Bücher mit dem Tag "entstehungsgeschichte"
10 Bücher
- Lin Rina
Animants Welt
(155)Aktuelle Rezension von: KaciAnimants Welt ist eine Sammlung aus Kurzgeschichten, Briefen, Notizen und Hintergrundmaterial rund um Animant Crumbs Staubchronik. Besonders die Kurzgeschichten haben mir gut gefallen, weil sie kleine, schöne Einblicke in die Welt und die Figuren geben.
Gegen Ende wirkte das Buch für mich allerdings eher wie eine lose Textsammlung ohne klaren Zusammenhang. Ich hätte mir stattdessen eine zusammenhängende Novelle oder mehr Kurzgeschichten aus den Perspektiven der verschiedenen Charaktere gewünscht – das hätte sich runder angefühlt.
Trotzdem ist Animants Welt eine nette Ergänzung, vor allem für alle, die Animant Crumbs Staubchronik sehr mochten und gerne noch ein bisschen länger in dieser Welt bleiben möchten. Von mir 3 Sterne ⭐⭐⭐.
- Christopher Wylie
Mindf*ck (Deutsche Ausgabe)
(5)Aktuelle Rezension von: MarijanaDieses Buch liest sich wie ein Krimi. Er ist nur keine Fiktion, sondern Teil unserer Gegenwart. Die Einblicke in die Arbeit von Cambridge Analytica, die Einflussnahme auf Wahlkämpfe, insbes. US-Wahl, den Brexit und viele andere Regierungen dieser Welt zeigen wie labil unser kollektiver und individueller Geist ist bzw. sein kann und wie empfänglich dieser weiterhin ist für "Geschichten", die das Misstrauen stärken, Spaltung befeuern und Wut und Hass anheizen (die genutzten Methoden und Mechanismen sind alt).
Wir sind Zeitzeugen des Einflusses sozialer Medien und Messenger-Dienste, die als Plattformen wie ein Buschfeuer und Brandbeschleuniger für obiges wirken. Und durch die bereitwillige Nutzung der schnellen und "smarten" Technologien machen wir uns zunehmend und bereitwillig zu Marionetten der Unternehmen, die längst die Datenhoheit (kostenlos dazu) von uns erworben haben und unser Verhalten subtil beeinflussen und mitsteuern können. Die Akteure und Drahtzieher in diesem realen Krimi sind besessen von Machtergreifung, Geld und ihren wütenden und spaltenden Narrativen. Die Akteure sind jedoch immer wieder austauschbar.
Mir erscheint, die jungen "Teckies" wie der Autor selbst, sind voller Begeisterung von all den Möglichkeiten der Technik und der gigantischen Datenanalysen und Einflussnahmen, dass sie in dieser Euphorie auch verdrängen lernen. Das vermeintlich "Gute und "Böse" liegen nah beieinander. Die aktuellen Ereignisse rund um die US-Wahl sind bereits im Buch skizziert. Man muss sich nach dieser Lektüre also gar nicht wundern. Die Narrative sind längst erfunden und werden weiterleben.
Dieses Buch und das Buch "Anleitung zum Populismus von Fritz B. Simon" - im Doppelpack - sollten Pflichtlektüre sein. Wir müssen die Technologien und sozialen Medien nicht abschaffen, sie bieten zweifelsohne Vorteile und gehören zu etablierten Kommunikationsmitteln. Wir dürfen stetig unsere Selbstbeobachtung schulen und schauen, womit wir unseren Geist und unsere inneren Bilder und Überzeugungen füttern. Und, wir sollten uns dringend für Regulierungen der wenigen mächtigen Daten-Unternehmen einsetzen, zum Schutze der Demokratie.
...für ein freundlicheres Miteinander.
- Petra Couvée
Die Affäre Schiwago
(10)Aktuelle Rezension von: OphelialaurinroseKlappentext:
Doktor Schiwago , der Roman von Boris Pasternak, wird mitten im Kalten Krieg zur ideologischen Waffe: Ein italienischer Verlagsagent bringt das vom Kreml auf die Schwarze Liste gesetzte Buch heimlich außer Landes. Im Westen wird es in kurzer Zeit zum Welterfolg. Von nun an überschlagen sich die Ereignisse…
Meine Meinung:
Dieses Buch hat mich wirklich überrascht. Doktor Schiwago kannte ich bisher nur als Film und dass das Buch zu diesem Film eine solch spannende Hintergrundgeschichte hat, hätte ich niemals vermutet.
Teilweise ist es ein wenig langatmig, weil viel aus dem Leben Pasternaks (Autor von Doktor Schiwago) berichtet wird und enorm viele Namen auftauchen. Aber es ist dennoch ein Zeugnis der damaligen Zeitgeschichte und was sich damals rund um das Manuskript abgespielt hat, hat mich beeindruckt.
Für alle, die hinter die Kulissen eines Welterfolgs schauen möchten, der ohne das Zutun der CIA vielleicht niemals erschienen wäre.
Fazit:
Ein bereicherndes Buch.
4/5
- Karl-Heinz Göttert
Deutsche Sprache. 100 Seiten
(4)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerMeine MeinungViele wissen nicht, was es mit der deutschen Sprache auf sich hat. Wenige kennen die Geschichte des Alemannischen, Germanischen und der Sprache, die in Europa am weitesten verbreitet ist. Ich war sehr interessiert in dem 100 Seiten-Buch von Karl-Heinz Göttert, weil ebendieses kurz und knackig über die Sprache informiert, die wir tagtäglich sprechen.
Karl-Heinz Göttert hat auf wenigen Seiten Deutsch und deren Herkunft analysiert, interpretiert und für uns informativ verarbeitet. Das Buch aus dem Reclam-Verlag (aus der 100 Seiten-Reihe) war sehr gut aufgebaut, hatte eine Struktur und war mit seinen vielen Abbildungen und Veranschaulichungen äußerst interessant und kurzweilig. Am Interessantesten fand ich die Abteilung der Dialekte und der beliebtesten und unbeliebtesten Dialekte in ganz Deutschland. Was man in Herrn Göttert’s Buch lesen konnte, war informativ und unterhaltsam, man lernt daraus, besonders die Herkunft, die Verbreitung und der gesellschaftliche, politische, wissenschaftliche und soziale Status in Europa und der Welt.
FazitInteressant und informativ! »Deutsche Sprache« von Karl-Heinz Göttert ist sehr zu empfehlen!
- Sophie Villard
Madame Exupéry und die Sterne des Himmels
(64)Aktuelle Rezension von: Jayjay94Das Cover gefällt mir wirklich sehr gut und ist passend.
In dem Roman geht es um die junge Malerin Consuelo, die nach dem Tod ihres Mannes jung Witwe wird. Durch einen Freund lernt sie auf einer Party Antoine de Saint-Exupéry kennen. Er ist wirklich außergewöhnlich und sie verliebt sich in ihn. Bald wird die temperamentvolle Mittelamerikanerin zu seiner Frau und Muse. Antoine ist Pilot aber liebt auch das Schreiben. Aus seiner großen Liebe zu seiner Frau entsteht: der kleine Prinz.
Doch das Leben an seiner Seite ist für Consuelo alles andere als leicht... Und auch die hat einen Traum. Sie möchte Künstlerin werden.
Was für ein schönes Buch. Die Autorin hat es echt gut geschafft, den Leser zu fesseln.
Die Kapitel sind kurz gehalten. Und auch der Text lässt sich sehr flüssig lesen.
Die Geschichte und somit auch die Biografie wurde meiner Meinung nach sehr gut umgesetzt.
Man lernt Consuelo und Antoine sehr gut kennen. Auch kann man sich in die Gefühlswelt der Protagonisten sehr gut hinein versetzen. Ich habe auf so mancher Seite mitgelitten. Auch muss Antoine wirklich ein außergewöhnlicher Mann gewesen sein, der aber auch seine Schwächen hatte. Das wird gut rüber gebracht.
Ich sehe das Meisterwerk jetzt noch mal mit anderen Augen.
Das Ende war dann doch sehr schnell und überraschend da. Das hätte ich mir bissl anders gewünscht. Vielleicht, wie es ihr weiter ergangen ist. Das war dann wirklich etwas schade und enttäuschend.
Ansonsten kann ich dieses Buch wirklich sehr empfehlen. Ich vergebe 4,5 Sterne!
- Michael Richardson
The Making of Casino Royale (1967)
(1)Aktuelle Rezension von: TheSaint1953 erschien Ian Fleming's erster "James Bond"-Roman "Casino Royale". 1955 verkaufte Fleming für 6.000 US-Dollar die Filmrechte an den Filmproduzenten Gregory Ratoff. Der starb 1960 und hinterließ einen Haufen Schulden. Einer der Gläubiger war Charles K. Feldman, seines Zeichens Hollywoodanwalt, Filmproduzent, Schauspielagent und Mitbegründer der berühmten Schauspielagentur "Famous Artists". Die Witwe Ratoff überließ ihm die Filmrechte an dem Bond-Roman. Bald schon trat Albert R. Broccoli an ihn heran und wollte diese Rechte abkaufen, da er schon die Rechte an all den anderen Bond-Geschichten besaß. Doch Feldman, der "König Midas von Hollywood", spürte, dass er was Großes in seinem Besitz hatte und lehnte ab. Mit dem großartigen Filmregisseur Howard Hawks und Cary Grant als James Bond im Sinne machte sich Feldman daran, einen Kinofilm zu planen. Doch Albert R. Broccoli und Harry Saltzman waren schneller und brachten 1962 "Dr. No" ins Kino. Feldman und Hawks beschlossen, ihre Pläne nicht umzusetzen.
Im Jahre 1964 versuchte der mittlerweile zum mehrfachen Millionär aufgestiegene Feldman eine Kooperation mit "Eon Productions", der Filmfirma von Broccoli/Saltzman, doch man konnte sich nicht einigen. Bond war mittlerweile zu einem weltweiten Kinophänomen explodiert und Feldman wusste, dass man der Filmreihe nicht mit den gleichen Waffen beikommen konnte und entschloss sich, "Casino Royale" als Satire zu drehen. Viele Drehbuchentwürfe entstanden - u. a. arbeiteten Billy Wilder und Woody Allen mit. 1966 begannen nach unzähligen Entwürfen endlich die Kameras zu laufen: Mit David Niven als Sir James Bond... und Woody Allen als Jimmy Bond, Peter Sellers als Evelyn Tremble oder James Bond, Joanna Pettet als Mata Bond, Ursula Andress als Vesper Lynd und dem großartige Orson Welles als Bösewicht Le Chiffre.
Die großen Egos der Herren Welles und Sellers führten zu massiven Problemen während der Filmproduktion, die Unsummen zu verschlingen begann, da Feldman den Stars, Drehbuchautoren oder Regisseuren gerne einen Rolls Royce schenkte... nur um sie bei Laune zu halten. Feldman war als Produzent des Filmes absolut unfähig, die Zügel bei dieser ausufernden Produktion straff zu halten. Peter Sellers und Orson Welles hassten einander so sehr und ließen keine Gelegenheit ungenützt, einander an die Gurgel zu gehen, dass ihre Szenen seperat gefilmt werden mussten und dann im Schneideraum erst zusammenfanden. Peter Sellers wurde mit seinen Phobien und Manien immer unberechenbarer... der Genuss von gewissen Drogen, um seine junge Ehefrau Britt Ekland sexuell ausreichend befriedigen zu können, führte zu gesundheitlichen Problemen. Sellers' Vorstellung von dem Film und der Umgang mit den Leuten am Set aufgrund eines depressiven Schubs führte dazu, dass er einfach für mehrere Tage nicht am Set erschien. All die verschiedenen Drehbuchentwürfe und Eigenheiten der Darsteller brachten Feldman dazu, den Film in Segmente aufzuteilen und verschiedene Regisseure daran arbeiten zu lassen... Nach NEUN Drehbuchschreibern bedurfte es zum Schluss SECHS Regisseure, die nicht wirklich den Lauf der Geschichte zu folgen in der Lage waren, um die ausgeartete Handlung des Filmes irgendwie glimpflich zum Ende zu bringen: John Huston, Val Guest, Joseph McGrath, Ken Hughes, Robert Parrish und Richard Talmadge.
Die Werbekampagne verkündete den ersten Filmstart um Weihnachten 1966... doch da war man mit dem Film noch nicht fertig. Der zweite Filmstart wurde für April 1967 angekündigt... und fand dann auch statt - 2 Monate vor dem "Eon"-Bond "Man lebt nur zweimal". Die Berichterstattung während der Dreharbeiten sorgte für eine phänomenale Publicity... der Film spielte in jenem Jahr die damals beachtliche Summe von knapp 42 Millionen Dollar ein. Wie hoch die tatsächlichen Produktionskosten waren, wurde nie bekannt gegeben - dürften aber beachtlich gewesen sein.
Trotz der wirren, lächerlichen Handlung und mauen Kritiken sowohl seitens der Fachwelt wie des Publikums, rangiert diese verrückte Bond-Parodie nach Inflationsanpassung vom Einspiel her auf Platz 20 aller Bond-Filme. Feldman's vertragliche Zusage an Peter Sellers, ihm 3% des Gewinnes (bis heute an die 120 Millionen britische Pfund) auszuzahlen, bringt der Tochter der letzten Frau von Sellers immer noch ein erkleckliches Sümmchen ein.
Charles K. Feldman überlebte dieses Mammutprojekt nur etwas mehr als ein Jahr... während der Produktion hatte er eine Herzattacke und wurde mit Krebs diagnostiziert. Er verstarb 63jährig.
Wenn man ein genereller Filmfreund oder ein großer Fan der "James Bond"-Filme ist, dann ist dieses Buch eine absolute Leseempfehlung! Der Autor hat sich große Mühe gemacht und Unmengen an Biografien gelesen und Archivmaterial in den Studios gesichtet sowie ausführliche Interviews mit den Beteiligten geführt. Richardson hat die Unmengen an Informationen und Anekdoten übersichtlich in Kapitel zusammengefasst. Sein Text liest sich kurzweilig und verliert sich nicht in Nebensächlichkeiten. Es ist voll mit fantastischen Anekdoten legendärer Filmgrößen wie David Niven, John Huston, Brigitte Bardot, Jean-Paul Belmondo, und, und, und... Die alle Anteil hatten an einem Film, der damals nicht geliebt wurde und heute zu einem Kultfilm zählt, der die unbändige Begeisterungsfähigkeit der damaligen Filmwelt präsentierte und dessen Entstehungsgeschichte selbst massenhaft Stoff für eine Verfilmung böte!
- Harlan Lebo
Citizen Kane: A Filmmaker's Journey
(1)Aktuelle Rezension von: TheSaintEin faszinierendes Buch, welches dem geneigten Filmfreund da 2016 anlässlich des 75. Jubiläums von "Citizen Kane" vorgelegt wurde. Der Autor Harlan Lebo hat über 4.000 Seiten an Studiounterlagen, Memos, Entwürfen, Briefen und Rechnungen sowie die privaten und geschäftlichen Unterlagen von Orson Welles in der Lilly Library an der Indiana University durchgesehen und daraus ein voluminöses "coffee-table"-Buch geschaffen, das von der Idee, der Entwicklung, dem Dreh und dem Schneiden bis hin zur Premiere mit den Nachfolgewirkungen anscheinend lückenlos die Arbeit eines Genies an einem Film, der zugleich Opus magnum und wohl auch Fallstrick war, nachzeichnet.
Orson Welles hatte mit seinen 23 Jahren für landesweites Aufsehen gesorgt, als er mit seinem "Mercury Theatre" 1938 im Radio eine Adaption des Romans "War of the Worlds" ("Krieg der Welten") von H.G. Wells präsentierte. Seine Umsetzung der Geschichte über eine Invasion vom Mars war so glaubhaft, dass es zu einer Massenpanik kam und der Name Welles mit dem Begriff "Wunderkind" versehen wurde. Es dauerte nicht lange, bis sich Hollywood bei dem jungen Talent meldete - in der Person von George Schaefer, dem Produktionschef des kleinen auf Billigfilme spezialisierten Studios "RKO". Schaefer wollte das Studio aus dem Nischendasein führen und mit prestigeträchtigen und ambitionierten Filmen zu den großen traditionellen Studios aufschließen. Orson Welles hatte nun den Ruf, ein ganzes Land allein mit seiner Regie und seiner Gabe, eine Geschichte derart fesselnd zu erzählen, und war somit ideal für Schaefer's Plan. Um sich der Qualitäten des jungen Visionärs zu vergewissern, lockte der Filmstudioleiter mit einem Zuckerl, welches die Filmbranche bis dato noch nicht gesehen hatte: BEINAHE KOMPLETTE UNEINGESCHRÄNKTE KONTROLLE über das noch zu entwickelnde Projekt. Die Branche war geschockt und empört über die Entscheidung, die aus Orson Welles mit einem Schlag zu einem erstmaligen Regisseur, zu einem Drehbuchautor, einem Produzenten und erstmaligen Hauptdarsteller eines mit großem Budget veranschlagten Filmes machte. Als Klatschkolumnistin Louella Parsons uneingeladen zu einem Rohschnitt des Filmes auftauchte und in der Figur des Charles Foster Kane ihren Arbeitgeber, den Millardär William Randolph Hearst, zu erkennen glaubte, wurde keine Gelegenheit seitens Parsons und dem Hearst-Imperium ausgelassen, den Film zu torpedieren. Es wurde seitens des Zeitungsimperiums Hearst nichts über "Kane" berichtet und Kinos unter Druck gesetzt, den Film auf keinen Fall zu spielen. Auch Versuche, den Film zu zerstören, wurden unternommen...
Von der Idee und dem Schreiben des Drehbuchs mit Herman J. Mankiewicz, dem Casting, den Streitereien mit dem Filmstudio und der Filmbranche, den neuartigen Wegen in der Art des Drehens, dem Kampf mit Parsons und der Presse, der Entwicklung des wunderbaren Scores von Bernard Herrmann und den Dreharbeiten bis hin zu dem großartigen Moment der Premiere des Filmes am 1. Mai 1941 versteht es der Autor, den Leser interessiert und gefesselt zu halten. Man erlebt die Zeugung, die Schwangerschaft und die Geburt eines visuell wundervollen Filmes, der über 50 Jahre lang als "bester Film aller Zeiten" galt und heute noch nichts von der Faszination dieses getriebenen Mannes Charles Foster Kane und dem Kinderschlitten "Rosebud" eingebüßt hat.
Ein Buch für Filmliebhaber, für Freunde des Filmschaffens von Orson Welles und Geschichten über Visionäre und Mogule, die da hoch oben fern der schnöden Welt in ihrem "Xanadu" hocken. Eine absolute Empfehlung!
- J. R. R. Tolkien
Das Silmarillion Luxusausgabe
(4)Aktuelle Rezension von: rebellInhaltsangabe: »Das Silmarillion« erzählt die Götter- und Heldensagen Mittelerdes von der Erschaffung der Welt bis zum Beginn des Dritten Zeitalters, in dem die Hobbits leben.
»Das Silmarillion« erzählt von den Ereignissen des Ersten Zeitalters – jener fernen Epoche von Mittelerde, auf welche die Helden des »Herrn der Ringe« immer wieder in Ehrfurcht zurückblicken. Manche von ihnen, wie Elrond und Galadriel, aber auch Sauron, haben sie miterlebt. Es ist die Zeit der Elben, der Langlebigen, die die Dinge so sehr lieben, dass sie allem einen Namen geben. Die Menschen kommen eben erst aus den Wildnissen des Ostens hervor.
Gestaltung: Die Luxusausgabe ist einfach für echte Mittelerde-Fans ein muss! Allein von Außen ist das Buch wirklich schön anzusehen, vor allem mit dem farbigem Buchschnitt. Über jedem Kapitel findet man kunstvolle kleine Bildchen und die abgedruckten originalen Illustrationen von Herrn Tolkien ergänzen die einzelnen Geschichten umso mehr. Karten, Landschaftsszenen und vieles mehr lassen einen immer tiefer in Mittelerde eintauchen und geben ein besserer Verständnis.
Story: Vorab ist dies keine reine Geschichte für hungrige Abenteurer. Vielmehr wird hier detailliert erzählt wie Mittelerde entstanden ist. Viele kleinere Geschichten und kurze Zusammfassungen lassen die Welt von Hobbits, Elben und Menschen entstehen. Es fängt bei den Göttern der Vallar und den ersten Machtspielen an und endet bei dem tapferen Frodo, der den Ring nach Mordor trägt.
Das Vorwort, die Analyse der einzelnen Zeichnungen und einiges mehr verstecken sich hier zwischen den Buchdeckeln. Man bekommt einen sehr, sehr tiefen Einblick in Tolkien's Welt und ergründet die Faszination deren Verbreitung. Es hängt alles miteinander zusammen und geht dabei noch so viel tiefer, als den meisten Lesern bewusst ist. Ich persönlich werde dieses Buch mehrmals lesen müssen, u, alle Verbindungen und Geschichten richtig fassen zu können.
Wenn es an die reinen Geschichten geht, ist Tolkien seinem Stil Treu geblieben: lange, verschachtelte und zum Teil komplexe Sätze. Je mehr Informationen man erhält, umso mehr setzen sich die Puzzleteile zusammen. Sehr interessant ist vor allem Sauron's Geschichte und man entdeckt auf einmal gewisse Verbindungen, die einem noch nie so bewusst waren.
Fazit: Wer bereits Fan vom Hobbit und dem Herrn der Ringe ist, sollte sich dieses Buch ebenfalls zu Gemüte führen.
- Guido van Genechten
Vielleicht
(2)Aktuelle Rezension von: RamgardiaDas Cover ist schwarz und darauf sehen wir eine Figur aus gelben Dreiecken, blauen Vierecken und roten Kreisen. Und von diesen Farben und Formen handelt das Buch. „Vielleicht ist zuerst alles Farbe“ steht mit rot auf der roten Seite, die nächsten Seiten sind gelb und blau. Dann entstehen die Formen, Kreis, Drei- und Viereck. Dann werden diese in ihre Grundform unterteilt, so werden aus dem Kreis drei Ringe und ein kleiner Kreis, aus dem Viereck, vier Vierecke. Durch das Zusammenlegen dieser Teile entstehen z.B. Menschen und Tiere. Dann kommt Bewegung ins Spiel und es entstehen Städte und Türme. Es könnte „wirklich alles“ aus diesen Teilen bestehen. Am Ende entwickelt sich dann alles wieder in die Farben zurück. Dem Buch liegt ein Bastelbogen der Formen bei und die Lesenden können damit selbst weiter Figuren entwickeln.
Das Buch mit seinen klaren Formen auf den schwarzen Seiten findet ich sehr faszinierend, der Ansatz hat was Philosophisches und ist doch klar zu fassen. Natürlich kann man zunächst die Farben und Formen lernen, aber dann ist doch Fantasie gefragt. Man kann viel in den Formen sehen und dazu Geschichten erzählen. Eine Buch das mich sehr begeistert.
- Jeff Bond
Star Trek: The Motion Picture: The Art and Visual Effects
(1)Aktuelle Rezension von: TheSaintSchon während der Laufzeit der TV-Serie "Star Trek" ("Raumschiff Enterprise") von 1966-1969 spielte der Erfinder der Serie - Gene Roddenberry - mit der Idee eines Kinofilmes. Doch der Erfolg der TV-Serie blieb bei NBC bescheiden... erst in den unzähligen Wiederholungen bei kleinen regionalen TV-Sendern begann sich ein Kult um Captain James T. Kirk und die Seinen zu bilden. 1973 holte Gene Roddenberry dann die Originalmannschaft für eine bejubelte Animationsserie zurück, die zwei Staffeln lang lief. Es begannen Conventions, ein gesteigertes weltweites Interesse an der Serie und dem Merchandise und Pläne, die Enterprise auf die große Leinwand zu bringen. Zwischen 1975 und 1977 entstanden mehrere Entwürfe unter Beteiligung solcher SF-Größen wie Ray Bradbury oder Harlan Ellison. Der Titel stand fest: "Planet of the Titans". Aber die Unzufriedenheit der Paramount mit dem Inhalt und den Kosten brachte im Mai 1977 - einige Wochen vor dem Start des allerersten "Star Wars"-Kinofilmes - das Projekt mit der Begründung, "in Science-Fiction-Filmen liege keinerlei Zukunft", zum Ende. Doch Roddenberry gab nicht auf und bot eine Neuauflage der Originalserie mit der Ursprungscrew - jedoch ohne Leonard Nimoy als "Mr. Spock" - an und hatte auch einen Titel: "Star Trek - Phase II". Paramount sagte sofort zu, denn das Filmstudio war dabei, ein TV-Netzwerk neben den großen Sendern NBC, ABC und CBS zu etablieren. Da wollte man mit "Star Trek" punkten... doch da war die Sache mit dem Todesstern...
Paramount verkündete stolz das Premierendatum: 7.12.1979... und setzte somit alle Beteiligten unter enormen Zeitdruck. In jenen Tagen, als noch keine Computer unglaubliche Trickwelten erstehen lassen konnten und Filmkameras nicht nur schwer, sondern auch von ihren Möglichkeiten her begrenzt waren, mussten Modelle und Sets gebaut und auf ihre Tauglichkeit getestet werden. "Star Wars" und "Unheimliche Begegnung der Dritten Art" legten die Messlatte sehr hoch und als dann noch ein renommiertes Special Effects-Studio wegen mangelnder Ergebnisse und Verzögerungen gefeuert wurde, schrillten alle Alarmglocken. Glücklicherweise konnten Effektzauberer wie Douglas Trumbull (2001, Unheimliche Begegnung...) und John Dykstra (Lautlos im Weltraum, Star Wars) gewonnen werden, die beinahe in 24-Stunden-Tagen binnen 10 Monaten das Unglaubliche schafften und Regisseur Robert Wise (West Side Story) beeindruckende Bilder der Enterprise und der mysteriösen V'Ger-Welt lieferten.
Dieses "Coffee-Table"-Buch präsentiert neben vielen unglaublich erhellenden aber auch klärenden Informationen durch neue Interviews mit an der Entstehung Beteiligten wunderschöne Konzeptzeichnungen, Storyboards und Hunderte von beeindruckenden s/w- und Farbfotos. Die Autoren Jeff Bond und Gene Kozicki bekamen von dem Filmstudio über 27.000 Dokumente zu diesem Film zur Verfügung gestellt und waren dadurch in der Lage, für diesen Film, der Gene Roddenberry's Idee einer Geschichte über außerirdische Intelligenz, über Pazifismus und friedlicher Erforschung neuen Territoriums am Nähesten kommt, ein würdiges Nachschlagewerk zu schaffen. Das Buch würdigt nicht nur die außerordentliche Arbeit der großen Namen, sondern auch all der beteiligten Modellbauer und sonstigen Trickzauberer, sondern es rehabilitiert auch das Studio Bob Abel & Associates. Eine turbulente und spannende Entstehungsgeschichte über die Geburt des ersten "Enterprise"-Kinofilmes - schön aufgeteilt in neun kurzweilige Kapitel. Eines Filmes, der ein herrliches Wiedersehen mit den Darsteller*innen aus der TV-Serie brachte und der neben vielen tollen Nachfolgefilmen auch die Möglichkeit von Ablegern - wie aktuell "Picard" - schuf.
Ein Muss für Film- sowie Special-Effects-Interessierte aber auch für "Star Trek-The Motion Picture"-Freunde und "Star Trek"-Fans Alt und Neu!
Live long and prosper...
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