Bücher mit dem Tag "elegie"

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5 Bücher

  1. Cover des Buches P. Ovidius Naso: Tristia (ISBN: 9783825311780)
    Georg Luck

    P. Ovidius Naso: Tristia

    (1)
    Aktuelle Rezension von: Admiral
    Liebende ertragen Strapazen wie Soldaten oder hämmern in Verzweiflung auf die Türen ihrer Angebetenen ein. Männer sollen sich ihre Herzdame erobern und Frauen sollen sich sich (vom Richtigen) aufreißen lassen. So kennen wir Publius Ovidius Naso. Humorvoll, locker, bildhaft, redegewandt und manchmal etwas obszön. Doch hier in dem Werk "Tristia" (etwa 8-12 n.Z.) tritt uns ein anderer Ovid entgegen. Denn im Jahre 8 wurde Ovid nach Tomis, einer Stadt (?) am Schwarzen Meer, relegiert, heißt verbannt. Und das hat ihn innerlich und äußerlich scheinbar zerbrochen.

    Denn 8 n. Z. wurde Ovid aus unbekannten Gründen aus Rom verbannt. Evtl. weil Ovid ein Werk geschrieben hat, dass junge Männer und Frauen zu sexueller Freizügigkeit aufrief (Ars Amatoria), evtl. weil Ovid von einer Affäre Iulias (Enkelin des Kaisers Augustus) mitbekommen hat, evtl. wissen wir es einfach nicht mehr. Denn sogar Ovid selbst spricht hier in seinen Tristia sehr wirr und widersprüchlich über die Verbannungsursache. Eins seiner Themen ist nämlich die immer wiederkehrende Klage über seinen Fehler und Irrtum ("error et carmen", ein beliebtes Zitat. Oft benutzt). Doch variiert die Konstellation. Mal macht er ganz klar seine Kunst (= Liebeskunst = Ars Amatoria) dafür verantwortlich, an anderen Stellen sagt er, dass definitiv noch was dahinter lag. Doch scheint er auch zu wissen, dass es für ihn kein Zurück mehr gibt. Trotzdem versucht er in anderen Briefen den Kaiser zu erweichen. Heute wissen wir, dass es nicht geklappt hat. Briefe übrigens ? Ja, Briefe. Die Tristia sind in 5 Büchern sortierte poetische Kunstbriefe mit verschiedenen Themen mit jeweils etwa 10 Briefen pro Buch. Nur das 2. Buch ist ein einzelner Brief, der eine Art Rechtfertigung oder Verteidigung ist. Andere immer wieder auftauchende Themen sind Ovids in Rom zurück gebliebene Frau. Diese solle sich nämlich nicht schämen, einen Verbannten zum Mann zu haben, und die er liebt und auf deren Treue er baut. Doch weiß er (um zu sich selbst ehrlich zu sein) gar nicht, was in Rom geschieht. Trotzdem versucht er es sich vorzustellen und lässt vor seinem geistigen Auge (heißt in einem der Briefe) auch mal einen Triumph zu Ehren Augustus' ablaufen. Andererseits personifiziert er auch mal einige seiner Briefe und schickt sie nach Rom, um wenigstens durch sie in Rom präsent sein zu können.

    Doch ein anderes Thema scheint sich durch alle 5 Bücher durchzuziehen: das Jammern und Klagen über das eigene schlimme Schicksal. Fast alle Freunde haben ihn verlassen, der Treue seiner Frau kann er sich nicht ganz sicher sein, die Reise war furchtbar, der Verbannungsort ist schlimmer als der Tod und er verliert allmählich den Bezug zur römischen Sprache und Kultur.

    Natürlich ist nicht GANZ klar, ob das alles biographisch zu verstehen ist (ihr kennt ja bestimmt noch aus dem Deutsch-Unterricht, dass das lyrische Ich nicht immer mit dem Autor gleichsetzbar ist: eine leidige Frage <.<) oder ob vieles stilisiert ist. Vieles wird gewiss übertrieben sein.


    Trotzdem finde ich (nun mein Fazit) die 5 Bücher irgendwie... faszinierend. Sie haben was. Methodisch erinnert es mich etwas an Ciceros Gespräche in Tusculum. Beide versuchen in diesem jeweiligen Werk eine schlimme Situation zu verarbeiten. Nur geht Ovid nicht philosophisch vor, sondern wühlt sich in Selbstmitleid. Oft baut er mythische Elemente ein, wie dass es ihm noch schlimmer als Odysseus ergeht, weil Odysseus nicht den höchsten Gott gegen sich hatte (im Gegensatz zu Ovid), wenigstens ein paar Götter auf seiner Seite wusste (im Gegensatz zu Ovid) und irgendwann glücklich nach hause zurück kehrt (im Gegensatz zu Ovid). Altbekannte Vergleiche baut er sprachlich interessant ein (die Verbannung schlug wie ein Blitz auf ihn ein) und zeichnet ein bemerkenswertes Bild seines eigenen Verfalls (zB emotional und sprachlich).


    Wirklich interessant.

  2. Cover des Buches Wie schreibe ich ein Gedicht? (ISBN: 9783150202944)
    Dirk von Petersdorff

    Wie schreibe ich ein Gedicht?

    (1)
    Aktuelle Rezension von: Minje
    "Wie schreibe ich ein Gedicht" von Dirk von Petersdorff erschien 2013 im Reclam Verlag.

    Inhalt
    Das Buch enthält 11 Kapitel. Stück für Stück für der potentielle Lyriker mit der Thematik vertraut gemacht.

    Meinung
    Struktur
    Das Buch ist toll strukturiert, alles ist logisch aufgebaut. Außerdem findet auch Wiederholung statt, beinah zwangsläufig. So taucht bei Gedichtformen wieder die Thematik Kreuzrein/ Paarreim auf. Ist man schon länger raus aus dem Schulbetrieb, so sind das Sachen, die man total vergessen hat und da bin ich dankbar für Wiederholung, da sich so manches am besten festigt.
    Übungen
    Das Buch enthält insgesamt 50 Übungen. Die Übungen befinden sich nicht am Ende des Buches, sondern, immer da, wenn es gerade passt. Wird z.B. eine Ballade erklärt, liest man plötzlich:"Schreiben Sie doch nun mal selber eine." Und man ist überrascht, was man alles zustande bringt, wenn man nur will...
    Das Buch ist gut verständlich geschrieben. Es arbeitet auch mit vielen Beispielen, das finde ich schön.
    Am Ende des Buches findet der willige Leser eine Fülle von Literaturhinweisen. Vieles habe ich mir markiert und eine ganze Liste erstellt, was ich noch über Lyrik lesen möchte.

    Fazit
    Ein tolles Buch für den Einstieg. Die wichtigsten Grundlagen werden erklärt.
  3. Cover des Buches Duineser Elegien (ISBN: 9783847298144)
    Rainer Maria Rilke

    Duineser Elegien

    (7)
    Aktuelle Rezension von: Trishen77

    "Denn Bleiben ist nirgends."

    Zehn Jahre sind eine lange Zeit, um zehn Gedichte zu schreiben, auch wenn sie etwas länger sind, als das klassische Durchschnittsgedicht. Und man spürt die lange Zeit in jeder Zeile; ja, es ist, als würden uns tatsächlich diese zehn Jahre ansprechen und deshalb ist Eines für die Elegien wichtig zu wissen: Die Zeile, die gestern noch die unverhüllten, verwegensten, endlich wieder gefundenen Bilder und Gefühle hervorrief, kann morgen wieder von einer anderen abgelöst werden. Jeder wird in diesen Gedichten seine ganz persönlichen Zeilen finden, aber jeder wird auch jede dieser Hymen jedes Mal neu lesen - ein Versprechen, dass ich geben kann.

    "Schmeckt denn der Weltraum, in den wir uns lösen, nach uns?

    Liebende könnten, verstünden sie's, in der Nachtluft
    wunderlich reden. Denn es scheint, dass uns alles
    verheimlicht. Siehe, die Bäume sind; die Häuser
    die wir bewohnen, bestehn noch. Wir nur
    ziehen allein vorbei wie ein luftiger Austausch.
    Und alles ist einig uns zu verschweigen, halb als
    Schande vielleicht und halb als unsägliche Hoffnung."

    "Und plötzlich in diesem mühsamen nirgends, plötzlich
    die unsägliche Stelle, wo sich das reine Zuwenig
    unbegreiflich verwandelt -, umspringt
    in jenes leere Zuviel."

    Auch wenn es um den Inhalt geht, könnte man fast nur leere Worte für sich einnehmen: Tod, Leben. Erfüllung, Wunsch und Glück. Lieben, Liebe, Liebste. Viele wahre Worte, die aber nicht in die Tiefe der mehr als zweideutigen Elemente von Rilkes Lyrik dringen.
    Doch zwischen allem scheint ein Ding immer wieder durch: die rilkische Kunst, das Unsagbare zu sagen. Die Poesie, das Leben kurz in allem zu spiegeln, etwas einzufangen, was eine Verbindung zum Leser schafft. Darin liegt auch Rilkes Wunsch, denke ich, dem Menschen zu zeigen, dass wir sind, mehr als wir glauben, stets.

    "Denn eine Stunde war jeder, vielleicht nicht,
    ganz eine Stunde, ein mit den Maßen der Zeit kaum
    Messliches zwischen zwei Weilen -, da sie ein Dasein
    hatte. Alles. Die Adern voll Dasein."

    Und (dies gerade für die, die meinen es sei nichts Handfestes in dieser Dichtung):

    "Nur wir vergessen so leicht, was der lachende Nachbar
    uns nicht bestätigt oder beneidet. Sichtbar
    wollen wirs heben, wo doch das sichtbare Glück uns
    erst zu erkennen sich giebt, wenn wir es innen verwandeln.

    Nirgends, Geliebte, wird Welt sein, als innen."

    Man kann sich ein Leben lang immer wieder mit diesen Dichtungen beschäftigen. Was sie vor allem vermögen - das Zeichnen von Bildern und Zuständen - geht auch im gewissen Sinne auf jeden über, der sie liest (mein Eindruck). So ganz ist nicht zu sagen, warum plötzlich ein geraumer Teil von uns wieder bewusst wird, aber vielleicht meint Rilke das, wenn er sagt "hinaus":

    "Und wir: Zuschauer, immer, überall,
    dem allen zugewandt und nie hinaus!
    Uns überfüllts. Wir ordnens. Es zerfällt.
    Wir ordnens wieder uns zerfallen selbst."

    Am Ende, ist es die melancholische Mischung aus Bejahung, Trost und Einverständnis in alles, was mich an Rilke so berührt. Lang hat er es in diesen zehn Gedichten aufgezogen, doch am Ende reichen sogar vier Zeilen:

    "Siehe, ich lebe. Woraus? Weder Kindheit noch Zukunft
    werden weniger... Überzähliges Dasein
    entspringt mir im Herzen.

    ...irdisch gewesen zu sein, scheint nicht widerrufbar."

    Nein, es ist nicht widerrufbar. Das vermitteln diese wunderbaren Dichtungen.

  4. Cover des Buches ADONAIS - eine Elegie auf den Tod von John Keats. (ISBN: 9783908141884)
  5. Cover des Buches Duino, Rilke und die Duineser Elegien (ISBN: 9783423411455)

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