stieß mich zu sehr ab, verursachte einen Ekel in mir.
Im Gegensatz zum Ich-Erzähler ergab ich mich nicht der Selbstreflexion in Form eines Tagebuchs, sondern forschte zunächst in der Entstehungsgeschichte des Romans, insbesondere in Sartres Biografie.
In seiner Kindheit war Sartre einem Wechselbad von Bezugspersonen ausgesetzt.
Sein rechtes Auge erblindete nach und nach. Die visuelle Wahrnehmung erfolgte also fortan stärker über die rechte Gehirnhälfte, über die Gefühle. "Le petit homne", das Männlein, wurde er von seinen Freunden genannt, weil er nur 1,53 m groß war.
Seine erste Liebe lernte er auf einer Beerdigung kennen. Die Treffen mit ihr frustrierten ihn.
Ein Heiratsantrag, der einer anderen Frau galt, wurde abgelehnt.
Nach Reisen am Anfang der dreißiger Jahre unterrichtete Sartre in Le Havre, wo die Wirtschaftskrise für eine gedrückte Stimmung sorgte.
Seine Doktorarbeit über die Vorstellungskraft konnte er nicht beenden. Das Meskalin, das er sich spritzen ließ, linderte seine Depressionen nicht, sondern verstärkte sie begleitet von Wahn- und Panikphasen.
Als das Manuskript seines Romans "Melancholia" 1936 abgelehnt wurde, war Sartre zwar enttäuscht, ließ sich aber nicht entmutigen. In der Fortsetzung seiner belletristischen Arbeit wurde er von seiner Lebenspartnerin Simone de Beauvoir bestärkt.
1938 erschien das Buch schließlich unter dem Titel "La Nausèe" und wurde zum Erfolg.
Mit diesem Hintergrundwissen fiel mir der Zugang zum Buch viel leichter.
Der Historiker Antoine Roquentin lässt sich nach einer mehrjährigen Forschungsreise in der fiktiven Stadt Bouville nieder.
Er arbeitet nicht an seiner Doktorarbeit, sondern forscht über einen Adligen namens Marquis de Rollebon. Daneben beginnt er ein Tagebuch, weil ihn bestimmte Ereignisse und Veränderungen verstören.
Gegenstände und Menschen lösen plötzlich eine Art Angst bei ihm aus. Ein Kieselstein, ein Stück Papier, selbst seine eigene Hand werden zu einer diffusen Bedrohung. "Ich sehe meine Hand, die sich auf dem Tisch ausbreitet. Sie lebt - das bin ich. Sie öffnet sich, die Finger spreizen und strecken sich. Sie liegt auf dem Rücken. Sie zeigt mir ihren fetten Bauch. Sie sieht aus wie ein umgefallenes Tier. Die Finger, das sind die Beinchen."
Hier hörte ich Klänge von Franz Kafkas "Verwandlung". Zwei Seiten weiter, als Roquentin seine Hand mit dem Messer attackiert, erinnerte ich mich daran, dass Vincent van Gogh sein Ohr oder ein Teil davon abgeschnitten hatte.
"Sein Hemd aus blauer Baumwolle hebt sich fröhlich von einer schokoladenfarbenen Wand ab. Auch das verursacht den Ekel. Oder vielleicht: das ist der Ekel." Immer wieder spielen Farben eine Rolle im Roman. Eine Wirkung des Meskalins, wie ich nachgelesen habe.
Im Stilmittel der Beschreibung werden Edmund Husserl und auch Martin Heidegger transparent, mit denen sich Sartre 1933 in Berlin beschäftigt hatte. Auch andere Denker schimmern in seinen philosophischen Überlegungen durch. Vor allem aber nimmt Sartre an diesen Stellen sein theoretisches Hauptwerk "Das Sein und das Nichts" vorweg.
"Es gibt jetzt also Leute, die mich erkennen, die denken, nachdem sie mich scharf angesehen haben: 'Der da gehört zu uns'", schreibt er auf Seite 107 im Roman. Fünf Jahre später heißt es: "Wenn es einen andern gibt, wer er auch sei, wo er auch sei, was immer seine Bezüge zu mir sein mögen, auch wenn er auf mich nicht anders als durch das bloße Auftauchen seines Seins einwirkt, ich habe ein Außen, ich bin eine Natur; mein Sündenfall ist die Existenz des anderen; und die Scham ist – wie der Stolz – die Wahrnehmung meiner selbst als Natur, wenn auch eben diese Natur mir entgeht und als solche unerkennbar ist."
Auf Seite 159 erlebte ich, wie Sartre die Gedanken René Descartes und die von Martin Heidegger weiter vorantrieb beziehungsweise berichtigte.
"Mein Denken, das bin ich: deshalb kann ich nicht aufhören. Ich existiere, weil ich denke ... und ich kann mich nicht daran hindern zu denken. Sogar in diesem Moment - es ist gräßlich, wenn ich existiere, so, weil es mich graut zu existieren. Ich bin es, ich bin es, der mich aus dem Nichts zieht, nach dem ich trachte ..."
Als Roquentin schließlich im Park eine Wurzel erblickt, erkennt er die Sinnlosigkeit der Existenz: "Das Wesentliche ist die Kontinguenz. Ich will sagen, daß die Existenz ihrer Definition nach nicht die Notwendigkeit ist. Existieren, das ist dasein ... Alles ist grundlos, dieser Park, diese Stadt und ich selbst ... Wie lange dauerte die Faszination? Ich war die Wurzel des Kastinienbaums. Oder vielmehr, ich war ganz und gar Bewußtsein ihrer Existenz. Noch losgelöst von ihr - da ich mich ihrer ja bewußt war - und dennoch in ihr verloren, nichts anderes als sie."
Dass Roquentin nach dieser Erkenntnis nicht mehr in der Schlammstadt sein Leben als Historiker fortsetzen wollte, konnte ich gut nachvollziehen. Am Ende (er)findet er sich neu als Romancier.
Albrecht Dürers Melencolia und Sartres Roquentin sind gezwungen innezuhalten. Niedergedrückt, aber mit wachem Blick erkunden sie nun die Phänomene dieser Welt. Sie stellen Fragen und finden Antworten. Die Erde ist keine Scheibe mehr. Vor der Melencolia liegt eine Kugel. Ein großer Polyeder trennt Himmel und Erde. Eine Wurzel ist nicht mehr Funktion, sondern grundlos existent wie der Mensch.
Roquentin ergreift am Ende die Feder, um seiner Existenz einen Sinn zu geben. Ob es der Melencolia mit ihrem Zirkel gelingen wird, einen Kreis um die geteilte Welt zu ziehen, um so Himmel und Erde zu versöhnen?
Vera Seidl
- Erik Axl Sund
Narbenkind
(469)Aktuelle Rezension von: martina400Inhalt:
Die bisherigen Ermittlungen werden auf Eis gelegt, als ein Geschäftsmann ermordet wird. Jeanette Kihlberg wendet sich bei der Psychologin Sofia Zetterlund um Hilfe für die Erstellung eines Täterprofils zu. Immer mehr Morde geschehen auf und Victoria Bergmann scheint zugleich verschollen, aber irgendwie doch in aller Munde zu sein. Zeitgleich kämpft Sofia immer häufiger mit ihren Gedächtnislücken.
Cover:
Das Cover ähnelt dem des ersten Teils und man sieht eine karge Landschaft, die auf nichts deuten lässt.
Meine persönliche Meinung:
Der 2. Teil packte mich von Anfang an. Das Thema Kindesmisshandlung finde ich immer noch schlimm und werde dieses Reihe deshalb auch sicher nicht noch einmal lesen. Der 2. Teil ist wirklich ein 2. Teil und man muss den ersten gelesen haben, um such auszukennen. Es ist blutig und grausig und viele Leichen. Aber wirklich grandios gelungen ist, sind die Sprünge zwischen den Leuten, den Persönlichkeiten, früher und heute und wie alles nach und nach raus kommt, ohne dass man etwas geahnt hätte oder etwas unstimmig wirkt. Noch nie habe ich ein Buch gelesen, das so ausgeklügelt ist und vor allem auch so vielfältig. Es ist absolut kein typischer Thriller und kein Klischee oder sonstiges. Vermutlich gelingt so etwas auch nur jemanden, der wirklich wie hier als Duo schreibt. Ich bin wirklich begeistert von diesem Teich im Sinne der Arbeitsleistung und der Spannung, die bis zur letzten Seite anhielt.
Fazit:
Ein unsagbar spannender und bewundernswert ausgeklügelter 2. Teil. - Jack Ketchum
EVIL
(928)Aktuelle Rezension von: susileseratte„Evil“ von Jack Ketchum ist ein verstörender, aber zugleich fesselnder Roman, der mich in seinen Bann gezogen hat. Ketchum versteht es gut, eine dichte, beklemmende Atmosphäre zu schaffen und seine Figuren so lebendig zu zeichnen, dass man ihre Emotionen intensiv miterlebt.
Besonders beeindruckend ist die schonungslose Ehrlichkeit, mit der der Autor menschliche Abgründe beleuchtet. Trotz der harten Thematik ist das Buch nicht nur schockierend, sondern auch bewegend und regt zum Nachdenken an.
„Evil“ ist kein leichtes Buch, aber gerade darin liegt seine Stärke: Es ist mutig, intensiv und gut geschrieben. Für Leserinnen und Leser, die starke Horror- und Psychothriller schätzen, ist dieser Roman eine absolute Empfehlung.
- Chris Carter
Der Vollstrecker
(1.011)Aktuelle Rezension von: SBADieses Buch überzeugt erneut mit einer packenden Handlung, die den Leser von der ersten bis zur letzten Seite nicht loslässt. Die Erzählweise ist temporeich und lässt keine Langeweile aufkommen. Besonders hervorzuheben ist die konsequente Thematisierung von Mobbing und Vergeltung, die sich wie ein roter Faden durch die Geschichte zieht. Die Autorin schafft es, die psychologischen Auswirkungen auf die Figuren eindrucksvoll darzustellen und dabei eine bedrückende, aber zugleich spannende Atmosphäre zu erzeugen. Ein intensives Leseerlebnis, das zum Nachdenken anregt und lange nachhallt.
- Peter Stamm
Agnes
(379)Aktuelle Rezension von: AlineCharlyAgnes ist tot. Eine Geschichte hat sie getötet. – Der Einstieg klingt vielversprechend, fast schon unheilvoll. Doch leider kann der Roman dieses Versprechen für mich nicht einlösen.
Die Beziehung zwischen dem Ich-Erzähler und Agnes bleibt über weite Strecken blass und wenig greifbar. Der Erzähler wirkt distanziert und emotionslos und ihre gemeinsamen Gespräche erscheinen künstlich und ohne echte Tiefe. Der nüchterne Stil mag gewollt sein, sorgt aber eher für Langeweile als literarische Intensität. Die Vermischung von Fiktion und Realität hätte spannend sein können, verliert sich jedoch in Vorhersehbarkeit. Viele Szenen wirken austauschbar, es fehlt an echter Dynamik.
Fazit: Kühle Sprache, flache Figuren – Agnes bleibt unter seinen Möglichkeiten.
2 von 5 Sternen
- Audrey Carlan
Lotus House - Lustvolles Erwachen (Die Lotus House-Serie 1)
(251)Aktuelle Rezension von: Gina_1234„Lustvolles Erwachen“ von Audrey Carlan hat mich von der ersten Seite an begeistert. Der Schreibstil ist leicht, fließend und gleichzeitig sehr emotional – genau die richtige Mischung aus Leidenschaft, Tiefe und Unterhaltung. Besonders gut gefallen haben mir die Perspektivwechsel zwischen Genevieve und Trent, die den Figuren Glaubwürdigkeit und Nähe verleihen und das Lesen unglaublich lebendig machen.
Trotz fehlender Yoga-Erfahrung war alles verständlich und hervorragend erklärt: Die Kombination aus spirituellen Elementen, körperlichem Ausdruck und emotionaler Heilung ist so bildlich beschrieben, dass sie Lust macht, selbst Yoga auszuprobieren.
Carlan schafft es, prickelnde Erotik mit einer authentischen, warmherzigen Liebesgeschichte zu verweben – und gleichzeitig inspirierende Gedanken über Selbstvertrauen und körperliches Bewusstsein einzubringen. Ein leidenschaftlicher Wohlfühlroman, der die Sinne anspricht und Lust auf mehr aus der Lotus House-Reihe weckt – von mir klare 5 von 5 Sternen
- Sara Gmuer
Achtzehnter Stock
(227)Aktuelle Rezension von: a_dreamerOh ja, diesen Roman mochte ich sehr. Ein schmales Buch mit kurzen Kapiteln und einem großartigen Schreibstil, der perfekt zur Story und zum Setting passt. Dicke Empfehlung schon einmal vorweg.
Wanda ist Schauspielerin. Leider nicht besonders erfolgreich. Das Geld ist mehr als knapp. Sie ist alleinerziehend. Gemeinsam mit ihrer kleinen Tochter Karlie lebt sie im achtzehnten Stock eines schäbigen Plattenbaus. Sie schlägt sich irgendwie durch. Doch die Luft wird immer knapper. Die Existenzangst wird allgegenwärtig.
Gleichzeitig hat Wanda einen Traum: als Schauspielerin erfolgreich arbeiten und so ihrem alten Leben entfliehen zu können. Plötzlich erhält sie ein verlockendes Angebot und DIE große Chance in der glamourösen Filmbranche. Sie beginnt einen Drahtseilakt zwischen Traum und Wirklichkeit. Zwischen Luftschlössern und Mutterrolle. Zwischen Sehnsucht und Herkunft. Wie viel setzt sie auf's Spiel? Wie weit geht sie?
Ohne zu viel zu spoilern: Das Ende der Geschichte ist ein wenig Hollywood-reif. Aber hej, irgendwie auch Balsam für die Leser-Seele. Und absolut wünschenswert für all die Frauen da draußen, die tagtäglich um ihr Überleben und für Gerechtigkeit kämpfen.
Ich finde die Protagonisten und auch die Handlungsorte sehr authentisch beschrieben. Wanda macht definitiv nicht alles richtig und doch kämpft sie sich durch. Die lockere, freche, direkte Art machen die ganze Geschichte rund. Wisst ihr, der Schreibstil macht bei mir einfach so so so viel aus. Sara Gmuer hat mich gekriegt. Ein sozialkritischer Roman, den ihr unbedingt lesen solltet (wenn ihr es ohnehin nicht schon längst getan habt). Ein Roman, der auch zeigt, dass Zuhause eben da ist, wo die Menschen das Herz am richtigen Fleck haben und nicht dort, wo das Geld regiert. - Nick Cutter
Das Camp
(67)Aktuelle Rezension von: book_cactusMeine Meinung
Der Anfang hat mich sofort begeistert und ich war sofort mitten in der Geschichte gefangen. Das Inselfeeling und dieses «abgeschottet» sein, hat die Spannung nur noch verstärkt, denn was auf diesem, erst harmlosen, «Ausflug» passiert, ist schlimmer als jeder Albtraum.
Der Autor beschreibt jede noch so grausige Szene im kleinsten Detail – es bleibt einem nichts erspart. Ein extrem fesselnder Pageturner bis zur letzten Seite, der mich noch lange verfolgt hat.
Nichts für Menschen mit Wurm- oder Schlangenphobie! Und auch ansonsten wirklich sehr eklig!Meine Bewertung
Ich gebe dem Buch 5 von 5 Sternen. - Sabine Thiesler
Der Keller
(134)Aktuelle Rezension von: M__E__U_Als ausgesprochener Fan dieser Autorin empfinde ich dieses Buch definitiv nicht als ihr bestes.
Es liegt irgendwo in Teilen zwischen Groschenroman und hervorragendem Thriller und Psychogramm der Protagonist:innen - zumindest nach meinem Empfinden wechselte es immer wieder zwischen diesen Qualitäten hin und her.
Manche ausschweifende Beschreibung der skurrilen Biographien wäre mE in dieser epischen Breite nicht notwendig gewesen.
Dennoch konnte ich mich nicht dem Sog der Geschichte entziehen - ich habe es als Hörbuch beim Autofahren "konsumiert".
Die toskanischen Betrachtungen sind definitiv immer wieder ein Gewinn in ihren Büchern.
Allerdings würde ich dieses Buch nicht als das Highlight ihrer Reihe empfehlen.
- Christian Handel
Rowan & Ash - Ein Labyrinth aus Schatten und Magie
(205)Aktuelle Rezension von: Tina-IsabelleMeine Meinung
Hmm.... Die ersten 2/3 des Buches fand ich klasse.
Wir haben hier ein Mittelaltersetting mit etwas Magie.
Rowan wird vorgestellt. Dieser ist ein liebenswerter junger Mann von 17 Jahren und seit seinem 3. Lebensjahr mit der Kronprinzessin verlobt. Allerdings steht Rowan auf Männer, nur weiß das keiner und es darf auch keiner wissen, da diese Welt sehr konservativ eingestellt ist.
Rowan trifft auf Ash, den er schon 1 Jahr vor der Haupthandlung kennengelernt hat und der ihn jetzt, kurz vor der Hochzeit, gehörig durcheinander bringt.
Rowans Gedanken, seine Sehnsucht nach Ash und zugleich seine Pflicht gegenüber seinem Vater, seiner Verlobten und seinem Land, werden gut beschrieben. Der Zwiespalt indem sich Rowan hier befindet - achja... ich hab' richtig mitgelitten.
Dieser Teil der Geschichte hat mich überzeugt.
Der Fantasyanteil jedoch, der vor allem im letzten Drittel eine Rolle spielt, hat mich leider nicht so ganz überzeugt. Allerdings hätte ich da noch leicht darüber hinwegsehen können, wenn nicht der Schluss gewesen wäre... Für mich ist das kein Ende. Es fehlt noch so viel. Rowans Gedanken die den Großteil des Buches einnehmen, werden am Ende überhaupt nicht mehr thematisiert. Und das ist für mich eigentlich der Kern der Geschichte: Wie gestaltet sich das Leben zweier Menschen, die in dieser konservativen Gesellschaft ihr Glück finden wollen? Was sind die Konsequenzen? Die Reaktionen? All das worauf Rücksicht genommen wurde?
Die Geschichte endet für mich alles andere als rund. Auch hätte ich gerne Ashs POV gelesen, da manche Entscheidungen von ihm nicht ganz nachvollziehbar sind.
Alles in allem war es aber eine schöne Geschichte, die ich gern gelesen habe.
Fazit
Schöne queere Jugendgeschichte, der ein zweiter Band gut getan hätte. - Heinz Strunk
Der goldene Handschuh
(308)Aktuelle Rezension von: AtschiBIch habe vor längerer Zeit den Film gesehen und er geht mir nicht aus dem Kopf. Eher angewidert von der Perversion des Frauenmörders in Hamburg, wollte ich nun doch das Buch lesen. Heinz Strunk beschreibt in bisweilen sehr derber Sprache das Leben und die Gedanken des Frauenmörders Fritz Honkas sowie das seines sozialen Umfeldes und gibt Einblicke das Leben der Familie von Dohren. Das perverse Innenleben des Protagonisten wird teilweise in äußerst vulgärer Sprache dargestellt. Das ich im Film schon abartig und ist im Buch nicht anders. Ich hatte bisweilen Probleme zwischen den verschiedenen Handlungslinien unterscheiden obwohl ich den Film kenne. Der Autor nimmt den Leser mit nach St. Pauli der 70er Jahre, in die Kneipe ‚Zum goldenen Handschuh‘, wo sich Alkoholiker, Zuhälter und Prostituierte treffen. Es ist eine beeindruckende und verstörende Darstellung eines Milieus der völligen Verwahrlosung, in dem keinerlei Hemmungen und Anstand mehr existieren. Honkas Wohnung, wo es vergammelt riecht und unsagbar dreckig ist, in eine Welt, die einem buchstäblich den Atem nimmt und einen mit Schrecken erfüllt. Die gesamte Atmosphäre im Buch erdrückend, düster, verstörend und bisweilen einfach nicht auszuhalten.
- Ezekiel Boone
Die Brut - Sie sind da
(239)Aktuelle Rezension von: _jamii_Etwas lebt. Und es vermehrt sich rasend schnell. Am Amazonas stirbt eine Wandergruppe. Kurz zuvor war ein merkwürdiges Summgeräusch zu hören. In Indien schnellen die Seismographen in die Höhe, doch es folgt kein Erdbeben. In China wird eine Atombombe gezündet. Angeblich versehentlich. In Minneapolis stürzt ein Flugzeug vom Himmel. Im Wrack findet Agent Mike Rich eine verbrannte Leiche aus der etwas Schwarzes kriecht. Biologin Melanie Guyer erhält in Washington eine FedEx-Sendung. Ein mysteriöser Fund von den Nazca-Linien. Nervenzerrende Spannung – Sie werden das Atmen vergessen!
Der Schreibstil ist meistens gut, manchmal aber nicht ganz so konsistent und ein bisschen seltsam. Man findet aber sehr gut ins Buch. Es werden sehr viele verschiedene Perspektiven und Charaktere geschrieben. Nur von einigen wenigen verfolgt man die weitere Geschichte, alles andere ist ein bisschen lückenfüllend. Die eine oder andere solche Szene mag durchaus sinnvoll sein, hier fand ich es aber ein bisschen zu überbordend und verwirrend.
Die Beschreibung der Spinnen, wie sie sich bewegen und schlüpfen und auch fressen ist sehr detailliert und ganz bestimmt nichts für schwache Nerven. Die Spinnen verbreiten sich immer schneller, so wird die Geschichte immer rasanter.
Viel mehr passiert dann aber eigentlich auch nicht, es ist eher der Aufbau zur Hauptgeschichte, die wohl in Teil zwei stattfinden wird. Somit wirkt dieser Teil manchmal ein bisschen langatmig.
Guter Start, nichts für schwache Nerven.
- Richard Laymon
Die Insel
(254)Aktuelle Rezension von: beautiful_world_of_booksDer 18-jährige Rupert wird von der Familie seiner Freundin zu einem Bootsausflug eingeladen. Doch die Jacht explodiert und kurz danach wird einer von ihnen ermordet aufgefunden. Alles deutet darauf hin, dass die Explosion kein Unfall war und sie sich auf der abgelegenen Insel alle in Lebensgefahr befinden.
Rupert erzählt die Geschichte, indem er die Ereignisse in seinem Tagebuch festhält. Diese Erzählperspektive hat mich total gefesselt. Laymon verzichtet auf ausufernde Beschreibungen und fokussiert sich auf das Wesentliche. Brutale Szenen dagegen werden recht detailliert beschrieben. Auch die Körper der weiblichen Figuren sind immer wieder das Thema schlechthin für den Protagonisten. Ansonsten wirken die Charaktere ziemlich oberflächlich und handeln teilweise sehr merkwürdig, was mich öfter mal zum Schmunzeln gebracht hat. Die rasante Entwicklung des Geschehens mit zahlreichen Wendungen hat von der ersten bis zur letzten Seite für enorme Spannung gesorgt. Da auch sexuelle Gewalt eine große Rolle spielt, gilt das Buch sicherlich schnell als grenzüberschreitend und geschmacklos. Für mich war dieser Thriller eine ganz neue Erfahrung und Unterhaltung pur!
- Richard Laymon
Das Inferno
(104)Aktuelle Rezension von: Thommy28Einen kurzen Blick auf das Geschehen ermöglicht die Kurzinfo hier auf der Buchseite. Meine persönliche Meinung:
Laymon - man liebt ihn, oder man hasst ihn....! Dieses Buch ist mal wieder typisch dafür. Wie schon in der Überschrift bemerkt gibt Isa kaum eine Grausamkeit, die der Autor auslässt. Dazu kommen die vielen sexuellen Anspielungen - da wippen haufenweise die Brüste vor den sabbernden Augen der Figuren. Es gibt viele verschiedene Handlungsstränge, die erst zum Finale hin zusammenlaufen. Logik sucht man hier vergebens - aber wer will schon Logik, wenn man einen Laymon liest.
Das Buch hat mir wieder sehr gut gefallen. Aber nach zwei Büchern des Autors in Folge ist jetzt erstmal eine längere Pause angesagt. Von dem Trip muss man dann erstmal wieder runterkommen.....!
- Sam Feuerbach
Der Totengräbersohn: Buch 4
(36)Aktuelle Rezension von: Julia_Kathrin_MatosNüchtern betrachtet, ist die Handlung nicht außergewöhnlich innovativ oder komplex und die charakterliche Ausgestaltung der Figuren auch nicht sonderlich tiefschürfend. Und doch stürmt Sam Feuerbach die Bestsellerlisten und begeistert auch mich. Warum bloß? Ich denke, seine Werke sind einfach wunderbar flüssig zu lesen, entführen in greifbare mittelalterliche Fantasiewelten und bestechen durch authentischen und megalustigen Wortwitz. Herausstellungsmerkmal bei der Krosann-Saga bildet die Auftragsmörderin, beim Totengräbersohn die Kommunikation mit dem Dämon Ekel. Beide mit tollem trockenem Humor und dem unterschwellig hervorblitzenden Herzen am richtigen Fleck. Ähnlich gestaltet es sich bei den zusammen mit Thariot geschriebenen Thriller-Trilogien. Alles Highlights in meinem Leseleben.
Einen Stern ziehe ich diesmal ab, weil ich zum Abschlussband ein paar Kritikpunkte habe.
*** Achtung, SPOILER voraus.
Dass Farin als Knappe seinen Ritter immerzu als Deppen dastehen lässt, wurde mir zu viel. Einige Szenen wirkten langgezogen oder ohne großen Nutzen. Beispielsweise die Szene mit dem Zerschmettern des Schildes. Demgegenüber kommt das Ende zwar durchaus schlüssig, aber sehr abrupt, insbesondere was die Zerschlagung der Nekorer angeht. Die aufkeimende Liebe wirkt zu oberflächlich. Niedlich, aber nicht richtig überzeugend. Vergeblich blieb mein Wunsch auf einen großen Moment der Nebenfiguren, z. B. Plaudius. Und irgendwie hatte ich insgeheim darauf gehofft, dass Farin eine stärkere Persönlichkeitsentwicklung durchmacht, nicht mehr den Hinterwäldler und Deppen mimt und es tatsächlich er wäre, der über sich hinauswächst und dem Ekel letztendlich Tribut zollen muss, anstatt dass dieser ständig überall für die Heldentaten verantwortlich ist.
SPOILER-Ende ***
Nichtsdestotrotz: Es war sehr spannend und ich habe mit Farin, Ekel, Aross und Ki mitgefiebert. Die sprachliche Ausgestaltung, insbesondere der Schlagabtausch zwischen Farin und Ekel, war hammerlustig.
Ich fühlte mich super unterhalten, obwohl Mittelalter-Fantasy derzeit nicht mein bevorzugtes Genre ist.
Ein neues Werk dieses Genres hat Sam Feuerbach angekündigt, außerdem ein neues Gemeinschaftswerk mit Thariot, diesmal im Genre Urban Fantasy. Ich bin gespannt. - Rose Snow
8 Sinne - Band 1 der Gefühle
(223)Aktuelle Rezension von: TanteGhostGefühle sind nicht immer einfach zu handeln, wenn sie dann noch gegensätzlicher nicht sein können und pur existieren ...
Inhalt: Lee erwacht in einem seltsamen Raum, ohne Wissen über ihr vorheriges Leben, ohne zu wissen, was man jetzt genau von ihr erwartet oder mit ihr vorhat. - Eine Schriftrolle gibt ihr Erleuchtung.
Lee trifft schnell auf Ben und gemeinsam befinden sie sich in der Welt der Gefühle. Ben ist ein Ekelträger und macht seinem Namen alle Ehre.
Die Prüfungen sind alles andere als einfach und es gibt acht Begabte, welche die Prüfung gewinnen wollen.
Doch Ben und Lee werden durch einen Zauber unfreiwillig aneinander geheftet, können immer weniger Abstand voneinander haben und müssen, ob sie wollen oder nicht, zusammenarbeiten. Zu allem Überfluss sind sie auch in das Visier eines wirklich gefährlichen Ordens gekommen und müssen ihm entkommen.
Fazit: Ich habe mir damals, das weiß ich noch, alle 10 Bände dieser Reihe auf einmal gekauft. Zum einen waren sie günstig und zum anderen hat mich das schon irgendwie verspielte Cover irgendwie neugierig gemacht. Ich bin dann also komplett unbedarft und ohne jede Erwartung an das Buch herangegangen. Wollte einfach nur mal sehen, was das für ein Abenteuer werden sollte.
Es ging direkt mal in die Handlung und in die Welt rein. Ohne große Erklärung flog einem erst einmal die komplette Fantasie um die Ohren. Das war zum einen der Weltenbau mit einer Höhle voller seltsamer Erscheinungen und dann aber auch das, was die Protagonistin schon gleich am Anfang erwähnt. - Es wurde nichts erklärt. Man war als Leser gezwungen, sich mit der hier gegebenen Welt zu arrangieren und auf spätere Aufklärung zu hoffen, oder das Buch direkt zur Seite zu legen.
Ich kam mir jedenfalls zunächst einmal vor, als würd eich hier eine Drogenfantasie durchleben, was ich hier alles gelesen habe. - Ist es nicht so, dass Gefühle jeglicher Art durch Drogen verstärkt werden können?! Genau so kam ich mir vor. Eben so, als wenn die Protagonistin hier einen Drogentrip durchläuft. Nur ist sie eben das ganze Buch über nicht aufgewacht davon.
Ben und Lee haben wirklich zwei komplett unterschiedliche Charaktere. Es MUSS förmlich zu Reibereien und Missverständnissen kommen. - Allerdings ist mir Ben, auch wenn er ein Ekelträger sein soll, mitunter wirklich viel zu anzüglich und übertrieben vorgekommen. Wenn der mal in Fahrt war, hatte ich das Gefühl, dass er es wirklich auf Ärger anlegt und den förmlich haben will. Im Endeffekt war er in meinen Augen ein armes Würstchen, dass Lee mit aller Gewalt das Geld aus der Tasche ziehen will, welches sie durch Zufall besitzt. Und sie lässt es auch noch mit sich machen. - Keine Ahnung, wer hier wen und warum ausgenutzt hat.
Die Beiden machen sich auf den Weg, um ihr gemeinsames Ziel zu erreichen und kommen dabei in der Welt der Emotionen sehr gut rum. - Hier ist mir wieder der Weltenbau ins Auge gestochen. In jedem Fall haben die Autorinnen hier jede Menge Fantasie bewiesen. Auf diesen Ort, die Begebenheiten da und dieses ganze Gefühlsgedöns muss man auch erst einmal kommen.
Das Ende war auf der einen Seite abgeschlossen, aber eben auch irgendwie offen. - Logisch, es folgen noch 9 weitere Bände, die auch ihre Käufer brauchen. Man darf also gespannt sein, was da noch so kommt.
Rose Snow ist ein Pseudonym. Dahinter stecken gleich zwei Autorinnen, die ihre Bücher zusammen schreiben, in Österreich leben und sich aufgrund des besseren Klangs eben Rose Snow nennen. - Ein eigentlich unwichtiger Fakt, aber zumindest wollte ich es mal erwähnt haben.
Es handelt sich bei dieser Reihe auf jeden Fall um Fantasy und in diesem ersten Band blieben viele meiner Fragen noch unbeantwortet. - Trotzdem, auf der einen Seite war ich schwer begeistert von dem Stoff, auf der anderen Seite aber auch wieder nicht. Die ganze Zeit hatte ich hier eine unterschwellige Angst, dass die Handlung noch in die krasseste Romantasy ever abrutscht, was sie bisher aber nicht getan hat.
Der Schreibstil war locker und gut verständlich, der Stoff selber nicht für knallharte Realisten. Man muss sich hier schon ganz bewusst darauf einlassen, dass man hier etwas liest, was wirklich komplett an den Haaren herbeigezogen ist. Das bedeutet aber eben nicht, dass es kompletter Bullshit ist. Irgendwie kann man durch den Inhalt hier noch einiges über Gefühle und den Umgang damit lernen. - Ich bin gespannt, wo mich die Reise hier noch hinführen wird.
In jedem Fall mal ein gelungener Auftakt in eine Reihe, von der ich im Vorfeld noch nie etwas gehört habe. Eine Leseempfehlung muss ich dann aber leider etwas einschränken, denn man muss sich hier schon zu einhundert Prozent auf die pure Fantasy einlassen.
- Metin Dogru
Pflegers Diary
(22)Aktuelle Rezension von: trollchenPflegers Diary
Herausgeber ist Edition Michael Fischer / EMF Verlag und hat 224 Seiten.
Kurzinhalt: Wenn Metin nach Feierabend mal wieder an seine Kühlschranktür klopft, weiß er, dass an diesem Tag sehr viele Patient*innen nach ihm gerufen haben – Er ist Krankenpfleger durch und durch, und ohne diese Leidenschaft geht das in seinen Augen auch gar nicht. Denn das kaputtgesparte Gesundheitssystem, der stressige Klinikalltag und die mangelnde Wertschätzung machen seinen Job zu einer Herausforderung.
Doch die Patient*innen stehen immer an erster Stelle und das Team hält zusammen. Metin kennt sie alle: die kratzbürstige Schwester Rabiata, ihre Kollegin Uschi, die gute Seele der Station, oder die jungen Auszubildenden, die angesichts des täglichen Wahnsinns versuchen, nicht durchzudrehen. Sie alle entscheiden sich jeden Morgen aufs Neue dafür, ihrem Beruf mit Professionalität und Engagement nachzugehen.
In seinem ersten Buch erzählt Metin (@ metinlevindogru) von einem Berufsalltag zwischen Hoffnung und Verzweiflung, von berührenden Schicksalen und urkomischen Momenten. Seine Geschichten machen deutlich, was schiefläuft, aber zeigen auch, warum Metin trotz allem nicht aufgibt – für uns alle.
Meine Meinung: Ich wollte dieses Buch unbedingt lesen, weil ich den Metin Degru auf den sozialen Medien ihn folge und ich finde, es hat Hand und Fuss , was er erzählt über die Pflege. Das Buch beschreibt die einzelnen Fazetten der pflege, mit denen wir täglich zu kämpfen haben , aber es zeigt auch von ihm die verschiedenen Gesichter, ob es nun Schwester Rabbiata ist ( die ich sehr gern habe, weil ich auch so in etwa bin) oder Schwester Uschi, jeder hat seine Berechtigung in der Pflege zu arbeiten. Ich finde ihn einfach sehr ehrlich und er beschreibt auch nicht nur die negativen seiten des pflegealltags, sondern auch die positiven. Das Buch ist sehr unterhaltsam geschrieben und man kann sich gut damit identifizieren, wenn man in der Pflege arbeitet.
Mein Fazit: Ein tolles Buch über den Pflegealltag, der humorig und unterhaltsam geschrieben wurde. Ich werde ihn auf jeden fall weiter folgen und hoffe, dass er noch viele gute Jahre in der Pflege hat. Ich vergebe 5 Sterne und kann das Buch jedem empfehlen.
- Janine Binder
Seine Toten kann man sich nicht aussuchen
(42)Aktuelle Rezension von: HoldenJanine B. berichtet von ihrem Einstieg bei der nordrhein-westfälischen Polizei und wie sie sich zur erfahrenen Kommissarin mauserte, und überraschend humorvoll scheint es auf deutschen Polizeiwachen zuzugehen. Ein abwechslungsreicher und spannender Beruf, den bestimmt nicht jeder machen kann, ich wüsste zB nicht, ob ich mich bei Beleidigungen und verbalen Angriffen so gelassen die Ruhe bewahren würde. All Cops Are Beautiful! Bitte unbedingt mehr "Hühnerstreifen", und die Sache mit den "neune Möpsen" hätte ich mir überlegt. Einige Geschichten erinnerten mich an meine Zivizeit als Krankenwagenfahrer, die Polizei hieß bei uns damals "Werder Bremen" und "Tanzverein Grün-Weiß". Wäre es nicht mal wieder Zeit für weitere Einsatzgeschichten, Frau B.?
- Sam Feuerbach
Der Totengräbersohn: Buch 1
(106)Aktuelle Rezension von: HollabeereFarin ist der Sohn des Totengräbers im beschaulichen Dorf Haufen. In seinem Leben ist noch nicht viel passiert: er bereitet die Toten auf, begräbt sie, schmachtet heimlich die Tochter des Dorfschulzen an und wird von allen anderen gemieden. Doch dann stirbt die Dorfhexe Gerlunda und Farin ist plötzlich besessen von einem Dämon. Dann taucht auch noch ein Ritter im Ort auf und sucht nach Gerlundas Amulett, Farin glänzt mit seiner raffinierten Beobachtungsgabe und wird kurzerhand von Ritter Emichos Handlangern auf die Burg Sturmwacht entführt. Als plötzlicher Knappe kann er nicht mit Schwertfähigkeiten aufwarten, doch er klärt die Umstände am Tod seines Vorgängers auf.
Währenddessen schlägt sich Aross Schlammfuß, Königin der Ratten, das Waisenmädchen durchs Leben. Die Heimleiterin verprügelt sie regelmäßig, doch Aross lernt die Hexe Didiweis kurz vor deren Hinrichtung kennen und erhält deren Schutz. Mit der Macht der Ratten kann sie sich gegen die Leiterin behaupten. Auf ihrer Flucht kommt sie in denn Genuss bedingungslose Hilfsbereitschaft.
Das Buch besteht quasi aus zwei Geschichten aus Sicht der Hauptcharaktere und noch einer Nebengeschichte aus der Vergangenheit aus Sicht des Ritters Vigo. Der Schreibstil ist etwas plump und wenig beschreibend, aber es passieren viele interessante Dinge. Ich bin sehr darauf gespannt, wie und wann die Handlungsstränge von Aross und Farin mit einander verwoben werden.
- Robert Scheer
Pici: Erinnerungen an die Ghettos Carei und Satu Mare und die Konzentrationslager Auschwitz, Walldorf und Ravensbrück
(42)Aktuelle Rezension von: pardenEIN PERSÖNLICHES MAHNMAL...
Robert Scheer liebte seine Großmutter. Dies ist an und für sich nichts Besonderes, doch eigentlich ist es ein Wunder, dass es den Autor überhaupt gibt. Denn eigentlich hätte seine Großmutter Pici nicht überleben, nicht heiraten und keine Familie gründen dürfen. Denn dies war der Plan von Hitler und seinen Schergen. Doch als einzige ihrer weitverzweigten jüdischen Familie überlebte Pici ("die Kleine") seinerzeit die Gräuel des Holocaust.
"Die Weisen sagen, das Ziel des Lebens sei das Leben selbst. Dem folgend habe ich das Ziel erreicht. Denn ich lebe noch." (S. 56)
Zum 90. Geburtstag seiner Großmutter beschloss Robert Scheer, diese nach ihren Erlebnissen zu befragen, damit ihr Zeugnis bewahrt bleibt. Und wo Pici jahrzehntelang geschwiegen hat, öffnete sie sich ihrem Enkel gegenüber und gab Auskunft über helle und dunkle Jahre ihrer Vergangenheit.
Die ersten zwei Drittel des Buches erzählen von Picis Familie und ihrer Kindheit in Rumänien. Dort wohnte die Familie ungarischer Juden und lebte vom Holzhandel des Vaters. Arm, kinderreich, aber zufrieden, so wie viele andere Menschen der kleinen rumänischen Stadt auch. Als etwas langatmig habe ich diese Schilderungen zeitweise empfunden, aber andererseits als durchaus legitim - holte sich Pici auf diese Art noch einmal alle Mitglieder iher großen Familie in ihre Erinnerung zurück, alle in den Jahren des Holocaust ums Leben gekommen.
Die schlimmen Erlebnisse Picis nach dem Verlust ihrer Heimat in den 40er Jahren nach der Machtergreifung Hitlers nehmen entsprechend etwa ein Drittel des Buches ein. Die Vertreibung ihrer Familie aus der kleinen rumänischen Stadt, die Erfahrungen im Ghetto, die Deportationen in verschiedene Konzentrationslager, die Kälte, die Hitze, der Hunger, die Unmenschlichkeit, die Angst, die Krankheiten, das Trauma, der Tod - Dinge, über die es sicher auch nach 70 Jahren noch schwerfallen dürfte zu sprechen.
Was mich bei der Lektüre verblüffte, waren die großen Erinnerungslücken Picis, die viele schreckliche Erlebnisse und Details ausgeblendet zu haben scheint.
"Und auch für die folgenden Zeiten gibt es solche kleinen Momente, die völlig in meinem Gedächtnis fehlen, aber nicht so, dass ich sie nach Jahren vergessen hatte, sondern so, als hätten sie nichts mit mir zu tun gehabt. Vielleicht, weil mein Verstand dies alles nicht nachvollziehen konnte und von sich wegschob..." (S. 90)
Entsprechend rudimentär erscheinen denn auch teilweise die Erinnerungen, Spotlights der Schrecken, wobei die Schilderungen selbst nahezu nüchtern erscheinen. Dennoch kommt das Grauen beim Leser an, die Bilder lassen sich ncht verdrängen, die Unfassbarkeit der Erinnerungen bricht sich Bahn. Zahlreiche in den Text integrierte Fotos (viele aus dem Privatbesitz des Autors) unterstreichen das Geschriebene, geben dem Erzählten ein Gesicht und verankern das Grauen in der Realität.
Der Schreibstil ist einfach, erinnert zeitweise an einen ungeübten Schulaufsatz. Doch vieles ist in wörtlicher Rede wiedergegeben und dokumentiert so eher das Gespräch zwischen dem Enkel und seiner Großmutter Pici als dass es literarisch aufgearbeitet ist. Dieses Stilmittel der wörtlichen Rede unterstreicht in meinen Augen die Authentizität der Erzählung.
Neben den bereits erwähnten Fotos gibt es - vor allem in dem vielseitigen Anhang - auch zahlreiche Kopien von alten Briefen, Dokumenten und Listen, die die Erinnerungen Picis in Raum und Zeit des Holocaust verankern. Hier hätte ich mir eine bessere Qualität der Darstellung gewünscht, denn viele der genannten Quellen waren durch eine blasse und verschwommene Kopie für mich tatsächlich kaum leserlich, was ich wirklich bedauerlich fand.
Robert Scheer hat mit diesem Buch nicht nur seiner geliebten Großmutter ein Denkmal gesetzt, sondern mit Picis Erinnerungen auch ein persönliches Mahnmal geschaffen. Ein Buch 'Gegen das Vergessen', das sehr persönliche Einblicke gewährt.
© Parden























