Bücher mit dem Tag "erdöl"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "erdöl" gekennzeichnet haben.

33 Bücher

  1. Cover des Buches Biokrieg (ISBN: 9783453527577)
    Paolo Bacigalupi

    Biokrieg

     (59)
    Aktuelle Rezension von: TanjaSe

    Die Grundidee hat Potential. Eine Welt, in der Biotech-Firmen infolge von Pflanzenseuchen ein Monopol über die Nahrungsmittelversorgung haben ist nicht unrealistisch. Über die kleineren wissenschaftliche Ungenauigkeiten kann man gut hinweg sehen. Das wars auch schon mit den positiven Seiten. 

    Das Setting - Thailand der Zukunft wird dem Leser so hektisch präsentiert, dass man gleich mal die Orientierung verliert. Scheinbar gar es in der Vergangenheit diverse politische Vorfälle, die nur in Nebensätzen erwähnt werden und jetzt werden aus unerfindlichen Gründen mit Algen bedeckte Sprungfedern als Energiespeicher benutzt. Die vielen fremden Begriffe machen es nur komplizierter. Ich habe das eine ganze Weile entschuldigt, da ich davon ausgegangen bin, dass der Autor Thailänder ist und der Übersetzter diese Begriffe nicht verändern wollte. Aber es stellte sich raus, dass er er Amerikaner ist und seine Leser mit Absicht verwirrt.

    Die Charaktere - Das Buch ist aus der Sicht von mindestens 4 Charakteren gleichzeitig geschrieben, von denen ein Großteil absolut unsympathisch ist. Diese machen alle eine ganze Weile einfach ihr Ding und haben wenige Berührungspunkte. Dabei werden unglaublich viele Nebencharaktere eingeführt. Die meisten von ihnen haben keine Relevanz für die Geschichte, sondern führen dazu, dass man die wenigen wichtigen Figuren nicht mitbekommt und nie wirklich eine Beziehung zu irgendwem aufbaut. Wenige Handlungen der Charaktere haben am Ende Relevanz, die meisten sind nur irgendwie dabei, wenn Dinge passieren.

    An dieser Stelle sei außerdem erwähnt, dass der Autor es für angebracht hielt, sich ein "Aufziehmädchen" auszudenken, dass genetisch darauf trainiert, ist zu gehorchen. Sie wird wie eine Art Sexpuppe verwendet, hat aber normale menschliche Gedanken, Gefühle und Fähigkeiten zu Leiden. Es gibt mindestens zwei grafische Vergewaltigungsszenen, die nichts zu irgendwas beitragen und daher eher in ein Fetisch-Genre als ins Science Fiction gehören. Man kann sich einreden, dass sie am Ende Gerechtigkeit bekommt, aber letztendlich existiert auch sie die meiste Zeit nur vor sich hin, wird Missbraucht und wünscht sich, einem gütigeren Mann zu gehören.

    Der Plot - Welcher?? Es werden zu Beginn mehrere Konflikte eingeführt. Ein Mitarbeiter einer Biotech-Firma möchte an eine Samenbank. Ein Fabrikmitarbeiter möchte eine Bauanleitung stehlen. Ein Mitarbeiter des Umweltministeriums macht sich das Handelsministerium zum Feind. Und für die erste Hälfte des Buches führt jeder mit 50 verschiedenen Leuten Verhandlungen, um an sein Ziel zu kommen. Eine Seuche bricht aus und kurz denkt man, den eigentlich Plot gefunden zu haben. Dann eskaliert plötzlich ein politischer Konflikt, der vorher halbherzig eingeführt wurde, den man aber meist überlesen hat, weil so viel anderes los war. 

    Am Ende hatten weder ich noch die Hälfte der Charaktere eine Ahnung, was eigentlich los ist. Und interessiert hat es mich auch nicht mehr wirklich. Da sich zwischendurch keine Bindung zu Charakteren oder dem eigentlich Konflikt aufbauen lies, war mir vollkommen egal, wie die Sache ausgeht. Nachdem ich das Buch nach der ersten nutzlosen Vergewaltigungsszene fast weggelegt hätte, aber die dumme Entscheidung getroffen habe, weiter zu lesen, war ich einfach nur froh, dass es vorbei war. Auch zum Nachdenken fühlte ich mich nicht angeregt. Trotz der länge des Buches wird kein Thema (Vor- und Nachteile von Gentechnik? Wissenschaft gegen Politik? Ethik genveränderter Pflanzen/Tiere/Menschen? Was auch immer die Themen eigentlich sein sollten) näher beleuchtet. 

  2. Cover des Buches Schwarzes Gold aus Warnemünde (ISBN: 9783746632827)
    Harald Martenstein

    Schwarzes Gold aus Warnemünde

     (19)
    Aktuelle Rezension von: parden
    EIN SATIRISCHER GEGENENTWURF...

    Im Herbst 1989 wird nahe der DDR-Ostseeküste ein riesiges Ölvorkommen entdeckt. Die DDR überlebt nicht nur - sie ist sogar plötzlich das reichste Land der Welt. Alles ist Gold. Wirklich alles? Nein! Zwei unerschrockene Undercover-Reporter - der Westdeutsche Martenstein und der systemkritische DDR-Bürger Peuckert - entlarven die Schattenseiten des Petro-Sozialismus. Ganz oben und ganz unten.

    Hier wird der Lauf der Geschichte einfach umgeschrieben: das Buch erzählt von einer DDR, die 1990 nicht untergegangen ist, sondern als reiche Ölnation weiterexistiert. Westdeutsche Gastarbeiter erledigen die Drecksarbeit, und das Leben vieler Prominenter ist ein bisschen anders verlaufen: Angela Merkel floh nach New York, nachdem sie in Bautzen inhaftiert war - ihr größtes Problem in der DDR war, dass es dort keinen vernünftigen Joghurt gab. Karl-Theodor Guttenberg legte seinen Adelstitel ab, um Wirtschaftsminister in Ost-Berlin werden zu können. Hartmut Mehdorn lehnte den Posten als Vorsitzender der Deutschen Bahn in der BRD ab und wurde statt dessen Vorsitzender des Computerkonzerns Robotron in Dresden. Gregor Gysi kümmert sich als Kulturminister des SED-Staats um die Neuverfilmung von DDR-Klassikern (wie beispielsweise 'Paul und Paula' mit Leonardo DiCaprio und Kate Winslet) und gibt unterhaltsame Interviews, in denen er im Grunde nichts sagt. Und Kati Witt präsentiert sich als männermordender Vamp mit einem Näschen fürs große Geld und moderiert gemeinsam mit Kai Pflaume das Ost-Dschungelcamp auf Kuba.


    "Erdöl ist der Betriebsstoff der modernen Zivilisation, der sagenhafte Goldschatz im Untergrund, die Quelle des großen Weltenbrandes. Wegen ihres Ölreichtums ist die DDR heute in gewaltige Entscheidungsschlachten involviert. Entfesselte Naturenergie contra zähmend-maßvolle Menschenkraft, weltenstürzende Besitzgier versus weltenbauende Liebe. Aber das Land will von all dem nichts wissen." (S. 177 f.)


    Die erste Enttäuschung beim Lesen kam bereits realtiv zu Beginn des Buches. Denn hier handelt es sich nicht wie von mir erwartet um einen Roman, sondern eher um eine Aneinanderreihung loser miteinander verknüpfter Beiträge in der Art einer Zeitungskolumne. Positiv zu vermerken ist, dass man den beiden Autoren attestieren muss, dass sie über ein hohes Maß an Phantasie verfügen und ihren satirischen Gegenentwurf zur Entwicklung nach dem Mauerfall konsequent durchdacht haben. Selbst die Vita der Autoren wurde auf die veränderten Ereignisse hin abgestimmt. Manche der geschilderten Ereignisse und Begegnungen waren auch ganz unterhaltsam, doch den Großteil der Berichterstattung fand ich eher anstrengend oder auch langweilig zu lesen (s. auch das Zitat). So legte ich das Buch auch nach jedem Kapitel erst einmal wieder weg, wodurch sich die Lektüre ungewohnt in die Länge zog.

    Erwartet hatte ich eine intelligente Satire. Bekommen habe ich  weniger eine Vision von etwas, sondern eher eine lose Anhäufung von Gags, die großteils von ihrem (berühmten) Personal leben à la 'Was wurde aus der und dem in der dieser DDR'? Vereinzelt wären die Artikel ganz unterhaltsam gewesen, aber in der Summe war es einfach too much. Sorry.


    © Parden

  3. Cover des Buches Die Akte (ISBN: 9783453169500)
    John Grisham

    Die Akte

     (362)
    Aktuelle Rezension von: Purzel34

    Ich liebe Justiz-Thriller und mit John Grisham kann man da nie etwas falsch machen. Ich habe bereits den Film "Die Akte" geliebt und das Buch steht dem in nichts nach. Immer wieder ein Genuss und Spannung pur.

  4. Cover des Buches Ausgebrannt (ISBN: 9783404178773)
    Andreas Eschbach

    Ausgebrannt

     (376)
    Aktuelle Rezension von: Tokall

    Der Endzeit-Thriller „Ausgebrannt“ von Andreas Eschbach basiert auf dem Szenario, dass sich in Saudi-Arabien das größte Ölfeld der Welt dem Ende zuneigt, was eine globale Katastrophe nach sich zieht. Im Zentrum dieser Geschehnisse steht der Protagonist Markus, der sich in den USA nur Mark nennen lässt, Mark Westerman. Er ist ein kompetenter, ehrgeiziger und kreativer Workaholic sowie ein Networker mit klarem Ziel vor Augen: Die Karriereleiter steil nach oben erklimmen, ein eigenes Firmenimperium gründen und dauerhaft in den USA bleiben. Doch bevor ihm das gelingt, wirft ihn ein schwerer Autounfall zurück. Er erwacht in einem Krankenhaus in Deutschland, hat künstliches Koma hinter sich und muss wieder auf die Beine kommen. Davon wird in Kapiteln erzählt, die mit dem Titel „Gegenwart“ versehen sind. Gleichzeitig erfahren wir im Rahmen von Rückblicken mehr über Marks sozialen Aufstieg in den USA und über die schicksalhafte Begegnung mit dem kauzigen, charismatischen und versessenen Karl-Walter Block, der behauptet, eine Methode zu kennen, um überall auf der Welt Öl zu finden. Markus erkennt in Block seine Riesenchance, sucht Investoren, wird mit der Investmentgesellschaft „Peak Performance Pool“ schließlich fündig, und lebt fortan auf der Überholspur, bis Block plötzlich verschwindet und sich der bereits genannte Autounfall ereignet. Nun setzt Markus nach seiner Genesung alles daran, die Methode von seinem Partner Block auf eigene Faust weiterzuentwickeln und dessen Notizen ausfindig zu machen, die ihm dabei helfen sollen. Dafür reist er wieder zurück in die USA und sucht Kontakt zu Charles W. Taggard, einem CIA-Agenten, den er mit Block bei Bohrungen in Saudi-Arabien kennengelernt hat, und der ihn bei seinem Vorhaben unterstützen soll. Mit diesem Plot allein hätte sich bereits der Inhalt eines Buchs füllen lassen, denn der Spannungsbogen wird schon dadurch aufrechterhalten, dass der Leser wissen will, wie Blocks Methode funktioniert, ob Markus sie begreifen wird und was aus Block geworden ist, doch Eschbach legt noch nach. 

    Er entwirft ein Katastrophenszenario, das mich als Leser sehr über die Erdölabhängigkeit der globalen Wirtschaft hat nachdenken lassen. In Saudi-Arabien versiegt das größte Erdölfeld der Welt und die Weltwirtschaft versinkt im Chaos. Darum geht es dann im zweiten Teil des Buches. Und mittendrin in diesem Chaos befindet sich nicht nur Markus, sondern auch seine Schwester Dorothea mit ihrem Mann Werner. Es geht bei beiden Lebensgeschichten darum, wie sich die Protagonisten im neuen Durcheinander jeweils zurechtfinden. Dabei werden auch wirtschafts- und außenpolitische Exkurse mit eingebaut, die das Agieren von Politikern in einer solchen Katastrophenszenario zeigen. Letztlich handelt der zweite Teil des Buchs von der allgemeinen Frage, ob und wie sich die Menschheit mit den neuartigen Zuständen arrangieren kann und welche neuen Technologien Auftrieb erhalten. Am Beispiel von Markus, Dorothea und Werner wird dies gut aufgezeigt.

    Was mir besonders gut an diesem Roman gefallen hat, ist die Tatsache, dass Eschbach sich viel Raum nimmt, die Figuren einzuführen und ihre Charakteristik zu entwickeln. Alle Figuren sind facettenreich und stimmig ausgearbeitet, nicht nur die Hauptfiguren Markus Westermann und Karl-Walter Block sowie ihre Beziehung zueinander, sondern auch die vielen Nebenfiguren. Da ist die Schwester von Markus, Dorothea, die mit ihrem Mann Werner ein großzügiges Haus gekauft hat, das heizkostenintensiv ist, und die dabei ist, sich einen Laden aufzubauen, der regionale Produkte anbietet. Beide rücken vor allem im zweiten Teil stärker ins Zentrum der Handlung.   Da ist aber auch die vermögende und sexbesessene Amy-Lee Wang, mit der Markus zu Beginn des Romans zusammen ist, als er sein Jetset-Leben führt. Nicht zu vergessen, ihr kalt berechnender Vater, der Markus für seine Zwecke einspannen will. Und da ist noch der vorausschauende Charles W. Taggard, der CIA-Agent, der seine Tochter verloren hat, dem Markus erstmals in Saudi-Arabien begegnet und bei dem er im zweiten Teil des Buchs zeitweise unterkommt.

    Eine weitere Stärke des Romans ist es, dass beiläufig viele sehr gut recherchierte Informationen zur Ölindustrie miteinfließen. Mit Interesse habe ich beispielsweise gelesen, wie Erdöl überhaupt erst entstanden ist, wie der globale Ölhandel vonstattengeht, wie sich Erdölreserven berechnen lassen, wie die Ölkrise in den 70ern ablief oder wie Deutschland Ölreserven anlegt etc. Auch den Exkurs zu Benzinalternativen fand ich interessant. 

    Der einzige Kritikpunkt, den ich hier anführen möchte, über den ich aber bei den vielen Vorzügen des Buches hinwegsehen kann, ist der Folgende: Es dauert lange, bis man ins Buch hineinfindet. Anfangs ist man von den vielen Zeitsprüngen, Vorgeschichten der Figuren und Exkursen zu erdölrelevanten Themen überfordert. Ich bin erst ab S. 150, zu dem Zeitpunkt, als Markus Block begegnete, richtig ins Buch hineingekommen. Man braucht also einen längeren Atem, doch dann liest sich das Buch flüssig.

     

    Fazit: Ein intelligent konzipiertes Endzeit-Szenario, das mit Markus Westermann eine reizvolle und ausgefeilte Hauptfigur aufbietet, und ein Werk mit interessanten Ausführungen zur Ölindustrie.

  5. Cover des Buches Stupid white men (ISBN: 9783492241274)
    Michael Moore

    Stupid white men

     (585)
    Aktuelle Rezension von: sunplantsky

    In dem Buch „Stupid White Men“ betrachtet Michael Moore Amerika und die Regierung Bush von einer anderen Perspektive. Er kritisiert offen und begründet dies auf nachvollziehbare Weise. Auch stellt er Fragen, deren wahren Antworten wir wohl nie kennen werden. Als Leser sollte man im Hinterkopf behalten, dass die Informationen zu bestimmten Themen mittlerweile veraltet sind. Diese Teile habe ich übersprungen, weil sie langweilten. Dennoch regt der Inhalt zum Nachdenken an, da auch parallelen zu unserem heutigen Alltag gezogen werden können, auch wenn man nicht in Amerika lebt. Unterhaltend ist auch der Humor von Moore. Kurz um, ein gutes Buch, was mittlerweile aber überholt ist.

  6. Cover des Buches Niemals - Die McDermotts (ISBN: 9783730948224)
    Marina Schuster

    Niemals - Die McDermotts

     (33)
    Aktuelle Rezension von: AnnabelleGreenleaf
    Kurzbeschreibung: 
    Eine nicht ganz alltägliche Familie aus dem südlichen Texas - das sind die McDermotts. Rose Porter, eine liebenswerte, alte Dame, hat es sich in den Kopf gesetzt, alle Familienmitglieder unter die Haube zu bringen. Zusammen mit ihrer Schwester Millie sorgt sie mit verrückten Einfällen für reichlich Aufregung in der Familie. Heißblütige Cowboys, leidenschaftliche Frauen und eine idyllische Westernkulisse laden zum Lachen, Weinen und Träumen ein. Rose Porter beauftragt den attraktiven Schürzenjäger Callan McDermott, sich während ihrer Abwesenheit um ihre Enkelin Joyce zu kümmern. Dieser ist überzeugt, das ohne Probleme zu bewältigen - er kennt Joyce noch von früher und hat sie als ein pummeliges, bebrilltes Mauerblümchen in Erinnerung. Doch Joyce hat sich verändert, und als sie auf der Ranch eintrifft, merkt Callan sehr schnell, dass diese Aufgabe seine Nerven auf eine harte Zerreißprobe stellt...


    Meine Meinung: 

    Nachdem ich die komplette "Das Lied von Eis und Feuer" Reihe durchgelesen habe, brauchte ich etwas Leichtes und Unanspruchsvolles. In dieser Hinsicht hat mich das Buch auch nicht enttäuscht. Ich brauchte nicht viel nachdenken beim Lesen, da die Handlung nicht wirklich kompliziert ist und es auch keine drastischen Veränderungen des Plots gab. 

    Anfangs fand ich diesen ständigen Kleinkrieg zischen Callan und Joyce ein wenig nervig, aber das legt sich im Verlauf der Geschichte auch wieder und umso besser haben mir dann die entspannten Stunden zwischen den beiden gefallen.

    Der Schreibstil ist einfach gehalten, was mich allerdings nicht gestört hat. 
    Meine Erwartungen hat der Roman erfüllt, doch für jemanden, der noch mehr Spannung und Action sucht, wäre das Buch möglicherweise ein wenig lahm. 
    Aufgefallen sind mir zwei bis drei Rechtschreib- und Grammatikfehler in meiner Ausgabe, aber das nur kurz am Rande erwähnt.
  7. Cover des Buches Totenmesse (ISBN: 9783492259002)
    Arne Dahl

    Totenmesse

     (95)
    Aktuelle Rezension von: lesemaus17
              Meine Rezension zu "Totenmesse"

    Klappentext: Cilla Hjelm betritt und 10:39 Uhr die Bank im vornehmen Stockholmer Viertel Östermalm. Hätte sie geahnt, was ihr bevorsteht, sie hätte einen anderen Tag für ihren Tag gewählt. Um genau 10:40 Uhr brüllen die Maschinengewehre der zwei Maskierten los, Glas splittert, und Cilla presst ihr Gesicht flach auf den Marmorboden. Was aussieht wie ein brutaler Banküberfall, entpuppt sich bald als etwas viel Ernsteres, Weitreichenderes: Die beiden russischen Bankräuber, mit denen das A-Team um Kerstin Holm un Cillas Exmann Paul Hjelm verhandelt, sind nicht auf das Geld aus. Denn plötzlich sind sie verschwunden, und ihre Spur führt bis nach Berlin und Wolgograd, bis in eine Zeit des Kalten Kriegs und der Jagd nach einer wertvollen chemischen Formel, für die viele Leute über Leichen gehen würden.

    Im ersten Moment erinnert der Klappentext von "Totenmesse" an Haus des Geldes: Zwei Maskierte, Tokio und Nairobi, beginnen, in diesem Fall in der Banknotendruckerei, um sich zu schießen. Hierbei ist man jedoch nicht auf das Geld aus, sondern auf eine chemische Formel.

    Das Buch ist äußerst spannend und sehr zu empfehlen. 
            
  8. Cover des Buches Eskandar (ISBN: 9783442471089)
    Siba Shakib

    Eskandar

     (24)
    Aktuelle Rezension von: engineerwife

    Irgendwie habe ich mich immer ein wenig gedrückt darum dieses Buch zu beginnen, obwohl mich das Thema sehr gereizt hat. Was bin ich nun im Nachhinein froh, endlich den Anstoß zum Lesen bekommen zu haben, denn das Buch stellte sich für mich, die ich sehr an der Geschichte ferner Länder interessiert bin, als wahrer Glücksgriff heraus.

    Erzählt wird die Lebensgeschichte des jungen Eskandar, der völlig verarmt im Dorf ohne Namen im Iran aufwächst. Eskandar, dessen Name in der westlichen Welt besser bekannt ist als Alexander, mutiert in seiner Verzweiflung und seinem ewigwährenden Hunger zum kleinen Helden, denn er bezwingt die angeblichen Ungeheuer und schlägt sich hinüber in die Welt der englischen Männer auf der Suche nach Naft, das wir als Petroleum kennen. Schließlich hält ihn nichts mehr in seiner alten Heimat und so wird er im Laufe seines Lebens selbst zum Entdecker. Er verdient sein Auskommen als Diener, Gärtner, Übersetzer, Fotograf und eben mit allen Jobs, die ihn und schließlich seine Familie über Wasser halten. Seine wahre Leidenschaft jedoch ist das Geschichtenerzählen und so berichtet er auf fesselnde Weise über die Entwicklungen im Iran über einen Zeitraum von vielen Jahrzehnten. Er beschreibt unzählige Notizbücher und schmückt diese mit zahlreichen Zeichnungen und später auch Fotografien „gegen das Vergessen“. Kein Geschichtsunterricht kann interessanter sein, kein Sachbuch spannender … die Autorin, vielen vielleicht bekannt durch ihr Buch "Nach Afghanistan kommt Gott nur noch zum Weinen", hat mit ihrem Roman „Eskandar“ eine wahre Meisterleistung vollbracht. Sie führt ihre Leser durch hundert Jahre Geschichte des eigentlich so reichen Landes Iran, dessen Menschen jedoch immer wieder viel Leid und Armut erleiden mussten. Geprägt durch immer wieder neue radikale Machthaber schwankte Iran stets zwischen Fortschritt und Rückschritt und man kann sich nur wünschen, dass das Land und seine Einwohner endlich Frieden finden mögen.

    Für diesen Wälzer, der sich jedoch so flüssig und eindringlich lesen ließ, vergebe ich fünf Sterne mit einem dicken Ausrufezeichen und einer unbedingten Leseempfehlung für all die Leser, die sich so für Geschichten ferner Länder begeistern können wie ich.

    Inspirieren zu ihrem Roman ließ sich die deutsch/iranische Autorin Siba Shakib übrigens von der Biografie ihres Großvaters Eskandar-Agha, die die Geschichte Irans darstellt.

  9. Cover des Buches Der letzte Tag der Schöpfung (ISBN: 9783453521216)
    Wolfgang Jeschke

    Der letzte Tag der Schöpfung

     (50)
    Aktuelle Rezension von: Tokall

    Der Roman „Der letzte Tag der Schöpfung“, geschrieben von Wolfgang Jeschke, gehört nach meinen Recherchen zu den Zeitreise-Klassikern, im Klappentext wird er sowohl von Andreas Eschbach als auch von Frank Schätzung sehr gelobt. Die Grundidee besteht darin, dass man Millionen Jahre in die Zeit zurückreist, um das arabische Erdöl mit Pipelines abzupumpen und so die Vormachtstellung der USA stärkt. Als Handlungskontext wählt Jeschke das Zeitalter der Messinischen Salinitätskrise, also einen Zeitpunkt als das Mittelmeer nahezu ausgetrocknet war. Ein Setting also, das viel verspricht.

     

    Es dauert dann aber recht lange, bis der Inhalt des Buchs „Fahrt aufnimmt“. Zu Beginn liest sich der Text wie ein Geschichtssachbuch, der Stil ist hölzern und trocken, es rückt kein Protagonist in den Mittelpunkt, der die Handlung trägt, stattdessen werden historische Ereignisse aneinandergereiht, um zu verdeutlichen, dass Artefakte gefunden wurden, die es so eigentlich nicht geben dürfte: ein gerippter Schlauch einer Atemmaske, ein stark korrodierter Jeep sowie der Prototyp eines eigentlich noch in der Entwicklung befindlichen Atomgranatenwerfers (Erinnerungen an das „Jesus-Video“ von Eschbach drängen sich auf). Die Handlung entwickelt erst dann eine Dynamik, als nach knapp mehr als 100 Seiten endlich das Unternehmen Westsenke vorgestellt wird und die Piloten Steve Stanley sowie Jerome Bannister als Figuren ins Zentrum rücken. Beide lassen sich auf eine Reise zurück in die Zeit ein, finden dann aber eine anderer Vergangenheit vor, als im Vorfeld gedacht, nämlich eine hart umkämpfte. Schon unmittelbar nach ihrer Landung werden beide mit einem Funkspruch überrascht. Und sie realisieren schnell, dass die Veränderung der Vergangenheit ungeahnte Konsequenzen für die Zukunft nach sich zieht. Denn jedes Eingreifen in die Zeit bewirkt neuartige, parallel existierende Zukunftszeitlinien, so dass die in der Vergangenheit gestrandeten Soldaten jeweils aus anderen Zukünften stammen. 

     

    Die vielen klugen Ideen, vor denen der Roman nur so strotzt, haben mich durchaus überzeugt, immer wieder wurde ich während des Lesens zum Nachdenken über verschiedene Zeitparadoxa angeregt und die politische Botschaft des Buchs hat ja immer noch nicht an Aktualität verloren. Allerdings ist es erzählerisch betrachtet, keine leichte Kost, die einem als Leser hier präsentiert wird. Man findet als Leser keinen richtigen „Draht“ zu den Figuren, stattdessen fühlt man sich eher in die Rolle eines Beobachters versetzt, der das Treiben nüchtern und sachlich von Distanz aus verfolgt. Spannung will nicht so recht aufkommen, die Charaktere bleiben blass und den Einbezug der Menschenaffen als Protagonisten, die sogar sprechen können, fand ich deplatziert und unrealistisch. Stattdessen hätte ich es spannender gefunden, wenn der Fokus mehr auf dem Duo Steve und Jerome gelegen hätte, die zusammen das ein oder andere Abenteuer hätten erleben und auch ein gemeinsames Ziel hätten verfolgen können. Auch hätte man als weiteren Handlungsstrang die möglichen Rettungsversuche aus der Gegenwart noch integrieren können. 

     

    Fazit: Ein interessantes Zeitreise-Szenario mit einem vielversprechenden Setting und klugen Ideen, aber erzählerisch schwach, weil über weite Stellen einfach keine Spannung aufkommen will und das Duo Steve und Jerome zu wenig Handlungsspielraum zugestanden bekommt. 

  10. Cover des Buches Ungewöhnliche Gefahr (ISBN: 9783455650983)
    Eric Ambler

    Ungewöhnliche Gefahr

     (6)
    Aktuelle Rezension von: Joachim_Tiele

    Ich habe diesen Thriller (!) aus der unmittelbaren Vorkriegszeit als Anfang 20-Jähriger (heute bin ich 63) zum ersten von vielen Malen gelesen. Er war es natürlich nicht allein, aber hat mit dazu beigetragen, mich zum lebenslangen Antikapitalisten und Antifaschisten zu machen. Es gibt sie, die Seite der "moralisch Guten", auch wenn zunehmend rechtes und rechtsradikales Denken (sich häufig als "Mitte" ausgebend) den gesellschaftlichen Diskurs zu beherrschen scheint. 

    Die Geschichte ist in groben Umrissen schnell erzählt: Ein eigentlich gewiefter britischer Auslandskorrespondent im Hitlerdeutschland der mittleren 1930er Jahre (als er ins Bild kommt, ist er gerade auf dem Rückweg von einem Treffen hoher Nazi-Funktionäre in Nürnberg, über das er berichtet hatte), erweist sich doch als naiv, als er von einer Zugbekanntschaft den Auftrag annimmt, ein dickes Briefcouvert, das angeblich Wertpapiere enthält, ins Ausland zu schmuggeln. Das macht ihn schnell zum Gejagten und es ist letztlich ein sympathischer sowjetischer Geheimagent, der ihm dabei hilft, sein Leben zu retten. Die (Fast-) Erstickungsszene in einem Vulkanisierwerk wurde zum vielvariierten Vorbild so gut wie aller Spionageromane in der Nachfolge Amblers.

    Ich habe noch die Originalausgabe des Diogenes-Verlags, der die deutschsprachigen Übersetzungen Amblers über Jahrzehnte betreut hatte. Inzwischen sind sie im Atlantik-Imprint des Hoffmann und Campe Verlags erschienen. Bei den meisten dortigen Neuerscheinungen haben sie die Originalübersetzungen von Walter Hertenstein übernommen, hier nicht, und ich kann die Neuübersetzung nicht beurteilen, weil eine Leseprobe auf der Verlagswebseite nicht vorhanden ist.

    Ich denke aber, dass auch die Übersetzung dem Roman sein (zumindest für mich) wichtigstes Merkmal nicht hat nehmen können: das, der (Re-)Adjustierung des politisch-moralischen Kompass' jedes Einzelnen zu dienen. "Belehrend" ist der Roman dennoch nicht, was jeder durch eigene Lektüre leicht feststellen kann...

    15.03.2020 - Joachim Tiele  

  11. Cover des Buches Die Farben des Feuers (ISBN: B07NJ6C7XS)
    Pierre Lemaitre

    Die Farben des Feuers

     (3)
    Aktuelle Rezension von: Gwhynwhyfar
    Der erste Satz: »Wurden die Trauerfeierlichkeiten von Marcel Péricourt auch durcheinandergebracht und endeten sogar auf eindeutig chaotische Weise, so begannen sie doch pünktlich.«


    Als der berühmte französische Bankier Marcel Péricourt im Jahr 1927 verstirbt, stirbt mit ihm die Epoche, die der aufrechten Geschäftsleute, die den Kunden dienen und aufrecht den Staat unterstützen. Als sich der Trauerzug in Bewegung setzt, sogar der Präsident will den Bankier die letzte Ehre geben, stürzt sein einziger Enkel, der siebenjähriger Paul, aus dem Fenster des zweiten Stocks, fällt auf den Sarg seines Großvaters. Er wird nun den Rest seines Lebens im Rollstuhl verbringen. Madeleine, die Mutter ist Alleinerbin, alleinerziehend, war den Bitten ihres Vaters nicht nachgekommen, Gustave Joubert, den Prokuristen der Bank zu heiraten, den er gern als Schwiegersohn und Erben betrachtet hätte. Frauen haben zu dieser Zeit nichts zu sagen, ihre Ehemänner bestimmen vollständig ihr Leben. Und als das Testament verlesen wird, ist Charles Péricourt, Madeleines Onkel, der ständig in Geldsorgen steckt, doch überrascht. Er erbt lediglich ein paar Kröten, die nicht ausreichen, seine Schulden abzuzahlen, noch kann er seine unendlich hässlichen und dummen Zwillinge nicht ohne gute Mitgift unter die Haube bringen. Sein Bruder hatte ihn zwar in der Politik gut positioniert, doch einer Frau das Familienunternehmens zu überlassen, trifft seine Ehre und bedeutet finanziell seinen Niedergang. Gustave Joubert geht davon aus, dass die junge, hübsche Frau vernünftig ist und nun zu einer Heirat bereit, denn eine Frau hat doch keine Ahnung, wie man die Geschäfte einer Bank führt! Doch Madeleine sieht es gar nicht ein, ihre Freiheit aufzugeben. Sie verhilft ihrem Liebhaber André Decourt, der zur schreibenden Zunft gehört, zu einem guten Job bei einer Zeitung, indem sie der Zeitung sein Gehalt bezahlt. Joubert führt die Bank, das ist sein Job, für den er bezahlt wird, was sollte man daran ändern?

    »Madeleine kaute an einem Fingernagel, während sie das Haus musterte, ja, das ist richtig, murmelte sie, dann wechselte sie überfordert das Thema. Stundenlang widmete sie sich unwichtigen Details, auf der Titanic hätte sie angefangen, die Liegestühle neu zu streichen.«

    Für Gustave Joubert platzt der Traum vom Wohnen in der Traumvilla, eine Bank als Eigner zu leiten und Charles Péricourt steckt weiter in Geldnöten, da ihm Madelaine einen Kredit verweigert. Gedemütigte Männer – alles wegen einer dummen Frau! Und so tun sich die beide zusammen, um Madeleine trickreich Bank, Vermögen und Villa abzuknöpfen. André Decourt ist gegen Ruhm und Bares mit im Spiel der Intrigen. Madeleine ist schnell bankrott, weil sie hereingelegt wurde, eine Tatsache, die sie sofort kapiert. Sie erfährt zu alledem noch, warum Paul aus dem Fenster sprang, eine weitere herbe Enttäuschung, die ihre Wut zum Glühen bringt. Zunächst am Boden zerstört, sinnt sie nach Rache an all diesen Männern. Mit legalen Mitteln ist das natürlich nicht zu erreichen. Und so begibt sie sich in kriminelle Kreise, ersinnt ihren eigenen Plan, diese Männer zu zerstören. Kein Deal ist ihr zu schade, zu schmutzig, das Ziel ist der Weg.

    In diese Geschichte sind fein eingewoben historische Ereignisse der Zwischenkriegszeit: Wirtschaftskrise, Machtübernahme in Deutschland, der Duce in Italien, die hohen Herrschaften Frankreichs raffen, was das Zeug hält, Steuerbetrug steht an der Tagesordnung, Journalisten lügen für Geld. Ein feiner Herr aus der Winterthurer Bank ist gern behilflich mit Nummernkonten, eine neue diskrete Form der Geldanlage. Das Volk ist erzürnt, die Nationalisten schwingen laute Worte. Die ersten Wolken zum Zweiten Weltkrieg ziehen auf. Mehr möchte ich hier nicht verraten: selbst lesen oder hören! Die Stimmung der Zeit wird gut transportiert, fühlbar. Leider spürt man auch die Nähe zur heutigen Zeit, die Gier der Großen, die sich im Zweifelsfall mit ihrem Geld verpieseln, großspurige Klappen, die zum Nationalismus aufrufen.

    »Man holte den Senator von Belfort und den des Haut-Rhin aus dem Bett, man weckte einen Vicomte bei seiner Geliebten. Man bat den Automobilkonstrukteur Monsieur Robert Peugeot, den Möbelfabrikanten Monsieur Lévitan, den Vertreiber von Finanzwerbung Monsieur Maurice Mignon respektvoll, ihre Türen, ihre Büros, ihre Schubladen und ihre Buchhaltung zu öffnen. … Die Bischöfe waren würdevoller, der von Orléans tat, als empfinge er seine Schäfchen und bot Kaffee an. … Erzbischof Baudrillart, Mitglied der Académie Française, hüllte sich in seine Würde.«

    Der französische Schriftsteller Emil Zola zeigte uns das Böse im Menschen, schnörkellos, zu jeder Gemeinheit fähig, wenn die Emotion ihn treibt oder die Gier. Pierre Lemaitre schreibt auf gleiche Weise. Ohne jemanden zu richten, zeigt er, wozu ein Mensch fähig ist in seiner Verletztheit, in seiner Unersättlichkeit, in seinem Streben nach Ruhm und er zeigt das Böse an sich. In diesem Roman ist niemand gut, bis auf Paul. Spannend und historisch gut recherchiert, kriminell, ist dies eine Geschichte, die einen Sog entwickelt schon aufgrund des wirklich sehr durchdachten Plots. Dieser Roman macht süchtig. Wer das Hörbuch wählt, kann sich freuen, denn Torben Kessler legt mit seiner Art zu lesen weitere Akzente von Verderbtheit und schwarzem Humor hinein, ein wunderbares Hörerlebnis.

    »Wir sehen uns dort oben« ist der erste Teil zu einer Trilogie (hatte ich nicht mitbekommen, aber das Buch steht ewig auf meiner Leseliste – wird natürlich nachgeholt), mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet und bereits verfilmt. Pierre Lemaitre, geboren 1951 in Paris, ist Autor mehrerer preisgekrönter Romane und Kriminalromane. 
  12. Cover des Buches Atlas der Globalisierung (ISBN: 9783937683249)
    Philippe Rekacewicz

    Atlas der Globalisierung

     (8)
    Aktuelle Rezension von: thursdaynext
    Must have Atlas . Zum kurz mal nachlesen, links suchen , apropos links , ja das Teil ist leicht Links . enthält aber Fakten, Fakten, Fakten ist informativ, erweitert die eigene Weltsicht und ist abgesehen von den vereinzelt handgemalten , colorierten Karten (was soll der Sch....?) qualitativ hochwertig. Inhalt : Kapitel 1) Neue Weltkunde 2) Kapitalismus in der Krise 3) Die Zukunft der Energie 4) Viele Hauptstädte viele Ansichten 5) Kompliziertes Afrika 6) Ungelöste Konflikte Fundiertes Sachwissen zum aktuellen Welterständnis . Vor Fukushima , daher muss Japan evtl . neu bearbeitet werden.
  13. Cover des Buches Salzstädte (ISBN: 9783453350199)
    Abdalrachman Munif

    Salzstädte

     (29)
    Aktuelle Rezension von: Jari
    Salzstädte sind Orte, an denen man nicht dauerhaft leben kann und in diesem Sinne erzählt Abdalrachman Munif vom Einfall der Amerikaner in ein bis dato ruhiges Dorf. Der Grund dafür: Öl. Mit dem Versprechen, dass alle Bewohner reich werden würden, werden die Familien entwurzelt, umgesiedelt und die Männer als Arbeitskräfte in Lager gebracht.
    Dieses Buch ist der erste Band einer fünfteiligen Saga der arabischen Geschichte und zeigt kritisch auf, was die Ölförderung für Opfer brauchte. Dieser unverstellte Blick auf Geschehenes sorgte dafür, dass dem Autor seine saudi-arabische Staatsbürgerschaft entzogen wurde. Munif ist unangenehm, denn er weiss auch, wovon er berichtet, arbeitete er selbst doch ebenfalls in der Ölindustrie.
    Trotz der Wichtigkeit dieses Werkes hatte ich meine liebe Mühe damit. Nicht, dass es zäh gewesen wäre, eher im Gegenteil. Das Buch war mir persönlich leider zu aussenstehend. Wir begegnen vielen Figuren, jedoch erobert sich keiner wirklich den Platz als Hauptfigur. Somit fehlte mir ein roter Strang, der mich in diese harte Realität hineingezogen hätte.
    Dennoch bleiben mir die Schilderungen im Kopf. Wie sich das Leben dieser einfachen Leute von heute auf morgen ändert und keiner fragt sie nach ihrer Meinung. Die Amerikaner sind ihnen fremd, ihr Verhalten ergibt keinen Sinn. Versprechungen werden gemacht, aber nicht gehalten.
    Auch wenn es vielleicht eher unwahrscheinlich ist, dass ich die anderen vier Teile ebenfalls lesen werde, so war es dennoch eine aufschlussreiche Lektüre. Es bietet einen tiefen Einblick in die arabische Seele und hilft dabei, Zusammenhänge zu sehen, die bis ins 21. Jahrhundert hineinreichen.
    Mein einziger grosser Kritikpunkt ist, dass die weibliche Perspektive fast gänzlich fehlt. Frauen kommen anfangs gegen Ende am Rande kurz vor, ansonsten sind alle handelnden Charaktere männlich. Dies kann man damit erklären, wie die Familienstrukturen aufgebaut sind und dass vor allem Männer in der Ölförderung arbeiten. Aber trotzdem sind diese Männer doch irgendjemandes Söhne, Brüder, Ehemänner…
    Ja, es hätte mich auch sehr interessiert, wie die Frauen mit dieser Katastrophe umgegangen sind bzw. sich mit diesem neuen Leben abgefunden haben. Denn schliesslich wurden nicht nur die Männer entwurzelt, sondern auch die Frauen des Volkes.
  14. Cover des Buches Black Monday (ISBN: 9783548281032)
    R. Scott Reiss

    Black Monday

     (110)
    Aktuelle Rezension von: LauraWhite

    Leider war das Buch super enttäuschend, hätte ich nicht den Ehrgeiz, jedes Buch welches ich beginne zu Ende zu lesen, hätte ich dieses definitiv weg gelegt. 

    Das Buch hat kaum Spannung beinhaltet, nur seitenlange langweilige mikrobiologische Erläuterungen die dem Leser in dieser Größe überhaupt nicht interessieren, der Hauptcharakter war mir dazu auch noch total unsympathisch: Ein Held, der unbedingt alles auf eigene Faust machen muss und dann natürlich als Retter der Welt da steht. Es war von vornerein klar, wie die Geschichte ausgehen wird, was sich dann auch selbstverständlich bewahrheitete. Mir fehlte immer wieder die ganzheitliche Beleuchtung der Situation, ganz oft habe ich mir gedacht "War ja wieder klar... natürlich", es werden super viele Klitschees bedient. Und ehrlich gesagt war ich zwischendurch richtig genervt. Natürlich ist es eine Dystopie, aber es wurden einige selbstverständliche logische Handlungen einfach außen vorgelassen, "weil sie nicht zur Geschichte passten". Aber jeder normal denkende Mensch hätte zu erst so und so gehandelt - aber das passte dem Autor nicht in die Story. Somit gab es auch noch große logische Fehler. Weshalb dann vieles wirklich realitätsfern war und einfach unrealistisch. Als ob der Mann der all das Chaos zu verantworten hat, völlig naiv grinsend auf die Soldaten zu geht und denkt die wollten mit ihm zu Abend essen.. also wirklich, hatte der Autor dann auch keinen Bock mehr oder was?

    Alles in allem würde ich dieses Buch keinem empfehlen: Voraussehbar bis ins kleinste Detail, absolut gar keine Spannung, ernüchternde fachmännische Erläuterungen, unsympathische Charaktere (der typische perfekte Held, der alleine die ganze Welt rettet), klischeehaft, logische Fehler und zum Teil völlig unrealistisch. Einziger Pluspunkt: Die Beschreibung des Zusammenbruch der Gesellschaft, das vor Augen führen unserer Abhängigkeit. Und was man dem Autor lassen muss, ist, dass er auf jeden Fall gut recherchiert hat. Man könnte meinen er wäre eher Mikrobiologe als Autor. Aber ansonsten..tut mir Leid, das Buch kommt weg!

  15. Cover des Buches Das Geheimnis des Schneemädchens (ISBN: 9783734100574)
    Marc Levy

    Das Geheimnis des Schneemädchens

     (36)
    Aktuelle Rezension von: Neuneuneugierig
    Marc Levy hat mich mal wieder auf eine Tal- und Bergfahrt der Gefühle mitgenommen. Gespickt mit - selbstverständlich bei seinen Geschichten - viel Liebe und etwas Mystik, >>schwebend über dem Grab trifft er Knopf<<.
    Politisch, wirtschaftliche Vertuschung basierend auf tatsächlichen Geschehnissen versponnen zu einer sich über 46 Jahre dauernder Verstrickung diverser Liebenden und  Verfolgungen über Kontinente hinweg.  
  16. Cover des Buches Schwarzes Gold (ISBN: 9783867542487)
    Dominique Manotti

    Schwarzes Gold

     (11)
    Aktuelle Rezension von: DunklesSchaf

    „Die Enkelin eines südafrikanischen Milliardärs spielt mit einem alten Waffenschmuggler im Casino, vergewaltigt ihren Cousin, der ein Krieger ist und sich zu verteidigen wissen sollte, und verkauft einen zerrissenen Bettüberwurf für dreitausend Dollar an einen Freund der Familie. Ich komme da nicht mit.“ (S. 229)

    Ich komme da auch nicht mit.
    Dominique Manotti habe ich zum ersten Mal in „Ausbruch“ erlebt und fand das Buch grandios, als nächstes lief mir „Abpfiff“ über den Weg und trotz des für mich überhaupt nicht interessanten Themas Fussball, konnte mich die Grande Dame des Roman noir wieder für sich gewinnen. Nun also „Schwarzes Gold“, ein Krimi über Erdöl. Naaa, auch das Thema lockt mich jetzt nicht hinter dem Berg hervor, aber es ist eben ein Manotti. Da muss man schon mal vorab Freudensprünge machen, die man dann während und nach der Lektüre fortsetzt. Denn Manotti hat es wieder geschafft. Sie hat mir ein für mich völlig uninteressantes Thema in ihrem prägnant knappen Stil und mit einem jungen Daquin nicht nur näher gebracht, sondern so komplex und durchdringend erzählt, dass es mich jetzt noch erfreut zittern lässt.
    Ich komme da nicht mit. Wie schafft sie das nur?

    Commissaire Daquin ermittelt in seinem ersten Mordfall im Marseille: in Nizza wurde der bekannte Marseiller Geschäftsmann Maxim Pieri vor dem Casinoeingang mit zehn Kugeln niedergestreckt. In der Vergangenheit sagte man Pieri Kontakte zur Unterwelt nach und so vermutet die Staatsanwaltschaft eine Abrechnung. Doch zwei Tage später wird Pieris Stellvertreter erschossen und auch der Kapitän eines Frachters der Somar, Pieris Frachtunternehmen, stirbt kurz darauf. Daquin glaubt nicht an eine alte Abrechnung und beginnt in Pieris Privatleben, aber besonders in seinem Geschäftsleben zu schnüffeln. Doch Daquin, gemeinsam mit zwei ortsansässigen Ermittlern, bleiben nur 15 Tage Zeit, um das Rätsel zu lösen, da die Staatsanwaltschaft den Fall zu den Akten schieben will und ein Schnellverfahren eröffnet hat.

    Commissaire Daquin ist mir schon aus „Abpfiff“ bekannt, auch zwei weitere Krimis mit ihm sind schon erschienen. Die Besonderheit diesmal ist, dass wir uns Anfang der 70er Jahre befinden und Daquin in Marseille seinen ersten Posten, nach Studium, Polizeihochschule und einem Jahr in Beirut, antritt. Die Stadt ist ihm fremd, nicht nur unter den Kollegen ist es ein Geklüngel, es scheint, als Fremder ist es ihm nicht möglich, in die Strukturen der Stadt einzutauchen. Grimbert und Delmas, die beiden ihm zugeordneten Marseiller Polizisten, beäugen ihn kritisch und er sie, doch letztendlich knobeln sie alle an dem Fall und keiner glaubt an die einfache Lösung des Staatsanwalts. Daquins Scharfsinn ist auch in jungen Jahren schon vorhanden, nur die Unkenntnis der Staat, der Verbrecher, die hier leben, die Art der Leute, behindern ihn solange, bis er Grimbert und Delmas vertrauen kann.

    1973 – die French Connection wurde gerade zerschlagen, die erste Ölkrise kündigt sich an. Noch haben die „Sieben Schwestern“ die Macht über den Ölpreis, doch OPEC positioniert sich. Natürlich gibt es auch Klüngeleien nebenbei, jeder versucht ein Stückchen vom „Schwarzen Gold“ für sich zu sichern. Ein Firmengeflecht, welches ein amerikanischer Geschäftsmann aufgebaut hat, scheint undurchdringlich. Er jongliert mit Ländern und Geldern, die er nicht hat, er spekuliert und schachert. Wenn da mal der ein oder andere nicht hineinpasst, wird sich um das Problem schon gekümmert. Beim Geschäft mit dem Öl winken Millionen, ach was, Milliarden.
    Ausgeklügelt und verschlungen sind die Pfade, die Manotti hier einbaut, mit Wissen und Geschichte der Wirtschaft und des Verbrechens der 70er gefüllt. Ein Verwirrspiel über südafrikanische Minen, Schweizer Banken und iranische Scheichs, im Zentrum Marseille und eine schöne Frau. Wissen und Geschichte, noir verpackt. Bitte mehr davon!

    Fazit:
    Ein komplexes Lesevergnügen, wirtschaftspolitisch brisant, literarisch kurz und prägnant. Ein Manotti eben. Unbedingt lesen!

  17. Cover des Buches Atlas der Globalisierung (ISBN: 9783937683072)
    Le Monde diplomatique

    Atlas der Globalisierung

     (6)
    Aktuelle Rezension von: Brentini
    Gut, sachlich und sehr informativ, aber auf eine nette und unkonventionelle Art dargestellt und geschrieben. Tolle Grafiken und Karten zeigen die Entwicklung der Globalisierung durch das gesamte 20. Jh.
  18. Cover des Buches Der erste Sohn (ISBN: 9783844513769)
    Philipp Meyer

    Der erste Sohn

     (7)
    Aktuelle Rezension von: engineerwife
    Auf dieses Hörbuch, ungekürzt gelesen, hatte ich mich richtig gefreut, da mich die Entstehungsgeschichte der Vereinigten Staaten von Amerika, in diesem Fall Texas, sehr interessiert. Umso enttäuschter habe ich nach ca. einem Drittel der Geschichte aufgehört. Das Hörbuch, gelesen von drei verschiedenen Sprechern, die jeweils eine Person aus einer unterschiedlichen Generation verkörperten, war für mich eine langweilige, manchmal auch leicht verwirrende Aneinanderreihung von Ereignissen. Ich konnte keine Mitgefühl entwickeln mit dem jungen Eli und seiner Familie obwohl ihnen Schlimmes widerfahren ist. Ich hatte einfach keine Lust mehr, mich noch länger durch die Geschichte zu quälen, sehr schade.
  19. Cover des Buches Der Fengshui-Detektiv im Auftrag Ihrer Majestät (ISBN: 9783293406001)
    Nury Vittachi

    Der Fengshui-Detektiv im Auftrag Ihrer Majestät

     (11)
    Aktuelle Rezension von: Jari
    Inhalt: Es hätte alles so perfekt werden können! Ein Riesengeschäft und jede Menge Geld für Fengshui-Meister C.F. Wong. Doch scheinbar haben es die Götter nicht gut mit dem alten Mann gemeint, das Geschäft mit den Markern ist fehlgeschlagen und nun muss Wong innerhalb kürzester Zeit jede Menge Geld auftreiben. Der Auftrag, der unerwartet ins Haus flattert und von ganz Hoch oben stammt, nämlich aus dem englischen Königshaus, scheint die Rettung zu sein! Und verspricht Aussicht, auf guten Verdienst. Das sind auch die Gründe, weswegen Wong sich ausnahmsweise dazu bereit erklärt, ein Flugzeug zu fengshuien. Doch handelt es sich hierbei nicht um irgendein Flugzeug, sondern um ein modernes Modell der Superklasse, das grosse Diskussionen zwischen Umweltschützern und Energieproduzenten nach sich zog. Als im Flugzeug jedoch ein leitender Mitarbeiter der Firma BM Dutch Petroleum ermordet wird, steht der ganze Auftrag plötzlich Kopf. Denn der angebliche Täter, ein Umweltaktivist, ist ein Freund von C.F. Wongs Assistentin Joyce, die fest an Pauls Unschuld glaubt. Dann taucht auch noch ein weiterer Untergebener Ihrer Majestät auf, der Wong und Joyce damit beauftragt, ebendiese Unschuld zu beweisen. Doch auf dem Flug von HongKong nach London geschieht ein grosses Unglück, das nicht nur Wong und Joyce das Leben kosten könnte... Meine Meinung: "Der Fengshui-Detektiv im Auftrag Ihrer Majestät" ist ein weiteres Werk aus der Feder des asiatischen Autoren Nury Vittachi. Wie auch "Der Fengshui-Detektiv und der Computertiger" (siehe Eintrag vom 24.02.2010) dreht sich das Buch um den Fengshui-Meister C.F. Wong und seine pubertierende Assistentin Joyce und wie auch schon jenes Buch der Reihe, besticht "Der Fengshui-Detektiv im Auftrag Ihrer Majestät" vor allem durch Humor und eine gute Portion Ironie. Vittachis Antiheld Wong ist ein Meister, der lieber an sein eigenes Wohl (und Portemonnaie) denkt, als an andere. Jedoch unterhält man sich als Leser blendend, wenn sich Wong über Europa Gedanken macht (alle paar Meter explodierende Autos, alle sehen wunderschön aus etc.) und so Einiges bezüglich der englischen Königsfamilie durcheinander bringt. Auch die Wortgefechte mit Joyce sind herrlich zu lesen und machen das Buch zu einem weiteren unterhaltsamen Begleiter, wie auch die anderen Bücher aus der Reihe. Vittachi versteht es ausgezeichnet, Humor, Krimi und fernöstliche Weisheiten in ein Buch zu packen. Das Lesen geht wie von selbst und viel zu schnell ist das Buch auch schon zu Ende. Leider ist dieses Ende etwas sprunghaft und überaus sentimental, was man aber als einzigen Minuspunkt verbuchen kann. Das Buch macht mächtig Laune auf die volle Portion HongKong und China, ebenso auch auf asiatisches Essen, das in keinem Titel der "Fengshui-Detektiv"-Reihe fehlen darf. Fehlen dürfen natürlich auch die liebgewonnen Personen nicht, die man alle schon kennt, ob Wong, Joyce, Winnie oder Sinha, sie alle tauchen wieder auf. Wer neu in die Reihe einsteigt, wird keinerlei Probleme haben, die Charaktere kennen zu lernen, da sie wie in jedem Buch beschrieben werden und auch ihre Hintergründe nochmals Erwähnung finden. Jedoch lernt man alle Personen mit jedem neuen Buch etwas besser kennen. Auch wer keine Ahnung von Fengshui und dem fernen Osten hat, sollte sich nicht scheuen, Vittachis Bücher zu lesen, denn auf unterhaltsame, lockere Art findet man dank Wong einen guten Einstieg in die eine oder andere Praktik und Technik. Man muss es selbst ja nicht in die Tat umsetzen. Fazit: "Der Fengshui-Detektiv im Auftrag Ihrer Majestät" ist ein weiterer Titel um C.F. Wong, der vor allem alten Freunden der Serie Freude bereiten wird. Aber auch Neueinsteiger werden sich in der uns eigentlich so fremden asiatischen Welt bald heimisch fühlen. Wer abgedrehte, unblutige Krimis mag und auch gerne humoristische Titel liest, sollte unbedingt einen Blick in eines von Vittachis Werke werfen. Wenn man sich dann auch noch für Fengshui und die asiatische Küche interessiert, kann eigentlich gar nichts mehr schief gehen.
  20. Cover des Buches Combustion (ISBN: 9783527333516)
    Maximilian Lackner

    Combustion

     (3)
    Aktuelle Rezension von: HerbertHudritschek
    Dieses Buch ist eine sehr gut geschriebene Einführung in das Thema "Verbrennung" und Energietechnik, mit zahlreichen Abbildungen und Fotos.
  21. Cover des Buches Erdman Crash 81 der große Schock, Krüger, 416 Seiten (ISBN: B002HESWX4)
  22. Cover des Buches Schwarzbuch Öl (ISBN: 9783548369952)
    Klaus Werner-Lobo

    Schwarzbuch Öl

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  23. Cover des Buches Chemie die uns angeht (ISBN: 9783570084984)
    Gerhard Wegner

    Chemie die uns angeht

     (0)
    Noch keine Rezension vorhanden
  24. Cover des Buches Das Totenfeld (ISBN: 9783423213837)
    Michael Gruber

    Das Totenfeld

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks