Bücher mit dem Tag "emigration"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "emigration" gekennzeichnet haben.

38 Bücher

  1. Cover des Buches Americanah (ISBN: 9783596521067)
    Chimamanda Ngozi Adichie

    Americanah

    (223)
    Aktuelle Rezension von: anni_055

    Das Buch erzählt die Geschichte einer jungen nigerianischen Frau und eines jungen nigerianischen Mannes. Beim lesen begleitet man sie durch verschiedene Lebensphasen und kriegt sowohl spannende Einblicke in das Leben  der Mittelschicht (damals) in Nigeria wie auch in das Leben als Westafrikaner in den USA und Großbritannien. Es ist sehr gut geschrieben und die Charaktere sind sehr authentisch. Insgesamt konnte ich mich während des Lesens immer wieder gut in sie hineinversetzen und habe mit ihren Erfolgen und Niederlagen sehr mitgefühlt. Die Autorin befasst sich auf eine sehr ehrliche und erfrischende Art mit Themen wie Liebe, Gesellschaftliche Strukturen und Heimat. Dabei fand ich es sehr spannend Einblicke in eine nigerianische Perspektive auf  die USA und Großbritannien, aber auch auf Themen wie Rassismus, soziale Unterschiede und Migration zu bekommen. Insgesamt fand ich das Buch sehr gut und würde es vielleicht sogar zu den besten zählen, die ich bisher gelesen habe. Ich würde es jeder Person weiterempfehlen, die gerne spannende Bücher über das echte Leben liest, inklusive den allgegenwärtigen Themen wie Liebe, Freundschaft und Zukunftsängsten, aber auch mit gesellschaftlich relevanten Themen, wie Korruption, Machtstrukturen, Reichtum, Rassismus und Sexismus. 

  2. Cover des Buches Die Wolke (ISBN: 9783473544011)
    Gudrun Pausewang

    Die Wolke

    (955)
    Aktuelle Rezension von: Perse
    • Details:

    Ausgabe: Taschenbuch 

    Erscheinungsjahr: 1987

    Altersempfehlung: ab 12 Jahren

    Verlag: Ravensburger 

    Genre: Jugendliteratur

    Seitenanzahl: 223

    • Inhalt:

    Was niemand wahrhaben wollte, passiert: Deutschland erlebt einen atomaren Unfall. Die 14-Jährige Janna-Berta verliert ihre Familie und ist auf sich allein gestellt.

    • Wie das Buch zu mir gefunden hat:

    Das Buch hat mich über ein Verschenkeregal gefunden. Ich habe damals den Film im Schulunterricht gesehen und wollte schon immer das Buch dazu gelesen haben, jetzt habe ich es endlich getan...

    • Meinung:

    Das Thema dieses Buches ist unheimlich intensiv. Gudrun Pausewang erzählt die Geschichte klar, hart und absolut authentisch. Beim Lesen trifft einen der ungeschönte Realismus dieser Welt mit voller Wucht. Das Buch zeigt schmerzhaft, dass in unserer Gesellschaft und Politik eben nicht immer alles "Friede, Freude, Eierkuchen" ist.

    • Fazit:

    Zu Recht den Jugendliteraturpreis 1988 gewonnen. Dieses Werk gehört für mich zur Pflichtlektüre!

    • Empfehlung:

    Für alle, die qualitativ hochwertige Jugendliteratur suchen und/oder Fans von Gudrun Pausewang sind.

    Eine Kauf- und Leseempfehlung von mir!

    • Tipp:

    Schaut euch den gleichnamigen Film von 2006 an.

    • Lieblingszitate:

    "Kein Ton von den Herren, die so gerne reden."

    Prolog - Seite 7

    "Versagen ist menschlich. Mit Versagen nicht zu rechnen, ist verantwortungslos und unmenschlich.''

    Prolog - Seite 9

    "»Ruhe ist die erste Bürgerpflicht.«"

    Kapitel 1 - Seite 23

    "»Handeln Sie mit Verantwortungssinn!«"

    Kapitel 2 - Seite 33

    "Das also würde der neue Unterschied zwischen Arm und Reich sein."

    Kapitel 8 - Seite 127

    "»Die Leute fangen schon wieder an zu vergessen«,..."

    Kapitel 10 - Seite 153

    "»Menschen sind zu allem fähig«,..."

    Kapitel 10 - Seite 154

  3. Cover des Buches Das Erbe der Rosenthals (ISBN: 9783404178285)
    Armando Lucas Correa

    Das Erbe der Rosenthals

    (100)
    Aktuelle Rezension von: Buchspinat

    Zum Inhalt:

    New York 2014: Annas Vater ist 2001 beim Anschlag auf das World Trade Center ums Leben gekommen. Anna hat ihn nie kennengelernt. Als unverhofft ein Brief ihrer Großtante Hannah aus Kuba eintrifft, beschließt sie, ihre Großtante in Kuba zu besuchen, um endlich etwas über ihren Vater herauszufinden.

    Berlin 1939: Hannah ist elf Jahre alt, als sie mit ihrer Familie auf der St. Louis Richtung Kuba aufbricht, um die Gefahren des Nationalsozialismus hinter sich zu lassen. Denn sie sind jüdischen Glaubens. Doch während der Reise ändert Kuba die Einreisebedingungen und nur wenige Menschen dürfen das Schiff in Kuba verlassen. Hannahs Familie wird auseinandergerissen und ihr Vater zurück nach Deutschland geschickt…

    Meine Meinung:
    Die Geschichte spielt in zwei Handlungssträngen. Da ist einmal die elfjährige Hannah, die gemeinsam mit ihrem besten Freund nicht wirklich versteht, in welcher Gefahr sie beide und ihre Familien schweben. Wie sollten sie auch?
    Doch dann gelingt ihren Familien die Ausreise nach Kuba mit dem Schiff. Auf der St. Louis ist die Welt in Ordnung. Der Kapitän jemand, der das Leid der Menschen nicht ausnutzt und das Herz am rechten Fleck besitzt. Und der – als klar wird, dass Kuba nicht – wie ursprünglich zugesagt – alle Menschen an Bord der St. Louis aufnehmen wird, alles Menschenmögliche tut, um die Menschen nicht zurück nach Deutschland bringen zu müssen.

    Hannah und ihr bester Freund Leo erleben auf der St. Louis ein paar unbeschwerte Wochen. Ihre kindliche Freude beim Lesen zu spüren nach all der schweren Zeit der Entbehrungen und Drangsalierung hat mein Herz berührt. Als klar wird, dass nur Hannah und ihre Mutter Kuba betreten dürfen, verändert das alles. Für immer.

    Der zweite Handlungsstrang handelt 2014 von Anna, die unbedingt mehr über ihren Vater und sein Leben herausfinden möchte. Ihre Mutter kämpft seit dessen Tod mit Depressionen und ihr Kummer war deutlich spürbar beim Lesen. Anna umsorgt ihre Mutter und versucht, ihr da rauszuhelfen, doch das ist für ein Kind eine zu schwere Bürde.

    Als der Brief der Großtante Hannah aus Kuba eintrifft und Annas Mutter beschließt, mit Anna nach Kuba zu reisen, verbinden sich die beiden Handlungsstränge zu einer gemeinsamen Geschichte.

    Der Leser erfährt, wie es Hannah und ihrer Mutter auf Kuba ergangen ist, ob sie ihren Vater und Leo jemals wiedergesehen hat.  So viele tragische Schicksale. So viel Abschied. So viel Tod.

    Die Geschichte wird bildhaft ergänzt durch Fotos der originalen Passagierliste und der Passagiere der St. Louis. Dadurch bekommt dieser Roman nochmal eine andere, sehr dunkle Schwere.

    Zu wissen, dass diese Geschichte nicht fiktiv ist und die Männer, Frauen und Kinder auf den Fotos nur zu einem kleinen Teil den Holocaust überlebt haben, das tut schon beim Anschauen im Herzen weh.

    Zu wissen, dass es Länder gab, wie die USA und Kanada und einige andere, die es abgelehnt haben, die Passagiere der St. Louis aufzunehmen und viele von ihnen somit in den sicheren Tod geschickt haben, macht beim Lesen fassungslos.

    Die Geschichte lässt beim Lesen den Schrecken des Nationalsozialismus dem Leser wieder deutlich werden und man zieht beim Lesen erschreckende Parallelen zur heutigen Zeit.

    Hass, Ausgrenzung, Faschismus erfahren in diesen Tagen immer mehr Zuspruch. Sei es aus der Bevölkerung oder aus der Politik. Faschismus wird wieder salonfähig. Das darf nicht geschehen. Nicht heute und auch nicht in der Zukunft. Und es liegt in unserer Hand, dass wir in Zukunft nicht in einem faschistischen Regime leben.

    Wir sind alle Menschen. Wir tragen alle das gleiche Blut in uns. Das dürfen wir niemals vergessen. Egal aus welchem Land. Egal welcher Religion. Wir sind Menschen.

    #niewiederistjetzt


  4. Cover des Buches Hiob (ISBN: 9783520862013)
    Joseph Roth

    Hiob

    (212)
    Aktuelle Rezension von: gst

    Moses Joseph Roth (* 2. September 1894 † 27. Mai 1939) stammte aus einem bürgerlichen Elternhaus galizischer Juden. Er galt als einer der wichtigsten deutschsprachigen Erzähler der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sein Roman „Hiob“, dessen Hauptfigur Mendel Singer heißt, spielt in der Zeit von 1894 bis 1919 und beschreibt den Leidensweg des jüdisch-orthodoxen Toralehrers. Diverse Schicksalsschläge erschüttern seine Frömmigkeit und stellen seinen Glauben an Gott auf eine harte Probe. 

    Hiob war mein erster Roman von Joseph Roth. Die für den heutigen Geschmack altmodische Sprache hat mich sofort für sich eingenommen. Gespannt verfolgte ich Mendels Entsetzen über den Verlauf seines Lebens. Vier Kinder hatte er, drei Söhne und eine Tochter. Der Jüngste hieß Menuchim und entwickelte sich nicht so, wie erhofft. Auf der Suche nach Hilfe schwand die Liebe zwischen den Eltern. Ein Rabbi versprach der Mutter, dass er eines Tages ganz groß heraus käme. Das erlebte sie aber nicht mehr.
    Die Familie wanderte nach Amerika aus und ließ das kranke Kind bei einem jungen Ehepaar, das dafür das Haus der Singers bekam. Das amerikanische Glück hielt nicht lange an, der eine Sohn wurde als verschollen gemeldet, der andere fiel im Krieg. Und die Tochter wurde verrückt. Allein Menuchim, der in Galizien geblieben war, erfüllte die Prophezeiung des Rabbis: Er mutierte zum musikalischen Wunderkind und brachte Mendel zum Glauben zurück. 

    Wie bereits der Titel andeutet, lehnt Roth seinen Roman an die Bibel an. Wie im Alten Testament nachzulesen ist, lässt Gott Hiob trotz seines Glaubens sehr leiden, ehe er für seine Treue belohnt wird. Gleichzeitig knüpft er an die Josephsgeschichte an. Die Geschwister beneiden Menuchim, der wegen seiner Krankheit von den Eltern die meiste Liebe bekommt. Doch schlussendlich ist er derjenige, der seinen Vater wieder aufbaut.  

    Meine anfängliche Begeisterung für den Roman wurde durch Mendels Verzweiflung etwas getrübt. Sein ständiges Jammern über das Nachlassen der ehelichen Freude und der Ablehnung seiner ehemals geliebten Frau gefielen mir gar nicht. Auch fand ich seine durchaus zu der Zeit übliche strenge Haltung gegenüber seinen Kinder aus heutiger Sicht übertrieben. Auf der anderen Seite wurde der jüdische Alltag deutlich, ich erfuhr so manches über jüdische Rituale. 


    Fazit: Ein lesenswerter Roman aus vergangenen Zeiten

  5. Cover des Buches Die Tochter des Malers (ISBN: 9783746631820)
    Gloria Goldreich

    Die Tochter des Malers

    (68)
    Aktuelle Rezension von: Schimmer

    Es ist in dieser umfangreichen Lebensgeschichte, erzählt von der Tochter des Ehepaares Marc und Bella, vielleicht nicht alles authentisch, aber die Grundzüge der Charaktere werden deutlich gezeichnet, die Fakten stimmen sowieso. Schade, dass das Buch keine Abbildungen der Gemälde enthält, die und deren Entstehung beschrieben wird. Kann man ja aber anderweitig nachschlagen.

     Mir hat das Lesen des Romans Freude gemacht, auch wenn er etwas kürzer hätte sein können, war es doch eine interessante und kurzweilige Lektüre.

    Befremdlich fand ich nur Idas Geduld mit ihrem Vater, und dieses oft wiederkehrende Traum-Thema.


  6. Cover des Buches Polnischer Abgang (ISBN: 9783827014818)
    Mariusz Hoffmann

    Polnischer Abgang

    (35)
    Aktuelle Rezension von: KerstinTh

    Jarek ist Pole. Seine Eltern wollen für ihn ein besseres Leben und machen sich deshalb auf nach Deutschland. Wir schreiben das Jahr 1990. Somit ist es nicht möglich, einfach das Land zu wechseln. Die Familie wendet sich an einen Schlepper, der sie mit dem Auto in das gelobte Land bringen soll.

     

    Ich fand es interessant zu lesen wie die Aussiedlung aus Polen vor sich ging. Allerdings fand ich es recht oberflächlich beschrieben und auch sehr kurzgehalten. Ob der Autor weiß, wovon er schreibt?

    Toll fand ich, dass auch das Übergangslager beschrieben wird. Viele meinen ja, Aussiedler kamen direkt in ihr Eigenheim.

    Ich kam schnell durch die Geschichte. Die Charaktere hatten ein Gesicht und man konnte mit ihnen mitfühlen. Gefallen hat mir auch die klare, schnörkellose Ausdrucksweise. Gefühle nur da und in dem Maße, in den sie nötig sind.

     

    Mir hat der Roman gefallen, ich habe ihn gern gelesen, dennoch fehlte mir das gewisse Etwas. Deshalb vergebe ich drei von fünf Sterne.

  7. Cover des Buches Auf der Straße heißen wir anders (ISBN: 9783442494187)
    Laura Cwiertnia

    Auf der Straße heißen wir anders

    (61)
    Aktuelle Rezension von: Jana_hat_buecher

    Karla's Oma stirbt und das nimmt sie zum Anlass mit ihrem Vater in deren Heimatland Armenien zu reisen. Auf der Suche nach ihren Wurzeln reist sie auch in die schreckliche Vergangenheit ihrer Vorfahren und fühlt sich trotzdem gleich zuhause.

    Die Autorin hat den unterschiedlichen Generationen, Tochter Karla, Vater Avi und Oma Maryam eine Stimme gegeben, die aus ihrer jeweiligen Perspektive ihr Leben und somit auch von Armenien erzählen. Prinzipiell hat mir das Buch sehr gut gefallen, es hat sich sehr gut lesen lassen, es war interessant und ich habe noch etwas zu der Geschichte der Armenier gelernt. Allerdings fande ich viele Geschichten und Nebenstränge nicht auserzählt. So hatte ich als Leser das Gefühl was verpasst zu haben.

  8. Cover des Buches Die Tochter des Zauberers - Erika Mann und ihre Flucht ins Leben (ISBN: 9783746635811)
    Heidi Rehn

    Die Tochter des Zauberers - Erika Mann und ihre Flucht ins Leben

    (46)
    Aktuelle Rezension von: Kat.Ja

    Sie war Tochter von, Schwester von, Ehefrau von.

    Wann immer man von Erika Mann liest, geschieht dies im Zusammenhang mit einem der Männer in ihrem Leben.

    Aber wer war Erika Mann wirklich? Was für ein Typ Mensch war sie?

    Heidi Rehn versucht hier, diese außergewöhnlich Frau, anhand von nur 15 Monaten ihres Lebens, aus dem Schatten zu holen. 

    Und das gelingt ihr ausgesprochen gut!


    Der Zeitraum der Handlung von "Die Tochter des Zauberers" umfasst die ersten Monate nach ihrer Flucht aus Europa in die USA.

    Man erlebt eine charismatische, willensstarke, aber auch empfindsame Frau, die politisch weitsichtiger war als so mancher männliche Zeitgenosse.

    Und zeitgleich kommt einem auch die private Seite sehr nah.

    Sie hatte Liebschaften mit Männern und Frauen, war mit Gustaf Gründgens verheiratet, hatte eine langjährige Beziehung zu Therese Giehse, heiratet erneut.

    Queer würde man es heute nennen.

    Der wichtigste "Herzensmensch" war aber zeitlebens ihr Bruder Klaus Mann. Ihm war sie Schwester, Freundin, Managerin, Seelenverwandte!

    Erika war es auch, die die ganze Familie Mann zusammengehalten hat. "Sie hat für uns alle die Suppe gesalzen" wird ihr Bruder Golo Mann später über sie sagen.

    Und als "Tochter-Adjudantin" kümmert sie sich um Werk und Nachlass des Übervaters Thomas Mann. So wie sie sich immer zuerst um andere gekümmert und gesorgt hat.


    Ich habe seit der Lektüre des Buches ein ganz neues Bild von Erika Mann. Das, einer selbstbewussten, engagierten, leider nie genügend gewürdigten Frau, die ihrer Zeit in mancherlei Weise voraus war.

    Das auch im Titel dieses Buches die Worte "Tochter des Zauberers" deutlich größer geschrieben sind als ihr Name, zeigt die Tragik ihres Lebens. Denn man weiß sofort um wen es sich handelt, noch bevor man das deutlich kleinere "Erika Mann und ihre Flucht ins Leben" gelesen hat...

  9. Cover des Buches Februar 33: Der Winter der Literatur (ISBN: B09FLZQRYD)
    Uwe Wittstock

    Februar 33: Der Winter der Literatur

    (0)
    Noch keine Rezension vorhanden
  10. Cover des Buches Jeder Tag gehört dem Dieb (ISBN: 9783518466926)
    Teju Cole

    Jeder Tag gehört dem Dieb

    (23)
    Aktuelle Rezension von: vivreavecdeslivres
    In seinem Debut sinniert Teju Cole über sein Heimatsland Nigeria. Dabei verleiht er seine Stimme einem namenslosen Protagonisten, welcher nach 15 Jahren die Rückkehr in seine sogenannte Heimat antritt. Schnell bemerkt er allerdings, dass es sich nicht nach Heimat anfühlt, sondern nach Fremde, oder zumindest nach etwas Enttäuschendem.
    Teju Coles zweites Buch 'Open City' wurde international gefeiert und hielt auch bei mir Einzug, allerdings hat mich sein unpopuläreres erstes Buch mehr angesprochen. Dass dieses Buch nicht gleichmässig bekannt ist, hat indirekt mit dem Inhalt zu tun - Der Autor kritisiert mit seinem Schreiben Nigeria und dessen Verarmung an Kultur, gleichzeitig erschien der Roman in einem nigerianischen Verlag, wodurch er wenig Berühmtheit erfuhr, meiner Meinung nach nicht zurecht. Denn Teju Cole legt uns hiermit ein Werk vor, dass eine sogartige Wirkung hat, dass mich zum ersten Mal wirklich an den Spruch glauben lässt - Lesen ist wie Reisen. Denn wir erfahren hier eine Stadt, Lagos, in all ihren Ausmassen, wir erleben das Begeisternde und das Abstossende, allen voran das Faszinierende in dieser Fremde.

    Spannend ist ja, wie ein Nigerianer dorthin zurückkehrt. Unser Protagonist verbrachte fünfzehn Jahre in New York, ohne dazwischen je wieder in seine Heimat einzureisen. Das gibt dieser vermeintlichen 'Rückkehr' viel grösseres Gewicht. New York als unglaublich sympathischer Gegenpol, eine Stadt, welche sowohl vor neuster Technologie und Modernität strotzt, wie auch in all seiner Grösse das Detail, die Kunst und die Sinnlichkeit einer Stadt in jedem Ecken bereithält. New York durfte ich bereits selbst erleben, und selten konnte mich die Vielfältigkeit einer Metropole so beeindrucken. Dagegen scheint Lagos eintönig zu sein. Die Stadt funktioniert nach ihren eigenen Regeln, und diese sind wohl keinem aus der nordwestlichen Welt bekannt. So begegnet der Protagonist bereits an der ersten Haltestelle, dem Konsulat in New York, Korruption. Diese Begegnung macht ihn fassungslos, mehr noch, als sie vielleicht uns als Nicht-Einbezogene fassungslos machen würde, und sie besetzt ihn. Kaum gelandet, stürzen wir uns auf dieses Thema und entdecken es tatsächlich auch in jedem noch so versteckten Winkel. Das korrupte Nigeria. Dann aber beginnt er mit seinen Beobachtungen, erzählt von diesen, und sie sind so kunterbunt und fremd, wie ich kaum glauben konnte. Er trifft auf unterschiedliche Menschen, auf unterschiedliche Interessen, auf unterschiedlichen Umgang mit verschiedenen Situation. Und auch auf immer wieder sich ähnelnde Muster. 

    Und so entwirft Teju Cole ein Bild von einem Nigeria aus dem Heute, aber überlappt es mit Erinnerungsfetzen, Gedankengängen und tiefen Emotionen, von Verwunderung, Abneigung und Liebe. Dabei entsteht auch ein ganz eigenes Gefühl von Heimat, welches er mit seinen behutsam gewählten Worten so gut zu vermitteln weiss - Chapeau. Und vielen Dank, denn ich bin nun um einige Erfahrungen und irgendwie eine Reise nach Nigeria reicher.

    http://wonderful-ne-books.blogspot.ch/2017/04/jeder-tag-gehort-dem-dieb-von-teju-cole.html
  11. Cover des Buches Der Letzte von uns (ISBN: 9783746636047)
    Adélaïde de Clermont-Tonnerre

    Der Letzte von uns

    (62)
    Aktuelle Rezension von: Jeys_Book_Lines

    Bei "Der Letzte von uns" von Adélaïde de Clermont-Tonnerre habe ich erfreulicherweise schon nach den ersten paar Seiten festgestellt, dass sich die Geschichte durch den lockeren Schreibstil wirklich gut und vor allem auch schnell lesen lässt.

    Aber kommen wir zuerst einmal zum Inhalt: Während der Bombennächte in Dresden bringt die schwer verwundete Luisa ihren Sohn zur Welt. Kurz darauf stirbt sie. Ihr letzter Wunsch ist es, ihn in Sicherheit zu wissen, denn sie ahnt: Er ist der Letzte von ihnen. Manhattan, fünfundzwanzig Jahre später. Wern ist jung, ambitioniert und unsterblich in Rebecca verliebt, enfant terrible und Tochter einer reichen New Yorker Familie. Die beiden verbindet eine außergewöhnliche Liebe: leidenschaftlich, inspirierend und bedingungslos, so zumindest scheint es. Doch plötzlich bricht Rebecca ohne weitere Erklärungen den Kontakt zu ihm ab. Und Wern muss sich einer schmerzhaften Wahrheit stellen.

    Die Handlung wird auf zwei verschiedenen Zeitebenen erzählt, was beim Leser für Abwechslung sorgt und interessante gesellschaftliche Einblicke in die damaligen Zeiten ermöglicht. Besonders gelungen ist hierbei die Darstellung der 1960er- und 1970er- Jahre im aufstrebenden Manhattan. 

    Leider bleiben aber gerade die Charaktere flach und wenig überzeugend, besonders das Hin und Her zwischen Werner und Rebecca hat mich wirklich genervt, ich mag solche übertrieben dargestellten Beziehungsdramen einfach nicht. Werners übermäßiges Ego und seine grundlose Eifersucht stehen hierbei im Kontrast zu Rebeccas sprunghaftem Verhalten und ihrem "zickigem Mädchen aus reichem Hause"-Image. Ganz ehrlich, die Liebesgeschichte der beiden wirkt für mich regelrecht erzwungen und unglaubwürdig. Weniger wäre hier deutlich mehr gewesen! 

    Eine interessante Facette des Buches ist jedoch die Einbindung realer historischer Ereignisse, insbesondere die Rolle von Wernher von Braun, einem bedeutenden Wissenschaftler und Pionier der Raumfahrt. Durch diese Verknüpfung werden dem Leser historische Einblicke in die Geschichte geboten, insbesondere in Bezug auf von Brauns Rolle im nationalsozialistischen Deutschland und seine spätere Übersiedlung in die Vereinigten Staaten.

    Das letzte Drittel des Buches hebt sich dann ebenfalls nochmals positiv vom Rest der Geschichte ab, da meine vielen offenen Fragen beantwortet wurden. Dennoch bleibt das Gesamtbild der Story von einer gewissen Schwarz-Weiß-Malerei geprägt, was meiner Meinung nach die Tiefe der Geschichte stark beeinträchtigt. Somit ist "Der Letzte von uns" eine kurzweilige und ganz passable Lektüre, die jedoch nicht herausragt, da sie doch zu klischeebehaftet ist. Ich habe zur Thematik dieses Buches schon weitaus bessere Bücher gelesen. 

  12. Cover des Buches Als wär's ein Stück von mir (ISBN: 9783104903507)
    Carl Zuckmayer

    Als wär's ein Stück von mir

    (14)
    Aktuelle Rezension von: ArsAstrologica

    Eine kluge Schriftsteller-Biographie, zum Jahreswechsel gelesen, als sich der Fake-News-Mob mal wieder an Hassorgien delektierte. Alles schon mal dagewesen, wie Carl Zuckmayer in seinem wunderbaren Buch beschreibt. Der Titel ist das Zitat aus einer Passage, in der er seine abenteuerliche Flucht in der NS-Zeit beschreibt.

    "Denke ich an die hellsten und an die schwärzesten Stunden in meinem Leben und im Leben derer, die mir nahestanden, so ist die Freundschaft wie ein festes, sichtbarliches, unzerreißbares Band hindurchgeschlungen. In den guten Zeiten war sie eine Steigerung im gegenseitigen Geben und Empfangen. In de Zeiten der Not wurde sie zu einem Anker, dem letzten, an den man sich hielt, zur Lotsenschaft, manchmal zum Rettungsring, und immer, auch in der Niederbrüchen, auch im Geschlagensein, blieb sie ein irdisches Fanal, ein Feuerschiff, ein Signal im Nebel. Selbst wenn der Tod die Freunde von meiner Seite riß - ich habe das allzu früh erleben müssen, und es geschieht immer wieder -, so war und ist es jedes mal, als wär's ein Stück von mir."

  13. Cover des Buches Alter Hund, neue Tricks − Thriller (Sean-Duffy-Serie 8) (ISBN: 9783518470602)
    Adrian McKinty

    Alter Hund, neue Tricks − Thriller (Sean-Duffy-Serie 8)

    (86)
    Aktuelle Rezension von: Zahirah

    Das Buch ist Teil 8 der Sean-Duffy-Reihe. Erneut ist es dem Autor gelungen Historisches rund um die IRA mit Fiktivem zu einem tollen Kriminalroman zu verschmelzen. Der Hauptcharakter Sean Duffy muss erneut einen Fall aufklären, der ihn wieder in die IRA-Aktivitäten verstrickt. Aber Duffy ist kein Anfänger mehr, er weis wie der Hase läuft und beweist einmal mehr, dass ein „alter Hund“ das Beißen nicht verlernt hat und mit „neuen Tricks“ den Fall zu lösen vermag. 

    Der Autor hat es wiedereinmal geschafft, dank seines tollen Schreib- und Erzählstils und durch die wirklich gelungene Charakterisierung seiner Protagonisten, allen voran natürlich Sean Duffy, mich top zu unterhalten. Nicht nur die geschilderten politischen Ereignisse auch die humorige und selbstironische Art Duffys tragen zum Lesevergnügen bei. Diese Eigenschaften zeigen sich z. B., wenn sich Duffy über den Musikgeschmack seiner Mitmenschen so wunderbar aufregen kann oder er Gesprächspartners mit trockenem Humor Paroli bietet. 

    Für mich ist auch dieser Teil wieder ein rundum gelungener Krimi und ich vergebe deshalb auch volle 5 Sterne.

  14. Cover des Buches Bühlerhöhe (ISBN: 9783548289823)
    Brigitte Glaser

    Bühlerhöhe

    (159)
    Aktuelle Rezension von: Lesezeichenfee

    ... Handtuch geworfen. Es sind gaaaaaaaanz viele verschiedene Geschichten miteinander verflochten und etwas wirr geschrieben. Das da jetzt ein Spiegel Bestseller Teil drauf ist, ist typisch, weil ich mag das Buch nicht. Selten bin ich mit dem Aufkleber eine Einheit. 


    Nun ja, aber es war echt zu langweilig, als dass ich da die normalen 2 Sterne fürs Abbrechen hätte geben können. 

  15. Cover des Buches Schuhhaus Pallas (ISBN: 9783423624640)
    Amelie Fried

    Schuhhaus Pallas

    (41)
    Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider

    Amelie Fried hat die Geschichte ihrer Familie nieder geschrieben. Anhand von Zeitdokumenten und begleitet von Bildern wird es besonders deutlich. Ein wichtiges SAchbuch zum Thema Juden im dritten Reich von der Bestsellerautorin Amelie Fried. Ganz nah bei uns ums Eck in Ulm, das macht das Buch noch wichtiger

  16. Cover des Buches Der ewige Schlaf (ISBN: 9783404174416)
  17. Cover des Buches Die Rückkehr (ISBN: 9783442717941)
    Ernst Lothar

    Die Rückkehr

    (3)
    Aktuelle Rezension von: Wuschel

    Nachdem ich dieses Buch jetzt über ein Jahr lang von einer Hand in die andere genommen habe, habe ich mich entschlossen es nun wieder ins Regal zu stellen. Ich muss gestehen, dass mich die Geschichte gemäß Klappentext wirklich sehr interessiert, aber vom Stil her möchte ich es Felix gleich tun und flüchten. Nicht nur, dass ich sprachlich teilweise stolperte, damit könnte ich ja sogar noch leben, denn ich wusste ja auf was ich mich einlasse. Nein, es waren eher die Dialoge oder manche Gegebenheiten. 

    Bei den Dialogen fühlte es sich des Öfteren an wie eine Konversation mit meiner Kollegin. Ich erkläre ihr einen Sachverhalt und sie versteht irgendwas von Pfannkuchen woraufhin sie Rezepte aufzählt (überspitztes Beispiel), wo ich mir denke: Was zur....? Und das passierte leider mehr als einmal. Da ich im Alltag schon nicht mit solchen Situationen klar komme, fand ich es beim Lesen noch anstrengender. Bei den Gegebenheiten fällt mir ein Beispiel, recht am Anfang ein und somit fast frei von Spoiler. Hier kommen Dinge abhanden von verschiedenen Personen. Die Tante sorgt dafür, dass ihre zurück gebracht werden, aber der Neffe tangiert sie so gar nicht. Warum?! 

    Fazit:

    Wie gesagt, ich wollte das Buch wirklich mögen. Ihm eine Chance geben, mehrfach, aber leider sprang der Funke nicht über. Vielleicht werden wir irgendwann zueinander finden, ich hoffe es sehr.

  18. Cover des Buches Emigrant im eigenen Land (ISBN: 9783839152898)
  19. Cover des Buches Die Nacht von Lissabon (ISBN: 9783462050943)
    E.M. Remarque

    Die Nacht von Lissabon

    (13)
    Aktuelle Rezension von: Caro_Lesemaus
    Klappentext: "Die Nacht von Lissabon" ist Remarques ergreifendster Roman. Es ist die Geschichte vom Elend und von der Größe des Menschen im Krieg, eine Geschichte, die zeigt, dass es weder einen Preis für Menschlichkeit gibt noch einen Preis für Unmenschlichkeit. Es gibt nur Geschichten von Jammer und Elend, von Größe, Liebe und Leidenschaft. Der Roman ist ein Gleichnis der absurden menschlichen Situation im Machtbereich der Diktatur.

    1942 wird ein deutscher Flüchtling im Hafen von Lissabon von einem Mann angesprochen, der ihm zwei Tickets für das nächste Schiff nach Amerika anbietet. Was er dafür möchte, ist nicht etwa Geld. Er möchte das Ohr des Flüchtlings für den Rest der Nacht, um ihm seine Geschichte zu erzählen. Die lange Geschichte einer Flucht, mit dem Versuch der Emigration, von Gefangennahme und einem Quentchen Glück.
    Es ist eine wirklich ergreifende Geschichte, die der jüdische Mann, der sich im Laufe des Buches Josef Schwarz nennt, zu erzählen hat. Sie beginnt 1939, als er beschließt, Deutschland zu verlassen, nachdem er von seinem eigenen Schwager ins KZ gebracht wurde. Seiner nicht-jüdischen Ehefrau empfiehlt er, sich scheiden zu lassen, um sich selbst zu schützen. 1942 fasst er den aberwitzigen Entschluss, nach Deutschland zurückzukehren. Er möchte nicht bleiben. Er weiß, dass er keine lange Zeit überleben würde. Ich hatte eigentlich nicht den Eindruck, dass ihn eine besonders romantische Beziehung mit seiner Frau verband, aber dennoch möchte er unbedingt erfahren, was aus ihr geworden ist. Und so beginnt eine Odyssee durch die Schweiz, Deutschland, Frankreich, Spanien und schließlich Portugal. Josef Schwarz hatte mehr Glück als die meisten. Dennoch bietet er die lebensrettenden Tickets einem völlig Fremden an. Ein Akt der Menschlichkeit von jemandem, der alles verloren hat. Die Erzählung des Josef Schwarz wechselt mit kurzen Einschüben aus der Gegenwart, in der die beiden Männer immer wieder die Lokale in der Stadt wechseln, um bei einem Getränk weiter miteinander sprechen zu können. Bzw. zuzuhören. Der andere Flüchtling bleibt bis zum Schluss namenlos, seine Rolle ist zurückhaltend, nur gelegentlich stellt er Fragen. Durch die kurzen Einblicke in die Gegenwart hat man wirklich das Gefühl, mit diesen beiden Männern am Tisch zu sitzen und dieser ergreifenden Geschichte zu lauschen. Eine Geschichte der Flucht und Verzweiflung, wie sie damals vielen Menschen passiert ist. Remarque hat nicht nur mit seinem bekanntesten Buch "Im Westen nichts Neues" ein Mahnmal gegen den Krieg geschaffen. Auch dieses Buch ist sehr lesenswert. Zum Zeitpunkt seiner Erstveröffentlichung in den 60er-Jahren setzte sich der bereits zur Nazi-Zeit ausgebürgerte Remarque, der in der Zwischenzeit amerikanischer Staatsbürger geworden war, buchstäblich in die Nesseln. Es war eine Zeit der Verdrängung und des Schweigens. Niemand wollte an die Verbrechen erinnert werden, niemand wollte darüber nachdenken, dass hochrangige Nazis in wichtigen Ämtern und Positionen wirkten und die Vergangenheit bei Weitem nicht aufgearbeitet war. Remarque stellte sich diesem Tabu und brach es. Wenn man sich das vor Augen hält, bekommt dieses Buch eine noch tiefere Bedeutung und eine Wucht, die niemanden kalt lassen kann.

    Fazit:
    Ein Buch, in dem es weniger direkt um die Gräueltaten der Nazis geht, sondern der Fokus auf Flucht und Emigration liegt und was der Heimatverlust mit den Menschen macht. Es ist auch eine Geschichte darüber, wie man in den düstersten Zeiten noch einen Hoffnungsschimmer am Horizont ausmachen kann. Weil es um das Überleben geht. Jeden Tag. 
  20. Cover des Buches Brennendes Licht (ISBN: 9783746639116)
    Volker Weidermann

    Brennendes Licht

    (10)
    Aktuelle Rezension von: HEIDIZ
    ... allein daher, dass Weidermann sie so überaus bildhaft erzählt. 
    Das Buch liest sich fesselnd und spannend zugleich. Ich hatte es schwer, es aus der Hand zu legen, weil es mich einfach berührt und informiert hat. 
    Anna Seghers flüchtet aus dem besetzten Frankreich, anschließend kommt sie mit ihrer Famlie 1941 in Mexiko an.  1947 - sechs Jahre danach - kehrt sie in die Heimat zurück. Das Siebte Kreuz macht sie im Exil zum Weltstar und dort schreibt sie "Transit"Sie liebt die Zeit in Mexiko, dieses Land, dennoch hat sie Sehnsucht nach der Heimat ...
    Bisher hat man vom Exil der Anna Seghers recht wenig erfahren, obwohl diese Jahre prägend waren für die Schriftstellerin und den Menschen Anna Seghers. Viele namhafte Künstler kreuzten ihren Weg ....
    Somit ist dieses Buch spannend und abwechslungsreich zugleich und breitet ein besonders Kapitel der Geschichte auf - erzählt intensiv lebendig und informativ. Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen - es hat mir viel gegeben. "Transit" habe ich noch nicht gelesen - noch nicht ....


  21. Cover des Buches Weiter als der Ozean (ISBN: 9783957347053)
    Carrie Turansky

    Weiter als der Ozean

    (33)
    Aktuelle Rezension von: Irenes_Leseecke

    London 1909:


    Der Roman startet mit einer ängstlichen Katie McAlices. Ihre Mutter ist krank und sie läuft zur Nachbarin und bittet um Hilfe . Die Nachbarin Mrs Graham kommt um nach der Mutter zu schauen und entscheidet, das sie ins Krankenhaus gebracht werden muss. Katie hat noch einen Zwillingsbruder Garth, eine 7 jährige Schwester Grace und eine ältere Schwester Laura. Laura ist 21 und arbeitet als Kammerzofe etwas außerhalb von London bei Familie Frasier. Katie beschließt Laura zu schreiben und sie zu bitten nach Hause zu kommen. Laura erhält paar Tage später den Brief. Sie ist traurig und weint und im Garten findet sie Andrew der Sohn der Frasiers. Sie erzählt ihm die Situation und er spicht mit seiner Mutter und hilft ihr den Weg nach London anzutreten.  


    In der Zwischenzeit passieren im Haus McAlices Dinge die zu Missverständnissen führen. Garth der nebenbei als Bote arbeitet wartet auf seinen Lohn um was zum essen zu besorgen. Aus der Not heraus klaut er in der Bäckerei ein Brot und wird erwischt. 

    Die Polizei bringt ihn nach Hause und entdeckt das die Kinder alleine auf sich gestellt sind. Mrs Graham kann die Kinder nicht aufnehmen da sie arm sind. Deshalb beschließt die Polizei die Kinder ins Kinderheim zu bringen. Laura kommt in London an und möchte ihre Geschwister zu sich holen. Aber die Heimleitung erlaubt es nicht, sie bräuchte den Nachweis das sie der Vormund der Kinder ist. Noch bevor sie den Nachweis bringen kann sind die Geschwister auf dem Weg nach Kanada. Laura reißt ihnen nach um ihre Geschwister zu suchen und tritt auf dem Schiff Andrew Frasier und seinen Kollegen Henry. Sie sind Anwälte und beruflich auf dem Weg nach Kanada. Die Suche beginnt... aber sie gestaltet sich nicht so einfach und als sie dann vorran kommen. Brennt es im Kinderheim und alle Unterlagen verbrennen.


    Carrie Turansky hat mich von der ersten Seite an voll mitgenommen. Es ist spannend und einfach zu lesen. Ich hatte großes Mitleid mit Katie und Laura und konnte mir sehr gut vorstellen wie sie sich gefühlt haben mussten. Es ist ein sehr emotionaler Roman, in dem es um Zusammenhalt der Familie geht.  


    Ich habe den Roman beendet. Er ging für mich anders aus als erwartet.... aber ich freue mich sehr auf Band 2. 


    Es ist ganz klar eine absolute Herzensempfehlung. 


  22. Cover des Buches Guten Morgen, Abendland (ISBN: 9783404606771)
    Nazan Eckes

    Guten Morgen, Abendland

    (11)
    Aktuelle Rezension von: Holden

    Fräulein Üngörs Aufruf zu gegenseitiger Toleranz und Annäherung, eingebettet in ihre persönliche Familiengeschichte in Deutschland. Wie schon eine Rezensentin vor mir geschrieben hat, sind die Passagen über ihre Familie, der schwierige Neuanfang ihres Vaters in Deutschland und das glückliche Familienleben sehr berührend und herzergreifend, andere Passagen wie ihr Neid auf die immer hübsche Heidi Klum in Modemagazinen oder ihre Frustration über ihre deutsche Fernsehproduzentin Petra eher nichtssagend und stehen der Message eher im Wege. Ein Buch also mit Licht und Schatten, Frau Eckes hat die Anfeindungen und Herabsetzungen, denen man ausgesetzt war, sicherlich eher noch heruntergespielt. Seit 2010 hat sich sicher nicht all zu viel geändert, inzwischen haben wir mit Herrn Özdemir aber den ersten türkischstämmigen Bundesminister. Es bleibt also noch viel zu tun, Entscheidungsträger bitte lesen! Und mit dem Dolmus bin ich auch schon gefahren, aber daß man sich da ducken muß, war mir neu!

  23. Cover des Buches Der Vulkan (ISBN: 9783730608494)
  24. Cover des Buches "Du bist nicht so wie andre Mütter" (ISBN: 9783423216579)
    Angelika Schrobsdorff

    "Du bist nicht so wie andre Mütter"

    (60)
    Aktuelle Rezension von: Suszi

    Else ist alles andere als eine angepasste Frau, und das zu einer Zeit wo dies noch anrüchig war und als Tochter einer auf Tradition bedachten jüdischen Familie mehr als unschicklich war. Doch unbeirrt ging sie ihren Weg, frei von Konventionen, aber mit der Überzeugung von jedem Mann den sie liebte ein Kind zu bekommen - was sie auch tat. 

    Doch mit Machtübernahme der Nazis ändert sich ihre Situation, was sie - trotz zahlreicher Warnungen - zu spät realisiert. Nur durch die Scheinehe mit einem Bulgaren gelingt ihr und ihren zwei Töchtern das Überleben in Bulgarien. Doch mit Kriegsende ändert sich die Sichtweise, die vor allem die halbdeutsche ältere Tochter Bettina zu spüren bekommt. Else selbst wird sehr krank und kehrt, der besseren Behandlungsmöglichkeiten wegen, nach Deutschland zurück. 

    Geschildert wird Else's Leben aus Sicht ihrer jüngsten, "sehr schwierigen" Tochter Angelika, die sehr deutlich die Affenliebe ihrer Mutter zu ihrem vergötterten Sohn Peter im Vergleich zu den komplizierten Verhältnissen zu ihren Töchtern herausarbeiten. Erinnerungen und Briefe ermöglichen ihr dabei das Bild der facettenreichen Else zusammenzusetzen, die nicht unbedingt das war, was man unter einer Mutter versteht und zu spät die richtige Wichtigkeit im Leben erkennt. 

    Trotz allem aber auch eine Liebeserklärung an die Mutter und absolut lesenswert. 

    Manko der Hörbuchfassung: Für Übergänge zwischen Schilderungen über Else und von Angelika sind fließend, so das der Aha-Effekt erst nach ein paar Sekunden Verwunderung (da passt doch inhaltlich etwas jetzt nicht) kommt. Eine kleine deutlichere Pause wäre hilfreich. 

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