Bücher mit dem Tag "emons"
182 Bücher
- Uli Aechtner
Leise rieselt der Tod
(56)Aktuelle Rezension von: RabbitmausWer einen leichten Krimi in der Weihnachtszeit sucht, ist mit diesem gut beraten. Für mich war es ein Buch zwischendurch, was sich sehr gut lesen ließ und auch die Protagonisten waren recht sympathisch, wenn auch etwas klischeehaft.
Leider war mir bereits sehr schnell klar, wo die Reise in diesem Buch hingehen wird und so hielt sich die Spannung sehr in Grenzen. Auch war der Ausgang und der Täter keine große Überraschung. Das weihnachtliche Flair kam aber trotz allem sehr gut rüber. Richtig mitreißen konnte es mich aber nicht.
Für einen gemütlichen Abend also empfehlenswert.
- Michaela Kastel
Worüber wir schweigen
(100)Aktuelle Rezension von: labelloprincessDas Cover von „Worüber wir schweigen“ hat mich sofort angesprochen. Es ist atmosphärisch gestaltet, wirkt geheimnisvoll und macht neugierig auf die Geschichte, die sich dahinter verbirgt. Allein optisch verspricht das Buch Spannung.
Der Schreibstil von Michaela Kastel ist insgesamt gelungen. Besonders positiv hervorzuheben sind die wechselnden Perspektiven sowie die Zeitsprünge, die der Geschichte Dynamik verleihen. Diese Erzählweise sorgt dafür, dass man aufmerksam bleibt und die Handlung aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Dadurch wirkt der Roman lebendig und anspruchsvoll, was gut zum psychologischen Thema passt.
Inhaltlich ist die Grundidee der Handlung durchaus interessant und vielversprechend. Das Buch wird als Thriller betitelt, trifft dieses Genre meiner Meinung nach jedoch nur bedingt. Es handelt sich eher um einen Psychothriller, der stark auf innere Konflikte, verdrängte Erinnerungen und seelische Abgründe setzt. Leider leidet die Umsetzung etwas darunter: Die Handlung zieht sich stellenweise sehr in die Länge, ist oft zähflüssig und bietet nur wenig Action oder echte Spannungsspitzen. Wer einen klassischen, temporeichen Thriller erwartet, könnte hier enttäuscht werden.
Ein weiterer Kritikpunkt sind für mich die Charaktere. Fast alle Figuren wirken psychisch stark belastet oder gestört, was zwar zur Thematik passt, es aber schwierig macht, eine echte Bindung zu ihnen aufzubauen. Mir fehlte eine Figur, mit der ich wirklich mitfühlen oder sympathisieren konnte. Dadurch blieb die emotionale Nähe zur Geschichte eher gering, was sich negativ auf mein Leseerlebnis ausgewirkt hat.
Ein solides Buch für Leser, die psychologische Themen mögen und kein Problem mit ruhigem Erzähltempo haben – für Thriller-Fans aber eher nur bedingt empfehlenswert. Ich vergebe dafür 3 von 5 Sterne.
- Carla Maria Heinze
Potsdamer Abgründe
(21)Aktuelle Rezension von: SatoBei einem Überfall im Geheimen Preußischen Staatsarchiv wird ein aus elitären Kreisen stammender Ex Politiker und Manager schwer verletzt. Doch was hatte das Opfer dort zu suchen, zumal das Archiv nicht frei zugänglich ist. Als kurz darauf auch die Nichte des Opfers ermordet wird, beginnt der Ermittlungsapparat auf Hochtouren zu laufen. Dabei gilt es eine Vielzahl von Puzzleteilchen richtig zuzuordnen. Das gestaltet sich schwierig, da zunächst unklar ist, wonach Opfer und Täter suchten. Die Spuren führen weit in die Vergangenheit zu Friedrich II und seine Verbindungen zur Freimaurerei. Viele Dokumente dieser Zeit wurden während des 2. Weltkrieges vernichtet oder landeten nach Kriegsende in den Archiven der Sieger. Und damit geraten auch Ereignisse aus dem Mai 45 in den Focus der Geschichte, wobei der Vater des Opfers als britischer Offizier und Kunsthistoriker eine entscheidende Rolle spielte.
Neben der teilweise stark verzweigten Haupthandlung spielt natürlich das Leben der wichtigsten Protagonisten eine große Rolle und auch an dieser Front tut sich viel. Maik von Lilienthal erwägt einen Wechsel von Potsdam zum BKA nach Berlin, um den Einfluss seiner Mutter Enne zu entgehen, doch ein Unfall seines Chefs eröffnet neue Perspektiven und so ist er plötzlich der große Chef. Da er jedoch weiterhin die Fäden der Ermittlungsarbeit nicht aus der Hand gibt, sind Reibereien – insbesondere mit seiner privaten, wie auch dienstlichen Partnerin Susanne vorprogrammiert.
Die Autorin schafft es die Charaktere sympathisch zu gestalten, sie auch mit menschlichen Schwächen auszustatten und nicht zu unnatürlichen Helden aufzuputschen. Ab und an wird die Geschichte aber grenzwertig, da Familie Lilienthal sowohl mit der Familie des Opfers in England freundschaftlich verbunden ist – schließlich war Maik mit der ermordeten Nichte dereinst verlobt – und dann noch Ennes Patentochter ihre Dissertation in besagtem Geheimen Staatsarchiv schreibt und dabei das erste Opfer entdeckte. Auch die Eskalation beim furiosen Finale empfand ich als etwas übertrieben. Aber egal, der Gesamteindruck wird dadurch nicht geschmälert, die Geschichte wird flüssig erzählt, ist durchgehend spannend und man erfährt viele interessante Fakten zur Geschichte der Freimaurer und dem Schacher um die „Kriegsbeute“ aus den deutschen Archiven.
Das Buch beinhaltet eine abgeschlossene Handlung, um aber die Protagonisten besser zu verstehen und ihre interessante Entwicklung nachzuverfolgen, ist es sinnvoll die Bücher der Reihe nach zu lesen – es lohnt sich!
- Robert Preis
Gottes Plagen
(17)Aktuelle Rezension von: peedee1463. Stjepan Tomašević, der letzte König von Bosnien, wird enthauptet. Vor seinem Tod hat er seine hochschwangere Frau Helena verraten, der es aber gelingt, mit einem kleinen Gefolge zu fliehen. Auf der Flucht kommen mehrere Begleiter ums Leben. Johannes, ein Pilger, steht ihr zur Seite; er will nach Graz des Heiligen Römischen Reichs, um die Menschen vor der Gefahr zu warnen. Nicht nur die Osmanen folgen ihnen, sondern auch Krankheiten und Plagen...
Erster Eindruck: Das Cover ist sehr ausdrucksstark und wirkt dreidimensional – gefällt mir sehr gut.
Für mich war es das erste Buch des Autors, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Die Recherchearbeiten für einen historischen Krimi stelle ich mir sehr aufwändig vor – hierfür meinen besten Dank. Ich war sehr gespannt auf diese Geschichte, die auch die Entstehung des Grazer Gottesplagenbildes thematisieren soll.
Wem kann man überhaupt trauen? Einer ist im Moment dein Freund, aber im nächsten Moment steckt sein Schwert in dir! Wer ist Johannes wirklich? Ist er ein Mönch, Pilger, Ritter? Was hat es mit diesem geheimnisumwobenen Buch auf sich?
Haris kam mir vor wie Hulk: selbstverständlich nicht grün, aber riesig, stark und furchtlos – und mit einem weichen Herzen, trotz allem. Er will Johannes wiederfinden, um ihn zu töten (als „Dank“ dafür, dass Johannes ihn trotz Armverlust hat überleben lassen), aber ihm ist bewusst, dass Johannes nicht sein Feind ist, sondern zu einem Gefährten geworden ist.
Die Beschreibungen waren (leider) sehr plastisch und ich empfand nur schon die ersten 80 Seiten als sehr brutal – für mich an der Grenze des Erträglichen. Nach dem ersten Viertel des Buches, in dem Helena, Johannes und Haris auf der Flucht sind, habe ich mich gefragt, wie lange diese sich stets wiederholende Präsentation von brutaler Gewalt weitergehen würde. Das Gelesene hatte einige Längen, die mir in Kombination mit den grausamen Szenen zunehmend Mühe bereiteten – ich war nahe dran, aufzugeben. Aber da ich begeisterte Stimmen zu diesem Buch gehört hatte, wollte ich dranbleiben. Aber nach 234 von 576 Seiten war meine Schmerzgrenze erreicht und ich habe das Buch abgebrochen. Mir ist bewusst, dass das Mittelalter keine Zeit von Friede, Freude, Eierkuchen war, aber die Zurschaustellung der Gewalt (bis Seite 234) war mir zu brutal. Schade. - Monika Mansour
Der Himmel über den Alpen
(25)Aktuelle Rezension von: Maja_BlumAls Berner Oberländerin war ich sehr auf die Darstellung der Region gespannt und wurde gefesselt. War sehr schön so detailiert zu lesen.
Sunshin ist manchmal etwas anstrengend, aber perfekt wie sie ist.
Tony überraschte mich. Ich hatte Ihn anders eingeschätzt.
Durch die Hochs und Tiefs, sowie meiner Heimat liebe ich das Buch. Die Liebesgeschichte ist sehr spannent geschrieben.
Wirklich ein tolles Werk von Monika Mansour.
- Margrit Cantieni
1941. Liebe in herzlosen Zeiten
(24)Aktuelle Rezension von: ErikHuyoffVor kurzem habe ich auch "1941. Liebe in herzlosen Zeiten" von Margrit Cantieni gelesen. Das Buch ist 2023 in der Emons Verlag GmbH erschienen und als historischer Liebesroman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.
Sommer 1941. Tausende polnische Soldaten werden auf der Flucht vor der deutschen Wehrmacht in der Schweiz interniert und von den Einheimischen als Helden gefeiert. Doch bald schon kippt die Stimmung, und die zuvor willkommenen Flüchtlinge werden zur vermeintlichen Bedrohung. So auch Marek, der im Arbeitslager auf die junge Sofia trifft. Es ist Liebe auf den ersten Blick, aber je länger der Krieg dauert, desto unerwünschter wird ihre Beziehung. Schaffen sie es, sich den Regeln der Gesellschaft zu widersetzen und ihr gemeinsames Glück zu finden?
"1941. Liebe in herzlosen Zeiten" ist mein erstes Buch der schweizerischen Autorin Margrit Cantieni - und diese Herkunft merkt man dem Buch auch an, das schweizerische Lektorat hat hier sicherlich auch dazu beigetragen. Denn das Buch ist gespickt mit schweizerischen Begriffen, auch außerhalb von Dialogen, und ignoriert teils die gängige deutsche Rechtschreibung, was bei mir als Leser durchaus für Irritationen sorgt.
Die Handlung ist durchaus abwechslungsreich und kurzweilig, allerdings auch etwas spannungsarm - was bei einem Buch, das größtenteils zur Zeit des zweiten Weltkriegs spielt, doch etwas verwundert. Teils gravierende Zeitsprünge und ein sehr antiklimaktisches Ende sorgen für ein doch sehr angenehmes aber auch etwas eintöniges Leseerlebnis. Dabei werden neben der Liebesgeschichte jedoch spannende historische Fakten über die Schweiz zu dieser Zeit vermittelt, die gerade hier doch eher unbekannt sind.
Das Setting ist gelungen. So entführt die Autorin den Leser nach Graubünden zur Zeit des zweiten Weltkrieges, insbesondere in das kleine Dorf Rodels, das seit 2015 keine eigene Gemeinde mehr ist, im Buch aber deutlich größer vorkommt als die weniger als 200 Einwohner, die das Dorf wohl zu dieser Zeit hatte - die Internierten nicht mitgezählt. Dabei gelingt es der Autorin gut, die damalige Stimmung und die Spannungen innerhalb der Gesellschaft einzufangen - und atmosphärisch für den Leser greifbar zu machen.
Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei überzeugen vor allem (wichtige) Nebenfiguren wie Leonora und der Lehrer Lorenz, während gerade Marek teils nicht wirklich nachvollziehbar handelt. Margrit Cantienis Schreibstil lässt sich dabei, trotz der Authentizität, leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anspringen.
Die Buchgestaltung ist ebenfalls solide. Lektorat und Korrektorat haben - im Wesentlichen - sauber gearbeitet, der Buchsatz ist simpel, aber fehlerfrei, auch wenn ich mir eine Karte von Graubünden zur Unterstützung noch gut hätte vorstellen können. Das Covermotiv ist etwas beliebig, aber schön anzusehen - und zieht sich toll über Buchrücken und Coverrückseite, sodass ein tolles Gesamtbild entsteht.
Mein Fazit? "1941. Liebe in herzlosen Zeiten" ist ein unterhaltsamer historischer Liebesroman, der eher unbekannte Aspekte des zweiten Weltkrieges in den Mittelpunkt rückt, dabei teils aber etwas ereignisarm daherkommt. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen - ab einem Lesealter von 14 Jahren.
- Sabina Naber
Leopoldstadt
(10)Aktuelle Rezension von: odenwaldcolliesWien im Sommer 1966: während die Menschen unter der Hitze leiden, wird ein ehemaliger Besatzungssoldat aufgefunden. Seltsamerweise will die US-Botschaft ihn aber nicht kennen – warum? Wurde er wegen seiner Hautfarbe umgebracht oder wegen der Recherchen, die er in Wien betrieben hat? Oder sind Liebe und Eifersucht das Motiv?
Nach „Eine Melange für den Schah“ habe ich mich auf das Wiedersehen mit Wilhelm Fodor und die 60er Jahre sehr gefreut. Diesmal bekommt er es mit einem besonders delikaten und kniffligen Fall zu tun, der auch seine Abteilung zu spalten droht, da das Mordopfer ein US-Afroamerikaner ist, was Fodors Kollegen Fischer immer wieder zu rassistischen Kommentaren verleitet, die zunehmend für Unfrieden unter den Kollegen sorgen.
Fischer ist einer der widersprüchlichsten Figuren in dieser Reihe, da er einerseits keinen Hehl aus seinem Rassismus macht, andererseits aber einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn hat, der wiederum keinen Rassismus kennt. Dazu kommt, dass er ein ausgezeichneter Ermittler ist.
Die Ermittlungen zu dem Mordfall kommen nur schleppend voran, da anfangs noch nicht mal die Identität des Opfers bekannt ist. Allerdings bekommen nicht nur Fodor und seine Kollegen immer mehr das Gefühl, dass diejenigen, die sie zu dem Fall befragen, mehr wissen, als sie aussagen.
Aber allmählich kristallisieren sich mehrere Spuren heraus, die zum Spanischen Bürgerkrieg, deutschen Nazis und Südtirol-Aktivisten sowie vergangene Liebesbeziehungen führen.
An den Büchern von Sabina Naber gefallen mir immer besonders gut die lebendigen Beschreibungen der Charaktere mit ihren Gesten und Schrullen, die mich mühelos in die damalige Zeit und Handlung versetzen. Aber auch die interessanten Hintergrundinformationen zur gesellschaftlichen und politischen Lage Wiens zu der Zeit, die für mich absolutes Neuland sind. Schockiert war ich über den Einfluss und die Bedeutung der Neo-Nazis auch in Verbindung mit der Südtirol-Frage, die mir so gar nicht bekannt war.
Und dann haben wir noch eine raffiniert aufgebaute Handlung, die mich auf verschiedene falsche Fährten geführt hat und ich bis zum Schluss keine Ahnung hatte, wo denn nun das Motiv konkret liegt. Die Auflösung und das Buchende waren daher ziemlich überraschend für mich. Ich hoffe sehr, bald wieder in das Wien der 60er Jahre reisen zu dürfen, um Fodor und Kollegen bei ihren Ermittlungen begleiten zu dürfen.
- Walter Christian Kärger
Der Zorn des Zeppelin
(8)Aktuelle Rezension von: SBA„Der Zorn der Zeppeline“ führt die Madlener‑Reihe mit einer packenden, atmosphärischen Geschichte fort. Trotz einiger ausführlicher Passagen bleibt der Roman flüssig und mitreißend. Madlener wird in Ereignisse gezogen, die sich zunehmend zuspitzen, während geheimnisvolle Zeppeline eine immer größere Rolle spielen. Die Spannung bleibt konstant hoch und trägt die Handlung kraftvoll voran. Absolute Lesepfehlung, freue ich schon auf Teil 4 mit Madlener und seinem Team vom Bodensee...................
- Andreas J. Schulte
Hildegard von Bingen und das Siegel des Königs
(32)Aktuelle Rezension von: -sabine-Mir ist das Buch aufgefallen, weil es auf der Shortlist für den Litertaturpreis „Goldener HOMER“ stand und mich der Klappentext neugierig gemacht hat - leider hat das Buch den Preis nciht gewonnen; mich aber hat es überzeugt!
Die Geschichte spielt Mitte des 12. Jahrhunderts – Hildegard von Bingen steht dem Kloster in Rupertsberg vor. Die junge Elisabeth von Greich wird von ihrem Bruder in das Kloster gebracht – schnell ist klar, dass Elisabeth klug und gebildet ist, so dass Hildegard ihr besondere Aufgaben zukommen lässt. Als sie ins Kloster Disibodenberg eingeladen wird, um den Verhandlungen zur Thronfolge beizuwohnen, nimmt sie Elisabeth mit – und wird dort zu einer großen Hilfe, als sich ein Unfall als Mord entpuppt und der Mörder frei im Kloster herumläuft.
Das Buch wird als historischer Kriminalroman gehandelt, man sollt aber wissen, dass der Krimi-Aspekt erst spät dazukommt und es lange Zeit um Elisabeth und ihr Einleben im Kloster geht. Ich fand das sehr interessant, und war daher nicht enttäuscht – und interessant ist auch, dass nicht Hildegard von Bingen im Mittelpunkt steht, sondern die junge Elisabeth. Aus ihrer Sicht wird die Geschichte erzählt, erst ihre Ankunft im neu gegründeten Kloster, dann das Leben dort, ihre Sicht der Dinge, aber auch ihr Empfinden den Mitschwestern gegenüber und ihr Zusammenwirken mit Hildegard. Dabei sind die einzelnen Figuren sehr schön gezeichnet – selbst die Nebenfiguren haben eine eigene Geschichte und sind so sehr nahbar. Elisabeth ist eine gewitzte junge Frau, die nicht nur blitzgescheit ist, sondern auch verschiedene Sprache spricht, im politischen Geschehen informiert war und sich sogar körperlich zu verteidigen weiß. Sie ist sehr sympathisch, und ich habe sie gerne begleitet – auch wenn mir die genannten Punkte ein wenig zu viel des Guten waren. Auch Hildegard ist eine sympathische Frau, die auch hier im Buch eine unglaubliche Würde ausstrahlt und Präsenz zeigt – einfach nur, weil sie da ist. Am Rande werden auch ihre Heilkünste eingeflochten, im Mittelpunkt stehen aber ihr Wirken als Vorsteherin des Klosters und im letzten Drittel dann die Vorkommnisse und Todesfälle im Kloster Disibodenberg.
Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und hat mich direkt in die Zeit hineingezogen – es sind so tolle Beschreibungen, dass ich alles genau vor Augen hatte, ohne dass es aber langatmig war oder zu ausführlich. Spannend wird es dann in der zweiten Hälfte – hier spitzt sich die Situation langsam zu, und ich war mit Elisabeth ganz hibbelig, wie sich alles auflösen wird.
Andreas J. Schulte hat schon viele, vor allem regionale, Krimis geschrieben – von mir aus kann er gerne noch weitere historische Romane schreiben, denn ich habe das Buch sehr gerne gelesen und fand die Mischung aus Fiktion und wahren Gegebenheiten sehr gelungen. Auch für Einsteiger ins historische Genre empfehle ich das Buch gerne weiter!
- Andrea Nagele
Grado im Mondschein
(21)Aktuelle Rezension von: Melanie_RauschenbachSo spannend und fesselnd das Buch war umso größer hat es mir mein Herz zerrissen.wenn man zuverlässig von anfang an diese Reihe liest und die Protagonisten sich ja doch langsam ins Herz stehlen,dann wird einem in diesem Teil voll emotionaler Achterbahn ganz schwindelig.man fiebert mit,man lacht mit,man freut sich mit und am Ende ja da weint man definitiv auch mit.ich muss jetzt gleich den nächsten Teil anfangen, in der Hoffnung, die Hoffnung und Aufschwung wieder zu finden.aber ich liebe Bücher wo man so richtig emotional sein kann.
- Ina Haller
Aargauer Abgründe
(25)Aktuelle Rezension von: MaunzerleFür mich ist es der erste Roman der Autorin Ina Haller und er verspricht gleich Gänsehautmomente. Die Schreibweise ist genial und für alle die nicht so gewandelt sind was die Worte betrifft gibt es hinten im Buch ein Glossar. Beim Lesen hat man echt irgendwie die ganze Zeit das Gefühl ein wenig beobachtet zu werden J Dabei bin ich doch unschuldig J
Ziemlich skrupellos und nicht berechenbar gibt es hier so einige Wendungen in der Geschichte was wirklich den Spannungsbogen ziemlich weit oben hält.
Zwischendurch gibt es auch mal humorvolle Szenen und eine Portion Wortwitz, damit man mal verschnaufen kann und die Gänsehaut auf den Rückzug gehen kann.
Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplare. - Susanne Ziegert
Tod im Leuchtturm
(27)Aktuelle Rezension von: TextgemeinschaftAngefixt von "Tod auf Helgoland" hab ich mir die beiden vorangegangenen Fälle in denen Rieke ermittelt auch gekauft.
Tatsächlich merkt man beim Lesen, dass die Autorin sich im letzten Buch deutlich weiter entwickelt hat. Trotzdem hat mir dieser Krimi auch sehr gut gefallen und er war durchaus spannend.
Ein kleiner Junge wird tot aufgefunden. Der Mord nie aufgeklärt. Die Eltern verlieren sich, weil sie beide zu sehr unter dem Tod des Jungen leiden und sich entfremden. Der Vater überwindet weder die Trennung von seiner noch Frau, geschweige denn den Tod des kleinen Felix.
Eine Zeugin will damals einen Angehörigen mit dem Jungen gesehen haben, doch sie zieht ihre Aussage zurück. 30 Jahre nach dem Mord kehrt sie zurück an den Ort des Geschehens. Bevor sie die Wahrheit sagen kann, wird sie tot aufgefunden. Rieke erkennt sofort: Mord - der wie ein Suizid aussehen soll.
Die Ermittlungen erfolgen zweigleisig. Die Malerin Margo Valeska recherchiert zum Tod der Zeugin, weil diese eine Freundin war. Sie kommt Rieke zwar nicht direkt in die Quere, doch so richtig zusammen, ermitteln sie auch nicht. Zudem gerät Margo in Gefahr und wird zusammengeschlagen.
Aufgelockert wird der Fall durch die Malkurse, die Margo gibt und durch Begegnungen mit dem Käpt'n und anderen Cuxern Urgesteinen.
Wie gerät ein Bauunternehmer in den Fokus und warum muss der pensionierte Ermittler von damals sterben? Lest selbst.
- Eva-Maria Silber
Der Teufel vom Brocken
(60)Aktuelle Rezension von: mandalottiMir hat die Geschichte sehr gut gefallen. Am Anfang hatte es etwas mystisches, da dachte man an den Yeti oder Aliens, aber ich hatte auch einen realen Verdacht wer der Mörder sein könnte. Ganz richtig lag ich nicht, aber ich war nah dran.
Die Geschichte hatte eine solide Ermittlerarbeit und auch die Ermittler waren mir sehr sympathisch.
Ich habe mal geguckt, ob es noch ein Buch mit Tomas Düvel gibt, aber leider nichts gefunden. Aber vielleicht schreibt die Autorin ja noch ein Buch mit ihm.
- Myriane Angelowski
Porzellankind
(55)Aktuelle Rezension von: Lilith_McCoy
**Kurzrezi**PORZELLANKIND von Myriane Angelowski. Gelesen als Taschenbuch(282) Seiten. Erschienen 2019 im Emons: Verlag
**Darum geht es**Ellis ist ein phantasievolles Kind. Leise und einsam bewegt sie sich durch die Villa der Eltern. Denn ihre Mutter erträgt keine Nähe. Und keinen Lärm. Ellis’ Bruder ist ein Schreikind. Sein Gebrüll wird zur familiären Belastung – bis er schließlich für immer verstummt. Was ist geschehen? Schritt für Schritt entwickelt sich zwischen Ellis und ihrer Mutter ein verstörendes Intrigenspiel, bis Ellis erkennt, dass es mehr als eine Wahrheit gibt. Sie beschließt, abzurechnen. Bedingungslos ...
**Meine Meinung**„Porzellankind“ ist mein erstes Buch von Myriane Angelowski und ich bin echt begeistert. Das ist ein Psychothriller at its best.Die Autorin versteht es nur durch Worte Gänsehaut zu erzeugen.In diesem Buch gibt es so gut wie kein Blutvergießen, doch die Spannung ist von Anfang bis Ende da.Die Geschichte fängt ganz harmlos an. Es erzählt von einer Familie die in einer Villa wohnt. Das Mädchen zieht sich in eine Fantasiewelt zurück und isst sehr gerne Kekse, Kuchen und Leckereien. Da die Eltern sich wenig um sie kümmern nimmt das Dienstmädchen sich dem Kind an.Als Leser kann man zwischen Realität und Fantasie oft nicht unterseiden.Die Mutter ist eine sehr empfindsame Person. Sie hat Glasknochen und damit oft Verletzungen und Brüche. Des Weiteren kann sie auch keine Nähe und keine Geräusche ertragen.Ich habe mich oft gefragt wer die "Durchgeknalltere" ist, Mutter oder Tochter.Es hat etwas gedauert bis sich mir die Zusammenhänge erklärt haben. Lange war ich im Ungewissen was die Spannung natürlich steigerte.Ich konnte das Buch oft nicht aus der Hand legen, dachte ich doch immer auf der nächsten Seite erklären sich mir die Zusammenhänge. Die Ungewissheit dauerte aber ist kurz vor dem Ende.Für mich mal wieder ein echter Psychithriller, wie er sein muss /5 Sternen und eine klare Empfehlung an alle, die echte Psychothriller zu schätzen wissen.
- Carla Capellmann
Tod in Zeeland
(47)Aktuelle Rezension von: AnkeabiszWas für eine herrlich schräge Mischung aus Entspannung und Spannung!
Schon die Anreise zum Retreat ist für die Hauptfigur (und ihre Freundin) eine Herausforderung – und das bleibt nicht die einzige. Zwischen Sonnengrüßen, Klangschalen und Stretching entwickelt sich ein handfester Mordfall...
Die Protagonistin durchforstet die Yoga-Community mit kriminalistischem Spürsinn – und mit einem liebevoll-ironischen Blick auf die Szene. Ob „Rotkäppchen“, „Arusha“ oder „Dourne, der den Freund stiehlt“ – die Figuren tragen skurrile, aber amüsante Namen, die mich anfangs verwirrt, später aber zum Schmunzeln gebracht haben.
Die Spannung zieht mit jeder Seite an – und endet in einem fulminanten Finale. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen! Und ganz ehrlich: Ich hätte sofort selbst Lust auf dieses Retreat… nur bitte ohne Mord.
- Per Sjørndahl
Alsensund
(49)Aktuelle Rezension von: VeronikaGruenschlag"Alsensund" ist ein fesselnder Küstenkrimi, der in der einzigartigen und atmosphärischen Kulisse des Grenzgebiets zwischen Dänemark und Deutschland spielt. Die Geschichte entfaltet sich entlang der wunderschönen Ostseeküste, in einer Region, die reich an Geschichte und natürlicher Schönheit ist. Diese geografische Lage verleiht dem Buch eine besondere Tiefe und Authentizität.
Im Zentrum des Romans steht ein sympathischer Kommissar, der nicht nur mit seinen beruflichen Herausforderungen, sondern auch mit eigenen familiären Problemen zu kämpfen hat. Diese persönliche Dimension verleiht dem Charakter eine bemerkenswerte Tiefe und macht ihn für den Leser sehr zugänglich und mitfühlend.
Der Kriminalfall selbst ist spannend und gut konstruiert, wobei der Autor geschickt die örtlichen Besonderheiten und historischen Verbindungen einbindet. Der Leser wird durch eine mitreißende Handlung geführt, die sowohl Nervenkitzel als auch unerwartete Wendungen bietet. Die Mischung aus Spannung und atmosphärischer Beschreibung der Landschaft sorgt dafür, dass man das Buch kaum aus der Hand legen möchte.
- Andrea Nagele
Grado und die Tote in der Lagune
(23)Aktuelle Rezension von: StreiflichtNach „Grado im Mondschein“, das mich sehr tief berührt hat, brauchte ich erstmal eine Pause von dieser Reihe. Dann kam „Grado in Flammen“, aber ich wollte es nicht lesen. Erst als dieses Buch herauskam, hab ich mich der Reihe wieder angenähert und mich auf die Suche nach dem Rätsel der „Toten in der Lagune“ gemacht. Spannend fand ich, wie spät die Tote tatsächlich erst gefunden wird – und das obwohl, sie sogar titelgebend ist. Aber es passte gut und ich fand diesen Fall ebenfalls wieder sehr tragisch. Bestens beschrieben, sehr nah an den Figuren und daher auch sehr berührend.
Es ist schön zu sehen, dass Maddalena wieder im Leben angekommen ist und genauso engagiert und cool ist wie vorher. Ich mag es, dass Zoli jetzt eine so wichtige Rolle spielt. Ich kann ihn mir aufgrund der Beschreibung so gut vorstellen, das macht einfach Spaß! Überhaupt sind die Beschreibungen der Landschaft und vor allem der Figuren so detailreich, dass ganz leicht Bilder im Kopf entstehen und zum Teil wahre Filme vor den Augen ablaufen. Ich mag sowas sehr, denn es macht ein Buch so greifbar, so authentisch und fast schon real.
Nach diesem Buch konnte ich auch „Grado in Flammen“ lesen, quasi noch nachholen, und jetzt freue ich mich schon auf „Grado in Angst“, das gerade erst erschienen ist. Ich bin sehr gespannt!
- Gabriela Kasperski
Bretonisch mit Aussicht
(34)Aktuelle Rezension von: AriusErneut findet Buchhändlerin Tereza Berger eine Leiche. Bei dem Toten handelt es sich um den Marineadmiral Bernard Sonnet, der wegen seiner Verdienste geehrt werden sollte. Ein Unfall? Tereza glaubt nicht recht dran und stellt eigene Ermittlungen an.
Bretonisch mit Aussicht" ist der zweite Band um Buchhändlerin Tereza Berger, der in Camaret-sur-Mer, auf der Halbinsel Crozon, in der Bretagne spielt. Das Buch kann jedoch unabhängig von seinem Vorgänger gelesen werden.
Bereits der Prolog beginnt geheimnisvoll und spannend und hat mich rätseln lassen wie das Geschehen in den Kriegswirren 1940 zu den heutigen Ereignissen passt. Wir lernen Bernard Sonnett, einen damals vierzehnjährigen Jungen kennen, der vergeblich auf Marie wartet. Im ersten Kapitel der Sprung in die Gegenwart: In Camaret-sur-Mer steht eine große Feier an, bei der Chor „Les Bergamottes de Camaret“ gemeinsam mit dem französischen Superstar Armelle auftreten werden. Zudem soll Bernard Sonnett, mittlerweile fünfundneunzig Jahre alt, geehrt werden. Leider wird er wenige Tage davor tot aufgefunden.
Commissaire Gabriel Mahon ist wenig erfreut, dass Tereza schon wieder in einen Todesfall involviert ist. Doch das ist nicht das einzige Problem: Soeur Nominoë, eine der singenden Bergamotten, ist plötzlich verschwunden und wird verdächtigt, ihre Mitschwestern und die TV-Crew, die anlässlich des Konzerts vor Ort ist, mit einer Fischsuppe vergiftet zu haben.
Raubkunst, Zweiter Weltkrieg, eine sagenumwobene Grotte und Bunkeranlagen aus der Zeit der deutschen Besatzung, Vergangenheitsbewältigung, TV-Präsenz, eine bretonische Sage – dies sind nur einige der behandelten Stichworte.
Tereza ist auch in diesem Band eher chaotisch und unorganisiert, aber eigentlich auch mit dem Herzen am rechten Fleck unterwegs. Zum Glück hat sie viele Freunde, welche ihr unter die Arme greifen. Die Autorin schafft es, auch den Nebenfiguren Leben einzuhauchen und eine familiäre Gemeinschaft entstehen zu lassen. Die Autorin spielt mit den schrulligen Eigenarten ihrer Charaktere, lässt sie so zu aktiven Akteuren vor wildromantischer Kulisse werden und setzt mit gut recherchiertem Hintergrundwissen gezielte Akzente, die den Fall abwechslungsreich und nervenaufreibend gestalten. Die Umgebung wird bildreich beschrieben und der Leser reist förmlich mit Tereza nach Camaret-sur-Mer. Die Landschaft, die Gegend, die Menschen, alles ist so wunderbar beschrieben, dass manch Leser Lust bekommen könnte, selbst da Urlaub zu machen und alles auf eigene Faust zu erkunden.
Die Protagonistin agiert ruhelos, hektisch und unüberlegt. Tereza ist ständig in Bewegung und agiert, hüpft von einem Nebenprotagonisten zum nächsten, zu ganzen Gruppen, von einem Ort zum anderen. Erhält sie eine Information, hechtet sie gleich hinterher, um dem nachzugehen. Dabei versetzt sie Freunde, vergisst Dinge vor Ort, die sie jemandem bringen will, lässt es liegen und kümmert sich nicht weiter darum. Massig Personal, rund vierzig Namen auf zweihundertachtzig Seiten begegnen uns. So kommt natürlich keine Tiefe der Charaktere zustande, die arg oberflächlich im Raum stehen. Das Problem hatten wir bereits im ersten Band bemäkelt. Hier trieft es noch krasser in Erscheinung.
Nicht alles erscheint logisch und Kommissar Zufall ist ein ständiger Helfer. Aber dem ist nicht genug. Während der Abwesenheit von Teresa ziehen Nonnen in ihr Haus ein, später eine Musikerin. Den Buchladen schmeißt derweil eine Freundin, die gratis arbeitet und durch Zufall das Geschäft der Saison macht, sich um Kundschaft kümmert, die den Laden stürmen, um den Hund und die verstopfte Toilette in Terezas Haus. Obendrein zur Grundhandlung auch noch Hektik im Haus. Jemand beschmiert ständig die Fensterscheiben des Ladens. Es gibt eine Fahrt nach Paris, aber auch zu anderen Orten. Bis zur Mitte des Buchs kennen wir alle Kneipen und Restaurants im Ort, den Fischladen, die Bäckerei und den Metzger, die Surfschule, das Museum, das Kloster, den Leuchtturm und so weiter. Es werden Feste gefeiert, eine Bootsfahrt gemacht und irgendwo mittendrin, verläuft sich die Story, von der wir ab einem gewissen Punkt nicht mehr wissen, warum Teresa überhaupt noch weitersucht. Die Suppe war nicht vergiftet, der alte Mann ist an einem Herzinfarkt gestorben, die Nonne wird nicht mehr verdächtigt. Schlussendlich geht es um ein Familiengeheimnis. Aber warum Tereza dies unbedingt lüften will, die eigentlich genug anderen Dinge um die Ohren hat, ist nicht restlos nachvollziehbar.
Schlussendlich bleiben noch Fragen unbeantwortet, die dazu animieren sollen, den nächsten Band zu kaufen. Jedenfalls, wenn einer wissen möchte, wer der Schmierer ist oder was in dem Brief steht. Doch ob dies im nächsten Teil tatsächlich verraten wird?
Gabriela Kasperski Schreibstil ist einfach und angenehm zu lesen. „Bretonisch mit Aussicht“ ist ein typischer Urlaubskrimi voller stimmiger Umgebungbeschreibungen, skurriler Einwohner und eigenwilligen Protagonisten. Mich störten bloß die vielen französischen Ausdrücke und Redewendungen. Ich habe größtenteils ignoriert, denn erläutert oder übersetzt werden sie nicht. Dafür gibt es am Ende aber ein Rezept für die südbretonische Fischsuppe, die im Buch nicht jedem gut bekommen ist
- Max Abele
Nur tote Schwaben schweigen
(23)Aktuelle Rezension von: abuelita…so sind die Botschaften eines Mörders an die Kripo unterschrieben. Dazu Verse in Reimform , denn die Opfer werden mit Vogelnamen belegt und eben mit diesen Gedichten, einem Kinderlied nachempfunden, angekündigt.
Kein einfacher Fall für Eugen Querlinger, denn die Morde sind schon wirklich bizarr. Dazu hängt bei ihm daheim auch noch der Haussegen schief und die alten Bekannten im Team fetzen sich nach wie vor….
Die Dialoge sind manchmal witzig, aber manchmal auch zu viel und zu bemüht. Zudem blitzt immer wieder die Ähnlichkeit mit Kommissar Kluftiger durch.. 😊
Zwischendurch erzählt auch die „Schwarze Henne“ einiges – was aber nicht unbedingt hilft, hinter den Täter zu kommen…
Da die Ermittlungen endlos dauern, werden sie auch lang und breit und breit und lang ausgeführt – für meinen Geschmack nun doch etwas ZU ausführlich. Trotzdem ist das Buch gut zu lesen und ich bin gespannt, ob es noch weitere Bände geben wird….
- Marcel Huwyler
Frau Morgenstern und die Offenbarung
(32)Aktuelle Rezension von: Frau_BWer glaubt, dass Pensionärinnen nur stricken und im Garten arbeiten, hat die Rechnung ohne Violetta Morgenstern gemacht. In „Frau Morgenstern und die Offenbarung“ führt uns Marcel Huwyler erneut in die Welt der ehemaligen Lehrerin, die ihren Ruhestand mit einer sehr speziellen Nebentätigkeit füllt: dem professionellen Aussortieren von Menschen, die die Welt nicht braucht. Was mich an diesem Band besonders fasziniert hat, ist die Mischung aus tiefschwarzem Humor und einer fast schon poetischen Eleganz in der Grausamkeit.
Huwyler versteht es meisterhaft, die Balance zwischen einem spannenden Kriminalfall und der psychologischen Tiefe seiner Figuren zu halten. Frau Morgenstern ist keine klassische Heldin – sie ist eigenwillig, streng und moralisch auf einem ganz eigenen Pfad unterwegs. Besonders die Dynamik zwischen ihr und ihrem Partner, dem Lebemann Miguel Schlunegger, gibt der Geschichte eine wunderbare Leichtigkeit, ohne die Ernsthaftigkeit der „Offenbarung“ zu verlieren. Die Jagd nach Gerechtigkeit führt diesmal in Abgründe, die weit über das Persönliche hinausgehen.
Für mich ist dieser Teil der Reihe ein absolutes Highlight, weil er zeigt, dass Rache auch eine Form von Kunst sein kann, wenn sie mit so viel Stil und Verstand ausgeführt wird wie hier. Der Schreibstil ist präzise, voller Wortwitz und schafft eine Atmosphäre, der man sich schwer entziehen kann. Wer intelligente Krimis mit einer Prise Boshaftigkeit und einer unvergesslichen Hauptfigur sucht, wird dieses Buch lieben.
- Michaela Kastel
Ich bin der Sturm
(66)Aktuelle Rezension von: BitzkiWahnsinn und Hut ab! Frau Kastel schafft tatsächlich auf knapp 280 Seiten, was kaum einem anderen Schriftsteller - wenn überhaupt - auf den üblichen über 400 Seiten gelingt.
Das Buch entfaltet eine unglaubliche Sogwirkung. Der Schreibstil ist unfassbar sprachgewaltig und die Protagonistin wirbelt in der Tat wie ein Sturm durch die Seiten, nimmt den Leser mit und lässt ihn miterleben und mitfühlen.
Eine ganz klare Leseempfehlung von mir!!! - Lucie Flebbe
Bad Business. Deal mit dem Tod
(33)Aktuelle Rezension von: schillerbuchDiesen Krimi las ist für meine Jurytätigkeit bei den Stuttgarter Kriminächten und bedanke mich beim Grafit Verlag, der mir ein Leseexemplar zur Verfügung gestellt hat. Laut Verlag zeigt die Autorin in diesem Buch schonungslos die Auswüchse von Privatisierungs- und Effizienzwahn im Gesundheitssektor auf. Das fand ich ein interessantes Thema und ich war gespannt, was mich erwartet.
De Verlag beschreibt den Inhalt so: „Mieke Jentsch macht ihren Job als stellvertretende Klinikverantwortliche schon deutlich zu lange. Als ihr Vorgesetzter unerwartet Suizid begeht, rückt sie in die Chefposition auf und wird beauftragt, Kliniken an einen Medizinkonzern zu verkaufen. Ist der Milliardendeal die Chance, ihre Fähigkeiten endlich unter Beweis zu stellen? Doch je tiefer Mieke in die Materie vordringt, desto größer werden ihre Zweifel daran, dass ihr Vorgänger freiwillig aus dem Leben gegangen ist. Als sie das Opfer mehrerer Anschläge wird, beginnt sie zu ahnen, dass sie längst zur Schachfigur in einem tödlichen Spiel geworden ist . . .“ (© Grafit Verlag)
Das Buch ist wirklich spannend, obwohl ich mir schwer tat mit dem Aufbau: Lucie Flebbe erzählt aus mehreren Perspektiven und es dauerte relativ lange, bis ich in die Geschichte reingekommen bin, zumal die einzelnen Abschnitte oft sehr kurz waren. Vor allem das hat mich auch nicht so ganz überzeugen können, es hat bei mir nicht für Spannung gesorgt, sonder eher für eine gewisse Mühsal beim Lesen. Im Laufe des Romans setzte sich langsam ein Bild zusammen und auch die beiden Hauptpersonen Mieke und der eigenwillige Coach Mo gewinnen immer mehr an Tiefe. Das ist es, was mich letztendlich dann auch bei der Stange gehalten hat.
Mieke ist eine ehrgeizige junge Frau, die unbedingt Karriere machen möchte, die aber auch merkt, dass ihr die dafür notwendige Skrupellosigkeit fehlt. Als sie vom Abteilungsleiter für unfähig erklärt und in ein Coaching geschickt wird, bringt sie das an ihre Grenzen. Denn es handelt sich hier keineswegs um eine normales Coching, sondern Mo arbeitet mit Pferden, die sofort spüren, ob ein Mensch die natürliche Autoritärt ausstrahlt, die eine Führungskraft, die nach oben will, haben sollte. Als sie dann unerwartet doch in die Chefposition vorrückt, stellt Mieke das nicht nur als Führungskraft, vor eine große Herausforderung, sondern sie sieht auch ihre Werte in Frage gestellt. Hat der Abteilungsleiter sie nicht nur deshalb befördert, weil sie ihrem Vorgänger inhaltlich zugearbeitet hat, sondern auch gerade deshalb, weil er glaubt, dass sie widerstandslos dem Verkauf der Reha-Klinken der Rentenversicherung an einen privaten Klinikkonzern vorbereiten und durchführen wird? Als sie Sanna aus dem Betriebsrat kennenlernt, sieht sie den Verkauf immer kritischer. Und als sie mehrfach in lebensgefährliche Situationen gerät, aus denen Mo ihr heraushelfen kann, beginnen beide, nachzuforschen, wer hinter den Anschlägen stecken könnte.
Dazu gibt es eine ganze Reihe von Nebenfiguren, deren Rolle zu Beginn völlig unklar ist, die aber im Laufe der Handlung an Kontur gewinnen bis sich am Ende des Buches ein Gesamtbild ergibt.
Man merkt dem Buch an, dass sich Lucie Flebbe intensiv mit dem Thema beschäftigt ist – ein Thema, das ihr als ausgebildeter Physiotherapeutin sicher auch nahe liegt. Über die Privatisierung der Kliniken, die alle unter einem enormen Kostendruck stehen und deshalb zu fragwürdigen Mitteln greifen, kann man zu Zeit regelmäßig in der Zeitung lesen und in diesem Thriller zeigt die Autorin tatsächlich die Auswüchse von Privatierungs- und Effizienzwahn auf, unter dem Personal und Patient:innen zu leiden haben. Durch die vielen Handlungsfäden jedoch hatte ich das Gefühl, dass sie insgesamt etwas zu viel hineingepackt hat. Dass eine der Pflegerinnen aus Afghanistan stammt und verzweifelt versucht, ihre kleine Tochter und Schwester nachzuholen, war mir dann einfach zu viel, denn auch das ist ein hoch komplexes Thema, das es wert wäre, in einem eigenen Roman gewürdigt zu werden. Trotzdem gewann der Thriller nach dem ersten Drittel immer mehr an Fahrt und es gibt am Schluss einige wirklich überraschende Wendungen.
Mein Fazit: Spannende Krimikost mit einem interessenten Thema, allerdings mit kleinen Einschränkungen was den Aufbau und die thematische Überfrachtung anbelangt. Trotzdem lesenswert!
- Klaudia Blasl
Gärten, Gift und tote Männer
(41)Aktuelle Rezension von: DorGerDie desillusionierte ehemalige Lehrerin, nebenpenionistisch Heilkräuter-Expertin, vermutet beim unschönen Ableben von Bauer und Hendln einen toxischen Hintergrund. Obwohl das nicht der einzige Todesfall bleibt, wird ihr Verdacht nicht ernstgenommen, sondern fällt überhaupt auf sie. Nette Geschichte, gut erzählt. Dass er in Österreich spielt, ist halt kaum erkennbar, wenn man einen deutschen Lektor walten lässt, der alles regionsbezogene einpiefkelt. Am besten denjenigen entlassen, der hat seinen Job nicht verstanden! Warum die Autorin im Gegenzug auf zB gerösteten Karfiol (>Blumenkohl) besteht, wo ein Brokkoli beide Sprachregionen neutral bedient hätte, keine Ahnung. Liebe Lektoren/Korrektoren oder wie auch immer ihr euch bennent, euer Aufgabengebiet ist die korrekte Orthographie, daran seid ihr in diesem Buch immens gescheitert, nicht die Umformulierung von Ausdrücken in einer bestimmten Region, wie überheblich kann man sein? Neutrale Sprache, Fälle, Stil - damit seid ihr eh die nächsten Jahre Nachschulung beschäftigt. Warum gibt es keine gscheiten Lektoren mehr? Wegen dieses Blödsinns ziehe ich volle 2 Sterne ab!!
- Richard Brandes
Tatort Brandenburg: Start der Carla-Stach-Reihe »Tod in der Schorfheide« und »Wenn das Böse nach Brandenburg kommt« (2in1-Bundle)
(70)Aktuelle Rezension von: AtschiBIch bin begeistert von dieser Buchreihe. Auch dieses Buch begeistert durch die bildhafte und verständliche Darstellung. Ich habe wieder mit Carla und Julia gemeinsam ermittelt und mitgefiebert. Wieder ein großartiger Krimi mit historischen Rückblicken aus der DDR und dem Stasiregime.
Ich wünsche mir, dass sich Richard Brandes sein Team "weiterentwickelt" und es noch zahlreiche weitere Fälle in Brandenburg zu lösen gilt! Band 4 ist ja bereits angekündigt. Ich freu mich darauf.























