Bücher mit dem Tag "epoche"

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74 Bücher

  1. Cover des Buches Sturz der Titanen (ISBN: 9783404166602)
    Ken Follett

    Sturz der Titanen

     (1.226)
    Aktuelle Rezension von: Monika_Brigitte

    Teil I einer Trilogie (Jahrhundert-Saga: Sturz der Titanen-Winter der Welt-Kinder der Freiheit)

    „Die Herrscher Europas haben etwas Schlimmes und Dummes getan, das zehn Millionen Menschen das Leben gekostet hat.“ (S. 899)

    Drei Länder. Drei Familien. Ein Jahrhundert. In seiner Jahrhunderttrilogie nimmt uns Ken Follett mit in ein bewegendes Jahrhundert europäischer Geschichte.

    Inhalt

    Der Auftakt STURZ DER TITANEN beginnt in den Zehner Jahren des 20. Jahrhunderts. In England spüren die Bergleute die Auswirkungen der Industrialisierung körperlich – nie ausbleibende Unfälle, mangelnde Sicherheitsvorkehrungen und ein selbstgefälliger Adel, der die rechtelosen Bürger ausbeutet. Ausbeutung durch die privilegierten Fürsten spürt auch das russische Volk -nachdem 1905 ein Bürgeraufstand blutig niedergemetzelt wurde, brodelt es gefährlich im Zarenreich. Im deutschen Kaiserreich herrscht ein arrogantes Machtstreben nach einem „Platz an der Sonne“ -eine Vereinbarung mit dem Nachbarreich Österreich-Ungarn bringt die Schwarzpulverfässer in Stellung, ein Funke aus Sarajevo entzündet sie. Der Machthunger nach der Vorherrschaft in Europa unter den Obersten der Staaten entfacht einen verlustreichen Krieg und Revolutionen in Politik und Gesellschaft folgen.

    Tipp: lest nicht den Klappentext! Ich bin froh, dass ich ohne viel Vorwissen in die Geschichte eingestiegen bin.

    Schreibstil

    Downton Abbey trifft auf einen Politthriller. Ken Follett, der Stephen King des historischen Romans, erzählt authentisch und so charakterstark wie ein Lew Tolstoi. Seine unterschiedlich angelegten Figuren haben Tiefe, Ausstrahlungskraft und Gefühl. Die Charakterentwicklungen sind authentisch und machen Spaß zu Lesen. Die verwobenen Liebesgeschichten lockern den ernsten Hintergrund auf, aber wirken ab und an etwas zu seicht, schmachtend, groschenromanhaftig. Es hält sich aber noch in annehmbaren Rahmen.

    Protagonisten

    Der Einstieg gelingt leicht. Billy Williams, ein Junge aus dem englischen Volk, erlebt seinen ersten Arbeitstag untertage. Der Leser bekommt ein Gefühl für die miserablen Arbeitsbedingungen und mangelhaften Sicherheitsvorkehrungen in der Industrialisierung und erlebt im Laufe der Geschichte wie sich eine Arbeiterbewegung etabliert. Billys Schwester, Ethel arbeitet im Gutshaus der adeligen Familie Fitzherbert, was bei mir ein Gefühl von Downton Abbey aufkommen ließ. Das Familienoberhaupt Earl Fitz engagiert sich im britischen Oberhaus, dem House of Lords. Seine Schwester Maud ist Frauenrechtlerin, abwertend: Suffragette. Politische Spannungen sind da vorprogrammiert.

    Durch sein politisches Engagement unterhält Fitz Beziehungen zu Diplomaten und Attachés u.a. aus Deutschland, Österreich und Amerika. Die Männer treffen sich in England, bauen Bekanntschaften, sogar Freundschaften auf. Der Deutsche Sozialdemokrat Walter von Ulrich, der immer wieder gegen seinen konservativen Vater ankämpfen muss, verliebt sich in Fitz Schwester Maud. Walters österreichischer Cousin Robert unterstützt die beiden. Der Amerikaner Gus ist auch noch mit von der Partie, wird aber erst spät in der Handlung interessant.

    Durch seine Ehe mit der Russin Bea unterhält Fitz auch Beziehungen zum Zarenreich, in dem zwei junge Brüder durch das zaristische Regime zu Waisen wurden. Grigori musste schon früh lernen für sich und seinen jüngeren Bruder Lew aufzukommen. Während er unerbittlich für seinen großen Traum -nach Amerika zu emigrieren- schuftet, lebt Lew von einem Tag auf den nächsten und bringt sich in folgenreiche Schwierigkeiten.

    Nach und nach verschachteln sich die einzelnen Handlungsstränge der Protagonisten. Es ist ein Fest, diese Verbindungen nachzuverfolgen, noch dazu, weil auch historische Persönlichkeiten gekonnt einbezogen werden. So kann sich der Lesende über die Auftritte von Woodrow Wilson, König George V., David Lloyd George, Kaiser Wilhelm II, Trotzki und Lenin „freuen“.

    Contra: Gerne hätte ich auch noch eine französische Perspektive gelesen…aber wahrscheinlich hätte das doch den Rahmen gesprengt. Das Buch hat immerhin schon 1020 Seiten…nicht unbedingt ein Buch, dass man überallhin mitnimmt.

    Fazit

    STURZ DER TITANEN von Ken Follett ist ein opulentes Familiendrama rund um den ersten Weltkrieg (Zeit der Handlung: ca. 1911-1923)  mit differenzierten Charakterzeichnungen à la Tolstoi. Follett schreibt polithistorisch fundiert, spannend & gefühlvoll! Politische Spannungen wie in einem Politthriller, Geschlechter- und Standeskonflikte und tragische Liebesgeschichten sind vor dem historischen Setting authentisch verwebt. Dieser Roman ist eine Mahnung zum Frieden und ein Ruf nach Völkerverständigung ganz in der Tradition der Antikriegsromane, jeder sollte es lesen!

    Tipp: Der Roman wird auch grandios vertont von Philipp Schepmann (Lübbe Audio, ca. 37 Std).

     

    STURZ DER TITANEN. Die Jahrhundertsaga. | Ken Follett| aus dem Englischen von Dietmar Schmidt und Rainer Schumacher| Illustrationen von Tina Dreher| Bastei Lübbe Hardcover| 2010| 1020 Seiten| 28,00€ (erhältlich nur noch die Taschenbuchausgabe für 15,00€)

  2. Cover des Buches Der Wolkenatlas (ISBN: 9783499240362)
    David Mitchell

    Der Wolkenatlas

     (505)
    Aktuelle Rezension von: M_Rose-Everly

    Worum es in dem Buch geht:

    Es werden sechs verschiedene Lebensgeschichten beschrieben, alle in unterschiedlichen Zeiten.


    Einstieg ins Buch:

    Obwohl ich eine Vielleserin bin, fiel es mir nicht leicht, in das Buch einzusteigen. Der Erzählstil ist schon recht eigenwillig und verstrickt, weshalb ich einige Sätze noch einmal lesen musste, um hinter den Sinn zu steigen.

    Auch wenn David Mitchell sehr wortgewandt und intelligent rüberkommt, konnten sich meine Erzählungen nicht recht fesseln. Man merkt zwar, mit wie viel Hingabe der Autor über die verschiedenen Leben erzählt, aber der Funke will nicht so ganz überspringen.


    Fazit:

    Schon lange ist es mir nicht mehr so schwer gefallen, ein Buch zu Ende zu lesen.

    Insgesamt vergebe ich deshalb 2,5 Sterne.

  3. Cover des Buches Die Landkarte der Zeit (ISBN: 9783499253195)
    Félix J. Palma

    Die Landkarte der Zeit

     (623)
    Aktuelle Rezension von: OliverStein

    Die Landkarten sind ein Klassiker.

  4. Cover des Buches Wonderlands (ISBN: 9783806240726)
    Laura Miller

    Wonderlands

     (127)
    Aktuelle Rezension von: Belladonna

    Meine Meinung

    Herausgeberin Laura Miller hat in ihrer Enzyklopädie »Wonderlands« über einhundert Essays von rund 40 Autor*innen zusammengetragen und lässt mit dieser Sammlung ihre Leser*innen in faszinierende Literaturwelten aus über 3.000 Jahre Literaturgeschichte mit dem Schwerpunkt Fantasy und Science-Fiction eintauchen.

    Die Aufmachung dieser ansehnlichen Hardcoverausgaube aus dem wbg Theiss Verlag hatte sofort meine Aufmerksamkeit, erinnerte es mich doch sogleich an die brillante Veröffentlichung »Verrückt nach Karten« von Huw Lewis-Jones.

    Auf einem Zeitstrahl, welcher in fünf Abschnitte aufgeteilt ist, widmen sich die Autor*innen von »Alte Mythen und Legenden« (bis 1700) über »Wissenschaft und Romantik« (1701-1900) und »Das goldene Zeitalter der Fantasy« (1901-1945), »Neue Weltordnung« (1946-1980) bis hin zu »Das Computerzeitalter« (1981-heute) auf zwei bis fünf Seiten den berühmten Welten aus Fantasy und Science-Fiction. Natürlich lassen sich darunter auch einige nicht so bekannte Juwelen finden, also ACHTUNG die Wunschliste könnte in die Höhe schnellen!

    »Wonderlands« lässt sich am Stück genießen und die Magie unterschiedlichster fantastischer Werke im Wandel der Zeit vom Gilgamesch-Epos und »Beowulf« über Tolkiens »Der Herr der Ringe«, Barries »Peter Pan« bis hin zu Orwells »1984« und Rowlings »Harry Potter« sowie Collins »Die Tribute von Panem« erkunden, oder auch einfach als Nachschlagewerk über das Verzeichnis am Ende nutzen. Aufgrund der hochwertigen Aufmachung und der gelungenen Bebilderung (mit Autorenfotos, Buchcovern, Kartenausschnitten, etc.) ist das Buch sicherlich auch eine prima Geschenk für jeden Lesebegeisterten.

    Die Autor*innen umreißen in ihren Essays nur kurz die jeweilige Geschichte, gehen auf die Bedeutung dieser ein und man erfährt teilweise interessante Details zu den Schriftstellern. Kurzum diese knackige Art und Weise kann schnell die Lust wecken, auch in diese Wunderländer eintauchen zu wollen, ohne dass diese dabei zu viel zu verraten.

    Fazit

    Für Fantasy- und Science-Fiction-Fans eine wahre Fundgrube, die sich mit den schönsten Geschichten von Mythen über Abenteuerromane, Dystopien und Sci-Fi befasst und meinen Wunschzettel um einige »Wunderwelten« bereichert hat.

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    © Bellas Wonderworld; Rezension vom 07.03.2021

  5. Cover des Buches Das Haus zur besonderen Verwendung (ISBN: 9783492272650)
    John Boyne

    Das Haus zur besonderen Verwendung

     (167)
    Aktuelle Rezension von: tragalibros
    Mit gerade einmal siebzehn Jahren, wird der junge Georgi, nach einem Zwischenfall in seinem Heimatdorf, an den Hof des Zaren nach Sankt Petersburg gerufen. Er soll als Leibwächter des einzigen Sohnes des Zares dienen. Georgi trifft hier auch die schöne Anastasia und die beiden verlieben sich ineinander. Noch ahnen die beiden nicht, das diese Liebe auf eine harte Probe gestellt wird und welches Schicksal die beiden erwartet...

    Mit diesem Buch beweist John Boyne einmal mehr, dass er ein wunderbarer Autor ist. Der historische Roman, der das Leben der letzten Zarenfamilie aus der Sicht eines jungen Leibwächters beschreibt, kann mit viel Liebe zum Detail, Gefühl und wunderbarer Wortwahl punkten. 

    Auch die Charakterdarstellung der verschiedenen Personen ist ihm wieder wunderbar gelungen, sodass man schnell in die Geschichte eintauchen kann und gebannt den Ereignissen folgt, die hier beschrieben werden. 
    Jeder seiner Protagonisten ist mit viel Liebe gestaltet und wirkt rasch sympathisch, da viele Emotionen mit in die Beschreibung eingeflossen sind. Man möchte zusammen mit dem Protagonisten lachen, weinen und leiden. 

    Dieser fesselnde und schöne Erzählstil setzt sich auch bei den Landschaftsbeschreibungen fort. Die Örtlichkeiten sind detailliert und ansprechend zu Papier gebracht worden, sodass die Umgebung wunderbar bildhaft wirkt. Ich konnte mir alles sehr gut vorstellen. 

    Meine Bewertung fällt daher wie zu erwarten sehr gut aus. Ich bin wieder einmal begeistert, von dem eingängigen, fesselnden Schreibstil des Autors, den man schnell lesen kann, ohne den Zugang zur Handlung zu verlieren. 
    "Das Haus zu besonderen Verwendung" ist für mich eine Empfehlung wert!


  6. Cover des Buches Atlantis (ISBN: 9783453435711)
    Stephen King

    Atlantis

     (219)
    Aktuelle Rezension von: MaBoy

    Der Gedanke an den darauf basierenden Film "Hearts in Atlantis" mit Anthony Hopkins erweckt in mir stets ein Gefühl der Nostalgie. Dennoch bezieht sich der Film lediglich auf die erste Teilgeschichte des Buches. Die übrigen widmen sich dem Leben einzelner "Nebencharaktere". Leider ziehen sich die Geschichten etwas in die Länge und verlieren dabei ihre Essenz. In kürzester Zeit wirkten Einzelheiten wie im Meer versenkt.

  7. Cover des Buches American Gods (ISBN: 9780062080233)
    Neil Gaiman

    American Gods

     (106)
    Aktuelle Rezension von: Henri3tt3

    In diesem Hörspiel geht es um einen Roadtrip kreuz und quer durch die USA, um alte und neue Götter, um Liebe, Freundschaft und Familie. Die Inszenierung als Hörspiel ist perfekt gelungen. Ich habe die vielen Stunden gebannt gelauscht und dabei im Garten gearbeitet, gestrickt oder Wäsche aufgehängt. Nur bei den letzten Stunden habe ich irgendwie den Faden verloren und die Story nicht mehr verstanden. Wer war jetzt tot und wer nicht bzw. doch nicht tot oder nicht mehr tot?
    Insgesamt ist es auch eher eine Männergeschichte, denn obwohl es sehr viele Charaktere gibt, von denen einige sehr wichtig sind, spielen Frauen immer nur mehr oder weniger kleine Nebenrollen. Sie reden auch kaum miteinander. Diese Welt dreht sich nur um die Männer, dementsprechend kreisen auch die Frauen nur um die Männer. Das ist sehr schade, denn hier wurde viel Potential verschenkt.

  8. Cover des Buches Villa Conrad (ISBN: 9783442489992)
    Nora Elias

    Villa Conrad

     (20)
    Aktuelle Rezension von: jxwx

    Die Conrads sind eine sehr zwiehgespaltene Familie, sie stehen sich in in ihren Ansichten komplett gegenüber und das macht das Buch teils sehr interessant und bringt eine gewisse Spannung. Besonders schön finde ich, dass anfangs nicht der Fokus auf Hitler gelegt wird, sondern auf die Menschen, deren Gefühle und Gedanken. Das schien mir sehr authentisch. Aber weil sich g3nau das im letzten Drittel ändert, wurde ich schnell genervt von dem Buch und es würde wieder zu einem 0815 zweiter Weltkrieg Buch. Bis dahin sind die verschiedenen Lebenswege, die familiären Konflikte, der Zwang ihres Standes, die Beziehung zu den Roths und die Sichten von Sinti und Roma sehr interessant und spannendzu verfolgen.

  9. Cover des Buches Die Verwandlung der Welt (ISBN: 9783406614811)
    Jürgen Osterhammel

    Die Verwandlung der Welt

     (9)
    Aktuelle Rezension von: Andreas_Oberender

    Jürgen Osterhammels Buch "Verwandlung der Welt" unternimmt den Versuch, das in jüngster Zeit in der Geschichtswissenschaft diskutierte Konzept der Welt- bzw. Globalgeschichte von der Theorie akademischer Debatten in die Praxis der Geschichtsschreibung zu überführen. Dieser Versuch erfolgt am Beispiel des 19. Jahrhunderts. Jenseits nationalstaatlicher Blickverengungen und einer einseitigen Bevorzugung des Westens (Europa, USA) eröffnet Osterhammel auf 1.300 Seiten ein gewaltiges historisches Panorama des Zeitalters zwischen Französischer Revolution und Erstem Weltkrieg. Alle Kontinente und Kulturkreise werden berücksichtigt, schwerpunktmäßig werden indes nur Europa, die USA, China, Japan und Indien behandelt. Rußland, Lateinamerika und das Osmanische Reich tauchen gelegentlich auf; die arabische Welt und Afrika kommen am kürzesten weg. Alle Bereiche menschlicher Existenz werden in der einen oder anderen Weise thematisiert, von der Politik- und Wirtschafts- bis hin zur Sozial- und Kulturgeschichte. Es kann sich im Folgenden nicht darum handeln, detailliert auf den Inhalt des Buches einzugehen. Vielmehr soll es hier um einige allgemeine Beobachtungen gehen, die sich während der Lektüre ergeben, und vor allem um die Frage, ob das Buch dem selbstgestellten Anspruch der "Historischen Bibliothek der Gerda-Henkel-Stiftung" gerecht wird, eine "große Leserschaft" anzusprechen.

    Osterhammels enzyklopädischer Ansatz hat gravierende Nachteile. Manche Kapitel sind von stark aufzählendem Charakter und konfrontieren den Leser mit einer sehr dichten Faktenfülle, was bei der Lektüre mitunter rasch ermüdet. Über weite Strecken wirkt das Buch wie ein in Prosaform überführter Zettelkasten. Osterhammel hat sich unzweifelhaft großes Wissen angeeignet, aber müssen dem Publikum wirklich alle Lesefrüchte mitgeteilt werden? Ist wirklich alles gleichermaßen wichtig? Erweist sich die Könnerschaft eines Autors nicht auch im Auswählen und Weglassen, im Abwägen des Wichtigen und weniger Wichtigen? Müssen die Oper und der Walfang unbedingt in ein und demselben Buch behandelt werden, nur weil beide im 19. Jahrhundert eine Blüte erlebten? Einmal mehr drängt sich der Verdacht auf, daß deutsche Lektoren den Gebrauch des Rotstifts verlernt haben, vor allem wenn ihnen Manuskripte von Historikern vorliegen, die sich bereits einen Namen gemacht haben. Streichungen und Kürzungen sind dann offensichtlich nicht mehr zumutbar. Deutsche Lektoren sollten sich ihre britischen Kollegen zum Vorbild nehmen, die viel beherzter in Manuskripte eingreifen - zum Nutzen der Bücher und vor allem der Leser. Ein Buch ist kein Gemischtwarenladen und sollte deshalb nicht mit tausenderlei Dingen vollgestopft werden.

    Kurzum: Das Buch ist viel zu lang und viel zu umfangreich. Es behandelt so viele Themen und Aspekte, es eröffnet so viele faszinierende Perspektiven und gibt so viele Anregungen zum Nachdenken, daß eine einmalige Lektüre gar nicht ausreicht. Wer am Ende des Buches angekommen ist, hat vergessen, was er 1.000 Seiten zuvor gelesen hat. Um es vollauf würdigen und seinen Inhalt durchdringen zu können, müßte man das Buch mindestens zweimal lesen und dabei jedes Kapitel mit dem Bleistift in der Hand durcharbeiten. Aber welcher Leser hat heutzutage genug Zeit, um ein solches Mammutwerk mehrfach zu lesen und gründlich durchzuarbeiten? Unser aller Lebens- und Lesezeit ist begrenzt. Andere Bücher wollen auch gelesen werden. Das sollten jene Historiker bedenken, die das Publikum mit "Ziegelsteinen" von mehr als 1.000 Seiten Umfang beglücken (der gleiche Hang zu Gigantomanie und ungezügelter Weitschweifigkeit ist u.a. bei H.A. Winklers "Geschichte des Westens", Wolfram Pytas "Hindenburg" oder auch den Himmler- und Goebbels-Biographien von Longerich zu beobachten).

    Wie bei so vielen deutschen Historikern ist auch bei Osterhammel unklar, für welches Publikum er eigentlich schreibt. Wäre das Buch in einem Wissenschaftsverlag erschienen, würde sich diese Frage nicht stellen. Es ist aber in einem der bekanntesten deutschen Publikumsverlage erschienen. Einleitung und Nachwort geben jedoch keinerlei Hinweis auf das anvisierte Publikum. Studierende und historisch interessierte Laien dürften von den ständigen Sprüngen von Kontinent zu Kontinent und von Land zu Land bald überfordert sein. Mal geht es um das Osmanische Reich, ein paar Zeilen weiter aber um Japan und auf der nächsten Seite um die USA. Osterhammel bietet wenig ereignisgeschichtliche Kontextualisierung, setzt also ein immenses Vor- und Hintergrundwissen voraus. Für den durchschnittlichen Leser dürfte die Geschichte Lateinamerikas, Chinas oder Japans im 19. Jahrhundert jedoch eine Terra incognita sein. Wer hat hierzulande je vom Taiping-Aufstand gehört, der China um 1850 erschütterte? Wer kennt sich mit der schrittweisen Kolonisierung Indiens durch die Briten aus? Es ist schon schwierig genug, die Geschichte der europäischen Staaten und Rußlands im 19. Jahrhundert zu überblicken. Osterhammel stellt dies nicht in Rechnung. Er sah bei der Niederschrift offenbar einen universell gebildeten Leser vor sich, den es in der Realität natürlich nicht gibt. Bei der Vergegenwärtigung historischer Schauplätze in Ost und West schießt der Autor gelegentlich übers Ziel hinaus. Welchen Sinn hat es, die französische Kolonialarchitektur im vietnamesischen Hanoi zu beschreiben, die kaum ein Deutscher je mit eigenen Augen gesehen hat? Ohne Bildmaterial sind solche Beschreibungen nutzlos.

    Das gesamte Buch ist nicht narrativ angelegt, sondern streng analytisch und problembezogen. Es präsentiert keine Geschichte, wenn man unter Geschichte eine Erzählung versteht, die sich durch die Einheit von Schauplatz, Zeit und Akteuren auszeichnet. Es ist ein typisches "Wissenschaftlerbuch", d.h. es holt den Leser nicht dort ab, wo er steht, sondern thront auf einem hohen Podest, zu dem der Leser sich emporzustrecken hat. Wie jedes "Wissenschaftlerbuch" behandelt auch Osterhammels Buch vieles, das allenfalls für Fachhistoriker, kaum aber für das nichtakademische Publikum von Interesse ist. Das Werden und Vergehen von Imperien, die Entstehung von Nationalstaaten, interkulturelle Transfers, Kolonialismus und Zivilisierungsmissionen, Migration, die Frontier-Problematik, das Konzept der Proto-Industrialisierung - all das sind Dinge, die innerhalb der Geschichtswissenschaft debattiert werden, aber wohl kaum von Laien. Was für das nichtakademische Publikum interessant sein könnte, darüber denken deutsche Historiker generell zu wenig nach. Periodisierungs- und Definitionsfragen, wie sie Osterhammel aufwirft (Wie ordnet man das 19. Jahrhundert in die Neuzeit ein? Was ist eine Revolution? Was ist ein Imperium? Was ist Bürgertum? usw.), vermögen Fachleute zu erregen, sind für Laien aber ohne Belang.

    Fazit: Für Fachhistoriker, die das nötige Rüstzeug mitbringen, um den Inhalt des Buches angemessen verarbeiten zu können, ist Osterhammels Werk eine unerschöpfliche Fundgrube an erhellenden Einsichten und anregenden Interpretationen. Dem auf Europa spezialisierten Fachmann bietet das Buch eine großartige Erweiterung des Horizonts. Die meisten deutschen Historiker blicken noch immer zu wenig über den europäischen bzw. westlichen Tellerrand hinaus. Wer das Buch bewältigt hat, wird die Welt des 19. Jahrhunderts fortan mit anderen Augen betrachten und die zum Klischee gewordene Dichotomie vom fortschrittlichen Westen und dem rückständigen "Rest" überdenken. Ob hingegen historisch interessierte Laien Freude an diesem Buch haben, muß bezweifelt werden. Es ist eben kein "Lesebuch", kein Buch, das einen roten Faden und einen Spannungsbogen besitzt und eine in sich geschlossene Geschichte erzählt. Letztlich ist das Buch doch zu wissenschaftlich, um einen breiten Leserkreis jenseits der Fachwelt ansprechen und unterhalten zu können. Daran ändert leider auch Osterhammels angenehm einfacher und gut lesbarer Schreibstil nichts. 

    (Hinweis: Diese Rezension habe ich zuerst im März 2013 bei Amazon gepostet)

  10. Cover des Buches Gangsterswing in New York (ISBN: 9783492061650)
    Ray Celestin

    Gangsterswing in New York

     (10)
    Aktuelle Rezension von: Lesemietze

    Dieser Teil hat mir nicht so gut gefallen. Allgemein war die Reihe für mich etwas holprig. Auf der einen Seite finde ich das Setting nicht schlecht, aber einen guten Lesefluss hatte ich nie so recht.


    So geht es mir auch wieder in diesen Teil auch. Der Kriminalfall war interessant, aber so recht rein gekommen bin ich in die Geschichte nicht so recht. Ich empfand zwar die Charaktere gut und authentisch dargestellt. Nur gab es doch die ein oder andere Länge und konnte mich daher nicht wirklich überzeugen. 

    Fiktion und wahre Begebenheiten, sowie Personen, werden zwar gut mit einander verwoben, aber für mich war es dann Teils zu sehr von der eigentlichen Handlung weg.

    Über die Jahre konnte man die Entwicklung der Protagonisten verfolgen, etwas was ich ganz gut gelungen empfand.


    Insgesamt hat die Reihe interessante Cover und Titel und das Setting hat was, aber so ganz begeistern konnte mich leider keins.

  11. Cover des Buches Drachenelfen (ISBN: 9783837110081)
    Bernhard Hennen

    Drachenelfen

     (4)
    Aktuelle Rezension von: vormi
    Die Elfen sind wieder da. Großartig geschrieben von Bernhard Hennen. Aber, da ich ja die Hörbuch-Variante gewählt habe, muß ich sagen, daß 35 Stunden einer Fantasywelt zu folgen, echt anstrengend ist. Man hat einfach Schwierigkeiten, sich die ganzen Namen zu merken. Und bei einem Hörbuch fehlt leider de Möglichkeit, mal schnell zurück zu blättern. Die passende Stelle zu finden ist ziemlich aussichtslos. Den nächsten Teil werde ich wohl wieder normal lesen. Bernhard Hennens Schreibstil liegt mir, sehr. Ich habe seine Elfen- und seine Elfenritter-Reihe verschlungen.. Diese Drachenelfen-Reihe scheint noch vor den Elfen zu spielen. Es gibt immer mal wieder Anspielungen auf die langjährige Königin Emerelle und die Silberschale, in der sie die Zukunft sehen kann. Man kann das Buch aber getrost ohne Vorkenntnisse der Elfen lesen. Ich freue mich schon auf den 2. Teil um mich wieder in ein Fantasy-Reich entführen zu lassen.
  12. Cover des Buches Sturmzeit - Die Stunde der Erben (ISBN: 9783734106064)
    Charlotte Link

    Sturmzeit - Die Stunde der Erben

     (274)
    Aktuelle Rezension von: Monalisa73

    Im dritten Buch ist die Enkelin Alexandra an der Reihe, sie bekommt von ihrer Oma Felicia die große Aufgabe, deren Firma weiterzuführen. Doch schon bald muss Alex feststellen, dass sie den beruflichen Anforderungen kaum gerecht werden kann. Auch die wirtschafliche Lage, setzt sie zusätzlich unter Druck. Außerdem muss sie im privaten Umfeld so einiges außhalten und durchstehen. Leicht wird es für sie jedenfalls nicht...

    Im dritten Band fehlte mir die Fortführung des Stammbaumes, es kommen doch so manche neuen Personen hinzu und andere sterben. Was im zweiten Band super war.

    Auch bleiben am Schluss ein paar Lebensläufe unvollendet, so dass man ein bischen das Gefühl hat, die Geschichte reist irgendwo ab. 

    Die Geschichte um Felicia wird aber rundherum abgeschlossen.

    Es ist ansonsten sehr gut recheriert, was die Geschehnisse in der DDR und zur Wendezeit angeht. Man bekommt noch einmal Hintergrundwissen dazu.

     


  13. Cover des Buches Brandmal (ISBN: 9783404163021)
    Craig Russell

    Brandmal

     (65)
    Aktuelle Rezension von: Captured_Inside_Books

    Zum Inhalt:

    In dem dritten Fall von Jan Fabel färbt ein Serienmörder seinen Opfer die Haare rot und hinterlässt den gefärbten Skalp, aber keine verwertbaren Spuren. Der Fall stellt Jan Fabel und sein Team vor einige Herausforderungen, da scheinbar nichts die Opfer miteinander verbindet und es auch sonst kaum Anhaltspunkte gibt. Als sie der Lösung endlich näher kommen, gelangt Jan Fabel in eine gefährliche Situation.


    Meine Meinung:

    Nachdem mir der zweite Band um einiges besser gefallen hat als der Auftaktband, habe ich mich dazu entschieden, die Reihe weiterzuverfolgen.

    Das Cover finde ich ganz in Ordnung. Mir gefällt der Kontrast von der hellen Hand und dem schwarzen Hintergrund. Allerdings finde ich es nicht ganz so passend zur Geschichte.

    Der Schreibstil ist weiterhin nicht meins. Ich habe deshalb den Titel auch ziemlich nach hinten geschoben. Ich wusste einfach, dass ich wieder sehr lange für das Buch brauchen würde und meine Probleme haben werde.

    Meine Meinung zu Jan Fabel hat sich nicht geändert. Ich mag ihn weiterhin und finde es toll, dass man so einen tiefen Einblick in seine Gefühlswelt bekommt. Er ist auch hier sehr realistisch dargestellt und unterscheidet sich dadurch von einigen anderen Ermittlern.

    “Brandmal“ war für mich leider wieder schlechter als der zweite Teil. Da ich mit dem Schreibstil schon nicht so gut klarkomme, muss die Story das für mich wieder wettmachen. In diesem Fall konnte sie mich aber leider nicht wirklich überzeugen.

    Es wurde wieder sehr politisch und der Fall an sich konnte mich auch nicht begeistern. Die Idee mit dem Skalp und dem Färben ist zwar was Neues, aber trotzdem ist bei mir kein großes Interesse aufgekommen. Das lag unter anderem daran, dass wieder sehr viel vom eigentlich Thema abgelenkt wurde. Es gab häufiger Zeitsprünge in die Vergangenheit, es wurde viel über Politik und Archäologie und andere Dinge geschrieben. Auch wenn ich einiges davon für sich spannend finde, hat es meiner Meinung nach in dieser Geschichte zu viel Raum eingenommen und so den Fokus von dem Fall weggenommen.

    Trotzdem war der Thriller an sich nicht schlecht. Wie auch schon bei den vorherigen Bänden gefällt mir das Setting sehr gut und man merkt deutlich, dass Craig Russell gut und viel recherchiert hat.

    Auch wenn ich lange nicht wusste, wer der Täter letztendlich war, hat mich die Auflösung nicht wirklich überrascht. Aber es gibt einen Aspekt, den ich daran mega gut finde.

    Ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob ich die Reihe weiterlesen soll oder nicht. Da ich aber nur sehr ungern Reihen abbreche, werde ich wohl erstmal weitermachen.


    Fazit:

    “Brandmal“ hat mir leider wieder nicht so gut gefallen. Der Schreibstil macht mir immer noch große Probleme und die Story war dieses Mal auch nicht meins. Allerdings gefällt mir das Setting und die Charaktere immer noch.

  14. Cover des Buches Oversight (ISBN: 9780356502892)
    Charlie Fletcher

    Oversight

     (3)
    Aktuelle Rezension von: Wortmagie

    Newsletter von Verlagen sind ein praktischer Service. Sie liefern mir Informationen zu Werbeaktionen, Sonderangeboten und Neuerscheinungen frei Haus. Besonders gern lese ich den Newsletter von Orbit, in dem ich fast immer neue Lektüre aus Fantasy und Science-Fiction für mich entdecke. So wurde ich auch auf Charlie Fletcher aufmerksam. Das Cover seines Fantasy-Romans „The Paradox“ weckte mein Interesse, also recherchierte ich das Buch und stellte fest, dass es sich dabei um den zweiten Band der „Oversight“-Trilogie handelt. Der gleichnamige Auftakt, „The Oversight“, klang ebenfalls vielversprechend und landete im Februar 2016 auf meiner Wunschliste. Dort blieb es nicht lange. Im Juni zog es bei mir ein; bereits Ende August befreite ich es von meinem SuB. Ihr seht, meine Neugier auf die Geschichte war wirklich gewaltig. ;)

    Seit Jahrhunderten trennt die menschliche und die magische Welt ein schmaler Grat, ein fragiles Gleichgewicht, das strengen Regeln folgt. Es die Aufgabe der Oversight, diese Regeln durchzusetzen und Übertretungen zu bestrafen. Im Verborgenen agierend schützen sie die menschliche Welt, unerkannt und unbemerkt. Doch die Oversight ist nicht mehr das, was sie einst war. Ehemals zahlreich, sind heute nur noch eine Handvoll Mitglieder übrig. Als eines Tages ein schreiendes junges Mädchen in ihr Hauptquartier gebracht wird, glauben sie, dass ihre Gebete nach Verstärkung erhört wurden – nicht ahnend, dass das Mädchen eine Falle ist, dazu gedacht, die Oversight von innen heraus zu zerstören. Mächtige Feinde trachten danach, die Grenze zur Magie zum Einsturz zu bringen und schrecken nicht davor zurück, das Schicksal der gesamten Menschheit aufs Spiel zu setzen. Denn fällt die Oversight, fallen wir alle.

    Wie schade. Wie enttäuschend. Ich war sicher, dass mich „The Oversight“ mühelos begeistern würde. Ich glaubte fest daran, dass dieses Buch genau die richtige Lektüre für mich wäre und das Reinlesen in die Trilogie eine reine Formalität sei. Ich sah die Folgebände bereits in meinem Regal stehen. Niemals hätte ich erwartet, dass mich dieser Auftakt so gar nicht abholen würde. „The Oversight“ hat mich einfach nicht gepackt. Ich liege mit Charlie Fletcher nicht auf einer Wellenlänge. Weder sein Erzähl- noch sein Schreibstil entsprechen meinem Geschmack. Meiner Ansicht nach ist er mit Informationen viel zu geizig; er hortet die Geheimnisse seiner Geschichte eifersüchtig in dem Versuch, Spannung zu erzeugen. Für mich hat das überhaupt nicht funktioniert. Wieder und wieder verlor er mich, weil er zu wenige Erklärungen und zu wenig Konkretes anbot. Wichtige Bestandteile seines Buches zogen an mir vorbei, ohne Eindruck zu hinterlassen, da ich sie nicht verstand. Ich fand keinen Zugang und fühlte mich stets als unwillkommener Zaungast, obwohl ich von der Oversight als Institution grundsätzlich durchaus angetan war. Eine Geheimgesellschaft, die die Grenzen zwischen Menschheit und Magie schützt, ist eine fesselnde Idee und das Setting, das Fletcher für ihre Bemühungen wählte, überraschte mich positiv. Ich habe eine Schwäche für das viktorianische England und fand, dass die Oversight hervorragend in diese Zeit passt. Was jedoch fehlte, war eine nachvollziehbare Aufschlüsselung der Gesetze, die sie durchzusetzen versuchen. Offenbar müssen sich magische Wesen von den Refugien der Menschen fernhalten, doch warum das so ist und eine friedliche Koexistenz nicht im Rahmen des Möglichen liegt, erschloss sich mir nicht. Selbstverständlich sind die Sluagh und der Alp, die die Leser_innen in „The Oversight“ kennenlernen, gefährlich, aggressiv und eindeutig eine Bedrohung, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass sie die einzigen magischen Wesen in Fletchers Universum sind, genauso wenig, wie ich daran glauben möchte, dass alle nicht-menschlichen Lebensformen prinzipiell feindlich gesinnt sind. Leider impliziert Fletcher diese unrealistische, grundlegende Konkurrenz trotz der Tatsache, dass die Mitglieder der Oversight selbst keine gewöhnlichen Menschen sind. Sie besitzen übernatürliche Kräfte und unterscheiden sich daher gar nicht so sehr von den Wesen, die sie bekämpfen. Die Unterteilung in Gut und Böse erschien mir willkürlich, ebenso wie die Gesetze, unter deren Deckmantel die Oversight agiert. Wer hat die eigentlich aufgestellt? Hätte ich die Historie dieser Gesetze erfahren, hätte ich die Position der Oversight sicher besser verstanden und vielleicht auch begriffen, wieso äußere Mächte große Risiken eingehen, um ihr zu schaden. Die Motive und Ziele ihrer Gegenspieler sind mir ein Rätsel. Am Ende der Lektüre kann ich lediglich behaupten, dass die Oversight mehr Feinde als Freunde hat. Für diese Erkenntnis hätte ich aber keine 500 Seiten gebraucht.

    Ich glaube, dass die Geschichte des Trilogieauftakts „The Oversight“ in Charlie Fletchers Kopf großartig war. Leider hat er diese meiner Meinung nach nicht überzeugend zu Papier bringen können. Das Ergebnis ist ein Buch, in dem sehr viel angedeutet und angeschnitten, aber nur selten etwas konkret benannt oder erklärt wird. Ich verstehe, dass Fletcher die Neugier seiner Leser_innen anfachen wollte, indem er ihnen viele kleinere und größere Köder vor die Nase hält, doch für mich fühlte sich diese Strategie nach unnötiger Geheimniskrämerei an. Das Maß stimmte nicht, wodurch ich wiederholt das Interesse an der Geschichte verlor und mich teilweise sogar zum Weiterlesen zwingen musste. Ich hangelte mich über die Seiten hinweg, ohne jemals in sie einzutauchen. Erschwert wurde die Lektüre darüber hinaus durch den umständlichen, wenig eingängigen Schreibstil, der vermutlich zur viktorianischen Epoche passen sollte, mir allerdings nur weitere Steine in den Weg legte. Ich bin sehr enttäuscht, dass „The Oversight“ ganz offensichtlich nicht das richtige Buch für mich war, weil ich es unbedingt mögen wollte. Die Vorstellung der Folgebände in meinem Regal wird wohl genau das bleiben: eine Vorstellung.

  15. Cover des Buches Queen Victoria (ISBN: 9783806237849)
    Julia Baird

    Queen Victoria

     (65)
    Aktuelle Rezension von: Larischen

    Queen Victoria war eine außergewöhnliche Frau, die über ein komplettes Empire herrschte und letztlich sogar Namensgeberin für eine ganze Epoche wurde. Über die Persönlichkeit hinter der Königin ist bisher allerdings nur wenig bekannt.


    Julia Baird erzählt in „Queen Victoria. Das kühne Leben einer außergewöhnlichen Frau“ auf knapp 500 Seiten, was hinter der großen historischen Persönlichkeit stand.

    Man merkt, auch am ausführlichen Anhang, dass sich die Autorin wirklich sehr intensiv mit der Königin und ihrem Leben beschäftigt hat. Sie erzählt sehr detailreich und verschweigt auch nicht, wo die Schwierigkeiten bei der Rekonstruktion lagen. Denn die Erben Victorias haben natürlich versucht Einfluss auf das Bild Victorias zu nehmen und so wurden auch viele persönliche Dokumente der Königin vernichtet. An manchen Stellen liest sich das Buch aufgrund seiner Detailfülle fast wie ein Roman. Da war ich mir als Leser dann nicht mehr sicher, inwieweit sich hier Fiktion mit Realität vermischt haben. Das ist für mich in einem Sachbuch leider nicht ganz passend und daher auch mein größter Kritikpunkt.


    Im Buch sind auch viele Bilder enthalten, die in einigen Fällen zur Veranschaulichung beitragen. Das hat mir sehr gefallen, da ich es gerade bei Sachbüchern gerne mag, wenn ich auch etwas zum Anschauen habe. Noch schöner wäre es gewesen, wenn die Bilder farbig gewesen wären.


    Der Schreibstil der Autorin ist sehr eingängig. Allerdings schweift sie in den Kapiteln teilweise etwas ab. So erfährt man zwar auch viel über die Gesellschaft und politische Angelegenheiten, aber verliert ab und zu den Fokus auf Victoria. Aus meiner Sicht hätte Julia Baird noch etwas strukturierter erzählen können. Das Buch ist zwar zeitlich chronologisch gegliedert. Innerhalb der Kapitel bricht sie aber immer wieder aus. Außerdem hätten die „Abschweifungen“ vielleicht stärker kenntlich gemacht werden können.


    Insgesamt ist „Queen Victoria. Das kühne Leben einer außergewöhnlichen Frau“ von Julia Baird eine sehr umfangreiche und liebevoll gestaltete Biographie. Wer sich für die Königin interessiert, der wird hier wohl eines der umfangreichsten Werke zu ihr finden, welches auch noch sehr ansprechend geschrieben ist.

    Ich habe zwar kleinere Kritikpunkte, kann das Buch aber uneingeschränkt an Interessierte empfehlen.

  16. Cover des Buches Wenn die Liebe nicht endet (ISBN: 9783499258787)
    Charlotte Link

    Wenn die Liebe nicht endet

     (65)
    Aktuelle Rezension von: nasa

    Wenn die Liebe nicht endet von Charlotte Link ist ein historischer Roman. Ich liebe die Krimis der Autorin auch ihre historischen Romane konnten mich teilweise überzeugen. Doch das vorliegende Buch war nur enttäuschend.

    Der Schreibstil war zwar gewohnt leicht und flüssig und auch das Setting war ansprechend. Aber mich hat die Hauptprotagonistin nur genervt und teilweise wütend gemacht. Dieses Buch ist ein nie Endes Drama um Margaretha und ihre Liebe. Die Autorin hat die Geschichte in eine interessante Epoche gesetzt. So lernt man einiges über den 30 jährigen Krieg und wie es um Böhmen stand. Wie der Krieg, die Pest und die Pocken im Deutschen Reich von 1618 – 1648 wütenden.

    Dabei blieb Margaretha immer im Mittelpunkt der Geschichte und wir lernen sie Anfangs als 15 Jährige kennen die behütet im Kloster in Bayern aufwächst. Sich dann aber unsterblich verliebt und dem Mann ihrer Träume nach Böhmen folgt. Doch aus der versprochenen Ehe wird nichts und Margaretha muss sich mehr oder weniger allein durchschlagen. Dabei erlebt sie einige Abenteuer.

    Im Prinzip war das Buch okay und es hätte mir mehr Spaß gemacht es zu Lesen wenn Margaretha nicht so nervtötend gewesen wäre. Auch plätschert die Geschichte oft nur vor sich hin und man hat das Gefühl dass das Buch unnötig in die Länge gezogen wurde.

    Kurz gesagt, es gibt bessere historische aber vor allem Krimis von der Autorin.

  17. Cover des Buches Anfänge der Menschheit und Altes Ägypten (ISBN: 9783411175918)
  18. Cover des Buches Höllensturz (ISBN: 9783570553619)
    Ian Kershaw

    Höllensturz

     (16)
    Aktuelle Rezension von: wsch

    Von Ian Kershaw habe ich bereits so gut wie alle Bücher, die er über diese Jahrzehnte und die Personen, die für die Katastrophen dieser Zeit verantwortlich waren, gelesen, eher verschlungen. Weil der Autor es hervorragend versteht, die Ereignisse, die Vorgehensweisen, die Ursachen für die Katastrophen nachvollziehbar zu analysieren. Mit einem Schreibstil, der hervorragend lesbar ist.

    Mit 'Höllensturz' ist ihm ein extrem wichtiges Buch gelungen. Weil er notwendigerweise auch auf die Kriegsschauplätze, Schlachten, unvorstellbare Massaker vieler Deutschen, aber auch, was den Zweiten Weltkrieg betrifft, des russischen Militärs eingeht. Das alles steht aber nicht im Mittelpunkt der knapp 800 Seiten.

    Ian Kershaw geht es um die politischen Hintergründe, die Stimmungen in der Bevölkerung, die aus machtpolitischen Gründen getroffenen Koalitionen, Verträge, Übereinkünfte, persönliche 'Eitelkeiten' der Machthaber, die russische Revolution, Stalin, Churchill, den immensen Zulauf der NSDAP, den anfänglichen Isolationismus der USA. Ebenso wie um die kulturellen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen Auswirkungen. Die Gründe für den Nationalismus, sei es im Deutschen Reich, während des Ersten Weltkrieges, der Zeit der Weimarer Republik, und natürlich während des Zweiten Weltkrieges. Wobei der Blick des Autoren auch nach Süden, also in Richtung des italienischen Faschismus, personifiziert mit Mussolini geht.

    Es liessen sich hier noch viele weitere Blickrichtungen anführen. An einigen Stellen stellt man unwillkürlich einige grundsätzliche Übereinstimmungen zu den aktuellen Gegebenheiten fest. Zitat Seite 694, es geht um den so genannten Marshall-Plan, mit dessen Hilfe die USA auch aus Eigennutz dem zerstörten West-Europa zum einen wirtschaftlich wieder auf die Beine zu helfen. Zum Zweiten aber auch Ihre eigene Wirtschaft anzukurbeln beziehungsweise am Laufen zu halten. "Der Marshallplan war alles andere als altruistisch. Er nutzte der amerikanischen Wirtschaft ebenso wie der europäischen, denn die meisten Güter, die mit Mitteln des Plans gekauft wurden, kamen aus den USA." (Seite 692). Und zum Dritten konnte mit dem Marshallplan beziehungsweise dessen Wirkung in der breiten Bevölkerung West-Europas ein Bollwerk gegen Stalins Machtgelüste errichtet werden. Der ganz Europa unter kommunistische, also sowjet-russische Führung, besser Diktat bringen wollte. 

    "Der amerikanische Diplomat William L. Clayton, eine Schlüsselfigur hinter dem Marshallplan, traf wohl den Kern der Sache: »Das Problem mit den Briten ist, dass sie noch mit jeder Faser an die Hoffnung klammern, dass sie auf die eine oder andere Weise mit unserer Hilfe in der Lage sein werden, das Britische Empire und dessen Führung für sich zu erhalten.« Großbritannien, so George Marshall kurz und bündig, wolle zwar »von einem europäischen Programm rundum profitieren«, beharre zugleich aber darauf, »kein vollständig europäisches Land« zu sein."

    Wem kommt bei solchen, immerhin vor etwa 70 Jahren getroffenen Feststellungen nicht das Brexit-Drama in den Sinn?

    Zum Abschluss dieser paar Zeilen muss noch ein Zitat herhalten. Diesmal von der Rückseite des Buchdeckels: 

    "Die Geschichte des zweiten Dreißigjährigen Kriegs in Europa ist nie besser erzählt worden.


    So Sir Christopher Clark, Professor für Neuere Europäische Geschichte am St. Catharine’s College in Cambridge.


  19. Cover des Buches Die ZEIT - Welt- und Kulturgeschichte. Bd.2 (ISBN: 9783411175925)
  20. Cover des Buches Gesichter der Renaissance (ISBN: 9783777435817)
    Keith Christiansen

    Gesichter der Renaissance

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  21. Cover des Buches Commissaire Le Floch und das Geheimnis der Weißmäntel (ISBN: 9783896675736)
    Jean-François Parot

    Commissaire Le Floch und das Geheimnis der Weißmäntel

     (64)
    Aktuelle Rezension von: Fornika

    1761 verschlägt es den jungen Notariatsgehilfen Nicholas Le Floch nach Paris. Dank seines Patenonkels wird er direkt dem Polizeipräfekt unterstellt, der auch bald eine schwierige Aufgabe für Nicholas hat. Polizeikommissar Lardin wird der Korruption und Erpressung verdächtigt, Le Floch soll ihm heimlich auf die Schliche kommen. Doch da verschwindet Lardin urplötzlich, während die Ermittlungen ungeahnte Ausmaße annehmen.

     

    Parots Reihe um Le Floch ist schon seit Jahren sehr erfolgreich, und auch mich hat er nach etwas Eingewöhnungszeit für sich eingenommen. Die große Stärke des Autors liegt in einer sehr lebendigen Beschreibung der Stadt Paris, ihrer Bevölkerung wie auch ihrer Architektur. Selbst den Gestank der Straßen fängt er authentisch ein, zwischenzeitlich fühlte ich mich an Süskinds Parfüm erinnert. Der Autor drückt sich recht gewählt, manchmal auch unnötig altbacken aus. Daran musste ich mich erst gewöhnen, im Endeffekt passte die Sprache aber wunderbar zu den Figuren. Le Floch ist ein noch etwas ungestümer junger Mann, der im Laufe des Buches wichtige Lektionen nicht nur in seinem Beruf, sondern fürs Leben lernen muss. Ich habe seine Entwicklung gerne verfolgt, die mir immer stimmig und lebensnah erschien. Auch der Vermisstenfall entwickelt sich glaubhaft, spannend und mit vielen interessanten historischen Details, die der Autor wie zufällig einstreut. Nicholas bekommt tatkräftige Hilfe zur Seite gestellt, und so stapft man mit den Ermittlern atemlos durch den Pariser Dreck und kann gar nicht genug bekommen. Mich hat Le Floch nach kleinen Startschwierigkeiten überzeugt, und so werden auch die Folgebände bald gelesen werden müssen.

  22. Cover des Buches Schriftstellerinnen der Romantik (ISBN: 9783406465154)
  23. Cover des Buches 30ER V. CHR.: PTOLEM ISCHER KRIEG (ISBN: 9781158752218)
    B Cher Gruppe

    30ER V. CHR.: PTOLEM ISCHER KRIEG

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  24. Cover des Buches Hitler war's (ISBN: 9783746670621)
    Hannes Heer

    Hitler war's

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Jens65
    Heer setzt sich unerbittlich mit Fest auseinander, der es offenbar schaffen will, den Nachgeboren zu suggerieren: "Hitler war so groß, dass man sich als Deutscher seiner nicht mehr zu schämen braucht." Ebenso kritisch behandelt der Autor die Fernsehserie "Hitlers Helfer" des ZDF-Historikers Guido Knopp, der seine deutschnationale Meinung mit vielen Befragungen von Zeitzeugen belegt und mit Material aus Naziwochenschauen bestückt, ohne dass den Fernsehzuschauern diese Quellen bewusst werden. Die Pointe, dass die Deutschen nicht alles gewusst haben können, entlastet sie von ihrer Vergangenheit. Heer bezieht kritisch und eindeutig Stellung zu Joachim Fest und Guido Knopp. "Wie Filme die Geschichte Nazideutschlands auslöschen und neu erfinden". So genau las man das noch nie.

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