Bücher mit dem Tag "erlebnisbericht"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "erlebnisbericht" gekennzeichnet haben.

50 Bücher

  1. Cover des Buches Magic Cleaning (ISBN: 9783499624810)
    Marie Kondo

    Magic Cleaning

    (305)
    Aktuelle Rezension von: GothicQueen

    Wer hat noch nicht davon gehört? Garantiert kaum jemand. Tatsächlich habe ich Marie Kondo vor einigen Jahren zunächst in der Netflix-Serie kennengelernt, in der sie mit ihren Klient*innen ausmistet. Ich fand die Serie super. Schade, dass es da keine weiteren Staffeln gab. Dann habe ich dieses Buch entdeckt und es mir als eBook erstanden. "Magic Cleaning" verspricht irgendwie mehr, als es tatsächlich ist. Jedenfalls hatte ich das Gefühl. Ja, es enthält richtig viele, und auch tolle Tipps. Ich bin immer wieder durch meine Wohnung gefegt und habe ausgemistet, wenn auch meistens nicht so, wie es Marie Kondo vorschlägt. Ich schätze aber, dass das daran liegt, dass ich von Haus aus sowieso sehr ordentlich bin und auch nicht so viel Zeug behalte. Ich sortierte sehr oft um und aus, weshalb auch nicht so viel übrig bleibt. Was aber gar nicht ging, war das Kapitel mit den Büchern. Jedes Buch in die Hand nehmen und sich fragen, ob es einen glücklich macht? Und wenn es das nicht tut, wird es gnadenlos weggeworfen. Wie kann man bitte Bücher wegwerfen? Das erschließt sich mir sowas von nicht. Und was spricht dagegen so ein bis zwei gefüllte Bücherregale daheim zu haben? Es macht mir Freude die Bücher immer mal wieder auf dem Boden auszubreiten und sie im Regal umzusortieren. Das könnte ich nicht mehr machen, wenn ich nur noch 10 bis 20 Bücher hätte. Ja, ich hebe nicht mehr alle Bücher auf. Ausgelesene Bücher behalte ich in der Regel gar nicht mehr. Außer es sind besonders schöne Exemplare, oder vielleicht auch welche, die signiert wurden. Und manchmal sortiere ich auch Bücher aus, die ich noch nicht gelesen habe. Denn Tatsache ist ja, dass man sich immer mehr Bücher anschafft, als man auch wirklich schafft zu lesen. Leider. Ich hätte gern die Zeit, alle diese Bücher zu lesen. Geht aber leider nicht, weil ich, wie die meisten von uns, arbeiten muss. Sei es drum. Dennoch kann man Bücher doch nicht wegwerfen! Ich verschenke sie, verkaufe sie, oder bringe sie zum nächsten Bücherschrank. Mittlerweile habe ich auch "nur noch" irgendwas zwischen 300-400 Bücher daheim. Früher waren es bestimmt so an die 1000. Aber die Zeiten sind vorbei. Und wenn es nach Marie Kondo geht, dann müssten auch die weg. Nein, ich finde das müssen sie nicht. Mich macht das gefüllte Bücherregal glücklich. Also bleiben sie. Zugegeben, das mit den Büchern ist ja auch nur ein Kapitel von mehreren. Aber um ehrlich zu sein, habe ich fast ein Jahr gebraucht um das Buch fertig zu lesen. Und das ist für mich dann immer ein Zeichen dafür, dass es hätte besser sein können. Für mich. Sonst hätte ich es schneller fertig gelesen. Demnach würde ich es jetzt nur Menschen empfehlen, die tatsächlich nicht mehr wissen, wie sie ihrem Chaos entfliehen können und wirklich was ändern wollen. Ein paar nützliche Tipps kann man diesem Buch schon entnehmen. 

  2. Cover des Buches Unorthodox (ISBN: 9783442770205)
    Deborah Feldman

    Unorthodox

    (289)
    Aktuelle Rezension von: reading_josephine

    Zugegeben, auf dieses Buch wäre ich wahrscheinlich (auch wegen seines unspektakulären Covers) nicht selbst gekommen. But never judge a book by its cover! Und zum Glück gibt es die Bookstagram Gemeinde, die immer wieder solche Perlen ausgräbt 😊.

    Autobiographien sind ja oft so eine Sache, aber der Autorin gelingt es von Anfang an, die Lesenden mit auf ihren Lebensweg zu nehmen. Tatsächlich war mir nicht bewusst, dass in Williamsburg eine solch große Gemeinde der ultra-orthodoxen Juden lebt, ja dies quasi deren eigener Stadtteil ist, obwohl ich New York mittlerweile ganz gut kenne. In der Stadt habe ich sie immer mal wieder gesehen, ohne jedoch viel über ihre Lebensweise und die extreme Auslebung ihres Glaubens zu wissen. Umso interessanter und teilweise wirklich bedrückend fand ich deshalb die Schilderung von Deborah Feldman über ihre strenge Erziehung und die Regeln, denen sie sich über 20 Jahre lang in ihrer jüdischen Gemeinde unterwerfen musste. Es liegt mir fern, diese Religion zu verurteilen, es kann doch jeder selbst entscheiden, wie und was er oder sie glauben möchte. Sobald es aber in Zwänge und vor allem in Unterdrückung der Frau und ihren Rechten endet, darf aus meiner Sicht auch Kritik an patriarchalisch geprägten Glaubensrichtungen erlaubt sein. Vor allem die Praktiken zur Säuberung der "unreinen" Frau haben mich mehr als schockiert zurückgelassen.

    Umso erstaunlicher ist es, dass Feldman sich ihren starken Charakter nie hat zerstören lassen und es ihr letztendlich quasi alleine gelang, aus dieser Welt auszubrechen und ihren eigenen Weg zu gehen.

    Ein bisschen schade fand ich, dass man nichts mehr über ihr Leben direkt nach der Flucht und ihren weiteren Weg in die Freiheit erfährt.
    Diesen Erzählstrang hat die 2020 erschienene, gleichnamige Netflix-Serie aufgegriffen, deren Handlung allerdings frei erfunden wurde. Trotzdem werde ich sie mir jetzt im Anschluss an das Buch anschauen. Und wenn man mehr über das echte Leben der Autorin erfahren will, kann man ihr bei Insta folgen 😉.

  3. Cover des Buches Frühstück mit Elefanten (ISBN: 9783548377346)
    Gesa Neitzel

    Frühstück mit Elefanten

    (162)
    Aktuelle Rezension von: Anni04

    Dieses Buch hat mich direkt gefesselt, da man in eine völlig andere Welt mitgenommen wurde und gemeinsam mit der Autorin einen Zugang dazu bekommt. Mir hat es viel Spaß gemacht, Gesa bei ihrer Ausbildung zu begleiten und ich fand es faszinierend, auf welche Tiere und verschiedenen Menschen sie während ihrer Zeit in Afrika stößt. Ein bisschen gewundert hat mich aber, wie wenig vorbereitet Gesa in Bezug auf ihre Ausrüstung war. Da erkundigt man sich doch vorher und dass Tarnfarben nicht schwarz und weiß sind, weiß sogar ich. :D

    Besonders spannend waren die vielen Fakten zu den Tieren, die dem Leser einfach vermittelt wurden. Das Buch hat mir nochmal bestätigt, was für tolle Tiere vor allem Elefanten sind. Ein Aspekt hat mich zu Tränen gerührt. 

    Auch die Fotos in der Mitte haben mir gut gefallen. Davon hätte ich gerne noch mehr gesehen, um mir alles noch besser vorstellen zu können. 

    Ein lesenswerter Erlebnisbericht, bei dem ich mich in der dunklen Jahreszeit gut wegträumen konnte.

  4. Cover des Buches Couchsurfing im Iran (ISBN: 9783492310833)
    Stephan Orth

    Couchsurfing im Iran

    (141)
    Aktuelle Rezension von: BayLissFX

    ... und hier geht auch wieder Stephan Orth für mich auf Entdeckungstour. Er hat jene Ausdauer und den Mut sich auf das dort und dann einzulassen. Und genau das gibt er ja auch als Ziel dieses Berichtes an. Ich habe vorab die anderen Rezensionen gelesen, weil mich die Meinung dazu sehr interessiert hat - spannend finde ich immer wieder, wenn es Kritik für etwas hagelt, dass der Autor explizit als gegeben herausstreicht: Leute die Couchsurfing anbieten sind schon per se die liberale Fraktion. Das heisst im Umkehrschluss - man landet in liberaleren Kreisen. In die anderen kommt man da auch nicht so schnell.

    Aber - wie auch in Couchsurfing Russland - die Eindrücke von den Persönlichkeiten und den Umständen, die er am Wegesrand und bei unterschiedlichsten Formen des Zusammentreffens gewinnt und auch genial wiedergibt - geben einen Eindruck von den Lebensumständen. Es war wieder sehr interessant die verschiedenen Leute kennenzulernen, auch wenn es nur kurze Eindrücke sind. SMS oder Treffen, Wortwechsel und wortloses Betrachten der Umgebung.. so hätte ich es wahrscheinlich auch erlebt, und Stephan nimmt einen wunderbar mit auf diese Reise in den Iran.

    Freue mich schon auf die Fortsetzung in ... China oder Saudi Arabien?

  5. Cover des Buches Bergsommer (ISBN: 9783959102100)
    Katharina Afflerbach

    Bergsommer

    (28)
    Aktuelle Rezension von: DieSueschauerin

    Das Buch ist ein sehr ehrlicher, mitreißender Bericht über drei wunderbare Sommer auf einer Schweizer Alp. Dieses Buch zeigt sehr gut, wie hart das Leben auf einer Alp sein kann. Doch auch einige wichtige Lebensweisheiten werden durch das Buch weitergegeben und vertieft.
    Erstmal wird nüchtern der Alltag auf einer Alp geschildert. Eine tägliche oder wöchentliche Routine, die natürlich total langweilig für uns wirken könnte...doch der Schreibstil von Frau Afflerbach verhindert dies. Sie schreibt spannend und unterhaltsam. Unterhaltsamer, als ich vorher gedacht hätte. Dabei wurde ich immer wieder überrascht von ihrer Ehrlichkeit.

    Ehrlichkeit über ihre Erlebnisse auf der Alp, seien sie noch so langweilig oder traurig und Ehrlichkeit über ihre Emotionen und Gedanken. Dadurch fühlt sich vieles während dem Lesen noch intensiver an. Ich hatte das Gefühl bei der Arbeit auf der Almp oben dabei zu sein.
    Sehr charmant wird man immer mal wieder daran erinnert, was wichtig im Leben ist. Bei Katharina Afflerbach sind die Momente auf der Alp wichtig. Die Außenwelt rückt während ihrem Aufenthalt etwas ab. Das Gleiche könnte man auf sich selbst beziehen. Man sollte sich mehr auf das Hier und Jetzt konzentrieren.
    Jeder Tag könnte der Letzte sein. Durch einen persönlichen Schicksalsschlag von Katharina Afflerbach wird man auch an diese Message nochmal sehr deutlich erinnert. Jemand aus ihrem Leben verstirbt, während ihrer Alp-Zeit...und während dieser Szenen konnte ich einige Tränen nicht unterdrücken. Man war so nah an den Erlebnissen dran. Die Trauer war bis in mein Schlafzimmer zu spüren!

    Nach Beendigung des Buches hätte ich am liebsten gleich meinen kleinen Wanderrucksack gepackt und hätte mich auf den Weg in die Berge gemacht. Ich bekam total Lust auf einen Bergurlaub, gerne auch mit Alparbeit.
    Natürlich habe ich das nicht gemacht, aber dieser Plan steht jetzt mit auf meiner Bucketliste. Einen Sommer lang möchte ich gerne mal in den Bergen arbeiten. Ob ich das auf einer kleinen Alp beim Kühe melken und hüten mache oder in einer Berghütte kellner...das steht erstmal nicht fest. Aber ich möchte gerne mal einen Sommer auf einem Berg in den Alpen verbringen.

  6. Cover des Buches Jeder Tag gehört dem Dieb (ISBN: 9783518466926)
    Teju Cole

    Jeder Tag gehört dem Dieb

    (22)
    Aktuelle Rezension von: vivreavecdeslivres
    In seinem Debut sinniert Teju Cole über sein Heimatsland Nigeria. Dabei verleiht er seine Stimme einem namenslosen Protagonisten, welcher nach 15 Jahren die Rückkehr in seine sogenannte Heimat antritt. Schnell bemerkt er allerdings, dass es sich nicht nach Heimat anfühlt, sondern nach Fremde, oder zumindest nach etwas Enttäuschendem.
    Teju Coles zweites Buch 'Open City' wurde international gefeiert und hielt auch bei mir Einzug, allerdings hat mich sein unpopuläreres erstes Buch mehr angesprochen. Dass dieses Buch nicht gleichmässig bekannt ist, hat indirekt mit dem Inhalt zu tun - Der Autor kritisiert mit seinem Schreiben Nigeria und dessen Verarmung an Kultur, gleichzeitig erschien der Roman in einem nigerianischen Verlag, wodurch er wenig Berühmtheit erfuhr, meiner Meinung nach nicht zurecht. Denn Teju Cole legt uns hiermit ein Werk vor, dass eine sogartige Wirkung hat, dass mich zum ersten Mal wirklich an den Spruch glauben lässt - Lesen ist wie Reisen. Denn wir erfahren hier eine Stadt, Lagos, in all ihren Ausmassen, wir erleben das Begeisternde und das Abstossende, allen voran das Faszinierende in dieser Fremde.

    Spannend ist ja, wie ein Nigerianer dorthin zurückkehrt. Unser Protagonist verbrachte fünfzehn Jahre in New York, ohne dazwischen je wieder in seine Heimat einzureisen. Das gibt dieser vermeintlichen 'Rückkehr' viel grösseres Gewicht. New York als unglaublich sympathischer Gegenpol, eine Stadt, welche sowohl vor neuster Technologie und Modernität strotzt, wie auch in all seiner Grösse das Detail, die Kunst und die Sinnlichkeit einer Stadt in jedem Ecken bereithält. New York durfte ich bereits selbst erleben, und selten konnte mich die Vielfältigkeit einer Metropole so beeindrucken. Dagegen scheint Lagos eintönig zu sein. Die Stadt funktioniert nach ihren eigenen Regeln, und diese sind wohl keinem aus der nordwestlichen Welt bekannt. So begegnet der Protagonist bereits an der ersten Haltestelle, dem Konsulat in New York, Korruption. Diese Begegnung macht ihn fassungslos, mehr noch, als sie vielleicht uns als Nicht-Einbezogene fassungslos machen würde, und sie besetzt ihn. Kaum gelandet, stürzen wir uns auf dieses Thema und entdecken es tatsächlich auch in jedem noch so versteckten Winkel. Das korrupte Nigeria. Dann aber beginnt er mit seinen Beobachtungen, erzählt von diesen, und sie sind so kunterbunt und fremd, wie ich kaum glauben konnte. Er trifft auf unterschiedliche Menschen, auf unterschiedliche Interessen, auf unterschiedlichen Umgang mit verschiedenen Situation. Und auch auf immer wieder sich ähnelnde Muster. 

    Und so entwirft Teju Cole ein Bild von einem Nigeria aus dem Heute, aber überlappt es mit Erinnerungsfetzen, Gedankengängen und tiefen Emotionen, von Verwunderung, Abneigung und Liebe. Dabei entsteht auch ein ganz eigenes Gefühl von Heimat, welches er mit seinen behutsam gewählten Worten so gut zu vermitteln weiss - Chapeau. Und vielen Dank, denn ich bin nun um einige Erfahrungen und irgendwie eine Reise nach Nigeria reicher.

    http://wonderful-ne-books.blogspot.ch/2017/04/jeder-tag-gehort-dem-dieb-von-teju-cole.html
  7. Cover des Buches Anus Mundi (ISBN: 9783100396044)
    Wieslaw Kielar

    Anus Mundi

    (35)
    Aktuelle Rezension von: HEIDIZ

    Anus Mundi "Fünf Jahre Auschwitz" - ein Buch, das emotional berührt. Schonungslos stellt der Autor Wieslaw Kielar das "Leben" in der Hölle von Auschwitz dar, wobei von Leben nicht geredet werden kann.

    Ich habe die Neuausgabe gelesen, die neben den Schilderungen Kielars die Entstehungsgeschichte von »Anus Mundi« erzählt und auf bisher unbekannte Informationen über Kielars Leben nach 1945 zurückgreift. Das Buch ist mit einem Vorwort von Siegfried Ressel versehen.

    Das Buch beinhaltet natürlich Fakten rund um das nationalsozialistische System, aber es erzählt auch - und das finde ich so wichtig - von den Menschen, ihren menschlichen Handlungen, ihrer Haltung inmitten des schrecklichen Wahnsinns. Dieses Buch erschüttert, man kann es anders nicht sagen. Ich habe schon viele Bücher gelesen und Filme sowie Dokumentationen geschaut, aber dieses Buch geht echt an die Substanz. Es ist so lebendig, es ist so erschreckend. Die Wortwahl des Autors ist eigentlich nicht unbedingt emotionsgeladen, er schreibt aus einer gewissen Distanz, dennoch wird man mitgerissen, hineingerissen, anders kann ich es nicht beschreiben. Sehr gut und nachvollziehbar, wenn das überhaupt möglich ist, gelingt es dem Autor, dem Leser die Gefühlswelten begreiflich zu machen, die Resignation, aber auch der Mut, überleben zu wollen. Ich kann es nicht anders sagen, dieses Buch muss man lesen ...
    Anus Mundi heißt übrigens übersetzt "Alte Welt".

  8. Cover des Buches Ein Traum von einem Schiff (ISBN: 9783596191130)
    Christoph Maria Herbst

    Ein Traum von einem Schiff

    (87)
    Aktuelle Rezension von: Duffy
    Das ist ein gutes Beispiel dafür, wie ein Verlag mit einem bekannten Namen ein paar Euros macht. Nehmen wir einfach mal den äußerst talentierten Schauspieler Herbst, der sich ja auch als Humorist einen guten Ruf erspielt hat und lassen den ein Protokoll seiner Traumschiffreise schreiben. Es ist anzunehmen, dass man ihn nicht mit vorgehaltener Waffe zwingen musste, denn man merkt, dass ihm das wohl auch ansatzweise Spaß gemacht hat. Herbst versucht so manches Mal in Bandwurmsätzen viel von seiner Komik auf engstem Raum unterzubringen, doch leider scheitert er, denn er kann es einfach nicht, liest sich zu bemüht und konstruiert, scheitert am Anspruch, so etwas wie einen eigenen Stil zu entwickeln. Er ist eben Schauspieler, ein begnadeter Sprecher (das Hörbuch dürfte sicher interessanter sein) und hat als Komiker einen Status erreicht, den er selbst mit diesem Buch nicht demontieren kann. Da will man ihm gönnerhaft zurufen: "Schuster, bleib' bei Deinem Leisten", doch das wird er selbst herausgefunden haben. Ach ja, der Inhalt: Ein paar Gimmicks auf der Kreuzfahrt, Unwohlsein, bisschen Saufen, bisschen Leute-niedermachen, na, alles was Stromberg besser kann, aber Herbst ist ja nicht Sromberg, gibt sich aber Mühe, ein wenig wie Stromberg zu klingen und ... Ach, das Ganze ist zu belanglos, um sich darüber auszulassen, kurz vor dem Ärgerlichen, aber doch nicht ganz so schlimm und machen wir mal das, was das Beste ist: Decken wir den Mantel des Schweigens darüber.
  9. Cover des Buches Läuft bei mir (nicht) – Wie du deiner Depression auf die Nerven gehst (ISBN: 9783959673914)
    Bella Mackie

    Läuft bei mir (nicht) – Wie du deiner Depression auf die Nerven gehst

    (8)
    Aktuelle Rezension von: Pappbecher
    • Buchtitel: Läuft bei mir (nicht) - Wie du deiner Depression auf die Nerven gehst
    • Autorin: Bella Mackie
    • Verlag: HarperCollins Germany, HarperCollins   
    • ISBN: 9783959673914  
    • Ausgabe: E-Book
    • Erscheinungsdatum: 18.02.2020   


    Inhalt:

    "Das Leben wäre so einfach, wenn es nicht so schwer wäre. Der Moment, in dem ein Herz bricht, kann kurz sein. Der Weg aus dem Herzschmerz heraus unglaublich lang. Bella Mackie liegt am Boden: Sie ist Ende zwanzig, in ihrer Ehe gerade gescheitert und kämpft mit tief verwurzelten Ängsten und Depressionen. Bis sie eines Tages einfach aufsteht und losläuft. Erst schleppend, dann immer leichtfüßiger.

    Schonungslos ehrlich erzählt Bella, wie sie so lange lief, bis ihrer Depression die Puste ausging: Vom erlösenden Moment, wenn man nicht mehr weiß, ob einem nun Tränen oder Schweißtropfen übers Gesicht laufen. Dabei war Sport so ziemlich das Letzte, was ihr zuvor bei all den Zweifeln und Ängsten durch den Kopf ging … "

    Meinung:
    Zuallererst möchte ich mich bei NetGalley, dem Verlag und bei der Autorin für dieses Rezensionsexemplar bedanken!

    Tauchen wir also direkt in den Inhalt ein. Ich war bereits vor dem Lesen aufgrund des Titels und des Klappentexts sehr gespannt auf eben diesen und wurde auf jeden Fall nicht enttäuscht. Das Buch hat mich sehr angesprochen. Da ich mich selbst sehr für psychische Krankheiten und den Umgang mit diesen interessiere, war dieses Werk ein absolutes Muss für mich. Aufgrund meines Studiums und meines eigenem Interesses habe ich bereits mehr als nur ein Buch über dieses Thema gelesen. Jedoch finde ich bei der Einzigartigkeit der Krankheitsbilder immer wieder neue Ansätze und Arten, wie vor allem Betroffene mit ihren Krankheitsbildern umgehen. In diesem Buch wird einem von der Autorin ihr ganz persönlicher Weg mitgeteilt mit Depressionen zu leben. Dadurch, dass es sich hierbei um eine Biographie handelt, wird man auf einer regelrechten emotionalen Achterbahn mitgenommen und es wird einem aufgezeigt, dass eben nicht jeder Tag gleich ist, wie vielleicht einige vermuten würden. Vor allem die Beschreibungen, wie viel Kraft so manch einfach erscheinende Handgriffe und Handlungen kosten, finde ich sehr authentisch. Dadurch, dass ich selbst mich etwas mehr als der durchschnittliche Mensch mit dem ganzen Thema Depression und generell psychischen Erkrankungen beschäftige, habe ich aus dem Buch zwar nicht allzu viel Neues mitnehmen können, jedoch finde ich es trotzdem mehr als nur lesenswert und fesselnd.


    Fazit:

    Alles in allem ist es demnach eine glatte Leseempfelung von mir, vor allem für Leute, die sich für psychische Krankheiten interessieren!

  10. Cover des Buches Mein Katalonien (ISBN: 9783257602487)
    George Orwell

    Mein Katalonien

    (25)
    Aktuelle Rezension von: Trishen77

    "Ich war nach Spanien gekommen, um Zeitungsartikel zu schreiben. Aber ich war fast sofort in die Miliz eingetreten, denn bei der damaligen Lage schien es das einzig Denkbare zu sein, was man tun konnte. [...] Man hatte den Japanern erlaubt, in der Mandschurei zu tun, was sie wollten. Hitler war zur Macht gekommen und fuhr fort, die politischen Gegner aller Schattierungen zu massakrieren. Mussolini hatte die Abessinier bombardiert, während dreiundfünfzig Nationen abseits standen und fromme Sprüche von sich gaben. Aber als Franco versuchte, eine gemäßigt links orientierte Regierung zu stürzen, lehnten sich entgegen allen Erwartungen die spanischen Menschen gegen ihn auf. Es schien die Wende der Flut."

    Fast vier Monate lang blieb George Orwell in der katalonischen Miliz, bei einer Abteilung der anarchistisch-sozialistischen Arbeiterbewegung, erlebte die Front, das Lazarett und zuletzt die Straßenkämpfe, politischen Verwicklungen und Propagandaschlachten in Barcelona. Seine Schilderungen und Analysen zu letzterem bilden das wirkliche Kernstück dieses Buches und sind sein großer Verdienst, bis heute.

    "Es war nämlich vor allen Dingen ein politischer Krieg. Kein Ereignis, besonders aus den ersten Jahren, ist verständlich, ohne eine Gewisse Kenntnis von dem Kampf zwischen den Parteien, der sich hinter der Frontlinie der Regierungsseite abspielte."

    Der spanische Bürgerkrieg wird in der historischen Betrachtung meist leichtfertig zusammengefasst als Kampf von Demokratie gegen Faschismus, als ein Aufbegehren von liberalen, kommunistischen, sozialistischen, demokratischen Elementen gegen die Flut des Totalitarismus. Aber gerade der ideologische Kampf auf Seiten der republikanischen Seite, der (zumindest in Katalonien) einen Bürgerkrieg in sich darstellt, wird dabei gerne verschwiegen; es wird gerne ausgespart, dass im republikanischen Spanien der Jahre 1937-38 eine der größten kommunistischen Säuberungsaktionen des 20. Jahrhunderts stattfand und einige anarchistische Arbeiterschaft-Verbände mit Terror und Willkür unterdrückt wurden.

    Orwell kam im Dezember 1936 nach Barcelona, das Buch erschien 1938, noch bevor der Krieg beendet war. Es ist daher kein umfangreicher Bericht über den Bürgerkrieg selbst und auch keine Analyse des Kriegsverlaufes. Es ist ein persönlicher Erlebnisbericht aus dem Räderwerk des Bürgerkriegs, nicht nur des Fronteinsatzes, sondern vor allen Dingen der politischen Prozesse, die währenddessen abliefen.

    Als Orwell nach Barcelona kommt, hat die Arbeiterschaft dort eine fast perfekte sozialistische Utopie umgesetzt. Es gibt keine Unterschiede in Sold und Gehalt mehr, alles liegt in den Händen der Arbeiter. Er tritt der anarchistischen Arbeitermiliz P.O.U.M. bei und geht an die Front. Als er ein paar Monate später zurückkehrt, haben sich sowohl die realpolitischen Verhältnisse geändert, wie auch die gesellschaftlichen. Alles war wieder zum bourgeoisen Standard zurückgekehrt. Orwell zog die richtigen Schlüsse und erkannte früh, was ein Problem des 20. Jahrhunderts war und ein Erbe geworden ist, das das 21. Jahrhundert weiterhin mitträgt:

    "Im Namen der Demokratie gegen den Faschismus zu kämpfen, heißt, im Namen einer Form des Kapitalismus gegen eine andere zu kämpfen, die sich zu jeder Zeit in die erste verwandeln kann. Die einzig wirkliche Alternative zum Faschismus ist die Kontrolle durch die Arbeiter. Wer sich irgendein kleineres Ziel als dieses setzt, wird entweder Franco den Sieg aushändigen oder im besten Falle den Faschismus durch die Hintertür hereinlassen."

    Der Kapitalismus und die staatliche Gewalt sind, wie Orwell aufzeigt, die wesentlichen Probleme und die wesentliche Unterdrückung der menschlichen Gesellschaft. Später wurden die Arbeiterverbände nicht nur aus der Regierung gedrängt, sondern vollständig aufgerieben, verhaftet, in Kerkern zum dahinvegetieren verdammt oder insgeheim erschossen. Die linke Presse in aller Welt druckte damals munter die kommunistische Propagandalüge, dass alle Mitglieder der Anarchisten geheime Handlanger Francos sein - eine Behauptung die nicht falscher sein konnte, lagen doch zum größten Teil Mitglieder der anarchistischen Miliz zu der Zeit an der Front und hielten sie.

    "Als eine der traurigsten Wirkungen dieses Krieges erkannte ich, dass die Presse der Linken bis ins kleinste genauso falsch und unehrlich ist wie die der Rechten. [...] Das ist in allen Kriegen immer dasselbe. Die Soldaten kämpfen, die Journalisten schreiben. [...] In Wirklichkeit unterliegt jeder Krieg mit jedem Monat, den er länger dauert, einer gewissen sich steigernden Entartung. Begriffe wie individuelle Freiheit und wahrhaftige Presse können einfach nicht mit dem militärischen Nutzeffekt konkurrieren."

    Orwells Buch ist ein verdammt wichtiges Dokument und eine Lektion in Antipropaganda und wider der historischen Geschichtsschreibung, die sich der Wirkungen verpflichtet sieht und nicht der Ursprünge und der Schicksale, Tatsachen und Ideen, die auf der Strecke bleiben. Es ist kein besonders spannendes Werk, teilweise auch nicht gerade großartig geschrieben, aber in seiner unaufgeregten und völlig unheischenden Dimension gewinnt es einen Grad an Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit für sich, der mich sehr beeindruckt hat. Orwell schreibt am Ende, dass man seine Ausführungen kritisch hinterfragen soll und er meint es völlig Ernst. Und doch öffnet er einem mit dem Buch eine Sicht auf ein völlig verstelltes Kapitel des spanischen Bürgerkriegs und des zivilen und gesellschaftlichen Kampfes im 20. Jahrhundert. Und legt den Finger auf eine Frage, dessen Antwort weiterhin auf sich warten lässt: Wie kann man gewährleisten, dass die Interessen von allen in einem staatlichen Konzept gehört und bedacht werden?

  11. Cover des Buches Boarderlines - Fuck You Happiness (ISBN: 9783958891173)
    Andreas Brendt

    Boarderlines - Fuck You Happiness

    (13)
    Aktuelle Rezension von: Gestaltwandler

    Inhalt:


    Der Klappentext beschreibt den Inhalt wunderbar.


    Das Buch hat autobiografische Züge, da der Autor großteils über seine Erlebnisse erzählt. Mir persönlich gefällt die einfache und unkonventionelle Art des Autors, der dabei schonungslos und ehrlich ist. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl als ob ich mit Andreas Brendt persönlich reden und dabei sein würde. Anstatt zum Beispiel zu schreiben „ich antwortete ihm auf Facebook und er schrieb das und das“, hat er die Art und Weise benutzt wie ein wirklichere Chat aufgebaut ist. Des Weiteren hat mir die lockere Art sehr gefallen. Mir  haben auch besonders gut die Zitate zwischendurch gefallen, da sie erstens nicht aufgezwungen wirkten und auch zur Situation passten. Die Themen Surfen, Liebe und die Suche nach dem Glück fand ich sehr gelungen umgesetzt und besonders wie das eigene Glück gesucht wurde, fand ich sehr interessant. Mich persönlich hat nur etwas gestört, dass bei manchen englischsprachigen oder spanischen Texten keine Übersetzungen da waren. Ich hätte gerne gewusst was bei manchen stand, da ich zwar Englisch verstehe, aber kein Spanisch und auch nicht jeder die beiden Sprachen versteht. Ideal wäre es gewesen, wenn die Übersetzung in Klammern dahinter gestanden oder es nach dem Ende ein Verzeichnis mit den Übersetzungen gegeben hätte. Leider hatte ich in der Mitte des Buches Probleme die zeitliche Abfolge zu verstehen, da es zuerst hieß, dass drei Wochen vergangen sind und paar Seiten später es nur noch zwei Wochen waren. Um aber wieder auf positive Spur zu kommen muss ich sagen, dass ich die Idee mit der Geschichte der Atome einfach genial finde. Diese wird nebenbei erzählt und Andi und Paula sind zwei Atome mehr kann ich nicht verraten. Auch die Art Danksagung oder was auch immer das sein sollte fand ich sehr gut, da der Autor noch mit ein paar Bemerkungen zu den Geschehnissen ankam. Was mir besonders gut gefallen hat, war, dass man immer wieder schnell zurück in die Handlung gefunden hatte wenn man eine Lesepause gemacht hat. 


    Mein Fazit:


    Sehr gelungenes Buch mit einer einzigartigen Weise des Schreibstils und unabhängig lesbar vom ersten Teil.



  12. Cover des Buches Im Schatten des Krieges (ISBN: 9783956401015)
  13. Cover des Buches Sturmwarnung (ISBN: 9783945877005)
    Stefan Krücken

    Sturmwarnung

    (36)
    Aktuelle Rezension von: PaulD

    In "Sturmwarnung" erzählt der Kolumnist und Kapitän Jürgen Schwandt aus seinem Leben. Angefangen bei seiner Kindheit im zweiten Weltkrieg und im zerstörten Hamburg der Nachkriegszeit berichtet er von seinem Weg in die Seefahrt, von Unglücken auf offener See, dem oft anstrengenden Leben auf See, fremden Ländern, Schmuggelei und ausartenden Landgängen, bis hin zu seinem (zumindest beruflichen) Abschied von der Seefahrt. Immer wieder schweift er auch zu anderen Themen ab, zu denen er, ganz wie in seinen Kolumnen, auf meist humorvolle Weise seine Meinung kundtut. 

    Der Schreibstil ist flüssig und äußerst unterhaltsam und spannend. Ergänzt wird die Lebensgeschichte des Käpt'ns noch durch einige seiner Kolumnen für die Hamburger Morgenpost.

    Wie vom Ankerherz-Verlag gewohnt ist das Buch wunderschön aufgemacht. Angefangen beim Einband, den das Ankerherz-Logo in Silberprägung ziert, über teils spektakuläre Fotos aus allen Lebensabschnitten des Käpt'ns bis hin zu einigen wunderschönen Illustrationen.

  14. Cover des Buches Die vergessenen Inseln (ISBN: 9783328101789)
    Thomas Käsbohrer

    Die vergessenen Inseln

    (3)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Das Buch „Die vergessenen Inseln“ von Thomas Käsbohrer, Segler aus Leidenschaft, verknüpft persönliche Erfahrungsberichte und die Reise mit einem kleinen Boot von Insel zu Insel im Mittelmeer mit literarischer Kunst, wie sie sonst in Romanen zu finden ist.

    Thomas Käsbohrer war Verleger, nach einer abrupten Trennung nach 22 Jahren wurde die Sehnsucht nach dem Meer übermächtig und er nutzte die berufliche Zwangspause, um sich ganz dem Segeln zu widmen. Nach vielen Jahren, in denen er immer wieder zur See zurückgekehrt ist und zu seinem Boot Levje, das eine wortwörtlich tragende Rolle in seinem Buch spielt, fasst er seine Reisen und die erlebten Geschichten in einem Buch zusammen.

    Das Mittelmeer ist jedem bekannt, viele haben schon die ein oder andere Insel dort besucht, sind an der Festlandküste am Strand entlangspaziert, haben sich vielleicht gefragt, was noch alles so da draußen ist, hinter dem Horizont. „Die vergessenen Inseln“ ist ein Buch, das genau diese Frage beantwortet. Der Autor ist vertraut mit den Inseln des Mittelmeeres, er segelt von Insel zu Insel, wohin der Meltemi ihn treibt. Und doch ist dieses Buch etwas Besonderes und längst kein beiläufiges Abarbeiten von Routen und Inselnamen im Mittelmeer. Es ist erst recht kein Ich-bezogenes Abenteurerbuch, das Stationen der Befindlichkeit runterreißt. Denn das, was Käsbohrer antreibt, ist ihm als gelerntem Historiker nicht auszutreiben: die Neugier auf die Welt – und darauf, wie sie wurde, was sie ist.

    Allein der Titel hat mich schon neugierig gemacht: Was ist damit gemeint, „vergessene“ Inseln? Praktisch jedes Gewässer ist kartographiert heute, was wurde vergessen? Nichts, nicht direkt: Die Namen der Orte sind da, Beschreibungen, Fotos, alles schön und gut. Was aber vergessen ist, ist die Seele der Inseln. Ihre Geschichte, ihre Wurzeln, ihre Kultur. Woher die Menschen kommen, die auf ihnen leben, wie sie sich ein Zuhause gebastelt haben, dort mitten im Meer. Nicht nur Inseln sind Schauplatz in diesem Buch, auch andere Küstenorte entlang des Mittelmeeres sind vertreten. Ich dachte mir – „Inseln“ soll vielleicht auch „Oasen“ bedeuten, Orte, die von anderen getrennt sind, einzigartig sind, Ruhepunkte inmitten der Wasserwüste des Mittelmeeres.

    „Die vergessenen Inseln“ vermittelt ein Lebensgefühl, das man leider schnell vergisst, wenn man nicht mehr am Meer ist. Salzgeruch in der Luft, Gischt im Gesicht, die Füße zwischen Sand und Brandung eingegraben. Man segelt mit Thomas Käsbohrer übers Meer, spürt das Rollen der See unter seinem Boot Levje, und legt mit ihm an – in Venedig, in Kreta, in Malta, in Kythira. Und plötzlich fliegt die Zeit rückwärts, es ist hundert Jahre, dreihundert Jahre früher in der Zeitrechnung, alte Geschichten werden neu erzählt. Sagen und Legenden kommen wieder zum Vorschein, zwischendrin entdeckt Käsbohrer Kultur und Cuisine der Küsten und ihrer Bewohner in der modernen Zeit. In neun Monaten haben sich unzählige Geschichten angesammelt und würde man selbst neun Monate durch das Mittelmeer segeln, hätte man selbst vielleicht ebenso viele zu erzählen – nur nicht so treffend.

    Das ist es, was mich an dem Buch so fasziniert: Die Perspektive. Nichts, was man hier liest, kann man genau nachreplizieren, es ist immer anders. Das hat das Meer und alles, was es berührt, eben so an sich. Man wird mit hineingerissen in die Erlebnisse, man springt durch die Zeit und sehnt sich danach, selbst übers Meer zu fahren. Und abgesehen von dem literarischen, erzählenden Teil des Buchs ist es bis zum Rand gefüllt mit nautischem Wissen, historischen Hintergründen und Fakten, die man nur wissen kann, wenn man selbst Fuß auf diese Orte gesetzt hat.

    „Die vergessenen Inseln“ ist für mich das ideale Buch, mit dem Kopf mal aus dem Alltag rauszukommen und in Gedanken, naja – Segel zu setzen.

  15. Cover des Buches Walküre in Detmold (ISBN: 9783608961607)
    Ralph Bollmann

    Walküre in Detmold

    (2)
    Aktuelle Rezension von: WinfriedStanzick
    Die Oper und Deutschland – das ist ein ganz besonderes Verhältnis. Auch 20 Jahre nach der Wiedervereinigung gibt es in Deutschland nahezu achtzig Opernhäuser, mit den dazugehörigen Ensembles und Orchestern. Es gibt sie natürlich in den großen Städten, aber auch in der Provinz. Und alle versuchen sie sich mehr oder minder erfolgreich auch an den großen Stoffen. Es gibt seit langem eine Debatte darüber, ob es gerecht und sozial- und kulturpolitisch vertretbar sei, diesen Fleckenteppich an Opernhäusern aus öffentlichen Mitteln noch länger zu unterhalten, denn ohne die Millionen der jeweiligen Bundesländer könnte keine einzige Bühnen wirklich überleben. Und natürlich wird immer wieder jenes uralte Argument aus der Mottenkiste geholt, dass die Oper nur von wenigen Reichen und Gebildeten genutzt wird. Der Rezensent, der es genießt, 15 Kilometer von seinem Wohnort mit dem Staatstheater in Darmstadt eine respektable Oper zu haben, und diese etwa einmal im Monat besucht, hat bei seinen unzähligen Opernbesuchen in den letzten zehn Jahren da andere Beobachtungen gemacht. Die Oper ist eben nicht mehr der Treffpunkt allein der Arrivierten, auch nicht mehr ein Schaulaufen der neuesten Konfektionen, auch wenn ich mir bei manchen Besuchern doch eine etwas angemessenere Kleidung wünschen würde. Tatsache ist jedenfalls, dass ich niemals einmal im Monat bis nach Frankfurt etwa fahren würde. Der Journalist Ralph Bollmann, lange Jahre bei der taz und nun bei der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, ist nicht nur oft unterwegs, sondern er liebt auch Opern. Deshalb hat vor vielen Jahren schon begonnen, auf seinen Reisen durch Deutschland Opernhäuser zu besuchen. Zwischen 1997 und 2009 hat er sie alle gesehen, auch die „Walküre in Detmold“. Und er hat notiert, was er dort erlebt und beobachtet hat. Herausgekommen ist eine nun bei Klett-Cotta erschienene „Entdeckungsreise durch die deutsche Provinz“, bei man nicht nur viel über Opern, Opernensembles, gelungene und auch missratene Aufführungen lesen kann, sondern auch sehr aufschlussreiche und unterhaltsame Beobachtungen über unser Land und seine Kultur. Wer sich für die Oper interessiert und für Literatur, den möchte ich an dieser Stelle auf zwei wunderbare Bücher hinweisen. Lea Singer hat mit dem Roman „Der Opernheld“ im Frühjahr 2011 nicht nur eine Hommage an die Oper, insbesondere die italienische, geschrieben, sondern auch ein Psychogramm eines Mannes, der sich in seiner Begeisterung für die Oper regelrecht verliert. Ende August 2011 erscheint bei Residenz der neue Roman von Peter Henisch unter dem Titel „Grosses Finale für Novak“, in dem er die Geschichte eines biederen Mannes erzählt, dessen stumpfes und langweiliges kleinbürgerliches Leben mit dem Kontakt zur Opernmusik eine dramatische Wendung nimmt. Ich habe es vorab gelesen und halte es für eines der besten Bücher, die ich in diesem Jahr bisher in der Hand hatte.
  16. Cover des Buches Aufzeichnungen aus Jerusalem (ISBN: 9783943143041)
    Guy Delisle

    Aufzeichnungen aus Jerusalem

    (17)
    Aktuelle Rezension von: sabatayn76

    ‚Wie machen das die Leute aus Gaza denn, wenn sie rauswollen? - Ah, die kommen nie raus? - Ja, dann...‘ (Seite 28)

    Guy Delisle verbringt ein Jahr in Palästina/Israel, da seine Frau für eine NGO arbeitet.

    Die Familie kommt in Ost-Jerusalem unter, Delisles Frau reist täglich in den Gazastreifen, wo sie für Ärzte ohne Grenzen tätig ist. Delisle kümmert sich um die gemeinsamen Kinder und widmet sich dem Zeichnen.

    Delisle berichtet vom Leben in Jerusalem, von Ausflügen, von Checkpoints, Tränengas, Intifada, Siedlungspolitik, Religionen, Sehenswürdigkeiten, Politik, Geschichte, Kultur.

    Ich liebe Graphic Novels und habe mich schon sehr viel mit Palästina beschäftigt. Von Delisle hatte ich bislang noch nichts gelesen, noch während der Lektüre von ‚Aufzeichnungen aus Jerusalem‘ jedoch gleich weitere Graphic Novels von Delisle bestellt.

    Delisle zeigt in seiner Graphic Novel, die bereits 2012 erschienen ist, sehr deutlich, dass die Unterdrückung des palästinensischen Volkes kein neues Phänomen ist, sondern bereits seit Jahrzehnten besteht. Er erzählt dabei von Apartheid, von Willkür, von Bombardierungen, von Schikane, von Entwürdigung, von Benachteiligung, von Zwangsräumungen, von Gewalt und Gegengewalt.

    Da ich mich schon sehr viel und schon sehr lange mit dem Nahostkonflikt befasst habe, waren mir die meisten der von Delisle erwähnten Facetten des Konflikts bereits bekannt. Ich finde seine Zusammenstellung, seine Beobachtungen, sein Einnehmen verschiedener Blickwinkel sehr gelungen, er ermöglicht gute Einblicke in diesen Konflikt, zeigt dabei durchaus beide Seiten.

    Die Zeichnungen sind sehr gelungen, sind bisweilen ganz minimalistisch, z.B. bei manchen Gesichtern, manchmal sehr detailreich. Stets haben sie mich mitgenommen nach Palästina/Israel, stets sind die Zeichnungen stimmungsvoll und fangen die beschriebenen Episoden gut ein.

  17. Cover des Buches Ein Traum von einem Schiff (ISBN: 9783839891971)
    Christoph Maria Herbst

    Ein Traum von einem Schiff

    (53)
    Aktuelle Rezension von: junia

    Wie kam ich zu diesem Buch?

    Ich kenne Christoph Maria Herbst als Schauspieler und Hörbuchsprecher. Dieses Buch ist das erste von ihm selbst geschriebene, das ich gelesen bzw. gehört habe.


    Wie finde ich Cover und Titel?

    Passt beides.


    Um was geht’s?

    Auf den Inhalt gehe ich an dieser Stelle nicht allzu detailliert ein, den Klappentext könnt ihr ja selbst lesen, und eine Zusammenfassung des Buches muss ja nun nicht in die Rezension, vor allem bei einer doch recht überschaubaren Story. Das Schiff selbst wird bei 39 % des Hörbuchs betreten. Bis dahin geht es um die Vorgeschichte oder buchfüllende Anekdoten, die gar nichts damit zu tun haben. Also eher wenig Traumschiff-Content und mehr Teilzeit-Biographie.


    Wie ist es geschrieben?

    Es handelt sich um einen Einzelroman, der also auch ohne Vorwissen und Cliffhangergefahr gelesen werden kann. Der Erzählstil ist locker-flockig, der Ausdruck ist leicht zu verstehen. Sehr gut gefällt mir, dass das Ganze in der Ich-Form verfasst ist, man versucht sich gleich mit dem Protagonisten zu identifizieren und ist irgendwie näher dran am Geschehen. Die Beschreibungen sind nicht zu ausschweifend, aber detailliert und bildhaft genug, um gleich in der Story zu sein. Die Gegebenheiten konnte ich mir sehr gut vorstellen. Ein meist herzerfrischender, hin und wieder aber auch sehr platter Humor rundet das Ganze ein wenig ab und trifft meistens meinen Geschmack.


    Wer spielt mit?

    An sich mag ich Christoph Maria Herbst als Hörbuchsprecher sehr gerne (deshalb hab ich mir das Buch überhaupt erst vorgenommen), aber hier wirkt er teilweise etwas hysterisch und anstrengend anzuhören.


    Mein Fazit?

    Ich habe keine Ahnung, was mir dieses Buch sagen soll. Ja, es war streckenweise witzig, aber oft auch platt, und das Traumschiff schien auch eher weit entfernt zu sein. Ich gebe hier 3 von 5 Sternchen und weiß nicht, ob ich weitere Bücher von Christoph Maria Herbst lesen werde. Zumindest die von ihm verfassten. Die von ihm eingelesenen Hörbücher bleiben weiter auf meiner Liste.

  18. Cover des Buches Ein Zug aus Eis und Feuer (ISBN: 9783894015640)
    Ramón Chao

    Ein Zug aus Eis und Feuer

    (4)
    Aktuelle Rezension von: SabrinaZelezny
    In Kolumbien gibt es 3.200 Kilometer Eisenbahnstrecke, aber nur die Hälfte davon ist nutzbar. Passagierzüge gibt es seit über 25 Jahren nicht mehr.

    1993 überlegte sich eine Handvoll französischer Idealisten, dass es doch toll wäre, wieder einen Passagierzug auf der alten Linie des Expreso del Sol (Sonnenexpress) zwischen Bogotá und der Küstenstadt Santa Marta einzurichten. … Einen Passagierzug?

    Das ist nur begrenzt richtig. Es ist etwas ganz anderes, das Projekt Expreso de Hielo (Eis-Express), das schließlich auf die Beine gestellt wird, entgegen aller Widerstände und ungläubigen Kopfschütteln. Es ist ein Zug mit einer bunt gemischten Besatzung: die französischen Gruppen Mano Negra und French Lovers, Trapezkünstler, brasilianische Musiker, Puppentheater und Tätowierer, außerdem eine Handvoll Techniker und Mechaniker, ein Zirkus auf Schienen eben. Die Idee: Von Santa Marta nach Bogotá fahren, mitten durchs Guerillagebiet, und für die Leute in den Dörfern gratis Vorstellungen geben. Kein Mitglied der Truppe wird auch nur einen Peso an dem Projekt verdienen.  Keiner weiß, ob sie überhaupt lebendig zurückkommen werden. Es klingt völlig verrückt, aber es kommt zustande. Und da so ein Unternehmen einen guten Chronisten braucht, bittet man Ramón Chao, den Vater von Manu Chao, diesen Part zu übernehmen. Manu Chao stellt allerdings Bedinungen: „Dein Text muss von allen verstanden werden können. Dein letzter Roman war viel zu schwierig, ich konnte ihn gar nicht zuende lesen.“ 

    Sein Vater verspricht sich Mühe zu geben.

    Resultat seiner Chronistentätigkeit ist „Ein Zug aus Eis und Feuer“ (Un tren de hielo y fuego, oder, in der französischen Originalausgabe, Un train de glace et de feu), ein akribisches Tagebuch, fast ein Roman, eine wundervolle Geschichte. Ihr Zauber liegt natürlich zum einen in ihrem Inhalt, zum anderen aber dahin, dass Ramón Chao zu erzählen weiß.

    Es ist eine Reise, die mitten ins Herz der Werke von Gabriel García Márquez zu führen scheint, und das tut sie in gewisser Weise auch wirklich, denn man kommt nach Aracataca, den Geburtsort des Nobelpreisträgers, das wahre Macondo. Aber auch all die kleinen Anekdoten, die Chao einstreut, die von Kolumbien an sich handeln, erinnern an diesen magisch-realistischen Kosmos und man hat das Gefühl, dass solche Geschichten einfach nur in Kolumbien passieren können.

    Der Zug aus Feuer und Eis fährt in die kleinen Dörfer. So wie bei García Márquez die Zigeuner den Leuten dort allerlei Neues und vor allem eben das Eis bringen, so bringen die Franzosen ihnen bunte Spektakel. Auf den ersten Blick mag ein Rockkonzert oder der Auftritt eines gewaltigen Roboterdrachen namens Roberto, der Feuer spucken kann, nichts allzu Spektakuläres an sich haben. Doch die Besatzung des Expreso de Hielo bringt diese Dinge in Ortschaften, wo das tägliche Leben bestimmt ist von der Guerrilla und den Machenschaften der großen Drogenbosse, wo die meisten Leute noch niemals irgendwelche Künstler aus Fleisch und Blut gesehen haben und wo es ein Wunder ist, wenn bei einem größeren Menschenauflauf keine Toten zu beklagen sind.

    Dabei ist den Künstlern zunächst gar nicht klar, was ihre Anwesenheit in Kolumbien wirklich bedeutet, und es ist auch keine einfache Reise. Ihre Motivation ist grenzenloser Idealismus, die Probleme der Tour sind dagegen sehr handfest: es fehlt vorne und hinten an allem, sei es Essen, sei es Wasser, das versprochene Geld von den Sponsoren bleibt aus, die Moskitos fressen einen fast auf, alle haben Durchfall und Fieber, das Programm ist ein einziges Chaos und die Truppenmitglieder gehen sich gegenseitig auf den Geist. Ernüchterung macht sich breit. Es gibt eine Menge Leute, die einfach hinschmeißen. Auch deshalb, weil die Bedrohung allgegenwärtig ist. Das ganze Projekt muss absolut apolitisch bleiben, nur so hat man eine Chance, lebendig ans Ziel zu kommen. Und so zuckelt der Zug dahin, mit durchschnittlich zwanzig Stundenkilometern und regelmäßigen Entgleisungen.

    Ramón Chao erzählt nicht nur die Geschichte dieser Reise, sondern auch zahllose Geschichten aus Kolumbien, von seiner Schönheit und seinem Elend. Gleichzeitig ist es die Geschichte von Träumen und Wünschen. In einem der 21 Waggons dürfen die Besucher des Spektakels ihre Wünsche hinterlassen. Es sind Menschen, die von einem sauberen Hemd träumen, von einer Enzyklopädie, von der Fußballweltmeisterschaft. Und von einem Stück Land, von der Rückkehr der Passagierzüge, vor allem aber vom Frieden.

    Die gesamte Zugbesatzung bricht zu dieser Reise auf, um sich persönliche Träume zu erfüllen. Aber irgendwann auf der Strecke wird ihnen klar, dass sie das alles längst nicht nur für sich selbst tun, sondern vor allem für die Leute in den Dörfern, die von ihnen gehört haben und jetzt auf sie warten; dass sie sich eine unerwartet große Verantwortung aufgehalst haben.

    „Ein Zug aus Feuer und Eis“ ist vermutlich einer der märchenhaftesten, realistischsten und zugleich schönsten Reiseberichte, die je geschrieben wurden. Es ist eine außergewöhnliche Reise, die man beim Lesen unternimmt. Ramón Chao hat sich die Ratschläge seines Sohnes zu Herzen genommen, schreibt schlicht, flüssig und fast immer mit einer Prise Humor. Ein wundervolles Buch über Kolumbien, ein Abenteuer à la García Márquez und über die Träume.

  19. Cover des Buches Hinter dem Horizont links (ISBN: 9798335797535)
    Christopher Many

    Hinter dem Horizont links

    (7)
    Aktuelle Rezension von: Alathaya
    Christopher Many hat sich ohne viel Überlegens einen alten Land Rover gekauft und ihn Matilda getauft. Nach ein paar Umbauarbeiten packte er seine sieben Sachen und machte sich, zuerst noch mit einem Freund und Matilda auf eigene Faust auf eine Reise um die Welt, von der er erst nach acht Jahren wiederkehrte, für diese Zeit wurde Matilda zu seinem Zuhause.

    Dabei beschreibt er, wie er im Vorfeld bereits ankündigte, oftmals auf eine bissige und nicht immer politisch korrekte und sozialkritische Weise, seine Erlebnisse mit anderen Kulturen, Menschen und Traditionen. An der ein oder anderen Stelle mag es etwas zu viel des „Guten“ sein und damit mag sicher nicht jeder klar kommen, allerdings handelt es sich hierbei ja auch um seine persönliche Meinung und soll keine Pauschalisierung darstellen.
    Aber gerade seine bissige, sarkastische Art hat seine Geschichte für mich so interessant gemacht. Er erzählt nicht nur von den problemlosen und bereichernden Vorkommnissen, es gibt keine Beschönigungen, sondern auch von so manchen Tief- und Rückschlägen und wie er damit umgegangen ist und das macht sein Buch für mich sehr authentisch und unterhaltsam. Ich finde es einfach faszinierend, wie er so lange mit einem alten Auto, das immer wieder den Geist aufgab und gleichzeitig sein Zuhause darstellte, um die Welt reiste.
    Davon abgesehen gibt er aber auch immer wieder kluge Denkanstöße und regt dazu an unsere westlichen Ansichten zu hinterfragen. Denn bekommen wir in den Medien nicht immer nur das aufgetischt, was wir sehen sollen?

    „Letztendlich ist nur der unterdrückt, der sich unterdrückt fühlt.“ Seite 240

    Ich hätte mich über noch mehr Alltagsinfos/ -probleme und genauere Umbaudaten von Matilda gefreut aber das liegt eher an meinem persönlichen Interesse an so einer Weltreise und hätte das ganze vielleicht zu theoretisch gemacht. Das Buch ist gut so wie es ist!

    Für mich zählt Manys Reise mit Matilda definitiv zu den besten und spannendsten Reiseberichten und ich kann es nur jedem empfehlen, erst recht, wen das Fernweh plagt.

    vorzeig-bar.blogspot.de
  20. Cover des Buches Berichte aus Japan 1 (ISBN: 9783956400759)
    Igort

    Berichte aus Japan 1

    (3)
    Aktuelle Rezension von: Raiden

    Das Buch zählt definitiv zu den Besten, die ich letztes Jahr gelesen habe. Ich schreibe bewusst "Buch" und nicht Comic, da es eher wie ein Bilderbuch als ein Comic aufgebaut ist. Es ist dabei gut aufgeteilt zwischen Text und Bildern, dass es sehr abwechslungsreich ist und ich es gleich am Stück ausgelesen habe.

    Es wird, informatives, lustiges und kritisches geschcikt vermischt und wundervolle Zeichnungen ziehen sofort in einen Bann!

  21. Cover des Buches Aufzeichnungen aus Birma (ISBN: 9783941099012)
    Guy Delisle

    Aufzeichnungen aus Birma

    (15)
    Aktuelle Rezension von: anena
    Guy Delisle beschreibt in kurzen Episoden in einem Graphic Novel  seine Eindrücke während seines Aufenthalts in Myanmar als NGO-Mitarbeiter (Ärzte ohne Grenzen) - bzw. Begleiter und Vater von dem kleinen Louis. Das Land und seine Menschen werden ausgesprochen liebenswert beschrieben mit viel Sinn für Humor. Macht Lust auf mehr.
  22. Cover des Buches Die unglaublichen Abenteuer von Diät-Girl (ISBN: 9783426781708)
    Shauna Reid

    Die unglaublichen Abenteuer von Diät-Girl

    (27)
    Aktuelle Rezension von: chaosbaerchen
    ...ein Mädchen, das 165 kg wog und anhand der Größe ihrer Unterhosen einen Schock bekam und sich schwor, etwa in ihrem Leben zu verändern. Sie erklärte ein Gewicht von 75 kg zu ihrem Ziel, formulierte Wünsche, die mit diesem halben Gewicht realisierbar schienen und setzte von nun an alles daran, ihr Ziel zu erreichen. In dem Buch begleitet man die Autorin über einen Zeitraum von 6 Jahren. Es handelt sich um ein Tagebuch, dass sie im Internet als Blog geführt hat und das ursprünglich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt war. Ich habe das Buch verschlungen und das vor allem, weil es so schonungslos offen und ehrlich ist. Shauna hat etwas geschafft, was vermutlich sehr sehr viele Menschen für nahezu unmöglich halten und das ohne drastische Mittel wie Magenband, Nulldiät und Essstörungen. Sie hat ein natürliches und gesundes Verhältnis zu Körper und Gewicht gewonnen und ist glücklich. Das Gewicht ist nicht das Maß aller Dinge und man darf ihm nicht seine Stimmung und den Selbstwert unterwerfen. Das ist sehr gut in dem Buch herausgearbeitet worden. Der springende Punkt war der Absprung ins Ungewisse, als Shauna mit ihrer Schwester für zunächst zwei Jahre nach Schottland zog. So ein radikaler Neuanfang, der räumlich untermauert wird, macht es einem leichter, alte Gewohnheiten hinter sich zu lassen. Ich kenne auf dem Markt kaum etwas vergleichbares, das dem Leser derart viel Mut zuspricht und auffordert, die Dinge in die Hand zu nehmen. Ein klares 5-Sterne-Buch!
  23. Cover des Buches Mo und die Arier (ISBN: 9783596370986)
    Mo Asumang

    Mo und die Arier

    (20)
    Aktuelle Rezension von: LauravonderHoeh

    Wow, was für eine mutige Autorin, sich als schwarze Frau mit Nazi-Männern auseinanderzusetzen und auf Nazi-Veranstaltungen zu gehen. Hut ab!

    Während sie von ihren Begegnungen und Erfahrungen mit diversen Nazis berichtet, zeigt sie durch Recherchen zu Hintergründen und Ursprüngen, wie unlogisch Rassismus und die NS-Ideologie ist. Gleichzeitig ergründet sie auch die dahinterliegenden Gefühle der Nazis, mit denen sie sich unterhält.

    Auch ihren eigenen Ängsten begegnet Mo Asumang während ihrer Treffen und sie versucht immer wieder auf menschlicher Ebene Kontakt herzustellen.

    Das Buch zeugt von Mut und Hoffnung auf ein friedlicheres Miteinander der Menschen, gleichzeitig wird aber auch deutlich wie gespalten unsere Gesellschaft ist.

    Ein Satz hat mich sehr bewegt:

    „Wenn du in der Demokratie schläfst, dann wachst du in der Diktatur auf.“

    Ja, wir alle können zum Erhalt der Demokratie beitragen. Asumangs Buch ist ein toller Beitrag dazu und regt uns an, unser eigenes Verhalten zu reflektieren.

  24. Cover des Buches Israel verstehen in 60 Tagen oder weniger (ISBN: 9783956401336)

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