Bücher mit dem Tag "erich kästner"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "erich kästner" gekennzeichnet haben.

33 Bücher

  1. Cover des Buches Fabian (ISBN: 9783038820086)
    Erich Kästner

    Fabian

    (339)
    Aktuelle Rezension von: Loly

    Zum Inhalt:

    Dr. Jacob Fabian ist Germanist und arbeitet als Werbetexter in Berlin. Er stürzt sich in erotische Abenteuer, trinkt mit Reportern und versucht, im stürmischen Treiben der Großstadt an seinen Idealen festzuhalten. Doch die Stadt bewegt sich im Zickzack und die demokratischen Grundlagen der Weimarer Republik geraten zunehmend ins Wanken. Als Fabian die junge Anwältin Cornelia in einem Bildhaueratelier kennenlernt, verändert sich sein Leben und die beiden verlieben sich – doch ihre Liebe soll nicht von Dauer sein.


    Mein Eindruck:

    Ich habe in diesem Wintersemester ein Seminar zu Erich Kästner belegt und dafür dieses Buch gelesen, doch das Cover ist mir schon eine ganze Weile vorher gelegentlich in der Buchhandlung aufgefallen, weswegen es mich gefreut hat, es auf der Lektüreliste zu finden.

    Besonders nach ‚Emil und die Detektive und Emil und die drei Zwillinge‘ und ‚Das fliegende Klassenzimmer‘ war ich gespannt darauf, wie anders Kästner für seine erwachsene Leserschaft geschrieben hat und ein Unterschied war definitiv erkennbar. Wo in seinen Kinderbüchern die Hoffnung und die Kraft des Guten einen großen Raum einnehmen, ist diese in ‚Fabian‘ so gut wie gar nicht zu finden. Mir ist bewusst, dass es sich um eine gesellschaftskritische Perspektive handelt und es gefiel mir, wie unverblümt er manche Umstände und Situationen geschildert hat. Doch irgendwie wurde die triste Atmosphäre, in der selbst die kleinste Flamme der Hoffnung sofort erlischt, nach einigen Seiten langweilig und fade. Sie deprimierte und frustrierte mich, da Fabian kein flacher, schlecht konstruierter Charakter ist. Er hätte die Umstände, die seinen Alltag geprägt haben, definitiv verändern können, wenn er es genug gewollt und die Energie dafür aufgebracht hätte.

    Fabian hat interessante Ansichten in Bezug auf das Leben und die Gesellschaft, deshalb war es für mich nicht ganz verständlich, warum er tatenlos zugesehen hat, wo er doch genau wusste, was die Probleme sind. Das hat die Authentizität seiner Ideale für mich aufgehoben, denn er hat sich so verhalten, als wäre die Tatenlosigkeit zu bequem für ihn und die Aussicht auf Besserung seine Energie nicht wert. Es hat den Eindruck erweckt, er würde sich dieser Welt, die er kritisch betrachtet, nicht wirklich zugehörig fühlen – als wäre er ein unbeteiligter Beobachter.

    Genau da hat Kästner meiner Meinung nach alles richtig gemacht, denn die Geschichte hat mich mehrmals zum Nachdenken angeregt. Gleichzeitig hat es sich für mich so angefühlt, als hätte er es sich mit diesem Werk zu leicht gemacht und als würde ein bedeutender Teil zur endgültigen Vollendung fehlen. Hier sollte ich erwähnen, dass ich die zensierte Version und nicht ‚Fabian oder Ein Gang vor die Hunde‘ gelesen habe. Vielleicht würde meine Einschätzung anders ausfallen, hätte ich diese Version gelesen – wer weiß.

    ‚Fabian‘ zu lesen war auf jeden Fall interessant, besonders im Hinblick auf den Kontrast zu seinen Kinderbüchern. Kästners Schreibstil strahlt eine gewisse Intelligenz aus, was mir sehr gut gefällt, doch in diesem Werk hat mir, wie bereits erwähnt, einfach etwas gefehlt, um es genauso gut finden zu können, wie die anderen Bücher, die ich bereits von ihm kenne. An Fans seiner Arbeit würde ich es auf jeden Fall weiter empfehlen.


    (https://book-souls.com/2025/05/19/fabian-von-erich-kaestner/)

  2. Cover des Buches Fabian oder Der Gang vor die Hunde (ISBN: 9783038820277)
    Erich Kästner

    Fabian oder Der Gang vor die Hunde

    (80)
    Aktuelle Rezension von: CelinaMilena

    Anfangs fiel es mir etwas schwer, in Kästners Schreibstil hineinzufinden, zumal ich unmittelbar zuvor einen sehr poetischen Fantasyroman gelesen hatte. Der Übergang war daher ein wenig radikal. Außerdem stammt das Buch aus dem Jahr 1930, weshalb die Sprache heute natürlich etwas altmodisch wirkt. Daran gewöhnt man sich jedoch schnell, und genau das verleiht dem Roman seinen besonderen Charme.


    Die Geschichte selbst ist gleichermaßen makaber und schräg, gespickt mit wunderbar trockenem Humor. Fabian erlebt auf den wenigen Seiten zahlreiche dramatische Ereignisse, und das Ende erwischt einen völlig unerwartet. Ich fand den Roman zwar nicht herausragend, aber durchaus gut.

  3. Cover des Buches Emil und die Detektive: Die Buchvorlage zum Film (ISBN: 9783855352708)

    Emil und die Detektive: Die Buchvorlage zum Film

    (643)
    Aktuelle Rezension von: Lulia

    Im Zentrum der Handlung steht der 12-jährige Emil Tischbein, der allein nach Berlin reist, um Verwandte zu besuchen und ihm dabei im Zug das Geld gestohlen wird. Daraufhin nimmt er die Verfolgung auf und trifft auf Gustav mit der Hupe und eine Bande pfiffiger Kinder, die eine Art Detektivtruppe bilden und den Dieb verfolgen. Die realistische und spannende Handlung vermittelt die Themen Freundschaft, Gerechtigkeit, Mut und Zusammenhalt sehr zielgruppengerecht.
    Bei den Protagonisten steht Emil klar im Mittelpunkt der Handlung und wird glaubwürdig und sympathisch dargestellt. Nebenprotagonisten wie Gustav oder Herr Grundeis sorgen für ein angenehmes Facettenreichtum in der Geschichte.
    Wer zeitlose Detektivgeschichten mit einer realistischen Kinderperspektive mag, wird hier fündig.
    Der Schreibstil ist sehr zielgruppengerecht, voller Dialoge und von leisem Humor durchzogen.
    Insgesamt kann ich das Buch empfehlen.

  4. Cover des Buches Das fliegende Klassenzimmer (ISBN: 9783038820376)
    Erich Kästner

    Das fliegende Klassenzimmer

    (480)
    Aktuelle Rezension von: helenpreidt_

    Erich Kästners "Das fliegende Klassenzimmer" ist ein zeitloser Klassiker der Kinder- und Jugendliteratur, der weit über eine einfache Schulgeschichte hinausgeht. Im Mittelpunkt des Romans steht die persönliche Reifung der Charaktere, die Kästner mit großer Wärme, Humor und psychologischer Feinfühligkeit darstellt.

    Die Schüler des Internats erleben Konflikte, Freundschaft, Loyalität und Mut – Situationen, die sie zwingen, Verantwortung zu übernehmen und über sich hinauszuwachsen. Besonders eindrucksvoll ist, wie sich die Jungen im Laufe der Handlung von impulsiven Kindern zu nachdenklicheren, empathischen Persönlichkeiten entwickeln. Fehler werden nicht verurteilt, sondern als notwendige Schritte auf dem Weg zum Erwachsenwerden gezeigt.

    Auch die erwachsenen Figuren tragen zur Reifung der Kinder bei, indem sie Verständnis, Menschlichkeit und Vorbildfunktion verkörpern. Kästner vermittelt damit die wichtige Botschaft, dass Erwachsenwerden nicht durch Strenge, sondern durch Vertrauen, Mitgefühl und Selbstreflexion entsteht.

    "Das fliegende Klassenzimmer" überzeugt durch seine Sprache, seine tiefgründigen Figuren und seine klare moralische Haltung. Ein berührendes Buch, das junge wie erwachsene Leserinnen und Leser gleichermaßen anspricht und verdientermaßen fünf Sterne erhält. 

  5. Cover des Buches Doktor Erich Kästners Lyrische Hausapotheke (ISBN: 9783855351121)
    Erich Kästner

    Doktor Erich Kästners Lyrische Hausapotheke

    (89)
    Aktuelle Rezension von: wordworld

    Im Rahmen der Klassiker Challenge habe ich im Februar "Doktor Erich Kästners Lyrische Hausapotheke" parallel als Hörbuch gehört Die erstmals 1936 erschienene Gedichtsammlung von  Erich Kästner umfasst etliche ganz unterschiedliche Gedichte, die jeweils zur Linderung eines Leidens vorgeschlagen werden. 

    "Doktor Erich Kästners Lyrische Hausapotheke" hinterließ bei mir einen eher gemischten Eindruck. Obwohl das Buch drei Jahre nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten veröffentlicht wurde, ist es nicht politisch, sondern kreist stattdessen um existenzielle und zwischenmenschliche Themen wie Vergänglichkeit, Lebensüberdruss oder Beziehungsfragen. Die Gedichte werden jeweils zu verschiedenen Anlässen vorgeschlagen, beispielsweise "wenn Krankheiten quälen", "man an die Mutter denkt", "man die Natur vergessen hat" oder "wenn das Selbstvertrauen wackelt", um nur einige der 36 Kategorien zu nennen. 

    "Wir sitzen alle im gleichen Zug und reisen quer durch die Zeit. Wir sehen hinaus. Wir sahen genug. Wir fahren alle im gleichen Zug. Und keiner weiß, wie weit."

    Formal reicht die Bandbreite der Gedichte dabei von längeren, gereimten Stücken bis hin zu sehr kurzen, pointierten Ein-Satz-Gedichten. Manches ist mit ironischem Augenzwinkern formuliert, doch häufig schwingt auch ein zynischer oder leicht depressiver Ton mit. Dadurch empfinde ich die „lyrischen Heilmittel“ nicht immer als aufmunternd und tröstend, sondern teilweise eher ernüchternd und desillusionierend. Auch wenn einige wirklich tolle, spritzige Gedichte dabei waren, hat mich ein Großteil der Texte leider nicht abholen können. Das lag sicherlich auch zum Teil daran, dass die im Text dargestellten Geschlechterrollen und das Frauenbild Kästners aus heutiger Sicht nicht gut gealtert sind, sodass ich bei einigen stark misogynen Aussagen beim Lesen geradezu zusammengezuckt bin. 

    "Das ist das Verhängnis: zwischen Empfägnis und Leichenbegängnis nicht als Bedrängnis."

     

    Fazit

    Die originelle Idee, Gedichte als „Hausmittel“ für unterschiedliche Lebenslagen zu präsentieren, ist charmant und bringt immer wieder sprachlich kluge, pointierte Momente hervor. Einzelne Verse haben mich mit ihrer Klarheit und Bildkraft wirklich überzeugt. Gleichzeitig wirkten viele Texte auf mich eher ernüchternd als tröstlich, teils zynisch, teils spürbar in ihrer Zeit verhaftet – insbesondere im Hinblick auf das Frauenbild. So sehe ich die Sammlung weniger als zeitlose Seelenmedizin, sondern eher als literarisches Zeitdokument mit Licht- und Schattenseiten.

  6. Cover des Buches Das doppelte Lottchen (ISBN: 9783038820383)
    Erich Kästner

    Das doppelte Lottchen

    (507)
    Aktuelle Rezension von: Nelebooks

    Inhalt (LB): "Es ist schon merkwürdig, wenn sich zwei Mädchen in einem Ferienheim gegenüberstehen und feststellen, dass sie sich gleichen wie ein Ei dem anderen. Luise Palfy aus Wien hat zwar lange Locken und Lotte Körner aus München zwei geflochtene Zöpfe – das ist aber auch wirklich der einzige Unterschied. Sie beschließen, dem Geheimnis ihrer Ähnlichkeit auf den Grund zu gehen: Luise fährt als Lotte nach München zurück und Lotte als Luise nach Wien."

    Cover: Das Cover ist natürlich mit der Abbildung der Zwillinge passend zur Geschichte. Auch das Dorf mit dem See passt zu dem Anfang der Geschichte. Das Bild insgesamt sorgt für einen Dreh in der Geschichte selbst und ist damit sehr relevant.

    Schreibstil: Erich Kästner schreibt einfach toll. Er schreibt kindgerecht, unterhaltend und alles hat einfach auch die richtige Länge - nicht langatmig, nicht zu undetailliert.

    Inhalt: Die Geschichte ist natürlich bekannt, allerdings habe ich sie ewig nicht mehr im Original gelesen, sondern diverse Verfilmungen gesehen. Daher war es jetzt schön, das mal wieder im Original zu lesen. Einfach so schön. Die beiden Mädels sind so unterschiedlich und doch so innig und sympathisch. Ich habe sie richtig gerne begleitet und auch die Eltern. Die Entwicklung der Geschichte ist interessant, spannend, unterhaltend und kurzweilig. Das Buch liebe ich und kann es daher einfach auch nur von tiefstem Herzen weiterempfehlen!

  7. Cover des Buches Das Schloss der Schriftsteller (ISBN: 9783406824555)
    Uwe Neumahr

    Das Schloss der Schriftsteller

    (20)
    Aktuelle Rezension von: Johanna_Be

    Nicht alle Schriftsteller, Journalisten und Maler, die den Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher begleiteten, wohnten im Schloss von Faber-Castell. Einige hielten es dort auf den Feldbetten im Mehrbettzimmer nicht aus. Sie verschmähten die amerikanische Dosenkost und die ständig besetzten Duschen und wechselten ins Grand Hotel in Nürnberg.

    Uwe Neumahr erzählt in seinem Sachbuch von sehr unterschiedlichen Beobachtern und deren Haltungen zum Prozess und zu den Deutschen. Auf der einen Seite diejenigen, die von der Kollektivschuld der Deutschen überzeugt und vom Rachegedanken erfüllt waren (Erika Mann), auf der anderen Seite Autoren, die betonten, dass nicht alle Deutschen Nazis waren (Peter de Mendelssohn). Angesichts der Zerstörungen und des Hungers in den ersten Nachkriegsjahren ergriff einige auch Mitleid mit den Deutschen (John Dos Passos).

    Neumahr versammelt biographische und zeitgeschichtliche Skizzen rund um Erich Kästner, Erika Mann, Alfred Döblin (der gar nicht da war und trotzdem über den Prozess schrieb), Willy Brandt, Markus Wolf, Martha Gellhorn, John Dos Passos und viele mehr. Und da gibt es auch noch die fragwürdigen Gestalten wie die Gräfin Katharina Faber-Castell, die eine Freundschaft zum ehemaligen Gestapo-Chef Diels pflegte, der zusammen mit Hitlers Fotografen im Zeugenhaus wohnte und sich frei bewegen konnte. Es ist eine höchst interessante Gemengelage rund um den Prozess.

    Das Buch ist eine Fundgrube spannender kulturgeschichtlicher Zeugnisse, nicht nur zum Prozess, sondern auch zum Umgang mit den Schuldigen. Auch mit Schriftstellern der sogenannten „Inneren Emigration“ wie Erich Kästner, der ein Buch zu seinem Leben in Nazideutschland schuldig blieb. Zuweilen scheint Uwe Neumahr allerdings von der Faszination seines Stoffes davongetragen zu werden. Doch auch seine Abschweifungen sind amüsant oder erstaunlich. Man erfährt etwa vom Verkauf von Vermeers „Malkunst“ an Hitler oder von Hemingways Angeberei über die Anzahl der von ihm getöteten Feinde. Am Rande bemerkenswert, dass der unterlegene Ritter auf den Bleistiften der Marke Faber-Castell ursprünglich die Farbe der Konkurrenz trug.

    Lesenswert!

  8. Cover des Buches Februar 33: Der Winter der Literatur (ISBN: B09FLZQRYD)
    Uwe Wittstock

    Februar 33: Der Winter der Literatur

    (0)
    Noch keine Rezension vorhanden
  9. Cover des Buches Man schwitzt und fragt: Wann hört das auf? (ISBN: 9783855354160)
  10. Cover des Buches Die Trümmerschule – Zeit der Hoffnung (ISBN: 9783548069012)
    Beate Maly

    Die Trümmerschule – Zeit der Hoffnung

    (100)
    Aktuelle Rezension von: rose7474

    Dieser Roman konnte mich ab der ersten Seite fesseln und berühren. In Stella konnte ich mich gleich sehr gut hineinversetzen und mochte sie sehr. Wien in Trümmern nach der Nachkriegszeit war authentisch dargestellt und auch die Situation nach dem 2. Weltkrieg. Toll, wie auch die Schüler beschrieben wurden.

    Der Schreibstil von Beate Maly war flüssig und gut zu lesen. Ich freue mich schon sehr auf den 2. Teil dieser Diologie über die Trümmerschule. 

    Wohlverdiente 5 Sterne von mir und eine absolute Leseempfehlung. 

    Von Beate Maly werde ich definitiv noch mehr lesen. 

  11. Cover des Buches Zwischen hier und dort (ISBN: 9783423143134)
  12. Cover des Buches Friedrich der Große Detektiv (ISBN: 9783499000706)
    Philip Kerr

    Friedrich der Große Detektiv

    (13)
    Aktuelle Rezension von: AndreasKueck

    Kaum war das Buch erschienen, da war Friedrich auch schon der größte Fan von „Emil und die Detektive“. Und diese Schwärmerei ist nicht nur dem Umstand geschuldet, dass der Autor Erich Kästner mit seinem Vater befreundet ist und zudem direkt im Nachbarhaus wohnt. Diese Verehrung für den Autor wird nicht gleichermaßen gerne gesehen: Während seine Eltern weiterhin mit Kästner befreundet bleiben, sympathisiert sein älterer Bruder Rolf mit den Nazis. Er zwingt Friedrich, ihm sein Exemplar von „Emil und die Detektive“ auszuhändigen, dass er dann bei der Bücherverbrennung in die Flammen wirft. Doch als größter Fan besitzt Friedrich noch ein weiteres Exemplar seines Lieblingsbuches, das er schon über 20 Mal gelesen hat und dessen Existenz er nun vor seinem Bruder verheimlichen muss. Er wünscht sich nichts sehnlicher, als gemeinsam mit seinen Freunden Albert und Viktoria als Detektive aktiv zu werden. Überraschend erhalten sie von der Polizei den Auftrag, einen Spion zu überwachen. Friedrichs Schreck ist groß als sich herausstellt, dass niemand geringerer als Erich Kästner im Visier der Gestapo steht. Da er sich sicher ist, dass Kästner unschuldig ist, sammelt er mit seinen Freunden Beweise für seine Unschuld. Als sie dabei im Park über die Leiche eines befreundeten Künstlers von Kästner stolpern, wird ihnen bewusst, dass Recht nicht mehr gleich Recht ist. Die politische Atmosphäre wird zunehmend angespannter: Die Welt droht aus den Fugen zu geraten…!

    Autor Philip Kerr verfügte über genügend Erfahrung im Erzählen von Geschichten, die zur Zeit des Dritten Reichs angesiedelt sind. Und vielleicht brauchte es auch erst diesen versierten britischen Autoren, der es wagte, gleich zwei (un-)heilige Kühe zu schlachten: …eine Abenteuer- und Kriminalgeschichte für Kinder und Jugendliche zur Zeit des Dritten Reichs anzusiedeln, und Erich Kästner als Dreh- und Angelpunkt in diesem Buch auftreten zu lassen.

    Neben Kästner finden weitere historische Persönlichkeiten in der Handlung Erwähnung und dienen dazu, den Umbruch der damaligen Zeit zu symbolisieren und den Widerstand und die Zivilcourage zu repräsentieren. Der freie Geist dieser Menschen wurde von den Nazis nicht toleriert: „Gleichschaltung“ lautete deren Parole. Und so stehen Erich Kästner und seine Künstler-Kollegen stellvertretend Pate für all die vielen Menschen, die dem Nazi-Regime zum Opfer fielen, nur weil sie es wagten, anders zu denken, anders zu glauben oder anders zu lieben. Dabei schoss Philip Kerr ein wenig über das Ziel hinaus: Zwar musste ich unwillkürlich schmunzeln, als ich von der Begegnung unseres Helden Friedrich mit Christopher Isherwood (Ja, genau der Christopher Isherwood, der im Oktober bei „Literaten im Fokus“ auf meinem Blog von mir gewürdigt wird!) las. Diese Begegnung war für den Fortgang der Handlung allerdings absolut unerheblich und somit entbehrlich. Vielmehr hatte ich – nachdem ich den entsprechenden Eintrag im Nachwort des Autors gelesen hatte – den Verdacht, dass Kerr mit dem Auftauchen dieser Person verdeutlichen wollte, dass auch Homosexuelle von den Nazis verfolgt wurden.

    Dieses „Aufblähen“ der Handlung hätte das Werk gar nicht nötig gehabt. Kerr ist das Kunststück gelungen, sowohl den Spannungseffekt passend für eine junge Leserschaft zu schaffen und gleichzeitig die Umstände der damaligen Zeit überzeugend zu beschreiben. Die tagtägliche Bedrohung ist ebenso nachvollziehbar wie Friedrichs Trauer über den Abschied von seinem Freund jüdischen Glaubens oder den Verlust der liberal-denkenden Klassenlehrerin. Eine „normale“, ungezwungene Kindheit war nicht möglich. Ein Heranwachsen der Jugend zu eigenständig denkenden Erwachsenen war nicht erwünscht. Mit einem Prolog und Epilog erlaubt der Autor einen Blick in die Zukunft seiner Helden und verwehrt (für ein Kinder- und Jugendbuch ungewöhnlich) seinen jungen Lesern ein versöhnliches Ende: Für Friedrich und seine Freunde gibt es kein Happy-End!

    So hebt Autor Philip Kerr diese Geschichte auf eine realistischere Ebene (Es ist nicht „nur“ ein fiktiver Abenteuerroman, vieles hätte damals durchaus wirklich so passieren können!)…

    …und schafft somit eine Gesprächsgrundlage zwischen den Generationen, denn unkommentiert sollte niemand seinem Kind dieses Buch zum Lesen geben!

  13. Cover des Buches Der kleine Mann und die kleine Miss (ISBN: 9783789101564)
    Erich Kästner

    Der kleine Mann und die kleine Miss

    (1)
    Aktuelle Rezension von: Buchgespenst

    Eher zufällig erzählt Erich Kästner dem ungeduldigen Mäxchen wie die Geschichte nach der glücklichen Rückkehr des kleinen Manns weitergeht. Die beiden Verbrecher werden von ihrem Boss in einer spektakulären Befreiungsaktion aus dem Gefängnis geholt und nach Südamerika geflogen. Kommissar Steinbeiß als verdeckter Ermittler hinterher. Währenddessen machen sich Rosa Marzipan und Jokus von Pokus Sorgen um Mäxchen. Wird er sich nach ihrer Hochzeit nicht einsam und vernachlässigt fühlen? Da erhalten sie einen überraschenden Anruf.

    Dieses Hörspiel startet mit einem völlig anderen Einstieg: Erich Kästner selbst tritt auf, mit Mäxchen Pichelsteiner an seiner Seite. Damit hat diese Geschichte eine ganz andere Atmosphäre. Dass sie für knapp 60 Minuten geradezu randvoll mit Ereignissen ist, macht sie sehr rasant und streckenwese etwas episodenhaft. Trotzdem bleibt ein schönes mitreißendes Hörspiel, das in sich rund ist und in keinem Punkt zu abgehackt oder unstimmig wirkt. 

    Erich Kästner als Protagonist irritiert zu Beginn und zum Ende etwas, ist aber bei diesem Autor nicht ungewöhnlich. Das fliegende Klassenzimmer beginnt schließlich auch mit einer Selbstinszenierung. Da sich die Szenen mit Kästner selbst in Grenzen halten und schnell wieder in die Hauptgeschichte gewechselt wird, sind sie kein nennenswerter Störfaktor.

    Die Fortsetzung von Der kleine Mann ist sehr gelungen und bietet schönsten Hörspielspaß. Unverwechselbar mit Hans Clarin.

  14. Cover des Buches Erich Kästner (ISBN: 9783644575523)
    Sven Hanuschek

    Erich Kästner

    (4)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Was die Öffentlichkeit über Erich Kästner wusste, beruhte lange Zeit auf Briefen, die seine Lebensgefährtin zensierte, und Tagebüchern, die er selber verschönerte.
    So hatte auch ich lange ein geschöntes Bild des Schriftstellers, der im  Dritten Reich zwar wirklich kein Nazi war, aber durchaus profitierte und z B von Goebbels geschützt wurde.
    Überrascht hat mich der verächtliche Ton, in dem Kästner über seine Mitmenschen sprach, besonders über Frauen. So hat er knallhart Frauen eine Beziehung vorgegaukelt, weil er sie für Sex brauchte-das ging hin bis zum Doppelleben. Auf Prostituierte wollte er nicht zurückgreifen, nachdem er sich einmal einen Tripper eingefangen hatte. Er besprach alles haargenau mit seiner Mutter.
    Nach dem Krieg hat Kästner sich für die Aufklärung über den Holocaust eingesetzt. Viele Deutsche hielten ihn für eine Propagandaerfindung der Amerikaner.
    Wer sich für Erich Kästner interessiert, sollte diese Biographie unbedingt lesen, um beide Seiten des Autors zu kennen: nicht nur den geistreichen Schriftsteller, sondern auch den abfälligen Schreiberling.
    Das Buch enthält tolle Fotos.

  15. Cover des Buches Erich Kästner erzählt (ISBN: 9783791530499)
  16. Cover des Buches Das Schloss der Schriftsteller: Nürnberg ´46. Treffen am Abgrund (ISBN: B0BTJB15S1)
  17. Cover des Buches Der doppelte Erich (ISBN: 9783737101509)
  18. Cover des Buches Das verhexte Telefon (ISBN: 9783855356195)
  19. Cover des Buches Die Schule der Diktatoren (ISBN: 9783596281954)
    Erich Kästner

    Die Schule der Diktatoren

    (35)
    Aktuelle Rezension von: Beagle
    Ein wunderbar ausgefertigtes Theaterstück, auch zum Lesen und nicht nur auf der Bühne ein Genuss
  20. Cover des Buches Die Zeit ist kaputt (ISBN: 9783407787828)
    Klaus Kordon

    Die Zeit ist kaputt

    (30)
    Aktuelle Rezension von: UteSeiberth
    Klaus Kordon hat eine sehr gut lesbare Biographie über Erich Kästner geschrieben,die in einer Reihe für Jugendliche erschienen ist.Dabei habe ich bemerkt, dass ich doch vieles über Kästner nicht gewußt und auch vergessen hatte.Ich kann diese Biographie nur empfehlen,weil sie so flüssig geschrieben ist!
  21. Cover des Buches »Als es noch richtige Winter gab« (ISBN: 9783458178101)
  22. Cover des Buches Der tägliche Kram (ISBN: 9783038820048)
    Erich Kästner

    Der tägliche Kram

    (7)
    Aktuelle Rezension von: Aurelio

    1945 nahm Erich Kästner nach dem Fall des ihm auferlegten Schreibverbots die literarische Tätigkeit wieder auf. In seinem Gedächtnis schlummerten bereits zwei neue Romane und drei Theaterstücke. Sie auf Papier zu bringen, verschob er jedoch auf später. Stattdessen schrieb er für Zeitungen und Kabarett und verrichtete in der Feuilleton-Redaktion bei der ‚Neuen Zeitung’ den von ihm so genannten täglichen Kram. Denn, so begründete er den Entscheid: „Wer jetzt Luftschlösser baut statt Schutt wegzuräumen, gehört vom Schicksal übers Knie gelegt.”

    Das Buch enthält eine Auswahl seines Schaffens während der Jahre 1945 bis 1948. Kästner vermittelt eindrückliche Stimmungsbilder aus den ersten Nachkriegsjahren Deutschlands. Während die einen durch Mark und Bein gehen, versprühen andere das Gefühl von Aufbruchstimmung und Erleichterung. Er befasst sich mit der Aufarbeitung der verheerenden Auswirkungen des Krieges oder der ungeheuerlichen Barbareien eines manipulativen, gewalttätigen Regimes und bringt die Themen sprachlich virtuos auf den Punkt. Seine Überlegungen und Analysen zum Wiederaufbau hin zu einer friedliebenden und freiheitlichen Gesellschaft sind scharfsinnig und konsequent. Nicht zuletzt erfährt man aus erster Hand so Einiges über Erich Kästner selbst.

  23. Cover des Buches Das Beste von Erich Kästner 2 (ISBN: 9783837309935)
    Erich Kästner

    Das Beste von Erich Kästner 2

    (1)
    Aktuelle Rezension von: bookline
    Wer kennt sie nicht: die Abenteuer von Emil in der Großstadt, den erbitterten Streit der beiden Realschulklassen und die starke Freundschaft von Pünktchen und Anton? Erich Kästner ist einfach ein Muss für alle Kinder. Umso schöner, wenn sie seine besten Geschichten dank dieser Hörbuch-Box jetzt gleich hintereinander weg hören können. Enthält die Geschichten: Emil und die Detektive, Das fliegende Klassenzimmer, Pünktchen und Anton.
  24. Cover des Buches Die Kinderbuchbrücke (ISBN: 9783956143922)
    Jella Lepman

    Die Kinderbuchbrücke

    (13)
    Aktuelle Rezension von: Jonna_Struwe_Kinderbuchautorin

    Die Kinderbuchbrücke ist die autobiografische Erzählung von Jella Lippmann, die nach dem 2. Weltkrieg Kinder- und Jugendbücher aus aller Herrn Länder nach Deutschland brachte und damit den Grundstein legte für die Internationale Jugendbibliothek in München.

    Im Auftrag der amerikanischen Besatzer hat sie so den Boden bereitet für alle Kinderbuchkreativen in einem damals geistig verarmten Land, eine Herkulesarbeit, von der wir noch heute profitieren.
    Sie hat den Kindern geistige Nahrung gegeben, Seelentrost, einen Blick in die Welt, ihnen Flügel verliehen.
    Jella Lepmann war gebürtige Stuttgarterin, floh als Jüdin, Demokratin, Journalistin vor den Nazis nach England, kehrte im Auftrag der Amerikaner nach D zurück und war überzeugt: Wer solches Grausen wie unter den Nazis verhindern will, muss bei den Kindern anfangen. In Erich Kästner fand sie einen wichtigen Mitstreiter.

    Wie schade, dass ich erst nach 12 Jahren in Stuttgart von dieser großartigen Frau erfahren habe. Einen Besuch in der Internationalen Jugendbibliothek habe ich mir fest vorgenommen.

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