Bücher mit dem Tag "erfinder"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "erfinder" gekennzeichnet haben.

149 Bücher

  1. Cover des Buches Extrem laut und unglaublich nah (ISBN: 9783596169221)
    Jonathan Safran Foer

    Extrem laut und unglaublich nah

     (1.233)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Die Geschichte des kleinen Oskars auf der Suche nach Antworten hat mich sehr mitgenommen. Ich musste immer wieder innehalten und nachdenken. Nichts zum eben mal durchlesen. Sehr bewegend und emotional.

  2. Cover des Buches Die Mechanik des Herzens (ISBN: 9783442747801)
    Mathias Malzieu

    Die Mechanik des Herzens

     (436)
    Aktuelle Rezension von: Heidelperle

    Was soll ich sagen. Dieses Buch lässt gemischte Gefühle zurück. Im guten Sinn, denn schlecht fand ich es nicht. Aber es war skurril. Anders. Definitiv keine Mainstream-Romantik. Der Klappentext hat schon ganz recht, wenn er behauptet, dass dieses Buch dem Stil von Tim Burton nahe kommt.

    Wir begleiten Jack durch sein Leben mit einer Kuckucksuhr als Prothese für sein krankes Herz. Diese Prothese macht ihm so manches Mal Ärger, aber allem voran darf er sich auf keinen Fall verlieben, denn diesen Schmerz würde die Prothese nicht aushalten. Aber wie man es kennt, verliebt er sich natürlich trotzdem. Und zwar in eine kleine Sängerin, die überall gegen stößt.

    Der Schreibstil des Buches ist einer Erzählung ähnlich, ich hatte trotz der gewählten Ich-Perspektive einen gewissen Abstand zu den Figuren. So manches Mal kochten doch mehr Gefühle hoch, aber alles in allem beschreibt Malzieu eher, als dass er zeigt. Dieser Stil wird von vielen bei dem Buch bemängelt, ich fand ihn hier jedoch überhaupt nicht störend. Viel mehr hat er dafür gesorgt, dass ich nur so durch die Seiten fliege. Die eindringlichen und besonderen Beschreibungen, die der Autor verwendet, sind einzigartig wie Schneeflocken und so manches Mal auch etwas verwunderlich. Aber gerade diese ungewöhnlichen Beschreibungen sind das, was den Charme dieses Buches ausmacht, meiner Meinung nach. Sie malen Bilder in den Kopf, die nicht nur flüchtige Vögelchen sind, die schnell wieder davonfliegen sondern bleiben. Ich glaube, an dieses Buch werde ich mich ewig erinnern.

    Die Figuren hatten allesamt ihre Ecken und Kanten. Zwar war ich ihnen aufgrund des Erzählstils nicht so nah, dennoch hatten sie Tiefe und ich konnte sie meistens nachvollziehen, in ihren Handlungen und ihrem Denken.
    Jack ist ein ungeduldiger Junge, der keine Ahnung von der Liebe hat und sie trotz der Gefahr für sein Herz nicht aufgeben möchte.
    Miss Acacia, die kleine Sängerin, ist ein aufstrebender Stern am Flamencohimmel und so zierlich und zart wie ein kleines Vögelchen, was nicht zuletzt an Malzieus grandiosem Stil zu erzählen liegt.
    Jack findet ein paar Freunde, macht sich ein paar Feinde. An einer bestimmten Stelle war ich dann auch der Meinung, dass dieses Buch nicht unbedingt für Kinder geeignet ist, wer es kennt, weiß, welche Stelle ich meine. Wer es nicht kennt, wird wohl selbst herausfinden müssen, welche Stelle das ist.

    Beeindruckt hat mich vor allem das Ende. Achtung Spoiler: Wir haben hier kein Happy End. Das ist wahrscheinlich das, was mir am meisten an dem Buch gefallen hat, auch wenn es sehr traurig war. Doch ich habe ein faible für Bücher ohne glückliche Enden, weil sie so rar gesäht sind.

    Ich weiß nicht, ob ich dieses Buch noch einmal lesen würde, aber es hat mich definitiv beeindruckt und wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben. Außerdem möchte ich mehr von diesem Autor lesen. Wenn seine anderen Bücher genauso gut sind wie dieses, kann ich mich auf was freuen.

  3. Cover des Buches Die Landkarte der Zeit (ISBN: 9783499253195)
    Félix J. Palma

    Die Landkarte der Zeit

     (626)
    Aktuelle Rezension von: gabelingeber

    Klappentext: Eine Reise durch die Jahrhunderte. Eine Liebe ohne Grenzen. Eine Geschichte voller Wunder.
    London, 1896: Die Vergangenheit ändern, die Zukunft sehen – alles scheint möglich durch Expeditionen in die vierte Dimension. Andrew, ein wohlhabender Fabrikantensohn, reist in der Zeit zurück, um seine grosse Liebe vor Jack the Ripper zu retten. Claire, frustriert vom viktorianischen London, flieht dagegen in die Zukunft – und verliebt sich dort. Inspektor Garrett jagt einen Mörder, der mit Waffen tötet, die noch gar nicht erfunden wurden. Alle Fäden der Geschichte laufen zusammen bei einem dämonischen Bibliothekar. Denn nur er kennt das Geheimnis der Landkarte der Zeit ... 

    Meine Empfehlung: Nicht dringend, nicht zwingend, doch durchaus unterhaltend.

    Die Landkarte der Zeit ist ein historischer Roman. Obwohl er zur Hauptsache von Zeitreisen handelt, ordne ich ihn nicht der Science-Fiction zu.
    Warum - das sollte nicht verraten werden. Denn Die Landkarte der Zeit ist eines jener Bücher, die von ihren unerwarteten Wendungen lebt.

    Es gliedert sich in drei Teile, in jedem stehen jeweils andere Hauptfiguren im Mittelpunkt, die Teile werden allerdings verbunden durch das Thema (eben Zeitreisen) und durch zwei Nebenfiguren: den skrupellosen Zeitreise-Unternehmer Gilliam Murray und den Schriftsteller H.G. Wells, Autor des Romans Die Zeitmaschine, deren Konkurrenzkampf sich wie ein roter Faden durch die drei Episoden zieht.

    Palmas Roman ist vertrackt und gegen Ende auch verschachtelt, der Autor tritt immer wieder ins Zentrum und enpuppt sich als gottgleicher Manipulator, der auch die Leserschaft in der Hand hat.
    So wird dem Leser je länger je klarer, dass er eigentlich einen Roman über die Erzeugung und Wirkung von Fiktion vor sich hat, und dass ein Machtgefälle zwischen dem Autor und seinen Lesern besteht. Das ist amüsant, verwirrend und anregend zugleich, denn Palmas zieht einem immer wieder den Boden unter den Füssen weg, meist dann, wenn man glaubt, die Geschichte durchschaut zu haben.

    Erzählt werden drei Episoden, die in Englands viktorianischer Epoche spielen, man wird als Leser gleichsam dahin manipuliert, die utopischen Geschehnisse um die Zeitreisen aus der Sicht der Menschen jener Zeit zu betrachten. Dabei gelingt dem Autor ein äusserst lebendiges und plastisches Zeitbild, welches das Denken und Empfinden der Leute von damals nachvollziehbar macht.

    Palmas zeigt sich als oft wortgewaltiger, manchmal aber auch einfach nur geschwätziger Autor. Im zweiten Teil gerät er immer öfter ins Schwafeln, und dabei wiederholt er sich - da wird man den Eindruck des "Streckens" nicht los (ob der Verleger einen seitenstarken Wälzer bestellt hat?). Tatsächlich hätte dem Roman an manchen Stellen eine Straffung gut getan - ich war mehrmals drauf und dran, das Buch wegzulegen. Doch davon hat mich der interessante Inhalt und die Fähigkeit des Autors, im richtigen Moment eine Überrschung einzubauen, abgehalten. Zu Glück, denn in der Gesamtsicht ist Die Landkarte der Zeit ein lohnenswertes, anregendes Buch - vor allem für Leute, die Freude an der Metaebene haben; Fans von echten Zeitreisegeschichten rate ich eher von der Lektüre ab, denn die kommen nicht wirklich auf ihre Kosten.

    Am Schluss des Buches wird zudem klar, dass Félix J. Palmas eine Hommage an den grossen britischen Schriftsteller H.G. Wells im Sinn hatte.
    Da ich zufällig kurz vor Lesebeginn die deutsche Neuübersetzung von Wells Krieg der Welten gekauft hatte, wird dies mein nächste Lektüre. 

    Die Landkarte der Zeit ist aktuell im Buchhandel bestellbar.

  4. Cover des Buches Steve Jobs (ISBN: 9783442744916)
    Walter Isaacson

    Steve Jobs

     (220)
    Aktuelle Rezension von: PhaedrusBold

    Einfach Wow.

    Bevor ich dieses Buch gelesen habe, wusste ich nicht viel über Steve Jobs. Er hat Apple gegründet und es gibt dieses Video auf YouTube, als er das erste iPhone vorstellt.

    Deshalb hat mich dieses Buch umso mehr begeistert. Einfach unglaublich wie Steve Jobs die Welt geprägt hat und wo er überall seine Finger mit drin hatte.

    Verbunden mit einer sehr guten und auch sehr detaillierten Erzählweise des Autors ist dieses Buch einfach eine Pflichtlektüre in der heutigen Zeit. Auch wenn man, wie ich, ein Windows und Android Nutzer ist.

    Also das Buch ist eindeutig eine absolute Empfehlung!

  5. Cover des Buches Timeless - Retter der verlorenen Zeit (ISBN: 9783570174470)
    Armand Baltazar

    Timeless - Retter der verlorenen Zeit

     (80)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Durch eine Katastrophe sind Zeit und Raum implodiert und eine neue Erde ist entstanden. Eine Erde, in der alle Epochen gleichzeitig existieren. Das ist der Hintergrund zu TIMELESS.  Die Geschichte spielt in einem Chicago, dass nur noch mit Booten befahrbar ist, weil die Stadt von einem alten Urozean überdeckt ist- urbanes Venedig Gefühl! Die Stadt ist gut nach draußen abgesichert, denn Dinosaurier treiben wieder ihr Unwesen in der Welt- Gruselfaktor! Auf die uns bekannte Technologie wie Smartphones oder Computer kann man sich nicht mehr verlassen, daher wird wieder auf Dampftechnologie gesetzt- viktorianische Steampunkeinflüsse! Jetzt gibt es noch die Querschläger: gute, alte Zeitpiraten, die durch Zeitreisen den alten Zustand der Erde wieder zurück wollen- Zeitpiraten! Dabei sind die jungen Hauptcharaktere, die in zu Booten umgebauten BMW Isettas (Old-Timer!) und Hoverboards immer cool unterwegs sind, immer so mit der Handlung verknüpft, dass man gerne um sie bangt. Dieses unkonventionelle Setting ist dabei zufriedenstellend erklärt und man kann sich nach kurzer Eingewöhnungszeit in diese spannende, neue Welt hineinversetzen! Dazu helfen auch die unglaublich gut inszenierten Illustrationen, die einen nicht unwesentlichen Teil im Buch ausmachen.   Genießt die Bilder. Ihr entdeckt immer neue Details und werdet absolut in diese Welt eingesogen. Dieses Buch ist das Beste in Sachen Science Fiction was mir seit einer ganzen Weile in die Finger gekommen ist!                            

  6. Cover des Buches Percy Jackson erzählt: Griechische Heldensagen (ISBN: 9783551556714)
    Rick Riordan

    Percy Jackson erzählt: Griechische Heldensagen

     (107)
    Aktuelle Rezension von: PhaedrusBold

    Wie schon bei den Göttersagen ist auch hier wieder wichtig, dass man hier keinen regulären Band der Percy Jackson Reihe erwarten darf. Dies ist lediglich eine unterhaltsame Ergänzung zur eigentlichen Reihe und zielt primär darauf ab, die griechische Mythologie übersichtlich und mit dem Charme von Percy Jackson darzustellen.

    Und genau das ist hier wieder gelungen. Einfach eine gelungene Ergänzung zu den Griechischen Göttersagen. Ich fand das Buch sehr unterhaltsam und hat somit klar 5 Sterne verdient.

    Wer sich hier noch über die teilweise ähnlichen Geschichten beschwert, hat wahrscheinlich nicht verstanden, dass Rick Riordan sich diese Geschichten nicht ausgedacht hat, sondern einfach nur "neu interpretiert" hat.

  7. Cover des Buches Malou - Diebin von Geschichten (ISBN: 9783646602630)
    Lisa Rosenbecker

    Malou - Diebin von Geschichten

     (88)
    Aktuelle Rezension von: Lubig2
    Genialer Plott!
    Das Universum - Verzeihung, das Litersum dieses Buches ist sehr ausgereift und sprüht nur so vor Ideen. Ich mag die Annahme, dass die diversen Buchwelten lebendig sind und besucht werden können. Auch finde ich es sehr spannend, wie die Autorin sich die Verbindungen zwischen realen Menschen und Buchcharakteren vorstellt.
    Diese Bureals haben unterschiedliche Kräfte und Malou ist als Anti-Muse eine davon.
    Malou ist mir sehr sympathisch. Sie macht ihren Job als Anti-Muse nur ungern und unter Gewissensbissen. Als dann die Leute, für die sie Aufträge erhalten hat, in Schwierigkeiten geraten, nimmt die Geschichte Fahrt auf.
    Durch einen dummen Zufall gerät sie ins Visier von Scottland Yard.
    Und schon bald überstürzen sich die Ereignisse. Ausgerechnet Lansbury, der sie erst als Verdächtige ins Spiel gebracht hat, soll sie beschützen.

    In sehr gut durchdachten Aktionen und in angenehmer Sprache zündet Lisa Rosenbecker ein Ideenfeuerwerk, das es in sich hat.
    Die Figuren sind liebenswert und bleiben glaubwürdig. Sich anbahnende Liebeleien entstehen nicht Hals über Kopf, sondern bekommen Raum sich langsam zu entwickeln.
    Der Krimi in der Geschichte ist von außen nicht lösbar und so lotst einen die Autorin von Kapitel zu Kapitel und man kann das Buch nicht weglegen, weil man immer denkt: nur noch eins, dann weiß ich bestimmt mehr ...
    So ging es mir auf jeden Fall. Die Autorin hatte mich am Gängelband, bis ich endlich durch war.
    Der Showdown hat es in sich und bleibt auf einem Level mit dem Rest der Geschichte.

    Fazit:
    Absolut lesenswertes, total verrücktes Buch über die Auswirkungen von Einmischungen von Buchcharakteren in unserer Welt.

    Es war übrigens nicht mein erstes Buch von Lisa Rosenbecker und es wird bestimmt nicht mein letztes sein:
  8. Cover des Buches Der kleinste Kuss der Welt (ISBN: 9783570585474)
    Mathias Malzieu

    Der kleinste Kuss der Welt

     (105)
    Aktuelle Rezension von: Sandrica89

    Bis jetzt kannte ich nur "Die Mechanik des Herzens" vom Autor und diese Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Für mich war klar, dass ich noch mehr von diesen außergewöhnlichen Geschichten lesen wollte, und so stieß ich auf diese. Eine Frau, die verschwindet, sobald man sie küsst? Ich war sehr neugierig und freute mich diese Welt kennenzulernen.

    Ein depressiver Erfinder erblickt eine wunderschöne Frau, die ihn sofort in den Bann zieht. Aber er ist zu schüchtern, um irgendetwas zu sagen. Also gibt er ihr einen flüchtigen Kuss, aber in diesem Moment verschwindet das Mädchen völlig spurlos. Der Erfinder will sie unbedingt wiederfinden und bittet einen pensionierten Detektiv,  mit seinem außergewöhnlichen Papagei, um Hilfe. Wird es ihm gelingen, die unsichtbare Frau wieder zu finden? 

    Das war wirklich eine ganz besondere Geschichte. Eine Frau verschwindet, wenn man es küsst. Aber wie ist das möglich und warum taucht sie nicht mehr auf? Weil das Mädchen unsichtbar ist und wir kaum etwas über sie wissen, wirkt sie sehr geheimnisvoll. Die Apothekerin möchte dem Erfinder helfen und gibt ihm die Kontaktdaten eines Detektivs, der sich auf außergewöhnliche Fälle spezialisiert hat. Er besitzt einen besonderen Papagei, der die Spur von jedem finden kann. Manchmal sehr lustige Momente mit dem verrückten Vogel. Der Erfinder ist ein hoffnungsloser Romantiker und verliert sich schnell selbst. Er hat oft melancholische Momente, gibt aber nicht auf. Er will die Frau unbedingt finden. Die Frau selbst, Sobralia, hat Angst, aufgrund ihrer "Gabe", vor Liebe oder sich einfach zu verlieben. Das ist verständlich und ich konnte es sehr gut nachvollziehen, was sie auch sehr authentisch macht. Und genau das macht diese Liebesgeschichte aus. Er kann sie nicht sehen, nur hören und fühlen. Das ist eine sehr wichtige Botschaft, denn man liebt nicht das Aussehen eines Menschen, sondern sein Herz. Das Ende hat mich umgehauen. Einerseits habe ich es geahnt, aber andererseits war es doch irgendwie eine unerwartete Wendung.

    Eine melancholische, aber romantische und geheimnisvolle Geschichte. Ich empfehle es allen, die außergewöhnliche Geschichten mit tiefgründigen Botschaften mögen.

  9. Cover des Buches Der Gentleman (ISBN: 9783351036737)
    Forrest Leo

    Der Gentleman

     (54)
    Aktuelle Rezension von: TheSaint

    Lionel Lupus Savage ist ein 22jähriger fauler Aristokrat, der in London des Jahres 1850 lebt und sich als begnadeter Dichter sieht. Als ihm sein treuer und als Vaterersatz dienender Butler Simmons eines Tages nach der Äußerung, er wolle sich ein Boot kaufen, mitteilt, dass kein Geld mehr vorhanden sei, ist guter Rat teuer... Für einen Gentleman kommen Handwerksberufe selbstverständlich nicht in Frage - auch Handel ist keine angemessene Tätigkeit... und klingt außerdem erbärmlich. Um also das große Haus am Pocklington Place erhalten und die Internatskosten seiner 16jährigen Schwester Lizzie bestreiten zu können hilft nur eins: reich zu heiraten...

    Schlussendlich stößt er in der vermögenden Familie der Lancaster's auf Vivien, von der er sehr angetan ist und die seinem Werben nachgibt. Bald ist geheiratet und das Einkommensproblem scheint gelöst. Doch die Liebe verblasst recht schnell und damit einher kommt eine immense Schreibblockade. Als Vivien wieder eine ihrer Gesellschaften gibt und sich ein sehr sympathischer und gutaussehender Gentleman zu Lionel in sein Arbeitszimmer verirrt, wo sich der Herr des Hauses Selbstmordgedanken hingibt, ist diesem freundlichen Herrn, der allem Anschein nach der Teufel höchstpersönlich zu sein scheint, im Zuge einer philosophischen Unterhaltung schnell die Ehefrau versprochen... Lionel wird sich seiner wahren Gefühle über Vivien erst bewußt, als diese plötzlich unauffindbar ist...

    Der Debütroman des 27jährigen Forrest Leo, der in einer Blockhütte in Alaska aufwuchs, ist eine Komödie über die Liebe, die Kunst und das viktorianische England. Sein zuerst als Theaterstück verfasster Roman serviert schmunzelnde und intelligent pointierte Dialoge sowie vier Duelle in vier Tagen und eine Reihe exquisiter Figuren: Eine sehr direkte und forsche frühreif erscheinende Schwester, einen jungen Flugmaschinen bauenden Erfinder sowie einen gutaussehenden Abenteurer - den Bruder der verschwundenen Vivien Lancaster. Allesamt jedoch werden von dem souveränen Majordomus des Hauses überstrahlt und in den Schatten gestellt: Die Auftritte des Butlers Simmons sind stets ein Lacher.

    Es gäbe einen Stern mehr, doch dem Roman ist zu intensiv anzumerken, dass er von einem Theaterstück abgeleitet wurde. Trotz des höchst vergnüglichen überspitzten Schreibstils vermag es der Autor nicht, die Qualität durchgehend zu halten und das Auf und Ab der Unterhaltung lässt das kurzweilige und unterhaltsame Lesevergnügen holprig erscheinen. Amüsant die Idee des jungen Debütanten, die Erzählung Lionel's, welche von seinem Cousin Hubert Lancaster veröffentlicht wird, mit Fußnoten zu versehen. Dadurch entspinnt sich eine Geschichte in der Geschichte und vermag einen anderen Blickwinkel als den des jungen faulen Aristokraten zu vermitteln.

  10. Cover des Buches Die Stadt der Seher (ISBN: 9783608939187)
    Christoph Hardebusch

    Die Stadt der Seher

     (84)
    Aktuelle Rezension von: phantastische_fluchten

    Marco ist ein Straßenjunge, der in der Stadtrepublik Vestona lebt. Sein Leben besteht aus Diebstahl und Flucht und der ewigen Angst vor der Wache. Er hat keine Zukunft, er ist einer der unzähligen Armen, die ihr Leben in der reichen Stadt fristen, deren Reichtum nur für einige wenige bestimmt ist. 

    Eines Tages wird er auf frischer Tat bei einem Diebstahl ertappt und in den Kerker geworfen. Sein Schicksal scheint besiegelt, bis sich die Tür der Kerkerzelle öffnet und »Bruder Giate« aus dem Orden der Seher vor ihm steht und ihm ein verlockendes Angebot unterbreitet. Ein Bett, jeden Tag warme Mahlzeiten und Sicherheit, wenn er dem Orden Beitritt. Marco denkt nicht lange darüber nach. Zu lange hat er auf eine Chance gewartet, seinem elenden Leben zu entfliehen und nun scheint sie gekommen. 

    Im Orden übernimmt er einige Aufgaben, am liebsten sind ihm die Botengänge, die es ihm ermöglichen, durch seine Stadt zu streifen.  Auf einem dieser Streifzüge lernt er das Mädchen Elena kennen, mit der er sich anfreundet. Zwei weitere Personen begegnen ihm, die sein Leben für immer verändern werden. Den Erfinder Zalvado und den Elf Caronix. Zusammen kommen sie hinter das Geheimnis des Ordens. 

    Während die Stadt von Herzog Solare, genannt der schwarze Herzog, angegriffen wird, versuchen die vier Freunde alles, um dem Orden Einhalt zu gebieten.

     

    Kommentar: 

    Die Geschichte hat sehr viel Potenzial und nachdem ich das Buch beendet hatte dachte ich: Das war es? Es bleiben sehr viele Fragen offen, über manche Personen und Ereignisse hätte ich gerne sehr viel mehr erfahren. So war es eine nette, durchaus spannende Geschichte, bei der mir aber deutlich die Tiefe gefehlt hat. 

    Der Autor springt zwischen zwei Handlungssträngen hinterher. Zwischen den Ereignissen in der Stadtrepublik Vestona und dem nahendes Heereszug des schwarzen Herzogs. Dieser hat auf seinem Weg nach Vestona schon viele Städte besiegt und es scheint, dass ihn  niemand aufhalten kann. Hier bleiben alle Figuren sehr undurchsichtig. Der Herzog scheint ein kriegslüsterner Eroberer zu sein, der grausam und brutal seinen Weg geht. Sein Spion Ombro bleibt völlig undurchschaubar, man weiß nie ob er wirklich zum Herzog steht oder nicht. 

    In Vestona sind es Marco, Elena, Zavaldo und Caronix, die von den Ereignissen in und vor der Stadt überrollt werden. Vestona erinnert stark an Venedig und für Zalvado stand eindeutig Leonaro da Vinci Pate. Caronix ist ein nicht unbedingt ein typischer Elf. Er hat eine freche Zunge, wirkt lebenslustig, trinkt viel und gilt als der beste Fechtkünstler der Welt. Hinter diesem oberflächlichen, frechen Kerl steckt allerdings eine Tragik, die sich dem Leser erst nach und nach erschließt. Er ist hier meine Lieblingsfigur. 

    Zalvado ist ein verkanntes Genie, ein Künstler und Erfinder, dessen Traum es ist, eine Flugmaschine zu bauen. Elena entpuppt sich als sehr talentiert in Sachen Technik und Mathematik und sie hilft Zalvado bei seinen Berechnungen. Zalvado lehrt die beiden Jugendlichen lesen und schreiben und zeigt ihnen, dass die Welt aus mehr besteht als ein Dasein zu fristen. 

    Sehr lange Zeit erschließt sich dem Leser nicht, wie die zwei Handlungsstränge zusammen passen. Nebenher gibt es immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit, die wesentlich ausführlicher und informativer hätten sein können. So bleibt die ganze Handlung leider sehr oberflächlich und man denkt sich oft: Ok, was sollte das jetzt, warum..wieso ...weshalb... 

    Wie kann es sein, dass Marco, der doch dem Orden dient, so viel Zeit bei Zalvado verbringen oder mit Elena durch die Stadt streifen kann? Wie kann Elena, die in einer Fabrik arbeitet, noch die Zeit und Energie aufbringen, abends durch die Stadt zu streifen? Das Setting ist mittelalterlich und es ist bekannt, wie sehr die Arbeiter damals schuften mussten oder ausgebeutet wurden. Das Leben war ein täglicher Kampf um das Überleben. diese Leichtigkeit der beiden Jugendlichen wirkt nicht unbedingt glaubhaft. Aber das sind nur Kleinigkeiten, die irritieren. 

    Der Autor erzählt flüssig und spannenden eine leichte, etwas oberflächliche Geschichte, die man gerne liest aber auch schnell wieder vergisst. Es war irgendwie alles schon einmal da und teils besser. Ich nenne als Beispiel mal Stravaganza, die Stadt der Masken. Ein ähnliches Setting aber Charaktere mit mehr Tiefe und eine überzeugendere Handlung. 

     

    Fazit : 

    Alles in allem ein nettes Buch, mit einer leichten Geschichte, die gut unterhält, der es aber an Tiefe fehlt und die teilweise vorhersehbar war. Das Cover ist genial und verspricht viel. Ich mag die Bücher aus der Hobbit Presse, dies war das erste Buch, das mich tatsächlich etwas enttäuscht hat. 

    Man fragt sich als Leser dann schon, warum Christoph Hardebusch bei einem so renommierten Verlag veröffentlichen kann und Autoren wie Pascal Wokan oder Dane Rahlmeyer, deren Romane unvergleichlich spannend und innovativ sind, als Selfspublisher veröffentlichen. 

    Für Einsteiger in die Fantasy, die etwas leicht lesbares suchen, ist dieses Buch sicher eine Empfehlung, für Fantasyleser vom harten Schlag ist diese Geschichte zu seicht und vorhersehrbar.

  11. Cover des Buches Die Vermessung der Welt (ISBN: 9783499332708)
    Daniel Kehlmann

    Die Vermessung der Welt

     (3.399)
    Aktuelle Rezension von: Kagali

    Zu Schulzeiten hatte ich mal einen Auszug aus Die Vermessung der Welt im Deutschunterricht gelesen und fand damals diesen sehr interessant. Nun, einige Jahre später, entdeckte ich das Buch in einem Laden als Mängelexemplar und nahm es, mich meines alten Interesses erinnernd, kurzerhand mit. Doch konnte mich der Rest des Buches ebenso überzeugen, wie seinerzeit der Abschnitt?

     

    Zwei, die auszogen, die Welt zu erforschen 

    Bei dem Buch handelt es sich um eine fiktive Biografie von  dem Naturforscher Alexander von Humboldt und dem Mathematiker Carl Friedrich Gauß. An dieser Stelle sollte das fiktiv nochmals betont werden! Der Autor nimmt sich nämlich so einige künstlerische Freiheiten heraus, wenn er über die Leben dieser großen Denker berichtet. Das sollte einem beim Lesen stets bewusst sein.


    Der Stil ist auf den ersten Blick eigenwillig, denn er verzichtet komplett auf direkte Rede. Dialoge gibt es natürlich schon, auch nicht zu knapp, sie werden aber ausschließlich in indirekter Rede wiedergegeben. Das ist zunächst gewöhnungsbedürftig, aber man gewöhnt sich daran und nach einer Weile fand ich diesen Stil sogar recht interessant, gerade auch in Kombination mit dem Humor, der in diesem Buch deutlich spürbar ist und mich auch das ein oder andere Mal zum Schmunzeln gebracht hatte.

    Die erste Hälfte des Romans war ich daher auch sehr angetan von dem Buch, wobei ich dennoch von Beginn an Humboldts Passagen spannender fand, als die von Gauß, wahrscheinlich, weil mir Gauß mit seiner Überheblichkeit, die stak an Sheldon aus The Big Bang Theory erinnert, weniger sympathisch war, als Humboldt. Nichtsdestotrotz bewunderte ich bei Beiden den Wissensdurst und die Leidenschaft für die Wissenschaft.

     

    Ab der Hälfte ließ meine Begeisterung jedoch spürbar nach. Da das erste Kapitel Humboldt und Gauß aufeinander treffen ließ, dachte ich, dass es zwischen den einzelnen Biografien mehr Berührungspunkte geben würde, doch fast bis zum Ende hat man eher das Gefühl zwei Bücher parallel zu lesen, als ein Einziges. Mir fehlte lange Zeit ein roter Faden, der Humboldt und Gauß über ihren Status als Wissenschaftler hinaus, verbindet. Da ich somit lange Zeit nicht wusste, wo das alles hinführen sollte, empfand ich viele Passagen als zäh und zu ausschweifend, sodass meine Leselust leider mit jeder Seite abnahm. 

    Zum Ende bessert es sich zwar etwas, zu dem Zeitpunkt war ich aber schon zu gelangweilt, um nochmal echtes Interesse aufbringen zu können.


    Fazit:

    In die Vermessung der Welt gelingt es dem Autor durchaus amüsant das Leben zweier großer Denker zu erzählen, leider verpasst er den Moment, an dem das Alles zu einem Ganzen hätte verbunden werden müssen und durch den mangelnden roten Faden, wird es ab der zweiten Hälfte sehr zäh, sodass ich rückblickend sage: Kann man lesen, muss man aber nicht. 


    Folge mir ;)

    Diese und andere Rezensionen (mit zusätzlichem Coververgleich Deutsch/Original) findet ihr auch auf meinem Blog Miss PageTurner (https://miss-pageturner.de)

  12. Cover des Buches Litersum - Musenfluch (ISBN: 9783959919227)
    Lisa Rosenbecker

    Litersum - Musenfluch

     (42)
    Aktuelle Rezension von: Mandthebooks
    Rezension: (kann Spoiler enthalten)

    Band 1 der Litersum-Reihe war für mich ein totales Highlight und Band 2 steht ihm in nichts nach!
    Ich fand es sehr interessant, wie Riley so die einzelnen Buchwelten als Job quasi besucht und einen Besuch dort anbietet. Das ist schon ne tolle Idee, auf so ner Tour wäre ich gerne mal dabei.
    Riley war generell auch sehr sympathisch, genauso wie Noah. Und die beiden sind ein echt tolles Paar.
    Spannend war, dass wir hier erleben können, was sich nach dem ersten Band im Litersum ändert und auch die Suche nach der Verschwundenen war sehr spannend.
    Und die Mieze war süß, dass muss ich natürlich erwähnen🤭
    Die Einblicke in die Akademie gefielen mir sehr, auch weil wir noch mehr über sie Musen, Erfinder, etc. lernen und ich liebe Academy-Feeling ja.
    Nach Band 1 kann ich Band 2 also ebenfalls jedem ans Herz legen!

    5 Sterne
  13. Cover des Buches Der Roboter, der Herzen hören konnte (ISBN: 9783839814963)
    Deborah Install

    Der Roboter, der Herzen hören konnte

     (38)
    Aktuelle Rezension von: june_london

    ... der das Leben wieder in die richtige Spur bringt.

    Inhalt: In einer nicht näher definierten Zukunft, gehören Androiden und Roboter zum Alltag der Menschen und erleichtern ihnen das Leben. Deshalb ist Ben nicht allzu schockiert, als er einen kleinen, ziemlich verwahrlosten Roboter in seinem Garten findet. Ben möchte die kleine Blechkiste namens "Tang" möglichst schnell wieder los werden, denn sie bringt sein Leben ganz schön durcheinander. Doch mit der Zeit erkennt er, dass wahres Glück auch bedeuten kann, jemanden zu finden, den man nicht gesucht hat und trotzdem nicht mehr verlieren will.

    Eindruck: Ich bin ein Fan des Sprechers und Schauspielers Hendrik Duryn und das war auch zunächst der einzige Grund, warum ich mich für dieses Hörbuch interessiert habe. Doch schnell haben Ben und besonders Tang mein Herz erobert. Tang ist sehr kindlich und neugierig und bringt Ben dadurch immer wieder in unangenehme und sehr lustige Situationen. Er hat mich stark an den kleinen Roboter Wall-E aus dem gleichnamigen Film erinnert. Aber auch die Spannung kam nicht zu kurz, denn auf ihrer Reise um  die Welt geraten sie auch in manche brenzlige Situation. Obwohl die Geschichte in einer Welt angesiedelt ist, in der Roboter oder ähnliches als alltägliche Helfer der Menschen arbeiten, handelt es sich nicht um eine Geschichte des Genre Fantasy oder SciFi. Vielmehr geht es um Familie, Selbstfindung und die Definition von Glück.

    Wie erwartet hat mir die Stimme von Hendrik Duryn sehr gefallen. Seine ruhige, sympathische Art passt sehr gut zur Geschichte. In den humorvollen Momenten hatte ich das Gefühl, dass auch der Sprecher schmunzeln musste. Ich habe gerne zugehört und wurde emotional abgeholt.

    Eine herzerwärmende Geschichte für zwischendurch. Hört mal rein! :)

  14. Cover des Buches Solar (ISBN: 9783257241747)
    Ian McEwan

    Solar

     (136)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Der Roman um den Physiker Michael Beard, handelt vor allem von dessen ausschweifendem Lebensstil mit Frauen, Alkohol, Essen etc. und liest sich teilweise fast als Krimi. Dazu fehlt jedoch die nötige Spannung. Inhaltlich hat mich das Buch wenig angesprochen, lediglich der immer wieder überzeugende Sprachstil des Autors hat mich das Buch zu Ende lesen lassen.

    Für meinen Geschmack etwas zu banal. Mir ist es oft vorgekommen, als seien dem Autor, die Ideen ausgegangen und er langweile sich beim Schreiben selbst. Von den bisher gelesenen Romanen empfand ich diesen eindeutig am unzulänglichsten. Weder die Charaktere haben sich mir erschlossen noch der Plot. Aber das ist wie immer Geschmacksache.

  15. Cover des Buches Stadt der Finsternis - Ruf der Toten (ISBN: 9783802583438)
    Ilona Andrews

    Stadt der Finsternis - Ruf der Toten

     (123)
    Aktuelle Rezension von: Crazygirl1

    Auf den ersten 50 Seiten habe ich fast nur quer gelesen, da es hier zu vielen zusammengefassten Erzählungen der Vergangenheit der einzelnen Personen kam. Dies war für mich unnötig, da ich alles noch auf dem Schirm hatte. Für diejenigen, die eine längere Pause zwischen den Teilen eingelegt habe aber sicherlich hilfreich. Ich bin froh, dass diese Reihe mit sehr wenig Romantik auskommt, da dies etwas ist, was meiner Meinung nach nicht so gut rüber gebracht wird. Alles andere aber ist tadellos gut und ich mecker hier auf recht hohem Niveau ;) Trotzdem ist dieser Teil im Vergleich zu den Vorgängern eher etwas schwächer. 

  16. Cover des Buches Stranwyne Castle - Das trügerische Flüstern des Windes (ISBN: 9783863960094)
    Sharon Cameron

    Stranwyne Castle - Das trügerische Flüstern des Windes

     (38)
    Aktuelle Rezension von: Cridilla

    Über die Autorin:

    Sharon Cameron lebt in Nashville, Tennessee. Wenn sie nicht gerade schreibt, stöbert sie gern in staubigen Historien-Wälzern, durchlöchert mit ihrem Langbogen Zielscheiben oder frönt ihrer lebenslangen Suche nach geheimen Durchgängen und Verstecken. "Stranwyne Castle" ist ihr erster Roman.

    Kurz zum Inhalt:

    Intrigen, Ränkespiele, Gerüchte … bei den Tulmans geht man nicht zimperlich miteinander um. Schon gar nicht mit einer vorlauten jungen Frau, von der man kaum noch hoffen kann, sie zumindest gewinnbringend zu verheiraten. Also wird Katharine vor die Wahl gestellt: Armenhaus oder sie erbringt den Beweis, dass ihr reicher Onkel, Frederick Tulman, verrückt geworden ist und das Familienvermögen zum Fenster hinauswirft. Was sie vorfindet, ist jedoch kein seniler alter Mann, sondern ein Exzentriker, der wahre Wunder vollbringt und eine surreale Welt geschaffen hat, die Katharine immer mehr in ihren Bann zieht. Wie die sturmgrauen Augen seines Assistenten Lane. Doch das Schicksal ist so trügerisch wie das Flüstern des „Stranwyne“, und plötzlich ist es Katharine, die um ihr Leben fürchten muss …

    Seite 129f :

    Wärme breitete sich in meiner Brust aus und erblühte wie eine Blume im Treibhaus. Ich wandte den Blick ab, entzog ihm meine Arme und versuchte, mein Gleichgewicht zu halten. Was dachte ich mir bloß? Hätten wir uns in London befunden, wäre diese Szene so unschicklich gewesen, das ich sofort meinen guten Ruf verwirkt hätte. Aber daran hatte ich hier überhaupt nicht gedacht. Stranwyne war ein ganz eigenes Reich, wie Lane zuvor bemerkt hatte, und die Regeln, denen der Rest der Welt unterlag, galten hier nicht. Ich spürte, wie sich meine Wangen rosa verfärbten bei dem Gedanken daran, was wohl meine Tante und Mrs Hardcastle zu diesem Thema zu sagen gehabt hätten. Und dann zog jemand an meinem Rock…

    Sharon Camerons erster Ausflug in das Reich der Bücher, ist eine spannende Geschichte über die junge Katharine, die in die Ränkespiele nicht nur ihre Tante und ihren Onkel betreffend gerät, sondern auch so nebenbei in das Kriegsspiel zweier Länder, aber Letzteres ziemlich ungewollt und ohne ihr Zutun.

    Eigentlich soll die junge Waise Katharine nur den Auftrag ihrer Tante Alice ausführen und ihren Onkel Frederick Tulman, der wohl für mehr als nur exzentrisch gilt, für unzurechnungsfähig erklären lassen und somit ihr eigenes weiteres Leben/Auskommen sichern, da ihr Dasein sehr von der „Güte“ ihrer Tante abhängt und auch gleichzeitig das „Tulman Erbe“ sichern, doch ihr unangekündigtes Auftauchen tritt eine Lawine von Umständen los, die nicht nur ihr weiteres Leben, sondern auch das Leben der Einwohner von Stranwyne betreffen.

    Zunächst lernen wir also die noch 17jährige Katharine kennen, die Waise, und somit bei ihren nächsten Verwandten untergekommen ist, und ihrer Tante Alice in London die Haushaltsbücher führt, da sie mathematisch ziemlich gut mit Zahlen umzugehen weiß. Dann wäre da noch der eigenbrötlerisch scheinende junge Gehilfe ihres Onkels, Lane, der sich im Verlauf der Erzählung als sehr künstlerisch begabt entpuppen wird, ein scheinbar stummer kleiner verwahrlost anmutender Junge – Davy - die Tante von Lane, und ein paar weitere skurril gezeichnete Charaktere im namenlosen Dorf beim Schloß Stranwyne. Prinzipiell eine durchaus gelungene Grundvoraussetzung für die Zutaten eines spannenden Gruselschauerromans, aber irgendwie haperte es bei der Durchführung.

    Ich bin immer auf der Seite unterdrückter Charaktere, die sich selber durch die widrigsten Umstände unbehindert durch das Leben kämpfen, um später frei auf eigenen Füßen zu stehen. Normalerweise, aber hier… Irgendwie blieben bei all der geplanten Arbeit, das Buch zu einem leidlich spannenden Finale zu bringen, die Figuren leider auf der Strecke. Katharine war nicht nur ihrer fremden neuen Umgebung kühl und unnahbar, sondern auch dem Leser. Lane schien immer nur vor sich hinzubrodeln, zu wüten aus irgendwelchen undefinierbaren Gründen, die nie ganz klar wurden. Zwar kann man eine voreingenomme Haltung Katharine gegenüber nachvollziehen, wenn man die Umstände betrachtet, unter denen sie im Schloß erscheint, aber das allein ist ein bischen dünn, für den dunkel grüblerischen Charakter Lanes. Ewig bleibt er unnahbar fast dauerhaft wütend ihr gegenüber und somit entzieht er sich der Identifizierung durch den Leser. Genauso Katharine, der einzige Charakter, der eigentlich kein Exzentriker ist, sondern eine wohl für die damalige Zeit noch nicht erkannte Form des Autismus hat, ist ihr Onkel Frederick, das technische Erfindergenie der Familie. Gerade durch seine Krankheit wirkt er so sehr fragil und verletzlich, daß er die menschlichste Figur des Romanes wird. Die täglich zeitlich begrenzten Abläufe, die sekundengenau für ihn eingehalten werden müssen, sind zwar äußerst ungewöhnlich, aber geben ihm, bei genauerer Betrachtung, die Sicherheit, die Frederick braucht um zu funktionieren und neue Gerätschaften entwickeln zu können. Auf dieser Basis nähert sich ihm seine Nichte und einige für sie bis dato geheimnisvollen Schleier um ihre Familie, wie ihren Vater, Fredericks Bruder, beginnen sich zu lüften. Das hat Katharine etwas auftauen lassen, ebenso die plötzliche kindliche Freude, die sie beim gemeinsamen – für diese Zeit wohl noch relativ unbekannten – Rollschuhlaufen mit Lane, an den Tag gelegt hat. Aber nur etwas. Wieder verfielen beide Charaktere ins grüblerische Brüten und Schweigen und einzig ein kleiner Junge, der noch eine große Rolle im späteren Verlauf haben wird, scheint Katharines Herz etwas zu erweichen.

    Was noch durchaus schön, und dem Schauerromangenre dienlich war, ist die plötzliche „Schwäche“ Katharines, die wie aus dem Nichts auftaucht, und für einigen Wirbel sorgt. Immer wieder hat sie nächtliche Aussetzer, kann sich scheinbar an ganze Stunden nicht mehr erinnern und fügt sich selber unbewußt Wunden zu, die sie tags darauf einfach nicht erklären kann. Aber Mary, ihr neues Mädchen aus dem Dorf und deren Mutter sind wohl – wie auch alle Anderen – einhellig der Meinung, daß sie eine Trinkerin sei, obwohl Katharine nicht ein einziges Mal beim Trinken ertappt wird, geschweige denn, das sie etwas anderes außer den täglichen Tee mit ihrem Onkel, oder dem einzigen anderen männlichen Verehrer, Ben Aldridge, einnimmt. Was ihr aber hätte zu denken geben sollen…

    Hier kam dann der Grusel des Schauerromanes richtig schön zur Geltung, nächtliche komische Geräusche, die Kapelle, die Katharine schon zu Beginn durchqueren mußte, und die ihr suspekt war, der unheimliche Trogwynd, der angeblich für alle seltsamen Vorkommnisse im Schloß und Dorf als Erklärung herhalten mußte, ihre scheinbar auf Alkoholmißbrauch zurückführenden stundenlangen Aussetzer und die unheimlichen Gerätschaften und mechanischen Roboter ihres Onkels, die fast jeden Raum im Schloß belegten, vom seltsamen überfüllten Uhrenzimmer einmal ganz abgesehen.

    Die Konstruktion des riesigen Schlosses beruht ja – nach eigenen Angaben der Autorin – auf einem englischen Vorbild, dem Welbeck Abbey – was wohl in seiner interessanten Architketur und exzentrischen Bewirtschaftung schon zu seiner Zeit für einigen Aufruhr sorgte. Ein unterirdischer Tanzzsaal, durch eine Glaskuppel beleuchtet, eine unterirdische Bibliothek, ein Anwesen, was nur durch einen langen Tunnel erreichbar war, schon eine historische Eigenheit und Sensation. Und ein Schloßbewohner, der seine Angestellten zu häufigem Rollschuhlaufen anhielt, außergewöhnlich…

    Im Nachhinein kann ich sagen, daß mir die Auflösung am ehesten gefallen hat, die angebliche Alkoholsucht, die sich doch als langsame Laudanumvergiftung entpuppt, die böse Tante, der der Garaus durch den äußerst seltsamen Anwalt von Frederick gemacht wird, die 180° Umschwenkung der Haushälterin, die niemals zuvor auf Katharines Seite war, und das tragische Ende von Davy, der in Katharines Vergiftung eine große Rolle gespielt hat, ihr aber auch zur Entdeckung ihres wahren Peinigers hilft und letztendlich die zarte Liebe, die zwischen Katharine und Lane aufkeimt, das alles führt zu einem fast atemlosen Finale, indem nur das Letztgenannte ein kleinwenig unglaubwürdig ist.

    Definitiv ist dieser Young Adult Roman ein gelungener Schauerroman, dessen Intensität man sich nur schwer entziehen kann, wäre da nicht das Manko der unausgereiften Hauptprotagonisten, die hoffentlich in der Fortsetzung eine zum Besseren hin gemachte Entwicklung durchleben werden. Oder es lag ausschließlich an der Autorin und ihre Figuren mußten in ihrem Erstling erst das Laufen lernen. An der Übersetzerin kann es meines Erachtens nicht gelegen haben, hat Bettina Arlt es doch vortrefflich verstanden hat, die Geschichte im Stile des Viktorianischen Zeitalters zu erzählen, in der es jungen Frauen von Katharines Stand nicht gestattet war, mit einem Gentleman auch nur ansatzweise etwas alleine zu unternehmen, aber da die Gesetzte in Stranwyne so nicht mehr gelten…

    Wann die Fortsetzung im Deutschen erscheinen wird ist nicht bekannt, aber auf Englisch gibt sie es schon. Wer Young Adult Grusel mit Schauerelementen der Gotik, skurrile Erfinder und eigenbrötlerische Gehilfen mit künstlerischem Geschick, seltsame Haushälterinnen und fiese Antagonisten zu schätzen weiß, der sollte sich hier wohl fühlen. Aber leider ein Stern Abzug durch die stets unterkühlt wirkenden Hauptprotagonisten.

  17. Cover des Buches Erasmus Emmerich und die Maskerade der Madame Mallarmé (ISBN: 9783945045046)
    Katharina Fiona Bode

    Erasmus Emmerich und die Maskerade der Madame Mallarmé

     (26)
    Aktuelle Rezension von: Elenas-ZeilenZauber

    ‘*‘ Meine Meinung ‘*‘
    Wer Steampunk mag, sollte Erasmus lesen oder hören. Ganz en passant erschaffte Bode die Welt, ohne sich in langatmigen Beschreibungen zu verlieren. Dabei besitzt sie einen wundervoll stilistisch ausgefeilten Schreibstil, der pointiert Szenen, Figuren, Settings präsentiert. Dabei wird auch noch ein Feuerwerk an Sprachwitz gezündet. Okay, man muss sich auf diesen Schreibstil einlassen, was meiner Meinung nach recht flott geht, denn Marc Bluhm hat hervorragend gelesen. Er belebte die Story, setzte feine Akzente und transportiert Emotionen, setzte dem Gesamtbild das Sahnhäubchen auf.
    Vor allem Erasmus Emmerich hat mich häufig grinsen lassen. Er ist das Genie am Rand des Wahnsinns und häufig erzielte er Ermittlungserfolge, die nur aus Versehen geschehen oder seiner Trotteligkeit zu verdanken sind. Daran hat auch die Qualmfee Marie ihren Anteil und sie ist mir sehr flott ans Herz gewachsen. Sie ist meine heimliche Favoritin. Wird sie offiziell als seine Ermittlungspartnerin präsentiert, erinnerte sie mich eher an sein Kindermädchen. Das machte sie so geschickt, dass Emmerich gar nicht bemerkte, wie häufig sie ihn vor allzu großen Dummheiten bewahrte.
     Dieses Buch ist ein absolutes Hörvergnügen und hat mich wundervoll in die Welt Emmerichs hineingezogen. Klare 5 Qualm-Sterne.

    ‘*‘ Klappentext ‘*‘
     Bismarcks Berlin wie es niemand kennt. Biolonische Erfindungen prägen das Leben: Pickatoren rattern durch die Straßen, mechanische Krebse setzen über die Spree, und der Ausbau des Klangkugelkommunikators soll das Stadtbild für immer verändern.

    Hier ermittelt Erfinder und Ehrenmann Erasmus Emmerich mit seiner Qualmfee Marie in einer Mordserie an Trollverbrechern. Kann es bloßer Zufall sein, der sie immer wieder zur falschen Zeit an die richtigen Orte führt oder hat vielleicht das Universum persönlich seine Finger im Spiel? Als eine ominöse Fremde in den Fall verwickelt wird und Marie selbst unter Verdacht gerät, kann nur noch ein Mäusemantel Licht ins Dunkel bringen. Oder liegt die Lösung gar an Bord des U-Boot-Wals Wobbly Dick?

    Wenn keiner mehr weiß, wohin die Reise führt, ist man in der Welt von Erasmus Emmerich gelandet und vielleicht schon unterwegs in die Vergangenheit.

  18. Cover des Buches GHOST WRITER (ISBN: 9783958353091)
    Andreas Gruber

    GHOST WRITER

     (26)
    Aktuelle Rezension von: DerMedienblogger
    Ein Buch, bestehend aus neunzehn Kurzgeschichten – „Ghost Writer“ ist eine breit gefächerte Ansammlung an als „unheimlich“ betitelten Gruselgeschichten des österreichischen Schriftstellers Andreas Gruber. Er bedient sich in dem Band vielfältigster Register der Genre Horror, Fantasy und Thriller, in denen er vorrangig schreibt, und liefert eine bunte Bandbreite an mysteriösen, unzusammenhängenden Handlungen in unterschiedlichen Zeitebenen. Welche Versprechen, die der Klappentext gibt, das Buch letztendlich einhalten kann, das erfährst du in der folgenden Rezension.

    Da sich kein roter Faden durch die Aneinanderreihung der einzelnen Erzählungen zieht, d.h. jede unabhängig voneinander gelesen werden kann und auch alleinstehend funktioniert, ist es hier recht schwer, klare bewertende Worte zu finden, die sich auf das gesamte Produkt beziehen. Doch eins ist auch nach Beenden dieser Lektüre erneut bewiesen: Andreas Gruber kann zweifelsohne schreiben. Er schafft es mittels weniger Worte, eine mitreißende Stimmung aufzubauen, die das Lesepublikum schnell mitzureißen weiß.

    Die dichte Atmosphäre entführt dich in vielfältige Szenarien, die der Autor geschickt innerhalb weniger Seiten zu etablieren weiß. Er entwirft eine Vielzahl an spannenden Figuren, die man gerne für den Lauf einer Kurzgeschichte begleitet. Klar, dass er dabei nicht die charakterliche Tiefe erreichen kann wie in einem kompletten Roman, die Motive der auftretenden Personen erscheinen aber größtenteils nachvollziehbar und verständlich.

    Durch die unterhaltsamen Vorwörter vor jeder neuen Episode wird die Leserschaft gelungen auf die neue Handlung eingestimmt und erhält zudem interessante Hintergrundinformationen über die Entstehungsgeschichte der jeweiligen Geschichte; welche Materialien ihm als Inspiration gedient haben, welche eventuell sogar wahren Fakten in dem erdachten Korsett stecken, wie er auf die Grundidee dahinter gekommen ist. Das vereinfacht das Lesen stark, da man so weiß, auf was man sich einlässt, wenn dies der Titel nicht preisgibt.

    Jedoch weiß nicht jede Kurzgeschichte so zu überzeugen wie die vorherige. Einige strotzen nur vor Kreativität, andere wirken geradezu unmotiviert verfasst und kopiert von ähnlichen Werken: sei es aus der fehlenden Individualität, an nicht genutztem Potential, an fehlender Spannung. Umfassend gesagt, ist das Verhalten der Spannungsniveaukurve unausgeglichen und gekennzeichnet durch sein unregelmäßiges Steigungsverhalten. Es ist wirklich schwierig, über ein ganzes Buch zu berichten, das eigentlich aus eigenständigen Geschichten besteht.

    Letztendlich lässt sich sagen, dass ich „Ghost Writer“ für diejenigen, die sich von der äußerlichen Gestaltung und dem, was der Klappentext verspricht, angesprochen fühlen, definitiv weiterempfehlen kann. Die Lektüre bietet abwechslungsreiche und kurzweilige Unterhaltung, die sich durch die praktische Formulierung in Kurzgeschichtenformat auch für Zwischendurch eignet. Mein Interesse gegenüber den anderen Geschichtenbänden des Autors ist auf jeden Fall geweckt!

    „Ghost Writer“ verspricht authentische und kurzweilige Unterhaltung im Kurzgeschichtenformat.

    Ich vergebe gerne (noch) sehr gute vier von fünf mögliche Sterne, mit Tendenz nach unten. Zudem bedanke ich mich herzlich beim Luzifer-Verlag zur Bereitstellung des Rezensionsexemplars. 
  19. Cover des Buches Herzanzünder (ISBN: 9783423280570)
    Ali Mitgutsch

    Herzanzünder

     (21)
    Aktuelle Rezension von: gst
    „Ich wurde also Student der Graphischen Akademie in München. Mein Leben als Künstler begann – und ein bürgerliches Dasein war damit ausgeschlossen. Meine Kindheit war zwar unwiederbringlich vorbei, aber sie war nicht verloren. Ganz im Gegenteil: Sie beschäftigte mich mein ganzes Leben lang, sie wurde meine Berufung.“ (Seite 190)

    Ali Mitgutsch, geboren 1935, wurde durch seine Wimmelbilderbücher berühmt. Über 30 Jahre ist es her, dass ich ihn für meine Kinder entdeckte und zu lieben begann. Mit ihm lernte mein Nachwuchs das Sprechen und das genaue Hinsehen. Kein Wunder also, dass es mich reizte, seinen Werdegang zu erkunden.

    Doch nach 190 Seiten schlug ich das Buch etwas unbefriedigt zu. Zwar gibt Ingmar Gregorzewski die Geschichten wider, die Ali Mitgutsch, der als Legastheniker besser zeichnen als schreiben kann, ihm von seiner Kindheit erzählt hat – aber von einer Biografie erwarte ich einen längeren Lebensabschnitt. Meine Erwartung war leider zu groß.

    Dafür erfuhr ich, wie bei dem begnadeten Zeichner die Lust zum Erzählen in Bildern geboren wurde. Aufgewachsen im zerbombten München, in den letzten Kriegsjahren aufs Land verbannt, musste sich der etwas schüchterne und körperlich schwächliche Junge auf seine Phantasie verlassen. Als jüngster von vier Geschwistern litt er „als Kind fast ständig unter dem Gefühl, ein schlechter Mensch zu sein. Es entstand hauptsächlich durch die Religiosität meiner Mutter. Die moralischen Ansprüche für uns Kinder hingen sehr hoch, schier unerreichbar für ein wissbegieriges, lebendiges Kind“ (Seite 39)

    Eines der Schlüsselerlebnisse nach dem Krieg war für den vielleicht elfjährigen Buben eine Fahrt mit dem Riesenrad auf der Auer Dult: „Von oben suchten meine Augen die Welt nach neuen, ungewohnten Bildern ab. Es waren Bilder mit vielen Details, es passiert so viel gleichzeitig, die Geschichten gingen nicht aus: Menschen liefen über den Platz, kamen zu Gruppen zusammen, lösten sich wieder auf, Kinder jagten hintereinander her, Karren wurden gezogen, eine Frau sammelte ihren Einkauf vom Pflaster und ein Junge kletterte einen Laternenpfahl hinauf.“ (Seite 95) Bei diesen Worten sieht man förmlich die späteren Wimmelbilder vor sich!

    Nach und nach erfährt der Leser von diversen Streichen und Gefahren, denen er und seine Freunde im Nachkriegsmünchen ausgesetzt waren. Auch die ersten Annäherungen an die Mädchen sind beschrieben und lassen den Leser lächelnd zurück. Ein wenig wird deutlich, wie Ali Mitgutsch tickt, doch wie schon erwähnt, ist mir das nicht genug. Positiv sind allerdings noch die Fotos in der Mitte des Buches zu erwähnen. 
  20. Cover des Buches Pastworld (ISBN: 9783785571569)
    Ian Beck

    Pastworld

     (86)
    Aktuelle Rezension von: Nick_Shadowheart
    Das Setting um den Themenpark London 1880 war mega spannend. 
    Auch wie die Leute reagieren --> Dass sie gar nicht verstehen, dass es für die Leute die da leben eben nicht gespielt ist, sondern ihr tatsächliches Leben - ob sie stehlen müssen, um zu überleben, Armut oder dass sie gehängt werden. Alles von "Gaffern" beobachtet. Und gerade dieses Wort finde ich unglaublich passend auch auf die heutige Zeit gesehen. 

    Aber die Story zog sich leider sehr. Wie Kaugummi und war jetzt auch nichts wirklich besonderes.
    Die Auflösung kam ziemlich schnell und plötzlich, aber auch nicht überraschend. 
    Es wirkte unfertig und nicht ganz durchdacht.

    Das Handeln der Figuren fand ich zum Teil auch sehr merkwürdig.

    Nur das Setting und die Atmosphäre der Stadt haben mir wirklich gut gefallen.
  21. Cover des Buches It's A Nerd's World (ISBN: 9783401604367)
    Tobias Schrödel

    It's A Nerd's World

     (21)
    Aktuelle Rezension von: Siraelia

    Mit „It’s a Nerds’s World“ ist dem Autor und dem Arena Verlag ein wirklich guter Coup gelungen. Der Autor, Tobias Schrödel, der sich als Fachinformatiker und gefragter Referent zum Thema IT-Sicherheit mit der Materie gut auskennt hat hier ein Buch für Kinder ab ungefähr 10 Jahren (bzw. 3te und 4te Klasse Grundschule) geschrieben, dass sehr gelungen Informationen über Persönlichkeiten, besser gesagt „die Brains hinter YouTube, Smartphone, Computer und Co.“ vermitteln.

     

    Schon allein die Aufmachung hat uns überzeugt. So ist die Innenseite des Umschlags mit einem Zeitstahl gestaltet, der beginnend von der industriellen Revolution die wichtigsten Daten in Bezug auf Erfindungen rund um Computer und Co. aufführt.

     

    Das Buch in die Bereiche

    ·        Erfinder

    ·        Pioniere

    ·        Gründer

    ·        Sicherheit und

    ·        Glossar

    unterteilt.

     

    Unter jedem Punkt (mit Ausnahme des Punktes Sicherheit) finden wir Persönlichkeiten, die maßgeblich die Welt zu dem jeweiligen Zeitpunkt beeinflusst und das Thema Computing mitgestaltet und (bewusst oder auch nicht) vorangetrieben haben. So starten wir mit dem Erfinder des Vorläufers des Computers bis hin zu dem bekannten Whistleblower der Neuzeit. Zu jeder Person gibt es noch gut recherchierte und dabei eher unbekannte Facts, bzw. Informationen vom Autor zu diesen Personen. So ist es doch etwas anderes Buch zu lesen und nicht mit einem Artikel auf Wikipedia zu vergleichen, da der Autor alles nochmals geprüft und Zielgruppengerecht aufbereitet hat.

     

    Natürlich gäbe es noch so einige weitere Persönlichkeiten, die man gerne hätte nennen können, dennoch hat uns das Buch völlig überzeugt und äußerst gut unterhalten. Und so einige Fakten waren auch meinem IT-affinen Mitleser (damit meine ich meinen Mann, nicht meine Kinder) unbekannt 😉.

     

    Wir finden, dass dieses Buch ein guter Start in eine neue Reihe bei Arena sein könnte und hoffen, dass solche Kompendien auch noch für andere Bereiche der Entwicklung (z.B. Chemie/Biologie/Physik oder auch künstlerische Entwicklungen z.B. in Kunst und Musik) auf den Markt gebracht werden. Diese Art von Wissensvermittlung ist eine echte Bereicherung und bringt die jungen Leser/innen auch wieder zum Medium Buch zurück.

     

    So gibt es von uns für diesen Schatz verdiente 5 von 5 Punkte und wir beglückwünschen Autor und Verlag und hoffen, dass das Buch wirklich einen Nerv treffen wird!
  22. Cover des Buches Fabian (ISBN: 9783038820086)
    Erich Kästner

    Fabian

     (319)
    Aktuelle Rezension von: Stephanus

    Der junge Fabian, arbeitsloser Student im Berlin Mitte der 1920er Jahre streift ziellos durch die Metropole. Dabei kommt er nicht nur durch das Nachtleben, den Luxus, die Bordelle und die Sonnenseite, sowie auch die Schattenseiten und das Elend. Dabei lernt er die Liebe kennen, die Menschen und deren falsches Gesicht, aber auch das persönliche Scheitern.

     

    Der Autor erzählt die bewegenden Zeiten in Berlin in den 1920er Jahren mit allen Schattenseiten und Glanzpunkten. Die Großstadt und das moderne Leben werden großartig erzählt und ironisiert. Dadurch gelingt ein, aus heutiger Sicht historischer Blick, auf die Zwischenkriegszeit und das Leben vor dem Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft, der immer noch aktuell und lesenswert ist.

  23. Cover des Buches Berlin: Rostiges Herz (Band 1) (ISBN: 9783958693739)
    Sarah Stoffers

    Berlin: Rostiges Herz (Band 1)

     (27)
    Aktuelle Rezension von: SCBurwitz

    Es ist hochspannend, gut geschriebene Charaktere und interessante Wendungen. Vor allen Dingen gibt es nichts unlogisches oder dämliches. Es funktioniert einfach alles.

  24. Cover des Buches Edison (ISBN: 9783314104473)
    Torben Kuhlmann

    Edison

     (39)
    Aktuelle Rezension von: pukapuka

    Toben Kuhlmann hat eine grandiose Leidenschaft für das Zeichnen seiner Bücher, die auf jeder Seite zu spüren ist. 

    Da es nicht das erste Buch von ihm ist und er mich sowie meine kleine Mitleserin mit den anderen Büchern bereits beeindruckt hat, waren wir schon sehr neugierig auf dieses Buch und wir sind wieder mehr als überzeugt. Vor allem, weil immer wieder kleine Hinweise auf die anderen Bücher enthalten sind, die man nur findet, wenn man diese gelesen hat. 

    Dieses Buch enthält so wunderbare Zeichnungen, die wir sehr gerne und über einen längeren Zeitraum bewundert haben, da die Detailtreue auf jeder Seite ins Auge fällt und gerade Erwachsene hier einiges aus dem Alltag wiederfinden, was es auch für mich zu einem Erlebnis gemacht hat.

    Die kleine Maus ist wieder der absolute Traum: Sie ist neugierig, probiert Neues aus und gibt nicht auf, womit sie ein Vorbild für alle Kinder ist. 

    Dazu sind die physikalischen Erklärungen rund um die Glühbirne und auch die Technik, die immer wieder aufgegriffen werden, super, um ganz nebenbei etwas zu lernen. Meine kleine Mitleserin meinte zwischendurch, dass sie auch gerne eine Maus hätte, mit der sie Abenteuer erleben darf und das zeigt mir eindeutig, wie begeistert die Zielgruppe von diesem einzigartigen Buch ist.

    Genau deshalb kann ich es nur empfehlen, weil es herzerwärmend und gleichzeitig motivierend ist. Wir freuen uns sehr auf weitere Abenteuer des Autors und vergeben volle 5 von 5 Sternen. 

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