Bücher mit dem Tag "enthüllungsjournalismus"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "enthüllungsjournalismus" gekennzeichnet haben.

15 Bücher

  1. Cover des Buches Verschwörung (ISBN: 9783453504059)
    David Lagercrantz

    Verschwörung

    (284)
    Aktuelle Rezension von: Olaf_Raack

    Die Trilogie von Stieg Larsson um Lisbeth Salander und Mikael Blomkvist habe ich verschlungen. Lagercrantz ist nicht Larsson, aber das stand auch nicht zu erwarten. Dennoch konnte ich auch dieses Buch kaum aus der Hand legen. Es ist vielleicht weniger düster, weniger bedrohlich, weniger emotional, aber es besticht durch eine hervorragende Stilistik und eine klasse zusammengefügte Story. Und es ist dem Autor aus meiner Sicht gelungen, die wichtigen Charaktereigenschaften der Protagonisten von Larsson zu übernehmen und gekonnt fortzuführen.
    Für mich war es auf jeden Fall ein spannendes Wiedersehen mit Salander und Blomkvist, die eine Affäre aufdecken, die sich von der russischen Mafia bis zur NSA in den USA erstreckt und die grandiose Rückkehr Millenniums an die investigativ-journalistische Spitze einläutet.
    Wer keinen Larsson erwartet, wird hier sicher nicht enttäuscht. Ich zumindest freue mich darauf, den nächsten Band zu lesen.

  2. Cover des Buches Mindf*ck (Deutsche Ausgabe) (ISBN: 9783832181345)
    Christopher Wylie

    Mindf*ck (Deutsche Ausgabe)

    (5)
    Aktuelle Rezension von: Marijana

    Dieses Buch liest sich wie ein Krimi. Er ist nur keine Fiktion, sondern Teil unserer Gegenwart. Die Einblicke in die Arbeit von Cambridge Analytica, die Einflussnahme auf Wahlkämpfe, insbes. US-Wahl, den Brexit und viele andere Regierungen dieser Welt zeigen wie labil unser kollektiver und individueller Geist ist bzw. sein kann und wie empfänglich dieser weiterhin ist für "Geschichten", die das Misstrauen stärken, Spaltung befeuern und Wut und Hass anheizen (die genutzten Methoden und Mechanismen sind alt). 

    Wir sind Zeitzeugen des Einflusses sozialer Medien und Messenger-Dienste, die als Plattformen wie ein Buschfeuer und Brandbeschleuniger für obiges wirken. Und durch die  bereitwillige Nutzung der schnellen und "smarten" Technologien machen wir uns zunehmend und bereitwillig zu Marionetten der Unternehmen, die längst die Datenhoheit (kostenlos dazu) von uns erworben haben und unser Verhalten subtil beeinflussen und mitsteuern können. Die Akteure und Drahtzieher in diesem realen Krimi sind besessen von Machtergreifung, Geld und ihren wütenden und spaltenden Narrativen. Die Akteure sind jedoch immer wieder austauschbar. 

    Mir erscheint, die jungen "Teckies" wie der Autor selbst, sind voller Begeisterung von all den Möglichkeiten der Technik und der gigantischen Datenanalysen und Einflussnahmen, dass sie in dieser Euphorie auch verdrängen lernen. Das vermeintlich "Gute und "Böse" liegen nah beieinander. Die aktuellen Ereignisse rund um die US-Wahl sind bereits im Buch skizziert. Man muss sich nach dieser Lektüre also gar nicht wundern. Die Narrative sind längst erfunden und werden weiterleben. 

    Dieses Buch und das Buch "Anleitung zum Populismus von Fritz B. Simon" - im Doppelpack - sollten Pflichtlektüre sein. Wir müssen die Technologien und sozialen Medien nicht abschaffen, sie bieten zweifelsohne Vorteile und gehören zu etablierten Kommunikationsmitteln. Wir dürfen stetig unsere Selbstbeobachtung schulen und schauen, womit wir unseren Geist und unsere inneren Bilder und Überzeugungen füttern. Und, wir sollten uns dringend für Regulierungen der wenigen mächtigen Daten-Unternehmen einsetzen, zum Schutze der Demokratie.

    ...für ein freundlicheres Miteinander. 



  3. Cover des Buches Kiew Contract - Im Namen meines Vaters (ISBN: 9783960871354)
    Caroline de Vries

    Kiew Contract - Im Namen meines Vaters

    (19)
    Aktuelle Rezension von: DominicsBücherWelt

    Kiew Contract von der Journalistin Caroline de Vries ist ein hochspannender Politthriller für den man sich aber Zeit nehmen muss zu lesen.


    Die Protagonistin Katharina Eswetja, eine Hamburger Journalistin mit ukrainischen Wurzeln soll für eine Zeitung einen Reisebericht über die Ukrainische Hauptstadt schreiben. In Ihrem bisherigen Leben hat sie die Stadt gemieden, da Sie tief mit ihren eigenen Wurzeln und dem Leben ihres Vaters, einen berühmten Journalisten, verbunden ist. Kaum in der Stadt angekommen, muss Katharina feststellen, dass die Vergangenheit sie schneller einholt als ihr lieb ist und dass die Widersacher ihres Vaters auch vor der Tochter nicht halt machen. Dabei trifft Sie auf einen Staatsanwalt, der vorgibt Sie zu beschützen, jedoch muss Katharina schnell feststellen, dass die Frage nach Freund und Feind manchmal schwer zu beantworten ist. Dabei begegnet Sie auch dem Vater wieder und lernt zu verstehen, dass es Ideale gibt für die es sich lohnt zu kämpfen und Dinge aufs Spiel zu setzen um das Richtige zu tun...


    Meinung: Der Schreibstil von Caroline de Vries hat mir von Anfang an sehr gut gefallen und man kommt meiner Meinung nach gut in das Buch rein. Schwierigkeiten haben mir aber die vielen Charaktere und ihre Geschichte gemacht. Die Autorin wechselt in der ersten Hälfte des Buches in jedem Kapitel den Protagonisten und teilweise auch zwischen den Zeiten. Am Anfang geht es um die Journalistin und ihre Reise in die Ukraine, dann begegnet Sie den Wiedersachern ihres Vaters und ab da wird auch die alte Geschichte des Vaters in Rückblicken erzählt. Hat man sich daran gewöhnt und kann man Perspektivwechsel und Namen gut unterscheiden wird man Kiew Contract schnell als fesselnden, hochaktuellen Politthriller für sich entdecken an dem es sich lohnt dranzubleiben.


    Fazit:  Ein spannender Erstling und ich würde mich freuen mehr von der Autorin zu lesen. Von mir eine absolute Leseempfehlung für alle Thriller-Fans und solche die es werden wollen.
  4. Cover des Buches Wie aus dem Nichts (ISBN: 9783492314220)
    Sabine Kornbichler

    Wie aus dem Nichts

    (50)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Ich mag Krimis, bei denen weniger die Brutalität der Tat, sondern vielmehr die Psychologie der Charaktere im Mittelpunkt steht.

    Ich will wissen, wie sie ticken, was sie bewegt, warum sie genau so handeln und nicht anders – und dazu bietet diese Geschichte mehr als genug Anlass, was mich zunächst sehr positiv stimmte. Denn allzu schnell stellt unsere Heldin fest, dass sie sich nicht einmal auf das verlassen kann, was sie felsenfest zu wissen glaubte, und das kommt für sie wortwörtlich wie aus dem Nichts und sorgte bei mir für eine wohlige Grundspannung.

    Dieser Aspekt der Geschichte – die komplette Umkehr dessen, was bis eben noch die unumstößliche Wahrheit war –, ist für mich das stärkste Element des Buches.

    Der Schreibstil liest sich angenehm locker und unterhaltsam, so dass einer vergnüglichen Lektüre nichts im Wege zu stehen schien.

    Auch die Person der Dana Rosin wirkte auf mich erst sehr vielversprechend.

    Sie ist Inhaberin einer Alibi-Agentur und verschafft Menschen aus den unterschiedlichsten Gründen Ausreden. Dabei wertet sie nicht, der untreue Ehemann ist ihr als Kunde genauso willkommen wie jemand, der einfach nur eine persönliche Auszeit braucht. Das wirft natürlich Fragen auf: Ist das ethisch vertretbar, was bewegt sie dazu, sich ausgerechnet so ihren Lebensunterhalt zu verdienen – und steht das im Zusammenhang mit dem Mord? Eine einfallsreiche Grundidee mit Spannungspotential!

    Leider erschien mir die Protagonistin im Laufe des Buches zunehmend farblos, und auch meine Sympathie für sie schwand mehr und mehr, da sie sich in ihrer Charakterisierung erschöpfend im Kreise dreht. Auch die anderen Charaktere vermochten mich immer weniger zu überzeugen, wie zum Beispiel die Kommissare, die ich anfangs sehr interessant fand.

    Ich konnte deren Verhalten ab einem gewissen Punkt nicht mehr nachvollziehen.
    Ich möchte hier noch nicht zu viel verraten, aber sie handeln in ihren Ermittlungen teilweise geradezu nachlässig und ein paar Entwicklungen erschienen mir etwas konstruiert.

    Der Spannungsbogen entwickelt sich recht langsam, so dass mich vor allem die Frage nach der logischen Auflösung bei der Stange hielt, bleibt dafür aber konstant erhalten. Nein, gelangweilt habe ich mich nun nicht, im Großen und Ganzen habe ich “Wie aus dem Nichts” sogar ganz gerne gelesen – aber mir fehlte das Gefühl, jetzt unbedingt direkt und sofort weiterlesen zu müssen. Ich habe für das Buch keinen Schlaf verloren, wie ich das sonst oft mache, wenn ich einen Krimi lese.

    FAZIT

    Dana Rosin hat eine Alibi-Agentur, die Menschen aus den unterschiedlichsten Gründen Ausreden verschafft. Als ihr Freund Alex, ein Enthüllungjournalist, in ihrem Beisein ermordet wird, gerät alles aus den Fugen, woran sie bisher geglaubt hat…

    Für mich war “Wie aus dem Nichts” ein klarer Fall von “Kann man gut lesen, muss man aber nicht unbedingt!” – ein netter Krimi für zwischendurch, trotz verschiedener Schwächen.

    Diese Rezension erschien zunächst auf meinem Buchblog:
    https://wordpress.mikkaliest.de/2019/05/18/sabine-kornbichler-wie-aus-dem-nichts/
  5. Cover des Buches Das Magazin (ISBN: 9783498034986)
    Hellmuth Karasek

    Das Magazin

    (7)
    Aktuelle Rezension von: thursdaynext
    Langweiliges Geschwafel.Augstein würde vermutlich unterirdisch rotieren. Sehr empfehlenswert für von Einschlafproblemen geplagte Mitmenschen. Wirkt sofort.
  6. Cover des Buches Tod eines Sesselfurzers (ISBN: 9783453064744)
    Jürgen Alberts

    Tod eines Sesselfurzers

    (2)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Eine spannende Geschichte, die zu Beginn der 90er Jahre spielt und schwerpunktmäßig das Hauen und Stechen "hinter den Kulissen" von Polizeibehörde und Umweltministerium darstellt, wo jeder nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist, die "Arbeitsgemeinschaft kritischer Polizisten" scheucht alleman in der Bremer Polizei auf, da man polizeiliche Übergriffe gegenüber Bürgern zur Sprache bringt, und in der Umweltbehörde wird auch jeder geschmiert, der nicht bei drei auf den Bäumen ist. Ein amüsanter und lehrreicher Einblick in Behördenabgründe, der zugrundeliegende Kriminalfall gerät demgegenüber fast völlig in den Hintergrund. Und Bremen wird als "Stadt des Mittelmaßes" beschrieben, was in manchen Bereichen durchaus zutreffend erscheint.
  7. Cover des Buches Bamberger Fluch (ISBN: 9783954518210)
    Harry Luck

    Bamberger Fluch

    (4)
    Aktuelle Rezension von: JasMin

    Bamberg ist im Hexen-Fieber! Vor 400 Jahren hat Bamberg eine wahre Welle der Hexenverfolgung heimgesucht. Nicht nur der Film "Hexensabbat", der bald in die Kinos kommt, handelt von dem Thema, sondern auch eine Sonderausstellung, in deren Rahmen das Grab eines Hexenkommissars geöffnet wird. Doch das Grab ist leer, statt dessen wird eine Pistole aus dem 2. Weltkrieg gefunden. Wie passt das zusammen? Und was hat es mit dem Fluch der Familie des Hexenkommissars auf sich? Als ein Lokalreporter, der über die Graböffnung berichten wollte, getötet wird, müssen der Kommissar Horst Müller und seine Kollegin Paulina Kowalska alles daran setzen, um den Täter zu überführen. Wie passt die alternative Medizinerin, die von ihren Kritikern nur "Die Hexe vom Jakobsberg" genannt wird, in das Bild und was hat es mit dem Familienfluch des Hexenkommissars auf sich?

    Der zweite Band "Bamberger Fluch" unterscheidet sich etwas vom ersten Band. Hier wurde tatsächlich einiges an Realität und guter Recherchearbeit über die Hexenverfolgung und den Vollstreckern von damals eingewoben. (Nicht, dass der erste Band bezüglich der Umgebung, Eigenheiten, etc. realitätsfremd wäre, in "Bamberger Fluch" wird eben einiges Historisches erzählt, deren Grundidee auf wahren Begebenheiten zurück zu führen ist). Das fand ich ziemlich interessant, v.a. da immer wieder vereinfachte Ausschnitte aus einem existierenden historischen Schriftstück eingeschoben wurden. Leider führte dies, meiner Meinung nach, aber dazu, dass es im Mittelteil eher seltener zu meinen geliebten "Horst-Müller-Momenten" gekommen ist, mit denen er seine liebenswürdige, mürrische und überaus korrekte Art sonst immer wieder dargestellt hat. 

    Der Plot an sich ist wieder durchaus spannend, wenn auch nicht blutrünstig oder brutal. Ich würde ihn wieder, wie den Vorgängerband auch, in die Reihe der Cosy-Krimis einordnen. Auch in diesem Band habe ich mich wieder richtig wohl in Bamberg gefühlt.

    Meiner Meinung nach muss man den Vorgängerband nicht gelesen haben, um mit "Bamberger Fluch" zu starten. Es wird nicht allzu viel auf "Bamberger Hörnla" aufgebaut. Allerdings würde ich trotzdem raten, die Reihe bei Band eins zu beginnen, denn sonst verpasst man einige herrlich humorvolle Momente von Horst Müller und Paulina Kowalska.

    Dass Horst Müller wieder einige Momente hatte, in denen er mich zum Lachen brachte, brauche ich wohl nicht mehr explizit zu erwähnen, denn das schafft er immer :-). Auch spielen er und Paulina Kowalska sich wieder schön die Bälle zu, um ein perfektes Ermittler-Duo abzugeben.

    Letztendlich war das Buch wieder spannend, humorvoll und zusätzlich lehrreich. Leider hat der Humor von Horst Müller, durch die Einbringung der historischen Fakten, etwas "gelitten". Allerdings waren diese Fakten wirklich interessant und, in Bezug auf Menge und Verständnis, genau richtig.

    Das Buch ist eine Leseempfehlung und ich werde definitiv die Reihe weiter verfolgen!

  8. Cover des Buches Die Sirius-Verschwörung (ISBN: 9783838700960)
    Uwe Schomburg

    Die Sirius-Verschwörung

    (17)
    Aktuelle Rezension von: simonfun
    Guter Schreibstil und gut erfasste Protagonisten reichen hier nicht, um eine nachhaltige Erinnerung an den Roman aufrecht zu erhalten.
    Wie auch immer - ganz nett!
  9. Cover des Buches Kein Tod wie der andere (ISBN: 9783954510931)
    Carsten Neß

    Kein Tod wie der andere

    (6)
    Aktuelle Rezension von: Gartenfee-Berlin

    Mit diesem zweiten Teil etabliert Carsten Neß seinen Kommissar Christian Buhle fest in Trier. Er ist sich zwar immer noch nicht über seine Gefühle für Marie Steyn, die er im ersten Teil kennengelernt hatte, im Klaren, doch ist sie auch hier wieder mit von der Partie, als es um die Tode dreier Familienmitglieder geht, von deren überlebender Tochter sie die Pschologin ist.

    Für meine Begriffe kam das Buch nur langsam in Gang. Es tauchten am Anfang viele verschiedene Personen auf, die irgendwie nur schwer zuzuordnen waren. Auch zog sich die Geschichte sehr lange hin, ohne dass man der Auflösung irgendwie näher kam. Ab der Mitte des Buches war ich dann wieder begeistert am Lesen und habe die vielen Verwicklungen gespannt verfolgt. Gegen Ende wurde es dann so richtig spannend, bis hin zur relativ kompletten Aufklärung der Todesfälle. Nur die persönlichen Problemchen von Buhle sind noch weiterhin offen. Aber es gibt ja auch noch einen dritten Teil...

  10. Cover des Buches Das BILD-Handbuch bis zum Bildausfall (ISBN: B002OYKS2U)
    Günter Wallraff

    Das BILD-Handbuch bis zum Bildausfall

    (0)
    Noch keine Rezension vorhanden
  11. Cover des Buches Die Mafia in Deutschland: Kronzeugin Maria G. packt aus (ISBN: B01NA9FMCL)
    David Schraven

    Die Mafia in Deutschland: Kronzeugin Maria G. packt aus

    (1)
    Aktuelle Rezension von: Holden

    Spannend wie ein Krimi: Die Lebensgeschichte der Maria Giordano, die durch ihren prügelnden Mann zur Mafiamittäterin wurde und schließlich gegen die Mafiabosse aussagte. Unglaublich, wie rückständig die Familienverhältnisse in den 90ern in Italien waren, und wie schlecht der Zeugenschutz in Italien organisiert ist. Das Porträt einer außergewöhnlichen Frau, die man sich in der deutschen Politik wünschen würde. Einen Bericht über Maria von Maik Meuser findet man noch auf youtube.

  12. Cover des Buches verheimlicht - vertuscht - vergessen 2017 (ISBN: 9783864453809)
    Gerhard Wisnewski

    verheimlicht - vertuscht - vergessen 2017

    (3)
    Aktuelle Rezension von: Buecherspiegel

    Unter folgenden Gesichtspunkten und Fragen sollte die Leserschaft von „verheimlicht, vertuscht, vergessen“ von Gerhard Wisnewski, das neue Jahrbuch „Was 2016 nicht in der Zeitung stand“ sich genauer ansehen: Die Vermischung von Tatsachen, Wünschen, Träumen, Vermutungen und Spekulationen gepaart mit einer Sprache, die als Instrument dazu dienen soll, eine bestimmte Zielgruppe zu erreichen. Das ist auch Marketing, Verkaufsstrategie, wie immer man es benennen mag. Wähle ich eine sachlich-analytische Sprache, wird der Autor nicht das Publikum erreichen, das er mit einer schnodderigen, auch stark provozierenden Art erreichen möchte. Zu Recht verweist der Autor auf „Zitat: Propaganda-Papst Edward L. Bernays“ darauf hin, wie wir auf bestimmte Meinungen und Gewohnheiten hingeführt werden. Dabei benutzt der Autor einen für unser Zeitalter schon nicht mehr passenden Untertitel. Es kann gar nicht mehr alles in der Zeitung stehen, hat es auch noch nie. Es wurde schon immer eine Auswahl dessen getroffen, was die jeweilige Redaktion zur Veröffentlichung für Notwendig erachtet hat. Dass durch Lobbyisten Politik gemacht wird, wir von Werbung verführt werden und Redekünstlern umgarnt, das alles ist bekannt. Der Autor möchte mit seinem Buch die Finger auf Wunden legen, uns auffordern zwischen den Zeilen zu lesen, um zu erkennen, was nicht stimmig ist oder sein kann; kritisch zu werden. Vor allem die provozierende Art seiner Ausdrucksweise bezogen auf Opfer und Angehörige von Straftaten, Vermutungen und Spekulationen gerade im Bezug auf Terror und Gewalt ist fragwürdig.

    Dann muss sich Wisnewski auch gefallen lassen, dass wir ebenfalls kritisch mit seinem Buch verfahren. Auch der Autor trifft eine Auswahl an Themen, die er näher beleuchten will. Dabei stellt sich natürlich auch die Frage, ob er tatsächlich die Themen selbst aussucht, oder er nicht vom Verlag auf bestimmte Themenbereiche festgelegt wird. Die Kapitel sind Monatsweise angelegt, einige Themen herausgestellt und die von ihm behandelten fett gedruckt. Also wird auch hier eine Auswahl getroffen. Bloß von wem?

    Nicht nur die Leserschaft seiner Schriftenreihe ist älter geworden, auch die Technik hat Quantensprünge vollzogen. Und auch wenn Wisnewski, Jahrgang 1959, sein Buch nun als Hardcover herausbringt, als lesefreundlicher Service für die jetzt älteren Käufer, so ist es auch nicht von der Hand zu weisen, dass das Internet als Informationsquelle die Zeitung längst abgelöst hat. Wer genaueres wissen will geht ins Netz. Wie auch der Autor. Dabei verwundert es erheblich, wie einseitig er auf die ausgewählten Themen eingeht, anderweitige Meinungen höchstens abweisend bis verneinend anspricht und damit dem Leser suggeriert, dass es nur eine Richtung geben kann, die Richtig sein soll. Sollte nicht der Leser selbst sich eine Meinung bilden können?

    Die Quellenangaben sind unzureichend, umständliches nachrecherchieren ist gesetzt. Das war in seinen vorherigen Ausgaben besser gelöst. Die Recherchen bei manchen Themen sind lückenhaft, vor allem wenn auf Studien hingewiesen werden, die in entsprechenden Medien zu finden sind. Diese werden als gegeben hingenommen, ohne dass der Autor auf diese näher eingeht. Dabei weisen inzwischen viele von ihnen erhebliche Mängel auf. Wenn der Leser nicht weiß, nach welchen Methoden die Daten berechnet wurden, mit welchen Zeiträumen, welche Punkte zu Ausschlusskriterien führten, wer die Studie bezahlt hat und so weiter und so weiter, dann ist das mehr als unzureichend.

    Durch die absolut fehlende sachlich, analytische Schreibweise wage ich zu bezweifeln, dass der Autor Entscheidungsträger in unserem Land erreichen wird, auch wenn er mit seinen Recherchen viele wichtige Themenbereiche aufgreift. Seine früheren Bücher weisen eine sehr viel tiefer gehende Analyse eines Sachverhaltes auf, zum Beispiel „verheimlicht vertuscht vergessen: Was 2014 nicht in der Zeitung stand“der bei Knaur erschienen ist.

    Weitere Informationen unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Wisnewski

  13. Cover des Buches Das allwissende Auge (ISBN: 9781503937147)
    Barry Eisler

    Das allwissende Auge

    (9)
    Aktuelle Rezension von: Dominik_Hellenbeck

    Wie immer schildert der Autor präzise Kenntnisse des operativen Einsatzablaufs, in alle Überlegungen wird der Leser eingeweiht. Auch taktische Erfordernisse in realen Situationen wie Überwachungen oder Schusswechsel werden korrekt dargestellt. Eisler ist als Ex-CIA-Mitarbeiter und Kampfsportexperte „vom Fach", jede Schilderung sitzt, bei ihm gibt es keine Schnitzer. Das allwissende Auge hat einen guten Spannungsbogen, es gibt keine Flucht in ausgedachte Waffen oder irrwitzige Zufälle: Jede Aktion ist plausibel und führt zu ebenfalls plausiblen Reaktionen.

    Auf der politischen Ebene ist Eisler schmerzhaft realistisch: Die Öffentlichkeit will gar nicht genau wissen, was getan wird, sie will die Illusion der eigenen Unschuld behalten. Grundrechte und Privatsphäre sind (spätestens) in 9/11-Zeiten rein fiktiv, wer als Gefahr für die nationale Sicherheit der USA gilt, wird rund um den Globus gesucht, gefunden und ausgeschaltet. Ob per Drohne, einem Entführungskommando privater Dienstleister oder Auftragskiller. Etwas „70er Stil“ vielleicht das Ende: die finsteren Verschwörer von „Big Government“ scheitern an den engagierten Journalisten, die jetzt für Internet-Newsservices statt für die Printmedien wie die Washington Post arbeiten.

    Fazit: Sehr empfehlenswert, realistisch und packend geschrieben.

  14. Cover des Buches Die Korruptionsfalle (ISBN: 9783498039158)
    Hans Leyendecker

    Die Korruptionsfalle

    (3)
    Aktuelle Rezension von: Holden

    Leyendecker berichtet uns aus der um sich greifenden und flächendeckenden Korruption, die vor keiner Branche und keiner Gesellschaftsschicht halt macht. An manche der ganz bekannten Fälle (zB Mannesmann-Vodafone) konnte man sich noch erinnern, nach 20 Jahren wäre eine aktualisierte Neuauflage wünschenswert. Daß in Deutschland bei diesen Zuständen überhaupt noch "was läuft"! Grotesk, was da abgelaufen ist, wie dreist und selbstüberzeugt die Betreffenden vorgegangen sind. Leider kann man keine Partei ausnehmen, auch nicht die selbst favorisierte. Irgendwie denkt man doch, daß das Ganze eher in den Großstädten und den Metropolregionen stattgefunden hat, aber die größeren Unternehmen in unserer Provinz hier (v.a. die Entsorgungsbetriebe) sieht man jetzt auch mit anderen (mißtrauischen) Augen. H.L. ist uns bei unserer Pragfahrt mit der Referendars-AG 2002 in zwei Tagen mindestens drei Mal über den Weg gelaufen. Entscheidungsträger, hört den Autor!

  15. Cover des Buches Ich - der andere (ISBN: 9783462031676)
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