Bücher mit dem Tag "erfinder"
77 Bücher
- Erich Kästner
Fabian
(339)Aktuelle Rezension von: LolyZum Inhalt:
Dr. Jacob Fabian ist Germanist und arbeitet als Werbetexter in Berlin. Er stürzt sich in erotische Abenteuer, trinkt mit Reportern und versucht, im stürmischen Treiben der Großstadt an seinen Idealen festzuhalten. Doch die Stadt bewegt sich im Zickzack und die demokratischen Grundlagen der Weimarer Republik geraten zunehmend ins Wanken. Als Fabian die junge Anwältin Cornelia in einem Bildhaueratelier kennenlernt, verändert sich sein Leben und die beiden verlieben sich – doch ihre Liebe soll nicht von Dauer sein.
Mein Eindruck:
Ich habe in diesem Wintersemester ein Seminar zu Erich Kästner belegt und dafür dieses Buch gelesen, doch das Cover ist mir schon eine ganze Weile vorher gelegentlich in der Buchhandlung aufgefallen, weswegen es mich gefreut hat, es auf der Lektüreliste zu finden.
Besonders nach ‚Emil und die Detektive und Emil und die drei Zwillinge‘ und ‚Das fliegende Klassenzimmer‘ war ich gespannt darauf, wie anders Kästner für seine erwachsene Leserschaft geschrieben hat und ein Unterschied war definitiv erkennbar. Wo in seinen Kinderbüchern die Hoffnung und die Kraft des Guten einen großen Raum einnehmen, ist diese in ‚Fabian‘ so gut wie gar nicht zu finden. Mir ist bewusst, dass es sich um eine gesellschaftskritische Perspektive handelt und es gefiel mir, wie unverblümt er manche Umstände und Situationen geschildert hat. Doch irgendwie wurde die triste Atmosphäre, in der selbst die kleinste Flamme der Hoffnung sofort erlischt, nach einigen Seiten langweilig und fade. Sie deprimierte und frustrierte mich, da Fabian kein flacher, schlecht konstruierter Charakter ist. Er hätte die Umstände, die seinen Alltag geprägt haben, definitiv verändern können, wenn er es genug gewollt und die Energie dafür aufgebracht hätte.
Fabian hat interessante Ansichten in Bezug auf das Leben und die Gesellschaft, deshalb war es für mich nicht ganz verständlich, warum er tatenlos zugesehen hat, wo er doch genau wusste, was die Probleme sind. Das hat die Authentizität seiner Ideale für mich aufgehoben, denn er hat sich so verhalten, als wäre die Tatenlosigkeit zu bequem für ihn und die Aussicht auf Besserung seine Energie nicht wert. Es hat den Eindruck erweckt, er würde sich dieser Welt, die er kritisch betrachtet, nicht wirklich zugehörig fühlen – als wäre er ein unbeteiligter Beobachter.
Genau da hat Kästner meiner Meinung nach alles richtig gemacht, denn die Geschichte hat mich mehrmals zum Nachdenken angeregt. Gleichzeitig hat es sich für mich so angefühlt, als hätte er es sich mit diesem Werk zu leicht gemacht und als würde ein bedeutender Teil zur endgültigen Vollendung fehlen. Hier sollte ich erwähnen, dass ich die zensierte Version und nicht ‚Fabian oder Ein Gang vor die Hunde‘ gelesen habe. Vielleicht würde meine Einschätzung anders ausfallen, hätte ich diese Version gelesen – wer weiß.
‚Fabian‘ zu lesen war auf jeden Fall interessant, besonders im Hinblick auf den Kontrast zu seinen Kinderbüchern. Kästners Schreibstil strahlt eine gewisse Intelligenz aus, was mir sehr gut gefällt, doch in diesem Werk hat mir, wie bereits erwähnt, einfach etwas gefehlt, um es genauso gut finden zu können, wie die anderen Bücher, die ich bereits von ihm kenne. An Fans seiner Arbeit würde ich es auf jeden Fall weiter empfehlen.
(https://book-souls.com/2025/05/19/fabian-von-erich-kaestner/)
- Lisa Rosenbecker
Malou - Diebin von Geschichten
(88)Aktuelle Rezension von: Lubig2Genialer Plott!
Das Universum - Verzeihung, das Litersum dieses Buches ist sehr ausgereift und sprüht nur so vor Ideen. Ich mag die Annahme, dass die diversen Buchwelten lebendig sind und besucht werden können. Auch finde ich es sehr spannend, wie die Autorin sich die Verbindungen zwischen realen Menschen und Buchcharakteren vorstellt.
Diese Bureals haben unterschiedliche Kräfte und Malou ist als Anti-Muse eine davon.
Malou ist mir sehr sympathisch. Sie macht ihren Job als Anti-Muse nur ungern und unter Gewissensbissen. Als dann die Leute, für die sie Aufträge erhalten hat, in Schwierigkeiten geraten, nimmt die Geschichte Fahrt auf.
Durch einen dummen Zufall gerät sie ins Visier von Scottland Yard.
Und schon bald überstürzen sich die Ereignisse. Ausgerechnet Lansbury, der sie erst als Verdächtige ins Spiel gebracht hat, soll sie beschützen.
In sehr gut durchdachten Aktionen und in angenehmer Sprache zündet Lisa Rosenbecker ein Ideenfeuerwerk, das es in sich hat.
Die Figuren sind liebenswert und bleiben glaubwürdig. Sich anbahnende Liebeleien entstehen nicht Hals über Kopf, sondern bekommen Raum sich langsam zu entwickeln.
Der Krimi in der Geschichte ist von außen nicht lösbar und so lotst einen die Autorin von Kapitel zu Kapitel und man kann das Buch nicht weglegen, weil man immer denkt: nur noch eins, dann weiß ich bestimmt mehr ...
So ging es mir auf jeden Fall. Die Autorin hatte mich am Gängelband, bis ich endlich durch war.
Der Showdown hat es in sich und bleibt auf einem Level mit dem Rest der Geschichte.
Fazit:
Absolut lesenswertes, total verrücktes Buch über die Auswirkungen von Einmischungen von Buchcharakteren in unserer Welt.
Es war übrigens nicht mein erstes Buch von Lisa Rosenbecker und es wird bestimmt nicht mein letztes sein: - Rick Riordan
Percy Jackson erzählt: Griechische Heldensagen
(123)Aktuelle Rezension von: wordworldAls Fan von Rick Riordans Percy Jackson Universum kommt man um die beiden Bände "Percy Jackson erzählt" nicht herum, weshalb ich sie in den letzten Tagen als Hörbücher gehört habe. In den Bänden rund um Götter- und Heldensagen liefert er eine urkomische, zugleich lehrreiche Nacherzählung der griechischen Mythen. Dabei decken die Bücher den gesamten Bogen der griechischen Mythologie ab: Beginnend bei der Entstehung des Universums und der Geburt der Titanen, über den Aufstieg der zwölf Olympier, den ersten Monstern bis zu den Halbgöttern, die zu bekannten Heldinnen und Helden werden, werden die wichtigsten Mythen und Figuren abgedeckt. Vieles wusste ich dabei schon, einiges war mir aber auch neu, sodass die beiden Bände mindestens so lehrreich wie kurzweilig sind.
"Also los geht’s. Zuerst werde ich euch erzählen, wie die Welt erschaffen wurde. Dann gehe ich eine Liste von Göttern durch und gebe zu jedem meinen Senf dazu. Ich hoffe nur, ich mache sie nicht so wütend, dass sie mich einäschern, ehe … AAAHHHHHHHHHH! War nur ein Witz. Bin immer noch hier. Also, jedenfalls fange ich jetzt mit dem griechischen Schöpfungsbericht an, der übrigens das totale Chaos ist. Setzt eure Schutzbrillen auf und zieht einen Regenmantel an. Es wird Blut fließen!"
Das Beste an den Büchern: Sie werden wie der Titel schon sagt aus der Perspektive unseres Lieblingshelden Percy erzählt. Das gibt dem Erzählstoff einen unterhaltsamen, persönlichen Touch. Mit typisch schwungvollen Schreibstil mit grandiosem Humor, der weder die Handlung noch seine Figuren zu ernst nimmt wird die griechische Mythologie augenzwinkernd zum Leben erweckt. Wo man an der passgenauen Darstellung der Mythologie Rick Riordans frühere Tätigkeit als Geschichtslehrer ablesen kann, erkennt man in seinem Schreibstil wieder, dass er auch Englisch unterrichtet hat. Der vielfach ausgezeichnete Jugendbuchautor sorgt hier mit ganz viel Charme dafür, dass Groß und Klein sich für jahrhundertalte Mythen begeistern. Mit von der Partie sind natürlich auch wieder die irrwitzigen Kapitelüberschriften, die Percys Markenzeichen sind. So lesen wir beispielsweise Kapitel mit den Titeln "Artemis lässt das Todesschwein los", "Psyche zweckentfremdet eine Dose Schönheitscreme", „Apollo singt, tanzt und erschließt Leute“, "Atalante vs. drei Stück Obst: der tödlichste Kampf aller Zeiten" oder „Zeus killt sie alle“. Wer möchte da nicht sofort losstöbern?!?
"Trotzdem schrie er: »Meine Geschwister, ein Prosit! Mit uns beginnt ein goldenes Zeitalter!" Und wenn ihr auf jede Menge Lügen, Diebstahl, Verrat und Kannibalismus steht, dann lest weiter, denn in dieser Hinsicht war es definitiv ein goldenes Zeitalter."
Allerdings sollte man sich nicht von der lustigen, kindlichen Aufmachung täuschen lassen - da die griechischen Mythen bekanntermaßen recht brutal sind, sollte man die Altersempfehlung einhalten. Auch wenn einige Szenen entschärft und in den Worten eines Teenagers verpackt werden, geht es nun mal immer wieder um mit der Sense zerstückelte Körper, lebendig verschlungene Götter oder abgezogene Haut. So sollte man durchaus ernst nehmen, wenn Percy uns warnt, bevor es ans Eingemachte geht: „Wenn ihr wollt, könnt ihr euch jetzt übergeben. Oder wartet noch, es wird noch schlimmer...“. Auch wenn dem Autor an den allermeisten Stellen die Balance zwischen jugendlicher Verpackung und realistischer Wissensvermittlung sehr gut gelingt, muss ich allerdings ergänzend kritisch anmerken, dass er es manchmal leider verpasst, das Verhalten der Götter in den richtigen Kontext zu setzen. Besonders übergriffiges Verhalten und Machtmissbrauch der Götter wird oft verharmlost. Wenn hier Titaninnen, Göttinnen oder Sterbliche sexuelle Gewalt erfahren, darf diese gerne auch als solche benannt werden. Dennoch: Trotz kleiner Schwächen gelingt Rick Riordan hier eine erfrischende, pointierte und äußerst unterhaltsame Nacherzählung der griechischen Mythologie.
"Aber der beste Grund, über die alten griechischen Götter zu lesen, ist, dass ihr euch danach besser fühlt. Egal, wie übel das Leben euch gerade mitspielt, diese Jungs und Mädels waren noch viel schlimmer dran. Die haben bei den himmlischen Strohhalmen wirklich den kürzeren gezogen"
Fazit
Mit "Percy Jackson erzählt Götter- und Heldensagen" beweist Rick Riordan einmal mehr, dass er Geschichten wie kein Zweiter zum Leben erwecken kann. Wer Percy Jackson liebt, wird auch diese beiden Bände verschlingen. Und selbst wer die Mythen schon kennt, entdeckt sie hier neu: chaotisch, brutal, – und vor allem urkomisch.
- Torben Kuhlmann
Edison
(46)Aktuelle Rezension von: TintenweltenDer Mäuserich Pete versucht mit der Hilfe seines Mäuseprofessors einen verschollenen Schatz zu bergen, der sich auf dem Meeresgrund befinden soll. Dabei tauchen sie nicht nur tief hinab, sondern machen auch eine erhellende Entdeckung.
Die pelzigen Protagonisten bringen einem auf absolut niedliche Art und Weise Themen der Wissenschaft näher. Wer hätte gedacht, dass sie so über sich hinauswachsen können und solchen Anteil an der Geschichte der Menschheit hatten? Es ist eine gelungene Mischung aus Fantasy, Science-Fiction, Abenteuergeschichte und wundervollem Bilderbuch. Für kleine und große Entdecker geeignet!
🥰
Jede einzelne Seite wurde von ihm wunderschön und atmosphärisch illustriert und stellt damit ein wahres Kunstwerk dar, welches sich perfekt in die Geschichten einfügt. Und die Mäuse 🐭! Cuteness-Faktor pur 💖🥹
- Armand Baltazar
Timeless - Retter der verlorenen Zeit
(83)Aktuelle Rezension von: MayaBEs fällt mir relativ schwer, dieses Buch zu bewerten, weil es von der Aufmachung her einfach unglaublich schön ist, die Illustrationen sind (großteils, einige wirken etwas schräg/als wären die Menschen eher aus Schnipseln zusammengesetzt) echt fantastisch, die Welt war interessant/eine coole Idee, und das Setting gibt verdammt viel Potential, inhaltlich ... nicht ganz so sehr.
Die Geschichte ist durchaus solide, hat aber eindeutig ihre Schwächen. Teils verlässt sie sich wirklich sehr stark auf die Bilder (sodass ohne Bilder sowas wie kleine Lücken entstehen), teils arbeitet sie in meinen Augen etwas zu sehr mit Klischees (gerade im Umgang mit den Mädchen), teils haben mich kleine Plotpunkte etwas frustriert (wie die Tatsache, dass grob gesagt die Hauptfigur verraten wird und er sich dann am Ende dafür entschuldigen muss, dass er verständlicherweise sauer deshalb war), und teils funktioniert die Geschichte aber echt gut für mich (die grobe Idee und das Setting waren super, und wie ein paar Themen aufgegriffen wurden hat mir auch gefallen, auch wenn ich teils das Gefühl hatte, dass es eher oberflächlich war).
Das Buch ist sehr vollgepackt, und während das in den Illustrationen für mich gut funktioniert, ist es in der Geschichte selbst teils etwas viel gewesen. Wie die Figuren miteinander interagiert haben war an vielen Stellen natürlich, an anderen aber zu viel in meinen Augen. Und dann hat mich das Buch an einer Stelle tatsächlich emotional voll erwischt ... ist da aber gleichzeitig auch zurückgerudert, sodass ich jetzt gerade nicht ganz weiß, was ich davon halten soll. Auch scheint es im Ansatz Magie/Übernatürliches zu geben, was aber nie so richtig erklärt wird oder wozu es nicht wirklich Infos gibt, und während die Welt sehr cool wirkt, hatte ich teils das Gefühl, dass sich über das "das wäre cool" nicht so richtig Gedanken gemacht wurde.
Ich hatte insgesamt trotzdem eine gute Zeit, und das Zusammenspiel aus Bild und Story hat durchaus funktioniert, für mich haben die Bilder (gerade die mit Landschaft) aber wesentlich mehr Eindruck hinterlassen, als die teils eher oberflächlichen oder klischeehaften Figuren/Story-Elemente. - Mathias Malzieu
Der kleinste Kuss der Welt
(107)Aktuelle Rezension von: Sandrica89Bis jetzt kannte ich nur "Die Mechanik des Herzens" vom Autor und diese Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Für mich war klar, dass ich noch mehr von diesen außergewöhnlichen Geschichten lesen wollte, und so stieß ich auf diese. Eine Frau, die verschwindet, sobald man sie küsst? Ich war sehr neugierig und freute mich diese Welt kennenzulernen.
Ein depressiver Erfinder erblickt eine wunderschöne Frau, die ihn sofort in den Bann zieht. Aber er ist zu schüchtern, um irgendetwas zu sagen. Also gibt er ihr einen flüchtigen Kuss, aber in diesem Moment verschwindet das Mädchen völlig spurlos. Der Erfinder will sie unbedingt wiederfinden und bittet einen pensionierten Detektiv, mit seinem außergewöhnlichen Papagei, um Hilfe. Wird es ihm gelingen, die unsichtbare Frau wieder zu finden?
Das war wirklich eine ganz besondere Geschichte. Eine Frau verschwindet, wenn man es küsst. Aber wie ist das möglich und warum taucht sie nicht mehr auf? Weil das Mädchen unsichtbar ist und wir kaum etwas über sie wissen, wirkt sie sehr geheimnisvoll. Die Apothekerin möchte dem Erfinder helfen und gibt ihm die Kontaktdaten eines Detektivs, der sich auf außergewöhnliche Fälle spezialisiert hat. Er besitzt einen besonderen Papagei, der die Spur von jedem finden kann. Manchmal sehr lustige Momente mit dem verrückten Vogel. Der Erfinder ist ein hoffnungsloser Romantiker und verliert sich schnell selbst. Er hat oft melancholische Momente, gibt aber nicht auf. Er will die Frau unbedingt finden. Die Frau selbst, Sobralia, hat Angst, aufgrund ihrer "Gabe", vor Liebe oder sich einfach zu verlieben. Das ist verständlich und ich konnte es sehr gut nachvollziehen, was sie auch sehr authentisch macht. Und genau das macht diese Liebesgeschichte aus. Er kann sie nicht sehen, nur hören und fühlen. Das ist eine sehr wichtige Botschaft, denn man liebt nicht das Aussehen eines Menschen, sondern sein Herz. Das Ende hat mich umgehauen. Einerseits habe ich es geahnt, aber andererseits war es doch irgendwie eine unerwartete Wendung.
Eine melancholische, aber romantische und geheimnisvolle Geschichte. Ich empfehle es allen, die außergewöhnliche Geschichten mit tiefgründigen Botschaften mögen.
- Graham Moore
Die letzten Tage der Nacht
(161)Aktuelle Rezension von: kleine_welle1888 hat sich in New York bedeutendes zugetragen. Denn dort herrschte der Stromkrieg zwischen Edison und Westinghouse. Zwischendrin der junge Anwalt Paul Cravath, der für Westinghouse die Klagen von Thomas Edison abschmettern soll, denn es geht um nichts geringeres als die Erfindung der Glühbirne.
Das Cover ist jetzt nicht so wahnsinnig spannend, aber dieses Buch soll auch nicht mit seinem Cover überzeugen, sondern mit seinem Inhalt.
Und das schafft es zumindest für mich. 😊
Hauptsächlich folgt man durch die Geschichte dem jungen Anwalt Paul Cravath, der zu seiner Zeit ein Überflieger war und von der Uni relativ schnell zum Partner in einer Kanzlei wurde. Hier zieht er einen der größten Fälle des Jahres an Land, der Patentstreit zwischen George Westinghouse und Thomas Edison. Und wenn man bedenkt, dass dies ein nach wahren Begebenheiten erzählter Roman ist, ist die Story trotzdem so spannend wie ein Krimi. 😊
Viele Details zu dem Ereignis, dass in die Geschichte als der Stromkrieg einging, kannte ich nicht, deshalb bin ich wirklich sehr unvoreingenommen an das Buch herangegangen. Ich weiß nicht, ob ich mit Vorwissen anders gelesen hätte. Denn am Ende erläutert der Autor im Einzelnen, was er für seinen Roman geändert hat. So spielt sich seine Geschichte zum Beispiel in einem Zeitraum von zwei Jahren ab, obwohl sich die wahren Ereignisse viel länger hinzogen (von 1888 bis 1896).
Obwohl mich solche Dinge häufig bei historischen Büchern doch eher stören, konnte mich aber der Stil von Graham Moore so abholen, dass ich am Ende das Buch zugeschlagen habe und es trotz der Veränderungen einfach nur mag. Es ist sehr spannend geschrieben und die historischen Figuren werden authentisch dargestellt.
Da der Autor am Ende auf seine Änderungen eingeht und auch seine Literaturnachweise nennt, kann man nach der Lektüre von Die letzten Tage der Nacht, eigentlich nahtlos mit der Fachliteratur weitermachen. Ich auf jeden Fall, möchte unbedingt jetzt mehr über Edison, Tesla und Co erfahren. 😊
Das Buch hatte ich mal vor Jahren als Leseprobe gelesen, jedoch leider nicht weiterverfolgt, als ich es dann aber vor kurzem als Mängelexemplar in der Hand hatte, direkt zugeschlagen. Und wie gesagt es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Hätte ich es doch nur schon früher gelesen. 😉
Am Ende stellt sich dann auch nicht die Frage, wer den Streit gewonnen hat, sondern was diese großen Männer alles für die Menschheit getan haben. Denn ohne deren Erfindungen, könnte ich jetzt nicht an meinem Schreibtisch sitzen und diese Rezension tippen. Oder zumindest wäre es um einiges Dunkler hier. 😉
Mein Fazit: Ich bin mir nicht sicher ob dieser Roman etwas für Menschen ist, die sich genau mit der Geschichte des Stromkrieges auskennen, aber wenn man wie ich ein Neuling auf diesem Gebiet ist, dann ist es durchaus eine spannende und sehr interessante zum Einstieg in dieses Thema. Nachdem man mit dem jungen Anwalt die Tücken des Patentrechts betrachtet hat, kann man dann auf die weiterführende Literatur zugreifen, die der Autor am Ende nennt.
Für mich ein sehr interessanter Roman, den ich auf jeden Fall weiterempfehlen werde. 😊
- Forrest Leo
Der Gentleman
(58)Aktuelle Rezension von: HerbstroseLondon, Mitte 19. Jahrhundert. In seinem Haus am vornehmen Pocklington Place lebt der Adlige Lionel Savage in der Überzeugung, er sei ein toller Hecht und ein begnadeter Dichter. Er ist 22 Jahre jung, sieht gut aus, ist sehr kultiviert aber auch sehr faul und lebt gerne über seine Verhältnisse. So muss ihm sein treuer Butler Simmons eines Tages mit Bedauern mitteilen, dass das Geld ausgegangen sei. Nun hat Lionel zwei Möglichkeiten, zu arbeiten oder eine reiche Frau heiraten. Ersteres kommt für den Gentleman ja nicht infrage, also bleibt nur der zweite Weg aus dem Desaster. Eine passende junge Dame aus vermögendem Hause ist bald gefunden, es wird geheiratet und Vivien zieht in das Haus am Pocklington Place ein.
Geld ist zwar nun vorhanden, doch Lionel ist seiner Angetrauten bald überdrüssig. Er empfindet sie als geistlos und nörglerisch, verachtet und hasst sie. Zu allem Übel kommt noch seine Schreibblockade hinzu, er kann nicht mehr dichten und ist verzweifelt. Als einzigen Ausweg sieht er seinen Selbstmord, doch die Umstände, die er seinem treuen Butler dadurch machen würde, halten ihn zunächst davon ab. Während er noch nach einer Lösung sucht, beehrt ihn ein eleganter Gentleman mit seinem Besuch, der sich selbst als Teufel vorstellt. Die beiden unterhalten sich freundschaftlich – und als der Teufel gegangen ist, ist auch plötzlich Vivien verschwunden …
Der US-amerikanische Autor Forrest Leo wurde 1990 in Alaska geboren, wo er auch aufwuchs und mit dem Hundeschlitten zur Schule fuhr. Später machte er einen Bachelor in Schauspiel an der New York University und arbeitete in verschiedenen Berufen. Er war erst 27 Jahre alt, als er sein Debüt „Der Gentleman“ schrieb, das von dem 1973 in Göttingen geborenen Literaturwissenschaftler Cornelius Reiber ins Deutsche übersetzt wurde.
Mit viel Witz und spöttischer Ironie werden wir in die Gepflogenheiten der Londoner Oberschicht im viktorianischen Zeitalter eingeführt – oder was man sich heute darunter vorstellt. Wie am Schluss des Buches zu lesen ist, wurde die Geschichte zunächst als Theaterstück konzipiert, was besonders in der furiosen Schlussszene, in der sämtliche Akteure noch einmal zusammenkommen, zu merken ist. Eine Besonderheit ist auch, dass die Geschichte von Lionel Savage selbst erzählt wird und der Herausgeber des Werkes, Mr Hubert Lancester, ein Verwandter von Savage, in zahlreichen Fußnoten seinen Kommentar dazu abgibt bzw. dessen Aussagen richtigstellt.
Eine Figur nach der anderen betritt die „Bühne“, rasch wechseln die „Kulissen“, es werden allerlei Abenteuer erlebt, Duelle ausgefochten und witzige, schlagfertige Dialoge ausgetauscht. Wir machen die Bekanntschaft mit dem besten Butler Großbritanniens, mit einem Erfinder von Flugmaschinen, mit einem gutaussehenden, kräftig gebauten Abenteurer, mit Lizzie, der quirligen jüngeren Schwester von Lionel, mit Vivien, Lionels schöner und intelligenter Frau – und nicht zuletzt mit dem Teufel, der sich als Buchliebhaber und Literaturkenner entpuppt und Dante Alighieri bei sich zu Hause als Gärtner beschäftigt.
Fazit: Eine intelligente Boulevardkomödie mit viel Witz, selbstverständlich leicht übertrieben, aber immer mit Stil – sehr unterhaltsam und äußerst amüsant.
- B. E. Pfeiffer
Chasing Darkness. Das Herz eines Dämons
(75)Aktuelle Rezension von: Ida_TiIch habe mich in dem Buch direkt wohlgefühlt. Ich mochte die kämpferische und starke Protagonistin Alana direkt – lasst euch nicht vom mädchenhaften Cover irritieren, so ist sie nicht! – und habe auch die Welt sehr schnell verstanden. Zumindest die Welt, wie Alana sie kennt. Was nicht unbedingt der Wahrheit entspricht! 🧐
Die Reise war sehr spannend, neben der Dämonenjägerin und dem Halbdämon Darius, die abwechselnd die Geschichte erzählen, finden auch einige Nebenpersonen in der Geschichte Platz. Dadurch, dass es sich um einen Einzelband handelt, der auch nicht super lang ist, bleibt von den Nebencharakteren erstmal nur ein Eindruck, eine tiefere Verbindung konnte ich nur mit den beiden Protagonisten aufbauen.
Besonders gefallen habe mir in dem Buch die spannenden Wendungen und Offenbarungen in der zweiten Hälfte und auch die süße Liebesgeschichte zwischen Alana und Darius. Im Grunde zeigt sie einfach, dass bei der Liebe nicht so sehr zählt, welche Rolle du in der Gesellschaft spielst, sondern nur du als Person. Eine schöne Message! 😍
Für mich hätte man die Geschichte noch etwas mehr ausschmücken können, ich wäre gerne etwas länger in der Welt geblieben. Sehr schönes Buch, hat mir gut gefallen und war innerhalb von 2 Tagen durchgelesen. 😊💜
- Deborah Install
Der Roboter, der Herzen hören konnte
(39)Aktuelle Rezension von: june_london... der das Leben wieder in die richtige Spur bringt.
Inhalt: In einer nicht näher definierten Zukunft, gehören Androiden und Roboter zum Alltag der Menschen und erleichtern ihnen das Leben. Deshalb ist Ben nicht allzu schockiert, als er einen kleinen, ziemlich verwahrlosten Roboter in seinem Garten findet. Ben möchte die kleine Blechkiste namens "Tang" möglichst schnell wieder los werden, denn sie bringt sein Leben ganz schön durcheinander. Doch mit der Zeit erkennt er, dass wahres Glück auch bedeuten kann, jemanden zu finden, den man nicht gesucht hat und trotzdem nicht mehr verlieren will.
Eindruck: Ich bin ein Fan des Sprechers und Schauspielers Hendrik Duryn und das war auch zunächst der einzige Grund, warum ich mich für dieses Hörbuch interessiert habe. Doch schnell haben Ben und besonders Tang mein Herz erobert. Tang ist sehr kindlich und neugierig und bringt Ben dadurch immer wieder in unangenehme und sehr lustige Situationen. Er hat mich stark an den kleinen Roboter Wall-E aus dem gleichnamigen Film erinnert. Aber auch die Spannung kam nicht zu kurz, denn auf ihrer Reise um die Welt geraten sie auch in manche brenzlige Situation. Obwohl die Geschichte in einer Welt angesiedelt ist, in der Roboter oder ähnliches als alltägliche Helfer der Menschen arbeiten, handelt es sich nicht um eine Geschichte des Genre Fantasy oder SciFi. Vielmehr geht es um Familie, Selbstfindung und die Definition von Glück.
Wie erwartet hat mir die Stimme von Hendrik Duryn sehr gefallen. Seine ruhige, sympathische Art passt sehr gut zur Geschichte. In den humorvollen Momenten hatte ich das Gefühl, dass auch der Sprecher schmunzeln musste. Ich habe gerne zugehört und wurde emotional abgeholt.
Eine herzerwärmende Geschichte für zwischendurch. Hört mal rein! :)
- Dashiell Hammett
Der dünne Mann
(32)Aktuelle Rezension von: wampyBuchmeinung zu Dashiell Hammett – Der dünne Mann
›Der dünne Mann‹ ist ein Kriminalroman von Dashiell Hammett, der 2004 bei Diogenes in der Übersetzung von Tom Knoth erschienen ist. Der Titel der amerikanischen Originalausgabe lautet ›The Thin Man‹ und ist 1934 erschienen.
Zum Autor:
Samuel Dashiell Hammett (geboren 27. Mai 1894 bei Great Mills, Saint Mary’s County, Maryland; gestorben 10. Januar 1961 in New York) war ein US-amerikanischer Schriftsteller. Er veröffentlichte auch unter dem Pseudonym Peter Collinson. Hammett gilt noch vor Raymond Chandler als der Begründer des amerikanischen Kriminalromans (hardboiled novel).
Klappentext:
Nick Charles hat sich geschworen, um keinen Preis der Welt wieder einen Fall zu übernehmen. Schließlich klärt er als Privatmann auf, womit er sich beruflich nicht befassen möchte.
Meine Meinung:
Bei diesem Buch merkte ich erneut, dass ein Prunkstück meiner Jugend viel von seinem Reiz verloren hat. Die Geschichte ist rein aus der Sicht der Hauptfigur Nick Charles geschildert und besteht fast ausschließlich aus Dialogen. Auffällig ist der stete Alkoholkonsum von Nick und auch seiner Frau Nora. Stets hat Nick einen Drink zur Hand und lange Zeit hat man den Eindruck, dass er gar nicht ermitteln will, sondern die Ereignisse über sich ergehen lässt. Erst am Ende präsentiert er die Auflösung, die er seiner Frau danach im Detail erklärt. Vieles basiert auf Annahmen und Wahrscheinlichkeiten, aber sonst würde der Täter ja irgendwann unbestraft verschwinden.Die Figuren sind durch die Bank nicht sonderlich sympathisch gezeichnet, selbst die Hauptfiguren nicht. Nick Charles ist ein verehrter Meisterdetektiv, der den Jahreswechsel an der Ostküste verbringen will und eigentlich nicht mehr ermittelt. Ungewöhnlich, vor allem für die damalige Zeit, ist das Verhältnis zwischen Nick und Nora, das von großem Vertrauen geprägt ist. Nick ist oftmals von attraktiven Damen umschwärmt und Nora hat dies akzeptiert, macht sogar Scherze darüber. Hin und wieder diskutieren sie den Stand der Ermittlungen und zeigen Möglichkeiten auf. Der Schreibstil ist eher leger und mit trockenem Humor durchsetzt. Die Stärke des Titel ist das Bild der amerikanischen Gesellschaft und seine Verknüpfungen in den Figuren. Vieles ist anrüchig und nicht in Ordnung und sorgt für eine dunkle Stimmung. Vermisst habe ich lange Zeit einen soliden Spannungsbogen, denn Nick Charles will ja eigentlich nicht ermitteln.
Fazit:
Dieser Klassiker hat mit der Zeit etwas von seinem Reiz verloren, ist aber immer noch ein Zeitdokument. Deshalb bewerte ich den Titel mit vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung aus. - Saskia Louis
Mit Chaos ins Herz (Philadelphia Millionaires-Reihe 3)
(87)Aktuelle Rezension von: l_drLara wird zu dem eigenbrötlerischen Callum geschickt, um seine Arbeit für das Verteidigungsministerium zu überwachen. Damit das auch effektiv funktioniert, zieht Lara für 4 Wochen bei Cal ein. Cal wird von seinen Geschwistern zu 3 Dates gezwungen und als Lara eine davon ist, beginnen die Funken zu fliegen. Doch es muss noch etwas anderes zum Fliegen gebracht werden.
Die Stimme der Sprecherin ist angenehm und schafft es, die vielen verschiedenen Charaktere doch erkennbar unterschiedlich darzustellen. Die Geschichte und die sehr streitsüchtige Beziehung zwischen Cal und Lara wurde in den ersten beiden Büchern bereits angedeutet. Daran wird perfekt an die mit viel Liebe ausgearbeiteten Charaktere angeknüpft. Parallel erfährt man, wie es den vergangenen Paaren so ergeht und was die Zukunft für sie bereit hält.
Die Geschichte ist unterhaltsam, gefühlvoll und an den richtigen Stellen sehr sinnlich.
Ein wunderschöner Abschluss der Philadelphia Millionaires Reihe.
5 ⭐️
- Tobias Schrödel
It's A Nerd's World
(23)Aktuelle Rezension von: Sandra8811Warum habe ich mich für das Buch entschieden?
Ich durfte bei Tobias Schrödel einen Live-Hacking-Vortrag besuchen und habe mir anschließend dieses und ein anders Buch gekauft und signieren lassen. Nun liegen sie seit Jahren auf meinem SUB und müssen endlich mal gelesen werden.Cover:
Am Cover erkennt man klar das Thema IT und Nerds. Es hüpft einem direkt ins Auge, weil es so unerwartet Platinen-farbig ist.Inhalt:
Tobias Schrödel, IT-Experte und Comedy-Hacker erzählt die Geschichten rund um die Nerds, die unser Leben mit Internet, Smartphone und Co zu dem gemacht haben, was sie heute ist.Handlung und Thematik:
Im Grunde ist es ein witzig aufgebautes kleines Geschichtsbuch mit Erfindern, Pionieren und Gründern verschiedener Technologien, Geräte und Firmen. Größtenteils sind die Seiten um Fotos der Personen und ihrer Erfindungen sowie wissenswerte Fun-Facts ergänzt. Auf den letzten paar Seiten finden sich dann noch nützliche Informationen zum Thema IT-Sicherheit.Schreibstil:
Ich finde das Buch ist nett geschrieben, man bekommt auf wenigen Seiten Infos zu den wichtigsten IT-Personen. Alles untermalt durch Bilder, Zeitangaben und witzigen Informationen. Leider ähnelt es mehr einem Geschichtsbuch als, keine Ahnung was ich erwartet hatte. Die Informationen sind ganz nett und man sollte es schonmal gehört haben, ich fände es sogar sehr sinnvoll, dass man so etwas in der Schule/im Studium lernt/liest.Persönliche Gesamtbewertung:
Keine Ahnung was ich erwartet hatte, aber für ein IT-Geschichtsbuch ist es gar nicht so schlecht. Ich hatte nur etwas anderes erwartet. - Noah Stoffers
Berlin: Rostiges Herz (Band 1)
(29)Aktuelle Rezension von: JesseWoulfMathilda wächst einem schnell ans Herz, genau wie Fidelio. Durch die regelmäßigen Wechsel zwischen beiden Perspektiven habe ich eine emotionale Bindung zu beiden und fiebert mit.
Besonders positiv sind mir die bildhafte Sprache und die Normalität von Mathildas Orientierung. Es gibt Anfeindungen zwischen Zauberern und Erfindern, aber nicht aufgrund dessen, wen man liebt.
Ich freue mich auf Band 2.
- Lisa Diletta
Weihnachtsträume in Mistletoe Valley
(54)Aktuelle Rezension von: MarkusVollAm 03.10.2024 erschien diese Paperback im Empire Verlag. Es wurde von Lisa Diletta geschrieben. Das Buch hat 408 Seiten und ist geeignet für Leser:innen ab 12 Jahren.
Die Autorin:Lisa Diletta lebt in Österreich und schreibt Liebesromane. In ihren Geschichten rund um Beziehungen kommen Humor sowie romantische Emotionen nicht zu kurz und manche überraschen mit gefühlvollem Tiefgang und dramatischen Entwicklungen. Die Schauplätze reichen von lieblichen Dörfern in den Alpen bis an traumhafte Küsten und Städte in mediterranen sowie anderen Gegenden der Welt. Insbesondere liebt die Autorin das Meer und seine scheinbare Endlosigkeit, was sich in einigen ihrer Romane wiederfindet. Wenn Lisa Diletta nicht schreibt, strickt und häkelt sie gerne oder versinkt lesend in einem Buch und träumt sich an zauberhafte Sehnsuchtsorte voller Liebesromanzen mit Happy End. Diese Magie wünscht sie auch ihrer Leserschaft.
Inhalt:
Auf ihrer Reise ins vorweihnachtliche New York teilen sich Alice und ihre schwangere Zufallsbekannte Aubree ein Uber. Die Wehen setzen ein und zu allem Unglück steckt das Auto im Stau fest. Kurzerhand behauptet Alice, Hebamme zu sein. Eine glatte Lüge. Dennoch meistert sie die Situation. Als Dank für ihre Hilfe darf Alice nicht nur bei Aubrees Schwägerin wohnen, sondern erhält ein Jobangebot, das Geld und kostenlose Verpflegung verspricht. Sie soll Cousin Hunter in einen aufgeschlossenen Menschen verwandeln. Sofort willigt Alice ein, nicht ahnend, dass diese schicksalhafte Begegnung ihr Leben verändern wird.Hunter hat vor einem Jahr seinen Job als Forscher an einer Universität hingeschmissen und vergräbt sich seitdem im Schuppen seines Elternhauses in Mistletoe Valley. Anfang Dezember taucht Alice vor ihm auf. Im ersten Moment verfällt er in Schockstarre, denn sie sind sich schon mal begegnet. Doch Alice scheint sich nicht an ihn zu erinnern, obwohl ihr Lächeln ihm damals die Welt bedeutet hat.
Ob Träume wahr werden, weiß bestimmt nur der Weihnachtsmann.
Fazit:
Das Buch ist der 6. Band der Reihe Magic Christmas Love. Jedes der Bücher ist für sich lesbar und es benötigt keine Vorkenntnisse. Schon das Cover stimmt sehr gut auf die weihnachtliche Geschichte ein. Unterhalb des Schriftzuges, des Titels, sehen wir schön geschmückte Häuser an einer Straße. Oberhalb des Schriftzuges dann sehen wir den Weihnachtsmann mit seinen Rentieren. Schon allein das Cover macht große Lust auf das Buch und die Geschichte. Die Geschichte ist voller Herz erzählt und hat mich gleich begeistert. Die Charaktere fand ich sehr interessant und wollte erfahren, was mit ihnen passiert. Die Geschichte ist spannend und mit Humor erzählt. Eine wunderschöne romantische Geschichte, die gut in die Weihnachtszeit passt. Wer gerne Liebesromane liest, sollte sich mal die Reihe und die Bücher anschauen.
Wertung
5/5 Punkte - Celeste Bradley
Eine lustvolle Versuchung
(3)Aktuelle Rezension von: GiuliannaGBailieMeine Kategorien
(6 Sterne = sehr gut, 3 = durchschnitt, 1 = na ja)
Spannung: ***** Erotik: **** Witz: ** Interessant: ****
Miranda Talbot ist zur Witwe geworden, nachdem sie jahrelang mit einem Mann verheiratet war, der nicht das Fünkchen eines interessanten Liebhabers hatte. Seine Schwester Constance hat sich der Hausführung angenommen und Miranda war dazu verdonnert ein tristes, ruhiges, anständiges und willenlosen Leben zu führen. Nach dem Tod von Gideon Talbot hinterlässt er jedoch seiner Frau das Haus inkl einem beachtlichen Vermögen. Miranda blüht auf und findet gefallen an einem sehr attraktiven Gentleman. Er macht ihr den Hof und Mirandas Phantasie überschlägt sich. Vor allem als sich herausstellt, dass sie sich nicht nur mit einem Mann trifft, sondern auch mit dessen monozygotischen Zwilling. Sie ist hin und her gerissen, welcher der beiden sie mehr reizt. Die beiden Jungen spielen ihr Spiel mit ihr, wie sie es immer zu pflegen taten. Schlussendlich weiss sie endlich für welchen Zwilling ihr Herz schlägt. Castor Worthington und nicht Pollux. Er indes kämpft mit seinem Inneren Lebemann und will sich nicht in etwas hineinzwängen. Am Ende überwindet er die kindische Einstellung und sieht, was wirklich zählt.
Kritik: Celestes Schreibstil ist ungeheuer prägnant. Sie weiss zu beschreiben und schöpft aus einem Fundus der Sprache, der nicht zu übersehen ist. Schwierig werden die Szenen, welche von Shakespeare geprägt sind. Kennt man Shakespeares Stücke nicht, versteht man selten worauf es hinauslaufen sollte. Dies ist etwas schade. Meiner Meinung wäre es besser, man würde die Szene von Shakespeare, einmal wenigstens, dazu beschreiben. Auch dünkt es mich ist der ungeklärte Zusammenhang der Familie Worthington ein Stolperstein für den Leser. Ausser vielleicht man kennt die anderen Bände. In diesem Falle bevorzuge ich es, wenn ich auf einen Blick sehe, dass dies nur ein Teil einer Serie ist. Ich hätte z.B. gerne gewusst wieso die Familie Worthington solche speziellen Namen hat. Dies würde mich als Leser an der Geschichte interessieren und es wäre mit ein zwei Sätzen gesagt gewesen. Das wiederum führt mich dazu, wieso haben alle solche wunderbare spezielle Namen und dann werden sie durch sonderliche Abkürzungen vermurkst? Dies wirkt für mich etwas unsinnig. Es gibt doch nicht für jeden Menschen einen Spitznamen?! Ivo, Geschmacksache. Schade finde ich es trotzdem, bei diesen Namen!
Was ich als sehr unschlüssig befunden habe, war wieso in aller Namen das jüngste Kind Atalanta mit einem Designer, der einen grossen Ruf hat, befreundet ist. Wieso sollte sich ein bekannter Designer mit einem nichtsagenden Spross einer unbedeutenden Familie abgeben? Diese Aufklärung fehlt. Ebenfalls konnte ich nicht immer den Gedankengängen von Miranda und Castor folgen. Sie waren für mich nicht schlüssig genug. Ich war zwar in ihren Köpfen, doch erhielt ich nicht alle im Kopf vorhanden Informationen. Was ich als sehr wichtig empfinde. Möglichweise um die Spannung zu erhalten. Das kann gefallen, muss aber nicht. Schade fand ich es, dass die ersten Dates von Miranda und den Zwillingen nicht erzählt wurden. Besonders nicht die von Castor. Erst in einem der weiteren Verläufe wird lediglich je eine Szene erzählt. Dazu gehört auch der erste Besuch von Atalanta. Wieso nimmt man hier die Spannung weg, wenn genau das doch der spannendste Moment gewesen wäre? Dies lässt mich als Leser denken, dass der Autor keine Idee hatte, wie er hier die Spannung erzeugen könnte.
Zu einer weiteren Frage bin ich gelangt, als das Chaos perfekt war, Mirandas Ruf ruiniert und sie schnurstracks zum Designer Lementeur rennt und ihn anblafft! Wieso?! Was zum Teufel kann denn ein Designer dafür, dass du dich mit zwei Knaben eingelassen und von deiner Schwägerin ausgetrickst wurdest? Das entbehrt sich meiner Logik vollkommen. Puh jetzt zum Sex. Schön beschrieben, schön aufgebaut und wieder wundervolle Wörter, die einem durch den vorderen Stirnlappen streifen. Aber wieso SM?? Hat Fifty shades of grey sich hier zu gut verkauft, dass man dachte; oh das wäre doch mal was für einen «historischen Roman». Für mich völlig unverständlich. Ich weiss nicht wieso sich Miranda, obwohl sie zu ich will nicht tendiert, dann doch mit macht. Hier stellten sich meine Nackenhaare auf. Die psychologische Tiefe dieser Szene hat mich wirklich zum Nachdenken gebracht. Eine Frau empfindet Zuneigung zu einem Mann, der nicht reif genug ist seine Gefühle zu ordnen und sich auf einen anderen Menschen einzulassen, und obwohl sie scheinbar nicht den Schlag-mich-fick-mich Sex haben möchte, willigt sie dennoch ein. Ich muss sagen diese Szene hat mich irgendwie betroffen gemacht. Es gibt so viele Frauen (&Männer) die in Erringung ihrer Zuneigung in Dinge einwilligen, die sie eigentlich gar nicht wollen. Und genau so habe ich mich hier bei dieser Szene gefühlt. Bei einem solchen Thema sollte doch erst Vertrauen und Ehrlichkeit obsiegen und dann darf man, egal welcher Art, der Lust gemeinsam frönen. Das hat mir in dieser Szene definitiv gefehlt. Ansonsten jedem das Seine.
Summa summarum: Der Roman hat einen interessanten Verlauf und man kann sagen, dass Castor und Miranda gut entwickelt sind. Die Sprache von Celeste Bradley ist tadellos. Ich geniesse es einem Schreiberling «zuzuhören» wenn er die Worte jonglieren kann. Allerdings habe ich stark das Gefühl die Andeutungen eines homosexuellen Paares und der einfach schlecht szenierte SM Sex springen auf einen Zug auf, der dem FSOG Hype zu verschulden ist. Und das aus dem einfachen Grund, dass man das noch schnell thematisiert hat und hoffentlich deshalb die Verkaufszahlen in die Höhe gehen. Dieser Verdacht hat sich mir aufgedrängt und blieb bestehen. Ich denke SM und auch Homosexualität kommen in solchen Romanen häufig nicht vor, obwohl es damals genauso üblich war wie heute. Doch es wäre wünschenswert, wenn bei den Szenen auch etwas Herzblut darin stecken würde.
Etwas ganz anderes war das Ende. Nicht wie immer ein Happy End, sondern ganz einfach. Dies ist auch einmal herrlich erfrischend. Aber das ist nur meine bescheidene Meinung. - Sharon Cameron
Stranwyne Castle - Das trügerische Flüstern des Windes
(40)Aktuelle Rezension von: CridillaÜber die Autorin:
Sharon Cameron lebt in Nashville, Tennessee. Wenn sie nicht gerade schreibt, stöbert sie gern in staubigen Historien-Wälzern, durchlöchert mit ihrem Langbogen Zielscheiben oder frönt ihrer lebenslangen Suche nach geheimen Durchgängen und Verstecken. "Stranwyne Castle" ist ihr erster Roman.
Kurz zum Inhalt:
Intrigen, Ränkespiele, Gerüchte … bei den Tulmans geht man nicht zimperlich miteinander um. Schon gar nicht mit einer vorlauten jungen Frau, von der man kaum noch hoffen kann, sie zumindest gewinnbringend zu verheiraten. Also wird Katharine vor die Wahl gestellt: Armenhaus oder sie erbringt den Beweis, dass ihr reicher Onkel, Frederick Tulman, verrückt geworden ist und das Familienvermögen zum Fenster hinauswirft. Was sie vorfindet, ist jedoch kein seniler alter Mann, sondern ein Exzentriker, der wahre Wunder vollbringt und eine surreale Welt geschaffen hat, die Katharine immer mehr in ihren Bann zieht. Wie die sturmgrauen Augen seines Assistenten Lane. Doch das Schicksal ist so trügerisch wie das Flüstern des „Stranwyne“, und plötzlich ist es Katharine, die um ihr Leben fürchten muss …
Seite 129f :
Wärme breitete sich in meiner Brust aus und erblühte wie eine Blume im Treibhaus. Ich wandte den Blick ab, entzog ihm meine Arme und versuchte, mein Gleichgewicht zu halten. Was dachte ich mir bloß? Hätten wir uns in London befunden, wäre diese Szene so unschicklich gewesen, das ich sofort meinen guten Ruf verwirkt hätte. Aber daran hatte ich hier überhaupt nicht gedacht. Stranwyne war ein ganz eigenes Reich, wie Lane zuvor bemerkt hatte, und die Regeln, denen der Rest der Welt unterlag, galten hier nicht. Ich spürte, wie sich meine Wangen rosa verfärbten bei dem Gedanken daran, was wohl meine Tante und Mrs Hardcastle zu diesem Thema zu sagen gehabt hätten. Und dann zog jemand an meinem Rock…
Sharon Camerons erster Ausflug in das Reich der Bücher, ist eine spannende Geschichte über die junge Katharine, die in die Ränkespiele nicht nur ihre Tante und ihren Onkel betreffend gerät, sondern auch so nebenbei in das Kriegsspiel zweier Länder, aber Letzteres ziemlich ungewollt und ohne ihr Zutun.
Eigentlich soll die junge Waise Katharine nur den Auftrag ihrer Tante Alice ausführen und ihren Onkel Frederick Tulman, der wohl für mehr als nur exzentrisch gilt, für unzurechnungsfähig erklären lassen und somit ihr eigenes weiteres Leben/Auskommen sichern, da ihr Dasein sehr von der „Güte“ ihrer Tante abhängt und auch gleichzeitig das „Tulman Erbe“ sichern, doch ihr unangekündigtes Auftauchen tritt eine Lawine von Umständen los, die nicht nur ihr weiteres Leben, sondern auch das Leben der Einwohner von Stranwyne betreffen.
Zunächst lernen wir also die noch 17jährige Katharine kennen, die Waise, und somit bei ihren nächsten Verwandten untergekommen ist, und ihrer Tante Alice in London die Haushaltsbücher führt, da sie mathematisch ziemlich gut mit Zahlen umzugehen weiß. Dann wäre da noch der eigenbrötlerisch scheinende junge Gehilfe ihres Onkels, Lane, der sich im Verlauf der Erzählung als sehr künstlerisch begabt entpuppen wird, ein scheinbar stummer kleiner verwahrlost anmutender Junge – Davy - die Tante von Lane, und ein paar weitere skurril gezeichnete Charaktere im namenlosen Dorf beim Schloß Stranwyne. Prinzipiell eine durchaus gelungene Grundvoraussetzung für die Zutaten eines spannenden Gruselschauerromans, aber irgendwie haperte es bei der Durchführung.
Ich bin immer auf der Seite unterdrückter Charaktere, die sich selber durch die widrigsten Umstände unbehindert durch das Leben kämpfen, um später frei auf eigenen Füßen zu stehen. Normalerweise, aber hier… Irgendwie blieben bei all der geplanten Arbeit, das Buch zu einem leidlich spannenden Finale zu bringen, die Figuren leider auf der Strecke. Katharine war nicht nur ihrer fremden neuen Umgebung kühl und unnahbar, sondern auch dem Leser. Lane schien immer nur vor sich hinzubrodeln, zu wüten aus irgendwelchen undefinierbaren Gründen, die nie ganz klar wurden. Zwar kann man eine voreingenomme Haltung Katharine gegenüber nachvollziehen, wenn man die Umstände betrachtet, unter denen sie im Schloß erscheint, aber das allein ist ein bischen dünn, für den dunkel grüblerischen Charakter Lanes. Ewig bleibt er unnahbar fast dauerhaft wütend ihr gegenüber und somit entzieht er sich der Identifizierung durch den Leser. Genauso Katharine, der einzige Charakter, der eigentlich kein Exzentriker ist, sondern eine wohl für die damalige Zeit noch nicht erkannte Form des Autismus hat, ist ihr Onkel Frederick, das technische Erfindergenie der Familie. Gerade durch seine Krankheit wirkt er so sehr fragil und verletzlich, daß er die menschlichste Figur des Romanes wird. Die täglich zeitlich begrenzten Abläufe, die sekundengenau für ihn eingehalten werden müssen, sind zwar äußerst ungewöhnlich, aber geben ihm, bei genauerer Betrachtung, die Sicherheit, die Frederick braucht um zu funktionieren und neue Gerätschaften entwickeln zu können. Auf dieser Basis nähert sich ihm seine Nichte und einige für sie bis dato geheimnisvollen Schleier um ihre Familie, wie ihren Vater, Fredericks Bruder, beginnen sich zu lüften. Das hat Katharine etwas auftauen lassen, ebenso die plötzliche kindliche Freude, die sie beim gemeinsamen – für diese Zeit wohl noch relativ unbekannten – Rollschuhlaufen mit Lane, an den Tag gelegt hat. Aber nur etwas. Wieder verfielen beide Charaktere ins grüblerische Brüten und Schweigen und einzig ein kleiner Junge, der noch eine große Rolle im späteren Verlauf haben wird, scheint Katharines Herz etwas zu erweichen.
Was noch durchaus schön, und dem Schauerromangenre dienlich war, ist die plötzliche „Schwäche“ Katharines, die wie aus dem Nichts auftaucht, und für einigen Wirbel sorgt. Immer wieder hat sie nächtliche Aussetzer, kann sich scheinbar an ganze Stunden nicht mehr erinnern und fügt sich selber unbewußt Wunden zu, die sie tags darauf einfach nicht erklären kann. Aber Mary, ihr neues Mädchen aus dem Dorf und deren Mutter sind wohl – wie auch alle Anderen – einhellig der Meinung, daß sie eine Trinkerin sei, obwohl Katharine nicht ein einziges Mal beim Trinken ertappt wird, geschweige denn, das sie etwas anderes außer den täglichen Tee mit ihrem Onkel, oder dem einzigen anderen männlichen Verehrer, Ben Aldridge, einnimmt. Was ihr aber hätte zu denken geben sollen…
Hier kam dann der Grusel des Schauerromanes richtig schön zur Geltung, nächtliche komische Geräusche, die Kapelle, die Katharine schon zu Beginn durchqueren mußte, und die ihr suspekt war, der unheimliche Trogwynd, der angeblich für alle seltsamen Vorkommnisse im Schloß und Dorf als Erklärung herhalten mußte, ihre scheinbar auf Alkoholmißbrauch zurückführenden stundenlangen Aussetzer und die unheimlichen Gerätschaften und mechanischen Roboter ihres Onkels, die fast jeden Raum im Schloß belegten, vom seltsamen überfüllten Uhrenzimmer einmal ganz abgesehen.
Die Konstruktion des riesigen Schlosses beruht ja – nach eigenen Angaben der Autorin – auf einem englischen Vorbild, dem Welbeck Abbey – was wohl in seiner interessanten Architketur und exzentrischen Bewirtschaftung schon zu seiner Zeit für einigen Aufruhr sorgte. Ein unterirdischer Tanzzsaal, durch eine Glaskuppel beleuchtet, eine unterirdische Bibliothek, ein Anwesen, was nur durch einen langen Tunnel erreichbar war, schon eine historische Eigenheit und Sensation. Und ein Schloßbewohner, der seine Angestellten zu häufigem Rollschuhlaufen anhielt, außergewöhnlich…
Im Nachhinein kann ich sagen, daß mir die Auflösung am ehesten gefallen hat, die angebliche Alkoholsucht, die sich doch als langsame Laudanumvergiftung entpuppt, die böse Tante, der der Garaus durch den äußerst seltsamen Anwalt von Frederick gemacht wird, die 180° Umschwenkung der Haushälterin, die niemals zuvor auf Katharines Seite war, und das tragische Ende von Davy, der in Katharines Vergiftung eine große Rolle gespielt hat, ihr aber auch zur Entdeckung ihres wahren Peinigers hilft und letztendlich die zarte Liebe, die zwischen Katharine und Lane aufkeimt, das alles führt zu einem fast atemlosen Finale, indem nur das Letztgenannte ein kleinwenig unglaubwürdig ist.
Definitiv ist dieser Young Adult Roman ein gelungener Schauerroman, dessen Intensität man sich nur schwer entziehen kann, wäre da nicht das Manko der unausgereiften Hauptprotagonisten, die hoffentlich in der Fortsetzung eine zum Besseren hin gemachte Entwicklung durchleben werden. Oder es lag ausschließlich an der Autorin und ihre Figuren mußten in ihrem Erstling erst das Laufen lernen. An der Übersetzerin kann es meines Erachtens nicht gelegen haben, hat Bettina Arlt es doch vortrefflich verstanden hat, die Geschichte im Stile des Viktorianischen Zeitalters zu erzählen, in der es jungen Frauen von Katharines Stand nicht gestattet war, mit einem Gentleman auch nur ansatzweise etwas alleine zu unternehmen, aber da die Gesetzte in Stranwyne so nicht mehr gelten…
Wann die Fortsetzung im Deutschen erscheinen wird ist nicht bekannt, aber auf Englisch gibt sie es schon. Wer Young Adult Grusel mit Schauerelementen der Gotik, skurrile Erfinder und eigenbrötlerische Gehilfen mit künstlerischem Geschick, seltsame Haushälterinnen und fiese Antagonisten zu schätzen weiß, der sollte sich hier wohl fühlen. Aber leider ein Stern Abzug durch die stets unterkühlt wirkenden Hauptprotagonisten.
- Christoph Hardebusch
Die Stadt der Seher
(86)Aktuelle Rezension von: SteakschafDie Stadt der Seher erzählt die Geschichte des Straßenjungen und Diebes Marco welcher von den Sehern in ihre Obhut genommen wird. Das Buch erzählt aber auch von dem Krieg der vor Vastona herrscht. Zusätzlich ist es voller Geheimnisse welche ans Licht kommen wollen.
Der Schreibstil von Christoph Hardebusch gefällt mir gut. Das Geschriebene ist leicht verständlich auch wenn ich bei dem ein oder anderen Namen ein wenig gestolpert bin. Mir hat es besonders gefallen das die Kapitel nicht ewig lang waren. Somit hat das Buch das typische ach nur noch ein Kapitel Problem, das man es nicht aus der Hand legen mag.
Der Charakter Marco hat mir gut gefallen, er ist wissbegierig und will aus seinem Leben was machen. Er wirkt sehr dankbar das die Seher ihn aus der Gosse geholt haben. Dennoch will er sich nicht einsperren lassen.
Elena ist zu Beginn eher ruhig und wirkt sehr schüchtern, ich finde sie entwickelt sich in der Geschichte sehr gut weiter.
Die Geschichte Selbst hat mich leider nur so semi abgeholt. Der erste Teil Erdgebunden, erzählt viel von was in der Stadt passiert und vom Alltag, dies hat mich auf Dauer leider ein wenig gelangweilt. Der zweite Teil Blutbande hat mich dafür umso mehr gefesselt da dieser für mich mehr Handlung enthielt. Grade die Kampfszenen haben mir gut gefallen.
Die Stadt der Seher ist für mich ein solides Fantasybuch was nicht zu viele Fantasy Elemente enthält und dadurch gut für Anfänger im Fantasy Genre geeignet ist .
- Suza Kolb
Emil Einstein (Bd. 1)
(51)Aktuelle Rezension von: Feuerherzchen84Emil Einstein ist 6-Jahre alt und besitzt ein eigenes Erfinderlabor im Gartenhaus der Eltern. Hier lebt auch die Mäusedame Bertha, benannt nach Bertha Benz, der ersten Autofahrerin der Welt. Emil findet es blöd, das er sich nicht mit Bertha und dem Nachbarskater Leonardo unterhalten kann. Zudem gibt es noch ein mysteriöses Baumverschwinden im Wald, bei dem ihm der alte Waldkauz bestimmt helfen kann, wenn er ihn denn verstehen würde.
Ein sehr süßes Buch, mit schönen Illustrationen. Es hat meinen Kindern und mir sehr gut gefallen. Die Kapitel sind nicht zu lang und es ist kindgerecht erklärt. Es macht Spaß vorzulesen und die Kinder können dem Geschehen gut folgen.
- Bernd Michael Grosch
Mein Freund Zimmermann
(14)Aktuelle Rezension von: de_schwobNoch nervt kein ständig klingelndes Handy, stattdessen kann der Leser sich auf den ständig nervenden Zimmermann konzentrieren. Die Geschehnisse handeln zwar in einer länger zurückliegenden Zeit, doch vielleicht ist gerade das das so anheimelnd wirkende. Ich könnte mich immer noch kringeln, wenn ich mich nur an die Beschreibung des kokosnuss-köpfigen Zimmermann erinnere. Die Geschichten dieses Buches sind derart interessant und meistens mit überraschendem Ende erzählt, dass die Komik der Eskapaden des durchgeknallten Zimmermann nur noch gesteigert wird. Ich werde dieses Buch mit Sicherheit noch oft zur Hand nehmen, da die leichten Schwächen der ersten beiden Geschichten vom Rest mehr als wett gemacht werden. Darum die vollen fünf Sterne.
- Jo Nesbø
Doktor Proktor und das beinahe letzte Weihnachtsfest
(2)Aktuelle Rezension von: KinderbuchkisteEine Vorweihnachtliche, fantasievolle, spannende Geschichte
für Kinder ab etwa 8 Jahren und zum Vorlesen ab 5 Jahren
Kaum zu glauben, das es jemanden auf der Welt geben könnte, der bestimmen darf wer Weihnachten feiern darf.
Doch Jo Nesbös neue Geschichte erzählt genau von so einem Vorfall.
Der König von Norwegen war in Geldnot und überlegte was er tun könne um schnell an viel Geld zu kommen. So kam es, das er die Rechte am Weihnachtsfest an einen sehr unangenehmen Zeitgenossen verkaufte.
Ihr denkt das geht doch gar nicht. Weihnachten gehört doch niemandem, da kann feiern wer will, ihr irrt euch, zumindest in unserer Geschichte ist dies passiert. Herrn Thrane kauft dem König die Rechte an Weihnachten ab und bestimmt, das nur diejenigen, die für mindestens 10.000 Kronen, das sind etwa 1000,-€ in seinen Warenhäusern Geschenke einkaufen Weihnachten feiern dürfen. Niemand darf all das was Weihnachten ausmacht ohne Genehmigung machen. Es dürfen keine Weihnachtslieder gesungen werden, keine Plätzchen gebacken, Geschenke gebastelt werden. Es darf keine weihnachtliche Veranstaltung geben, kein Weihnachtsessen zubereitet und kein Weihnachtsgottesdienst gefeiert werden. Selbst frohe Weihnachten darf man dem anderen nicht wünschen ohne Genehmigung, die an die Kaufauflage gebunden ist.
Doktor Proktor unser schrullige, aber herzensguter Erfinder, Juliette, die gute Seele des Hauses und die beiden Kinder Bulle und Lise tanzen gerade ausgelassen zur Radiomusik als genau diese Sondermeldung plötzlich durch den Äther schallt.
Ein böser Traum, ja das muss es sein. Das kann unmöglich wahr sein. Da hat sich jemand einen bösen Scherz erlaubt, könnte man nun meinen, doch leider ist es nicht so. Der geldgierige, fiese Herr Thrane beliebt es nicht zu scherzen.
Doch wer hat so viel Geld sich Weihnachten zu kaufen?
Kaum einer. Das Fest des Friedens weicht dem schnöden Mammon? Das kann nicht , darf nicht sein also beschließen Dr. Proktor und seine Freunde das Weihnachtsfest zu retten.
Doch wie kann das gelingen?
Vielleicht mit Hilfe einer neuen Erfindung?
Doch ist das so schnell möglich.
Doktor Proktor hat so eine Idee, aber dafür benötigt er nicht nur die Hilfe seiner Freunde. Nein, er muss noch jemanden finden. Jemanden der mit Weihnachten unmittelbar zu tun hat.
Wer das wohl sein mag?
Hatten sie noch kurz vor der Radiomeldung über den Weihnachtsmann und seine Existenz oder nicht Existenz gesprochen war klar hier kann nur der Weihnachtsmann, wenn es ihn denn dann doch vielleicht gibt, helfen.
So machen sich der Erfinder und die Kinder auf den Weg in ein recht dusteres Viertel der Stadt und....
Nein, ich will hier ja nicht alles verraten.
Aber etwas verrate ich hier dann doch noch. Um Weihnachten zu retten bedarf es auch des Pupspulvers und sehr viel Zeitseife, doch die ist fast alle und auch wenn Doktor Proktor gerade eine flüssige Variante der Seife gebraut hat fehlt ihm doch das Grundmaterial doch die Rezeptur hat er nicht.
Ob es ihnen trotz aller Widernisse gelingen wird das Fest zu retten?
Wir dürfen gespannt sein.
Also ran ans Buch und lesen!
Übrigens , Per Dybvig, einer der besten Kinderbuchillustratoren Norwegens hat die sehr skurrilen wirkenden, witzigen Zeichnungen, die die Erzählung begleiten illustriert.
Sie lockern nicht nur optisch die Seite auf sondern visualisieren Schlüsselszenen der Geschichte und erzählen kleine Geschichten am Rande. Durch den besonderen, sehr eigenwilligen, witzigen Stil gibt es immer wieder Momente, in denen wir beim Lesen pausieren um die Illustration auf zu nehmen. - Allen Kurzweil
Das Geheimnis des Erfinders
(8)Aktuelle Rezension von: kassandra1010In diesem Buch geht es um Rätsel, Mystik und um Überzeugung! Page, ein wunderbarer Erfinder, tritt mit einer bezaubernden Maschine in Frankreich auf und bringt das Zeitalter ins Wanken.
Doch es ist ja bekanntlich nicht alles Gold was glänzt und Page treibt es ein klein wenig zu weit. All sein Wissen hat er von einem umtriebigen Abbe gelernt und der hat ihm nicht nur das Wissen um die Mechanik mitgegeben...
Bezaubernd, magisch und mit voller Überzeugung! - James Moriarty
Die Wahrheit über Sherlock Holmes
(13)Aktuelle Rezension von: DupsiHier kommt sie nun endlich, die Wahrheit über die zahlreichen Fälle, die Sherlock Holmes laut Arthur Conan Doyle gelöst haben soll. In Wahrheit wurden so gut wie alle diese Verbrechen, die Holmes so meisterhaft gelöst hat oder in manchen Fällen auch nicht gelst hat, von Professor James Moriarty verübt. Holmes’ ärgstem Widersacher- In Doyles Romanen schändlich falsch dargestellt, meldet sich nun Moriarty persönlich zu Wort, mit Hilfe seiner gesammelten Unterlagen, die von Colonel Moran zusammengetragen wurden. Er räumt auf mit Sherlock Holmes’ angeblichen Scharfsinn, erklärt, was eigentlich hinter den Fällen gesteckt hat. Ich kenne leider (noch) nicht alle Fälle, die Holmes zusammen mit seinem Gefährten Dr. Watson gelöst hat, wodurch ich einige Berichte Moriartys nicht zuordnen konnte, aber trotzdem war dieses kleine Büchlein eine interessante und amüsante Lektüre für mich. Der Aufbau und die Gestaltung des Buches sind ansprechend, bewusst auf alt gemacht, es wird viel mit Bildern gearbeitet. Amüsant waren auch die Anmerkungen Morans, die mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht haben. Als Fan von Sherlock Holmes war die Lektüre dieses Büchleins eine Abwechslung für mich, da der Meisterdetektiv einmal nicht in den Himmel gelobt wird, sondern im Gegenteil eher abfällig über ihn gesprochen wird. Wer also mal „die andere Seite“ kennen lernen möchte, sollte dieses Buch lesen. Es ist jedoch hilfreich, wenn man sich, zumindest oberflächlich mit den Fällen auskennt, die Sherlock Holmes gelöst hat- Außerdem sollte man das Buch nicht allzu ernst nehmen und es als das sehen, was es ist, eine amüsante Lektüre, mit der man den Tag gut rumbringen kann. - Susanne Rebscher
Leonardo da Vinci
(4)Aktuelle Rezension von: Dr_MMich hat an diesem Buch zunächst einmal interessiert, ob es der Autorin tatsächlich gelingt, den genialen Leonardo so zu erklären, dass ein Kind im Alter zwischen 11 und 13 Jahren auch tatsächlich ein wenig die Bedeutung dieses großartigen Künstlers und Ingenieurs zu verstehen lernt. Kinder sehen unsere Welt mit einer Selbstverständlichkeit als gegeben an, die es nicht leicht macht, ihnen technische Entwicklungen nahe zu bringen, die vor über 500 Jahren stattfanden.
Susanne Rebscher entschied sich für das Gesamtbild von Leonardos Werk. Das entspricht dem Titel und wohl auch den Erwartungen, die man in ein solches Buch setzt. Ihre Art der Umsetzung kann man in diesem Zusammenhang nur großartig finden, jedenfalls vom Standpunkt eines Erwachsenen. Was Kinder aus diesem Buch tatsächlich mitnehmen, ist hingegen eine ganz andere Frage, denn sie betrachten dieses Buch ganz anders. Sie kennen in der Regel weder Leonardo da Vinci, noch wissen sie tatsächlich etwas Belastbares aus seiner Zeit. Für sie wird Leonardo nach dem Betrachten dieses Buches ein cooler Erfinder und Zeichner sein, der in einer längst vergangenen Zeit lebte, die sie sich nicht wirklich vorstellen können. Aber nun kennen sie ihn. Und das ist am Ende genau der Zweck solcher tollen Bücher.
Für einen geringen Preis bekommt man ein wunderbar aufgemachtes und für Kinder lehrreiches und vor allem interessantes Buch. Es setzt für sie einen ersten Reiz und bildet so vielleicht ein Puzzleteil, an das sich später möglicherweise andere Teile anschließen. Und das macht es hervorragend.























