Bücher mit dem Tag "ellis"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "ellis" gekennzeichnet haben.

18 Bücher

  1. Cover des Buches The Stand - Das letzte Gefecht (ISBN: 9783453438187)
    Stephen King

    The Stand - Das letzte Gefecht

     (760)
    Aktuelle Rezension von: 94momolino

    Trotz des stattlichen Umfangs dieses Buches, hat es mich zu keinem Zeitpunkt gelangweilt. Die Charaktere sind detailliert geschildert, so das man schnell einen Bezug zu ihnen aufbaut. Durch die veschiedenen Handlungen, welche die einzelnen Charaktere durchleben, wird es auch nie langweilig. Für jeden King-Fan ein absolutes muss. Die Stunden, sie man mit lesen verbringt, lohnen sich!

  2. Cover des Buches Flammenbrut (ISBN: 9783499249167)
    Simon Beckett

    Flammenbrut

     (853)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Nachdem ich Tiere von Simon Beckett – ein weiteres rot/weiß Buch – gelesen hatte und wirklich enttäuscht war, habe ich einem zweiten Einzelband im Buddyread eine Chance gegeben. Gleich vorweg: Auch dieses Buch konnte mich nicht begeistern und wir haben sogar einstimmig entschieden, den Buddyread nach nur drei Tagen abzubrechen und die gekürzte Hörbuchversion zu wählen. Im Grunde, wollten wir lediglich wissen wie es nun ausgeht.

    Am besten an diesem Buch war das Cover. Ich mag diesen Stil und habe aus diesem Grund auch alle vier Bücher dieser Art im Regal stehen, ist jetzt eben Deko. Der Erzählstil war eintönig und ich habe keinen Bezug zu den Charakteren gefunden. Es stellte sich als sehr schwer heraus auch nur einen der Charaktere zu mögen. Ich glaube sogar, dass „der Böse“ in dieser Runde den meisten Tiefgang hatte und somit am längsten im Gedächtnis bleiben wird.

    Kate Powell – die Protagonistin – ist meines Erachtens egoistisch, unbedacht und wahnsinnig stur. Sie versucht ihre Ziele durchzusetzen und denkt zu wenig über die möglichen Folgen nach. Im Grunde ist sie einsam und denkt, dass sie mithilfe eines Kindes ein erfüllteres Leben führen wird. Jeder der bei klarem Verstand ist, weiß, dass ein Kind nicht die Lösung für die eigenen psychischen Probleme ist und einen auch nicht aus der Einsamkeit befreien kann. Als alleinerziehende Mutter weiß ich, dass das Leben gerade mit Kind auch sehr einsam sein kann, weil man in einigen Situationen nicht mehr weiter weiß und eigentlich auf Hilfe eines Partners angewiesen ist. Letztendlich ist zusammenfassend zu sagen, dass Kate Powell eine unzufriedene Existenzgründerin und ein frustrierter Single ist, die über ihren betrügerischen Exfreund nicht hinweg kommt.

    Ihre beste (und leider auch einzige) Freundin Lucy ist verheiratet und hat zwei Kinder, sie hält nichts von Kates Entscheidung und das ist meiner Meinung nach ein guter Rat. Aber auch ihr fehlt es manchmal an Einfühlungsvermögen und Sympathie. Ihr Mann Jack wird nur kurz angeschnitten und spielt im Grunde keine tragende Rolle in der Story. Und dann ist das noch Alex Turner – der Samenspender. Ein Psychiater mit einem offensichtlichen Geheimnis. Dass etwas mit ihm nicht stimmte, war von Anfang an klar und das fand ich etwas schade. Man hätte durch ihn mehr Spannung erzeugen können, aber auch hier wurde das eigentliche Potential nicht ausgeschöpft. Da ich an der Stelle nicht spoilern möchte, werde ich mit der Charakterbeschreibung aufhören.

    Das Ende war ebenfalls vorhersehbar und hat keine Überraschungen mehr bereitgehalten. Zwei Herzen gibt es allein für das Profil des Täters, da dieser trotz mangelhafter Beschreibung und größtenteils hervorsehbarer Vergangenheit ein bisschen Interesse geweckt hat, das Buch in gekürzter Variante zu beenden.

    Der Verlag zeigt auf seiner Website folgende zwei Kurzmeinungen: „Absolut lesenswert!“ Rheinische Post und „Überraschend und rasant.“ Ruhr Nachrichten. Natürlich wird der Verlag keine Verriss Rezensionen zeigen, aber das kann ich echt nicht nachvollziehen. Ich bin mir nicht sicher, ob das Buch von so einem großen Verlag herausgebracht worden wäre, wenn es ein unbekannter Autor geschrieben hätte. Aber das werden wir niemals erfahren.

    Ich werde den anderen beiden Büchern sicher irgendwann noch eine Chance geben, aber erstmal bin ich geheilt.

  3. Cover des Buches Der Schwarze Thron - Die Königin (ISBN: 9783764531478)
    Kendare Blake

    Der Schwarze Thron - Die Königin

     (235)
    Aktuelle Rezension von: Mayylinn


    Heute habe ich den zweiten Band von „Der schwarze Thron“ ausgelesen. Tatsächlich ist die Reihe von Kendare Blake nichts, was man zwischendurch lesen kann. Dies liegt weniger am Schreibstil, als viel mehr an der Tatsache, dass es auch im zweiten Band viele Personen und Handlungsschauplätze gibt. Der Leser begleitet die Königinnen Katherine, Mirabella und Arsinoe immer noch in getrennten Storylines, die sich - auch wenn die Jagd aufeinander eröffnet ist - wenig überschneiden. Nach zwei Bänden und knapp 1000 Seiten kennt man sich als Leser zumindest besser auf Fennbirn aus, auch wenn einen immer wieder das Gefühl beschleicht, dass diese Insel ein - zugegebenermaßen - sehr böses Herz hat, das sich am Leid der Königinnen ergötzt. Ich kann garnicht sagen, welche der der Protagonistinnen ich am meisten mag. Ich weiß nur, dass ich immer die Augen verdreht habe, wenn die Handlung nach Greavesdrake Haus zu Katherine sprang. Ihre Figur hat sich innerhalb der 1000 Seiten am stärksten verändert. Zu Beginn hatte ich Mitleid mit ihr, mittlerweile geht mir ihre Blutrünstigkeit etwas auf die Nerven. Arsinoe und Mirabella wirken gegen ihre Schwester beinahe harmlos. Aber auch ihre Charaktere sind nicht nur positiv - bei manchen ihrer Entscheidungen oder Wendungen habe ich nur den Kopf geschüttelt. Die Autorin legt großen Wert darauf, dass man die Schwestern nicht allzu sehr mag. Vielmehr sind es die Nebencharaktere wie Jules, Carah, Billy oder auch Pietyr, die der Handlung Leben einhauchen. Diese ist das ganze Buch über spannend, der Leser spürt die unterschwellige Gefahr, die von den Schwestern ausgeht und doch möchte man nicht, dass eine von ihnen zu Schaden kommt. Hinzu kommen einige Wendungen mit denen ich wirklich nicht gerechnet hatte! Das Ende des Buches hat mich schließlich ein wenig überrascht und ich bin doch gespannt, was in den beiden Folgebänden passiert. Dennoch mache ich eine kleine Lesepause von der Reihe. Mein Kopf sehnt sich irgendwie nach etwas Leichterem. 

  4. Cover des Buches Die Sommerfrauen (ISBN: 9783596193417)
    Mary Kay Andrews

    Die Sommerfrauen

     (244)
    Aktuelle Rezension von: DustBunny

    Ich finde das Buch stimmungsvoll & unterhaltsam, aber bei den fünf Protagonisten und ihren persönlichen Problemen, bleibt es für mich dann doch jeweils ein wenig zu oberflächlich für meinen Geschmack.

    Am Ende gibt es allerdings einige interessante Wendungen bzw. Überraschungen…

  5. Cover des Buches Die verschwundene Braut (ISBN: 9783866124813)
    Bella Ellis

    Die verschwundene Braut

     (21)
    Aktuelle Rezension von: Rapunzels_Turm

    Das Cover ist zwar ganz nett anzusehen, ist aber leider kein Blickfang. In einer Buchhandlung würde ich definitiv am Buch vorbei gehen und ihm keinerlei Beachtung schenken. Durch die berühmten Protagonisten kommt aber ein wenig mehr Gestaltung auch in das Innere des Buches. Leser können sich darauf freuen hin und wieder ein Zitat der Brontë Schwestern zu entdecken und sich auf die ein oder andere wahre Begebenheit herauszufinden.
    Der Schreibstil hat es leider gar nicht angetan. Er konnte mich kaum packen, abgesehen von wenigen Stellen, und ist auch etwas zäh.
    Ebenso verhält es sich mit der Handlung. Leider habe ich viel zu viel erwartet, sodass die Enttäuschung groß war. Bei der Handlung kann kaum Spannung aufgebaut werden und sie ist ziemlich langatmig. Auch die Einteilung der Kapitel ergab für mich nur wenig Sinn. Die Kapitel sind jeweils aus der Sicht einer der Schwestern geschrieben, aber unterscheiden sich nur gering voneinander. Letztlich gleichen sich die Schwestern wirklich sehr und die Einteilung machte nur an Stellen Sinn, wo sich die Schwestern nicht am selben Ort befanden. Auf die Auflösung des Falles kann man sich aber definitiv freuen! Man durchschaut den Fall nicht sofort und es gibt ein paar unerwartete Wendungen.  

    Insgesamt kann ich das Buch aber leider nicht wirklich empfehlen. Die Atmosphäre des vergangenen Jahrhunderts wird nicht so gut vermittelt und die Handlung zieht sich stark in die Länge. Wer sich aber doch für das Buch entscheidet, sollte definitiv bis zum Ende durchhalten und ihm eine Chance geben!

  6. Cover des Buches In Gottes Namen (ISBN: 9783453405554)
    David Ellis

    In Gottes Namen

     (112)
    Aktuelle Rezension von: Eternity
    Die Faszination um Serienmörder und ihre Gräueltaten kennen sicherlich viele Menschen. Warum lesen wir sonst so gern blutige Bücher und schauen nervenzerreißende Thriller? Doch hier findet noch der leise Zweifel an den Fakten um einen Mordfall seinen Platz in der Geschichte.


    Vor 16 Jahren gab es eine Woche, in der an jedem Tag ein Mädchen bestialisch getötet wurde. Der Mörder war schnell gefast und die Menge der Indizien erdrückend. Der Mann wurde zum Tode verurteilt. Doch nun, Jahre später, finden wieder Morde statt, die im engen Zusammenhang zu dem Fall von vor 16 Jahren stehen. Wurde der falsche Mann als Täter verurteilt und hingerichtet? Immer mehr Geheimnisse werden gelüftet und endlich, nach so langer Zeit, kommt die Wahrheit an's Licht, was vor 16 Jahren geschah.

    Ein wirklich spannendes Buch, bei dem man keine Zeile versäumen darf. Denn vielleicht steckt gerade in ihr das kleine fehlende Teilchen, das die Wahrheit zu Tage bringt!
  7. Cover des Buches American Psycho (ISBN: 9783942656412)
    Bret Easton Ellis

    American Psycho

     (397)
    Aktuelle Rezension von: Wieland

    Ich habe dieses Buch nun nach einer Weile abgebrochen und ich muss sagen, dass ich von "American Psycho" geschrieben von Bret Easton Ellis überhaupt nicht überzeugt bin.

    Im wesentlichen handelt es um Patrick Bateman der bereits mit 27 Jahren Vizepräsident einer fiktiven Investment-Bank ist. Patrick Bateman kommt anfangs als eine diplomatische und linksliberale Persönlichkeit rüber. Schnell stellt sich heraus, dass dies lediglich als Fassade dient und dahinter versteckt sich ein gewalttätiger Psychopath steckt.

    So werden wir auch oft Zeuge von trivialen Morden ohne Motiv und Verstand. Sie dienen lediglich dazu um seine Blutrünstigen Bedürfnisse zu befrieden. Der Ursprung dieser Bedürfnisse ist bis über der Hälfte des Buches nicht bekannt und auch so lässt der Autor kein Spielraum für Spekulationen offen, denn trotz der Ich-Erzählweise bleiben die Morde motivlos. So ziehen sich die weiteren Morde, und auch Straftaten, über mehrere Kapitel, so dass Patrick Bateman weiterhin ein kaltblütiger Mörder bleibt. Durch die Ich-Erzählweise hätte ich mir daher mehr Einblick in die Gedanken und Psyche von Patrick Bateman gewünscht. Warum macht er das gerade so? Warum empfindet er gerade das was er empfindet? Leider erhalten wir nie einen tieferen Einblick, sondern viel mehr einen oberflächlichen. Gepaart mit der Erzählweise hatte ich also permanent das Gefühl, dass mir etwas entgeht, dass da was fehlt und dass der Charakter noch nicht richtig ausgearbeitet wurde. Die Hoffnung dass im laufe der Geschichte Patrick Bateman ein Gesicht bekommt wird zerstreut. Ich hatte bisher nur ein einziges Kapitel gelesen, dass etwas mehr Charakter in Patrick Bateman einfließt und das war es auch. Leider ist der Hauptcharakter dieser Geschichte völlig ein-dimensional.

    Der Schreibstil dieser Geschichte lässt relativ schnell zu wünschen übrig. Ich will den Autor und den Übersetzer nicht beleidigen, aber irgendwann hatte ich das Gefühl, dass der Autor und/oder der Übersetzer eine sehr überschaubaren Menge an Bausätzen verinnerlicht hat. Wahllos werden irgendwelche Gegenstände und Kleidungsstücke in die Szene reingeworfen und das wie ein Maschinengewehr. Als Beispiel: "Patrick Bateman trägt eine Krawatte und eine Rolex-Armbanduhr und ein Baumwellhemd und schwarze Schuhe und die Sessel sind Rot und...". Ich war schlussendlich sehr genervt davon und kam auch gar nicht mehr mit, weil so vieles so unpräzise in so kurzer Zeit reingeworfen wurde.

    Damit diese Review allerdings nicht im bösen endet möchte ich gerne sagen, dass die Dialoge mir ganz gut gefallen haben und dass der Autor gut deutlich machen konnte, in welch einer Gesellschaft wir uns befinden. Und wenn man glaubt, dass man irgendwie nun den Durchblick in diesem Sozialen-Konstrukt gefunden hat, kommt wieder irgendetwas daher was einen umdenken lässt. Das fand ich gut, dass hat mich auch ein wenig mitgenommen. Wenn ich ganz ehrlich bin: In den Kreisen in denen sich Patrick bewegt... sie sind zum kotzen... und dass der Autor dass gut mit Steigerungen rüberbringen konnte fand ich gut :)    

  8. Cover des Buches Das Buch der Lügen (ISBN: 9783499252693)
    Brad Meltzer

    Das Buch der Lügen

     (95)
    Aktuelle Rezension von: _Dark_Rose_
    Das Buch beginnt mit einer kurzen Einleitung, die aber schon verrät worum es im folgenden Buch gehen wird: Kain tötete Abel, aber womit? Die Bibel verschweigt die Mordwaffe und jeder fragt sich nun: Wie wurde er denn getötet? Es gibt angeblich ein Buch, das 'Buch der Lügen', das die Wahrheit kennen soll. Die eigentliche Handlung beginnt dann mit Calvin Harper, einem Jungen aus Florida. Als er noch sehr jung ist zeigt sich bei seiner Mutter eine bipolare Störung, eine psychische Erkrankung, die sie dazu treibt absurde und oftmals auch grausame Dinge zu tun, wie z.B. den Hund der Familie einfach so ins Tierheim zu bringen und ihn einschläfern zu lassen. Calvins Vater Lloyd versucht den Jungen so gut es geht abzuschirmen und sagt ihm immer wieder, dass seine Mutter krank ist und nichts dafür kann. Doch eines Abends als Calvin 9 Jahre alt war ist etwas anders. Seine Eltern streiten laut in der Küche, seine Mutter hat wieder einen ihrer Anfälle, doch dieses mal eskaliert die Situation. Seine Mutter versucht seinen Vater zu töten, doch Calvin lenkt sie durch sein erscheinen ab. Lloyd schupst sie und sie stürzt auf eine offene Schublade und bricht sich das Genick. Cal gibt sich selbst die Schuld, sein Vater wird verurteilt und er wächst von nun an bei seiner Tante auf, bis diese später an Brustkrebs stirbt. Die zweite Ebene der Handlung beginnt in Hong Kong. Ein Mann (später erfährt man, dass sein Name Ellis ist) lobt seinen Kampfhund dafür, einen Chinesen ins Bein gebissen zu haben. Er fragt den Mann immer wieder nach einem Buch, das gestohlen worden war und wohin es nun unterwegs sei. Das Buch, das seit vielen Generationen in seiner Familie ist: Das Buch der Lügen. Die Handlung springt nun wieder auf Cal. 19 Jahre nach dem Tod seiner Mutter arbeitet er mit einem Ex-Priester zusammen und sammelt Obdachlose auf. Als sie unterwegs zu einem weiteren Fall sind stellt der Ex-Priester fest, dass der Mann blutet. Cal überprüft seine Personalien und erkennt seinen Vater in ihm. Sie rufen den Notruf und während Lloyd ins Krankenhaus gebracht wird wechselt die Perspektive wieder in die des Mannes aus Hong Kong, der die ganze Szene beobachtet hat. Lloyd war der Fahrer der das Buch transportieren sollte. Der Mann denkt darüber nach, was für ein "Zufall" das ist, dass es schon wieder um Väter und Söhne geht, so wie "immer". Er ist sich sicher, dass er nur noch Lloyd und seinen Sohn Calvin erledigen muss um an das Buch zu kommen, das seiner Familie gehört. Von diesem Moment an werden Cal und sein Vater gejagt, genauso wie Serena, eine sehr merkwürdige Freundin von Cals Vater. Nicht nur Ellis ist hinter ihnen her, sondern auch Naomi, eine ehemalige Kollegin von Cal, denn um an das Buch zu gelangen haben schon viele Menschen ihr Leben gelassen. Die Frage ist nur, wird Cal das Buch vor Ellis bekomme? Wird er überleben oder sterben? Und gibt es das Buch überhaupt? Dieses Buch gefällt mir gut. Es liest sich spannend wobei diese Spannung nach einiger Zeit nach lässt. Das Buch wird leider bald etwas langatmig, doch es wird immer wieder mal spannend, deshalb kann ich es trotzdem empfehlen.
  9. Cover des Buches Tage in Burma (ISBN: 9783257203080)
    George Orwell

    Tage in Burma

     (23)
    Aktuelle Rezension von: Ruth_liest
    Mit spitzer Feder und scharfer Zunge schildert George Orwell seine Erfahrungen als britischer Offizier im Burma der 20iger Jahre. Schonungslos, humorvoll und zuweilen boshaft schildert er in seinem Roman die britischen Bewohner eines burmesischen Provinznestes in den 20iger Jahren. Rassismus, Selbstverliebtheit und Langeweile prägen das gesellschaftliche Leben dieser kleinen Gemeinschaft. Ob Offiziere, Geschäftsleute, Ehefrauen oder auf Ehemänner hoffende junge Damen - sie alle bekommen ihr Fett von Meister Orwell weg. Ein starkes Stück Weltliteratur, dass federleicht zu lesen ist und über Großbritannien mindestens so viel verrät wie über Burma.
  10. Cover des Buches Cyber Trips (ISBN: 9783404209675)
    Marie Graßhoff

    Cyber Trips

     (165)
    Aktuelle Rezension von: anna_schwpps

    Wieder einmal hat die KI KAMI der Menschheit einen Dämpfer verpasst und dieses mal sieht die Lage aussichtslos aus. Während Luke und Flover nun Zuflucht suchen müssen, versucht Andra auf untypische Weise KAMI die Stirn zu bieten.

    Der erste Band, Neon Birds, hat mir gut gefallen und ich dachte, dass es jetzt erst richtig losgehen würde. In Band 2 geht es nun auch zur Sache, aber irgendwie kann mich dieser Band nicht so Recht von sich überzeugen.

    Der Schreibstil ist nach wie vor großartig und auch die Beschreibung der Welt gefällt mir. Die Perspektivenwechsel der verschiedenen Charaktere sind total spannend, allerdings bin ich manchmal etwas durcheinander gekommen, gerade wenn es zum Beispiel um Flover und Luke ging.

    Eigentlich mag ich jeden einzelnen Charakter, allen voran aber Luke. Trotzdem bleiben gerade Luke und Flover eher blass und mir fehlt eine Entwicklung. Vielleicht liegt das auch daran, dass die Charaktere in Band 2 schon stark und sympathisch waren? Die Einzige, die mich sehr überrascht hat, ist Byth. Ich hoffe, dass man von ihr noch sehr viel mehr lesen kann!

    Mein Hauptproblem ist aber fehlende Spannung durch zu viel Spannung. Klingt erstmal paradox? Es wird viel gekämpft, aber gerade dadurch werden zukünftige Schlachten irgendwie ausgebremst. Zudem wirkt KAMI so overpowered, dass man sich irgendwann denkt „Mein Gott, das bringt doch eh alles nichts!“ Es gibt so viele Geheimnisse und Mysterien, für die ich mir mehr Raum zum Theorien spinnen gewünscht hätte.

    Fazit

    Auch wenn das Buch wirklich gut geschrieben ist und die Autorin grandiose Ideen hat, fehlt mir in diesem Buch ein Fortschritt und eine Entwicklung. Ich hatte beim Lesen leider immer das Gefühl auf der Stelle zu treten und das obwohl sehr viel passiert.

  11. Cover des Buches Braut auf Probe (ISBN: 9783453405936)
    Kerry Reichs

    Braut auf Probe

     (29)
    Aktuelle Rezension von: Maledives
    Der Klappentext hat mich überzeugt und so landete das Buch auf meiner Einkaufsliste. Doch schon nach wenigen Seiten fand ich es trotz flüssiger Schreibweise schwer zu lesen. Irgendwie kam ich einfach nicht voran und ich habe es immer wieder weggelegt und somit recht lange gebraucht um in das Buch zu finden. Die Idee mit den vielen Hochzeiten ist zwar ganz gut, aber irgendwie wiederholt sich vieles und es wird immer nach dem gleichen Schema berichtet. Auch gefällt mir allgemein der Vorangang der Geschichte nicht so ganz, trotzdem habe ich bis zum Schluss durchgehalten und trotz anfänglicher Schwierigkeiten wurde das Buch im letzten Drittel noch etwas besser. Insgesamt ganz nett, aber nicht so wie erhofft.
  12. Cover des Buches Newtons Schatten (ISBN: 9783499234101)
    Philip Kerr

    Newtons Schatten

     (27)
    Aktuelle Rezension von: brudervomweber
    Einen Kriminalroman historisch einzubetten, ist keine neue Idee. Insbesondere Philip Kerr hat sich mit seiner inzwischen auf fünf (sechs? sieben?) Teile ausgewachsenen Reihe um den raubeinigen Berliner Privatdetektiv Bernhard "Bernie" Gunther, dessen Fälle in den 30er, 40er und zuletzt 50er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts spielen, bereits auf diesem Terrain versucht.

    Nun aber den Sprung ins ausgehende siebzehnte Jahrhundert zu wagen und einen der bahnbrechendsten Naturwissenschaftler der Menschheitsgeschichte zu seinem Protagonisten zu machen, ist nichtsdestotrotz ein Wagnis, welches gründlich misslingen könnte. Während die Welt, in welche man Bernie Gunther zu folgen hat, in ihren grundsätzlichen (wissenschaftlichen) Fugen derjenigen entspricht, in welcher man das Buch in der Hand hält, in welchem von seinen Abenteuern berichtet wird (oder vielmehr erst selbst davon berichtet), ist der gedankliche Sprung, den man als Leser zu vollbringen hat, um sich von dem Fall selbst fesseln zu lassen, weit weniger groß als derjenige, welchen einem Kerr diesmal abverlangt.

    Der Fall spielt im Jahr 1696, die Naturwissenschaften und das (Allgemein-)Wissen um die Dinge und wie sie "wirklich" sind, sprich: wie wir sie heute zu kennen glauben, sind noch längst nicht etabliert und die Welt, in welcher Newton und sein Gehilfe Christopher Ellis eine Reihe von Morden aufzuklären haben, ist dem Leser fremd wie ein anderer Erdteil (so er sich nicht ausgerechnet mit dieser Periode englischer und europäischer (Geistes)Geschichte bereits beschäftigt hat).

    Um diesen Graben zu überwinden, stellt Kerr seiner Leserschaft das ungleiche Paar seiner beiden Ermittler zur Seite, an denen man sich in die Geschichte hineinarbeiten kann. Christopher Ellis, der (im übrigen geschichtlich verbürgte Assistent Newtons in seiner Zeit als Münzwardein in der königlichen Münze Großbritanniens) die Geschichte dieses Kriminalfalls in bester Watson-Manier erzählt und seine anfangs naive Weltsicht mit den wissenschaftlich analysierenden und deduzierenden Augen seines Brotgebers Isaac Newton zu ersetzen lernen muss, übernimmt hierbei die Funktion, jene für uns in vielerlei Hinsicht andersartigen Denkweisen, politischen und religiösen Verwicklungen und mitunter überraschend derben Lebensverhältnisse der Menschen im ausgehenden 17ten Jahrhundert zu beschreiben und sie gleichzeitig mit unserer heutigen Sicht der Dinge zu vermählen.

    Hieran liegt es auch, dass der Krimi sich mit gemächlichem Tempo entfaltet, dass Hektik oder sich überschlagende Ereignisse in diesem Roman keinen Platz haben. Die Beschreibungen und insbesondere die Sprache des Erzählers strotzen vor bildhaft-barocken Ausschmückung und umständlichen Formulierungen, und manch eine Vokabel, die hier zum Einsatz kommt, muss man erst einmal aus dem Hinterkopf oder einem Wörterbuch herausklauben. Dennoch mutet diese altbackene Sprache authentisch an, und an dieser Stelle muss man zwangsläufig auch der Übersetzerin Cornelia Holfelder-von der Tann ein Kompliment aussprechen - diesen Text zu übersetzen, war gewiss keine 08/15-Aufgabe, und sie meistert ihre Aufgabe mit Bravour.

    Man mag die vermeintliche Trägheit des Romans bemängeln, seine gebauschte Sprache, seine gemächlichen Ent- und mitunter waghalsigen Verwicklungen. Oder man kann sich von der Welt hinter der Geschichte verzaubern lassen und dem alles andere als durchschaubar angelegten Kriminalfall auf diesem Wege und in kleinen, gemessenen Schritten nähern.

    Ich jedenfalls habe diesen historischen Kriminalroman mit großem Vergnügen verschlungen und muss sagen, dass ich ihn zu dem Besten zähle, was ich bislang von Kerr gelesen habe.

    Was zumindest ich als wirkliche Empfehlung ansehe.
  13. Cover des Buches Und am Ende sind sie alle tot (ISBN: 9783426301302)
    Henrik Lange

    Und am Ende sind sie alle tot

     (41)
    Aktuelle Rezension von: Wichmann
    Redaktioneller Hinweis: Ich danke dem Verlag für die Bereitstellung der Leseprobe.

    Cover
    Kurz und prägnant in einer farbenfrohen Aufmachung verspricht das Cover Vergnügen in Comic-Art. Der Einstieg ist gelungen.

    Inhalt und Aufteilung des Buches
    Bereits das Inhaltsverzeichnis zeugt von einer Fülle an ‚bekannter‘ Literatur, die zumindest dem Titel nach einmal Auge oder Gehörgang gestreift haben sollte. Um einige zu nennen: ‚Im Westen nichts Neues‘, ‚Romeo und Julia‘ oder gar 1984. Hinter jedem Titel ist der Autorenname vermerkt, außer bei Gottes Werk ‚Die Bibel‘. Dies mag dem Umstand geschuldet sein, dass diese durch zu viele Autorenhände ging und für die Zusammenstellung alter Schriften allenfalls Flavius Josephus, bzw. die Synode von Laodicea zu benennen wäre. Allein diese Hinweise bräuchten wohl zu viel Platz auf der knappen Übersichtsseite. Im Folgenden werden zu jedem Titel zwei Buchseiten präsentiert. Eine enthält lediglich Titel und Autorenname des Werkes, die andere Seite stellt insgesamt vier Bilder mit wichtigsten Aspekte dar. Dermaßen gebrieft ist es tatsächlich möglich eine kurze Zusammenfassung widerzugeben oder zumindest zu erahnen, worum es in einem entsprechenden Werk geht. Nicht außer Acht zu lassen ist jedoch das Augenzwinkern dieser ‚Besprechungen‘, denn wirklichen Hintergrund werden sie nicht aus vier Schlagworten ziehen.
    Dem trägt auch die jeweils eine fast vollständig unbedruckte Seite Rechnung: Es geht um den schnellen Überblick, mit Augenmerk auf den kurzen Witz mit schneller Pointe.

    Zielgruppe
    Das Buch richtet sich an diejenigen, die zumindest einen Kurzüberblick erhaschen wollen auf Titel, die jederzeit als Smalltalkthema hervorgekramt werden könnten. Zeichnungen und Comic-Schrift ermöglichen den Schnellüberblick, ohne einen Schnelllesekurs für die nun unnötige Gesamtlesung des jeweiligen Buches absolviert zu haben.

    Stil
    Das Buch ermöglicht durch die Verknappung auf Wichtigstes einen schnellen Überblick im Comic-Stil, wobei die Schrift aufgrund des verwendeten Schriftfonts teils schwer lesbar ist.

    Autor
    Der Buchautor Henrik Lange veröffentlichte ebenso auf humoristische Art ‚Filmklassiker für Eilige und die Anleitung ‚Wie Sie den Schwedenkrimi des Jahrhunderts schreiben‘.

    Fazit
    Mit Humor zu verstehende Kurzübersicht wichtiger Werke.
    Ich mags.
    5 Sterne!

    Rezension von Wichmann-Reviews.de

  14. Cover des Buches Less Than Zero (ISBN: 9780330539326)
    Bret Easton Ellis

    Less Than Zero

     (25)
    Aktuelle Rezension von: Aliknecht
    Filled with relentless drinking in seamy bars and glamorous nightclubs, wild, drug-fuelled parties, and dispassionate sexual encounters, Less Than Zero – narrated by Clay, an eighteen-year-old student returning home to Los Angeles for Christmas – is a fierce coming-of-age story, justifiably celebrated for its unflinching depiction of hedonistic youth, its brutal portrayal of the inexorable consequences of such moral depravity, and its author’s refusal to condone or chastise such behaviour [1].    

    Clay hat ein Studium in New Hamshire aufgenommen und kommt in der Weihnachtspause zum ersten Mal zurück nach Los Angeles. Seine Freundin Blair, die er von der Ostküste nie angerufen hat, holt ihn am Flughafen ab und bringt ihn zum Haus seiner Eltern. Niemand ist zuhause. In den folgenden Wochen zieht Clay mit Freunden und Bekannten durch die Stadt. Sie fahren mit schicken Autos durch Hollywood und über den Mullholland Drive, besuchen Parties,  gehen ins Kino und hängen ab. Jeder hat seinen persönlichen Dealer zur Versorgung mit Drogen. Der Alkohol fließt in Strömen. 

    Die Eltern dieser Kids  sind reich. Sie bewegen sich in der Film- und Glamourwelt der Westküste zwischen neuen Projekten und Scheidungsprozessen. Clay berichtet seinem Psychiater von bizarren sexuellen Phantasien. Mit Eltern und Geschwistern verbringt er ein paar öde Tage bei den Großeltern in Palm Springs. Danach ziehen die Jugendlichen wieder durch Westwood und Beverly Hills und unterhalten sich über Mode und Sonnenbrillen. Blair sieht er selten.

    Dann trifft er seinen besten Freund Julian, der einen schönen Porsche fährt, sich aber in finanziellen Verlegenheiten befindet. Clay leiht ihm Geld und wird darafhin in Julians Verwicklungen in der Halbwelt hineingezogen. Es wird bedrohlich. Der amerikanische Traum offenbart sein unbarmherziges Gesicht für diejenigen, die im alltäglichen Kampf um die Geldbeschaffung zu scheitern drohen.   

    Bret Easton Ellis vermag es auf exzellente Art und Weise, die Bindungs- und Ziellosigkeit und dieser reichen Jugendlichen, ihren nahezu ungezügelten Konsum und die öde Langeweile der Welt, in der sie leben, zu schildern. Es gelingt ihm vor allem in ausdruckstarken Dialogen und Selbstgesprächen. Der Autor legt mit seinem Roman ein präzises Protokoll der Entgleisung hedonistischer Lebensideale vor und schockiert damit den Leser. Kein Wohlfühlbuch, aber jedenfalls ganz große Literatur! 
     
    Ausgabe:   Bret Easton Ellis Less Than Zero (Englisch)  Picador London 2011 
     
    Autor: Bret Easton Ellis, geboren 1964 in einem Vorort von Los Angeles, wohnhaft in New York City, gilt als einer der kontroversesten, aber auch sprachgewaltigsten jungen Autoren seiner Generation. Mit 19 schrieb er seinen Debütroman, einen schonungslosen Zustandsbericht über das dekadente aber orientierungslose Leben der Yuppies in den 80ern, der 1996 erfolgreich verfilmt wurde. 1987 erschien sein zweiter Roman bevor er 1991 endgültig zum Kultautor aufstieg [2].  

    Referenzen: 
     
     [1] Verlagsangabe Buchrückseite 
     [2] AMAZON.COM
  15. Cover des Buches Vernunft und Emotion (ISBN: 9783861451655)
    Dieter Schwartz

    Vernunft und Emotion

     (0)
    Noch keine Rezension vorhanden
  16. Cover des Buches Imperial Bedrooms (ISBN: 9783462043525)
    Bret Easton Ellis

    Imperial Bedrooms

     (37)
    Aktuelle Rezension von: ichundelaine
    "They had made a movie about us, the movie was based on a book written by someone we knew. "
    25 Jahre nach dem Erscheinen von Less Than Zero ist Clay mal wieder auf dem Weg nach Hause, nach L.A., dieses mal nicht in den Collegeferien, sondern um von New York zu flüchten und bei den Castings für einen Film mitzuwirken.
    Direkt zu Beginn trifft er wieder auf all die anderen Charaktere, die man auch aus Bret Easton Ellis Erstlingswerk kennt - Blair, Trent, Rip und Julian- aber auch auf die geheimnisvolle Rain Turner, die ziemlich scharf auf eine Rolle in seinem neuen Film ist.

    She´s simply another girl who has gotten by on her looks - her currency in this world - and it will not be fun to watch her grow old. 

    Die Akteure aus Less than Zero sind zwar erwachsen aber nicht weniger kaputt geworden. Misstrauen, Paranoia, Schönheits-OPs und Affairen prägen ihr soziales Gefüge.
    Ein plötzlicher Todesfall in seinem Umfeld stellt Clay vor einige böse Erkenntnisse und er realisiert, wie tief er in der Sache mit drin steckt. 
    Clay rennt wie ein bösartiger, zynischer Zombie durch die Gegend und lebt immer noch das hedonistische Leben wie vor 25 Jahren, so farblos und Rückradlos wie er als Teenie wirkt, ist er immer noch, das mag den ein oder anderen frustrieren, aber wer bei B.E.E. eine Katharsis erwartet, sollte dieses Buch nicht lesen. Es ist das vorerst letzte Buch von B.E.E., leider nicht sein stärkstes. 
  17. Cover des Buches Die Löwen (ISBN: 9783785737705)
    Ken Follett

    Die Löwen

     (3)
    Aktuelle Rezension von: Armillee
    Boar...was war das wieder für eine tolle Geschichte !! Ich bin nun wirklich nicht für Politik und / oder Afghanistan. Aber dieser Follett ist ein Meister in seinem Fach. Spannend sind seine Geschichten von Anfang an. (ich hab auch 'Die Leopardin' + 'Die Kinder von Eden' gehört). Und Ulrich Pleitgen ist mit seinem Vorlesen ein absoluter Profi. Er spricht die Passagen besser, als ich sie lesen würde...;o) Zur Geschichte: Es geht um Jane, Ellis, Jean-Pierre, CIA, Russland, Afghanistan, Terrorismus. Es geht um Liebe und Täuschung, um Gewalt und Freundschaft, um einfache Leute mit Herz und Courage und um die berechnenden Menschen, die nie wissen, wann Schluss ist. Erzählt wird mit viel Gefühl. Als Zuhörer kämpft und leidet man mit, besonders mit Jane. Und es geht um Männer und deren Ideale. Ohne sie würde es keine Kriege geben...(ausser evtl 'n Rosenkrieg) gg. Ein kleiner Tipp: zwischen den Hörbüchern, die von Herrn Pleitgen gelesen werden, sollte man eine längere Pause einlegen, da man sonst mit den Geschichten / Personen durcheinander bekommt.
  18. Cover des Buches Lunar Park (ISBN: 9783462052060)
    Bret Easton Ellis

    Lunar Park

     (109)
    Aktuelle Rezension von: michael_lehmann-pape
    Der alltägliche Horror

    Kinder, alles Jungen, die verschwinden. Massenhaft.

    Ein ausgestopftes Spielzeug, ein Vogel, der ein merkwürdiges Eigenleben zu entwickeln scheint.

    Ein Sohn, der höchst irritiert ist von diesem „neuen Mann“, der seine Mutter geheiratet hat und nun in der (tatsächlich prall dekadenten) Villa mit lebt.

    Eine Halloween Party, die aus den Fugen gerät und ein Ehepaar, dass nach drei Monaten Ehe bereits beim Ehetherapeuten sitzt.

    Und ein Patrick Bateman, der sich auf subtile Weise in das reale Leben seines Erschaffers einmischt.

    Das Ganze in der Ich-Form verfasst, ein Roman, in dem Bret Easton Ellis die „Hauptrolle“ übernimmt und im wahren Leben diesen Roman durchaus gekonnt verankert. Bis hin zur Internet-Präsenz seiner (fiktiven und nur als Romanfigur existierenden) „Ehefrau“, der „bekannten Schauspielerin).

    Gewürzt mit den klassischen Zutaten der Romane von Easton Ellis. Zynismus, misanthropische Sicht auf die Welt, das Ganze in temporeicher und doch schlichter Sprache gehalten, in welcher der blanke Horror des Alltags eines haltlosen Mannes und zunehmend verstörender, bis hin zum Horror-Genre reichender Ereignisse mehr und mehr Raum einnehmen, nach einem Beginn, der eher wie eine distanzierte und ebenfalls zynische Form einer Autobiographie wirkt.

    Dass damit Ellis mit der Atmosphäre der Zeit selbst spielt und durchaus mahnend den Finger hebt, das fließt im Hintergrund strikt mit ein und setzt alles, was im Roman geschieht, in Relation zum Zustand der Welt.

    „Ich wollte die Leute aufgeilen und zum Denken und Lachen bringen“. Auf, wie immer, allerdings ganz besondere und nicht jedem zugängliche „Bret-Art“.

    „Und niemand hielt dagegen“ (gegen das Abdriften der Welt und die Zerstörung von menschlichem Zusammenhalt und ökologischem System).

    „Niemand setzte sich für was ein. Der Alltag der meisten Menschen war von Furcht geprägt. Alle waren nur noch mit Gräuelmeldungen beschäftigt. Überall ging der Irrsinn um“.

    Unterbrochen von Kopulationen im Pool, in der Dusche, überall, nach satter Ausstattung mit enthemmenden Stoffen, die ebenfalls den Alltag von Ellis im Roman prägen.

    „Wir waren zum Untergang verdammt, wir hatten nichts Besseres verdient“.

    Eine innere Disposition, eine Haltung, die Ellis seinem Alter Ego im Roman mehr und mehr in den Alltag bringt, mit den entscheidenden Schnittstellen zur Realität im „Binnen-Verhältnis“ zum Hund der Familie (mit dem Ellis jede Menge Sträußchen ausfechtet) und zu Robby, dem Sohn seiner neuen Frau und, letztlich, seinem eigenen Sohn. Worin sich durchaus vielfache Sichten auf die eigene Familiengeschichte des Autors mit finden lässt.

    Das dann allerdings im Lau der Ereignisse Grusel und Horror und übernatürliche (zumindest scheinbar) Ereignisse dem Roman eine doch noch andere Richtung geben, lässt den Leser, was diesen Teil angeht, doch auch ein wenig unentschlossen zurück, wenn nicht sogar verwirrt in der Frage, welche Bedeutung genau dieser Vogel, der Schleim, die verschwundenen Kinder und mehr nun haben.

    Dennoch, griffig, klar, den Finger auf vielfache Wunden (auch des eigenen Lebens und der eigenen Haltung leben) enttäuscht der Roman am Ende nicht, sondern bietet die klassische nihilistische Haltung auch der anderen Romane von Ellis und liest sich auch als Rundumschlag auf den Zustand der Welt und die egomanische Haltung der Menschen.
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