Bücher mit dem Tag "elternhaus"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "elternhaus" gekennzeichnet haben.

111 Bücher

  1. Cover des Buches Tschick (ISBN: 9783499256356)
    Wolfgang Herrndorf

    Tschick

     (2.794)
    Aktuelle Rezension von: Jethro

    Maik Klingenberg geht in die 8. Klasse eines Gymnasiums, ein recht guter Schüler, aber so langweilig, dass er nicht einmal einen Spitznamen hat und als einer der wenigen nicht auf die große Party seines Schwarms Tatjana eingeladen wird. Auch der Neue in der Klasse, der einfach nur Tschick genannt wird, ist ein Außenseiter. Russischer Spätaussiedler und öfters mal betrunken im Unterricht.

    Als Maiks Eltern ihn in den Sommerwochen allein in der Villa in Marzahn lassen (Vater muss mit seiner jungen Assistentin weg, die Mutter geht wieder mal in eine Entzugsklinik), sieht Maik einer entspannten, aber einsamen Zeit entgegen, bis Tschick plötzlich mit einem geklauten Lada kommt und ihn mit auf einen Trip in die Walachei nimmt. Ein Roadtrip der besonderen Art beginnt.

     

    Wolfgang Herrndorf schafft eine tiefgründige Charakterisierung zweier Jugendlicher, bei denen man sich von den Klischees nicht blenden lassen darf. Maik, das einsame Kind aus einer (ehemals) wohlhabenden Familie, aber von den Eltern allein gelassen und in die Klassenschönheit unglücklich verliebt, lernt auf dem Trip, was wirklich wichtig ist im Leben. Tschick, der verwahrloste Sohn einer Aussiedlerfamilie, erweist sich immer wieder als sensibel und gefühlvoll. Diese Freundschaft lässt beide nicht nur räumlich aus ihrer Isolation ausbrechen.

     
     Das Buch ist eine wundervolle Beschreibung über das Erwachsen werden, denn beide Jungen reifen auf die ein oder andere Weise heran. Vor allem aber erkennen sie, dass man bei allen Personen, denen sie auf ihrer Reise begegnen, hinter das Äußere schauen, und dass man Verantwortung übernehmen muss

     

    Ein spannender Roman, wenn man aufmerksam auf die Zwischentöne hört.

  2. Cover des Buches Cry Baby - Scharfe Schnitte (ISBN: 9783596032020)
    Gillian Flynn

    Cry Baby - Scharfe Schnitte

     (777)
    Aktuelle Rezension von: MademoiselleMeow

    „Sharp Objects“ war eine der Serien, die mir in den letzten Jahren am meisten im Gedächtnis geblieben ist und die ich durchaus auch häufiger gucken würde. Bevor ich das tue, wollte ich allerdings gerne den Roman dazu lesen, weil mich gerade das Ende mit ein paar Fragen zurückgelassen hat und ich auch ansonsten eine nähere Erklärung für die eine oder andere Szene haben wollte. Tatsächlich hat sich die Serie aber sehr nah am Roman orientiert und es wird einem auch noch einmal klar, was für einen grandiosen Job die Schauspieler gemacht haben. Wie aus dem Bilderbuch, könnte man meinen, wenn „Cry Baby“ denn eines wäre. Warum man sich bei der deutschen Ausgabe für einen anderen englischen Titel entschieden hat, verstehe ich nicht ganz, „Sharp Objects“ ist um einiges passender. Denn scharfe Gegenstände sind es, die sich Journalistin Camille Preaker seit ihrer Jugend in die Haut rammt.

    Der Roman zelebriert die oberflächlich Kleinstadt Idylle mit tratschenden Hausfrauen und rebellischen Teenagern in der trägen Südstaaten Sommerhitze. Doch wie so oft sieht es hässlich aus hinter der Fassade aus Mitgefühl und Anteilnahme. Es wird gelästert, es wird verdächtigt und sich schnell auf einen Schuldigen geeinigt. Es geht widerlich zu und man kann fast verstehen, dass Camille all das nur im Dauer Delirium erträgt. Besonders wenn man dann ihre Vorgeschichte kennt. Der ganze Charakter ist ein einziges Trauma und ich frage mich, ob es in den unschuldig wirkenden Provinzen Amerikas wirklich so zugeht. Ob Teenager sich wirklich all das antun. Dazu kommt noch das ganze Familiendrama. Man hat gerade mit Camille und Amma zwei Figuren geschaffen, die Schönheit und Schrecken vereinen. Kaputte Menschen, die mit ihrem Verhalten und Handlungen schocken und einen damit auf eine ungute Weise faszinieren. Das Buch ist an vielen Stellen so dunkel und verdorben, so schonungslos, dass es mir manchmal fast zu viel war. Wo die Serie schon hart an der Grenze war, geht es hier noch ein Stück weiter. Ich glaube, ich brauche jetzt erst einmal irgendetwas seichtes zum lesen, etwas mit weniger Drama. Und Drama gibt es bis ganz zum Schluss. Es ist eines dieser Bücher mit einem Ende nach dem Ende. Man glaubt es ist vorbei, der Mörder ist geschnappt, aber dann kommt noch eine Überraschung. Ich liebe so etwas und im Gegensatz zur Serie, verrät das Buch noch, wie es nach dieser zweiten Auflösung weiterging. Für mich ein sehr rundes Ende. Ein tragisches und trauriges, aber zumindest eines mit einem Hoffnungsschimmer für unsere Hauptfigur, die ja nun wirklich genug gelitten hat.

    Diese Art von Roman ist mir eigentlich zu hart, aber von Zeit zu Zeit lese ich so etwas auch mal gern. Spannend bis zum Schluss gespickt mit einer packenden Atmosphäre aus Unschuld und Verderben. Für mich 5 Sterne.



  3. Cover des Buches Finding Back to Us (ISBN: 9783736311190)
    Bianca Iosivoni

    Finding Back to Us

     (524)
    Aktuelle Rezension von: vib_very_important_books

    Dieses Buch gehört definitiv zu den New Adult Highlights!

    Es waren sogar Plottwists dabei mit denen ich NIEMALS gerechnet hätte & einer der mich bis jetzt schockt.

    Keith ist ein unglaublich toller Bookboyfriend! Ich liebte seine Art, ich liebte die Tension zwischen Callie & ihm, seinen Humor & seinen unglaublich krassen Charakter! Ich bin immer noch UNHEIMLICH beeindruckt von ihm und... wow!

    Und Callie? Callie ist cool, schlagfertig (JA! IM WAHRSTEN SINNE DES WORTES! SIE SCHLÄGT MIT BASEBALLSCHLÄGERN!!!) und meeeegaaa lieb!!!


    Das Buch ließ sich unglaublich flüssig lesen, es hatte genug Humor, Spannung & eine Menge spicy Scenes - hust.

    Noch dazu liebe ich die Playlist, die im Buch immer wieder aufgegriffen wird!


    Das Buch hat mich zum lächeln, aber tatsächlich auch mehrmals zum weinen gebracht, denn es hat einen ergreifenden Kern & somit ein emotionales Thema - sowas liebe ich ja bei New Adult.


    Fazit:

    Eine unglaubliche Empfehlung, denn es ist definitiv eines der besten New Adult Bücher, die ich je gelesen habe!!!! ♥️♥️♥️

  4. Cover des Buches Der Fänger im Roggen (ISBN: 9783499235399)
    J. D. Salinger

    Der Fänger im Roggen

     (1.513)
    Aktuelle Rezension von: JulieG

    "Der Fänger im Roggen" erzählt die Geschichte des sechzehnjährigen Holden Caulfield, der nach seiner Flucht aus dem ungeliebten Internat drei Tage lang durch New York irrt. 

    Ich hatte bereits im Vorfeld viel über das Buch gelesen - vor allem viel negative Meinungen und Bewertungen. Es sei sehr kompliziert zu lesen, der Protagonist sei unsympathisch und eine äußerst schreckliche Person. Lediglich mein Drang danach, soviele Klassiker wie möglich wirklich selbst zu lesen, hat mich dazu gebracht, diesen Roman zu lesen. Und ich habe mit dem schlimmsten gerechnet. 

    Allerdings bin ich nach der Lektüre sehr überrascht und berührt von dem Roman. Ja, Holden ist ein ziemlich komischer Typ. Und ja, er gibt einige unpassende Äußerungen von sich. Aber er ist auch einer, der die Welt um sich herum genau beobacht und versucht, sie zu verstehen. Und dabei merkt er, dass er sie in vielen Punkten einfach nicht verstehen kann. Der Roman zeigt uns also einen Protagonisten, der seinen Platz in der Gesellschaft, auch aufgrund seines Alters, noch nicht gefunden hat und seine Umwelt und die Menschen um sich herum stattdessen analyisert und hinterfragt. Es gab einige Stellen, an denen ich Holdens Gedanken sehr gut nachvollziehen konnte - sowohl aus heutiger Sicht, als auch aus der Sicht meines eigenen 16jährigen Ichs. 

    Gleichzeitig zeigt uns das Buch aus Holdens Sicht auch auf, wie oberflächlich, verwirrend und auch sinnlos manche Gewohnheiten, die wir als Gesellschaft haben, sind. Man wird auf unbequeme Art und Weise gezwungen, über sich, sein Leben und seine Wünsche und Ziele nachzudenken, eben weil man diesem ziellosen Protagonisten durch New York folgt. Genau das hat mir an dem Buch so gut gefallen. 

    Also traut euch und lest "Der Fänger im Roggen". Es ist besser, als ich vorher angenommen hatte!

  5. Cover des Buches Wir Kinder vom Bahnhof Zoo (ISBN: 9783551359414)
    Christiane F.

    Wir Kinder vom Bahnhof Zoo

     (2.238)
    Aktuelle Rezension von: bookfascination

    Dieses Buch schildert die bekannte Geschichte von Christiane F. die von ihrer Kindheit und ihrer Jugend in der Drogenabhängigkeit berichtet. Es ist leicht zu lesen allerdings muss man sich teilweise wieder ins Gedächtnis rufen, dass dieses Mädchen erst 13/14 Jahre alt ist zu ihren schlimmsten Zeiten. Es ist eindrucksvoll geschildert und ein Buch, was man meiner Meinung nach gelesen haben muss. Dennoch wirkt die Geschichte sehr aufgezählt und ist teilweise etwas trocken. Aber die Wichtigkeit des Themas hat mich das Buch weiterlesen lassen und ich würde es trotzdem empfehlen. 

  6. Cover des Buches Schiffbruch mit Tiger (ISBN: 9783596196982)
    Yann Martel

    Schiffbruch mit Tiger

     (1.013)
    Aktuelle Rezension von: Adrian00021

    Worum geht's

    Pi Patel, der Sohn eines indischen Zoodrektors und praktizierender Hindu, Moslem und Christ erleidet mit einer Hyäne, einem Orang-Utan, einem verletzten Zebra und einem 450 Pfund schweren bengalischen Schiffbruch. Bald stehen sich nur noch zwei gegenüber - Pi und der Tiger

    Cover

    Ein schönes Cover, wobei ich die ältere Ausgabe des Covers schöner finde.

    Meine Meinung

    Eins vorweg: Ich habe dieses Buch bei Seite 280 abgebrochen. Ich hatte so meine Probleme mit diesem Buch, was 1.) daran lag, dass die ersten 120 Seiten nur über Zoo und Religion geredet wird und dadurch 2.) kaum Spannung in diesen ersten 120 Seiten und auch in den folgenden ist kaum Spannung vorhanden. Yann Martel schreibt alles so genau, was mich bei einigen Sachen einfach gar nicht interessiert. Auch seine Vergleiche mag ich nicht.

    Fazit

    Ich empfehle dieses Buch nicht, da sich das Vorgeplänkel einfach sehr lange zieht und der eigentliche Schiffbruch (worum es ja eigentlich geht) eher Nebensache in diesem Buch ist.

    1 von 5 Sternen!


  7. Cover des Buches Der Junge muss an die frische Luft (ISBN: 9783492320009)
    Hape Kerkeling

    Der Junge muss an die frische Luft

     (364)
    Aktuelle Rezension von: Kiki2705

    In dem autobiografischen Buch „Der Junge muss an die frische Luft“ erzählt Hape Kerkeling aus seiner Kindheit im Ruhrpott. Er geht dabei auf lustige Anekdoten, aber auch auf das wohl einschneidendste Kindheitserlebnis - den Freitod seiner Mutter – ein.


    Von Beginn an hatte ich das Gefühl , als würde Hape Kerkeling persönlich mir die Geschichte erzählen. Der Schreibstil ist so gehalten, dass man ihn sofort wieder erkennt – seinen Humor, aber auch seine nachdenkliche Seite.


    Der Aufbau des Buches gefällt mir dabei sehr gut – nach einer kurzen Einleitung geht er über in seine Kindheit. Hier erfährt man sehr viel über Hape Kerkeling, was man aus seinen zahlreichen illustren Fernsehauftritten so noch nicht kannte. Seine Familie und vor allem seine detaillierte und charmante Beschreibung seiner Verwandtschaft hat mir beim Lesen immer wieder ein Lächeln entlockt.

    Auch die Darstellung seiner jüngsten Kindheit empfand ich als sehr idyllisch. Man saß förmlich mit ihm auf der Ladentheke.


    Hape Kerkeling gelingt es jedoch auch, seine schlimmen Erinnerungen mit Charme, Selbstironie und ein klein wenig Humor dem Leser näher zu bringen. Bei der Erzählung seiner schicksalhaften Jahre, die letztlich im Tod seiner Mutter endeten, hatte ich die ganze Zeit einen Kloß im Hals. Jedoch kommt hier auch die Stärke seiner Familie zum Tragen. Wie er auch explizit erwähnt, wäre er heute nicht der, der er ist, wenn er nicht die tolle Unterstützung seiner Großeltern in einer unsagbar schweren Zeit gehabt hätte.


    Was mir sehr gut gefallen hat, ist, dass man auch mal hinter die Fassade des Entertainers schauen konnte. Dass er mittlerweile zurückgezogen vom öffentlichen Trubel lebt, finde ich persönlich sehr schade und als Verlust für die Fernsehkulisse. Wenn man jedoch sein Buch liest, merkt man, dass er viele Figuren und auch seine Fernsehkarriere nur als Kapitel seines Lebens ansieht und man gönnt ihm von Herzen auch das nächste Kapitel aufzuschlagen.


    Dieses Buch ist auf keinen Fall vergleichbar mit „Ich bin dann mal weg“, welches ich verschlungen habe, jedoch auf seine ruhigere bewegende Weise gebe ich eine klare Lesempfehlung für alle, die gern mehr über den kleinen Jungen aus dem Ruhrpott erfahren wollen.



  8. Cover des Buches Die Bienenhüterin (ISBN: 9783442732814)
    Sue Monk Kidd

    Die Bienenhüterin

     (279)
    Aktuelle Rezension von: DianaMirion

    Inhalt: Lilys Mutter ist vor zehn Jahren umgekommen. Ihr Vater herrscht wie ein grausamer Rachegott über die inzwischen 14-jährige. Eines Tages flieht Lily aus der bedrückenden Atmosphäre ihres Elternhauses, wandert über die staubigen Straßen der Südstaaten, um ein neues Zuhause zu finden. Sie begegnet wunderbaren Menschen, rettet mit Mut und Klugheit ein Leben und findet bei drei Frauen Unterschlupf, die, wie im Märchen, in großer Eintracht zusammenwohnen. Die drei Schwestern geben dem Mädchen alles, was es braucht: Liebe, Halt, und Geborgenheit. Sie nehmen Lily in ihre Familie auf und weihen sie in die Geheimnisse weiblichen Wissens ein. Lily lernt alles über die Bienenzucht. Sie erfährt, wer ihre Mutter, die sie so schmerzlich vermisst, wirklich war, und sie verliebt sich. Doch eines Tages steht ihr Vater am Gartentor ...

    Meine Meinung: Anfangs hat mich dieses Buch noch nicht so gepackt. Aber dies änderte sich nach wenigen Seiten. Das Leben eines Mädchens, und auch aus ihrer Perspektive, zu lesen, Höhen und Tiefen ihres Lebens und somit die Züge ihres Charakters mitzuerleben war ein reines Abendteuer. 

  9. Cover des Buches Der Zementgarten (ISBN: 9783257206487)
    Ian McEwan

    Der Zementgarten

     (394)
    Aktuelle Rezension von: SotsiaalneKeskkond

    Es handelt sich scheinbar um eine ganz normale Familie aus einem englischen Vorort. Jedes der Familienmitglieder hat seine Eigenarten, doch nichts besonders auffälliges oder gar schlimmes. Als der Vater plötzlich stirbt beginnen sich die Familienmitglieder langsam zu verändern und driften langsam von einander Weg. Als die Mutter dann noch unerwartet an Krebs stirbt, bleiben Jack, Julie und ihre beiden jüngeren Geschwister alleine in dem Haus zurück. Da ihnen die Abschiebung in ein Kinderheim droht, fassen die Kinder den Entschluss die Mutter im Keller einzuzementieren, um so deren Ableben zu verbergen. Ohne die festen familiären Strukturen beginnt sich jedes der Kinder nun immer schneller zu verändern und driften dabei immer weiter von einander ab. 

    Nachdem ich von "Saturday" einigermaßen begeistert war, wollte ich noch etwas anderes von Ian McEwan lesen und da kam mir dieses kurze Buch mit seiner doch pikanten Thematik sehr zupass. Der Schreibstil des Autors konnte mich schon bei seinem anderen Buch begeistern, doch bei dieser Geschichte konnte mich der Autor auf sprachlicher Ebene sogar noch ein Stückchen mehr abholen. Man bekommt bunte beschreibende Bilder geliefert, ohne dass die Geschichte dabei zu zäh werden würde, oder der Lesefluss eingeschränkt werden würde. Ian McEwan konnte meiner Meinung nach also die besonderen Lebensumstände, in die sich die 4 Heranwachsenden manövriert hatten, sehr gut darstellen und erzeugte dabei eine besondere und drückende Atmosphäre, die ich ähnlich einem schwülen, drückend heißem Sommertag empfand, an dem die Zeit stillzustehen scheint. Neben dem Schreibstil konnte mich die Geschichte auch mit ihrer kranken und gewöhnungsbedürftigen Handlung abholen. Dadurch, dass man in der Geschichte nur einen einzigen maßgebenden Handlungsstrang hat, der sich immer weiter auflädt und polarisiert fliegt man beim Lesen nur so durch die Geschichte. Das Thema mag nicht für jeden passend sein, doch man kann ihm nicht absprechen, dass er Garant für Spannung ist. Am meisten Begeistern konnte mich Ian McEwan aber mit den Charakterzeichnungen. Zwar kam ich keinem der Protagonisten auf emotionaler Ebene nahe, doch das wäre meiner Meinung nach bei dieser Handlung nicht möglich gewesen. Man blickt viel mehr als unbeteiligter Zuseher auf eine Horde kranker Minderjähriger herab und wünscht sich dabei, niemals in so einem emotional verwahrlostem Zustand wie diese zu Enden. Was Ian McEwan allerdings geschafft hat ist, dass jeder der Protagonisten eine andere Richtung in seiner emotionalen bzw. körperlichen Verwahrlosung einnimmt. Am besten merkt man dies in meinen Augen bei Jack und seinem kleinen Bruder. Jack verwahrloste körperlich und ich muss sagen, dass ich mich während des Lesens vor ihm ziemlich ekelte, wohingegen bei seinem jüngeren Bruder die emotionale und soziale Verwahrlosung erschreckende Ausmaße annimmt. Das Meisterwerk des Autor besteht dabei aber, dass er mir die Charaktere und deren doch recht abartige Entwicklung als authentisch verkaufte. Ich hatte das Gefühl, dass das ganze so gerade sich irgendwo abspielen könnte, und ich nur nichts davon wissen würde. Ein einziges kleines Problem hatte ich allerdings damit, dass ich vor allem gegen Ende der Geschichte nicht mehr mit der Handlung auch nur ansatzweise identifizieren konnte. Ich hatte am Ende einfach das Gefühl, dass es zu viel wurde. 

    Letztendlich ist das Buch aber extrem lesenswert - wie alle Bücher des Autors - , alleine durch diese doch recht unkonventionelle und krasse Thematik. Die Umsetzung ist auch insofern gelungen, dass mich das Buch trotz seiner Knappheit schockieren konnte. 

  10. Cover des Buches Generation Doof (ISBN: 9783404605965)
    Stefan Bonner

    Generation Doof

     (660)
    Aktuelle Rezension von: hannaxp

    Ich hab das Buch “Generation Doof” sehr sehr lange vor mir her geschoben und war auch nicht wirklich positiv überrascht. Der Schreibstil ist ziemlich langweilig und zieht sich sehr in die Länge, was ich persönlich nicht sehr gut fand. Am Anfang musste ich ab und zu mal lachen, aber danach wurde es irgendwie immer “schlechter”. Ich gebe dem Buch trotzdem 3 Sterne, weil der Gedanke für dieses Buch eigentlich sehr gut und kreativ war und es sich trotzdem mit einem wichtigem Thema befasst. 

  11. Cover des Buches Sterbenskalt (ISBN: 9783596188345)
    Tana French

    Sterbenskalt

     (293)
    Aktuelle Rezension von: Yolande
    Tana French kam 1973 als Tochter eines amerikanischen Ökonomen und einer Italienerin in den USA zur Welt. Durch die Arbeit ihres Vaters lebte sie als Kind in verschiedenen Entwicklungsländern, unter anderem in Malawi aber auch in den USA, in Italien und Irland. Nach ihrem Schauspielstudium am  Trinity College in  Dublin arbeitete sie für Film und Fernsehen. Sie war einige Zeit Mitglied der irischen Purple Heart Theatre Company. Seit 1990 lebt sie in Dublin, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Über ihre Eltern hat French auch die amerikanische und die italienische Staatsbürgerschaft. (Wikipedia).
    Die Romane von Tana French spielen in Dublin und Ungebung. In jedem Band spielt ein anderes Mitglied des Dubliner Morddezernats (das es in Wirklichkeit gar nicht gibt) die Hauptrolle. Jedes dieser Bücher steht für sich unabhängig und nimmt keinen Bezug auf die vorherigen Bände. 
    "Sterbenskalt" ist der dritte Band dieser reihe.


    Inhalt (Klappentext):
    Frank Mackey, Undercover-Ermittler, hat seine Familie seit 22 Jahren nicht gesehen. Die vier Geschwister, den trinkenden, gewalttätigen Vater, die ruppige Mutter. Er wollte der Armut und Perspektivlosigkeit seines Viertels für immer entfliehen - zusammen mit seiner ersten großen Liebe Rosie. Doch die hatte ihn versetzt und war allein nach England aufgebrochen, so hat Frank es jedenfalls immer gedacht. Bis Rosies Koffer und ihre Fährtickets in dem alten Abbruchhaus in der Straße seiner Kindheit gefunden werden. Frank muss zurück nach Faithful Place - und feststellen, dass er diesen dunklen Ort immer in sich getragen hat.


    Auch in diesem Roman steht das Verbrechen nicht unbedingt im Vordergrund. Es wird wieder viel mehr Wert auf das Innenleben des Ermittlers gelegt. Und wie immer gelingt es Tana French mit ihrem unnachahmlichen Schreibstil, die ganze psychische Misere des Protagonisten für den Leser offenzulegen. Durch Rückblenden in die Kindheit und Jugend ensteht so ein sehr gutes Bild. Der Hauptprotagonist kommt dem Leser dadurch sehr nah, auch wenn er nicht durchweg sympathisch wirkt und handelt. Aber man kann viele seiner Handlungsweisen nachvollziehen.
    Manchmal verliert sich die Story etwas zu arg in Details, aber sie schreitet doch unaufhaltsam zu ihrem Ende. Dieses ist nicht unbedingt spektakulär, aber auch das kenne ich inzwischen von Tana French und es bedeutet für mich keinen Nachteil.


    Fazit: Wer interessante und gut geschriebene Krimis ohne blutrünstige Details sucht und mehr Wert auf die psychologischen Hintergründe einer Tat legt, liegt mit Tana French-Krimis genau richtig.
  12. Cover des Buches Es (ISBN: 9783453504080)
    Stephen King

    Es

     (2.258)
    Aktuelle Rezension von: Seitenwelt
    Es ist definitiv eines von Stephen Kings Monumentalwerken. Aber seien wir ehrlich, wäre es wirklich noch so gut, wenn es nur halb so lang wäre? Es ist gerade der für Stephen King übliche langsame, aber stetige Aufbau der Spannung, der dieses Buch ausmacht. Treibt er es damit auf die Spitze? Ja. Natürlich. Aber was soll ich sagen, er kann es eben. Das ist seine große Stärke und das merkt man in dem Buch ganz deutlich.
    Aber beginnen wir am Anfang. In diesem Buch geht es - ganz kurz gesagt - um eine Gruppe Kinder, die eine unbekannte Macht jagen, die Menschen umbringt, und die als Erwachsene zurückkehren, um ihre Taten zu vollenden. Und doch geht es um so viel mehr.
    Wir haben hier eine Gruppe Kinder, die sich mit Morden konfrontiert sehen. Allein das ist schon eine höchst sonderbare Konstellation, zumal diese Kinder nichts besonderes an sich haben. Sie sind einfach nur ganz normale Kinder. Wir lernen diese Kinder auf den vielen Seiten dieses Buches sehr gut kennen, ihre Sorgen, ihre Gedanken, ihre Freuden, aber vor allem ihre Ängste. Hier kommt nun auch schon das erste leider: Leider liegt der Fokus so stark auf den Kindern, dass die meisten andern Figuren eher blass bleiben. Sie verschwimmen im Hintergrund und viele Personen, die für die Kinder wichtig sein sollten, werden sogar nur erwähnt. Die Kinder werden in ihrer eigenen kleinen, kindlichen Blase dargestellt, und nur diese gemeinsame Welt wird gezeigt. Nun ja, andernfalls wäre das Buch vermutlich noch deutlich länger geworden. Und zwar unterscheiden sich die Kinder in ihrer Persönlichkeit und ihren Fähigkeiten sehr stark, der Fokus liegt aber ganz klar auf Bill. Die anderen Kinder haben ihre Momente, aber Bill ist die treibende Kraft, derjenige, der wirklich aktiv wird, derjenige, der alles vorantreibt und die Gruppe zusammenhält. Er ist allerdings auch derjenige aus der Gruppe, den Es am stärksten beeinflusst hat. Schnell wird für die Kinder klar, dass es nicht nur um Rache geht, sondern auch um ihr eigenes Überleben.
    Trotz seiner Länge verliert das Buch nie seine Spannung. Es ist keines der Bücher, von denen man sich nicht losreißen kann, die einen nachts nicht mehr schlafen lassen. Aber diese ständige, leichte Steigerung der Spannung hält einen die ganze Zeit bei der Stange. Was mich stellenweise völlig aus dem Lesefluss gerissen hat, waren die Perspektivwechsel mitten in der Szene, denen ich nicht immer ganz leicht folgen konnte. Aber auch das ist man von Stephen King ja gewöhnt.
    Die Auflösung und der Hintergrund der ganzen Geschichte waren höchst seltsam, Stephen King typisch eben. Obwohl ich mir an der Stelle tatsächlich noch etwas Erklärung gewünscht hätte, warum das denn alles so war und was es damit auf sich hatte. Aber das bleibt nun meiner Fantasie und Interpretation überlassen.
    Wie bereits erwähnt ging es in dem Buch um den Kampf gegen ein unbekanntes mörderisches Monster. Aber es geht um so viel mehr - und das wird sogar in einem Dialog im Buch aufgegriffen. Es geht um Freundschaften, Pflichtgefühl und um Kindheitsängste, und wie sie uns bis ins Erwachsenenalter hinein begleiten können, vielleicht sogar für den Rest unseres Lebens. Letzteres hat mich ganz besonders fasziniert. Wir wissen zwar als Erwachsene, dass es da kein Monster im Schrank oder unter dem Bett gibt (oder was auch immer einem als Kind Angst gemacht hat), aber wenn man dann in eine Situation kommt, in der man daran erinnert wird und in der es wieder so real erscheint… ist die Angst dann wirklich weg? Sind wir dann wirklich die rational denkenden Erwachsenen? Oder kommt das Kinder in uns wieder hervor, wenn wir an usnere Kindheit erinnert werden, und mit ihm all die Ängste? Sind diese Ängste als Erwachsene nicht sogar schlimmer, weil sie nicht in unser gefestigtes Weltbild passen, aber dennoch so echt erscheinen, es aber vernünftigerweise gar nicht sein können? Diese Themen ziehen sich durch das ganze Buch. Es sind Ängste, die jeder einzelne von uns verstehen und nachvollziehen kann. Und gerade das macht dieses Buch so mächtig. Es ist keine abstrakte Angst, die hier geschaffen wird, sondern eine verdammt reale, die in uns schlummert, und die man weckt.

  13. Cover des Buches Teufelszeug (ISBN: 9783453406032)
    Joe Hill

    Teufelszeug

     (88)
    Aktuelle Rezension von: Aglaya
    Nachdem Igs Freundin Merrin ermordet wurde, gerät er erst selbst unter Verdacht. Als die Polizei ihm nichts nachweisen kann, normalisiert sich sein Leben wieder – bis er eines Morgens, ein Jahr nach dem Mord, mit Hörnern erwacht und von allen Leuten erfährt, was sie wirklich denken…

    Die Rahmengeschichte wird in der 3. Person aus der Sicht des Protagonisten Ig erzählt. Innerhalb dieser Rahmengeschichte nimmt Ig immer wieder Einblick in die Gedanken und Erinnerungen anderer, was dann natürlich in deren Perspektive geschildert wird. Wer hinter dem Mord an Igs Freundin steckt, wird schon nach weniger als einem Fünftel des Buches klar, und auch der genaue Ablauf der Tat lässt nicht lange auf sich warten. Durch die Erinnerungen der Beteiligten erlebt Ig wie auch die Leser genau mit, was damals geschehen ist. So hält sich die Spannung in Grenzen, bald schon geht es nur noch darum, wie Ig mit seinem Wissen umgeht. Was eigentlich mit Ig genau passiert ist, wird übrigens nicht aufgeklärt.

    Der Schreibstil des Autors Joe Hill, der übrigens der Sohn von Stephen King ist, lässt sich flüssig lesen, sodass ich das Buch, das mit über 500 Seiten für den nicht sehr üppigen Inhalt etwas gar lang geraten ist, in wenigen Tagen ausgelesen hatte.

    Mein Fazit
    Die Auflösung kommt zu früh
  14. Cover des Buches Die Eisprinzessin schläft (ISBN: 9783548286433)
    Camilla Läckberg

    Die Eisprinzessin schläft

     (229)
    Aktuelle Rezension von: PoldisHoerspielseite

    Nach dem tödlichen Unfall ihrer Eltern ist Autorin und Journalistin Erica Falk wieder in Fjällbacka, dem Dorf ihrer Jugend, um sich um das Haus Eltern zu kümmern. Doch auch ihre Jugendfreundin Alexandra ist gerade zu Besuch und wird ermordet aufgefunden. Als sie gefragt wird, ob sie einen Nachruf auf die Verstorbene verfassen will, beginnt sie sich immer mehr auf den Fall zu konzentrieren und stellt Nachforschungen zum Mörder an. Doch auch Patrick Hedström von der örtlichen Polizei ist dem Täter auf der Spur, sodass die beiden sich immer wieder in die Quere kommen – und bald auch Gefühle füreinander entwickeln…

    Die Reihe um Erica Falk und Patrick Hedström ist mittlerweile deutlich angewachsen, den Start hat Autorin Camilla Läckberg aber mit „Die Eisprinzessin schläft“ verfasst. Und wie es bei einer Reihe mit wiederkehrenden Ermittlern nun mal (zumeist) der Fall ist, werden auch hier die Charaktere und deren persönliche Situation ausführlich vorgestellt. Und so ist dieser erste Band auch geprägt von den Umständen vom Tod von Ericas Eltern, später auch immer mehr von ihrer aufkeimenden Beziehung zu Patrick Hedström, den sie ebenfalls noch aus ihrer Jugend kennt. Für meinen Geschmack ist gerade dieser Teil etwas zu ausgeprägt, auch wenn dadurch durchaus einige interessante Noten mit einfließen. Die Charaktere sind sehr intensiv beschrieben, man bekommt viele Einblicke in ihre Gefühle und Gedankenwelt, sie sind stark gezeichnet, auch wenn die Autorin dazu neigt, die Ausprägung von Gut und Böse etwas zu stark einzubringen – Grautöne gibt es nur wenige. Sehr gut hat mir gefallen, dass das Tausend-Seelen-Dorf Fjällbacka sehr lebendig und eingängig beschrieben wird und so eine sehr glaubwürdige Stimmung entsteht.

    Der Plot ist Läckberg sehr gut gelungen, von dem noch recht langsam erzählten Start entwickelt sich eine spannende Handlung, die sich immer weiter verdichtet und mit vielen packenden Elementen und gelungenen Finten versehen ist. Mir gefällt, dass mehrere Personen verdächtig sind und Motiv und Gelegenheit für den Mord hätten und am Ende dennoch eine ebenso überraschende wie logisch aufgebaute Auflösung präsentiert wird. Die Gedankengänge, die an den Anfang der einzelnen Kapitel gestellt wurden und von verschiedenen Figuren stammen, sind ein gelungener Stilbruch und fordern den Leser immer wieder zum Mitdenken aus, zumal so einige sehr interessante Ideen eingebunden wurden.

    „Die Eisprinzessin schläft“ ist als erster Teil der Reihe um die beiden Ermittler noch mit einem recht langsamen Start versehen, da Lebensumständen und privaten Entwicklungen recht viel Aufmerksamkeit gewidmet werden. Das ist keinesfalls langweilig erzählt, mir persönlich gefallen die späteren, sehr intensiv und spannend erzählten Parts aber deutlich besser. Ein lesenswerter Auftakt, der neugierig auf die weiteren Teile der Reihe macht.   

  15. Cover des Buches Die Blechtrommel (ISBN: 9783423138192)
    Günter Grass

    Die Blechtrommel

     (543)
    Aktuelle Rezension von: Lorenz1984

    Danke Herr Grass für diesen längeren Ausflug in die Welt von Oskar Matzerath. 

    Dieses Buch kann ich definitiv mit nichts vergleichen was ich bisher gelesen habe... 

    Jedem zu empfehlen der Lust auf etwas unkonventionelles hat! 

  16. Cover des Buches Eine Vampirin auf Abwegen (ISBN: 9783802581830)
    Lynsay Sands

    Eine Vampirin auf Abwegen

     (362)
    Aktuelle Rezension von: Sarah31

    Lissianna Argeneau ist wahrscheinlich die einzige Vampirin, die kein Blut sehen kann. Deshalb erhält sie von ihrer Mutter ein ungewöhnliches Geburtstagsgeschenk: Einen Psychiater, der sie von ihrer Blutphobie befreien soll. Doch als Lissianna den charmanten Dr. Gregory Hewitt mit einer Schleife um den Hals gefesselt in ihrem Bett vorfindet, erkennt sie auf den ersten Blick, dass er mehr ist als nur ein schneller Snack für zwischendurch...

  17. Cover des Buches Totenweg (ISBN: 9783404178131)
    Romy Fölck

    Totenweg

     (259)
    Aktuelle Rezension von: JennysWorldofBooks

    🦋Zum Inhalt: 


    Frida, eine angehende Polizeistudentin, fährt nach Jahren wieder zurück in ihre Heimat, da ihr Vater brutal überfallen wurde. Dort wird sie mit den Erlebnissen und Bekannten aus ihrer Vergangenheit konfrontiert, vor der sie weg gelaufen ist . Ihre beste Freundin Marit wurde getötet und sie hat jahrelang verschwiegen, dass sie den Mörder zu kennen glaubt.


    🦋Meine Meinung:


    Ich kannte die Autorin Romy Fölck und ihre Bücher bis dato gar nicht . Eine liebe Bekanntin hat mir die Buchreihe empfohlen und mir direkt zum Lesen mitgegeben.

    Ich muss sagen, dass ich froh darüber bin, weil ich sonst eine talentierte Krimi- Autorin verpasst hätte .

    Das Buch „Totenweg“ war von Beginn an spannend und der Nervenkitzel zog sich bis zur letzten Seite. Ich habe während des Lesens gefühlt 5x eine Vermutung des Mörders in meinem Kopf erstellt, die immer wieder verworfen wurde, sodass es nachher doch eine Überraschung für mich war 🤗

    Der Schreibstil erweckt eine düstere Atmosphäre, authentische Protagonisten und erfüllt alle Erwartungen an einen „guten“ Krimi. 

    Es gab viele überraschende Wendungen und neue Situationen die das Leseerlebnis abermals positiv unterstrichen haben .

    Das Buch gehört zur Elbmarsch-Krimi Reihe und umfasst bisher 4 Bände. Ich kann Teil 2 kaum erwarten und bin froh, dass ich den schon zu Hause habe .

    Klare #leseempfehlung für Krimi-Nasen


    Habt ihr die Bücher schon gelesen?


    ⭐️ 5/5

  18. Cover des Buches Töchter (ISBN: 9783499290152)
    Lucy Fricke

    Töchter

     (83)
    Aktuelle Rezension von: Minijane


    Bewertet mit 4 Sternen

    Martha und Betty verbindet eine lange Freundschaft, deshalb lehnt Betty auch nicht ab, als Martha sie um einen besonderen Gefallen bittet. Martha's Vater Kurt ist todkrank und möchte zum Sterben in die Schweiz gebracht werden. Da Martha nach einem traumatischen Unfall nicht mehr Auto fährt, soll ihre beste Freundin Betty als Fahrerin diese Reise begleiten. Im Grunde empfindet Martha die Bitte ihres Vaters als Zumutung, denn in ihrem Leben war er eigentlich immer nur abwesend. Jetzt zum Sterben meldet er sich wieder und appelliert an ihr Mitgefühl und ihre Liebe.

    Ich muss gestehen, ich habe eine ganz andere Geschichte bekommen, als die, die ich erwartet hatte. Der Roadtrip mit dem röchelnden Vater auf der Rückbank seines klapprigen Golfs endet doch nicht so schnell im Sterbehilfeinstitut wie die beiden Frauen und auch ich gedacht haben. Stattdessen wird es eine Reise in die Vergangenheit, auch in die von Betty und eine intensive Aufarbeitung der eigenen Kindheit, mit Vätern, die ihre Töchter so oder so verlassen haben.

    Während Martha ihr Kindheitstrauma kompensiert hat, indem sie permanent aber bisher erfolglos versucht hat noch schwanger zu werden ( mit 40 wird es langsam immer schwieriger), weil sie es unbedingt besser machen will, hat Betty einer eigenen Familie völlig abgeschworen. Als ruhelose Schriftstellerin jettet sie durch die Welt , vermietet ihre teure Berliner Wohnung derweil über Airbnb und kann nicht verwinden, dass ihr Ziehvater Ernesto sie und ihre Mutter von heute auf morgen verlassen hat. Die Ich-Erzählerin Betty ist so zynisch, dass es schon weh tut. Je hoffnungsloser die Situation ist desto öfter blitzt der schwarze Humor zwischen den Zeilen auf.

    "Ich wollte hier nicht zur asozialen Alkoholikerin verkommen und wusste sehr genau, dass es von der sozialen zur asozialen Trinkerin nur ein Schritt war, und dieser Schritt war die Uhrzeit. Nicht grundlos war ich ein Nachtmensch, so hatte ich mehr Zeit für den Alkohol."

    Leider hat das Buch zur Mitte hin ein paar Längen und der letzte Reiseabschnitt, der auf eine griechische Insel führt, war nach meinem Geschmack etwas zu abgedreht.  Der Schreibstil, wie es im Klappentext, wie ich finde treffend beschrieben ist als Humor aus Notwehr, macht das Buch schon zu einem Lesegenuss, auch wenn mich der Plot nicht 100% überzeugen konnte.

  19. Cover des Buches Emilia Galotti (ISBN: 9783518188446)
    Gotthold Ephraim Lessing

    Emilia Galotti

     (876)
    Aktuelle Rezension von: Bionoema

    Lessing gilt als einer der Autoren der Aufklärung im 18. Jahrhundert. Eines seiner bekanntesten Werke und z.T. Mitglied des schulischen Lesekanons ist das Drama Emilia Galotti. Ich mag seinen Schreibstiel sehr gerne, auch die Themen, die er anprangert. Leider ist das Einfühlungsvermögen und die Empathie gegenüber der Figuren recht eingeschränkt, das unsere heutige Gesellschaft über diesen Punkt in der Beziehungsebene seit langem herausgewachsen ist; woran Herr Lessing vielleicht nicht ganz unschuldig ist. Daher war es für mich nicht wirklich unterhaltsam, bereichernd oder nachhallend. Dennoch ein Stück Literaturgeschichte, dass uns mal wieder vor Augen führt, wie weit wir innerhalb der letzten 250 Jahren vorangeschritten sind!

  20. Cover des Buches Mensch ohne Hund (ISBN: 9783442739325)
    Hakan Nesser

    Mensch ohne Hund

     (220)
    Aktuelle Rezension von: DaemmerungderNacht25

    Ursprünglich hatte mich das Buch aufgrund des Titels interessiert; ich hatte erwartet, dass in der Handlung ein Hund vorkommen würde oder zumindest für einen Schlüsselmoment wichtig sei. Tatsächlich aber ist es bloß der Titel eines Romans einer der Figuren (kein Spoiler, das erfährt man schon früh im Buch!).
    Erst nach 200 Seiten kommt endlich mal der Inspektor hinzu. Die Handlung ist schleppend, wichtigen Hinweisen folgt der Inspektor nicht oder lässt sich ewig Zeit damit. (Meiner Meinung nach ist dieser langsame Ablauf sehr unrealistisch, da ich mich schon länger mit der Arbeit von echten Kriminalfällen auseinander setze.)
    Als Leser selbst weiß man schon vor Erscheinen des Inspektors, wer der Täter ist. Auch im Buch selbst steigt jemand anderes dahinter, ehe es der Inspektor durchschaut.
    Als Leser wartet man also bloß genervt darauf, ass der Inspektor endlich mal etwas begreift und handelt. Aber der ist die Ruhe selbst, ein langweiliger Typ der alle Zeit der Welt zu haben scheint.
    Es gibt keinerlei Überraschungsmomente und sogar das Ende zieht sich zäh wie Kaugummi.
    Mein Fall war es also leider überhaupt nicht!

  21. Cover des Buches Carrie (ISBN: 9783404180066)
    Stephen King

    Carrie

     (1.459)
    Aktuelle Rezension von: mesu

    Ein frühes Meisterwerk des King of Horror. Eindringliche und spannende Geschichte über die junge Carrie, deren Leben von einer fanatisch religiösen Mutter geprägt ist. Eine Außenseiterin an der Schule, gehasst, gepeinigt und gemobt. Carrie ist andersartig, sogar böse, und das bekommen ihre Mitschüler  eines Tages grausam zu spüren.

    Eine nervenzehrende und grausame Geschichte- gekonnt erzählt. 

    Stephen King ist immer lesenswert!


  22. Cover des Buches Die Toten Hosen (ISBN: 9783498073794)
    Philipp Oehmke

    Die Toten Hosen

     (46)
    Aktuelle Rezension von: Steffi85

    Ich brauchte ein bisschen, um in das Buch reinzufinden, danach hat mir das Buch aber super gefallen.
    mich hab vieles erfahren, was ich noch nicht wusste - gerade auch wie DTH sich Stück für Stück verändert hat, wie die ersten Konzerte waren, wo sie überall gespielt haben…und auch welche Bedeutung manche Lieder haben, fand ich interessant zu lesen.

    Auf jeden Fall werde ich auch das Buch „Hope Street“ lesen. Ich finde es spannend was über die Vergangenheit der Bandmitglieder zu erfahren.


  23. Cover des Buches Mein Ein und Alles (ISBN: 9783328105183)
    Gabriel Tallent

    Mein Ein und Alles

     (104)
    Aktuelle Rezension von: hamburgerlesemaus

    Meine Freunde würden jetzt sagen: „Deine Buchempfehlungen sind immer schön, aber immer traurig“.
    Ja, ich liebe Bücher, die mich berühren, die nachwirken, die man nicht Morgen bereits vergessen hat.
    Und ja, hier kommt schon wieder ein typisches Christiane-Buch:

    Die 14-jährige Turtle wächst, nach dem frühen Tod ihrer Mutter, alleine bei ihrem Vater Martin, entfernt von Zivilisation, in den Nordkalifornischen Wäldern, auf.

    Einst war Martin der Frauenschwarm schlecht hin, zurückgeblieben ist ein waffenvernarrter Soziopath und Psychopath.
    Er missbraucht seine Tochter physisch und psychisch.

    Turtle, die nie ein anderes Vorbild hatte, versucht ihrem Vater zu gefallen und ist ihm absolut hörig.
    Sie kennt Waffen wie die Natur: in- und auswendig. Die Schule besucht sie kaum, sie ist eine Außenseiterin und möchte auch keinen Kontakt haben.

    Eines Tages taucht ihr Mitschüler Jacob auf und zum ersten Mal erfährt sie, das Freundschaft nichts mit Gewalt zu tun hat.
    Ob Martin auch so von Turtles neuem Freund begeistert ist?

    Das Buch ist nichts für zarte Seelen. Es geht um Gewalt, Waffen, sexuelle Übergriffe und es hagelt Schimpfwörter..
    Aber dennoch ein #lesetipp

  24. Cover des Buches Quicksand: Im Traum kannst du nicht lügen (ISBN: 9783404179633)
    Malin Persson Giolito

    Quicksand: Im Traum kannst du nicht lügen

     (89)
    Aktuelle Rezension von: Kati1211

    Ich habe die Serie auf Netflix gesehen und ich war begeistert. Deswegen wollte ich das Buch unbedingt lesen. Und ich muss sagen, auch das Buch ist echt toll.

     Das Cover gefällt mir sehr gut. Ich finde die zerbrochene Glasscheibe eine tolle Idee und es passt zu Inhalt des Buches. 

    Den Schreibstil finde ich gut. Auch finde ich es super, dass man Majas Gedanken mitbekommt, was man ja in der Serie nicht tut. Ich fand es sehr interessant ihre Gedanken zu erfahren, aber auch die Rückblick waren toll um mehr über ihre Vergangenheit zu erfahren. 

    Das Thema des Buches finde ich mega interessant und Malin Persson Giolito hat es toll umgesetzt. Nichts desto trotz habe ich hier einen kleinen Kritikpunkt. Der Anfang und das Ende haben mir sehr gut gefallen. Allerdings finde ich, dass es in der Mitte etwas langweilig würde und ein paar Szenen waren meiner Meinung nach etwas unnötig. Während ich den Anfang und das Ende ziemlich schnell gelesen habe, fiel es mir in der Mitte etwas schwerer und es hat sich ein bisschen hingezogen. Dennoch hat mir das Buch gut gefallen. 

    Maja finde ich eigentlich ziemlich sympathisch und man konnte mit ihr mitfühlen und ihre Handlungen teilweise nachvollziehen, vor allem als man nach und nach mehr erfahren hat. Generell hat Malin Persson Giolito starke und interessante Charaktere erschaffen. 

    Quicksand ist ein interessanter Roman, den ich auf jeden Fall empfehlen kann, auch wenn es teilweise etwas langatmig war. Ich fand das Buch allerdings besser als die Serie, da man eben Majas Gedanken mitbekommen hat. Aber auch die Serie ist sehr empfehlenswert.

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