Bücher mit dem Tag "erkrankung"
41 Bücher
- Stephen King
Drei
(861)Aktuelle Rezension von: Pascal_MaessMit Der Dunkle Turm – Drei hebt Stephen King seine Saga auf ein völlig neues erzählerisches Niveau. Wo Schwarz noch bewusst spröde, archaisch und wie ein Mythos in Fragmenten wirkte, ist Drei ein Roman voller Dynamik – ohne dabei seine Tiefe oder Ruhe zu verlieren.
Von Beginn an fällt auf, wie fließend King zwischen Welten, Zeiten und Perspektiven wechselt. Diese Übergänge wirken nie erklärend oder konstruiert, sondern organisch – als würde man einer Geschichte folgen, die sich ganz selbstverständlich entfaltet. Besonders beeindruckend ist dabei, wie mühelos King innere Monologe, Rückblenden und Gegenwartsszenen miteinander verwebt, ohne den Lesefluss auch nur einmal zu brechen.
Inhaltlich gewinnt der Roman stark an Tempo, ohne zum reinen Actionbuch zu werden. Die Geschichte lebt von markanten Momenten, die sich unauslöschlich im Kopf festsetzen. King erzählt weiterhin mit erstaunlich wenigen, aber extrem wirkungsvollen Szenen – und genau darin liegt seine große Stärke: Jede Begegnung, jeder Ortswechsel fühlt sich bedeutsam an, nichts wirkt wie Füllmaterial.
Besonders hervorzuheben ist die Figurenzeichnung. Roland bleibt getrieben vom Turm, wirkt jedoch spürbar menschlicher als im ersten Band. Seine Beziehung zu Eddie und Susannah ist von Nähe, Vertrauen und Wärme geprägt – und gleichzeitig immer überschattet von der Erkenntnis, dass für Roland letztlich alles dem Turm untergeordnet ist. Diese Ambivalenz verleiht dem Roman emotionale Tiefe, ohne sie auszuformulieren oder zu erklären.
Typisch King ist auch hier seine Fähigkeit, Nebenfiguren mit wenigen Sätzen lebendig werden zu lassen. Sie werden nicht eingeführt oder beschrieben – sie sind einfach da. Dadurch entsteht eine Vertrautheit, die weit über das hinausgeht, was man auf der Seite liest.
Fazit:
Drei ist fesselnd, dynamisch und atmosphärisch dicht. Ein Roman, den man kaum aus der Hand legen kann, der Lust auf mehr macht und klar zeigt, dass diese Saga nicht nur erzählt, sondern erlebt werden will. Für mich ein durchgehend packender Band und ein großer Schritt nach vorne innerhalb der Dunkler-Turm-Reihe.
- Lisa Genova
Still Alice
(270)Aktuelle Rezension von: angies_bücherDas Buch steht schon lange in meinem Bücherschrank und ich bin froh,dass ich es jetzt gelesen habe. Ich habe selbst sehr lange mit Demenzerkrankten gearbeitet und finde das Buch sehr beeindruckend. Es ist tief berührend und sehr traurig. Ich musste beim Lesen mehrfach weinen und ich denke ich werde noch lange an die Geschichte denken. Alzheimer ist eine furchtbare Krankheit und es ist so bitter zu sehen wie jemand mit 50 Jahren, was heute im Prinzip ja noch kein Alter ist, so schnell und so sehr abbaut. Das Ende ist so berührend!! Und trotzdem traurig und zugleich voller Hoffnung!
- Albert Espinosa
Club der roten Bänder
(201)Aktuelle Rezension von: booksforeverAls Buchverlage zur Serie beworben konnte das Buch dahingehend meine Erwartungen nicht ganz erfüllen. Einige Erzählungen konnte man wiederfinden, allerdings ging es eher um Albert Espinosa und seine 23 Erfahrungen, die er aus seinem Kampf gegen den Krebs erlangt hat. Diesen Teil fand ich sehr gelungen, es gab inspirierende Zitate und Texte, die zum Nachdenken anregen. Im letzten Viertel des Buches ging es um die Gelben, damit konnte ich nicht wirklich etwas anfangen, weshalb ich dem Buch insgesamt 3,5 Sterne vergebe.
- Gudrun Pausewang
Die Wolke
(954)Aktuelle Rezension von: Perse- Details:
Ausgabe: Taschenbuch
Erscheinungsjahr: 1987
Altersempfehlung: ab 12 Jahren
Verlag: Ravensburger
Genre: Jugendliteratur
Seitenanzahl: 223
- Inhalt:
Was niemand wahrhaben wollte, passiert: Deutschland erlebt einen atomaren Unfall. Die 14 Jährige Janna-Berta verliert ihre Familie und ist auf sich allein gestellt.
- Wie das Buch zu mir gefunden hat:
Das Buch hat mich über ein Verschenke - Regal gefunden. Ich habe damals den Film im Schulunterricht gesehen und wollte schon immer das Buch dazu gelesen haben, jetzt habe ich es endlich getan...
- Meinung:
Das Thema dieses Buches ist nicht ohne. Gudrun Pausewang erzählt klar, hart und authentisch. Ich finde, dass einen beim Lesen der harte Realismus dieser Welt trifft. Es ist nicht alles "Friede, Freude, Eierkuchen" in der Welt, in dieser Gesellschaft und Politik.
- Fazit:
Zu Recht den Jugendliteraturpreis 1988 gewonnen. Dieses Werk gehört für mich zur Pflichtlektüre!
- Empfehlung:
Für alle, die qualitativ hochwertige Jugendliteratur suchen und/oder Fans von Gudrun Pausewang sind.
Eine Kauf- und Leseempfehlung von mir!
- Tipp:
Schaut euch den gleichnamigen Film von 2006 an.
- Lieblingszitate:
"Kein Ton von den Herren, die so gerne reden."
Prolog - Seite 7
"Versagen ist menschlich. Mit Versagen nicht zu rechnen, ist verantwortungslos und unmenschlich.''
Prolog - Seite 9
"»Ruhe ist die erste Bürgerpflicht.«"
Kapitel 1 - Seite 23
"»Handeln Sie mit Verantwortungssinn!«"
Kapitel 2 - Seite 33
"Das also würde der neue Unterschied zwischen Arm und Reich sein."
Kapitel 8 - Seite 127
"»Die Leute fangen schon wieder an zu vergessen«,..."
Kapitel 10 - Seite 153
"»Menschen sind zu allem fähig«,..."
Kapitel 10 - Seite 154
- Patrick Ness
Sieben Minuten nach Mitternacht - Filmausgabe
(832)Aktuelle Rezension von: BuchspinatZum Inhalt: Jede Nacht kehrt er zurück. Um sieben Minuten nach Mitternacht. Der Albtraum, den der dreizehnjährige Connor jede Nacht aus dem Schlaf hochschrecken lässt, seitdem seine Mutter ihre Krebsdiagnose erhalten hat.
Eines Nachts begegnet Connor in seinem Traum ein Monster. Vor dem Monster hat er keine Angst, dass stellt er schnell fest. Das Monster begleitet ihn von nun an jede Nacht. Bei seinem Albtraum. Und es erzählt ihm Geschichten. Und danach – nach den Geschichten wird es von ihm das Schwerste verlangen, dass Connor sich überhaupt vorstellen kann: die Wahrheit über seinen Albtraum….
Meine Meinung:
Ich glaube, das wird eine sehr persönliche Rezension. Und vielleicht sollte ich den Leser vorab vor Spoilern warnen, denn vermutlich wird es mir nicht gelingen, in dieser Rezension ohne Spoiler auszukommen.
Seit Connors Mutter krank geworden ist, ist sein Leben ein anderes. Er kümmert sich um sich und er kümmert sich um seine Mutter. Denn sie selbst kann das gerade nicht. In der Schule schleichen die meisten Lehrer und Mitschüler um ihn herum. Wobei – eine Jungsgang macht ihm das Leben schwer und lauert ihm jeden Tag nach der Schule auf. Aber er verpetzt sie nicht.
Zuhause ist es still, seitdem seine Mutter so krank geworden ist. Und auch, wenn sie ihm jeden Tag versichert, dass sie den Kampf gegen den Krebs gewinnen wird, so weiß Connor doch tief in seinem Inneren, dass die Chancen dafür nicht allzu gutstehen.
Als das Monster auftaucht, verwischen die Träume Connors allmählich mit der Realität. Das Monster will ihm helfen, sagt es. Connor willigt ein. So hofft er doch, dass das Monster seine Mutter retten kann. Doch das Monster hat anderes im Sinn. Es will Connor retten. Es erzählt ihm Geschichten. Geschichten mit einem Ende, dass Connor so niemals erwartet. Und als es bei der letzten Geschichte ankommt, verlangt es von Connor, ihm seine Geschichte zu erzählen. Seinen Albtraum. Den ganzen Albtraum. Auch das Ende. Connor will nicht, doch letztendlich willigt er ein….
„Ich bin nicht gekommen, um sie zu heilen, sagte das Monster. Ich bin gekommen, um dich zu heilen“ – Seite 181
Connor dabei zu begleiten, wie er sich durch seinen Albtraum kämpft, hat mich tief berührt. Ich kann seine Gedanken und seine Emotionen so sehr nachfühlen. Seine Ängste, Seine Trauer. Und den Wunsch danach, dass es einfach endlich vorbei sein sollte. Und das schlechte Gewissen, dass unweigerlich mit diesem Gedanken einhergeht. Weil er seine Mutter liebt. Und weil er will, dass sie bei ihm bleibt. Aber weiß dass es nicht so sein wird.
Als klar war, dass meine Mutter sterben wird, waren mein Mann und ich gerade auf Lanzarote angekommen. Unsere Flitterwochen. Es war der erste Abend, als meine Mutter zuhause ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Am dritten Tag war klar, dass wir so schnell wie möglich zurückfliegen mussten. Der Sterbeprozess selbst hat dann neun lange Tage gedauert. Tage, in denen mir sehr bewusst war, dass niemand mehr etwas tun kann, um diesen Prozess aufzuhalten. Hilflosigkeit. Liebe. Angst davor, wenn es so weit ist, aber auch irgendwann der Moment, an dem ich diese Gefühlsachterbahn nicht mehr gut aushalten konnte und ich mir in manchen Momenten wünschte, es wäre vorbei. Und auch da ging es mir wie Connor… wie kann ich das nur denken…. Ich habe sie doch so sehr lieb. Und ich will nicht, dass sie geht. Mein Leben ohne sie ist schwer. Ein Stück dunkler. Jeden Tag.
Ich hatte kein Monster, was mich an die Hand genommen hat, um mich dadurch zu begleiten. Dass mir im richtigen Moment gesagt hat „Hier ist das Ende der Geschichte“ – Seite 212
Dieser Moment im Buch hat mir das Herz gebrochen.Das endgültige Loslassen eines Menschen ist das Schwerste, was man im Leben tun muss. In jeder Sekunde. Und auch das Nichtwissen, wann dieser Moment gekommen ist, ist schwer. Zu hoffen, dass der geliebte Mensch bleibt. Gleichzeitig zu sehen, wie er mit jeder Sekunde ein Stück weit mehr verschwindet. Ihm zu sagen, dass man ihn liebt. In dem Wissen, das in naher Zukunft der Moment kommt, an dem man diese Worte zwar noch sagen kann, er sie aber nicht mehr hören wird, weil er nicht mehr da ist.
Connors Geschichte – die im Übrigen mit jeder Menge Illustrationen versehen ist und das Buch auch optisch zu einem wahren Schatz macht – ist ein wunderbares Buch über Liebe, Familie und über das Sterben und Loslassen eines geliebten Menschen. Es ist ein seltenes Juwel, dass gleichermaßen für junge und erwachsene Leser geeignet ist. Es ist traurig und tröstlich zugleich.
Ich habe mich verstanden gefühlt mit meinen vielen Emotionen, als ich es gelesen habe. Ich habe geweint, weil ich so sehr mit Connor mitgefühlt habe. Weil es so viele Erinnerungen wieder hochgeholt hat. Und weil es mir wieder sehr deutlich gemacht, dass da jemand ist, der jeden Tag schmerzlich vermisst wird.
Das Buch wurde auch unter dem gleichen Titel verfilmt und auch der Film ist wunderbar und sehr am Buch angelehnt. Leider wird er derzeit nirgends kostenlos gestreamt, aber selten war eine Leihgebühr für einen Film mehr gerechtfertigt als für „Sieben Minuten nach Mitternacht“.
Ganz, ganz großes Kino.
Legt Euch Taschentücher bereit und dann taucht ein in die Geschichte von Connor und dem Monster. Ich kann Euch das Buch nur ans Herz legen.
Meine Rezension findet Ihr auch unter www.buchspinat.de - Sophie van der Stap
Heute bin ich blond
(192)Aktuelle Rezension von: LeadezemberInhaltsangabe: In dem Buch Heute bin ich blond, berichtet die Autorin Sophie Van der Stap, aus den Niederlanden über ihre Krebserkrankung. Das Buch beginnt mit der Diagnose der Erkrankung.
Persönlich Meinung: Ich fand das Buch gut geschrieben, Sophie wird in der Zeit der Behandlung, die ganze Zeit von ihrer Familie und ihren Freunden unterstützt.
Der Leser bekommt einen Einblick in die Krebsbehandlung und erfährt mehr über die Chemotherapie, Bestrahlung von der Lunge. Des Weiteren schreibt aber die Autorin auch über die Folgen der Krebs Behandlung und die Probleme. Sophie Kauf sich unterschiedliche Perücken, jede Perücke hat einen Namen und sie setzt die Perücken je nach Stimmung auf. Das Buch ist aus der Ich Perspektive geschrieben und wie ein Tagebuch aufgebaut. Zum Ende der Geschichte, ist es leider nicht mehr so interessant geschrieben und die Kapitel find ich ziehen sich in die Länge.
Fazit: Eine interessante Geschichte von einer 21 jährigen Niederländerin, die gegen den Krebs in ihr kämpft.
- Heinz Strunk
Der goldene Handschuh
(308)Aktuelle Rezension von: AtschiBIch habe vor längerer Zeit den Film gesehen und er geht mir nicht aus dem Kopf. Eher angewidert von der Perversion des Frauenmörders in Hamburg, wollte ich nun doch das Buch lesen. Heinz Strunk beschreibt in bisweilen sehr derber Sprache das Leben und die Gedanken des Frauenmörders Fritz Honkas sowie das seines sozialen Umfeldes und gibt Einblicke das Leben der Familie von Dohren. Das perverse Innenleben des Protagonisten wird teilweise in äußerst vulgärer Sprache dargestellt. Das ich im Film schon abartig und ist im Buch nicht anders. Ich hatte bisweilen Probleme zwischen den verschiedenen Handlungslinien unterscheiden obwohl ich den Film kenne. Der Autor nimmt den Leser mit nach St. Pauli der 70er Jahre, in die Kneipe ‚Zum goldenen Handschuh‘, wo sich Alkoholiker, Zuhälter und Prostituierte treffen. Es ist eine beeindruckende und verstörende Darstellung eines Milieus der völligen Verwahrlosung, in dem keinerlei Hemmungen und Anstand mehr existieren. Honkas Wohnung, wo es vergammelt riecht und unsagbar dreckig ist, in eine Welt, die einem buchstäblich den Atem nimmt und einen mit Schrecken erfüllt. Die gesamte Atmosphäre im Buch erdrückend, düster, verstörend und bisweilen einfach nicht auszuhalten.
- Metin Dogru
Pflegers Diary
(22)Aktuelle Rezension von: trollchenPflegers Diary
Herausgeber ist Edition Michael Fischer / EMF Verlag und hat 224 Seiten.
Kurzinhalt: Wenn Metin nach Feierabend mal wieder an seine Kühlschranktür klopft, weiß er, dass an diesem Tag sehr viele Patient*innen nach ihm gerufen haben – Er ist Krankenpfleger durch und durch, und ohne diese Leidenschaft geht das in seinen Augen auch gar nicht. Denn das kaputtgesparte Gesundheitssystem, der stressige Klinikalltag und die mangelnde Wertschätzung machen seinen Job zu einer Herausforderung.
Doch die Patient*innen stehen immer an erster Stelle und das Team hält zusammen. Metin kennt sie alle: die kratzbürstige Schwester Rabiata, ihre Kollegin Uschi, die gute Seele der Station, oder die jungen Auszubildenden, die angesichts des täglichen Wahnsinns versuchen, nicht durchzudrehen. Sie alle entscheiden sich jeden Morgen aufs Neue dafür, ihrem Beruf mit Professionalität und Engagement nachzugehen.
In seinem ersten Buch erzählt Metin (@ metinlevindogru) von einem Berufsalltag zwischen Hoffnung und Verzweiflung, von berührenden Schicksalen und urkomischen Momenten. Seine Geschichten machen deutlich, was schiefläuft, aber zeigen auch, warum Metin trotz allem nicht aufgibt – für uns alle.
Meine Meinung: Ich wollte dieses Buch unbedingt lesen, weil ich den Metin Degru auf den sozialen Medien ihn folge und ich finde, es hat Hand und Fuss , was er erzählt über die Pflege. Das Buch beschreibt die einzelnen Fazetten der pflege, mit denen wir täglich zu kämpfen haben , aber es zeigt auch von ihm die verschiedenen Gesichter, ob es nun Schwester Rabbiata ist ( die ich sehr gern habe, weil ich auch so in etwa bin) oder Schwester Uschi, jeder hat seine Berechtigung in der Pflege zu arbeiten. Ich finde ihn einfach sehr ehrlich und er beschreibt auch nicht nur die negativen seiten des pflegealltags, sondern auch die positiven. Das Buch ist sehr unterhaltsam geschrieben und man kann sich gut damit identifizieren, wenn man in der Pflege arbeitet.
Mein Fazit: Ein tolles Buch über den Pflegealltag, der humorig und unterhaltsam geschrieben wurde. Ich werde ihn auf jeden fall weiter folgen und hoffe, dass er noch viele gute Jahre in der Pflege hat. Ich vergebe 5 Sterne und kann das Buch jedem empfehlen.
- Michael Tsokos
Abgefackelt
(223)Aktuelle Rezension von: LesebegeisterteDer Rechtsmediziner Paul Herzfeld wird vorübergehend versetzt, da er von seinem letzten Fall noch sehr angeschlagen ist. In der neuen Stelle ist der Vorgänger durch ein Feuer umgekommen. Die Umstände des Feuers sind äußerst dubios. Herzfeld beginnt auf eigene Faust der Sache auf den Grund zu gehen. Dann wird eine Leiche am Strand gefunden. Ist der Mann Schneider, jener Mörder der Pauls Leben für immer verändert hat?
Der Thriller wird abwechselnd aus verschiedenen Perspektiven geschrieben. Schnell ist klar, der Tod von Herzfelds Vorgänger war kein Suizid, sondern Mord. Durch seine Nachforschungen gerät Paul schnell selbst in das Visier des Mörders. Denn die eiskalte Auftragskillerin schreckt vor nichts zurück.
Fazit: Die Sektionen der Leichen werden sehr detailliert beschrieben, somit nichts für schwache Nerven. Kurze, knackige Kapitel, spannender Schreibstil. Der Leser hetzt von einem Ort zum nächsten. Actionreicher Showdown inklusive. Also ein sehr lesenswerter Thriller. Ich bin schon sehr gespannt auf das nächste Buch. - Oliver Polak
Der jüdische Patient
(22)Aktuelle Rezension von: HoldenOliver Polaks Bericht aus der Psychiatrie, vielen Dank für die Lesung im Alten Schlachthof in Lingen! Was die psychischen Leiden angeht und einem diese Krankenhäuser auch nicht ganz fremd sind, hat man einiges wiedererkannt, so schlimm wie Oliver hatte es mich damals aber zum Glück nicht erwischt. Die Beschreibungen der Verwirrungen, Angstzustände usw. sind schon sehr treffend, mutig so was öffentlich zu machen. Und man ist natürlich nach wie vor sprachlos, mit welchen Gedanken- bzw. Taktlosigkeiten bis hin zu offenen Vorurteilen und Antisemitismen jüdische Menschen in Deutschland klarkommen müssen, wunderbar daß der Autor diese Menschen als das "Dreckspack" bezeichnet, das sie sind. Nur bei der Udo-Jürgens-Verehrung gehe ich nicht mit, auch wenn ich seine sozialkritischen Texte natürlich kenne. Toller Autor, sehr gelungenes Buch!
- Roxanne St. Claire
Barfuß durch den Regen
(23)Aktuelle Rezension von: Walking_in_the_CloudsBereits zum zweiten Mal macht Roxanne St. Claire einen Abstecher vor die Golfküste Floridas und hat dabei wieder jede Menge Herzschmerz für ein Mitglied des Freundinnen-Quartetts auf Lager. So traumhaft-sonnig der Schauplatz der „Barefoot Bay“-Serie ist, diesmal ist die Geschichte eher von ernsten Tönen geprägt.Die ausführliche Rezension findet ihr hier: http://www.walking-in-the-clouds.de/buchrezension-roxanne-st-claire-barfuss-durch-den-regen/
- Susan Fletcher
Das Geheimnis von Shadowbrook
(29)Aktuelle Rezension von: SummersnowdropsClara, geboren mit der Glasknochenkrankheit, verliert im frühen Erwachsenenalter ihre Mutter. Um sich abzulenken und vor Trauer zerfressen streift sie durch London und findet Trost im Botanischen Garten. Dort eignet sie sich einiges an Wissen an und wird prompt zu einem alten Anwesen auf dem Land geschickt, wo sie ein botanisches Gewächshaus einrichten soll. Schnell fällt ihr auf, dass die Dienstmädchen an Geister glauben und vor allem die Haushälterin oft von einem solchen "angegriffen" wird. Mr Fox, der Hausherr, befindet sich zwar nur selten zu Hause, doch auch er scheint mittlerweile besorgt ob der Vorkommnisse und lässt einen "Geisterjäger" kommen, um der Sache auf den Grund zu gehen.
Während Clara anfangs nicht an Geister glaubt und inquisitorisch alles hinterfragt, kommt sie nach und nach hinter die Geschichte des alten Anwesens und muss sich mit dem Gedanken auseinandersetzen, dass es gequälte Seelen gibt, die womöglich tatsächlich keine Ruhe finden können...
Im Buch dreht sich alles um Geister - aber letztendlich nicht immer so, wie man denkt. Es geht oft um die Seele, die Frage, ob sie unsterblich ist, ob sie überhaupt existiert, um die Frage, ob nach dem Tod etwas kommt. Es geht um die Ungerechtigkeit, eine Frau in dieser Welt zu sein.
Es ist ein sehr unaufgeregtes und langes Buch, hat nicht wahnsinnig viele Spannungsmomente. Ich habe mich nicht gelangweilt und genossen, dass ich einige Stunden hören konnte bei der Hausarbeit etc, aber ich kann auch verstehen, wenn es einigen zu langatmig vorkommt.
Genauso verhält es sich auch mit der Sprecherin - sie hat eine eher beruhigende Stimme, die gut zu dem philosophischen Aspekt des Buches passt.
- Rose Bloom
With your Eyes
(81)Aktuelle Rezension von: Nika488Berührend, tiefgründig und wunderschön erzählt
With Your Eyes ist eine emotionale Achterbahnfahrt, die tief ins Herz geht. Rose Bloom hat mit Suttons Geschichte eine bewegende Erzählung geschaffen, die nicht nur von Verlust und Angst handelt, sondern auch von Mut, Hoffnung und der Kraft der Liebe.
Ein Schicksalsschlag, der alles verändert
Suttons Welt bricht zusammen, als sie erfährt, dass sie erblinden wird. Alle Pläne, Träume und Hoffnungen scheinen mit einem Mal unerreichbar. Doch dann trifft sie auf Blake, der seinen eigenen Kampf austrägt. Zwei verletzte Seelen begegnen sich und stellen fest, dass sie mehr verbindet, als sie gedacht hätten. Ihre gemeinsame Reise wird zu einem intensiven Abenteuer – voller Höhen und Tiefen, Ängste und Glücksmomente.
Warum dieses Buch ein Highlight ist:
- Authentische, tiefgehende Charaktere, die man ins Herz schließt
- Eine fesselnde Geschichte über Akzeptanz, Selbstfindung und Liebe
- Ein wunderschöner, emotionaler Schreibstil, der unter die Haut geht
- Eine Achterbahnfahrt der Gefühle – von Traurigkeit bis Hoffnung
Fazit:
With Your Eyes ist nicht nur ein Liebesroman, sondern eine Geschichte über das Leben selbst – über das Loslassen, das Neuorientieren und das Wiederfinden von Licht in der Dunkelheit. Ein bewegendes Buch, das lange nachhallt. Absolute Leseempfehlung!
- Peter Wittkamp
Für mich soll es Neurosen regnen
(14)Aktuelle Rezension von: MandyWGeschrieben mit viel Witz und Humor. Wenn man aber Einzelheiten aus dem Buch jemand anderem erzählt, wird einem erstmal bewusst wie ernsthaft, unendlich erdrückend und anstrengend diese Erkrankungen sein müssen. Großen Respekt für diesen Einblick
- Julia Niederstraßer
Where I Left My Heart
(76)Aktuelle Rezension von: IslerpDieses Buch hat mich emotional mehr berührt, als ich anfangs erwartet hätte. Schon nach den ersten Seiten war klar, dass es hier nicht nur um eine Liebesgeschichte geht, sondern um Gefühle, Entscheidungen und darum, seinen eigenen Weg zu finden auch wenn dieser schmerzhaft ist. Die Story wirkt sehr authentisch und nahbar. Die Charaktere fühlen sich echt an, mit all ihren Zweifeln, Ängsten und Hoffnungen. Besonders gut gefallen hat mir, dass nichts beschönigt wird Gefühle dürfen kompliziert sein, Beziehungen unperfekt und Entscheidungen schwer. Genau das macht das Buch so glaubwürdig.
Der Schreibstil ist angenehm flüssig und emotional, ohne kitschig zu wirken. Viele Szenen haben mich nachdenklich gemacht, manche haben mich richtig getroffen, weil man sich in Gedanken oder Situationen wiedererkennen kann. Es ist eines dieser Bücher, bei denen man zwischendurch innehält und über das eigene Leben nachdenkt.
Auch das Thema Loslassen und Wiederfinden von sich selbst und von Gefühlen zieht sich sehr schön durch die Story.
- Lisa Genova
Ein guter Tag zum Leben
(55)Aktuelle Rezension von: AlinchenJoe ist Mitte 40 als bei ihm die unheilbare Krankheit Chorea Huntington diagnostiziert wird. Für ihn ein Schock! Das schlimmste für ihn sind nicht nur die Symptome (unkontrollierbare Bewegungen, Launenhaftigkeit, Depressionen und keine Konzentration), sondern dass es sich um eine Erbkrankheit handelt. Jedes seiner vier Kinder, die Anfang bis Mitte 20 sind, hat ein Risiko von 50 %, dass es ebenfalls Symptome entwickelt. Es gibt einen einfachen Test, dies herauszufinden. Aber will man wirklich wissen, ob man eine tödliche Krankheit hat?
Joes ältester Sohn JJ entscheidet sich für den Test, allein weil seine Frau Coleen und er ein Baby erwarten. Die anderen drei (Patrick, Meghan und Katie) zögern zunächst. Dann entschließt sich Meghan, ebenfalls den Test durchzuführen. Patrick will es hingegen nicht wissen. Katie geht zwar zu den Beratungsgesprächen, weiß aber nicht, ob sie das Testergebnis wirklich erfahren möchte.
Das Buch wird abwechselnd aus Joes und Katies Perspektive erzählt. Dabei handelt Joes erster Teil von den ersten Symptomen bis zur Diagnose der Krankheit. Dies entspricht über 100 Seiten, wobei die Zusammenfassung dazu bereits im Klappentext steht. Hier hätte ich mir mehr Straffung/Kürzung gewünscht. Aber ansonsten ist das Buch sehr gut geschrieben. Man fiebert, insbesondere mit Katie, stark mit. Das offene Ende zeigt meiner Meinung nach perfekt die Unsicherheit Katies
- Oliver Kern
Die Kälte in dir
(93)Aktuelle Rezension von: abuelitaDer Schädel gespalten, der Bauch aufgeschlitzt – jäh wird Stuttgart von einem abscheulichen Verrechen aus einer hochsommerlichen Trägheit gerissen, als die grausam verstümmelte Leiche eines Pensionärs gefunden wird.
Kommissarin Kristina Reitmeier ist ratlos: wer hatte wohl so einen Hass auf den Toten, um ihn derart zu zurichten? Alle Spuren scheinen im Sand zu verlaufen. Erst als weitere Leichen auftauchen, lässt sich ein Muster erkennen : ein Serienmörder ist am Werk und er hat es auf Übergewichtige abgesehen…
Also ich würde es mal kurz und bündig sagen: wer auf schauerliche Szenen steht und sich „gepflegt“ ekeln will – der ist hier richtig.
Abwechselnd mit Langeweile, weil die Ermittlungsarbeit kaum interessante Ansätze bietet und die Spannung für mich ziemlich auf der Strecke blieb, ist das mein Fazit zu diesem Buch…
Auch zu der Protagonistin fand ich keinen rechten Zugang; das wiederum kann auch an mir liegen.
Kurz – dieses Buch mag ich nicht empfehlen… - Philip Roth
Mein Leben als Sohn
(28)Aktuelle Rezension von: joresaRoth beschreibt die Erkrankung seines hochbetagten Vaters an einem Hirntumor - mit allen offenen Seiten eines solchen Schicksalsschlages, Verhältnis Sohn-Vater, Ärzte, eigene Krankheit. Dieses wohl autobiographische Buch bringt einem den Autor noch näher, als er es einem schon durch Titel, wie "Der menschliche Makel" geworden ist - unbedingte Leseempfehlung. - Christopher Davis
Philadelphia
(50)Aktuelle Rezension von: HoldenIn der "Stadt der brüderlichen Liebe": Andrew Beckett ist einer der talentiertesten Anwälte in Philadelphia und arbeitet wie ein Pferd in der bekanntesten Kanzlei am Ort Wheeler & Wyatt, bis ihm unter einem fadenscheinigen Grund gekündigt wird, als man bei ihm erste Anzeichen einer Aids-Erkrankung erkennen kann. Beckett ist homosexuell und lebt mit seinem Lebenspartner Miguel zusammen, was er in der Kanzlei allerdings verschweigt. Als Anwalt erklärt sich nur Joe Miller bereit, Afroamerikaner und anfangs voller Vorurteile gegenüber Schwulen, Beckett zu vertreten im Arbeitsrechtsstreit um dessen Kündigung und dessen Rechtmäßigkeit. Beckett geht es zunehmend schlechter, je lämnger sich der Prozeß hinzieht, wird er das Ende überhaupt noch erleben? Der erste Oscar für Tom Hanks in der Hauptrolle, die Geschichte war 1993 angeblich noch ein Wagnis, als der Film rauskam. Die Rolle von Denzel Washington als Miller ist vielleicht etwas schwarz-weiß gezeichnet, vielleicht auch etwas viel "Anwaltsverherrlichung" (Tom Robbins), aber auch ohne den Neil-Young-Song am Ende sehr ergreifend.
- Tanja Janz
Dünentraumsommer
(79)Aktuelle Rezension von: Chrissy87Marieke zieht für die Gesundheit ihres Sohnes aus dem Ruhrgebiet an die Nordseeküste. Dort gründet sie mit einigen älteren Leuten einen Backclub und wird ziemlich schnell damit erfolgreich.
Das war wirklich eine schöne Geschichte für Zwischendurch. Da kam richtig Urlaubs- bzw. Sommerfeeling auf.
Ich hätte mir allerdings ein wenig mehr Tiefgang gewünscht, gerade was das Zwischenmenschliche angeht. Auch was die Aufarbeitung vom Tod von Mariekes Ehemann angeht, war mir das zu wenig.
Ansonsten wurde ich aber gut unterhalten und gerade der Backclub ist mir sehr ans Herz gewachsen.
- Jessica Winter
Mitten im Sturm
(97)Aktuelle Rezension von: Seralina1989Durch einen dummen Zufall begegnet Grace im Baumarkt Eric, dem sie später dank ihres Kumpels Matt ein weiteres Mal begegnet. Sind sich die beiden anfänglich nicht unbedingt sympathisch, ändert sich das aber relativ schnell. Denn beide haben ihre Vergangenheit, die sie prägt. Trotzdem nähern sich die beiden freundschaftlich an. Doch gerade Grace hat aufgrund zu vieler schlechter Erfahrungen ihre Probleme, Eric voll zu vertrauen…
Ich mag, wie die beiden Charaktere gezeichnet sind. Mit Grace ging es mir etliche Male wie mit Julia aus Bd.1 der Reihe. Ich wollte sie gern aus dem Buch rausholen und in den Arm nehmen, nach allem, was sie durchhatte. Aber gerade ihre Entwicklung zu beobachten hat die Charakterentwicklung deutlich gemacht.
Hatte ich angenommen, Eric selbst hätte mit PTBS zu kämpfen, musste ich mich eines Besseren belehren lassen. Trotzdem habe ich ihn ins Herz geschlossen, so liebevoll, wie er sich nicht nur im Grace sondern auch seine Familie kümmert, die einige Schicksalsschläge zu verkraften hat.
Und trotz der teils dramatischen Hintergründe der beiden war es für mich einfach nur wieder ein Wohlfühlbuch.
- Kent Haruf
Kostbare Tage
(134)Aktuelle Rezension von: EmmaWinterMein erster Besuch in der Kleinstadt Holt, Colorado. Leider verlief er nicht so angenehm, wie in Crosby, Main. Auch Haruf hat - wie Elizabeth Strout - eine fiktive Kleinstadt zum Handlungsort seiner Romane gemacht. Hier kreuzen sich die Lebenswege und Schicksale der unterschiedlichsten Menschen. Im Zentrum dieses Romans steht Dad Lewis, der es in Holt mit seiner Eisenwarenhandlung zu einigem Wohlstand gebracht hat. Seine kostbaren Tage sind jedoch gezählt, denn eine Krebserkrankung zerrt ihn langsam aus. Seine Tochter reist zur Unterstützung an, sein Sohn, mit dem er sich vor Jahrzehnten wegen dessen Homosexualität zerstritten hatte, bleibt unauffindbar. Eine weitere wichtige Rolle spielt Reverend Rob Lyle, der mit seinen Ansichten in Holt aneckt und dessen Sohn ebenfalls darunter leidet. Viele weitere vom Leben gebeutelte Figuren treten auf und wieder ab. Einige jedoch verfolgen Dad Lewis bis in seine letzten Träume.
Haruf ist ein genauer Beobachter und viele Szenen wirken authentisch und sind berührend, überzeugen beim Lesen, aber keine Figur war mir sympathisch. Auch hatte dieses Buch eine deprimierende Grundstimmung, das mag ich derzeit gar nicht. Vielleicht hätte es zu einem anderen Zeitpunkt anders gewirkt. Allerdings gibt es für mich auch keinen wirklichen Spannungsbogen in der Handlung. Man fühlt sich als stille Beobachterin bei diesen krisenhaften Zusammenkünften und Gesprächen und bleibt auf Abstand.
Die wörtliche Rede bleibt ohne Anführungszeichen, daran muss man sich gewöhnen. Wenn man sich aber erst eingelesen hat, übersieht man es praktisch. Den Lesefluss hat es nach einigen Seiten nicht mehr behindert und Dank der flüssigen Sprache liest sich das Buch recht schnell.
Ich bin mir nicht sicher, ob ich mich nochmal auf den Weg nach Holt machen werde.























