Bücher mit dem Tag "erfurt"
29 Bücher
- Arno Strobel
Fake – Wer soll dir jetzt noch glauben?
(449)Aktuelle Rezension von: lenkaschulzFake von Arno Strobel ist ein extrem spannender Thriller, den ich kaum aus der Hand legen konnte. Der Plot ist hervorragend aufgebaut und spielt gekonnt mit falschen Fährten. Gerade als ich zur Hälfte überzeugt war, den Täter entlarvt zu haben, hat das Ende gezeigt, wie sehr ich mich geirrt habe. Genau diese überraschende Wendung macht das Buch so stark. Absolut fesselnd und sehr gelungen.
- Thomas Hohn
Das undenkbare Universum: Meister Eckhart und die Erfindung des Jetzt
(7)Aktuelle Rezension von: Vera-SeidlThomas Hohn (1969) hat es gewagt, den Leser von einem denkbaren Universum zur Grenze eines undenkbaren zu führen. Gelungen ist ihm das, indem er den Spuren Meister Eckharts (um 1260 - 1328) folgte, wofür ich ihm herzlich danke.
Sein historischer Roman „Das undenkbare Universum - Meister Eckhart und die Erfindung des Jetzt“ setzt nach einer kurzen Vorausschau auf das Jahr 1326 mit Eckharts Eintritt ins Dominikanerkloster in Erfurt 1272 ein.
Wohl mit einem Augenzwinkern hat Hohn für den Antagonisten den Namen Andreas von Frankenstein gewählt, dessen Eifersucht auf Eckhart von Hochheim das gesamte Buch durchzieht und die Handlung vorantreibt.
Viel spannender ist jedoch, welche Denker und Schriften den Jungen und späteren Meister beeinflusst haben.
Ibn Ruschd, latinisiert Averroës (1126 - 1198) ist hier an erster Stelle zu nennen. Ihm folgen im Roman Heinrich von Halle († vor 1282) und Mechthild von Magdeburg (um 1207 - 1282).
„Nun, es gibt da Quellen bei Averroës, aber auch bei Aristoteles, die sagen, die Welt wäre ewig. Eine Schöpfung in der Zeit, wie wir sie kennen, mit einem Anfang und Ende, ist da nicht vorgesehen. Zudem, so verfechten einige, gäbe es feste Naturgesetze, die Wunder unmöglich machten.“
„Heinrich von Halle glaubt, dass es möglich ist, Gott zu begegnen, auf Augenhöhe, verstehst du? Er geht davon aus, dass Mechthild von Magdeburg das sogar erreicht hat.“
Weitere Namen sind zu nennen: Dionysios Areopagita (um das erste Jahrhundert n. Chr.), Clemens von Alexandrien (150 - um 215), Hippolyt von Rom (um 170 - 235), Origines (185 - 253 oder 254), Plotin (205 - 270), Augustinus (354 - 430), Avicenna (980 - 1037), Maimonides (zwischen 1135 und 1138 - 1204), Amalrich von Bena (um 1140/1150 - 1205 oder 1206), Albertus Magnus (um 1200 - 1280), Dietrich von Apolda (1220 oder 1230 - nach 1302), Bonaventura (1221 - 1274), Thomas von Aquin (1225 - 1274), Ramon Llull (um 1232 - 1316), Heinrich von Gent (vor 1240 - 1293), Dietrich von Freiberg (um 1240/1245 - nach 1310, vermutlich um 1318/1320), Richard von Mediavilla (um 1249 - 1302 oder 1303 oder um 1308), Gottfried von Fontaines (vor 1250 - nach 1305), Marguerite Porète (um 1250/1260 - 1310), Gertrud von Helfta (1256 - 1301 oder 1302), Vitalis de Furno (um 1260 - 1327), Konrad von Halberstadt (1277–1355/1359) und Heinrich Seuse (1295 oder 1297 - 1366).
Zu Augustinus ist Folgendes zu lesen: „Ich gehe mit Augustinus, der meinte, es gäbe in uns ein geheimes Versteck, wie eine Schatzkammer, die uns verborgen ist. Ich glaube, dass dieses Versteck mithilfe unserer Vernunft und der Erkenntnis gefunden werden kann.“
Bei seinem Vorgänger Plotin ist von Depersonalisation die Rede: „Plotin beschrieb, wie er in das Unnennbare vordrang. Plotin sprach von einem Erlebnis, in dem es kein Schwarz und kein Weiß mehr gegeben hatte, in dem ihn eine unendliche Glückseligkeit erfasst hatte.“
„Denn während seines Erlebnisses, so der antike Wahlrömer, gab es kein Ich und kein Du, niemanden, der etwas hätte erleben können.“
Von einem solchen mystischen Erleben spricht Hohn in seinem Roman nicht. Sein Eckhart gelangt allein durch Erkenntnis zu Gott.
Am Ende scheint die Gottesgeburt jedoch nicht vollständig gelungen oder beständig zu sein. Verbissen verteidigt Eckhart gegenüber der Inquisition seine Ansichten, glaubt sich gar geschlagen, als ihm sein Widersacher vorhält, dass er die Vorwürfe nie wieder loswerden würde.
„Eckharts Knie wurden weich. Wie blind hatte er sein können. Der Papst würde ihn niemals freisprechen. Ganz gleich, was er für Belege vorlegen könnte. Andreas hatte geschafft, was er wollte. Er hatte zerstört, was Eckhart am wichtigsten war. Dieser Andreas würde sich nun wieder seiner Inquisition widmen, andere Menschen wie Eckhart richten und Wissen weiter zerstören. So viel Leid. So viel Verlust.“
Mit der Bulle In agro dominico, im Acker des Herrn, vom 27. März 1329 verurteilte Papst Johannes XXII. 28 Lehrsätze von Eckhart. Damit endete das Inquisitionsverfahren gegen den Verstorbenen. Der Papst bezeichnete die Lehrsätze als zum Teil häretisch, zum Teil häresieverdächtig, was zur Folge hatte, dass Eckharts Lehre bis heute als problematisch gilt.
Neben seinem Ehrgeiz, zu Gott vordringen zu wollen, erscheint der Mönch im Hohns Roman in seiner Liebe zu Helene menschlich. Auf der anderen Seite hat er keine Bedürfnisse. Er isst nicht, verrichtet keine Notdurft, reinigt sich niemals, kennt keine Krankheit…
Selbst auf seinen zahlreichen Wanderungen ist er ganz der Denker, bar jeglicher Sinneswahrnehmung. Er hört das Zwitschern der Vögel nicht, erfreut sich an keiner Blumenwiese, betastet keine Baumrinde, nimmt weder den Duft der Wildfrüchte wahr noch probiert er von ihnen.
Vielleicht will Hohn den auf diese Art entkörperlichten Eckhart nachträglich zum Heiligen erheben, zumindest ihn vom päpstlichen Urteil befreien?
Vielleicht möchte er auch Eckharts Wirkungsgeschichte mit der Romanfigur in Einklang bringen.
Im erweiterten Klappentext ist zu lesen: „Meister Eckhart inspirierte Menschen auf der ganzen Welt, von Dorothee Sölle, Hegel, Heidegger bis hin zu Hermann Hesse. Seine Ideen sind Grundlage für Eckhart Tolle wie auch für Erich Fromms Werk Haben oder Sein.“
Der Untertitel des Romans heißt „Meister Eckhart und die Erfindung des Jetzt“, womit Hohn indirekt auf das Buch „Jetzt! Die Kraft der Gegenwart“ von Eckhart Tolle (1948) hinweist.
Tolle hieß übrigens nicht immer so. Sein richtiger Name ist Ulrich Leonard Tölle. Wie es zu dieser Namensänderung kam, ist leicht zu beantworten.
Erich Fromm (1900 - 1980) wendet sich im genannten Werk der Predigt Eckharts „Beati paupe- res spiritu“ zu, in welcher der mittelalterliche Meister ausgehend von der ersten Seligpreisung den Hörern den Unterschied zwischen innerer und äußerer Armut erläutert: „Das ist ein armer Mensch, der nichts will und nichts weiß und nichts hat.“
Eckhart wird nicht müde, die Gelassenheit in deutscher Sprache zu predigen. „Fang zuerst bei dir an und lasse dich. Wahrhaftig, wenn du dich selbst nicht loslässt, wirst du zu allem Möglichen fliehen, wirst Unzufriedenheit und Hindernisse ohne Ende finden. Die Menschen, die den Frieden in äußeren Dingen suchen, ganz gleich, was das auch ist und wie eindrucksvoll es auch wirken mag – sei es Geld, Armut, Kasteiung, andere Menschen –, so ist das alles nichts und schenkt keinen Frieden.“
„Umso intensiver diese den Frieden im Außen suchen, umso weiter schweifen sie ab. Sie sind wie jemand, der den Weg auf einer Reise verfehlt hat und nun immer weiter auf diesem Pfad läuft, er trägt ihn immer weiter von dem Ziel weg, das er zu erreichen suchte. Aber was soll er tun, was können wir tun? Der Mensch lasse sich selbst, dann hat er alles gelassen.“
Er spricht von Marguerite Porète, als er sagt: „Sie glaubte, dass ein neuer Mensch möglich ist, wenn sich sein Bewusstsein weit genug klärt, aufsteigt, reinigt. Dabei hat sie klar erkannt, dass der Mensch nicht in das Göttliche kommen kann, solange er Bilder und Gedanken mit sich herumträgt. Sie geht genauso wie ich in den Quaestiones von 1303 davon aus, dass Gott ein Nichts ist, die Seele sich in die Leere stürzen muss, um alles zu werden«, erklärte Eckhart.“
Von hier ist es nicht mehr weit bis zum „Esse est deus – das Sein ist Gott!“ Oder: „Deus est esse - Gott ist das Sein.“
Neben den genannten Philosophen und Theologen stützt sich Eckhart vor allem auf das
Johannesevangelium, genannt werden das erste Kapitel, Vers eins und das siebzehnte, ebenfalls Vers eins, aber auch auf den Galaterbrief Kapitel zwei, Vers zwanzig, wenn er sagt: „Wenn der Mensch seine ganze Achtsamkeit auf das Jetzt richtet, dann kann er das Sein erkennen, dann gebiert sich Gott von alleine in ihn hinein…dann sind wir auf der gleichen Augenhöhe mit Gott.“
Sein Freund und Gelehrter Dietrich von Freiberg kann dem noch folgen, die meisten anderen nicht: „Das ist so, als ob du uns sagst, wir wären alle Affen und wir könnten Menschen sein.“
Solche kleinen Anspielungen, wie hier auf Charles Darwin (1809 - 1882), vielleicht sogar auf Friedrich Nietzsche (1844 - 1900), machen den Humor Hohns aus und erzeugen beim Leser viel Heiterkeit.
Ernsthaft jedoch fragt er, weshalb die Lehre von der Leere so schwer angenommen werden kann. Die Antwort lautet, sie gehört einem undenkbaren Universum an, welches mit Sprache nicht zu fassen ist. Das Wort Ewigkeit kann unser Verstand ebenso wenig greifen wie Raumlosigkeit oder fehlende Kausalität. Wenn Eckhart sagt, Gott sei der Ursprung aller Ursprünge, ist das für die meisten Menschen nur ein abstraktes Gebilde.
Manchmal erweckt Hohn den Eindruck, man könne durch Wollen, durch Übung zum Seelengrund vorstoßen. Ein anderer Erfurter Mönch hielt dies nur durch Gnade für möglich. Gemeint ist Martin Luther (1483 - 1546).
Häufig wird Eckhart als Mystiker bezeichnet. Tatsächlich, so zeigt Hohn in seinem Werk auf, war er ein Meister seines Fachs:
Wahrscheinlich studierte er an der bedeutendsten Universität des Mittelalters, an der Sorbonne in Paris, war dort bis 1294 als Sentenzenlektor tätig. Nach seiner Rückkehr wurde er Prior des Erfurter Konvents und Vikar in Thüringen. Es folgte eine einjährige Lehrtätigkeit an der Sorbonne, bevor er zum Provinzial der Ordensprovinz Saxonia und zum Generalvikar der Ordensprovinz Böhmen ernannt wurde. 1311 wurde er erneut für zwei Jahre an die Sorbonne berufen, eine Auszeichnung, die vor ihm lediglich Thomas von Aquin erhalten hatte. Aus Paris zurückgekehrt wurde er nach Strassburg gesandt, um sich dort um die Frauenklöster in der Teutonia zu kümmern. 1223/24 folgte er dem Ruf auf den theologischen Lehrstuhl der Dominikaner am Studium generale in Köln.
Wenn man von einem linearen Zeitverständnis ausgeht, haben sich an den Machtspielen der vermeintlichen Machthaber seit damals nur die Namen geändert. Thomas Hohn stellt das ausführlich in seinem Roman dar. Auch dafür meinen Dank an ihn.
Vera Seidl
- Rolf Sakulowski
Die Gloriosa-Verschwörung
(5)Aktuelle Rezension von: TanteGhostSpannend, kurzweilig, irreführend und hochgradig interessant. – So hat mich noch kein Kriminalroman fesseln können.
Inhalt: In Erfurt werden Sanierungsarbeiten unter dem Dom durchgeführt. Dabei bricht ein Mitarbeiter der Baufirma durch den Boden und offenbart so ein sehr altes Geheimnis.
In der gefundenen Höhle findet man Mumien, die um einen Tisch versammelt sind. Alle haben eine seltsame Robe an. Allerdings tanzt eine der Leichen aus der Reihe. Denn diese ist eindeutig jünger, als die anderen.
Die Polizei bittet den Historiker Jonas Wiesenburg um Hilfe. Gerade hat er sein erstes Buch veröffentlich und nun kann er seine historischen Kenntnisse der Polizei zur Verfügung stellen.
Jonas und seine Freundin stoßen bei ihrer Recherche auf einen alten Geheimbund, der in Erfurt im Verborgenen gewirkt hat und auf seine Weise gegen die Mainzer Regierung rebellieren wollte.
Mehr durch Zufall kommt auch ans Tageslicht, wer die jüngere Mumie ist, die mit am Tisch saß, dort aber nicht hingehörte.
Jonas und seine Freundin gehen in den Ermittlungen auf und helfen der Polizei nicht nur auf dem geschichtlichen Sektor. Sie begeben sich in große Gefahr, ohne es zu ahnen und gehen dem wahren Täter fast auf den Leim.
Fazit: Das Cover ist sehr geschickt aus einer Fotomontage gestaltet. Man sieht die Turmspitzen eines Domes, die sich im unteren Teil noch einmal spiegeln. Dazwischen ist in einem weißen Balken der Autor und der Titel des Buches angegeben.
Ich habe nicht gleich die Verbindung zur berühmten Gloriosa hergestellt, die in Erfurt nur zu besonderen Ereignissen geläutet wird. Als Thüringerin sollte ich mich dafür wohl schämen.
In die Handlung geht es mit einem wirklich Krausamen Massaker in einer Kirche los. Der Leser wird über das Geschehen aufgeklärt, aber im Dunkeln gelassen, was genau nun dahinter steht. In dem Moment hatte mich der Autor schon. Ein historisches Kernthema kann einfach nur gut sein.
Ein zweiter Handlungsstrang spielt dann in der Gegenwart, wo die Grotte mit den Mumien entdeckt wird und die aus dem Rahmen fallende Mumie. – Von da an wechselt die Handlung immer mal wieder zwischen Gegenwart und Vergangenheit ab.
In der Vergangenheit wird das ganze Geheimnis um den Geheimbund und das Geschehen in der kleinen Kirche gelüftet. Immer irgendwie parallel zu den Ermittlungsergebnissen in der Gegenwart.
In der Gegenwart habe ich mit dem jungen Pärchen komplett mitgefiebert. Wie sie in den Fall eingestiegen sind und nach und nach auf Dinge gekommen sind, die sie laut Vertrag gar nichts mehr angehen. Es war alles vertreten, was es für ein gutes Buch so braucht. Von spannenden historischen Dingen, bis hin zu Familientragödien und sogar eine spannende Erkundung eines Lost Places.
Anfangs war ich ja etwas skeptisch, was das Buch anging. Ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie ich mal auf die Idee gekommen bin, mir dieses Buch überhaupt auf meine SuB zu packen. Aber mich muss ja mal etwas dazu bewogen haben. Und als ich dann herausgefunden habe, dass das Ganze in ziemlich unmittelbarer Nähe zu meinem Wohnort spielt, war mir schon klar, was mich neugierig gemacht hat.
Der Autor hat einen wirklich angenehmen Schreibstil. Keine Schachtelsätze, die man kaum versteht und auch die Story selber ist richtig gut aufgebaut gewesen. Dieser Aufhänger in Vergangenheit, die Mumien und der Geheimbund, da hat er sich wirklich etwas gewaltiges einfallen lassen. Es war gut, dass noch einmal explizit erwähnt war, dass es sich hier um eine fiktive Geschichte handelt, die einfach an real existierenden Orten spielt. Ich hätte dem Ganzen wirklich auch abkaufen können, dass es diesen Geheimbund wirklich gegeben hat.
Es handelt sich hier um einen Kriminalroman, in dem die Ermittlungen der Polizei aber erfrischend wenig Raum haben. Das Augenmerk liegt auf den Ermittlungen der Leien, die sich da in eine Sache hinein verstricken, die ihres Gleichen sucht. – Ich weiß nur, dass auch ich dem wahren Täter komplett auf den Leim gegangen bin und am Ende komplett überrascht war, wie das Ganze wirklich gelagert war.
Als ich dann richtig drin war, im Geschehen, habe ich das Buch förmlich inhaliert und war vom Gesamtpaket einfach nur zu hundert Prozent überzeugt. Beim Lesen habe ich meine Umwelt komplett ausgeblendet und war komplett gefangen.
Lesepausen war zwar nicht gerade willkommen, aber sehr gut möglich, da der Wiedereinstieg in die Handlung absolut einfach und schnell möglich war.
Ich kann dieses Buch wirklich nur wärmstens empfehlen. Schon allein dadurch, dass den polizeilichen Ermittlungen nicht so die Aufmerksamkeit gilt, wie sonst, mach dieses Buch so erfrischend anders. Die spannenden Story und der absolut wahnsinnig Hintergrund tun ihr Übriges.
- Oliver Polak
Der jüdische Patient
(22)Aktuelle Rezension von: HoldenOliver Polaks Bericht aus der Psychiatrie, vielen Dank für die Lesung im Alten Schlachthof in Lingen! Was die psychischen Leiden angeht und einem diese Krankenhäuser auch nicht ganz fremd sind, hat man einiges wiedererkannt, so schlimm wie Oliver hatte es mich damals aber zum Glück nicht erwischt. Die Beschreibungen der Verwirrungen, Angstzustände usw. sind schon sehr treffend, mutig so was öffentlich zu machen. Und man ist natürlich nach wie vor sprachlos, mit welchen Gedanken- bzw. Taktlosigkeiten bis hin zu offenen Vorurteilen und Antisemitismen jüdische Menschen in Deutschland klarkommen müssen, wunderbar daß der Autor diese Menschen als das "Dreckspack" bezeichnet, das sie sind. Nur bei der Udo-Jürgens-Verehrung gehe ich nicht mit, auch wenn ich seine sozialkritischen Texte natürlich kenne. Toller Autor, sehr gelungenes Buch!
- Brigitte Kronauer
Das Schöne, Schäbige, Schwankende
(6)Aktuelle Rezension von: YukBookDurch die ZDF App "Dein Buch" bin ich auf diesen ungewöhnlichen Roman gestoßen. Neugierig machte mich nicht nur der Titel und die positive Rezension, sondern auch der Inhalt. Brigitte Schönauer, die 2019 verstorben ist, entwirft 3 x 13 Porträts, die sich in die titelgebenden Kategorien zuordnen lassen.
Eigentlich hat sich die Ich-Erzählerin Charlotte in ein Haus eines Ornithologen zurückgezogen, um mit ihrem Roman „Glamouröse Handlungen“ weiterzukommen. Inspiriert durch die verschiedensten Vogelarten, die sich ihr aufdrängen und sie an die Gesichter diverser Freunde und Bekannter erinnern, schreibt sie stattdessen Porträts, die sich mal wie eine pointenreiche Kurzgeschichte, mal wie eine Charakterstudie lesen.
Es ist nicht leicht, sich ständig auf eine völlig neue Figur einzulassen, doch die Mühe lohnt sich. Die Autorin entfaltet ein wahres Panoptikum an Menschentypen: Rosetta, die mit ihrer betörenden Ausstrahlung eine ganze Tischgesellschaft verzaubert, die geschwätzige Rosa, die zwei Zugpassantinnen ihre Lebensgeschichte erzählt oder der arbeitslose Hubertus, der sich vergeblich nützlich machen will und seinen Nachbarn auf den Geist geht.
Besonders interessant sind die Charaktere wie die schweigsame Andrea, aus denen die Erzählerin selbst nicht ganz schlau wird. Sie versucht, in ihr Innerstes zu blicken, sie durch eine provokante Bemerkung aus der Reserve zu locken. In der Episode „Ehebrecher en famille“ zeigt Brigitte Schönauer ihr ganzes Können. Man meint, eine Verhaltensstudie zu lesen, wobei sie nicht nur den Blick auf die Mimik, Gestik, die Dialoge und das Unausgesprochne zwischen einer Frau, ihrem Mann und seiner Geliebten richtet, sondern auch das Wohnzimmer, in der sich die Szene abspielt, mit allen Details einbezieht. Garniert mit vielen Vogelmetaphern präsentiert uns Brigitte Kronauer 39 Miniporträts, die so bunt sind wie die Vogelwelt.
- Don Winslow
Germany
(63)Aktuelle Rezension von: supersusiPrivatermittler Frank Decker, ein ehemaliger Marine soll für seinen Freund Charlie dessen verschwundene Ehefrau finden. Das Buch beginnt spannend, wenn der Stil auch etwas an die Detektivstories der 70 erinnert. Im Laufe der Ermittlungen wird das Buch immer spannender und liest sich flüssig. Auch die Charaktere gefallen mir, besonders die Polizistin Delgado.. Auch haben mir die Twists gefallen, allerdings wurden die überraschenden Wendungen gegen Ende zu viel und zu unrealistisch. Also entweder sind die Gangster wirklich so professionell wie beschrieben, dann ist ihr Verhalten unrealistisch, oder eben nicht. Am Schluß ist alles sehr James Bond mäßig. Und die Auflösung erklärt auch nicht die Motivation und das Verhalten einzelner Personen. Auch ist das Verhalten oft inkonsequent und unlogisch. Das Buch bleibt spannend, wenn auch das letzte Fünftel wie gesagt etwas zuviel des Guten und nicht alle Handlungen der Personen nachvollziehbar waren.
Zwischendurch habe ich gedacht, dass ich unbedingt mehr von dem Autor lesen möchte. Aber aufgrund der erwähnten Schwächen lasse ich das. Wer Machokrimis in James Bond Manier mag, ist hier jedoch völlig richtig.
- Kati Naumann
Was uns erinnern lässt
(153)Aktuelle Rezension von: graphidaDer Roman spielt auf zwei Zeitebenen: 1977 und 2017.
Die 14-jährige Christine lebt in den 70er Jahren im Grenzgebiet des Thüringer Waldes und sie lernt sich zu arrangieren mit der Einsamkeit, den Einschränkungen und dem Leben im ehemaligen Hotel, das schon lange keine Gäste mehr empfangen kann. Ein Leben im Sperrgebiet, jeder Ausflug muss beantragt werden, ein Übertreten der Grenze ist auch in Notfällen nur mit Passierschein möglich. Sie kennt es nicht anders, wächst gut behütet mit ihren Geschwister am Rennsteig auf bis sich von einem auf den anderen Tag alles verändert. Soldaten räumen das Haus, die Familie wird abtransportiert und es bleibt die Frage, die Christine auch Jahrzehnte später noch beschäftigt: wer war der Denunziant ?
Zeitsprung ins Jahr 2017: Eine junge Frau namens Milla entdeckt auf ihrer Suche nach sogenannten Lost Places auf eine Falltür mitten im Wald. Darunter verbirgt sich nicht nur ein Keller, sondern ein Stück Geschichte. Familiengeschichte. Grenzgebiete. Erinnerungen. Der bisher unentdeckte Platz übt auf die junge Frau eine magische Anziehungskraft aus. Wer hat hier gelebt und warum ist der Keller gut erhalten, inklusive der Marmeladengläser und das Haus darüber verschwunden. Milla begibt sich auf die Suche und findet die ehemaligen Bewohner des Hauses, die ihr mit Skepsis und Ablehnung begegnen…
Der Roman macht die Angst, die Willkür, die ständige Bedrohung in der DDR deutlich.
Erinnern oder Vergessen, Geschichte ruhen lassen oder auch 40 Jahre später noch den Denunzianten finden und ihn zur Verantwortung ziehen ? Vom Loslassen und neu anfangen.
Das Buch hatte einige unnötige Längen, war aber insgesamt gut geschrieben, gut recherchiert, berührend und interessant.
Wer wie ich in den alten Bundesländern aufgewachsen ist, mit allen selbstverständlichen Freiheiten und der uneingeschränkten Bewegungs- und Meinungsfreiheit, kann durch das Buch ein Stück besser nachvollziehen, welche Ängste und Vorsicht auch viele Jahre später noch verinnerlicht sind.
Lesenswert.
- Christine Westermann
Manchmal ist es federleicht
(15)Aktuelle Rezension von: Maimouna19In „Manchmal ist es federleicht“ teilt Christine Westermann ihre Gedanken zum Thema Abschiede auf eine ehrliche und berührende Weise, manchmal wehmütig, doch auch immer mit einer Prise Humor, angereichert mit Beispielen aus ihrem Leben.
Loslassen fällt oft schwer und es gibt sie natürlich, die schweren Abschiede, wie z.B. der Tod eines geliebten Menschen, die einen ein Leben lang begleiten und auch mit Zeit nicht leichter werden. Und es gibt die Abschiede, die das Alter mit sich bringt: mit 70 fallen einem viele Sachen halt nicht mehr so leicht wie mit 20, 30, 40. Aber muss man sich deshalb das Leben schwer machen? Und dann gibt es natürlich auch die leichten Abschiede, die man selbst plant und von denen man hofft, dass sie das Leben positiv verändern.
Doch für alle Abschiede, egal ob „federleicht“ oder unendlich schwer, gilt: sie öffnen neue Wege, bieten neue Chancen.
In diesem Buch kann sich jeder wiederfinden, ich habe es gern gelesen, es hat mich zum Schmunzeln aber auch zum Nachdenken gebracht. Ein Buch, das noch lange nachhallen wird.
- Susanne Ayoub
Der Edelsteingarten
(18)Aktuelle Rezension von: Katharina99Im Jahr 1955 lernt Laura in Wien Younis kennen, einen westlich orientierten Iraker. Beide verlieben sich und da Laura in Wien nicht viel zu verlieren hat, folgt sie Younis in dessen Heimat. Sie spricht kein arabisch, kennt im Irak außer Younis niemanden und hat keine Ahnung von dem Land und der Kultur, die sie erwarten. All das ändert sich schrittweise, doch ihre Rolle als Muslima und Ehefrau kann sie bis zuletzt nicht recht annehmen. Umgekehrt begehrt sie jedoch auch nicht dagegen auf, sondern verharrt in Passivität. Daran ändert sich auch nichts, als die große Liebe zu Younis zusehends Enttäuschung und Frustration weicht. Younis engagiert sich politisch, während der revolutionären Umbrüche im Irak ist er praktisch gar nicht mehr für die Familie da. Laura hingegen bleibt zu Hause, kümmert sich um die gemeinsame Tochter und interessiert sich nicht weiter für das, was in ihrer neuen Heimat passiert. Da die Geschichte aus Lauras Perspektive geschrieben ist, bekommt man daher auch als Leserin nicht viel von den politischen Geschehnissen mit, sondern verharrt mit Laura in deren Grübeleien.
Der "Edelsteingarten" gefiel mir zunächst sehr gut. Die Konstellation ist spannend gewählt, ich war neugierig mehr über den Irak vor Saddam Hussain zu erfahren. Tatsächlich wurden auch ein paar Speisen beschrieben und eine irakische Hochzeit dargestellt, je weiter die Handlung voranschritt, desto seltener wurden solche kulturellen Besonderheiten jedoch erwähnt. Besonders schade fand ich, dass auch die politischen Umstände weitgehend ausgespart wurden. Nur am Rande bekommt man beim Lesen etwa mit, dass der König von Revolutionären gestürzt wird. So bleibt der Roman letztlich eine banale Liebesgeschichte, mit einer außergewöhnlichen Konstellation, aber ohne dem politischen und kulturellen Anspruch, den ich mir erhofft hatte.
Hinzu kommt, dass die Geschichte für mich bisweilen kaum nachzuvollziehen war, da ich Lauras Passivität und Desinteresse einfach nicht verstehen konnte. Bisweilen hat es mich fast schon wütend gemacht, dass sie nur zu Hause sitzt, statt Verantwortung für sich und ihr Kind zu übernehmen. Vielleicht hatte ich auch dadurch Schwierigkeiten, in die Geschichte zu finden und mit Laura mitzufühlen.
Alles in allem empfand ich "Der Edelsteingarten" daher als einen Roman mit einer interessanten Idee, der jedoch dieses Potential nicht ausschöpfen kann. Über blieb daher eine solide geschriebene, letztlich aber etwas banale und oberflächliche Liebesgeschichte. - Olivia Wenzel
1000 Serpentinen Angst
(61)Aktuelle Rezension von: Hannah_wulf_3232Eines der außergewöhnlichsten Bücher, die ich gelesen habe. Der Schreibstil und die Art des Erzählens sind ungewöhnlich. Im ersten und letzten Drittel Frage- Antwort- Sätze, in der Mitte werden Fotos beschrieben. Die ganze Handlung spielt sich im Kopf der Erzählerin ab, und die springt immer hin und her (wie das so ist mit den eigenen Gedanken). Darauf muss man sich einlassen können. Ich selbst war begeistert, fand es sehr fesselnd und berührend. Aber kann auch verstehen, wenn es jemanden nicht gefällt.
- Andreas Hultberg
Der Tod vergisst nie
(26)Aktuelle Rezension von: Benni91Dies ist der erste Krimi, den ich von Andreas Hultberg gelesen habe und soweit ich weiß, bisher auch leider nur sein einziger? Ihr seht, das Buch hat mir durchaus gefallen......
Chris Zeller und Lina Bredow werden in einen Dreifachmord mit der Ermittlung beauftragt, dabei ist letztere die Vorgesetzte von Zeller, womit dieser nicht immer klarkommt..... In einem Architekturbüro wurden Chef und zwei Angestellte brutal hingerichtet..... Schon bald geraten mehrere Personen in den Kreis der Verdächtigen, da sich die Firma während der Zeit viele Feinde gemacht hat.... Auch im privaten Umfeld der Toten gibt es Verdächtige, u.a. aufgrund von Eifersuchtsmotiven etc...... Deshalb muss man sich gerade zu Beginn des Buches mit vielen Namen auseinandersetzen, was mir fast schon zu viel war......
Nur wenig später gibt es einen weiteren Doppelmord, der beinahe den identischen Tathergang aufweist, aber die Verbindung zum ersten Tatort wird den Ermittlern erst mit der Zeit klar....
Die Spannung zwischen den Protagonisten ist sichtlich angespannt, vor allem zwischen Bredow und Zeller..... Das kann zuweilen ein bisschen nervig sein bzw. macht vor allem Zeller etwas weniger sympathisch.... Dieser ist nämlich durchaus nicht immer vollkommen korrekt und greift auch zu zwielichtigen Mitteln, um seine Ziele zu erreichen, was ihn selbst allerdings in Gefahr bringt..... In den entscheidenden Momenten und wichtigen Szenen können sie sich aber auf den jeweils anderen verlassen.... Auch die Assistent*innen der beiden fand ich angenehm beschrieben....
Der Erzählstil ist meiner Meinung nach flüssig und die Spannung überwiegend durchgängig hoch, auch, wenn das Buch ab ungefähr der Mitte meiner Meinung nach kleine Längen hat. Zudem findet man verschiedene Erzählperspektiven vor, wie auch diejenige des Antagonisten, den ich wirklich erst gegen kurz vor Schluss erahnt habe... Die Story hat es zudem in sich, und auch die Verbindung zum Prolog hat mich überrascht, diese fand ich sehr gelungen. Auch der Showdown am Ende ist klasseund hat mich schockiert zurückgelassen.....
Insgesamt ein wirklich guter Thriller, dem ich gute 4 Sterne geben kann. Meinerseits eine Empfehlung an alle, die sich für eine spannende und wendungsreiche Story mit einer Großzahl von privaten Aspekten der Protagonisten begeistern können..... Ich würde mir wünschen, dass Andreas Hultberg noch weitere Bücher schreibt....
- Hera Lind
Über alle Grenzen
(22)Aktuelle Rezension von: elycalxa1950er Jahre, Die Familie Alexander zeiht vom beschaulichen Chiemsee nach Thüringen, dort wird der Vater Direktor des Erfurter Zoo.
Doch schon bald wird die Mauer gebaut und es gibt kein zurück mehr für die Familie. Sohn Bruno wagt eine gefährliche Flucht in den Westen, doch diese bezahlt er teuer, den er lässt Frau und Kind zurück. Auch seine Familie lernt die Konsequenzen seiner Flucht zu spüren.
Ich war zu tiefst bewegend von diesem Roma den Autorin Hera Lind wieder nach einer wahren Geschichte geschrieben hat.
Man mag kaum glauben, dass diese Zeit, besonders die Menschen so grausam sein konnten und wie in diesem Fall, der Familie Alexander, diese Grausamkeiten hilflos ausgesetzten waren.
Hera Lind schreibt hier eine sehr emotionale und bewegende Familiengeschichte, denn die Folgen der Flucht, betreffen die gesamte Familie und dies auch noch über die Generation.
Von mir eine klare Leseempfehlung.
- Gert Loschütz
Ein schönes Paar
(35)Aktuelle Rezension von: gstDie Liebe zwischen Herta und Georg, die einmal wunderbar romantisch begann, zerbrach an der rauen Wirklichkeit. Die Flucht vom Osten in den Westen war daran nicht unbeteiligt – meint Philipp, der Sohn der beiden. Er ist heute Fotograf und erzählt die Geschichte seiner Eltern, die sich kurz nach dem zweiten Weltkrieg in der DDR kennenlernten und später in die BRD auswanderten. Doch die Träume, die sie hatten, zerplatzten wie Seifenblasen.
Gerd Loschütz beginnt seinen Roman mit dem Tod von Philipps Vater Georg. All die Dinge, die der Sohn im Nachlass fand, zeigen, dass die zerbrochene Gemeinschaft der Eheleute doch nicht die Verbundenheit miteinander zerstören konnten. Die Kamera, die im hintersten Winkel des Schrankes auftauchte, hatte dabei eine ganz besondere Bedeutung, die dem Leser erst nach und nach bewusst wird.
Der Autor erzählt emotionslos, wie ein Berichterstatter. Trotzdem gelang es ihm, mich in den Bann der Geschichte zu ziehen. Sie handelt vom Leben, von Enttäuschungen und davon, wie jeder für sich versucht, die Probleme mehr oder weniger gut zu meistern. Interessant fand ich, wie der Sohn sein Privatleben konträr zu den Eltern gestaltet. Während sie sich trennten, hält er die Freundschaft zu einer ehemaligen Liebesbeziehung auch nach deren Ende aufrecht.
- Hera Lind
Über alle Grenzen
(47)Aktuelle Rezension von: Schneeflocke82Die wahren Geschichten von Hera Lind sind einfach toll. Diese Buch hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Ich könnte es gar nicht mehr aus der Hand legen. Schockierend, mitreißend und vor allem auch informative Hintergrunddetails. Vieles aus der DDR wurde verschwiegen und selbst die DDRler wussten nichts von den Machenschaften, welche erst im Nachhinein herauskamen. Ein toller Einblick ins Leben, viel Leid und unsagbare Hoffnung.
Grandios geschrieben.
- Thomas Hesse
Die Eule
(5)Aktuelle Rezension von: sommerleseThomas Hesse und Renate Wirth sind die Autoren des Krimis "Die Eule", dem 5. Band der Niederrhein Krimireihe aus dem Emons Verlag. Das Buch erschien 2010.
Was zunächst als gewalttätiger Anschlag auf eine friedlich wirkende Pilgergruppe beginnt, erweist sich bei näherer Untersuchung als viel tiefer gehend. Die Pilger gehören zu einer Sekte, die unter strengem Regiment geführt wird. Doch wo liegen die Verbindungen zu der Gruppe? War das ein Racheakt oder spielen hier andere Motive eine Rolle?
Karin Krafft versucht mit ihrer Truppe, Licht ins Dunkel zu bringen. Dabei ist ihre Mannschaft gerade personell nicht unbedingt gut aufgestellt. Sie musste einen langjährigen Mitarbeiter aus Altergründen verabschieden und der neue Kollege scheint nicht viel auf bestimmte Regeln Wert zu legen.
Dieser Krimi ist ziemlich diffizil, komplex und sehr durchdacht, denn die Hintergründe führen tief in die deutsch- deutsche Vergangenheit und bringen entsetzliche Einblicke in die skrupellosen Machenschaften der Mitarbeiter der Stasi und des Staatsapparates der DDR. Aber auch die Menschen hinter den verschiedenen Schicksalen haben so ihre dunklen Seiten, Republikflüchtlingen und ihren Familien haftete immer ein ganz besonderer Makel an und sie wurden nicht selten gegeneinander ausgespielt.
Der Krimi ist spannend zu lesen, die verwendete Sprache ist eingängig, sehr flüssig und der geschichtliche Hintergrund macht teilweise sehr betroffen. Welche Grausamkeiten sich hinter der deutsch-deutschen Mauer abgespielt haben, kann man nur erahnen. Aus Presse und Nachforschungen weiß man von den üblen Bespitzelungen, von psychischem Druck und Folter, doch die Sozialisten in der DDR haben sogar Hinrichtungen vollstreckt, die Todesurteile wurden erst 1987 abgeschafft.
Die Charaktere sind detailgenau und mit einigen interessanten Facetten ausgestattet, sie sind sehr überzeugend dargestellt. Neben den menschlichen Figuren, wie die der Ermittlerin Karin Krafft, haben manche Figuren harte Züge und sind sehr undurchsichtig. So erscheint die Leiterin der Glaubensgemeinschaft als strenge Frau, aber auch als heilsbringende Figur. Wird man so, wenn man jahrelange Unterdrückung und Bespitzelung erfahren hat?
Ich konnte gespannt in die Handlung eintauchen, sah die menschlichen Schicksale mit großer Betroffenheit und habe den raffiniert konstruierten Fall interessiert gelesen.
Ein gut durchdachter, raffiniert konstruierter Regionalkrimi, der sich mit der dunklen Seite der DDR auseinandersetzt und dieses Regime mal nicht mit einem Glorienschein zeigt, sondern mit der realistischen Wahrheit. Für Geschichtsinteressierte ist dieser Krimi ein besonderer Tipp.
- Beate Baum
Auf Sendung
(17)Aktuelle Rezension von: karatekaddSchon einige Male wurde hier von einem etwas eigenartigem und einzigartigem Ermittlerduo erzählt. Eine Journalistin aus dem Ruhrgebiet, eine weiterer Journalist und ein ehemaliger amerikanischer Polizist, der sich in Dresden als Privatdetektiv niedergelassen hat. Kirsten, Andreas und Dale führen eine Art Dreiecksbeziehung, beide Männer gehören untrennbar zu ihr. Im Jahre 2001 erfuhren wir in „Dresdner Silberlinge“ erstmalig von den dreien, die eine Erfurter Vorgeschichte haben, auch Beate Baum hat eine solche, aber die Geschichten um Kirsten Bertram, zehn mittlerweile, sind frei erfunden, von Zeiten und Orten der Autorin inspiriert.
Die Autorin hat die Urgeschichte bereits seit 1991 in der Schublade und 2013 durften die Leserinnen und Leser nun mit ihr in die Vergangenheit reisen. Wir begeben uns in das Jahr 1991 nach Thüringen. Die Zeitungs- und Zeitschriften-Landschaft ändert sich rapide, Fernsehsender entstehen und eine Reihe bisher weniger in diesen Landen bekannte Geschäftsideen machen sich breit. Was davon ist legal, was nicht? Sind da zwei junge Frauen nach einer Stripteaseshow verschwunden? Wurden sie unter falschen Versprechungen nach Nordafrika gelockt? Auf dieser Spur recherchiert der investigative Journalist Andreas. Dann gescheit ein Mord: Hat Andreas was damit zu tun? Kirsten, die sich gerade wegen Dale von ihm getrennt hat, würde ihm gern helfen.
Es wird eine verzwickte Geschichte, wobei die drei der Kriminalpolizei gelegentlich im Weg zu stehen scheinen, diese aber ohne deren Erkenntnisse auch nicht viel weiter käme. Auf eine gewisse Art ist es eine Wende-Geschichte, die sehr authentisch wirkt, wohl weil sie eben damals verfasst wurde. Interieur von Gaststätten zum Beispiel, Stadtbeschreibungen, Ost-West-Geschichten: Manches aus dieser Zeit kommt dem bloggenden Leser wieder in den Sinn. Das fängt beim „DT64“ - Hören der Kirsten Bertram an - Beate Baum hat es in anderen Büchern auch oft mit Musik. Ein Blick in die eigene späte Jugendzeit, zumal wir im selben Jahr geboren.
Heute ist in Erfurt viel geschehen. So mancher Bau wurde restauriert, andere erkennt man immer noch wieder. Auch die Romane um Kirsten Bertram haben sich im Laufe der Zeit verändert. Trotz der Überarbeitung wirkt der „Erstling“ auch als solcher, obwohl er der fünfte Kirsten-Bertram-Roman ist. Es macht Spaß, einen solchen Roman zu lesen und die Entwicklung der Hauptfigur, die der Autorin ein wenig gleicht, zu verfolgen. Die späteren gefielen mir vom Lesen her besser, aber hier will ich mal wieder wissen, was den Geschichten und den Figuren zugrunde liegt. Ich gedenke der Figur und der Autorin treu zu bleiben…
- Anja Tsokos
Heinz Labensky - und seine Sicht auf die Dinge
(113)Aktuelle Rezension von: das_lesende_ich👴🏻
𝘌𝘳 𝘧𝘳𝘢𝘨𝘵𝘦 𝘴𝘪𝘤𝘩, 𝘸𝘢𝘴 𝘸𝘪𝘳𝘬𝘭𝘪𝘤𝘩 𝘸𝘪𝘤𝘩𝘵𝘪𝘨 𝘸𝘢𝘳 𝘪𝘮 𝘓𝘦𝘣𝘦𝘯. 𝘖𝘣 𝘦𝘴 𝘥𝘪𝘦 𝘞𝘢𝘩𝘳𝘩𝘦𝘪𝘵 𝘸𝘢𝘳, 𝘥𝘪𝘦 𝘷𝘪𝘦𝘭𝘭𝘦𝘪𝘤𝘩𝘵 𝘸𝘦𝘩𝘵𝘶𝘯 𝘬𝘰𝘯𝘯𝘵𝘦, 𝘰𝘥𝘦𝘳 𝘥𝘢𝘴, 𝘸𝘢𝘴 𝘮𝘢𝘯 𝘴𝘪𝘤𝘩 𝘴𝘦𝘭𝘣𝘴𝘵 𝘢𝘮 𝘮𝘦𝘪𝘴𝘵𝘦𝘯 𝘸𝘶̈𝘯𝘴𝘤𝘩𝘵𝘦? 𝘎𝘪𝘯𝘨 𝘦𝘴 𝘥𝘢𝘳𝘶𝘮 𝘯𝘶𝘳 𝘯𝘪𝘤𝘩𝘵 𝘦𝘯𝘵𝘵𝘢̈𝘶𝘴𝘤𝘩𝘵 𝘻𝘶 𝘸𝘦𝘳𝘥𝘦𝘯? 𝘖𝘥𝘦𝘳 𝘨𝘪𝘯𝘨 𝘦𝘴 𝘥𝘢𝘳𝘶𝘮, 𝘥𝘦𝘳 𝘞𝘢𝘩𝘳𝘩𝘦𝘪𝘵 𝘪𝘯𝘴 𝘎𝘦𝘴𝘪𝘤𝘩𝘵 𝘻𝘶 𝘣𝘭𝘪𝘤𝘬𝘦𝘯?💭
Zusammen mit Heinz Labensky stieg ich in einen Flixbus und begab mich auf eine Reise, die nicht nur physisch war, sondern auch tief in seine Vergangenheit führte. Es fühlte sich an, als würde Heinz mir als Reisepartnerin seine Geschichte persönlich erzählen – ein sehr intimes und intensives Leseerlebnis.Allerdings verlor sich der Roman manchmal zu sehr in den Details seiner Vergangenheit. Diese Rückblicke waren zwar interessant, machten die Erzählung aber stellenweise langatmig, sodass ich mir wünschte, schneller voranzukommen. Besonders das Rätsel um Rita hielt meine Neugier wach, und ich wollte unbedingt wissen, wie dieses Mysterium aufgelöst wird.
Doch das Ende kam überraschend kurz und ließ mich ein wenig enttäuscht zurück. Ich hatte mir mehr Tiefe und eine umfassendere Auflösung gewünscht.
Insgesamt ist Heinz Labensky ein interessanter Roman, der jedoch an einigen Stellen an Spannung verliert und mehr aus seinem Finale hätte herausholen können.
⭐️⭐️⭐️
⁽ᵁᴺᴮᴱᶻᴬᴴᴸᵀᴱ ᵂᴱᴿᴮᵁᴺᴳ ⁻ ˢᴱᴸᴮˢᵀᴷᴬᵁᶠ⁾
- Karin Manke
Ein Leben haben
(1)Aktuelle Rezension von: Angelika16
„Ich wusste nie, wer ich wirklich war“, sinniert die heutige Karin Manke-Hengsbach, wenn sie von ihren Kinder- und Jugendjahren in der Stadt Erfurt erzählt. 1946 geboren führt sie uns in eine Umgebung, in der eine gewisse Erziehungsstraffheit offenbar in diversen Facetten der westlichen ähnelte. Hinzu kam jedoch die Ausrichtung in eine sozialistische Gesellschaft, die nach dem Zusammenbruch des dritten Reichs in Ostdeutschland als neues – wiederum übergestülptes – Ideal und Hochziel vermittelt wurde.Auf beiden Seiten Deutschlands die vielleicht noch preußisch tradierte Strenge der 50-er und 60-er Jahre, Erziehungsgrundsätze, die richtig von falsch trennen, wenig Widerworte zulassen und nicht allzu viele Zwischentöne enthalten. Das machte es auch den Eltern der Autorin schwer, die in zwei Diktaturen und einem Weltkrieg nicht viel Möglichkeit gehabt hatten, eigene Ziele zu entwickeln, geschweige denn ihnen zu folgen
Behutsam schildert die Autorin ihre ersten Thüringer Kinderjahre, in welchen vor allem der Vater sich durchaus liebevoll mit den Kindern beschäftigt. Später, als die Eltern bemerken, dass ihr Kind etwas ‚anders‘ ist, gibt es häufig Prügel, auch Unverständnis für scheinbar Harmloses. Das Tagebuch wird verbrannt. Manche Feinheiten sind nur zu erahnen. Sie werden so belastend, dass Karin im Alter von erst 14 Jahren ausreißt und zu Fuß zu den geduldigen Großeltern läuft. Dort wird sie in freier Luft groß und kann in den kommenden Jahren sein, wie sie möchte.
Karin, die Jugendliche, beginnt, ihre Schicksalsfäden in die Hand zu nehmen, zunächst vielleicht unbewusst. Sie erlebt die Magie der Bücher, auch der Bildung, entwickelt sich aus vielem heraus.
Später wird sie Buchhändlerin und Bibliothekarin, doch der Weg dahin bleibt nicht leicht. Glücklicherweise gibt es besondere Menschen, meist ältere, die ihr zur Seite stehen und sie ermutigen. Doch gehört dazu auch der junge Germanistikstudent Camara, der später in seine afrikanische Heimat zurückkehren wird. Mit ihm kann sie sich in vielen Gedanken zum Leben und literarisch austauschen. Sie empfehlen sich Bücher.
Camara besitzt nur einen Makel in Erfurt, er ist schwarz.
Als Karin ein Kind von ihm bekommt, steht nicht nur die Verwandtschaft Kopf, sondern auch die Vielzahl der kleinstädtischen Bürger von Erfurt, auch wenn die Großeltern weiterhin zu ihr halten. Camara erkennt sein Kind sofort an und kommt zu Besuchen. Einen Ausweg angesichts der auch finanziell schwierigen Lage – Karin muss arbeiten und das Kind schweren Herzens in einem Heim lassen – finden die jungen Leute in der damaligen Zeitenenge nicht.
Das junge Mädchen Karin, das wenig an kindlichem Urvertrauen ausgebildet hat, sucht Liebe. Sie gerät schließlich in den Sog einer neuen Männerbekanntschaft. Ein Mann, der gut zu ihr ist und sie zunächst auch mit dem Mischlingskind heiraten möchte, macht ihr Eindruck, auch wenn die Liebe nicht groß ist. Später wird er sich als liebevoller Vater für zwei weitere Kinder erweisen. Ihre literarischen Interessen jedoch teilt er nicht. Karin muss lügen, wie so oft, nur weil sie ein neues Buch gekauft hat.
Als sie geheiratet haben, lehnt der Mann plötzlich ab, das Mischlingskind in die Familie zu holen. Karin gehört jetzt zu ihm, ein weiteres Mal werden Briefe und ihre Tagebücher verbrannt. Karin schaut dem äußeren Auslöschen zu. Erinnerungen kann man zum Glück nicht verbrennen.
Hätte sie damals Camara heiraten sollen? Erst in der heutigen Zeit würde das einfacher sein. Stattdessen sagt sie ja zu einer Ehe mit einem Menschen, der ihr in vielem fremd bleibt. Sie bekommt zwei weitere Kinder, ist nun ‚versorgt‘. Bitter bemerkt sie, dass die Verwandtschaft beider Seiten sich nun auf die Enkel stürzt – besitzen sie doch sie die richtige ‚Farbe‘. Sie muss an jedem Wochenende Familienbesuche ertragen, dazu häufig alkoholisiert.
Bis das junge Paar sich zu einem Umzug entschließt und Erfurt verlässt.
Das dunkelfarbige Kind aber? Das musste Karin Manke, unter dem Druck der Familienverhältnisse und des Jugendamtes einer sozialistisch ‚rein‘ gewünschten Gesellschaft, irgendwann abgeben. Sie hatte in all‘ diesen Umständen nicht die Kraft, die Unterschrift zur Adoption zu verweigern.
Die ersten 30 geschilderten Lebensjahre machen neugierig auf mehr, zumal die heutige Autorin und Verlegerin Karin Manke-Hengsbach eine sehr eigenständige Frau geworden ist, die ihren Weg schließlich frei gegangen ist. Feinfühlig und um große Ehrlichkeit bemüht, erzählt sie in anrührender Sprache und eruiert nicht nur die Zeitumstände, sondern versucht auch, ihnen einiges zu verzeihen.
Angelika Zöllner - Mario Süßenguth
Aus einem traurigen Arsch fährt nie ein fröhlicher Furz
(10)Aktuelle Rezension von: EstrelasDieses Büchlein versammelt Anekdoten aus dem Leben Martin Luthers unter den Aspekten Luther legendär, Luther lernend, Luther lehrend, Luther laut und leise, Luther liebend, Luther leidenschaftlich, Luther leidend und Luther lebt. Sie folgen grob der Chronologie der Stationen seines Lebens, wie aus einer Zeittafel hervorgeht.
Auf persönliche Art lernen wir so einen Mann kennen, der die Werte der Kirche infrage stellt (so auch „das ehelose Leben der Geistlichen. O wie wäre doch ohn diese liebreiche Ordnung Gottes die Welt längst gar öde und wüst und alles umsonst geschaffen gewesen.“), der kein Blatt vor den Mund nimmt (siehe der Ausspruch auf dem Buchtitel) und ein Sprachkünstler ist, der für seine Bibelübersetzung neue Wörter kreiert.
Anders als eine Biografie stellt das vorliegende Werk nicht jeden Kontext her, den ich mir für das Verständnis an manchen Stellen gewünscht hätte. Die Lektüre war ansonsten kurzweilig und interessant für mich.
- Petra; Klett, Rolf; Lau, Gabriele Brandenburger
Der Landkreis Erfurt 1816 - 1994... keine unendliche Geschichte.
(0)Noch keine Rezension vorhanden - Jürgen Valdeig
Malerisches Erfurt
(1)Aktuelle Rezension von: HEIDIZwird mit diesem Buch von Jürgen Valdeig und Steffen Raßloff einfach gemacht.
Durchweg mit gelungenen und aussagekräftigen Aquarellen versehen und dazu passenden informativen und kurzweilig zu lesenden Texten ist dieses Buch rundherum gelungen.
Gliederung:=========
Erfurt - die Metropole ThüringensSpuren des MittelaltersDie UniversitätstadtDie LutherstadtDas jüdische ErbeDie kurzmainzische StadtDie BlumenstadtDie moderne GroßstadtAusflüge in die Umgebung
Man sieht, das Buch beinhaltet Erfurt rundherum und ist sehr nachvollziehbar gegliedert.
Die Illustrationen (Aquarelle) von Jürgen Valdeig haben Wiedererkennungwert, ich mag den Stil des Künstlers - und so haben mich die Aquarelle von Erfurt auch überzeugt. Sie lassen sich sehr intensiv betrachten und man kann darin so viel erkennen und erleben. Mit den informativen Texten bilden sie eine untrennbare Einheit. Jedem Kapitel vorangestellt ist ein Informationstext und die gezeigten Aquarelle sind jeweils untertitelt mit dem, was man darauf sehen kann und in welche Zeit das Kunstwerk einzuordnen ist.
Ich finde diese Publikation rundherum gelungen. Sie passt perfekt zum Vorgänger "Malerisches Thüringen" - ein Buch, welches mir auch schon ebenso gut gefallen hatte. - Christine Westermann
Die Familien der anderen
(6)Aktuelle Rezension von: EstrelasChristine Westermann erzählt aus ihrem Leben und macht damit gleichzeitig einen Streifzug durch die Bücher, die sie dabei begleitet haben, denn die Journalistin hat nicht nur selbst Bücher geschrieben, sondern auch in den Medien so einige besprochen.
Die Autorin wirkt dabei stets authentisch und nahbar. So berichtet sie beispielsweise von ihren Selbstzweifeln, dass sie sich im Literarischen Quartett kleiner fühlte als die anderen drei Teilnehmer oder wie ihre lesbaren Buchtipps in der Jury für den Deutschen Buchpreis überstimmt wurden. Jene gibt sie aber ganz selbstverständlich und nebenbei auch hier, wo es eigentlich um ihr Leben geht. Mit ihr erklimmen wir außerdem den „Zauberberg“, sind sozusagen ihr Antrieb, dass sie diese Lesereise endlich angeht.
Ich habe diese Bücherbiografie bewusst als Hörbuch gewählt, denn so konnte ich Christine Westermann in ihrem Metier erleben. Es blieb dabei natürlich nicht aus, dass ich mir Notizen machte, welche Bücher ich nun unbedingt noch lesen muss. „Die Familien der anderen“ ist jedenfalls ein großes Vergnügen für jeden Büchernarren.
- Thomas Bienert
Freizeitführer Ostthüringen, Saaleland, Thüringer Kernland
(1)Aktuelle Rezension von: mabuereleDer Freizeitführer umfasst die Landkreise Gotha, Sömmerda, Weimarer Land, Greiz, Saale-Holzland-Kreis, Saale-Orla- Kreis, Altenburger Land und die kreisfreien Städte Erfurt, Weimar, Jena Gera.
Zu Beginn befindet sich eine Karte.
Die Orte werden in alphabetischer Reihenfolge vorgestellt. Dabei ist der Aufbau jeweils identisch. Hellblau unterlegt gibt es Informationen zur Historie. Dunkelblau folgt, wenn vorhanden, Adresse, Telefonnummer und Mailadresse der Tourismusinformation sowie der Link zur Webseite des Ortes..
Unter der Überschrift „Sehenswertes“ werden die Besonderheiten des Ortes beschrieben. Wenn vorhanden, sind Öffnungszeiten und Kontaktmöglichkeiten mit angegeben.
So wird zum Beispiel für Bad Köstritz das Heinrich-Schütz-Haus und die Schwarzbierbrauerei sowie für Kolleda das Stadtzentrum, das Heimatmuseum, das Funkmuseum und das Museum zur Luftkriegsgeschichte vorgestellt.
Danach gibt es Hinweise zu Freizeit und Natur. Wanderwege per Fuß und Rad bilden dabei den Schwerpunkt. Ergänzt werden sie durch Naturdenkmäler oder Museen. So wird für Ranis auf das Artenschutzzentrum, ein Wisenthotel und den Naturlehrpfad hingewiesen.
Abschließend werden Veranstaltungen und Feste erwähnt wie in Weida der Weid`sche Kuchenmarkt.
Viele farbige Fotos veranschaulichen die Gegend.
Zwei Seiten möchte ich besonders erwähnen. Sie sind grün grundiert und enthalten ein Stück unbekannter Thüringer Geschichte. Die eine befasst sich im Zusammenhang mit den Drei Gleichen mit Königin Radegunde, die andere mit der indischen Elefantendame Miss Baba.
Der Reiseführer ist Besuchern Thüringens sehr zu empfehlen. Besonders gefallen hat mir, das auch viele Kleinigkeiten aufgenommen wurden, die in anderen Büchern unter den Tisch fallen. Natürlich sind die Informationen für die kreisfreien Städte umfangreicher und enthalten die all die bekannten klassischen Gedenkstätten.























