Bücher mit dem Tag "emons"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "emons" gekennzeichnet haben.

144 Bücher

  1. Cover des Buches Das große Schweigen (ISBN: 9783954516575)
    Katja Montejano

    Das große Schweigen

     (114)
    Aktuelle Rezension von: Tom_Read4u
    Atme, so lang du noch kannst!' – diese bizarre Nachricht erreicht die ehemalige Kripobeamtin Primerose Bouillé kurz nach dem Mordanschlag auf ihren Vater, einen Berner Staranwalt. Es ist für sie der Anfang eines Alptraums. Ein gnadenloser Killer beginnt ein grausames Spiel und tötet Schlag auf Schlag ihre Freunde. Als Primerose erkennt, dass auch ihr Leben bedroht ist, trifft sie eine einsame Entscheidung. Doch auch alleine kämpft sie ums Überleben und um das Geheimnis, was dahinter steckt.  Ihr Vater scheint mehr gewusst zu haben, mehr getan zu haben, als sie sich hat jemals vorstellen können. Wird sie es schaffen oder ist es bereits zu spät ???

    Mit diesem gnadenlosen Krimi bedient sich die Autorin Katja Montejano einem der dunkelsten Kapiteln der schweizer Geschichte mit all seinen Folgen, nämlich über die "administrativ Versorgten" .
    Allein schon der Prolog lässt einem ein Schauern über den Rücken laufen und nicht zuletzt, die Schritt für Schritt ans Tageslicht kommende Fakten verlangen einiges von Primrose und ihren Freunden/ Familie ab, sondern auch von uns Lesern.
    Die Charakterzüge aller beteiligten Personen, besonders Primrose und Luc sind perfekt ausgearbeitet und entwickeln sich im Verlauf so wie es sich jeder vorstellt. Klar sind einige Auffälligkeiten zwischen Primrose mit ihrem Kurzhaarschnitt, schwarzen Kleidungsstil und ihrerm Technikequipment zu Lisbeth Salander aus der Millenium Triologie nicht von der Hand zu weisen, aber das stört eigentlich nicht. Ich persönlich hab einwenig schmunzeln müssen, als ich es gelesen hatte.
    Die vielen unerwarteten kleinerern Wendungen im Verlauf der Geschichte, macht dieses Thema umso spannender und zeigt auch welche Gesellschaftsschichten wohl involviert waren. Alles in allem, ein sehr guter Krimi mit einem tollem Team, von dem man getrost weitere Fälle erwarten könnte -  sofern es die Autorin zulässt. ;)

  2. Cover des Buches Heilbronn 37° (ISBN: 9783954513659)
    Henrike Spohr

    Heilbronn 37°

     (65)
    Aktuelle Rezension von: Seehase1977
    Klappentext:
    Drückende Hitze liegt über Süddeutschland. Tamara arbeitet wie eine Besessene an den Bildern für ihre erste Ausstellung. Doch mit jedem Tag wird das Gefühl, beobachtet und verfolgt zu werden, stärker, denn in ihrer Vergangenheit lauert eine dunkle Bedrohung: 'Irgendwann, wenn du nicht daran denkst, werde ich zu dir kommen!' Doch dieses Mal will Tamara kein wehrloses Opfer sein.

    Zum Inhalt:
    Jahrhundertsommer in Heilbronn. Die Menschen stöhnen unter der Hitze und leiden unter den vielen Unwettern, die diese mit sich bringt. Tamara bekommt davon kaum etwas mit. Jeden Tag pendelt sie zwischen ihrer Wohnung und ihrem Atelier hin und her und arbeitet an der Fertigstellung ihrer Bilder. Denn Tamara hat es geschafft, schon bald findet ihre erste eigene Vernissage statt. Doch etwas trübt ihre Vorfreude und vor allem ihre Konzentration, denn Tamara hat mehr und mehr das Gefühl, beobachtet, ja sogar verfolgt zu werden. Ihre Unruhe und ihre Ängste übertragen sich auch auf ihre Ehe und sogar ihr Mann Paul hört Dinge in ihrer Wohnung die er sich nicht erklären kann. Auch er beginnt langsam verrückt zu werden. Sollen die beklemmenden und ängstlichen ja fast schon panikartigen Gefühle Tamaras wirklich Recht behalten und die Vergangenheit und die Gefahr, die von ihr ausgeht holen sie tatsächlich wieder ein?

    „Heilbronn 37 Grad“ von Henrike Spohr ist der Debütroman der Autorin. Und dieser ist ihr wirklich gut gelungen, auch wenn für mich eher als Psychothriller daher kommt und nicht wie auf dem Cover betitelt als Kriminalroman. Mir kam das gerade recht und ich habe das Buch an zwei Abenden durchgelesen. Spohr ist es von Anfang an gelungen eine dichte und düstere Atmosphäre zu schaffen, der Leser spürt förmlich die flirrende und geladene Luft, die nicht nur durch das hochsommerliche Wetter entsteht. Die Autorin erzählt mit flüssigem und spannend zu lesenden Schreibstil eine von Anfang bis zum Ende gut durchdachte Geschichte, setzt gekonnt falsche Fährten und überrascht den Leser mit einem verblüffenden und unvorhersehbaren Ende. Hier hätte ich mir aber dann doch ein bisschen mehr Aufklärung über das „Warum“ gewünscht, andererseits bleibt so natürlich auch genug Raum für eigene Interpretationen. Die Protagonisten, die recht überschaubar sind, was mir besonders gut gefallen hat, sind glaubhafte und individuelle Charaktere, die sich im Laufe des Buches auch weiterentwickeln und der Leser Stück für Stück ihrer jeweiligen Persönlichkeiten 
    kennenlernen darf. 

    Henrike Spohrs Debüt „Heilbronn 37 Grad“ ist ein atmosphärisch dichter, abwechslungsreicher und gut gelungener Thriller, der auch ohne Blutvergießen und Massenmorde eine spannende und bedrückende Stimmung vermittelt. Ich bin gespannt auf weitere Werke der Autorin und gebe hier gerne eine Leseempfehlung. 
  3. Cover des Buches Der Blogger (ISBN: 9783954516766)
    Patrick Brosi

    Der Blogger

     (39)
    Aktuelle Rezension von: Lenny
    Die Pharmaindustrie macht sich die Welt, wie sie ihr gefällt!
    Ein Ruderer verschwindet...war es Selbstmord? Das ist der Start  der Ermittlungen, die dann in eine riesengroße Welle an Ermittlung auslöst! Sehr spannend und die vielen Cliffhänger lassen oft keine Lesepause zu! 
    Das Ende ist noch nicht ganz verdaut. Es hat mich sehr sprachlos zurückgelassen! 
  4. Cover des Buches Finstere Havel (ISBN: 9783740811419)
    Tim Pieper

    Finstere Havel

     (49)
    Aktuelle Rezension von: Diana182

    Das Cover wirkt idyllisch und seicht. Ein Boot treibt in der Abenddämmerung über das Wasser, welches in den schönsten Farben leuchtet. Mittig ist der Titel des Buches zu sehen. Schnell wird deutlich, dass man es hier mit einem guten Krimi zutun haben dürfte.

    Der Einstig gelingt sehr gut. Auch wenn es sich um eine Fortsetzung einer Buchreihe handelt, kann man problemlos einsteigen und die einzelnen Protagonisten kennenlernen. Sie einwickeln auch hier durch ihre tiefe Zeichnung ein Eigenleben und können sofort voneinander unterscheiden werden.

    Auch dieser Fall ist sehr spannend und gleichzeitig einer gute Werbung für die beschriebene Region. Die einzelnen Szenen können vor den inneren Augen begleitet werden und lassen den Leser hautnah am Tatort ermitteln.

    Der Schreibstil nimmt den Leser sofort für sich ein und führt gekonnt durch den Roten Faden der Geschichte.

    Mein Fazit:

    Ein gelungener Regionalkrimi, der die Schönheit der Havelregion gut in Szene setzt! 


  5. Cover des Buches Porzellankind (ISBN: 9783740806071)
    Myriane Angelowski

    Porzellankind

     (53)
    Aktuelle Rezension von: Yernaya

    "Das Mädchen kauerte mit angezogenen Beinen in der Bettkiste. Umringt von Essensresten, fleckigen Kissen und Kekstüten. Allem Anschein nach hatte sie dir Nacht dort verbracht. An den Armen entdeckte Teresa grüne und feigenblaue Flecken. Die Lippen waren geschwollen, die Locken strähnig. Das Mädchen stank nach Urin und Kot. Blut bildete eine Kruste unter der Nase. Eiter verklebte das rechte Auge. Ihr Shirt stand vor Dreck. In Brusthöhe war eine Bärenfamilie aufgestickt. Vater und Mutter bringen Babybär zu Bett. Teresa fragte sich, ob solche Rituale überhaupt zum Leben der Kleinen gehörten.

    • Ein kleines Mädchen, dass sich nach Liebe sehnt.
    • Eine Mutter, die nicht lieben kann.
    • Ein Bruder, dem nichts anderes bleibt als zu schreien.

    Porzellankind ist eine psycholgisches Drama um eine toxische Mutter-Kind-Beziehung in gutem Hause. Ellis wächst nicht in einer Sozialwohnung auf, sondern in einer Villa. Und alle sehen weg, vor und nach dem Unglück, in dessen Mittelpunkt sie steht, und welches ihr ganzes Leben bestimmen wird. Myriane Angelowski nimmt uns mit in die Welt psychischer Störungen, in der Phantasie und Wirklichkeit nicht immer erkennbar sind. Damit setzt sie fort, was in ihren Kriminalromanen bereits angelegt ist. Mit ihrem fesselnden Schreibstil hält sie die Leser*innen in Atem. Sie arbeitet mit unterschiedlichen Erzählsträngen, die miteinander verwoben sind. Ihre lebendige und bildreiche Erzählweise, und ihr schonungsloser Blick auf unerträgliche Abgründe menschlicher Beziehungen bewirken, dass man das Buch nicht zur Seite legen kann und es sicherlich nicht so schnell vergessen wird.

    Zurecht ist das "Porzellankind" für den Crime Cologne Award 2020 nominiert. Ich drücke ihr die Daumen.

  6. Cover des Buches Zürich fliegt (ISBN: 9783954519460)
    Rahel Hefti

    Zürich fliegt

     (43)
    Aktuelle Rezension von: dia78

    Das Buch "Zürich fliegt" wurde von Rahel Hefti verfasst und erschien 2016 im Emons Verlag.

    Die Autorin nimmt uns mit auf eine kriminalistische Reise. Man kann mit den Charakteren alles miterleben, ermitteln und sich Fragen stellen, die unweigerlich auftauchen.

    Die Wortwahl und der Sprachstil waren der Geschichte angemessen und man spürt den Schweizer Touch.

    Jeder, der spannende Geschichten mag, ist mit diesem Kriminalroman gut beraten.

  7. Cover des Buches Der Teufel vom Brocken (ISBN: 9783740809232)
    Eva-Maria Silber

    Der Teufel vom Brocken

     (55)
    Aktuelle Rezension von: claireb

    In ihrem Kriminalroman "Der Teufel vom Brocken" erzählt Eva-Maria Silber die Geschichte einer Wanderexpeditionsgruppe 1989 am Brocken, die durch mysteriöse Umstände ums Leben kommt. Erzählt wird die Geschichte aus Sicht der Ermittelnden.

    Die Beschreibung der Todesumstände ist zum Teil sehr heftig, darauf sollte man beim Lesen eingestellt sein.

    Die Geschichte hat mich mitgerissen, sie hat menschliche Abgründe aufgezeigt und war von Anfang an spannend.

    Für Krimifans kann ich dieses Buch wirklich empfehlen.

  8. Cover des Buches Wenn die Alpen Trauer tragen (ISBN: 9783740807610)
    Isabella Archan

    Wenn die Alpen Trauer tragen

     (44)
    Aktuelle Rezension von: Buchwurm05

    Mitzi kann es mal wieder nicht lassen. Durch einen Zeitungsartikel wird sie auf Hilda Valbilda aufmerksam. Die Rentnerin hat einen Enkeltrickbetrüger ins Gefängnis gebracht. In der Zeitung steht auch der Name des Lieblingscafé von Hilda. Also, warum nicht auf ins Café. Vielleicht trifft sie dort ja auf die Rentnerin. Mitzi hat Glück. Aber was sie dann erfährt, lässt ihr keine Ruhe. Therese, die Schwester von Hilda, kam bei einem Brandanschlag auf ihr Haus ums Leben. Hilda ist überzeugt das war die weiße Frau, auch Hex genannt. In größter Aufruhr, bittet Mitzi Inspektorin Agnes Kirschnagel um Hilfe, die das aber eher als Hirngespinst abtut. Entgegen dem Rat von Agnes beginnt Mitzi auf eigene Faust zu ermitteln und bringt sich dabei in Gefahr.......

    "Wenn die Alpen Trauer tragen" ist der zweite Band um Maria Konstanze Schlager, genannt Mitzi und Inspektorin Agnes Kirschnagel. Das Buch ist jedoch auch unabhängig von den Vorgängern zu lesen. Der Schreibstil ist bildgewaltig und voller schwarzem Humor. So konnte ich mir von Anfang an alles gut vorstellen. Musste ein paar mal Lachen. Mit Mitzi hat Isabella Archan einen speziellen Charakter erschaffen. Naiv, gutgläubig und das Herz auf dem rechten Fleck. Sie hat eine schlimme Vergangenheit. Fühlt sich zum Bösen hingezogen. In Band 1 hatte ich mit ihrer Figur noch so meine Schwierigkeiten. Aber diesmal habe ich sie sofort in mein Herz geschlossen. Die Zahl 13 spielt in der Geschichte eine große Rolle. Weshalb mir gut gefallen hat, dass der Krimi in vier Teile aufgeteilt ist und jeder Teil dreizehn Kapitel hat. Auch, das manche Figur aus anderen Krimis der Autorin aufgetaucht ist, hat mich Schmunzeln lassen. Ich hatte zwar kurz vor Schluss eine Ahnung wer der Täter sein könnte, aber der Showdown konnte mich dennoch überzeugen. Es gibt noch ein Outtake, den ich so noch nie in einem Buch gelesen habe, eher nur von Filmen kenne. Da hat mich die Autorin sogar noch nach dem Ende zum Lachen gebracht. Das sind so Kleinigkeiten, die für mich ein Buch perfekt machen. 

    Fazit: In diesem Kriminalroman hat die Autorin perfekt schwarzen Humor mit Spannung gemischt. Konnte mich mit ihren Figuren überzeugen. Mit einfachen Worten: skurril und gut. Empfehle ich sehr gerne weiter. 

  9. Cover des Buches Du darfst nicht sterben (ISBN: 9783740806675)
    Andrea Nagele

    Du darfst nicht sterben

     (47)
    Aktuelle Rezension von: moccabohne

    Lilli und Anne, zwei eineiige Zwillinge, äußerlich zum Verwechseln ähnlich, ansonsten doch grundverschieden. Anne als freiberufliche Fotografin überall unterwegs, ist Lilli als Bibliothekarin eher ruhig und zurückhaltend. Bei einem gemeinsamen Wellnessurlaub lernen beide den gutaussehenden und charmanten Paul kennen. Während Anne nichts anbrennen lässt und mit ihm gleich eine heiße, geheime Affäre beginnt, glaubt Lilli mit ihm eine liebevolle Beziehung zu führen. Als Anne die Eskapade mit Paul beenden will, lernt sie seine dunkle Seite kennen. Anne versucht ihre Schwester vor ihm zu warnen, doch Lilli ist bereits so verliebt und möchte die Wahrheit einfach nicht glauben.

    Dieser atemberaubende Thriller ist in vier große Abschnitte eingeteilt. Jeder dieser Abschnitte erzählt eine bestimmte Handlungszeit und enthüllt die abstrusen Geschehnisse. Die Kapitel sind bis auf wenige Ausnahmen aus der jeweiligen Sicht der Zwillinge geschrieben. Gerade zu Beginn der Geschichte war dies sehr hilfreich, um sich als Leser in die anfangs sehr turbulente Story einzulesen.

    Der Schreibstil war weitgehend sehr flüssig. Die Stimmung extrem emotional, düster und beklemmend. Die Spannung war fast bis auf wenige Momente durchgehend sehr spannend. Ein Thriller der mich sehr lange beschäftigt hat!

  10. Cover des Buches Schere 9 (ISBN: 9783954519835)
    Isabella Archan

    Schere 9

     (29)
    Aktuelle Rezension von: ChrischiD

    Hauptkommissar Heinz Baldur und seinem Team offenbart sich ein grausames Bild, als sie den Tatort betreten. Dass die beiden Männer gefoltert wurden, steht außer Frage. Aber wo mit den Ermittlungen ansetzen? Einerseits haufenweise Spuren, andererseits viel zu wenige, ähnlich wie die Suche nach dem Motiv: die Nadel im Heuhaufen. Bald schon beginnt die Zeit gegen die Kommissare zu laufen, denn es kommt zu weiteren Morden, und eine erste mögliche Gemeinsamkeit zeichnet sich ab..

    Plötzliche, teils dramatische Szenenwechsel prägen den Einstieg ins Geschehen, auf den man sich ganz bewusst konzentrieren muss, da noch nicht abzuschätzen ist in welche Richtung die Reise geht und welche Details womöglich noch relevant sein werden. Somit beginnt die Lektüre temporeich, aber auch recht verworren. Es werden diverse Figuren bereits eingeführt, ohne sie zunächst näher zu benennen oder zu charakterisieren. Unterbewusst merkt man sich zwangsläufig die Eckdaten, schließlich wird der ein oder andere auch im weiteren Verlauf eine Rolle innehaben.

    Je weiter die Ermittlungen voranschreiten, desto weiter scheint die Auflösung in weite Ferne zu rücken. Sicherlich hat man als Leser wissenstechnisch einen Vorsprung, dennoch erscheint die Arbeit des Teams immer zäher, ohne Aussicht auf Licht am Ende des Tunnels. Somit geht leider auch die Spannung ein Stück weit verloren, die sich im ersten Teil noch stetig aufgebaut, sogar richtiggehend aufgebäumt hat. Man entwickelt eine eigene Theorie, die mit jeder Seite wahrscheinlicher wird und deren Verifizierung schlussendlich eigentlich nur noch reine Formsache ist.

    Sprachlich teilweise gewöhnungsbedürftig – gerade wenn man andere Werke der Autorin kennt – was aber nicht der ausschlaggebende Aspekt für die Gesamtbewertung ist. Im Großen und Ganzen eine interessante Grundidee, die in der Umsetzung allerdings nicht hundertprozentig funktioniert.

  11. Cover des Buches Auch Killer haben Karies (ISBN: 9783740800369)
    Isabella Archan

    Auch Killer haben Karies

     (26)
    Aktuelle Rezension von: sommerlese
    "Auch Killer haben Karies" ist bereits der zweite Krimi von Isabella Archan um ihre Zahnärztin Dr. Leocardia Kardiff. Dieser Krimi erschien 2017 im Emons Verlag.

    So hatte sich Dr. Leocardia Kardiff, Zahnärztin mit Spritzenphobie, ihr vielversprechendes Rendezvous mit Hauptkommissar Jakob Zimmer eigentlich nicht vorgestellt. Als sie beide gemütlich beim Brunch zusammensitzen, stört eine Leiche ihre Idylle. Fällt ihnen sprichwörtlich vor die Füße. Und als sich der vermeintliche Unfall als Mord herausstellt und aus der Toten ein Mann wird, ist Leos Neugierde nicht mehr aufzuhalten.

    Bei diesem Krimi lerne ich die etwas chaotische, aber liebenswürdige Zahnärztin Leo Kardiff kennen, den ersten Band der Reihe kenne ich leider nicht. Doch ich habe mit den Figuren und der Handlung keine Verständnisprobleme gehabt.

    Doch nun zum Handlungsverlauf. Leo hat reichlich in ihrer Zahnarztpraxis zu tun, ihre beiden pubertären Zwillinge nerven privat und für eine Romanze mit Jakob wäre sie eigentlich endlich bereit, doch dann platzt ein Mordfall in ihr Date. Leos Neugierde ist geweckt und so steckt sie mitten in einer eigenen Ermittlung, natürlich wird sie von Jakob immer mit den neuesten Infos zum Fall versorgt. Kurz nach dem Mord treffen mehrere Notfall-Patienten ein, die alle irgendwie mit dem Fall in Verbindung stehen. Zufall oder nicht, man kann sich vorstellen, dass sich hierunter auch der Täter befinden könnte.

    Der Leser wird aus Leos Perspektive über ihre Erlebnisse und ihr fantasievolles "Kopfkino" informiert und gut unterhalten. Leo besitzt Wortwitz, eine unsägliche Spritzenphobie und Sehnsucht nach einem liebenden Partner an ihrer Seite. Da würde als Krimi jedoch auf Dauer langweilig wirken, deshalb gibt es interessanterweise auch Einschübe aus der Sicht des Täters. Das sorgt für spannendes Mitraten und doch bringt Isabella Archan mit raffinierten Wendungen immer wieder neue Verdächtige ins Rennen. Es wird nicht langweilig.

    Für den besonderen Clou sorgen die bunt gemischten Charaktere. Sie wechseln von Normalos bis hin zu schrägen Typen und die Autorin hat hier vielfältig und gut skizziert und so wird man wunderbar unterhalten durch besondere Gewohnheiten, teils skurrile Eigenschaften oder einfach auch nur mit kölschem oder österreichischem Dialekt. Der Spaßfaktor kommt in diesem Krimi ebenfalls voll zur Geltung. Das bezieht sich auch auf die Reaktionen und Absonderlichkeiten wegen der Spritzen-Phobie von Leo. Wie sie so reagiert, haut zwar nicht die Patienten vom Behandlungsstuhl, aber als Leser ist man immer wieder überrascht.

    Dafür ist die Krimihandlung an sich nicht besonders spektakulär, der Mord mutet etwas übertrieben sonderbar an. Wie die Figuren allerdings untereinander verbunden sind, erscheint immer wieder raffiniert durchdacht. Auch die abschließende Ermittlung bringt eine eingängige Erklärung mit sich, die ziemlich schlüssig ist.

    Isabella Archan bringt mit ihrem erfrischenden Erzählstil und ihrem Blick für das Menschliche ein ständiges Bilderkino und einen fesselnden und doch humorvoll unterhaltenden Krimi zu Papier, der sich wunderbar lesen lässt, wobei sie die Spannung beständig auf einem guten Mittelmaß hochhält. Nachdem man den ersten Fenstersturz gerade verdaut hat, gibt es noch eine weitere Leiche, sodaß man weiter nach dem Täter rätseln kann.


    "Auch Killer haben Karies" ist ein skurriler Kriminalroman, der mit seiner liebenswerten Protagonistin und anderen besonderen Figuren gut unterhält und auch spannungsmäßig einiges zu bieten hat. Hier erfährt man ebenfalls, was man mit einer Spritze doch alles erreichen kann.

  12. Cover des Buches Karpfhamer Katz (ISBN: 9783954513833)
    Ingrid Werner

    Karpfhamer Katz

     (38)
    Aktuelle Rezension von: RamonaFroese

    Der Titl klang ja interessent. Das Cover war eher abschreckend, so dass ich länger gebraucht habe das Buch anzufangen.

    Die Geschichte selbe ist sehr interessant. Die Wendungen waren echt gut. Mit dem Ausgang hatte ich so nicht gerechnet...

    Ich fand es sehr spannent

  13. Cover des Buches Ich bin der Sturm (ISBN: 9783740809140)
    Michaela Kastel

    Ich bin der Sturm

     (44)
    Aktuelle Rezension von: Madl10

    Passender könnte ein Titel nicht sein, wie bei diesem Buch. Nicht nur, dass unsere Protagonistin wie ein Sturm ist, auch ist die ganze Geschichte wie ein wütender Orkan.

    Allein dieser Schreibstil und die düstere Atmosphäre sind gigantisch. Die Autorin treibt einen durch die Geschichte und lässt kaum eine Atempause zu.

    Ich habe dieses Buch nicht nur gelesen, sondern jede Seite mitgefiebert und mitgelitten.
    Erzählt wird uns die Geschichte aus der Sicht von Madonna und ich hatte das Gefühl, ich befinde mich direkt in ihrem Kopf. Es fühlte sich teilweise so erschreckend authentisch an. Ein Thriller der etwas anderen Art und der regelrecht unter die Haut geht. So rasant, spannend, etwas abgedreht und bis zum Ende hin fesselnd.
    Die abscheulichen Taten werden hier nicht bis ins kleinste Detail bildlich beschrieben und trotzdem ist das Grauen zum Greifen nah. Man kann sich auch so genau vorstellen, was Madonna und die anderen Charaktere Schreckliches erleiden.

    Mich konnte dieser Thriller überzeugen und ich möchte unbedingt mehr von der Autorin lesen.
    Von mir ein Lesetipp für alle Thriller-Fans.

  14. Cover des Buches Leise rieselt der Tod (ISBN: 9783740809485)
    Uli Aechtner

    Leise rieselt der Tod

     (46)
    Aktuelle Rezension von: nellsche

    Da Jennifer von ihrem Freund verlassen wurde und ihr ein tristes Weihnachten bevorsteht, verbringt sie die Feiertage bei ihrem guten Freund Tom. Doch anstatt ruhige Feiertage mit Tom und seiner Familie zu verbringen, gibt es im Dorf einen Todesfall. Als Tom in den Fall verwickelt wird, beginnt Jennifer zu ermitteln.

    Ich kannte bereits einige Bücher dieser Autorin, die mir allesamt sehr gut gefallen haben. Deshalb habe ich mich sehr auf diesen Weihnachtskrimi gefreut.
    Der Schreibstil war locker und mitreißend. Ich konnte sofort in die Geschichte hineinkommen und bestens folgen. Die Beschreibungen waren detailliert und bildhaft, so dass ich die Personen und das Drumherum sehr gut vor Augen hatte.
    Die Charaktere haben mir sehr gut gefallen. Sie waren authentisch, menschlich und sympathisch. Ich hatte also viel Freude, sie zu begleiten und mit ihnen mitzufiebern.
    Die Story hat mir super gefallen. Sie war toll konstruiert und es gab interessante und überraschende Wendungen und Entwicklungen. Die Spannung wurde gekonnt aufgebaut und hielt sich bei mir durchgängig bis zum Ende.

    Ein sehr gelungener und unterhaltsamer Weihnachtskrimi, den ich regelrecht verschlungen habe. Ich vergebe 5 von 5 Sternen.

  15. Cover des Buches Dolce Vesuvio. Ein Italien-Roman. (ISBN: 9783745700596)
    Astrida Wallat

    Dolce Vesuvio. Ein Italien-Roman.

     (43)
    Aktuelle Rezension von: pemberley1

    Dolce Vesuvio von Astrida Wallat

    Jüngst war ich in Italien. Genauer gesagt in Pompeji. Ich streifte durch die antiken Anlagen, nahm die Gerüche, Geräusche, und das Leben um mich herum wahr, und auch auf. In dieser Stadt, in der alles Leben vernichtet wurde, und in der heute doch so viel Leben sprießt. Ich habe die Atmosphäre des Landes und der Landschaft eingesaugt. Bin durch Geschichte gewandelt. Und habe teilgenommen an einem Alltag von Menschen, deren Leben so schnell ausgelöscht und unvorbereitet beendet wurde. Ich wurde Zeuge der letzten Sekunden im Leben von Menschen, die nur kurze Zeit später unter Lavagestein vergraben wurden, an giftigen Dämpfen erstickten, oder in heißer Lava verbrannten. Und trotzdem sah ich das Leben, das sie vorher führten, weil just diese Gegebenheiten des Vulkans dafür sorgten, alles zu konservieren, und zwar genau im Moment des Todes, der Zerstörung, und der letzten Lebensaugenblicke. Somit bekamen wir Menschen einen Einblick, der auf der Welt wohl einmalig ist. Einblicke in ein Leben vor fast 2000 Jahren, ohne Verfall. So wie es eben zur damaligen Zeit war. Ihr glaubt mir nicht? Nun gut. Ich muss zugeben, dass ich natürlich nicht körperlich in Pompeji stand (was wahrscheinlich momentan auch gar nicht sooooo wirklich möglich ist), aber das vorliegende Buch mich gedanklich genau an Ort und Stelle versetzt hat. Dazu nun mehr.

    Die Geschichte, konserviert im Buch, um sie uns zu erzählen:

    Carlotta, auch Lollo, oder manchmal gar von einem unverschämten Kommilitonen, wegen ihrer Locken, Salatkopf genannt, ist Archäologiestudentin, und bekommt die Möglichkeit, zu ihrer theoretischen Erfahrung nun auch Feldforschungserfahrung zu bekommen. Doch wie es das Schicksal so will, soll diese Erfahrung im antiken Pompeji gemacht werden. Und ist das nicht gut? Doch, natürlich ist es das. Italien. Dolce Vita! Moment mal….. da ist ja nur diese Sache, dass Lollos Mutter seit jeher eine Abneigung gegen Capri hat (warum das denn eigentlich?!). Aber auf die Mutter muss man ja eigentlich nicht hören, wenn man etwas wirklich will. Und dann schlägt das Schicksal nochmal zu, und schickt ihr ausgerechnet jenen unverschämten Kommilitonen mit in die Nähe Neapels, da dieser als Jahrgangsbester die Assistenz der Grabungsleitung übernehmen darf. Ausgerechnet Alessandro, der selbst Italiener ist, und mit seinem Charme zu spielen weiß. Zumindest bei allen anderen Frauen. Wie die beiden miteinander auskommen, ob Lollo ihn erträgt, was sie in Pompeji ausgraben, wie man italienische Lebensfreude erlebt, welche Personen noch mit Einzug halten, und warum Lollos Mutter Capri so gar nicht mag, aber vielleicht dann doch….. das ist die Geschichte, die ihr selbst ausgraben dürft, und die in einem kleinen Vulkanausbruch der Gefühle endet.

    Cover:

    Locker, sonnig, und mit Bild des Vesuvs, merkt man, dass man einen Italien Roman vor sich hat, der gleich gute Laune macht. Mir gefällt das Cover auf alle Fälle. Vielleicht auch, weil es an Zitronen, Sonne, und damit Sommer erinnert.

    Fazit und Gedanken:

    Dolce Vesuvio als Titel sagt so viel aus. Die Süße des Vesuvs, der für einige Menschen so bitter war, der Leben vernichtet hat, aber irgendwie auch wieder welches hervorgebracht hat in Form von einer wachsenden Natur. Kommt schon. Sowas kann man leicht als Symbolik für Erneuerung und Neuanfang sehen. Und vielleicht, aber nur vielleicht, ist das genau das, was unsere Titelheldin Lollo braucht. Neue Erkenntnisse, neue Sinneseindrücke. Und vielleicht muss manchmal erst ein Vulkan ausbrechen, und altes Leben vernichten, um etwas völlig Neues zu gestalten. Wie ein Leben, oder eben eine Landschaft. Die Geschichte ist zeitlos, genauso wie die Liebe, und das Leben, und diese beiden Dinge begleiten uns dann auch über die Jahrtausende hinweg, in verschiedenen Formen. Es ist keine reine Liebesgeschichte, so wie wir sie kennen. Aber es ist definitiv eine Geschichte über die Liebe. Und diese kann so viele Formen haben. Sie kann verborgen sein, oder erst ausgegraben werden. Im Stillen wachsen, oder ganz laut. Heimlich stattfinden, enttäuschen. Beim einen richtig sein, beim anderen falsch. Oder aus Vernunftgründen stattfinden. Alles in allem entscheiden unsere Liebesentscheidungen auch unsere Zukunft. Und auch darum geht es im Roman. Ein Roman über die Liebe zu Menschen, zu Italien, zum Vesuv, der Vergangenheit, oder einfach zu alten Ausgrabungen, und den Geheimnissen, welche sich darin verbergen. Und dann handelt das Buch natürlich noch von den Beziehungen, die wir aus Liebe eingehen, die wir eingehen, weil es unsere Pflicht ist, die wir eingehen weil…… das wissen wir selbst manchmal nicht..... die wir eingehen, obwohl wir wissen, dass es ein Fehler ist, die wir eingehen aus Liebe, aus Gewohnheit, und die wir eingehen, trotz, dass wir andere immer noch lieben und sie nicht vergessen können, und dass uns das Leben, oder manchmal die Vergangenheit, zuflüstert, was in Sachen Liebe für unser Leben richtig ist. Diese Konstellationen im Buch gefallen mir, weil sie so bunt durchgemischt sind, wie es nur das Leben schreiben kann. Und dieses Feiern des Lebens wird uns ganz bewusst, als uns im Buch der Spiegel dessen vorgehalten wird, was das Gegenteil des Lebens ist. Nämlich eine Katastrophe, die den Tod bedeutet, einen mitten im Leben ereilt. Und da wird einem klar, oder in diesem Moment spricht das Buch zu uns, dass das Leben zu kurz ist, um falsche Entscheidungen zu treffen, zu kurz um mit den falschen Menschen das Leben zu verbringen, zu kurz um nicht jeden Tag zu nutzen. Kann uns doch jeden Tag eine Katastrophe ereilen. Und auch wenn es kein Vulkanausbruch ist, so kann diese ähnlich explosiv in unser Leben eingreifen, und alles zerstören, was uns je nahe und lieb war. Ja, die Vergangenheit und die Gegenwart verschmelzen hier miteinander. Statt Romantik stellt das Buch sich eher den Fragen, ob diejenigen, mit denen wir zusammen sind, die richtigen Menschen für uns sind, und das, durch die Gezeiten hindurch. Von der Antike bis in die Gegenwart, und zwischendrin. Denn es ist keine dieser durchgehend und unentwegt romantischen Geschichten in einem Buch, welche sich dauerhaft mit romantischen Gefühlen und durchkommender Leidenschaft beschäftigen. Nein, darum handelt es sich hier wahrlich nicht. Und doch wurde es hier geschafft, dass es diese zarten Gefühle unterschwellig zu spüren gibt. Denn was das Buch hat, das sind MOMENTE. Zwischen all der Asche und dem Stein werden Momente ausgegraben, die es schaffen in genau diesem das zu sein, wofür andere Bücher all ihre Seiten brauchen. Und diese Momente, festgehalten und konserviert im Buch für die Nachwelt, werden ja symbolisch auch ausgegraben.

    Ja, die Geschichte erscheint wie eine dieser lebensfrohen Komödien, die das Leben verehrt, und alles, was dieses Leben lebenswert macht. Verheimlicht dabei aber durch die Thematik von Pompeji auch nicht, wie bitter und schnell dieses lebenswerte Leben, mit all seinen Problemen aber auch Annehmlichkeiten, vorbei sein kann. Und alles läuft auf den Vesuv hinaus, diesen Vulkan, der die Süße des Lebens bringt, nachdem er so viel Tod geschaffen hat. So gesehen sehe ich darin eine kleine süße Lehre darüber, Respekt vor der Natur zu haben. Denn diese kann von einer Sekunde auf die andere nicht nur das eigene, sondern ALLE Leben verändern, und auch vernichten.

    Diese Verwebungen von Vergangenheit und Gegenwart gefallen mir außerordentlich gut. Nicht nur, dass man das Buch, auch wenn es im Heute spielt, nicht direkt einer Zeit zuordnen kann. Es spielt nicht mit moderner Sprache, will nicht cool und hipp sein, maßt es sich aber auch nicht an, in solch einer alten Sprache zu uns zu sprechen, dass wir sie als heutige Leser und Menschen nicht mehr verstehen. Und genau diese Aussage finde ich schön. Das Buch spielt in der Gegenwart, und zeigt uns das pralle Leben mit einer Leichtigkeit, und ausstrahlenden Fröhlichkeit. Und somit auch, dass das Leben immer davon gehandelt hat, egal in welcher Zeitepoche man gelebt hat. Dieser Hauch der Antike ist gar nicht so antik, wie manch einer glauben mag. Zusätzlich erhalten wir noch ein kleines Hintergrundwissen zu einigen Geschichten der antiken griechischen Mythologie. Nicht im Detail. Aber so, dass man erahnen kann, warum die Menschen zur damaligen Zeit diese Geschichten in Freskenform um sich haben wollten (gefunden in den Häusern von Pompeji). Weil sie wohl in irgendeiner Form umgeben sein wollten von „Geschichten“. Und ja, wer könnte das besser verstehen, als Lesende?! Die Verknüpfungen sind also grandios gelungen. Und das nicht nur, weil ich Bücher eben liebe, die an antiken Handlungsorten spielen. Was aus meiner Liebe zu den antiken Handlungsorten an sich liegen mag :D. Man wird eingesogen in die Welt des Buches, und somit ein bisschen auch in die Vergangenheit der Geschichte, und der Geschichten in ihr.

    Und wie einen Vulkan kann man auch Lollos Liebesleben sehen. Die Stille des ruhenden schlafenden Vulkans ist das, was sie mit Stoffel (schon wieder so ein Spitzname :D), ihrem Freund in Deutschland, erlebt. Sicher, nett, lieb…. Aber eben auch ohne vulkanischen Ausbruch und Leidenschaft. Was dies genau bedeutet lernt sie in der Kunst des Daseins und des Lebens in Italien. Und schon rumort das Liebesleben, es bebt, und man spürt, dass es sich bis ans Ende zu einem Ausbruch der Spannung aufbauen wird. Trotzdem. Lollo lernt natürlich nicht nur von den Menschen der Gegenwart, sondern auch aus der Vergangenheit. Und ganz besonders von den Menschen, deren Vergangenheit schon weit zurückliegt. Die damals ebenso wussten, wie leidenschaftlich sie ihr Leben verbringen mussten. Und das im Angesicht dessen, was ihr Leben so jäh beendete. Einem Vulkan.

    Der Schlagabtausch, der immer dann auftaucht, wenn Lollo und Alessandro aufeinandertreffen, macht ein wenig den Reiz der Geschichte aus, davon lebt sie. Lollo Rosso oder Salatkopf, Alexander der Große. Mit Namen und Namensbedeutungen wird hier gespielt. Ich hatte bei der Lektüre an diesen Stellen eine Menge Spaß. An vielen Stellen gibt es diese bildhaft beschriebene Situationskomik, die uns daran teilhaben lässt, gleichzeitig Augenrollen und Schmunzeln wahrzunehmen, weil es gar nicht anders geht. Die Macken der Figuren sind liebenswert, und nicht nervend. Tjaaa. Manchmal sogar mit Dingen aus unserem alltäglichen Leben vergleichbar. Auch fühlt man sich in der Gruppe der Archäologen wohl, weil sie alle bunt durchgemischt sind, und nicht blass bleiben, selbst wenn sie nur kurz erwähnt werden. Unndddd…Es gibt über jedem Kapitel eine schöne lateinische Weisheit, die zum Kapitel passt, und uns netterweise auch noch ins Deutsche übersetzt wird. Es gibt ständig, und das Buch ist durchzogen davon, Anspielungen auf Namen bekannter Römer, Dichter, antiker Geschichte, Götter, und Ereignisse einer Zeit, die trotzdem jeder versteht, der sich für Geschichte und Archäologie interessiert.

    Wäre ich in einem Fantasyroman, dann würde ich besonders die tolle Anschauung der Welt im Buch begrüßen und loben. Da ich mich aber im Buch in Italien befinde, würde ich das Ganze trotzdem beibehalten, und die Autorin loben, dass sie etwas so wundervoll beschrieben hat, dass man gerne sofort in einen Flieger steigen würde, um durch die Ruinen von Pompeji zu wandeln, um alles mit eigenen Augen zu sehen. Trotzdem schafft die Sprache im Buch zusätzlich, dass die Bilder im Kopf sich zumindest so bilden, dass man eine Vorstellung von Land, Leuten, und Landschaft bekommt und hat. Tatsächlich spürt man wirklich fast die Wärme der Sonne auf der Haut, die gnadenlos auf einen scheint, während man durch antike Ruinenanlagen läuft, oder dort gräbt, den Staub unter den Füßen, und das Gefühl, etwas zu betreten, und dort zu laufen, wo schon vor fast 2000 Jahren Menschen gelaufen sind. Und ich kann es nicht anders sagen: Ich habe mich im Buch, in der sommerlichen Atmosphäre Italiens, und gleichzeitig in den alten Ruinen, die doch noch zu uns sprechen, wohlgefühlt. Tatsächlich ist es so, dass man vollkommen von der Atmosphäre eingefangen wird, sich während des Lesens in Pompeji befindet, und nicht nur dort. Auch in Neapel, in den Straßen der Stadt, und dies alles mit dem Blick auf den Vesuv. Dieser Naturgewalt, die so viel Nutzen, aber auch so viel Leid bringt. Bringen kann. Gebracht hat. Wieder bringen könnte? Locker flockig von seiner Sprachwahl, macht es einem unheimlich Spaß, das Gelesene quasi mitzuerleben.

    Das Schöne ist, dass sich hinter einem beschriebenen Italienroman nicht nur das verbirgt, was draufsteht. Wir müssen graben, pardon, uns durch das Buch hindurchlesen, um die Geschichte zu erfahren.  Und es ist eine schöne Geschichte, eine die nicht nur von unserer Gegenwart zeugt, sondern durch das Thema und den Handlungsort auch ein wenig einen Hauch von Vergangenheit in sich hat. Die Liebe zur Archäologie, die Liebe zur Antike, Archäologie, Geschichte, zu Vergangenem, ist unumstößlich in fast jedem Satz zu finden. Grabungsanlagen entscheiden oft selbst, was sie uns heutigen Menschen von sich und der Vergangenheit preisgeben. Sie entscheiden nicht nur, was es zu sehen gibt, sondern auch wann sie sich offenbaren, und etwas ans Tageslicht fördern. Etwas, das uns die Vergangenheit näherbringt, und uns so manches Ding oder eine Erkenntnis zeigt, die bis ins Heute reichen kann, und meist auch tut. Ein bisschen auf dieser Schiene ist der Roman aufgebaut, denn neben der locker fröhlichen Grabungsgeschichte in Pompeji, geht es auch immer ein wenig um die Vergangenheit von Lollos Eltern. Und die Thematik, die alle Menschen durch alle Zeiten hindurch verbindet, nämlich die Liebe. So kann eine Ausgrabung sehr lange dauern, bis sie zu einem Erfolg kommt, eine Liebe aber genauso. So würde ich den Roman nicht unbedingt ins Liebesgenre einordnen, aber trotzdem behaupten, dass Gefühle und Liebe vorkommen. Eben vergraben unter einer Schicht aus Worten, viel Wortwitz, und Plänkeleien, die einfach nur göttlich sind, um beim Thema der alten Götter der Antike zu bleiben. Und so buddelt der Leser sich durch das Buch, was ihm allerdings ungemein leichtfällt, so wie der Archäologe sich durch den Sand und die Ascheschichten von Pompeji gräbt, um Geheimnisse der Vergangenheit zu finden. Mir gefällt das alles. Auch, dass es keine Geschichte ist, wie eine dieser tragischen Familiengeschichten, oder einfach rein auf das Thema Liebe bedacht. Es ist eine Geschichte, die vom bunten Leben erzählt. Und da gehört nun mal einiges dazu, um so ein Leben als schön zu beschreiben. So wird parallel zu einer Ausgrabung auch etwas Anderes ausgegraben. Ein neues Lebensgefühl, die eigene Geschichte der Familie? Ein kleines Geheimnis? Die Wandlung von Lollo? Ein bisschen italienische Lebensfreude? Oder gar alles? Das Schöne am Buch ist diese Klarheit, die uns vermittelt, was Archäologie bedeutet, und dass es nicht einfach nur das Ausgraben von alten Dingen ist. Dem kann ich als Archäologieliebhaber natürlich nur zustimmen. Und wie könnte man anders? Steht das Ganze doch für Erhalt und eine Einsicht in eine Zeit, sie uns so fremd scheint. Wie eine schützende Blase, etwas, das bewahrt hat, wo anderes zerfallen ist. Etwas das überdauert hat, aufgrund dessen, was es zerstört hat. Wir finden im Buch nämlich nicht nur die Liebe zu Ausgrabungen und Archäologie, sondern auch ein wenig die Liebe zu Pompeji an sich. Und wer es nicht liebt, wird es vielleicht nach der Lektüre lieben, oder es zumindest gerne mal näher in Augenschein nehmen. Denn ein kleiner Bonus des Buches ist, dass wir viel über die Arbeit eines Archäologen erfahren, und sehr viel an Infos über Pompeji, die Ausgrabungen, die Gebäude, die Menschen, die Anfänge, die Entdeckungen, das Leben und die Tragödien…….. und alles, was diese Stadt unter der Ascheschicht ausgemacht hat und immer noch ausmacht.

    Das heutige Rezensionslied hat mit Pompeji erstmal eines gemeinsam, nämlich seinen Namen. Und trotzdem beschreibt es auch eine Zerstörung, und die Vorstellung, dass man sich Bilder im Kopf zusammenreimt, wie etwas gewesen ist, und dass die Vergangenheit sich oft nicht so sehr von unserer Gegenwart unterscheidet:

    „And the walls kept tumbling down, In the city that we love. Grey clouds roll over the hills, bringing darkness from above.

    But if you close your eyes, does it almost feel, like nothing changed at all? And if you close your eyes, does it almost feel, like you've been here before?“

  16. Cover des Buches Tod in der Schorfheide (ISBN: 9783740812546)
    Richard Brandes

    Tod in der Schorfheide

     (45)
    Aktuelle Rezension von: dreamlady66

    Der Plot beginnt gleich mit einer Leiche.
    Ein Mann wird am lebendigen Leib in einem alten ForstHaus in den Wäldern der SchorfHeide verbrannt.
    Gleichzeitig wird ein Mädchen vermisst. Es gibt Hinweise, dass die beiden Fälle zusammenhängen könnten...
    Hauptkommissarin Carla Stach steht vor einer schweren Aufgabe.

    Richard Brandes hat einen flüssigen Schreibstil. Die Geschichte ist dramatisch und entwickelt sich durch verschiedene Wendungen in 66 Kapiteln zu hohem Tempo. Aber, der Fall selbst, wird erst am Ende aufgelöst.

    Ich kann das Buch sehr empfehlen, weil der Autor sehr gute RechercheArbeit geleistet hat!
    Gerne vergebe ich für das stimmige GesamtPaket 5*.

  17. Cover des Buches Tod in Perchtoldsdorf (ISBN: 9783740808181)
    Christian Schleifer

    Tod in Perchtoldsdorf

     (20)
    Aktuelle Rezension von: rewareni

    Eigentlich sollten die Sommerspiele im Heurigenort Perchtoldsdorf für alle ein Vergnügen sein, doch  keiner hat damit gerechnet, dass während der Aufführung der Hauptdarsteller plötzlich verstirbt. Gut dass die ehemalige Polizistin Charlotte Nöhrer zur Stelle ist, die zwar als Neu- Winzerin ihren Wein dem Publikum näher bringen wollte, aber so wittert sie schon bald, dass es vielleicht doch Mord sein könnte und sie beginnt zu ,,ermitteln“. Charlotte wird bald hin und her gerissen zwischen Zweifel, ob die Witwe Renate Obermayer, mit der sie sich ziemlich schnell anfreundet, nicht doch etwas mit dem Mord zu hat und der Hoffnung, dass es doch noch andere Verdächtige gibt. Auch gibt es im elterlichen Betrieb einiges das sie fordert, da ihre Ideen für einen innovativen Weinbaubetrieb nicht bei jedem gut ankommt. Bald schon findet sich Charlotte in einem Gewirr aus Lügen und Betrügen wieder und sie kommt dem Mörder immer näher.

    In dem Debütkrimi "Tod in Perchtoldsdorf" von Christian Schleifer wird der Leser entführt in einen ungewöhnlichen Krimi, den der Autor selbst als ,,tragisches Kriminallustspiel in fünf Aufzügen“, bezeichnet. In fünf,,Aufzügen“ wird man nicht nur mit viel Lokalkolorit belohnt, sondern auch mit einer Mischung aus Spannung und Humor. Gewöhnungsbedürftig ist vor allem, dass vor jedem Namen ein Artikel steht. Doch im Laufe der Geschichte fällt das gar nicht mehr auf und ich habe es als eine besondere Note empfunden. Der Humor  nimmt einen großen Teil des Krimis ein, der nicht nur handlungstechnisch auftritt, sondern sehr oft auch in den Dialogen, wo es ein Genuss war die Dialekt gefärbten Ausdrücken zu lesen. Der Autor lässt die sympathische Charlotte ,,ermitteln“, wo sie tatkräftig von ihrer Lebensgefährtin Andrea unterstützt wird. Christian Schleifer greift in seinem Roman auch ernste Themen auf, wo es um Erpressung, Eifersucht und auch um Menschen geht, die nicht immer das große Los gezogen haben. Es gibt einige liebenswerte Charaktere, wo vor allem, der Zusammenhalt innerhalb der Familie groß geschrieben wird. Der Autor hat einen angenehmen Schreibstil, wo er gerne auch manche Szenen ein wenig in die Länge zieht. Man wird als Leser gut unterhalten, weil man selber auch mit rätseln kann wer der Mörder sein könnte. Ein guter und solider Krimi also, wo man schon gespannt sein darf, wie es mit Charlotte  und ihrem kriminalistischen Spürsinn weitergeht.
















  18. Cover des Buches Mein ist die Macht (ISBN: 9783740804336)
    Leon Sachs

    Mein ist die Macht

     (26)
    Aktuelle Rezension von: reading_bumble_bee

    >>Darüber das alles zeigen sollte, wie weltoffen der Islam ist. Ulbricht wurde schlecht bei dem Gedanken. Noch schlechter wurde ihm aber bei dem Gedanken, dass das ach so tolerante Deutschland dieses Märchen schluckte<<

    KÖLN. Während der Rat der Religionen an einem Friedensvertrag arbeitet wird die Zentralmoschee in Köln bei einem Anschlag komplett zerstört. Gefährdet der Terroranschlag die Verhandlungen? Die Tochter des US-Präsidenten möchte bei der Unterzeichnung des Vertrages dabei sein. Dazu kommt es jedoch nicht, da es Hinweise auf ein Attentat auf die First-Daughter gibt. Verdächtigt wird der französische Rabbiner Fabrice. Seine Frau Esther, Nichte Natalie Villeneuve und ihr Mann Alexander Kauffmann versuchen verzweifelt seine Unschuld zu beweisen.

    Zu Begin habe ich das Buch mehrmals weggelegt, da ich den Anfang ziemlich langweilig fand. Wenn man sich jedoch vorarbeitet gewinnt der Thriller etwas mehr an Spannung.

    Brillant fand ich die Hauptcharaktere. Man konnte sie sich gut vorstellen. Ebenso intelligent werden die Ursachen der Gewalt zwischen den Religionen beschrieben. Ich ziehe nur einen Stern ab, wegen der Spannung.

  19. Cover des Buches Bretonisch mit Aussicht (ISBN: 9783740811587)
    Gabriela Kasperski

    Bretonisch mit Aussicht

     (27)
    Aktuelle Rezension von: Gwhynwhyfar

    Die Schweizer Buchhändlerin Tereza lebt in dem kleinen Touristenort Camaret-sur-Mer in der Bretagne und betreibt dort eine deutsch-englische Buchhandlung, die sie mehr schlecht als recht ernährt. In einem nahegelegenen Kloster ist ein TV-Team eingetroffen, das die Nonnen und Festlichkeiten im Dorf filmen wird. Die Oberin des Klosters bittet Tereza, auszuhelfen, eine Fischsuppe für die Crew zu kochen. Nie im Leben, sie kann gar nicht kochen! Es sei alles vorbereitet, sie müsse nicht viel machen ... Auf dem Weg dorthin findet Tereza einen Toten. Ein betagter Mann im Nachthemd liegt am Klosterstrand; ein honoriger Bürger, der die nächsten Tage als bretonischer Nationalheld eine Ehrenauszeichnung erhalten soll. Die Polizei gerufen, Aussage gemacht, weiter ins Kloster. Tereza steht in der Küche, als die Suppe angeliefert wird, sie sieht nur den Arm von dem Menschen, der sie hereinreicht, niemand sonst hat ihn gesehen. Die Szene war mir etwas zusammengeschustert. Nun muss Tereza nur noch nur die Teller füllen, die Hummerstückchen obendrauflegen. Der Ärger kommt danach: Die Fischsuppe scheint vergiftet zu sein und jeder meint, Tereza hätte sie gekocht. Jetzt mal ehrlich, wer denkt bei Fischsuppe an Gift? Lebensmittelvergiftung durch verdorbenen, falsch gelagerten Fisch, wäre doch immer der erste Gedanke. Die Nonnen und die Crew liegen flach. Die Oberin ist ganz plötzlich verschwunden, nicht erreichbar und Tereza gerät auch noch in Verdacht, etwas mit dem Tod des alten Herren zu tun zu haben. Das alles ist bald ausgeräumt. Aber nun steht die verschollene Oberin unter Verdacht, den Mann getötet zu haben. Tereza kann sich das nicht vorstellen und sie sucht nach der Nonne, will sie warnen. Die Fischsuppe war lediglich verdorben, mehr als Magengrummeln ist nicht passiert, doch der Makel bleibt als Dorftratsch an der Buchhändlerin hängen. Drum sucht sie den Mistkerl, der die Fischsuppe gekocht hat – den Arm würde sie wiedererkennen. 


    «Na gut. Bei einer Mitarbeiterin, die für eine Packung Butterkekse und freie Bücherauswahl und einen warmen Händedruck sechs Tage á achzehn Stunden arbeitete, konnte ich nicht meckern, wenn sie sich freinahm für ein Rendezvous.»


    Der erste Teil der Serie hatte mir gefallen, aber leider habe ich mit diesem zweiten Band meine Probleme. Teresa hechtet in ebendiesem Krimi von A nach B, nach C usw. Bis zur Mitte, grob überschlagen, habe ich ca. 40 Personen kennengelernt. Aber das waren noch lange nicht alle. Es gibt ein paar Regeln in der Literatur – die man nicht alle einhalten muss – aber man sollte sich Gedanken machen, was passiert, wenn man sie bricht, ob man die Sache im Griff behalten kann. Die Protagonistin ist ruhelos, hektisch und unüberlegt. Erhält sie eine Information, hechtet sie gleich hinterher, um dem nachzugehen. Dabei versetzt sie Freunde, vergisst Dinge vor Ort, die sie jemandem bringen will – hupps, das habe ich dort liegengelassen (kümmert sich nicht weiter darum). Auch die Autorin lässt Stränge liegen, die der Leser gern aufgeklärt hätte. Massig Personal, viele Stränge, die den Leser durcheinanderbringen. Wer war das noch mal?, fragt man sich oft. Nicht alles ist hier logisch und Kommissar Zufall ist ein ständiger Helfer. Aber dem ist nicht genug. Während der Abwesenheit von Teresa ziehen Nonnen in ihr Haus ein, später eine Musikerin. Den Buchladen schmeißt derweil eine Freundin, die gratis arbeitet und durch Zufall das Geschäft der Saison macht, kümmert sich Kundschaft, die den Laden stürmen, um den Hund und die verstopfte Toilette. Obendrein zur Grundhandlung auch noch Hektik im Haus. Zu welchem Zweck? Jemand beschmiert ständig die Fensterscheiben des Ladens. Es gibt eine Fahrt nach Paris, eine zu anderen Orten; Tereza muss sich um das Kind einer Freundin kümmern, die sich im Ferienlager nicht wohlfühlt, dort auch noch hinfahren. Bis zur Mitte des Buchs kennt man alle Kneipen und Restaurants im Ort, den Fischladen, die Bäckerei und den Metzger, die Surfschule, das Museum, das Kloster, den Leuchtturm usw. Es werden Feste gefeiert, eine Bootsfahrt gemacht und irgendwo mittendrin, verläuft sich die Story, von der man ab einem gewissen Punkt nicht mehr weiß, warum Teresa weitersucht. Die Suppe war nicht vergiftet, der alte Mann ist am Herzinfarkt gestorben, die Nonne wird nicht mehr verdächtigt. Hier wird ein Familiengeheimnis konstruiert – aber warum will es Tereza lüften, die genug andere Dinge um die Ohren hat? Unter dem ganzen Gewusel kam für mich keine Spannung auf – ich war etwas genervt. Es gibt einfach zu viele Stränge und Personen, die der Lösung des Falls nicht dienlich sind, die Geschichte aufblähen. Der Krimi ist vollgestopft mit französischen Sätzen und Vokabeln – was völlig unlogisch ist. Ich lese viel französische Literatur, die ins Deutsche übersetzt ist, komisch, hier findet man keine französischen Sätze, und man fragt sich, was dieses ständige französische Schischi dazwischen zu suchen hat. Mich hat es genervt, da ich die Sprache nicht verstehe. Und als i-Tüpfelchen noch ein Störfaktor: eine unbekannte Züricher handgenähte Designertasche! Ich musste es googeln. Der Name kam bereits im ersten Band vor, aber nicht in der Häufigkeit. Tereza schnappt ihre XX oder wühlt in der XX – ich werde einen Teufel tun, den Namen zu nennen – der Markenname erscheint jede zweite oder dritte Seite. Unter den Danksagungen bedankt sich die Autorin auch noch für die Schöpfung der XX. Muss man das verstehen? Man nennt es platte Schleichwerbung. 


    «Am winzigsten Haus, das ich je gesehen hatte – es war kleiner als ich –, und einem blumengeschmückten Fahrrad vorbei gelangte ich auf einen Dorfplatz ...»


    Kommen wir noch mal auf die Menge des Personals zurück. Tereza ist ständig in Bewegung und agiert, hüpft von einem Nebenprotagonisten zum nächsten, zu ganzen Gruppen, von einem Ort zum anderen. So kommt natürlich keine Tiefe der Charaktere zustande, die arg oberflächlich im Raum stehen. Wir erfahren, dass das Wetter dauernd in der Bretagne wechselt, dass es schöne Sonnenuntergänge gibt, die Leute dort gern feiern und essen, keine Pariser mögen. Bei dem Settinghopping bleiben auch die Örtlichkeiten nur Fragmente, die sich so der Vorstellungskraft entziehen. Der erste Band hatte diesbezüglich mehr Flair. Tereza hetzt durch die Seiten – und so gibt es keine schönen Vignetten, die sich mit der Natur beschäftigen, mit Örtlichkeiten oder mit dem Menschenschlag. Es gibt keine erwähnenswerten Sätze oder Abschnitte. Die Message ist mir am Ende nicht klar. Auch sprachlich kann gern eine Schippe nachgelegt werden. Man kann diesen Regiokrimi als Urlaubslektüre lesen, Humor ist unterlegt – nur entspannt habe ich mich nicht. Zwei oder drei Stern? Wenn ich mich nicht entscheiden kann, dann gebe ich der Fairness halber immer den oberen Wert.


    Gabriela Kasperski war als Moderatorin im Radio- und TV-Bereich und als Theaterschauspielerin tätig. Heute lebt sie als Autorin mit ihrer Familie in Zürich und ist Dozentin für Synchronisation, Figurenentwicklung und Kreatives Schreiben.


    https://literaturblog-sabine-ibing.blogspot.com/p/bretonisch-mit-aussicht-von-gabriela.html

  20. Cover des Buches Commissario Pavarotti probt die Liebe (ISBN: 9783740807818)
    Elisabeth Florin

    Commissario Pavarotti probt die Liebe

     (25)
    Aktuelle Rezension von: janaka

    *Klappentext (übernommen)*

    Um seine große Liebe Lissie zurückzugewinnen, willigt Commissario Pavarotti ein, ihr bei der Suche nach ihrem Vater zu helfen, der vor dreißig Jahren verschwand. Die Spur führt zurück in das Meran der achtziger Jahre, als Italien die letzte Welle der Terroranschläge in Südtirol mit allen Mitteln niederzwingen wollte. Doch was ist damals wirklich geschehen? Pavarotti und Lissie müssen erfahren, dass es Menschen gibt, die alles dafür tun, die Wahrheit unter Verschluss zu halten.

     

    *Meine Meinung*

    "Commissario Pavarotti probt die Liebe" von Elisabeth Florin ist bereits der 5. Band von Commissario Pavarotti und seiner Truppe und immer noch kein bisschen langweilig. Dies ist wohl der persönlichste Fall von Pavarotti und seiner großen Liebe Lissie. Der Schreibstil der Autorin ist spannend und fesselnd, an manchen Stellen sogar schon explosiv. Am liebsten hätte ich das Buch in einem Rutsch durchgelesen. Mir gefallen die Rückblenden, was ist damals wirklich passiert? Warum musste Lissies Vater verschwinden? Geheimnisse werden gelöst und neue tauchen auf. Kaum meint man, zu verstehen, was geschehen ist, zack baut die Autorin eine Wendung ein, schlüssig, aber unvorhergesehen. So etwas liebe ich...

     

    Die Charaktere entwickeln sich weiter, besonders über Ispettore Emmenegger erfahren wir pikante Details aus seiner Vergangenheit. Sein Werdegang macht ihn mir noch sympathischer. Aus einem Bad Boy wird ein Guter... Aber nicht immer ist klar ersichtlich, wer zu den Guten gehört. Das hat die Autorin hier geschickt beschrieben. Auch gefällt mir die langsame Wiederannäherung von Pavarotti und Lissie, wobei sie manchmal auch wie Feuer und Eis sind. Ich liebe die beiden einfach.

    Um Pavarotti habe ich mir etwas Sogen gemacht, er scheint krank zu sein. Doch wie schwer, ist nicht klar ersichtlich... Findet es am besten selbst heraus...

     

    Der Fall ist sehr spannend und geheimnisvoll, nach und nach kommen die Tatsachen ans Licht. Die Autorin konstruiert sehr gekonnt eine fiktive Geschichte um reale Wahrheiten. So eine Mischung finde ich richtig gut.

     

    *Fazit*

    Wieder ein spannender und fesselnder Fall mit Commissario Pavarotti und seinen Leuten, diesmal ein sehr persönlicher. Der Krimi hat mir eine extrem gute Lesezeit beschert. Gerne empfehle ich dieses Buch weiter. Wer geschichtliches gepaart mit einem Kriminalfall mag, ist hier genau richtig.

    Von mir gibt es 5 Sterne. Ich freue mich schon auf eine Fortsetzung.

  21. Cover des Buches Doppelbock (ISBN: 9783740811488)
    Thomas Salzmann

    Doppelbock

     (27)
    Aktuelle Rezension von: abuelita

    Ich kenne den ersten Band nicht und da es kaum Rückblicke gibt, war es für mich nicht ganz so einfach, diesen Krimi zu lesen.

    Die Schilderung all der Umweltprobleme machte mir mal wieder bewusst, dass ich mich zwar in meiner und den umliegenden Regionen – auch in dieser Beziehung – gut auskenne, aber vom Ruhrgebiet wenig Ahnung habe. Allerdings hat mich das in einem Krimi nun auch nicht so sehr fasziniert; ja ich finde sogar, dass es zu ausführlich war.

    Andererseits – es geht ja hier schließlich um den Mord an einem Essener Aktivist, der wohl einer großen Sache auf der Spur war. Der sehr gegen Umweltsünden wetternde war ein Freund der Ex-Kommissarin Friederiche Stier und natürlich kann sie es nicht lassen…sie ermittelt privat…. sehr gegen den Willen Ihrer früheren Kollegen und, schlimmer, Ihres jetzigen Freundes Hartmut.

    Leider konnte ich weder der Protagonistin noch Ihrem Freund etwas abgewinnen und über diese „Beziehung“ an sich habe ich wirklich nur den Kopf geschüttelt. In all der Länge und Breite, wie das dargestellt wurde, war das in meinen Augen eher langweilig und nicht unbedingt von Belang für den Krimi.

    Ich bin überzeugt, dass all die Informationen vom Autor sehr gut recherchiert wurden. Auch die Stimmung auf allen Seiten wurde gut zum Ausdruck gebracht. ABER – so nach ca 160 Seiten gab es ein paar Hinweise zu viel….

    Für mich war hier fast klar ersichtlich, wer nun was verbockt hatte und hinter all dem steckt – und fertiggelesen habe ich nur, um zu wissen, ob ich auch wirklich recht habe (hatte ich.. 😊) – leider wirklich verschenktes Potential.

    Da hat auch der – so oder so etwas verquaste -Schluss -für nichts mehr daran geändert.

     

  22. Cover des Buches Schöner Sterben in Franken (ISBN: 9783740811167)
    Katharina Drüppel

    Schöner Sterben in Franken

     (26)
    Aktuelle Rezension von: gaby2707

    Kriminalhauptkommissar Clemens Sartorius hat noch nicht mal beim Schlossgartenfest in Erlangen, das er mit seiner Freundin Delphine genießen will, seine wohlverdiente Ruhe. Eine weibliche Leiche sitzt im Hugenottenbrunnen zwischen den Sandsteinfiguren. Und wer hat diesen Fremdkörper entdeckt? Natürlich Buchhändlerin Felicitas Reichelsdörfer, die hier im Gewand der Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth unterwegs ist. Mit ihr hat er im vergangenen Herbst bei einem anderen Fall schon Bekanntschaft gemacht. Neugierig wie sie ist, hat „Karotte“, wie ihr Freund und Geschäftspartner Hieronymus „Boschi“ Bosch sie wegen ihrer roten Haare nennt, Fotos von der Toten gemacht. Und sie kennt sie. Mit ihrer Schwester ist Felicitas zur Schule gegangen. Natürlich kann die Buchhändlerin ihre Spürnase nicht aus der Sache heraus halten und merkt nicht, wie sie sich selbst in allerhöchste Gefahr begibt.

    Nach „Frankenstich“ ist dies der 2. Fall für KHK Clemens Sartorius und Buchhändlerin Felicitas „Karotte“ Reichelsdörfer aus der Feder von Katharina Drüppel und Heike Heinlein. Auch diesmal bin ich sehr gerne lesetechnisch nach Erlangen gereist um bei der Auflösung nicht nur dieses einen Mordes dabei zu sein. Denn es gibt auch das Rätsel um eine zweite, diesmal männliche Leiche zu lösen. Aber das schaffen der Kommissar und die Buchhändlerin in stetem Zusammenspiel sehr gut.

    Ich finde die Personen, die ich hier kennenlerne, auch diesmal sehr gut ausgearbeitet. Mit ihren kleinen Eigenheiten sind sie fast unverwechselbar. Auch, dass ich wieder mehr aus dem Privatleben von Clemens und Felicitas erfahre, gefällt mir sehr gut. Da haben die Autorinnen die für mich perfekte Mischung zwischen Krimi und Privatem gefunden. Durch ihren bildhaften Schreib- und Erzählstil pflanzen sie mir immer neue Bilder in den Kopf, die sich zu einer spannenden Geschichte verdichten. Dazu die humorvollen, manchmal ernsten und schlagfertigen Dialoge zwischen Karotte und Boschi, Clemens und seiner Delphine oder Felicitas und Clemens – einfach köstlich und sehr aufschlussreich. Besonders der etwas cholerische Hieronymus „Boschi“ Bosch läuft hier wieder zu seiner Höchstform auf.  

    Der lokale Anstrich zu Erlangen kommt durch die Beschreibung der verschiedenen Örtlichkeiten sehr gut heraus. Die Stadt scheint einen Ausflug wert zu sein.

    Ein interessanter Fall, der zu zwei Fällen wird. Der Spannung bringt, der sich langsam verdichtet und sich schlüssig aufklärt. Mit einem Ende bzw. einem Täter, das/den ich so nicht erwartet habe. Sehr gut gemacht und mir eine Leseempfehlung wert. 

  23. Cover des Buches Nordseegeheimnis (ISBN: 9783740809287)
    Heike Denzau

    Nordseegeheimnis

     (22)
    Aktuelle Rezension von: Buecherspiegel

    Nordseegeheimnis von Heike Denzau ist mein erster Band der Autorin mit dem Detektiv Raphael Freersen. Und zum ersten Mal seit langem fehlt mir hier ein wenig die Information, was denn im ersten Band so wirklich passiert ist. 

    Detektiv Freersen hat einen Bruder, Johannes, mit dem ihm eines eint, nämlich dass sie im Dienste der Gesellschaft stehen. Der eine mit seinem Glauben, der andere, in dem er Verbrechen aufklärt. Sie könnten nicht unterschiedlicher sein, so wird einem suggeriert, ob das so ist, stellt selbst fest. Eine komplizierte Familiengeschichte scheint sich bei den Brüdern abzuspielen.

    Die Mutter der Beiden hat zeitweise einen schwierigen Ehemann verlassen, der eine nicht standesgemäße Schwiegertochter in der Vergangenheit abgelehnt hat. Nun gibt es ein Enkelkind und Johannes möchte so gerne Vater sein, aber seine Verflossene hat längst einen anderen. Und auch das ist keine einfache Beziehung. Raphael kann dagegen seine Finger von keinem Rockzipfel lassen und bringt sich so in immer neue Schwierigkeiten. 

    Seine Detektei hat er auf der schönen Insel Föhr, die er zusammen mit zwei, nein, drei Damen führt. Eine davon ist ein Vogel, nicht so recht gewollt und doch geliebt, bringt sie dem Roman einen pfiffigen Dreh. Mir persönlich gefällt der Typus des Detektiven nicht, aber die Geschichte ist flott geschrieben und macht Spaß zu lesen. 

    Was ist passiert? Raphael wird von einem Klinikleiter gebeten sich als Patient in seine Kuranstalt zu begeben. Er soll recherchieren, wer von seinem Personal die Patienten bestiehlt. Er fällt nach einem Besäufnis Nachts über eine Leiche, die keiner findet, verdächtigt mal diesen und mal jene, bis es einen weiteren Todesfall gibt. Ein buntes Kuddelmuddel zwischen Klinikleiter, dessen Familie, dem Personal und den Kurgästen, Raphael sowie seinem Anhang und dazwischen noch die Polizei. Jeder verschweigt jedem so viel er oder sie nur kann, damit es bloß nicht zu einfach wird, den Fall zu lösen. Ob Raphael wohl seine Leiche wiederfindet? Und auch die Person, die die Gäste bestiehlt? Nicht vergessen darf ich die gute Seele der Klinik, eine Köchin mit einem Herzen, in der viele einen Platz finden.

    Unter https://www.heike-denzau.de/ findet sich so einiges über die Autorin, einfach mal reinschauen.

  24. Cover des Buches Heidehexen (ISBN: 9783740807993)
    Klaas Kroon

    Heidehexen

     (18)
    Aktuelle Rezension von: ech

    In diesem Kriminalroman schickt der Autor Klaas Kroon sein bewährtes Ermittlerteam aus Lüneburg in ihren bereits dritten Fall. Diesmal bekommen Marie Gläser, Walter Sobchak und ihr Chef Stephan Weide in Person von Irina Schostakova vom LKA Hannover sogar noch personellen Zuwachs, der ordentlich frischen Wind ins Team bringt. Mich konnte der Autor dabei erneut auf ganzer Linie überzeugen und begeistern.

    Man braucht hier keinerlei Vorkenntnisse aus den ersten beiden Bänden, um das Buch lesen und nachvollzeihen zu können. Alle hierfür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören.

    Als in einem Lüneburger Gewerbegebiet ein Toter gefunden wird, ist dies nur der Auftakt einer Reihe grausamer Gewaltverbrechen, bei denen zunächst keinerlei Verbindung zwischen den Opfern zu erkennen ist. Als ein weiterer Mann spurlos verschwindet, werden die Ermittlungen zum Rennen gegen die Zeit.  

    Hinter dem Pseudonym Klaas Kroon verbirgt sich ein Hamburger Journalist und Kommunikationsprofi. Und das merkt man dem Buch mit seiner gut aufgebauten und gründlich recherchierten Geschichte auch jederzeit an. Mit einem packenden Schreibstil und einer ordentlichen Portion Lokalkolorit treibt der Autor das Geschehen voran, zeigt dabei, das er auch ohne große Actionmomente reichlich Spannung erzeugen kann, und lässt das Ganze am Ende in einen fulminanten Showdown mit einer stimmigen Auflösung münden, die absolut schlüssig rüberkommt und keine wesentlichen Fragen offen lässt. Getragen wird die Geschichte von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen, die immer wieder für Überraschungen gut sind. Und auch wenn findige Krimileser vielleicht schon früh ahnen werden, was es mit den titelgebenden Heidehexen auf sich haben könnte, tut dies der Klasse dieses Krimis keinen Abbruch, zumal sich hinter ihrer Rolle in diesem Fall auch noch so einige Überraschungen verbergen .

    Wer auf spannende Kriminalromane mit viel Lokalkolorit steht, wird hier bestens bedient und unterhalten.

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