Bücher mit dem Tag "entwicklungshilfe"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "entwicklungshilfe" gekennzeichnet haben.

49 Bücher

  1. Cover des Buches Erwartung, DER MARCO-EFFEKT (ISBN: 9783423216203)
    Jussi Adler-Olsen

    Erwartung, DER MARCO-EFFEKT

     (582)
    Aktuelle Rezension von: Sir_Gerry_63
    Inhalt:
    Marco ist fünfzehn und hasst sein Leben in einem Clan, dessen Mitglieder von ihrem teuflischen Anführer Zola in die Kriminalität gezwungen werden. Als Marco es eines Tages nicht mehr aushält, fasst er einen folgenschweren Entschluss: Auf der Flucht vor Zolas Männern stößt er in einem Erdloch im Wald auf eine stark verweste Männerleiche – und setzt damit eine Spirale von Ereignissen in Gang, die ihn immer wieder in Lebensgefahr bringen…. Die Suche nach den Mördern des Mannes im Wald führt Carl, Assad, Rose und Gordon, den Neuen im Sonderdezernat Q, tief hinein in das Netzwerk der Kopenhagener Unterwelt, in den Sumpf von Korruption und schweren Verbrechen in Politik und Finanzwelt – und sie zieht Kreise bis in den afrikanischen Dschungel.
    Meinung:
    Mit dem 5.Band zum Sonderdezernat Q in Kopenhagen mit dem Vizepolizeikommissar Carl Mørck und seinen Assistenten Assad und Rose sowie neuerdings Gordon ist Jussi Adler Olsen wieder einmal ein toller Thriller gelungen.
    Diesmal macht er einen Ausflug in die Bankenkriminalität sowie die Unterwelt in Kopenhagen und verwendet als Bindeglied die Person Marco. Bereits zu Beginn des Buches wird der Leser Zeuge eines drei Jahre vor den eigentlichen Ermittlungen stattfindenden Mordes an einem Kameruner in Afrika. Dieser war Helfer eines staatlichen dänischen Entwicklungshilfeprojektes. Dass einer der Hauptpersonen ebenfalls dort ist, kann man zu Beginn nur erahnen. Warum dieser ermordet wird, erfährt der Leser dann auch kurze Zeit später. Denn hier geht es um Betrug und Manipulation im großen Stil und sehr viel Geld. Geld treibt die Menschen zu äußersten Taten, man geht dabei buchstäblich über Leichen. Die Fäden im Hintergrund ziehen dabei ein hoher Beamter im Außenministerium sowie ein Vorstand und ein Aufsichtsratsvorsitzender einer Bank, die sich teilweise seit den Schultagen kennen.
    Marco muss wie andere Kinder in einem ausländischen, verbrecherischen Großfamilienclan seinen Lebensunterhalt in der Kopenhagener Innenstadt mit Bettelei und Taschendiebstählen verdienen. Zola, das Clanoberhaupt, regiert mit eiserner Hand und Gewalt.
    Nachdem Marco aus dem Clan geflohen ist, versucht er sich ohne Kriminalität durchzusetzen. Sehr viele Stationen muss er durchlaufen, er findet und verliert Freunde und ist ständig auf der Hut vor Zolas Männern. Durch einen Zufall entdeckt Marco eine Suchanzeige des Mannes, den er tot in einem Erdloch gefunden hat und versucht verzweifelt, aber geschickt und mit Köpfchen, heimlich Kontakt zu Carl Mørck aufzunehmen, so dass dieser Informationen und Hinweise für die Aufklärung des Mordes erhalten kann. Die Geschichte nimmt zunächst nur langsam Fahrt auf. Aber sie ist spannend und klug durchdacht. Immer wieder kommt es zu Verfolgungen und stets kann Marco entkommen. Des weiteren wird intensiv und nachvollziehbar geschildert, wie auch die Drahtzieher im Ministerium und in der Bank Marco auf die Schliche kommen und hinter ihm her sind, sogar ehemalige Kindersoldaten werden ins Spiel gebracht. Das halte ich zwar ein wenig weit her geholt, erhöht aber zusätzlich die Spannung im Buch. Man fiebert mit Marco mit, wie er versucht, sich trickreich den Häschern zu entziehen.
    Die Personen im Buch sind wie immer sehr detailliert und sympatisch dargestellt. Insbesondere dass private Leben von Carl Mork wird intensiver als zuvor dargestellt. Seine Gedanken sind stets bei Hardy, der seit einem Polizeieinsatz vollständig gelähmt ist. Er fühlt sich immer noch dafür verantwortlich. Seine Beziehungen zu Mona und zu einer anderen Frau spielen seine innere Zerrissenheit wider. Jussi Adler Olsen bringt reichlich Humor in das Buch, in dem er uns an Mørck ’s Gedanken teilhaben lässt, wenn Assad oder Rose Ermittlungsergebnisse und Theorien präsentieren. Ich habe mich immer köstlich amüsiert, wenn es wieder knuffige Reibereien mit Rose gab. Ganz toll und weiterhin mysteriös stellt Jussi Adler Olsen Assad dar. Ich habe immer gelacht, wenn Assad seine Anekdoten über Kamele bringt, wie beispielsweise, dass manchmal das Kamel den Kameltreiber jagt oder wenn er Sprichwörter verwendet, die nicht ganz passen. Neu im Team und demgemäß noch etwas blass in der Darstellung ist Gordon, ein Grünschnabel, der Mørck vor die Nase gesetzt wird und auch noch mit Rose versucht anzubandeln. Ich bin gespannt, wie es mit diesen Personen in den nächsten Büchern weitergeht.
    Ein Wort noch zum Untertitel: der Marco-Effekt. Ich hatte zu Beginn des Buches darüber gegrübelt, was das wohl bedeuten könnte. Im Buch kommt irgendwann der wohl weltweit bekannte Satz (sinngemäß), dass das Flattern eines Schmetterlings auf der anderen Seite der Erdkugel einen Sturm entfachen kann. Das kann ich so unterschreiben.
    Das Buch hat viele spannende Elemente, ruhige Seiten und viel Humor und Witz. Die Balance zwischen allen ist gut gelungen. Ich konnte das Buch eigentlich fast durchgängig lesen, man wird nicht müde, die über 40 Kapitel in dem Buch zu lesen. Der ständige Perspektivwechsel von Marco zu Zola, den Hintermännern und dem Ermittlerteam lässt nie Langeweile aufkommen.
    Wie immer ist das Buch auch äußerlich ein Hingucker. In schwarz gehalten, wird der Name Jussi Adler Olsen blau hervorgehoben und der Titel des Buches in weißer Farbe gehalten. Um das Buch herum – so erscheint es mir jedenfalls – erscheint eine rötliche Feder, die auf der Rückseite – auch aus meiner Einbildung heraus – sich zu einem teuflischen Gesicht stilisiert. Wie immer sehr genial.
    Fazit:
    Ein rundum gelungenes und spannendes Buch mit einem besonderen Thema und einem Jungen namens Marco, dem man die Daumen drückt, heil aus den Verfolgungsjagden heraus zu kommen. Ob dies gelingt, erfahren die Leser, wenn sie das Buch lesen. Ich gebe dem Buch auf jeden Fall 4 von5 Sternen und freue mich auf weitere Thriller von Jussi Adler Olsen.
  2. Cover des Buches Mord am Waterberg (ISBN: 9783939990406)
    Almut Hielscher

    Mord am Waterberg

     (11)
    Aktuelle Rezension von: Lese_gerne

    Katrin möchte nur ihre ermordete Schwester Anna aus Namibia zurückholen. Der Kurzaufenthalt nimmt eine unerwartete Wendung. Sie kann nicht glauben, dass der erst 17jährige Täter Anna ermordet haben soll. Katrin ermittelt eigenständig, als sie von der Polizei keine Hilfe erhält. Dabei stößt sie auf Misstrauen der Namibier, die immer noch unter den Folgen des Völkermordes an ihren Ahnen leiden. Katrin ist im Zwiespalt. Soll sie die gefährliche Spur weiterverfolgen oder soll sie lieber nachhause fliegen und alles ruhen lassen. Vieles deutet auf einen Rachemord hin, der mit der Kolonialherrschaft Anfang des 20.

    **********************************
     
    „Mord am Waterberg“ war für mich weniger ein Krimi. Das Buch ist natürlich spannend aufgebaut. Allerdings sehe ich das Buch eher als Familiendrama und geschichtliche Lehrstunde für die Schlacht am Waterberg, die 1904 unter General Lothar von Trotha gegen die namibische Bevölkerung geführt und so zum Völkermord wurde. Ab da ist auch klar, warum das Buch im Jahr 2004 handelt. Hier jährt sich dieses Massaker zum 100. Mal. Außerdem ist das Thema gerade auch sehr aktuell, da der deutsche Staat sich eigentlich bis zur Bundestagswahl bei den Hereros entschuldigen wollte. Das Buch hat mir gut gefallen. Ziemlich am Schluß ist mir ein Logikfehler mit einem Datum aufgefallen. Außerdem habe ich einige Rechtschreibfehler bemerkt und kann so sagen, dass das Buch schlecht lektoriert ist. Mir selbst hat es nichts ausgemacht, dass das Buch weniger ein Krimi ist, da ich an Geschichte immer interessiert bin und bis dahin von den Hereros fast nichts wusste. Aber wer jetzt einen typischen Krimi erwartet könnte enttäuscht sein. Da mir im Buch eben ein Logikfehler und die Rechtschreibfehler aufgefallen sind, das Genre nicht ganz Krimi entspricht gebe ich dem Buch eine Bewertung von *** Sterne.

  3. Cover des Buches Schwarze Frau, weißes Land (ISBN: 9783426783641)
    Waris Dirie

    Schwarze Frau, weißes Land

     (22)
    Aktuelle Rezension von: ErleseneBuecher
    Es ist das fünfte Buch, welches ich von Frau Dirie lese, und ich muss sagen, es reicht mir langsam. Ich habe nichts Neues erfahren und muss lieber aufpassen, dass mir dieses wirklich wichtige Thema der weiblichen Genitalverstümmelung, für welches Sie ohne Zweifel zu Recht und großartig kämpft, nicht langsam auf den Zeiger geht. Man merkt diesem Buch nur allzu sehr an, dass es nur geschrieben wurde, um Geld einzubringen und natürlich –  wie sie auf fast jeder Seite betont – auf das Thema aufmerksam zu machen. Klar ist die Frage, die mir auch bewusst ist, was soll sie denn machen. Sie merkt die Bücher bringen Geld und Publicity, also warum damit aufhören. Dafür gibt es ja keinen Grund. Aber ich muss damit aufhören, ihre Bücher zu lesen.

    Ich fand das erste Buch “Wüstenblume” noch wirklich faszinierend, aufrüttelnd und erschreckend. Und auch die drei weiteren Bücher fand ich gut und jedes Mal dachte ich, welch starke Frau. Allerdings war es in diesem Buch eher so, und das von Anfang an, dass sie mir unsympathisch und fast ein wenig fanatisch rüberkam. Ihr ist ja auch schon alles passiert und jeder will ihr was Böses. Natürlich ist das schlimm, wenn man andauernd bedroht, entführt oder gestalkt wird, nur sie erwähnt es jedes Mal so nebenbei, dass es eher merkwürdig und nicht nachvollziehbar rüberkommt.

    Aber am Schlimmsten an diesem Buch fand ich ihre ewige Rummeckerei. Es wurde ohne Ende über Europa geschimpft, was die Europäer Afrika in der Kolonialzeit angetan haben und dass sie dem Land jetzt falsch helfen usw. Auch an der Umweltkatastrophe in Afrika ist Europa Schuld und und und. Na klar, versteht mich nicht falsch, sie hat mit vielen wirklich Recht, aber ich habe das Gefühl, dass das Buch eine einzige Anklage ist. Dabei lebt sie in Europa und sie versucht auch immer wieder zu erwähnen, was sie toll findet, aber nichts geht über Afrika. Vor allem trifft sie etliche Pauschalurteile. Z.B. in Europa zählt die Familie nichts und alles ist so einsam und kalt. Na klar, so ist es in Europa. Ich fand es fast eine Frechheit das zu lesen. Ein paar Kapitel weiter, sagt sie, sie bekommt ein Kind, aber dem Vater des Kindes sagt sie es nicht, da sie nicht mit ihm zusammenleben möchte. Ja, aber wo ist denn der so hochgelobte Familiensinn? Der Vater hat doch auch ein Recht auf sein Kind und das Kind auf seinen Vater! Klar treffe ich da jetzt ein Urteil über sie, was ich mir gar nicht anmaßen darf und kann. Das ist richtig. Aber sie macht das über die Europäer auf fast jeder Seite!

    Immerhin ganz unterhaltsam waren die Szenen über den Dreh des Filmes “Wüstenblume”, wobei es natürlich auch da nur um Werbung für den Film ging. Schade, ich bin enttäuscht über dieses Buch und Waris Dirie. Aber nichtsdestotrotz bleibt ihr Kampf gegen die weibliche Genitalverstümmelung bewunderns- und unterstützenswert, weshalb ich das Buch auch nicht abbrechen wollte.

    Bewertung: 1 von 5 Punkten

  4. Cover des Buches Swing Time (ISBN: 9783462052831)
    Zadie Smith

    Swing Time

     (108)
    Aktuelle Rezension von: nonostar

    Die namenlose Ich-Erzählerin wächst in ärmlicheren Verhältnissen auf mit einer Mutter, die sich zu höherem berufen fühlt und ihre ganze Freizeit der Bildung widmet und ihre Tochter auch in diesem Glauben erzieht. Der Vater kann seiner Frau nie ganz gerecht werden, wodurch es zu Hause immer öfters Streit gibt. In diesen Zeiten freundet sie sich irgendwie mit dem Nachbarskind Tracey an und auch wenn die beiden scheinbar nichts verbindet, entwickelt sich doch eine enge Bindung zwischen ihnen. Auch wenn sich die Freundschaft auseinanderentwickelt und schließlich zerbricht, bleibt irgendwie ein unzerbrechliches Band bestehen. Tracey wird Tänzerin und führt scheinbar das Leben das die Erzählerin immer leben wollte, doch sie folgt der Erziehung ihrer Mutter, studiert und wird schließlich die Assistentin einer Pop-Sängerin.

    Soweit so gut. Der Inhalt erscheint schlüssig, dennoch könnte ich im Nachhinein nicht sagen, was denn nun wirklich Thema des Buches war oder warum diese Geschichte erzählt wird.Die Sprache hat mir sehr gut gefallen, sie war klug, präzise ohne dabei distanziert oder nüchtern zu wirken. Zadie Smith hat es zu Beginn geschafft, mich für die beiden Freundinnen zu interessieren, obwohl mir manche ihrer Taten unbegreiflich waren. Sie wachsen auf, rebellieren und versuchen sich anzupassen und dabei nicht die Hoffnung auf eine bessere ZUkunft zu verlieren. Doch irgendwann fiel es mir zunehmend schwerer noch am Ball zu bleiben. Dabei war die Handlung nicht einmal unverständlich oder zu verwirrend, nur irgendwie war alles zu vollgepackt. Das Leben der Ich-Erzählerin als Assistentin führt sie zwischen Afrika und New York hin und her, die exzentrischen Wünsche der Pop-Sängerin werden ohne Murren erfüllt. Soweit konnte man folgen, was mir das Lesen  jedoch enorm erschwert hat, waren die Zeitsprünge.

    Smith blickt abwechselnd auf die Vergangenheit und auf die Gegenwart, dabei haben mir jedoch mancjes Mal die Übergänge gefehlt. Oft war es so, dass es von Kapitel zu Kapitel wechselte, hier hätten mir längere Passagen in der gleichen Zeit besser gefallen. Die Geschichte springt zwischen der Kindheit in England, der Gegenwart in Amerika und dem Projekt in Afrika wodurch für mich oft der Bezug verloren ging. Dennoch werden auch viele Aspekte angesprochen, die ich sehr interessant und gut umgesetzt fand. Doch auch hier galt: es war manchmal zu viel. Zu viel verschiedenes was auf den Leser einprasselt.

    Auch wenn es im Endeffekt recht negativ klingt, habe ich das Buch irgendwie gerne gelesen und würde es allen empfehlen, die eine kluge Sprache lieben und sich nicht von schnell wechselnden Zeitsträngen irritieren lassen.

  5. Cover des Buches Robin – High in the Sky (ISBN: 9783961116072)
    Charlotte Taylor

    Robin – High in the Sky

     (68)
    Aktuelle Rezension von: shadowpercy

    Ich muss zugeben, dass bevor ich das Buch angefangen habe es für eine banale 0815 Liebesgeschichte gehalten habe. Jedoch wurde ich positiv überrascht. Nicht nur werden sehr interessante Themen angesprochen sondern es bilden sich auch unerwartetet Handlungsstränge. 

    Das Buch war wirklich leicht zu lesen und es war wirklich nicht schwierig mit den Charakteren zu sympatisieren. An einigen Stellen hatte ich zwar das Gefühl, dass das Buch auf der Stelle stehen bleibt, doch die ging recht schnell vorüber 

  6. Cover des Buches Hummer zum Dinner (ISBN: 9783442446872)
    Helen Fielding

    Hummer zum Dinner

     (78)
    Aktuelle Rezension von: raphael-edward

    Hummer zum Dinner

    Inhalt (Klappentext):

    Rosie Richardson hat die Nase voll: von ihrem Job, von Oliver dem erfolgreichen TV-Produzenten und treulosen Gefährten, und von der Londoner Schickeria, die sie an seiner Seite kennengelernt hatte. Auf der Suche nach dem tieferen Sinn des Lebens - der irgendwo jenseits von Oliver liegen muss - geht Rosie als Entwicklungshelferin nach Afrika. Als eine Hungersnot die Bevölkerung von Safila bedroht, weiß Rosie, dass sofortige Hilfe nur auf einem Weg zu erhalten ist: über das Fernsehen. allerdings organisiert den Spendenaufruf live aus dem Flüchtlingscamp kein anderer als Oliver, und ein paar wohlmeinende Prominente hat er auch gleich nach Afrika mitgebracht. Dort prallen nun zwei Welten aufeinander, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten - die Peinlichkeit nimmt ihren Lauf...

    Über die Autorin:

    Helen Fielding wurde in Yorkshire geboren und lebt heute in London. Sie arbeitete mehrere Jahre für die BBC, für die sie unter anderem die Aktivitäten der Hilfsorganisation Comic Relief in Äthiopien und dem Sudan dokumentierte. Sie schreibt inzwischen für verschiedene überregionale englische Zeitungen. Hummer zum Dinner war Helen Fieldings Debütroman, bevor sie mit Schokolade zum Frühstück - in England das Buch des Jahres 1997 - endgültig zur Kultautorin aufstieg.

    Cover :

    Das Cover gefällt mir gut, aber den Titel finde ich unpassend.

    Meine Meinung:

    Wer einen humorvollen Roman im Stil von "Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück" erwartet, wird wie ich wahrscheinlich eher enttäuscht. Der Roman geht eher in die Richtung des Filmes "Jenseits aller Grenzen", nur nicht auf dessen Niveau. Einige der Nebendarsteller werden so lächerlich dargestellt, dass jeder Humor flöten geht und gewisse Stellen nur gewaltig unglaubwürdig herüberkommen. Wenn die Autorin den Roman nicht versucht hätte teilweise als Komödie, sondern eher als Tragödie darzustellen, wäre er bei weitem glaubwürdiger gewesen.

  7. Cover des Buches Wo bist du? (ISBN: 9783442381661)
    Marc Levy

    Wo bist du?

     (196)
    Aktuelle Rezension von: Miii

    Susan und Philipp haben sich ewige Liebe geschworen, doch das Leben meint es anders mit ihnen. Denn während Susan das Fernweh und Abwechslungsbedürfnis packt, wünscht sich Philipp Beständigkeit, was letzten Endes dazu führt, dass sich ihre Wege trennen. Jahre später steht auf einmal Susans Tochter vor der Tür. Von ihrer Mutter keine Spur. Und obwohl Philipp mittlerweile eine eigene Familie hat, ist es nun an ihm, sein Versprechen von früher einzuhalten, immer da zu sein.


    Das Buch hat mich im Zwiespalt gelassen.

    Die Geschichte an sich hat mir unglaublich gefallen. Sie war sehr berührend, sowohl die Erzählungen der persönlichen Ebene (die Entwicklung von Susans und Philipps Liebesgeschichte, die Trennung, Philipp der weitermacht und eine eigene Familie gründet und letzten Endes auch Lisa darin aufnimmt) als auch die der sachlichen Ebene (die ganzen Informationen über Dritte Welt Länder, den Naturkatastrophen und den grausamen Lebensumständen). Was den Inhalt anging, war das Buch fantastisch.


    Dennoch kann ich der Story nicht mehr als drei Sterne geben, denn ich hab es einfach nicht fertig gebracht, den Figuren auch nur das kleinste bisschen Sympathie entgegenzubringen.

    Es war im Grunde genommen nichts anderes, als Philipp, der sein Leben lang Susan hinterher rennt (auch als er schon verheiratet war) und von alles und jedem Verständnis für diese Besessenheit (anders kann ich sie nicht beschreiben) fordert ohne jede Rücksicht auf Gefühle der anderen. Und Susan ist - trotz ihrer wohltätigen Taten - einfach nur stur und egoistisch. immer darauf bedacht das zu bekommen was sie will, unabhängig davon, wessen Herz sie grade bricht.

    Mir hat in dem Buch Mary sehr leid getan, denn aus meiner Sicht hatte sie es am Schwierigsten.  Von ihr wurde erwartet, alles hinzunehmen. Philipps fortwährende Gefühle für Susan, Susans Tochter die plötzlich in ihrem Haus aufgenommen wurde, die Veränderungen im Leben und Karriere. Aber ich kann mich nicht daran erinnern, dass man auch nur einmal nach ihrer Meinung gefragt hat.


    Insgesamt lässt mich das Buch wie gesagt so mittig zurück. Ich kann weder sagen, dass ich es gut fand, noch dass es schlecht war. Da muss man sich einfach ein eigenes BIld machen.

  8. Cover des Buches Unter Taliban, Warlords und Drogenbaronen (ISBN: 9783455500745)
    Reinhard Erös

    Unter Taliban, Warlords und Drogenbaronen

     (3)
    Aktuelle Rezension von: serror
    Dieses Buch erklärt zusammen mit dem Vorgänger "Tee mit dem Teufel" Zusammenhänge und Probleme Afghanistans und teilweise Pakistans - sehr lehrreich und spannend! Man erfährt einiges über die Geschichte Afganistans. Das hier habe ich für den Vorgänger "Tee mit dem Teufel" geschrieben, gilt aber auch für dieses Buch: Der ehemalige Bundeswehrarzt Dr. Reinhard Erös kennt Afghanistan schon seit den 80er Jahren und lebt abwechselnd dort und in Bayern. Er hat dort eine große Hilfsorganisation, die "Kinderhilfe Afghanistan" aufgebaut und kennt sich bestens im Land aus. Er beschreibt die dortigen Zustände in Zusammenhang mit der geschichtlichen Entwicklung - so dass man versteht, wie die Menschen dort denken. OK, ich bin kein guter Rezensent aber das Buch ist 100% lesenswert, bei Amazon gibt es gute Rezensionen. :) Und hier etwas zu seinem Projekt, wenn jemand diesen Monat ein Buch weniger kauft, kann er das Geld, das er damit spart, hier loswerden: http://www.kinderhilfe-afghanistan.de/
  9. Cover des Buches Hundert Tage (ISBN: 9783835323261)
    Lukas Bärfuss

    Hundert Tage

     (43)
    Aktuelle Rezension von: SCHULZ

    Ein politischer Roman, der die Entwicklungshilfe kritisch beleuchtet und den Völkermord in Ruanda hautnah beschreibt.

    Lukas Bärfuss wurde 2019 mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet.

  10. Cover des Buches Weltwärts nach Tansania (ISBN: 9783860402610)
    Lisa Lombardo

    Weltwärts nach Tansania

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Biblio2011

    Die junge Autorin schildert spannend und bewegend ihre Erlebnisse während ihres freiwilligen sozialen Jahres in Tansania. Neben den Schilderungen der völlig anderen Lebensumstände,  hadert sie besonders mit ihrer Rolle als Weiße und damit verbundenen Privilegien, aber auch Erwartungen. Sie arbeitet unausgebildet in einem Krankenhaus und wird immer wieder in unglaubliche Situationen gebracht. Die Arbeit überfordert sie vollkommen, trotzdem will sie auf keinen Fall aufgeben und ihren Dienst abbrechen. Sie erfährt Gastfreundschaft, aber auch Ablehnung und Rassismus. Daneben kämpft sie mit Heimweh, Einsamkeit und dem Gefühl zwischen zwei Welten hin- und hergerissen zu sein. Dieses Buch sollte Pflichtlektüre für alle jungen Menschen sein, die ins Ausland gehen möchten, um dort zu helfen. Die Autorin setzt sich mit diesem Thema konkret auseinander, stellt dabei Freiwilligendienste und Entwicklungshilfe in Frage und sucht nach Alternativen.

  11. Cover des Buches Eine bessere Welt ist möglich (ISBN: 9783442154524)
    Franz Alt

    Eine bessere Welt ist möglich

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  12. Cover des Buches Liberty (ISBN: 9783442713356)
    Jakob Ejersbo

    Liberty

     (8)
    Aktuelle Rezension von: Wolkenatlas
    "Liberty" ist der erste Roman aus der posthum veröffentlichten Afrika-Trilogie des dänischen Schriftstellers Jakob Ejersbo, der 2008 viel zu früh im Alter von 40 Jahren an Krebs verstorben ist. Der fast 900 Seiten lange Roman beginnt mit der Ankunft des 12-jährigen Christian in Tansania. Abwechselnd wird die Geschichte von Christian und Marcus, dem um ein Jahr älteren schwarzen Hausdiener der Larssens erzählt. Zwei Erzählungen, die aus unterschiedlichen Perspektiven das großteils unmoralische und unethische Treiben der in Tansania tätigen Geschäftsleute und Entwicklungshelfer schildern. Gleichzeitig sind es zwei ebenso unterschiedlich verlaufende Entwicklungen, die Jakob Ejersbo hier zeichnet. Auf der einen Seite Marcus, der sich bemüht, der Familie eine treue und starke Hilfe zu sein, was zwar von Katriina gewürdigt wird, in den Augen ihres immer mehr im Sumpf von Sex, Akohol, Drogen und Korruption versinkenden Ehemanns immer stärker zu Verstimmung und Aggression führt. Marcus träumt davon, nach Schweden zu gehen und hofft darauf, durch die Anstellung in der Familie und harter Arbeit irgendwann das Ticket nach Schwedern zu erhalten. Christians Familie zerbricht nach einem schrecklichen Unglücksfall und Christians Entwicklung nimmt dadurch eine unvorhergesehene Wendung. Christians Eltern sind unfähig, mit ihrer Tragödie angemessen umzugehen und zwingen Christian dadurch unbewusst, früh einen eigenen Weg zu gehen. Jakob Ejersbos Prosa ist einfach, am Anfang dem Alter der beiden Erzähler angepasst und entwickelt sich im Verlauf des Romans mit dem Alter der beiden Erzähler. Nichstdestotrotz ist sie oft zu einfach, zu flapsig und auch mitunter plump, was möglicherweise ein Manko der Übersetzung ist, möglicherweise aber auch am Original liegt. Jakob Ejersbo hat die drei Bände "Liberty", "Exil" und "Revolution" ein paar Wochen vor seinem Tod als ca. 1600 Seiten Manuskript seinem Lektor übergeben, der nur leichte Retuschen daran vorgenommen hat und keine Möglichkeit mehr hatte, Änderungen oder Kürzungen mit dem Autor zu besprechen. Möglicherweise wäre nach einer Zusammenarbeit ein etwas kürzerer, strafferer Roman dabei herausgekommen. "Liberty" ist eine Geschichte, die definitiv spannend ist. So spannend und mit so ausgezeichnten Charakterzeichnungen, dass man lange über gewisse Mängel der Prosa hinwegsieht. Etwas störend sind allerdings die immer häufiger und intensiver werdenden Sexszenen, die mit zunehmenden Alter der beiden Protagonisten immer pornographischer werden. Durch diese Überreizung verliert dieser Roman leider an Intensität und Tiefe. Diese zu heftige Konzentration auf die Triebe nimmt dem Roman dann doch den Wind aus den Segeln, vor allem, da durch die Häufigkeit der auftretenden sexuell inspirierten Gedanken und Taten diese dann schon zu einem Klischee verkommen. Weniger wäre hier definitiv besser gewesen, noch dazu, wo einige der Szenen äußerst gut geschrieben sind. "Liberty" ist ein fast 900 Seiten langes, teilweise schockierendes, teilweise spannendes Leseerlebis, das von großartigen afrikanischen Stimmungsbildern lebt. Man spürt immer, dass der Autor selbst lange in Tansania gelebt hat. Ein Roman, der jedoch, wie bereits geschildert, neben großartigen Momenten einige wirkliche Schwächen hat. Wollte man diesen Roman in wenigen Worten einer Gattung zuordnen, so würde ich ihn als "gehobene Unterhaltungsliteratur mit ausgeprägtem Afrikakolorit und immer häufiger auftretenden, teilweise sehr expliziten Sexszenen" beschreiben.
  13. Cover des Buches Gleichheit? Welche Gleichheit? (ISBN: 9783150113172)
    Amartya Sen

    Gleichheit? Welche Gleichheit?

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  14. Cover des Buches Die Schock-Strategie (ISBN: 9783455010770)
    Naomi Klein

    Die Schock-Strategie

     (33)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Naomi Klein legt mit diesem Werk wirklich eine eindrückliche Recherchearbeit vor. Eindrücklich beschreibt sie anhand internationaler Vorgänge, wie die Jünger Milton Friedmans, die sog. Chigago Boys, überall auf der Welt Katastrophen nutzen, um ihren Einfluss auszuweiten. Die Schock Strategie sieht vor, den Staatsführern nach Krisen die Privatisierung wichtiger öffentlicher Bereiche anzupreisen. Damit wächst die Macht der Unternehnehmer, während wir Menschen immer weniger von Bedeutung sind. Das Buch beweist auch, dass der Turbokapitalismus nicht ohne Folter auskommt und zeigt unmissverständlich, dass der Kapitalismus der Feind allen friedlichen Lebens ist.

    Der Mittelteil ist leider sehr lang geworden und wiederholt die immer selben Vorgänge in verschiedenen Ländern. Für die Vollständigkeit ist das sehr wichtig und es macht das Buch unanfechtbar. Für die Lesbarkeit gibt es dabei jedoch leider Abzüge, denn im Grunde liest man immer wieder die selbe Geschichte in anderen Ländern mit anderen Akteuren. Man kann ab etwa der Mitte getrost zum letzten Kapitel springen, möchte ich meinen, wenn man nicht jede Zahl ganz genau abspeichern möchte.

    Dieses Buch ist sehr wichtig! Es sollte viele LeserInnen finden und wir sollten nach der Lektüre mindestens eine Haltung entwickeln, wenn nicht gar aktiv werden.
  15. Cover des Buches Weiße Nana (ISBN: 9783426784266)
    Bettina Landgrafe

    Weiße Nana

     (16)
    Aktuelle Rezension von: Xirxe
    Bettina Landgrafe ist eine beeindruckende Person. Nachdem sie in ihrem Urlaub mit einer Organisation in Gambia war, um die Menschen dort mit medizinischer Hilfe zu unterstützen (sie ist Krankenschwester), war sie so begeistert von diesem Land, dass sie fortan regelmäßig wiederkehrte, allerdings auf eigene Faust. Zudem begann sie Spenden zu sammeln, um in 'ihrem' Dorf eine Toilettenanlage zu installieren - der grösste Wunsch der BewohnerInnen. Tatsächlich gelang es ihr - und nicht nur das. Auch ein Brunnen konnte gebaut werden und mit jedem weiteren Erfolg stieg ihre Bekanntheit und damit auch das Spendenaufkommen, sodass ihre Projekte sich mittlerweile beinahe über ganz Gambia erstrecken. In 'ihrem' Dorf wurde sie sogar zur Königin ernannt, eine größere Ehre ist kaum vorstellbar.
    Mittlerweile hat sie ihr Leben praktisch Gambia verschrieben und fühlt sich dort mehr zuhause als in Deutschland. Wie es dazu kam und was sie dort Alles bewegt und erreicht hat, davon erzählt sie in diesem Buch. Es ist eine fast unglaubliche Geschichte und wäre ihr Tun durch die Medien nicht so gut dokumentiert, könnte es man auch für bloße Übertreibung halten. Daher wäre allein der Inhalt ohne jede Frage sofort fünf Sterne wert, doch leider ist die Umsetzung nicht so gelungen. Bestimmte Dinge, die ihr offenbar sehr wichtig sind, werden so häufig wiederholt, dass ich sie nur noch quer gelesen habe. Beispielsweise, dass man den Menschen auf Augenhöhe begegnen, sie in Entscheidungen einbeziehen und ihre Erfahrungen berücksichtigen muss. Natürlich ist dies wichtig, sogar sehr wichtig (und wird dennoch noch immer nicht ständig berücksichtigt). Und keine Frage, es muss auch immer wieder in Erinnerung gebracht werden. Doch in der Häufigkeit, wie es in diesem Buch geschieht, ist es einfach des Guten zuviel, weshalb es 'nur' für vier Sterne reicht.
  16. Cover des Buches Die Mitleidsindustrie (ISBN: 9783593392332)
    Linda Polman

    Die Mitleidsindustrie

     (8)
    Aktuelle Rezension von: R_Manthey
    Wahrscheinlich wird so mancher zunächst gutgläubige Leser dieses aufschlussreichen Buches seine Spendenpraxis im Anschluss überprüfen. Und er wird nach dem Lesen des Textes die in den Konflikten dieser Welt agierenden Kräfte, zu denen auch eine riesige Zahl verschiedener selbsternannter Hilfsorganisationen gehört, mit anderen Augen betrachten als vielleicht vorher. Denn in diesem Buch bekommt man in drastischer Form mitgeteilt, dass Spendengelder nur in sehr bescheidenem Maße bei den Hilfsbedürftigen ankommen und stattdessen die das Elend auslösenden Kriege mitfinanzieren, Korruption und Misswirtschaft fördern, Selbsthilfe verhindern und die vorgeblichen Helfer miternähren.

    Nun könnte man hoffen, dass die Autorin stark übertreibt oder gar böswillig verleumden will. Aber diese Hoffnung ist gegenstandslos, denn hier schreibt sich jemand das selbst Erlebte mit einer gehörigen Portion aus tiefem Frust geborenen Sarkasmus von der Seele. Das kann man nicht vortäuschen. Und darüber hinaus leuchten die von Frau Polman beschriebenen Vorgänge leider in ihrer bösen Logik mehr ein als die heile Welt, die man zwar schöner finden würde, die aber nun mal nicht das normale menschliche Verhalten widerspiegelt.

    Allerdings gilt eine wesentliche Einschränkung: Die Autorin bezieht sich vor allem auf so genannte humanitäre Katastrophen, die aus gewaltsamen Konflikten resultieren, also aus aller Art von Kriegen, "ethnischen Säuberungen" oder "Umsiedlungen". Bei Naturkatastrophen werden die oft selbsternannten Helfer zwar nicht zum Spielball oder Ernährer von Konfliktparteien, doch auch hier versickert ein wesentlicher Teil der Hilfsgelder in dubiosen Kanälen.

    Im Grunde beschreibt uns die Autorin an zahlreichen Beispielen immer wieder die zwei prinzipiellen Probleme der so genannten humanitären Hilfe: (1) die faktische Einbeziehung einer angeblich neutralen Hilfe in einen laufenden kriegerischen Konflikt und (2) die Kapitalisierung dieser Hilfe mit all ihren absonderlichen Folgen.

    Mit dem ersten Problem wurden schon Florence Nightingale und Henri Dunant, der Gründer des Roten Kreuzes, im 19. Jahrhundert konfrontiert. Während die berühmte britische Krankenschwester jede einen Konflikt verlängernde humanitäre Hilfe ablehnte, weil sie nur zu noch mehr Opfern führen würde, sprach sich Dunant kategorisch für jeden Einsatz aus, der Leben rettet, unabhängig davon, welche Folgen dies hat. Inzwischen hat sich dieses Dilemma noch wesentlich verschärft, denn in afrikanischen Milizenkriegen ist es inzwischen üblich geworden, dass man humanitäre Hilfe nur zulässt, wenn dafür von den jeweiligen Organisationen auf vielfältige Weise bezahlt wird. Die Helfer sind also auch noch direkt an der Finanzierung des Konflikts beteiligt, deren Opfern sie helfen wollen. Eine völlig absurde Situation, die jedoch mittlerweile von den Kriegstreibern schon so geplant wird. Wenn sie sich auf etwas verlassen können, dann sind es die herbeieilenden humanitären Helfer und deren massenmedialer Vorausteams.

    Und als ob dies nicht bereits genug wäre, schlägt dann auch noch die Kapitalisierung der Hilfe zu. Inzwischen gibt es so viele verschiedene nichtstaatliche und teilweise auch obskure, aber betriebswirtschaftlich aufgebaute und miteinander scharf konkurrierende Hilfsorganisationen, dass ethische Gesichtspunkte der Hilfeleistungen eigentlich völlig aus dem Gesichtsfeld verschwunden sind. Wenn eine Organisation es moralisch nicht mehr für tragbar hält, sich Mördern unterzuordnen, dann tritt an ihre Stelle eben eine andere. Schließlich muss man seine Daseinsberechtigung nachweisen.

    Der Autorin gelingt es, diese strukturellen und moralischen Probleme der Hilfsorganisationen sehr eindringlich an verschiedenen Beispielen vorzuführen. Ihr Buch ist hervorragend geschrieben, aber es überträgt auch den Frust der Autorin auf den Leser. Denn obwohl sie am Ende ihres Werkes versucht, uns Auswege aufzuzeigen, so zeigen sich diese bei näherem Betrachten als wenig fruchtbar. Natürlich kann man fragen, was mit Spendengeldern passiert ist. Aber letztlich wird das kaum ein Kleinspender tun. Und selbst wenn er es nicht lassen kann, so wird er den Antworten vertrauen müssen, die ihm gegeben werden.

    Das grundsätzliche Dilemma humanitärer Hilfe in kriegerischen Konflikten ist nicht lösbar, sonst wäre es keins. Und eine strukturierte und zentral organisierte und an den tatsächlichen Notwendigkeiten orientierte Hilfe, die auch die Konkurrenzsituation unter den Helfenden mindern würde, scheitert an einer fehlenden allgemein anerkannten politischen Autorität. Denn wenn es eine solche Kraft geben würde, gäbe es wohl auch die ursächlichen Konflikte nicht.

    Fazit.
    Ein sehr gut geschriebenes Buch, das seinen Lesern die Augen für die tatsächlichen Zustände hinter den Kulissen von Hilfsorganisationen öffnet, aber sie auch frustriert und ratlos zurück lässt, weil es keine Lösungen präsentieren kann. Doch dafür kann die Autorin wohl am wenigsten.
  17. Cover des Buches Der große Ausbruch (ISBN: 9783608949117)
    Angus Deaton

    Der große Ausbruch

     (3)
    Aktuelle Rezension von: Tallianna
    Heute sind die Menschen gesünder, wohlhabender und sie leben länger als früher. Einem Teil der Menschheit ist »Der Große Ausbruch« aus Armut, Not, Krankheit und Entbehrung in Freiheit, Bildung, Demokratie und eine freie globale Weltwirtschaft gelungen. Dennoch nimmt die Ungleichheit zwischen Nationen und Menschen unaufhaltsam zu. Das Opus Magnum des Nobelpreisträgers beschreibt, wie Lebens- und Gesundheitsstandards sich weltweit erhöhen ließen, wenn Aufrichtigkeit und neue Fairness Einzug in die globale Weltwirtschaft hielten. (Klappentext)

    Angus Deaton geht auf viele wichtige Themen ein, die die Ungleichheit in der Welt betreffen. Leider tut er es so langatmig und langweilig, dass ich die meiste Zeit kurz vorm Tiefschlaf bin. Außerdem wiederholt er sich ständig. Ohne diese Wiederholungen wäre das Buch wohl nur halb so lang, aber deutlich flüssiger lesbar. Diese Technik habe ich in der Uni immer dann angewandt, wenn ich 90 min reden musste, aber nicht soviel zu sagen hatte.

    Auch sind die Kapitel sehr unverständlich aufgebaut. Die Diagramme müssten am Anfang der Beschreibung stehen, zumindest in der E-Book Version, denn so hat man nie vor Augen, von was der Autor eigentlich genau redet. Die Darstellungen in den Diagrammen sind nicht immer gut lesbar und die einzelnen „Farb“unterschiede können nicht gut gesehen werden. Dadurch wird über die Hälfte des Buches schlecht verständlich.

    Ich muss ehrlich gestehen, dass mir am Ende des Buches immer noch nicht so ganz klar war, wodurch die Ungleichheit in der Welt jetzt eigentlich entsteht. Zusätzlich kann ich auch nicht sagen, ob der Autor diese Frage jemals zufriedenstellend beantwortet. Die Teile, die sich mir erschlossen haben, waren mir zudem auch schon so bekannt.

    In einer Sache stimme ich mit dem Autor überein: Wir wissen überhaupt nicht genau, ob die Menschen in den sogenannten „Entwicklungsländern“ auch so leben wollen wie die Menschen in den westlichen Ländern. Die Entscheidung über ihre Lebensweise sollte auch ihnen überlassen werden. Niemand kann wirklich sagen, ob eine Lebensweise als Nomade besser oder schlechter ist, denn wenn die Menschen damit zufrieden sind, sollten sie nicht gezwungen werden, in Häuser umzuziehen, die den Namen nicht einmal verdienen, und eine Lebensweise anzunehmen, die sie nicht wollen.

    Von mir gibt es für dieses Buch leider keine Leseempfehlung. Obwohl es um wichtige Themen geht, ist das Buch besser für eine wissenschaftliche Vorlesung geeignet als für den interessierten Laien. Das Thema ist so langatmig aufgebaut, dass man kaum Nutzen aus dem Buch ziehen kann.
  18. Cover des Buches Sundri (ISBN: 9783785517970)
    Lisa Heiss

    Sundri

     (7)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Sehr schön geschriebenes Jugendbuch, in dem man wirklich viel über Indien und seine Traditionen erfährt.
  19. Cover des Buches Kämpfer der Hoffnung (ISBN: 9783550078934)
    Pedro Opeka

    Kämpfer der Hoffnung

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  20. Cover des Buches Nefertiti, Tochter der Sonne (ISBN: 9783764501204)
    Maggie McCune

    Nefertiti, Tochter der Sonne

     (17)
    Aktuelle Rezension von: Littletree
    Ein schönes Buch über eine Frau in Afrika und ihre Gefahren.
  21. Cover des Buches Katie (ISBN: 9783775154154)
    Katie Davis Majors

    Katie

     (20)
    Aktuelle Rezension von: peedee
    Mama für Afrikas Kinder, Band 1: Katie (geb. 1988) aus Nashville/Tennessee (USA), will nach ihrem Highschool-Abschluss unbedingt in die Mission nach Uganda. Nach einiger Überzeugungsarbeit sind ihre Eltern einverstanden, dass sie vorerst einen Hilfseinsatz in den Ferien leistet. Gesagt, getan. Nach ihrer Rückkehr in die USA ist der Wunsch, wieder nach Uganda zu gehen, noch viel stärker. Sie verschiebt ihr Studium um ein Jahr und geht erneut nach Afrika. Katie gründet das Hilfswerk „Amazima“ und wird 14-fache Mutter – und das alles, bevor sie 20 Jahre alt ist! Katie erzählt ihre Geschichte mit Unterstützung von Beth Clark.

    Erster Eindruck: Auf dem Cover und auf der Rückseite des Buches sieht man Katie inmitten einer Kinderschar. Auffällig ist das Layout: Es hat immer wieder Tagebucheinträge, die in einer anderen Schrift und mit gezeichneten Blättern und Blumen unterlegt – gefällt mir gut.

    „Meine tiefste Freude und der grösste Hunger der Welt trafen in Uganda zusammen. In Uganda begann mein Herz zu singen“ (Katie). Diese Aussage steht auf der Rückseite des Buches und nur schon diese zwei Sätze haben mich sehr berührt.

    Vor der Lektüre des Buches habe ich mich ein bisschen im Internet über Uganda informiert. Hier ein paar Fakten: Uganda ist ein Land mit 35 Mio. Einwohnern in über 60 Völkern auf einer Fläche von 241'040 km² und einem Bruttosozialprodukt von jährlich nur 638 US Dollar pro Kopf. Das Durchschnittsalter ist lediglich 15 Jahre und die Lebenserwartung 53 Jahre!
    Ich habe mir unwahrscheinlich viele Passagen markiert und kann hier nur festhalten, dass ich sehr beeindruckt von ihr bin: Eine junge gläubige Frau kehrt dem Wohlstand den Rücken und geht in eines der ärmsten Länder der Welt, um dort dafür zu sorgen, dass die vielen Kindern regelmässig zu Mahlzeiten kommen, medizinisch versorgt werden, eine bessere Hygiene entwickeln und – ganz wichtig – zur Schule gehen können. Katie erzählt von ihrem Alltag und wie Gott an ihrer Seite ist; sie bringt auch immer wieder biblische Beispiele. Die geschilderten Zustände betr. Ernährung, Hygiene, Gesundheit, die Katie antrifft, sind sehr bedrückend. Doch Katie liebt die Kinder vom ersten Tag an und will ihnen ein besseres Leben verschaffen. Als ich gelesen habe, dass Katie insgesamt 14 Mädchen adoptiert, musste ich schon mal leer schlucken. Das muss man sich mal vorstellen! Ich habe mich übrigens gefragt, wieso es nur Mädchen wurden, aber später kam gleich die Antwort: eine alleinstehende Frau in Uganda darf keine Jungs adoptieren– wieso auch immer.

    Ich habe grosse Hochachtung vor Katie – und all den anderen Menschen, die sich seit Jahren im gleichen Masse mit grossem Engagement für arme Menschen einsetzen, aber der breiten Öffentlichkeit unbekannt bleiben, da sie kein Buch schreiben. Vielen Dank!
  22. Cover des Buches Die Kraft Afrikas (ISBN: 9783406598579)
    Rupert Neudeck

    Die Kraft Afrikas

     (1)
    Aktuelle Rezension von: olli2308
    Mein erster Kontakt zu dem fremden Kontinent Afrika war die amerikanische Fernsehserie »Daktari« in den frühen 70er Jahren. Wilde Tiere, endlose Steppen, wilde schwarze Ureinwohner und edle weiße Entwicklungshelfer, die der unzivilisierten heimischen Bevölkerung zeigten, wie man die Natur richtig schützt. Das hat mein Bild von Afrika nachhaltig geprägt. Dann kam der Schmachtfetzen »Jenseits von Afrika« in den 80er Jahren in die Kinos, auch hier wurde kräftig idealisiert.

    Interessiert sich heutzutage jenseits von kitschiger Romantik, Safariurlaub im Nationalpark und dem Helfersyndrom der Entwicklungshelfer noch wirklich jemand für die Belange Afrikas? Es sind wohl auch jetzt, nach der Fußballweltmeisterschaft, nur wenige.

    Umso mehr hat mich das Buch von Rupert Neudeck aufgerüttelt und für das Sorgenkind Afrika sensibilisiert. Der Afrika-Kenner, der mit seinen »Grünhelmen« eine Entwicklungshilfe von unten leistet, schildert schonungslos die Wirtschaftsmisere auf dem Kontinent, die in den meisten Fällen eine Folge von korrupten Machteliten ist, die den Staat mit ihrem eigenen Bankkonto verwechselt haben. Der beliebten These, dass die afrikanische Mentalität die Hauptursache der verzögerten wirtschaftlichen Entwicklung ist, erteilt er eine klare Absage. Vielmehr habe »die Gier nach Macht und Reichtum der herrschenden Eliten der Misere eine besondere Ausprägung gegeben, der Aufbau Afrikas führte zu hemmungsloser Bereicherung.«

    Das Buch gibt einen guten geschichtlichen Überblick über die Kolonialisierung, beschreibt die Geschichte einzelner afrikanischer Staaten, erläutert die Probleme in der Gegenwart und beschreibt sehr anschaulich, warum die Form der bisherigen Entwicklungshilfe scheitern musste.

    Gibt es für Afrika eine Zukunft? Wenn es nach dem Gründer des »Komitee Cup Anamur« geht, unbedingt. Die Bedingung: »Die Europäer müssen aufhören, in kolonialen Kategorien zu denken und beginnen, Eurafrika aufzubauen. Für mich entscheidet sich die Zukunft Eurafrikas an dem Engagement, mit dem wir den afrikanischen Jugendlichen begegnen. Zwei von ihnen erfroren bei einer Flucht, als sie sich im Radlager eines Flugzeugs versteckt hatten, das von Guinea nach Brüssel flog. Sie hatten einen Zettel mit, auf dem stand: Helfen Sie uns, wir haben Probleme, die Probleme sind Krieg, Krankheit und Hunger, und Kinder haben keine Rechte. Wir bitten Sie, eine große Organisation zu gründen, die Afrika hilft, damit es Fortschritte machen kann.«
  23. Cover des Buches Verwaltete Unterentwicklung : Funktionen u. Verwertung d. Bildungsforschung in d. staatl. Entwicklungspolitik (ISBN: B0029KN628)
  24. Cover des Buches 'Geht hin und heilt!' (ISBN: 9783861227557)
    Gerd Propach

    'Geht hin und heilt!'

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Liebes_Buch
    Ich war von der Thematik am Ende doch erschlagen.
    "Geht hin und heilt" gibt Einblicke in die Geschichte und Entwicklung der ärztlichen Mission bzw. der kirchlichen Gesundheitshilfe in der 3. Welt.
    Das Buch befasst sich mit der Frage, ob Medizin christlich sein darf und wie verschiedene Kulturen darauf reagieren. Ich war überrascht zu hören, dass "neutrale" also nicht-christliche Medizinversorgung genauso ihre massiven Probleme mit anderen Kulturen hat wie christliche. Bei uns herrscht ja eher die Meinung vor, dass wir den Kulturen etwas Gutes tun, wenn wir von ihnen verlangen, die Kultur aufzuspalten in neutrale und wertefreie Bereiche. Auch das wird nicht überall akzeptiert, sondern stülpt anderen eine Einstellung über, die vielleicht nur wir mögen. Die Problemschilderungen über okkulte Medizin fand ich interessant.  Das Buch befasst sich weiter mit rein praktischen Problemen wie dem Aufbau eines Gesundheitssystems oder eines Krankenhauses. Einzelne Kapitel widmen sich den Themen AIDS oder Überbevölkerung. Dass die bei uns noch von früher bekannte Überbevölkerungstheorie nach Malthus lange überholt ist, war mir bekannt, trotzdem konnte ich über die Probleme, die unter dem Schlagwort Überbevölkerung verstanden werden, noch einiges erfahren!  Ich wusste nicht, dass z B Deutschland nach dem alten Überbevölkerungsbegriff schlimmer überbevölkert wäre als Afrika.  Die Autoren beschreiben auch die Lage der Kinder bzw. der Alten in verschiedenen 3. Welt-Ländern. Durch die Abschaffung der Grossfamilien stürzen viele alte Menschen in Isolation und Not. Sogar Sterbebegleitung wird thematisiert. Besonders aktuell zu sein scheint mir der Teil des Buches, der sich mit Traumatisierung befasst. Hier ist die Rede von den traumatisierten Flüchtlingen, die in Deutschland nicht versorgt werden, obwohl Traumastörungen seit den 80er Jahren medizinisch anerkannt sind. Trotzdem verfügt Deutschland über eine geringe Traumaversorgung. Das bedeutet, dass Zehntausende von Flüchtlingen hauptsächlich nur durch Psychopharmaka ruhig gestellt werden. (Durch Medienberichte wissen wird, dass schon deutsche Soldaten oder die Opfer der Love Parade nicht versorgt werden, auch Flüchtlingen geht es nicht besser.) Da das Buch aus dem Jahr 2002 ist, wird die jetzige Lage viel dramatischer sein. Das Buch ist sehr umfangreich, nur der erste Abschnitt befasst sich speziell mit Kirche, so dass ich glaube, wer sich für Entwicklungshilfe interessiert, wird hier fündig. In den verschiedensten Beiträgen und Erfahrungsberichten wurden meine Vorurteile und mein kleines Halbwissen immer wieder aufgebrochen.

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks