Bücher mit dem Tag "ernst"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "ernst" gekennzeichnet haben.

30 Bücher

  1. Cover des Buches Tintenwelt 1. Tintenherz (ISBN: 9783751300513)
    Cornelia Funke

    Tintenwelt 1. Tintenherz

    (10.917)
    Aktuelle Rezension von: Nicole_Thoene

    Manchmal trifft einen eine Geschichte nicht sofort – sie braucht Zeit, um ihr Herz zu öffnen. So ging es mir mit Tintenherz von Cornelia Funke*. Die ersten Seiten fühlten sich fremd an, fast so, als würde ich vor einer verschlossenen Tür stehen. Ich habe gezweifelt, gezögert – mich sogar gefragt, ob ich vielleicht zu alt geworden bin für diese Art von Magie.

    Doch dann, ganz leise, hat sich etwas verändert.

    Ab etwa der Mitte begann die Geschichte, mich einzuhüllen wie ein warmer, vertrauter Mantel. Meggie, mit ihrer stillen Sehnsucht, und Mo, der mehr in sich trägt, als Worte je ausdrücken könnten – sie sind mir Stück für Stück ans Herz gewachsen. Und auch Elinor, diese eigenwillige, zunächst so schwer greifbare Figur, entpuppte sich als jemand, den man nicht mehr loslassen möchte.

    Ja, es ist ein Kinderbuch. Und ja, man merkt es an der klaren, einfachen Sprache. Aber genau darin liegt seine Kraft. Es braucht keine komplizierten Worte, um etwas Tiefes zu erzählen. Es ist die Atmosphäre, die sich langsam entfaltet, die einen gefangen nimmt – still, aber unaufhaltsam.

    Staubfinger und die anderen Fremden wirkten anfangs wie Schatten, die nicht in unsere Welt gehören. Doch je weiter man liest, desto deutlicher wird: Sie sind genau dort, wo sie sein müssen. Und plötzlich verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Geschichte, zwischen Leser und Buch.

    Vielleicht hätte ich Tintenherz früher bedingungslos geliebt. Heute liebe ich es anders – mit einem Hauch Wehmut, mit Nostalgie, mit dem Wissen, wie selten solche Geschichten sind. Es hat mich nicht sofort verzaubert. Aber als es soweit war, hat es mich umso tiefer getroffen.

    Dieses Buch ist eine Liebeserklärung an das Lesen selbst. An die Magie von Worten. Und an die leisen, kostbaren Momente, in denen eine Geschichte dein Herz findet – ganz egal, wie alt du bist.

  2. Cover des Buches Nur noch ein einziges Mal (ISBN: 9783423283434)
    Colleen Hoover

    Nur noch ein einziges Mal

    (2.026)
    Aktuelle Rezension von: Vaniii23

    Dieses Buch hat mich emotional echt umgehauen. Colleen Hoover beschreibt Lilys Geschichte so ehrlich und nahbar, dass man beim Lesen das Gefühl hat, alles selbst mitzuerleben. Es ist keine einfache Lovestory, sondern ein Buch, das richtig tief geht und auch vor schwierigen Themen nicht zurückschreckt.

    Ich fand es wahnsinnig mutig, wie die Zerrissenheit der Gefühle dargestellt wurde – man versteht Lily in jedem Moment, auch wenn es wehtut. Es hat mich zu Tränen gerührt und zum Nachdenken gebracht, wie viel Kraft es kostet, für sich selbst einzustehen. Ein absolut fesselndes Leseerlebnis, das mich noch lange nach der letzten Seite beschäftigt hat. Ein absolutes Muss!

  3. Cover des Buches Der Junge im gestreiften Pyjama (ISBN: 9783733507275)
    John Boyne

    Der Junge im gestreiften Pyjama

    (2.390)
    Aktuelle Rezension von: Lillyyy

    Von einem Neunjährigen erzählt, aber nicht gut Neunjährige geeignet. Das stand vorne im Buch drin. Und es stimmt absolut! 

    Bruno zieht mit seiner Familie von Berlin nach "Aus-Wisch" weil Brunos Vater vom "Furor" dorthin versetzt wurde. Dort traf er, auf der anderen Seite des Zauns, einen Jungen im gleichen Alter, und sie wurden schnell gute Freunde. 

    Diese naive Denkweise von Bruno hat mich am Anfang etwas gestört, aber mir ist nach einer Weile klar geworden, dass er ja erst 9 ist. 

    Aber eigentlich kann man das Buch gar nicht beschreiben, ich finde, jeder sollte es einfach einmal lesen, und sich selber ein Bild von machen! Und, meiner Meinung nach, sollte es eine verpflichtende Lektüre für die Schule werden, denn die Verbrechen des Holocausts dürfen niemals in Vergessenheit geraten!!!

  4. Cover des Buches In einer kleinen Stadt (Needful Things) (ISBN: 9783453433991)
    Stephen King

    In einer kleinen Stadt (Needful Things)

    (642)
    Aktuelle Rezension von: Lulia

    In der Kleinstadt Castle Rock eröffnet der charmante und mysteriöse Leland Gaunt einen Antiquitätenladen namens „Needful Things“ in dem jeder sein Lieblingsstück zu einem niedrigen Preis inklusive kleinen Streich erstehen kann, wodurch sich Castle Rock langsam in ein Pulverfass verwandelt, was nur noch von Sheriff Alan Pangborn aufgehalten werden kann. Die sehr stille Handlung weist vor allem in ersten Viertel einige Längen auf, die zäh wirken und das Erzähltempo stark abbremsen.
    Bei den Protagonisten steht sowohl der manipulative Gaunt als auch der vom Leben gezeichnete Alan im Zentrum der Handlung, die sehr gegensätzlich dargestellt werden, was zu einer interessanten Handlungsdynamik führt. Nebenprotagonisten sind zahlreich vorhanden und tragen gekonnt zum Facettenreichtum der Handlung bei.
    Wer stille Gruselgeschichten mit psychologischer Tiefe und markanten Charakteren mag, wird hier fündig.
    Der Schreibstil ist bildhaft, detailreich und von einem feinen Humor durchzogen.
    Einziger Minuspunkt: Die zähen Passagen, vor allem im ersten Viertel, mindern den Lesespaß ein wenig.
    Insgesamt kann ich das Buch empfehlen.

  5. Cover des Buches Mein Weg zu dir (ISBN: 9783453423961)
    Nicholas Sparks

    Mein Weg zu dir

    (732)
    Aktuelle Rezension von: bookniine6

    „Mein Weg zu dir“ wird aus einer Erzählerperspektive in der dritten Person erzählt. Für mich war es das erste Buch von Nicholas Sparks. Insgesamt war es eine sehr schöne, emotionale und berührende Geschichte.

    Allerdings fällt es mir persönlich in dieser Perspektive oft schwer, mich vollständig in die Gefühlswelt der Figuren hineinzuversetzen. Dadurch wirkten einige Passagen etwas langatmig und an manchen Stellen fiel es mir schwer, der Handlung durchgehend zu folgen.

    Trotzdem hat mich die Geschichte insgesamt bewegt und gut unterhalten. Vor allem das Ende hat mich emotional wirklich abgeholt. Ich hatte sogar feuchte Augen. 

    Da es bereits eine Verfilmung des Buches gibt, werde ich mir diese vermutlich auch bald anschauen.

    Fazit: Für alle, die mit der Erzählerperspektive in der dritten Person gut zurechtkommen, ist „Mein Weg zu dir“ auf jeden Fall eine Empfehlung. Eine gefühlvolle, rührende Geschichte, die nachhallt.

  6. Cover des Buches The Importance of Being Earnest (ISBN: 9783849566821)
    Oscar Wilde

    The Importance of Being Earnest

    (231)
    Aktuelle Rezension von: Ninabella14

    spoiler-free

    Oscar Wilde’s comedy The Importance of Being Earnest, first staged in 1895 at London’s St. James’s Theatre, is still regarded as his masterpiece. 🎭With sharp wit, sparkling dialogue, and biting irony, Wilde unmasks the double standards of Victorian society while creating a play that remains timelessly entertaining. The plot thrives on mistaken identities, double lives, and wordplay. 🫖 🍰 🥪 Jack Worthing and Algernon Moncrieff both invent false identities to escape society’s expectations. This leads to absurd situations and simultaneously exposes the superficiality of Victorian morality. 👒💍  The play shows that in this era, people cared more about appearing moral than actually being moral.  What stands out is Wilde’s portrayal of strong, self-confident women, which was unusual for the time. Cecily and Gwendolen may appear naive, yet they show determination and independence, actively driving the story forward. For a Victorian play, this was remarkably modern.📜  Stylistically, the play shines with paradoxes, verbal wit, and pointed social critique. I often found myself laughing at the sharp-tongued dialogues. Some passages may feel a little long-winded by today’s standards, but overall the blend of humor and satire is highly effective. Moreover, the themes remain strikingly relevant 🕰️ obsession with status, double lives, and the performance of identity, very much like what we see today on social media.

  7. Cover des Buches Über die Heiterkeit in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wichtig uns der Ernst des Lebens sein sollte (ISBN: 9783742430212)
    Axel Hacke

    Über die Heiterkeit in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wichtig uns der Ernst des Lebens sein sollte

    (25)
    Aktuelle Rezension von: Rene_Greiner

    Dieses Buch war dringend nötig. In einer Zeit, in der Nachrichten oft wie ein Sturm aus Sorgen und Weltuntergangsszenarien über uns hereinbrechen, ist Axel Hacke gelungen, ein Werk zu schreiben, das wie ein wohltuender Schirm gegen den Dauerregen der Trübsal wirkt.

    Empfohlen von freundlichen Menschen, habe ich es in einer schlaflosen Nacht aufgeschlagen – und wurde nicht enttäuscht. Seite für Seite brachte mich Über die Heiterkeit zum Schmunzeln, Nicken, Lachen und Nachdenken. Hackes feine Art, ernste Themen mit Leichtigkeit zu verweben, macht das Buch zu einer Art literarischer Seelenmassage. Es zeigt, dass es durchaus erlaubt – und vielleicht sogar notwendig – ist, dem Leben mit Heiterkeit zu begegnen, gerade wenn es schwierig wird.

    Also Respekt, Axel Hacke! Dieses Buch gehört zur Pflichtlektüre für alle, die sich vor der Verzweiflung schützen wollen. Definitiv empfehlenswert!

  8. Cover des Buches Rudernde Hunde (ISBN: 9783446242616)
    Elke Heidenreich

    Rudernde Hunde

    (82)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Es handelt sich um kurzweilige Alltags-Geschichten, die gut unterhalten ohne jedoch viel Tiefgang aufzuweisen. Amüsant geschrieben zaubern sie dem Leser immer mal wieder ein Lächeln aufs Gesicht oder stimmen handkehrum nachdenklich. Gefallen hat mir die Anfangs- und End-Geschichten-Idee, die den Kreis schliesst und das Buch wunderbar abrundet.

  9. Cover des Buches Jennys Universum (ISBN: 9783734773402)
    Janine Tollot

    Jennys Universum

    (19)
    Aktuelle Rezension von: Mephistra

    Jenny ist schon als Kind eine Außenseiterin. In der Schule wird sie gehänselt, weil sie anders aussieht, sie ist dick und hat starke Akne im Gesicht. Ihre Mutter schließt sich oft stunden- oder tagelang in ihrem Zimmer ein, ohne dass Jenny weiß warum. In dieser Zeit bleibt sie sich selbst überlassen. Ihre einzige Freundin Sarah verliert sie durch einen Verkehrsunfall.

    Mit 18 verlässt Jenny ihre Heimatstadt Zürich und flieht in das 200-Seelen-Dorf Little Silence in Kanada, um hier der Enge der Großstadt zu entkommen. Sie lebt auf einer abgelegenen Farm, allein mit ihrem Pferd. Mittlerweile ist sie Schriftstellerin geworden und verfasst Sience-Fiction-Romane. Um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren arbeitet sie im örtlichen Lebensmittelgeschäft. Trotzdem führt sie ein Einsiedlerleben und meidet die Gesellschaft anderer Menschen wo es nur geht. Eines Tages lädt ein älterer Mann sie zu einem Dorffest ein und zu ihrer eigenen Überraschung sagt sie zu. Sam, der ältere Mann, begegnet ihr mit Freundlichkeit und stellt sie seinem Enkel Jerry Lee vor. Jenny ist zunächst entsetzt, denn Jerry Lee ist Alexis, einem ihrer Romanhelden, wie aus dem Gesicht geschnitten, sie verliebt sich in ihn, obwohl ihre innere Stimme ihr rät sich von ihm fernzuhalten. Und plötzlich geschehen seltsame Dinge, sie hört Stimmen und Geräusche  in ihrem Haus, im Spiegel tauchen Gesichter auf die nicht ihr gehören, was ist Traum und was Realität? Was geschieht nur mit ihr?

     

    Meine Meinung:

    Zu Anfang habe ich mich etwas schwer getan, da Jenny ihre Geschichte selbst erzählt und ich mich mit ihrer menschenscheuen Art nicht richtig anfreunden konnte. Aber als sie Jerry Lee kennenlernt und sich die Dinge überschlagen hat es mich in seinen Bann gezogen. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Es gelingt Janine Tollot mit ihrem Schreibstil einen vollständig in Jennys Welt eintauchen zu lassen. Ihre Beschreibungen sind so bildhaft und intensiv, dass der Leser das Gefühl hat dabei zu sein und alles mitzuerleben. Und dabei schafft sie es Sympathie oder doch zumindest Mitgefühl für ihre Protagonistin zu erwecken, auch wenn manche Handlungsweisen für einen Außenstehenden nicht nachvollziehbar sind. Nach und nach entwirren sich sämtliche Fäden und man hat einen vollständigen Einblick in Jennys Seelenleben. Ich möchte nicht zuviel verraten, um nicht die Spannung vorweg zu nehmen, jeder sollte sich selbst einen Eindruck verschaffen.

    Man merkt, dass sich Janine Tollot sehr stark mit der Thematik dieses Buches auseinandergesetzt und viel recherchiert hat. Zum Schluss blieb ich nachdenklich und tief berührt zurück.

    Dieses Buch entspricht meiner Ansicht nach keinem gängigen Genre und man muss sich auf Jenny und ihre Welt, ihre Gedanken und Gefühle einlassen.

     

  10. Cover des Buches Wahnsinn Wartezimmer (ISBN: 9783959101066)
    Heike Abidi

    Wahnsinn Wartezimmer

    (22)
    Aktuelle Rezension von: sydneysider47

    Wer das Buch

     Wahnsinn Wartezimmer – 28 echt kranke Geschichten

     zur Hand nimmt, denkt im ersten Moment wahrscheinlich, dass es sich hier um vorwiegend lustige Geschichten handelt.

     Denn der Titel klingt „locker-flockig“, und auch das Buchcover lässt auf einen gewissen Humor schließen. Sehe ich doch kranke Menschen, eine Mutter mit ihrem Baby, eine Krankenschwester und einen Arzt, die alle in einem Comicstil gezeichnet sind.

     Dass dieses Buch vorwiegend lustige Geschichten vereint, stimmt nicht ganz. Die 28 Geschichten sind teilweise humorvoll, teilweise ironisch, aber dann auch ernst und zum Nachdenken anregend. Jede Geschichte hat ihren ganz eigenen Schreibstil, ihren ganz eigenen Erzählton. Das liegt daran, dass die Geschichten von verschiedenen Autoren verfasst wurden. Das sehe ich am Ende des Buches, in dem Autorinnen und Autoren und die beiden Herausgeberinnen genauer vorgestellt werden.

     Ich bekomme in diesem Buch also eine ausgewogene Mischung an Geschichten. Und genau diese Mischung sagt mir zu.

     

     Besonderheiten:

     Das Buch aus dem Verlag EDEN BOOKS ist in sechs Kapitel gegliedert. Jedes dieser Kapitel umfasst Geschichten, die zu diesem Kapitel passen. Sie sind mal aus der auktorialen Erzählperspektive (also kein Ich-Erzähler), mal aus der Ich-Perspektive, mal aus der Du-Perspektive geschildert.

     In den Geschichten geht es um Patienten, aber auch deren Angehörige. Ebenfalls um Ärzte und Pflegekräfte. Weiterhin sind diverse Auflistungen vorhanden. Beispielsweise von Sprüchen, die Ärzte ihren Patienten gerne sagen. Oder von seltenen Krankheitssymptomen.

     

    Auf einige meiner Favoriten will ich eingehen, ohne zu viel zu verraten.

     Im Kapitel 1 „Symptome“ fiel mir die Geschichte „Aus dem Leben eines möglicherweise Gesunden“ besonders auf. Hier geht es um einen Hypochonder, also eine Person, die der Meinung ist, an gewissen Symptomen und Krankheiten, die behandelt werden sollten, zu leiden.

     Der Ich-Erzähler schildert alles, was er schon durchlitten hat und weswegen er Mediziner konsultierte. Auch das Ergebnis dieser Untersuchungen kommt zur Sprache. Diese Geschichte regt zum Nachdenken an – darüber, dass das Leben doch lebenswert ist und wir viele Dinge, die uns zwicken oder bei uns knacken oder uns sonst wie beunruhigen, locker sehen sollten. Nicht alles, was uns beunruhigt, ist gleich eine Krankheit!

     Im Kapitel 2 „Wartezimmer“ amüsierte mich die Geschichte „Ehrlich wartet am längsten“. Eine Dame, die im Wartezimmer eines Frauenarztes lange warten muss, ersinnt einige kreative Ideen, damit das Wartezimmer schneller leer wird – und sie also eher in die Sprechstunde des Arztes kommen kann.

     Diese Geschichte macht großen Spaß, sie zeigt Unterhaltungen im Wartezimmer – und wohin sie führen könnten. Sicherlich ist diese Geschichte Fiktion und absolut übertrieben – aber genau das macht diese Geschichte lesenswert. Eine Geschichte, die lange im Gedächtnis bleibt – und die man sich immer wieder ins Gedächtnis rufen sollte, wenn man (mal wieder) lange in einem Wartezimmer warten muss.

     Aus dem Kapitel 3 „Diagnose“ möchte ich die Geschichte mit dem Titel „Mercedes Denz“ erwähnen. Hier handelt es sich um eine ernste Geschichte, die mir besonders gut gefällt, weil sie mit sehr viel Feingefühl geschrieben wurde. Es geht um einen älteren Mann, der immer wieder Sachen und Ereignisse vergisst. Er leidet an Demenz. Das verunsichert ihn. Deswegen geht er auch mit seiner Tochter Dorothee zu Ärzten.

     Dorothee ist oft überfordert mit ihrem Vater, sie versucht, das Beste daraus zu machen. Ihr Vater würde sich gerne an mehr erinnern, um nicht so hilfsbedürftig und abhängig von seiner Tochter zu sein. Aber er kann es nicht.

     Diese Handlung, diese Verzweiflung des alten Mannes und seine Hilfsbedürftigkeit lassen mich nicht kalt. Es ist rührend – aber ich verstehe auch seine Tochter. Sie hat einen stressigen Alltag und nicht viel Zeit. 

     Im Kapitel 4 „Notaufnahme“ hat mich die Geschichte „Auf jede Nacht folgt ein Morgen“ sehr bewegt. Hier lese ich aus der Sicht einer jungen HNO-Ärztin (Ärztin für Hals-Nasen-Ohrenkrnakheiten), wie stressig es ist, Notdienst in einem Krankenhaus zu haben. Man muss ständig erreichbar sein, blitzschnell Entscheidungen treffen, wie man was behandeln sollte.  Die Menschen kommen wegen dringender, aber auch wegen weniger dringender gesundheitlicher Probleme. Dennoch muss man als Arzt Ruhe bewahren und nett zu den Patienten sein.

     Wer schon in einem Krankenhaus in der Notaufnahme war, wird beim Lesen dieser Geschichte eifrig nicken und sagen: „Ja, so ist es!“ Aber auch Leute, die noch nie als Notfall in einem Krankenhaus behandelt werden mussten, sollten diese Geschichte unbedingt lesen.

     Das Kapitel 5 „Krankenhaus“ bietet weitere Geschichten in einem Krankenhaus – sowohl aus der Sicht von Patienten, als auch aus der Sicht von Pflegepersonal.

     In der Geschichte „Ein Job, den ich liebe“ geht es um eine Krankenschwester, die Nachtdienst auf einer Station mit psychisch auffälligen Patienten macht. Sie erlebt einige „Überraschungen“ – muss beispielsweise plötzlich Leute säubern, aber auch einen Brand löschen, der in einem Papierkorb ausgebrochen ist.

     Ich bewundere diese Krankenschwester. Gleichzeitig aber bin ich froh, dass ich diesen Job nicht ausübe.

     Das Kapitel 6 dreht sich schließlich darum, wenn man „Wieder daheim“ ist. Also Arztpraxen oder Krankenhäuser verlassen hat. Am besten gefiel mir hier die Geschichte „Die weibliche Prostata“. Sie ist humorvoll verfasst, etwas übertrieben, aber genau das macht sie für mich besonders gut. Es geht um eine Frau, die Privatpatientin ist und sich diverser Untersuchungen unterzogen hat. Als sie die Rechnung des Krankenhauses bekommt, fällt sie fast aus allen Wolken. Der Preis ist exorbitant – und nun geht sie Position für Position der Rechnung durch und telefoniert mit dem Krankenhaus. Viele der genannten Positionen sind für sie „Fachchinesisch“ oder nicht nachvollziehbar. Mit viel Schlagfertigkeit und Durchsetzungsvermögen versucht sie zu klären, wofür sie hier bezahlen soll – und was diese Untersuchungen für ihren Gesundheitszustand konkret bedeuten.

     Diese Geschichte birgt für mich viel Wahrheitsgehalt. Ich bin zwar nicht privat versichert, kenne aber einige Leute, die eine private Krankenversicherung haben. Wenn man da nicht aufpasst und diverse Untersuchungen auf ihre Nützlichkeit hinterfragt, wenn man nicht eine Rechnung genauestens überprüft, kann das ein wahrhaft „teures Vergnügen“ werden!

     

     Und sonst?

     Und sonst gab es auch einige Geschichten, bei denen ich mich ein bisschen wiedererkannt habe. Beispielsweise bei „Ohne Mütze im Wind“ aus Kapitel 3. Eine Frau leidet an Haarausfall und versucht, die Ursache dafür zu ergründen. Sie nimmt eine Odyssee von Arzt zu Arzt vor, sie redet mit Friseuren – jeder hat eine andere Idee, und auch die Frau macht sich ihre Gedanken. Bis sie zum Schluss auf eine erstaunliche Wahrheit stößt…

     Ich leide jetzt zum Glück nicht an Haarausfall, aber an einer chronischen Hautkrankheit. Und die Odyssee von Arzt zu Arzt kenne ich selbst nur zu gut. Deswegen konnte ich mich in die Geschichte dieser Ich-Erzählerin besonders gut hineinversetzen.

     Besonders gut fand ich ebenfalls die Geschichten junger Eltern, wie zum Beispiel „Babys schreien nun mal“ aus Kapitel 6. Wer selbst Kinder hat, weiß, wovon ich rede. Eltern kommen aus dem Krankenhaus, wo der Tag mit dem Baby genau strukturiert war und man sich irgendwie „behütet“ fühlte, nach Hause und sollen den Alltag mit Kind alleine managen. Einige Leute fühlen sich da zuerst überfordert….

     

     Mein Fazit:

     Das Buch „Wahnsinn Wartezimmer“ bietet eine Fülle von Geschichten verschiedener Autoren rund um Ärzte, Krankenhäuser und Krankheiten.

     Die Geschichten sind humorvoll, ernst, sachlich, nachdenkenswert. Ich finde, dass sich für jede Leserin/jeden Leser ein oder mehrere Beiträge in diesem Buch finden, in denen sie/er sich wieder findet und/oder mit dem sie/er etwas anfangen kann.

     Nicht alle Beiträge in diesem Buch haben mir gleich gut gefallen. Das ist aber ganz normal bei einer Sammlung von Beiträgen verschiedener Autoren, die verschiedene Schreibstile haben. Es gab einige Geschichten, die ich besonders gut fand und finde.

     Sicherlich ist dieses Buch interessante Lektüre für Wartezimmer. Ein Buch, das dort sicherlich gerne zur Hand genommen wird. Wer aber einmal hineingelesen hat, wird sich das Buch wohl selbst kaufen. Es gibt viele interessante Beiträge in dem Buch, für die sich der Kauf einfach lohnt – und denen man sich während einer Ruhepause widmen sollte.

     Ich vergebe dem Buch fünf Sterne und empfehle es weiter.

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

  11. Cover des Buches Ellin (ISBN: 9783931989835)
    Christine Millman

    Ellin

    (124)
    Aktuelle Rezension von: Shunima

    Kurzer Inhalt:

    Seit Ellin als Einzige aus ihrer Familie einen räuberischen Überfall überlebt hat, muss sie ihren Lebensunterhalt als Leibdienerin des grausamen Lord Wolfhards bestreiten. Als Ellin sich ihm verweigert, prügelt er sie beinahe zu Tode. Getrieben von einem unbändigen Überlebenswillen gelingt ihr die Flucht in die Wildnis, wo sie auf Kylian und seine Gefährten trifft, die sie aufnehmen und gesund pflegen. Doch ihre Retter sind mehr, als sie vorgeben zu sein, und auch Ellin hütet ein Geheimnis, das nur Lord Wolfhard kennt und das sie alle in Gefahr bringt. 


    Was ich erwartet habe:

    Fantasy gespickt mit Romance: Ellin wirkte im Klappentext wie eine starke Protagonistin (was ich sehr mag), die ihren Weg gehen wird. Dabei trifft sie auf Kylian, dem ich den üblichen Trope geheimnisvoll = verletzt unterstellte und natürlich werden sie ein Paar! Dabei erkunden sie ihre Vergangenheit und entdecken, dass auch sie zufälligerweise ein besonderes / mächtiges Fabelwesen ist wie Kylian mit seinem Gefolge. 

     

    Was ich bekommen habe:

    Eine Liebesgeschichte habe ich bekommen. Diese steht zwar gewissermaßen als treibende Kraft zwischen den Protagonisten im Vordergrund, ist dabei aber nicht aufdringlich. Das finde ich prinzipiell sehr gut, da mir in einigen Büchern aus dem Romantasy Genre die eigentliche Rahmenhandlung neben der Liebesgeschichte zu kurz kommt. Jedoch haben die beiden Protagonist*innen in „Ellin“ wenig Handlungszeit zusammen. Oft sind sie getrennt oder aber nicht alleine, sodass ich Schwierigkeiten hatte, Herzklopfen zu bekommen und ihre Entwicklung nachzuvollziehen.

    Ellin ist tatsächlich eine starrsinnige, aber doch recht schwache Protagonistin. Sie möchte ihren eigenen Weg gehen, sie widersetzt sich Gepflogenheiten und adaptiert sich an neue Orte und Gesellschaften – es ist ihre große Stärke, sich nicht unterkriegen zu lassen. Ihre Naivität passt zu ihr und ihrer Entwicklung. Sie versucht, für sich einzustehen, scheitert aber oft und andere entscheiden, was mit ihr geschieht. Sie wird gejagt, entführt, entwurzelt und es wird viel über ihren Kopf hinweg bestimmt. Es passt zwar zu ihrer Entwicklung, aber würde sie sich am Ende nicht doch weiterentwickeln, dann hätte ich hier einen Punkt abgezogen.

    Kylian wiederum ist mir zu sehr ein wandelndes Klischee. Er ist der düstere Love Interest mit tragischer Vergangenheit. Der Retter in strahlender Rüstung, der leidet für „seine“ Frau. Er ist stark, männlich, gutaussehend und wortkarg und ein Fabelwesen, über das man aber nicht viel erfährt. Da fehlte mir etwas. 

     

    Die Handlung war durchdacht und es zog sich bis zum Ende ein roter Faden, dem sich gut folgen ließ. Leider wirken einige Etappen aber eher so, als ob sie als Füllmaterial gedacht sind, z.B. als Ellin zum x-ten Mal von Kylian getrennt wird und sie sich zufällig mal wieder verpassen… da hätte ich mir mehr Originalität gewünscht. Auch fehlten mir Hintergrundinformationen, z.B. zu Kylians Vergangenheit, aber auch zu anderen Fabelwesen. Keins hat Tiefe bekommen, selbst die antagonistischen Wesen waren halt einfach… da. Warum? Woher?

    Der Schreibstil war ruhig, aber mitreißend und ließ mich trotz meiner Kritik durch die Seiten fliegen. Natürlich muss man sich auch bewusst machen, dass das Buch 2013 veröffentlicht wurde – das ist doch schon eine Zeit her und seitdem hat sich gesellschaftlich doch mehr getan als man denken mag. Leider fehlte dem Buch trotz Verlagsveröffentlichung ein gutes Korrektorat, sodass ich viele Fehler gefunden habe, die ich nicht verzeihen kann (dass / das, Groß-/Kleinschreibung etc). Bei einer Verlagsveröffentlichung erwarte ich ein besseres Korrektorat und Lektorat – allerdings steckte der Verlag 2013 auch noch in den Kinderschuhen, heute ist das anders.

    Der Schreibstil  von Christine Millmann rettet, was ein paar Plotlöcher und Rechtschreibfehler zu wünschen übrig lassen. Letztendlich ist er auch der Grund, warum das Buch letztendlich 4 und nicht nur 3 Sterne bekommt.

  12. Cover des Buches Der kleine König Dezember (ISBN: 9783888976179)
    Axel Hacke

    Der kleine König Dezember

    (73)
    Aktuelle Rezension von: Armillee

    "Er ( der kleine König) nahm das angebissene Gummibärchen vom Laster und ging wieder zu seinem Ritz hinter dem Bücherregal, hinter dem er immer verschwindet.

    Al er weg war, öffnete ich im Sessel die Augen. Neben meinem rechten Fuß stand der kleine Lastwagen und als ich weiter durchs Zimmer schaute, sah ich, dass an der Fußbodenleiste direkt beim alten Ofen, dort, wo wir das Bild hingelegt hatten, ein rotes Gummibärchen lag."

    Das ist das letzte Kapitel einer so lieben Geschichte aus einer ganz neuen Welt mit anderen Gesetzen der Natur und Bestimmungen. Die Bilder + Illustrationen dazu sich allerliebst.

    Ich liebe dieses Buch und werde es jeden Dezember wieder hervor holen.

  13. Cover des Buches Inflamed By You (ISBN: B09KHJ6VWR)
    Liv Keen

    Inflamed By You

    (19)
    Aktuelle Rezension von: antonia_schmittx3

    Inflamed by You von Liv Keen war innerhalb kürzester Zeit bereits mein zweites Buch der Autorin. Nachdem ich Forced Game gelesen hatte, brauchte ich dringend Nachschub.
    Das neue Cover der Geschichte gefällt mir wahnsinnig gut, auch wenn das alte Cover ebenfalls seine Vorzüge hatte. Die Farbgestaltung ist wirklich toll gelungen und sehr ansprechend.
    In Inflamed by You geht es um die Protagonistin Ruby, die in ihre ehemalige Heimatstadt Havensville zurückkehrt, um das geerbte Haus ihres Vaters zu verkaufen. Ihren Vater kannte sie kaum, da er sich aus ihrem Leben ferngehalten hat. Kaum in der kleinen, ländlichen Stadt angekommen, trifft Ruby auf den Feuerwehrmann Linc und zwischen den beiden fliegen direkt die Fetzen. Zufälligerweise lebt Linc jedoch in Rubys neuem Haus und wird dadurch kurzerhand zu ihrem ungewollten Mitbewohner. Die beiden vereinbaren, sich möglichst aus dem Weg zu gehen, um weitere Konfrontationen zu vermeiden, ebenso wie S*x.
    Dass das Ganze nicht nach Plan verläuft, dürfte spätestens hier jedem klar sein. Mehr möchte ich an dieser Stelle aber auch gar nicht verraten.
    Die Charaktere, allen voran Ruby und Linc, sind richtig gut und authentisch ausgearbeitet. Während Ruby als Großstadtmädchen aus New York mit Markenkleidung und teuren Stiefeln daherkommt, ist Linc das komplette Gegenteil und wirkt auf den ersten Blick fast wie ein Bauerntrampel. Dass hier Ärger vorprogrammiert ist, liegt auf der Hand. Die beiden haben bei nahezu jedem Thema Meinungsverschiedenheiten, die sie gern lang und laut ausdiskutieren. Trotzdem ist da stets eine gewisse Spannung zwischen ihnen, die die Handlung vorantreibt. Zwischen Ruby und Linc knistert es gewaltig. Das sieht jeder in der Stadt, außer den beiden selbst.
    Die beiden Protagonisten sind alles andere als perfekt und bringen einige Eigenheiten mit. Auf merkwürdige Weise ergänzen sie sich jedoch hervorragend.
    Aber auch die Nebencharaktere, wie Jace oder Rebecca, wurden toll ausgearbeitet und tragen ihren Teil zu der Geschichte bei.
    Ich empfand das Buch durchgehend als spannend, da ich es kaum aus der Hand legen konnte. Inflamed by You klingt zunächst nach einer klassischen Liebesgeschichte, ist aber weit mehr als das. Besonders gefallen haben mir die Gegensätze zwischen Ruby und Linc. Auch dass sich ihre Beziehung langsam entwickelt, macht die Geschichte für meinen Geschmack deutlich realistischer und authentischer.
    Der Schreibstil von Liv Keen ist einfach fantastisch. Sie schreibt sehr flüssig, angenehm, zeitgemäß und leicht verständlich, sodass man nur so durch die Seiten fliegt und vollkommen in die Geschichte eintauchen kann. Einige Szenen sind sehr emotional und wunderschön beschrieben, sodass ich während des Lesens die ein oder andere Träne verdrücken musste. Liv Keen hat mir zwischenzeitlich das Herz gebrochen, es anschließend aber Stück für Stück wieder zusammengesetzt.
    Am besten hat mir die Kombination aus reichem Großstadtmädchen und sturem Dorfjungen gefallen.
    Wer auf emotionale, abwechslungsreiche und mitreißende Liebesgeschichten steht, ist hier genau richtig. Ich kann Inflamed by You nur wärmstens empfehlen und würde am liebsten 6 von 5 Sternen vergeben.

  14. Cover des Buches Melody of Eden Blutgefährten (ISBN: 9783551300911)
    Sabine Schulter

    Melody of Eden Blutgefährten

    (103)
    Aktuelle Rezension von: Yoyomaus

    Melody of Eden - Blutgefährten von Sabine Schulter


    Melodys Leben ist eigentlich ganz normal. Sie lebt in der Großstadt, hat einen guten Job und vor allem Freunde, mit denen sie sich gern trifft. Es könnte nicht perfekter sein. Als sie eines Abends mit ihrer Freundin Daisy unterwegs ist, möchte sie sich vergewissern, ob es wirklich Vampire gibt, so wie es in den Straßen der Stadt gemunkelt wird. Gegen den Willen ihrer Freundin finden sich die beiden Mädchen vor einem der Eingänge zur Kanalisation wieder und dort erlebt Melody zum ersten mal, was es bedeutet, um sein Leben zu bangen. Denn aus der Dunkelheit taucht ein unwirkliches Wesen auf. Ein Vampir. Ein Wilder, der ohne Sinn und Verstand existiert und nur noch für den Blutdurst lebt. Ein Wesen, das nichts mehr mit einem Menschen gemein hat. Ehe sich Melody versieht wird sie von jenem Wesen in die Kanalisation geschleppt. Rettende Hilfe bekommt sie von einem unbekannten Mann, der ganz genau zu wissen scheint, was er tut. Sofort ist sie von ihm fasziniert, obwohl sie ganz genau weiß, dass er ein Vampir und somit auch gefährlich ist. Doch Eden ist anders als die Wilden. Er ist ein zivilisiert und arbeitet für die Nachtpolizei, die es sich zur Aufgabe gemacht hat die Menschheit vor den Wilden zu schützen. Immer wieder kreuzen sich die Wege der lebensfrohen jungen Frau und des verschlossenen Vampirs. Doch dann gerät Melody in den Fokus von jemanden, der mit der Nachtpolizei noch ein Hühnchen zu rupfen hat.

    Ich gab alles, um mich befreien zu können, und doch hätte ich mich genauso gut entspannen können. Denn all meine Bemühungen waren umsonst. Das Wesen war so stark, dass ich
    absolut nichts ausrichten konnte.
    Verzweifelt schluchzte ich, bäumte mich ein letztes Mal auf und schrie so laut um Hilfe, dass mir die Kehle schmerzte. Aber hier unten würde mich niemand hören, das dachte ich zumindest.
    (Melody begegnet einem Wilden)

    Wer bereits Geschichten von Sabine Schulter kennt, der weiß, dass sie immer sehr viel wert auf Emotionen legt und diese auch wahnsinnig gut darstellen kann. Bereits ab den ersten Seiten ist man voll und ganz in der Geschichte von Melody und Eden gefangen und fiebert mit den beiden mit. Der wechselnde Erzählstil der beiden Protagonisten trägt dazu bei, dass man sich in beide Charaktere sehr gut hinein versetzen kann. Sabine schafft es ebenfalls wieder durch die vielschichtigen Charaktere zu begeistern. So treffen wir hier auf einen starken und grummeligen, aber herzensguten Anführer der Vampire. Wir haben außerdem eine kleine Dame als Vampirin, die Melody sofort ins Herz schließt und die man am liebsten nur noch knuddeln möchte. Aber wir haben hier auch einen durchtriebenen Gegner, der sich wahrlich etwas einfallen lässt, um der Nachtpolizei und den Menschen das Leben schwer zu machen. Neben detaillierten Beschreibungen und emotionalen Momenten punktet die Geschichte vor allem durch gepfefferte Dialoge und witzige Szenen, die den Leser unter anderem wild giggelnd von den Seiten aufschauen lässt. Diese Reaktion gibt es bei mir recht selten, aber Sabine Schulter hat es wieder einmal geschafft alle Emotionen auf mich zu übertragen. Ich habe gelacht und ich habe geweint. Es ist genau das, was man sich von einer guten Geschichte erhofft. Man wird einfach mitgerissen.

    »Ivy, ist ein alter Freund unter ihnen?«
    Wieder zuckten die Augen des Mädchens umher. »Ja«, war schließlich ihre Antwort.
    Scott zeigte ein wildes Grinsen, das mir sogar an seinem Bart vorbeidie spitzen Eckzähne offenbarte. »Sehr schön, dann zeigen wir ihm mal, dass er sich wieder verkriechen kann.«
    Zusammen traten Scott, Eden und Ivy an den schießenden Männern vorbei in den Tunnel.
    (Melody wird gerettet und erlebt die Macht der Vampire)

    Melody als Charakter ist wirklich faszinierend. Sie ist ein aufgewecktes Mädel, was genau weiß, was sie im Leben erreichen will. Sie ist ehrgeizig und legt viel wert auf Freundschaft. Außerdem ist sie ein herzensguter Mensch der niemanden vorab verurteilt, sondern mit sehr viel Feingefühl auf ihr Gegenüber zugeht, was ihr vor allem bei den Mitgliedern der Nachtpolizei jede Menge Pluspunkte bringt. Außerdem ist Melody trotz ihrer Angst immer wieder eine Kämpfernatur und weiß ganz genau, wenn es darauf ankommt. Dass sie sich in den verschlossenen Eden verguckt ist ihr also nicht zu verdenken, da sie nicht nur das Äußere betrachtet, sondern auch versucht hinter die harte Schale zu gucken. Trotzdem ist sie sich bewusst, dass ein Mensch und ein Vampir nicht zusammen sein können. Sie erwartet nichts und ist mit dem zufrieden, was das Leben ihr bietet. Außerdem hält sie nie lange mit ihrer Meinung hinterm Berg und sagt alles so, wie sie es denkt, was sie in meinen Augen noch sympathischer macht.

    Eden ist fast schon das Gegenteil von Melody. Wo sie offen und fröhlich ist, scheint er immer nur distanziert, ernst und verschlossen. Doch nach und nach lässt der Vampir seinen emotionalen Vorhang fallen und sich von Melody vereinnahmen. Er ist um die Sicherheit der Menschen besorgt und trägt sehr viele Schuldgefühle mit sich herum, was vor allem mit dem Gegner der Vampire – Rufus – zu tun hat. Oft hängt er seinen Gedanken nach und lässt es fast schon zu, dass sie ihn zu sehr beeinflussen. Trotzdem ist er immer bei der Sache und steht vollends für das ein, was die Nachtpolizei für ihn vermittelt. In Melody scheint er bald seinen Schwachpunkt gefunden zu haben, denn durch sie erlaubt er sich Gefühle und scheint für Rufus angreifbarer als je zuvor.

    »Danke, Mel«, sagte er und ich hörte deutlich, wie tief empfunden diese beiden Worte gemeint waren.
    »Wofür?«, fragte ich überrascht.
    Ich erstarrte verblüfft, als der junge Vampir nach meiner Hand griff und sie in dem Licht des beginnenden Tages betrachtete.
    »Dafür, dass du mir die Möglichkeit gegeben hast, mich in den letzten Stunden lebendig zu fühlen«, erklärte er, ohne mich anzusehen. Er ließ meine Hand los und sprang auf das Balkongeländer, bevor ich seinen Worten einen richtigen Sinn entnehmen konnte.
    (Melody schafft es den ernsten Eden ein paar Emotionen zu entlocken)

    Was soll ich sagen? Ich liebe dieses Buch. Nicht nur, dass ich es mit als Erste lesen durfte und weil es um Vampire geht, sondern auch, weil es mir gewidmet wurde und ursprünglich einmal mein Geburtstagsgeschenk war. Ihr könnt euch vorstellen, wie gerührt ich war, als ich es „auspacken“ durfte – ich hab geheult wie ein Schlosshund, weil ich weiß, wie viel Mühe hinter einem Buch steckt. Empfehlen möchte ich das Buch allen Vampirfans, die sich gern auf eine neue Art der Vampire einlassen möchten. Die Vampire von Sabine Schulter sind weder klischeebehaftet, noch sind sie unfehlbar. Diese Vampire haben alle einen verschiedenen Wesenszug und machen die Geschichte zu etwas ganz besonderem. 

    Idee: 5/5
    Charaktere: 5/5
    Emotionen: 5/5
    Logik: 5/5
    Details: 5/5

    Gesamt: 5/5



    • Format: Kindle Edition
    • Dateigröße: 1697 KB
    • Verlag: Dark Diamonds (25. November 2016)
    • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
    • Sprache: Deutsch
    • ASIN: B01M275J8Y


    • Taschenbuch: 304 Seiten
    • Verlag: Dark Diamonds (29. September 2017)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3551300917
    • ISBN-13: 978-3551300911
    • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 16 Jahren
    • Größe und/oder Gewicht: 14,4 x 2,5 x 21,3 cm


  15. Cover des Buches Am Ende Liebe (Kurzgeschichte, Liebe) (Die booksnacks Kurzgeschichten Reihe) (ISBN: 9783960872948)
    Evelyn Weyhe

    Am Ende Liebe (Kurzgeschichte, Liebe) (Die booksnacks Kurzgeschichten Reihe)

    (17)
    Aktuelle Rezension von: parden

    WAS AM ENDE BLEIBT...

    Maria steht mit ihrer Krebserkrankung am Ende ihres Lebens. Enttäuscht von ihrem Mann, der ihr keine Gefühle mehr entgegenbringt, verbringt sie ihre letzten Tage mit ihren Hunden bei langen Spaziergängen am Strand. Hier begegnet ihr Klaus, der ihrem Leben nochmal einen Sinn gibt. 

    Maria hat mit allem abgeschlossen - mit der Tatsache, dass sie nicht mehr lange zu leben hat ebenso wie mit ihrem blassen, abgezehrten Spiegelbild und der Untreue ihres Mannes, mit dem sie quasi nur noch pro forma zusammenlebt. Was bleibt, ist die Liebe ihrer Tiere, und zusammen mit den Hunden unternimmt Maria Spaziergänge am Strand, wenn ihr Zustand dies zulässt.

    Auf einem dieser Spaziergänge begegnet ihr ein Mann, dem gegenüber sie sich spontan öffnet, weil er selbst niedergeschalgen ausschaut. Aus diesem spontanen Kontakt entspinnt sich eine tiefe Zuneigung, die Maria dazu bringt, in ihren letzten Tagen noch etwas Ungeplantes in die Wege zu leiten...

    Eine Kurzgeschichte aus der Reihe der booksnacks - das bedeutet eine Erzählung auf nur wenigen Seiten. Ein anspruchsvolles Format, das für einige Geschichten gut funktioniert - für andere dagegen eher weniger. In diesem Fall fehlte mir etwas, wobei die Erzählung in den ersten zwei Dritteln - erzählt aus der Perspektive von Maria - stellenweise durchaus eindringlich war. Doch mal abgesehen davon, dass die vorgestellten Charaktere insgesamt recht blass blieben, enttäuschte mich hier v.a. das Ende. Da hätte ich mir etwas mit mehr Esprit gewünscht...

    Schade, dass das anfängliche Format nicht beibehalten werden konnte...


    © Parden

  16. Cover des Buches Von Schatten und Licht (ISBN: 9783551556677)
    Anne-Laure Bondoux

    Von Schatten und Licht

    (19)
    Aktuelle Rezension von: Aleshanee
    4.5 Sterne für ein berührendes, modernes Märchen

    Ich habe während dem Lesen immer wieder hin und her überlegt, ob ich hierzu überhaupt eine Rezension schreiben soll. Es fällt mir wirklich schwer, diese Geschichte in Worte zu fassen, aber ich wollte unbedingt zumindest den Eindruck schildern, denn das Buch hat etwas ganz besonderes.

    Erzählt wird aus einer ungewöhnlichen Perspektive, von einem Dritten, der über die Ereignisse berichtet, aber sich auch selbst mit in das Geschehen einbringt, dazu möchte ich aber noch nicht mehr verraten. Der Schreibstil ist flüssig zu lesen, hat aber einen gewissen Anspruch und lehnt sich auch an die früheren Märchen an.
    Der Prolog stimmt jedenfalls schon sehr gut darauf ein, was den Leser erwartet und skizziert in wenigen Worten die Welt, in der die beiden Protagonisten um ihre Liebe kämpfen müssen.

    Im Fokus stehen damit Hama und Bo, die in einer Zeit leben, die von Arbeit und Abhängigkeiten geprägt ist und an einem fiktiven Ort und in einer fiktiven Zeit spielt - somit überall auf der Welt genauso passieren könnte: Eine Fabrik für Waffen, von der alle Arbeiter abhängig sind, eine Regierung die viel redet und nichts tut und einfache Menschen, die sich in ihrer Verzweiflung nicht für das Licht, sondern den Schatten entscheiden.
    Hier wird allerdings immer, egal um welche Personen es sich handelt, sehr genau differenziert, warum sie so handeln - und damit das Verständnis geschürt, dass eben jeder Mensch seine innere Schwäche und seine Beweggründe hat. Das ist nicht immer einfach zu verstehen, aber uns selbst geht es ja genauso.

    Die Gegensätze ziehen sich durch das ganze Buch, denn die Kapitelüberschriften wie "Ordnung und Chaos", "Leere und Fülle" etc. sprechen immer wieder darauf an und geben den Passagen eine bestimmte Bedeutung. Unterstützt wird das auch von einer der Figuren: Melkior. Ein alter Mann, der sogar von einigen gefürchtet wird, weil er mit seinen dahin gestammelten Worten immer wieder Zukünftiges voraussieht. Überhaupt findet man in diesem fast schon wehmütigen Märchen viel Symbolik und Metaphern, die mich oft zum Nachdenken angeregt haben.
    Die zahlreichen Kontraste, die wir als völlig getrennt in unseren Köpfen verinnerlicht haben, werden hier subtil und doch sehr deutlich unter die Lupe genommen. Ohne Schatten gäbe es eben kein Licht, ohne Kälte keine Wärme und ohne Hass keine Liebe? So oft sind die Grenzen verwischt und wir übertreten sie, ohne es zu merken.

    Vier Abschnitte führen uns durch wichtige Stationen, die Hama und Bo durchlaufen müssen. Beide sind sehr eigen in ihren Bedürfnissen und Ängsten, aber sie verbindet eine ganz besondere und bewundernswerte Verbundenheit. Ob sie jedoch den äußeren Widrigkeiten stand hält, ist noch nicht entschieden, denn ihre Vergangenheit kämpft sich immer wieder durch die Schatten ans Licht.

    Fazit

    Das Leben ist ein steiniger Weg, den wir nur meistern können, wenn wir ihn gehen und nicht vor jedem Hindernis zurückschrecken - Hama und Bo haben die Herausforderungen angenommen und ihr bestes gegeben, um sich selbst treu zu bleiben. Märchenhaft erzählt mit etwas Wehmut und vielen Sinnbildern, die unser Leben wunderschön widerspiegeln.

    © Aleshanee
    Weltenwanderer ~ Buchblog
  17. Cover des Buches Die Kinder der Kirschblüte - Teil 1 & 2 (ISBN: 9783741285110)
    Cardo Polar

    Die Kinder der Kirschblüte - Teil 1 & 2

    (21)
    Aktuelle Rezension von: anra1993

    Das Cover gefällt mir gut. Vermutlich sieht man darauf Hanna, die Protagonistin. Mit dem Schreibstil des Autors hatte ich leider meine Probleme. Er war für mich schon zu einfach gehalten. Er sollte sicherlich der Sprache der Jugendlichen entsprechen, aber genau das hat mir Bauchschmerzen bereitet. Allerdings ist mir aufgefallen, dass ebenfalls die Erwachsenen genauso reden. Sehr Schade waren die viele Wortwiederholungen. Das gehört sicherlich zum Schreibstil des Autors, war für mich aber eher zum Seiten füllen und hat mich gestört.
    Die Charaktere waren sehr spannend. Mir sind die unterschiedlichsten Jugendlichen begegnet, die ihre Laster mit sich tragen. Es geht um Mobbing, Vergewaltigung, Selbstmordgedanken und Rache. Aber auch die Magie spielt hier eine große Rolle.
    Der Einstieg in das Buch ist mir sehr schwer gefallen. Der Autor berichtet viel von den Charakteren und stellt sie vor. Jedoch hat sich das für mich ziemlich gezogen und ich habe gehofft, dass es bald spannender wird. Die Spannung war mittelmäßig. Mal da, mal wieder verschwunden. Tatsächlich kann ich es bei diesem Buch nicht genau beschreiben. Ich kann mir vorstellen, dass es daran lag, dass keins der Ereignisse wirklich in die Tiefe geht. Viel mehr hatte ich das Gefühl, dass der Autor an der Oberfläche kratzt und viele Ereignisse mit in sein Buch packen möchte. 
    Ein wenig negativ ist mir aufgestoßen, dass letztendlich die Opfer zu Tätern wurden. Ein wenig Selbstjustiz ist sicherlich nicht verkehrt, aber für mich war es so viel des Guten, da die Taten oftmals zu hart waren. 
    Im Großen und Ganzen hat mir die Idee gefallen und ich werde sicherlich auch noch den dritten Teil lesen. Trotz meiner Kritik vergebe ich 3 Schmetterlinge, denn das Buch regt doch zum Nachdenken an und ich habe das Gefühl, dass Mobbing und gerade Cybermobbing mehr und mehr in den Vordergrund rückt. 
  18. Cover des Buches Wenn ich dich nicht erfunden hätte (ISBN: 9783958695887)
    Julia Dibbern

    Wenn ich dich nicht erfunden hätte

    (33)
    Aktuelle Rezension von: piper1981


    Eigene Meinung:
    Ich bin etwas zwiegespalten.
    Das Buch liest sich gut weg, der Schreibstil ist flüssig zu lesen und an die Zielgruppe (14) angepasst.
    Aufgrund des titels und des Klappentext bin ich leider mit anderen Erwartungen an das Buch herangegangen und wurde deshalb etwas enttäuscht. Zuviel will ich nicht verraten, aber wer etwas Paranormales/Fantastisches möchte, sollte lieber zu was Anderem greifen.


    Über die Charaktere hat die Autorin sich viele Gedanken gemacht, mir persönlich ging Leo iwann auf die Nerven.
    Ja, mit 18 und verliebt macht man dumme Sachen, aber teilweise soooo naiv war mir dann doch too much.
    Bösewicht Loris dagegen hat mir sehr gut gefallen.Ja, total unsympathisch, dabei aber glaubwürdig. Der war iwie echt, ein echtes Arschloch.
    Ich weiß nihct warum, vll weil ich ja als Leser mehr wusste, als Leo, aber die Gefühle der Beiden sind leider nicht bei mir angekommen.
    Alles was die Zwei unternehmen, sei es noch so romantisch, zb zusammen wegfahren, endet iwie schlecht.


    Klappentext/Titel haben sich natürlich auch aufgelöst, war mir zu wenig, ja schon fast unglaubwürdig.



    Fazit:
    3/5 Sternen
    Für die Altersgruppe geeignet

  19. Cover des Buches Thirteen Witches - Die Erinnerungsdiebin (ISBN: 9783407759726)
    Jodi Lynn Anderson

    Thirteen Witches - Die Erinnerungsdiebin

    (98)
    Aktuelle Rezension von: miah

    Inhalt:
    Die 11-jährige Rosie ist auf sich allein gestellt. Ihre Mutter widmet sich ausschließlich ihrer Arbeit und scheint Rosie gar nicht wahrzunehmen. Als Rosie ein Buch über Hexen findet, versteht sie, dass eine Hexe ihrer Mutter alle glücklichen Erinnerungen stiehlt. Rosie beschließt ihre Mutter zu retten, doch wie besiegt man eine Hexe?

    Meine Meinung:
    Ich habe das Buch spontan aus der Bibliothek mitgenommen, weil mich der Klappentext angesprochen hat, auch wenn es sich eigentlich um ein Kinderbuch handelt.

    Rosies Geschichte fand ich zu Beginn sehr traurig. Sie ist 11 Jahre alt und ist quasi auf sich alleine gestellt, da ihre Mutter völlig emotionslos scheint und wie ein Roboter nur ihrer Arbeit nachgeht und dann schläft. Rosie muss sie daran erinnern, etwas zu essen. Rosie kümmert sich um die Einkäufe, Rosie kocht das Essen und Rosie denkt an alles. Für eine 11-Jährige ist das ziemlich viel Verantwortung.

    Rosie flüchtet sich in Geschichten, die sie sich selbst ausdenkt, und versucht, so wenig wie möglich aufzufallen. In der Schule ist sie eher unscheinbar, hat gute Noten und hält sich ansonsten zurück. Ihre beste Freundin Keim ist ihr größter Anker und Rosie hat große Angst, dass diese Freundschaft zerbricht, weil Keim sich verändert, denn Keim beginnt, sich für andere Sachen zu interessieren und wird beliebter.

    Als Rosie plötzlich Geister sehen kann, ist ihr erster Impuls dennoch, Keim davon zu erzählen. Mir hat sehr gefallen, dass Keim Rosie glaubt und sie unterstützt. So eine Freundin würde ich auch meinen Kindern wünschen. Generell ist Keim sehr loyal und unterstützt Rosie, wo sie nur kann. Keim ist daher ein schönes Vorbild für Freundschaft.

    Einige Szenen empfand ich als sehr gruselig für ein Kinderbuch, vor allem, als Rosie beginnt Geister zu sehen und die Hexe zum ersten Mal auftaucht. Zum Glück legt sich das schnell und die Geschichte wird kindgerechter. Mir haben die magischen Wesen sehr gefallen, vor allem die Wolkenhirten.

    Rosie entwickelt sich zu einem mutigen Mädchen, das für ihre Mutter kämpfen möchte, da sie sie trotz allem liebt. Ich fand es sehr schön, wie sie nicht aufgegeben hat, obwohl ihr von vielen Seiten geraten wird, sich zu verstecken und zu fliehen. Rosie beweist nicht nur Mut, sondern auch Kampfgeist und Kreativität. 

    Der Schreibstil ist sehr bildhaft, aber manchmal etwas holprig. Man kann sich alles sehr gut vorstellen und ich denke, das ist besonders für Kinder sehr wichtig. Die Geschichte hat ein gutes Tempo und bleibt dennoch glaubhaft. Rosie entwickelt sich in einem authentischen Tempo und muss auch mit Niederlagen zurechtkommen.

    Das Ende ist schön gelöst. Es bleiben Fragen offen, um die Neugierde auf den zweiten Band zu wecken. Mich konnte die Geschichte auf jeden Fall begeistern und ich werde die Reihe weiterverfolgen.

  20. Cover des Buches Ein Weihnachtswunder in New York: Finding Hope (ISBN: B08MFPTPRM)
    Sara Belin

    Ein Weihnachtswunder in New York: Finding Hope

    (40)
    Aktuelle Rezension von: Bookfriend

    🎁 Meine Meinung:

    Dieser herzerwärmende Weihnachtsroman entführt uns ins winterlich-funkelnde Manhattan, wo Hope durch Zufall David und seinen Sohn Ethan kennenlernt. Trotz ihrer schmerzhaften Vergangenheit schließt sie die beiden sofort ins Herz, und zwischen Hope und David entstehen zarte Gefühle, die jedoch von schmerzhaften Erinnerungen und scheinbar unüberwindbaren Hindernissen überschattet werden. 🌆💔

    Die Geschichte ist gut für die Festtage: Sie vereint Romantik, Hoffnung und die heilende Kraft der Liebe, die vielleicht sogar ein Weihnachtswunder hervorbringen könnte. Für meinen Geschmack war es etwas zu viel Drama und schwere Themen für eine Weihnachtsgeschichte und manche Entwicklungen gingen mir ein bisschen zu schnell... aber nichtsdestotrotz lässt es sich einfach und flüssig lesen.

    Ein kurzweiliges Buch, voller Weihnachtsglanz, was zeigt, dass die Liebe oft die besten Überraschungen bereithält. 💫❤️

  21. Cover des Buches Der Ernst des Lebens: Der Ernst des Lebens (ISBN: 9783522460712)
    Sabine Jörg

    Der Ernst des Lebens: Der Ernst des Lebens

    (22)
    Aktuelle Rezension von: Sternenstaubfee

    Ein sehr süßes und mutmachendes Buch für alle Kinder, die bald in die Schule kommen. 

    Es geht um den "Ernst des Lebens", der losgehen soll, sobald man ein Schulkind ist. Annette, die bald eingeschult werden soll, kann sich darunter nicht viel vorstellen... 

    Sehr süß erzählt mit vielen großen Bildern, also ideal für Erstleser und auch zum Vorlesen. Ich glaube, diese Geschichte kann vielen Kindern die Angst vor der Schule nehmen. 

    21.08.2024

  22. Cover des Buches Für dich strick ich bunte Zeiten (ISBN: B0FGJMK9K3)
    Mira Frey

    Für dich strick ich bunte Zeiten

    (31)
    Aktuelle Rezension von: c_buecherwurm

    Inhalt

    Für Gitti und ihre beste Freundin Lena gibt es nichts Schöneres als die Weihnachtszeit in ihrem kleine Ort in Südtirol. Als wahre Nerds zelebrieren sie diese Zeit schon seit ihrer Kindheit in vollen Zügen. Gittis Leben ist einfach bunt und lebendig, wie ihr kleiner Laden Strickliesl, der ihre ganze Zeit beansprucht.

    Andre hingegen kann mit Weihnachten so garnichts anfangen. Seine Depressionen lassen sein Leben grau und trostlos werden. Jetzt trifft es ausgerechnet ihn als Werbefachmann, den kleinen Laden von Gitti in all seinem Weihnachtstrubel richtig ins Rampenlicht zu rücken. Doch Gittis Buntheit und Lebensfreude fordern Andre nicht nur, sondern stellen sein Leben schnell auf den Kopf.

    Meinung

    Die beiden Protagonisten könnten gegensätzlicher nicht sein: Lebensfreude trifft auf Depression und Hoffnungslosigkeit. Mir gefällt es wie die Autorin diese Gegensätze herausgearbeitet und aufeinander losgelassen hat. Sie geht dabei sehr bildhaft, detailliert und sensibel vor. Ich bin schnell in die Geschichte hineingekommen und  hätte nicht gedacht, dass Gittis Frohsinn für zwei Menschen reicht und sie sich nicht von Andres dunklen Seiten abschrecken lässt. Ihre Art steckt schon beim Lesen an und ich wäre auch gerne etwas mehr wie Gitti. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen.

     

  23. Cover des Buches Leonardo Di Caprio trifft keine Schuld (ISBN: 9783037633083)
    Silvia Aeschbach

    Leonardo Di Caprio trifft keine Schuld

    (14)
    Aktuelle Rezension von: Igelmanu66

    »Was, um Himmels willen, geschah mit mir? Die Farben des Himmels und der Bäume erschienen mir unerträglich grell, die Grillen zirpten nicht mehr melodisch, sie kreischten richtiggehend. Der Waldboden, der eben noch so gut nach Moos gerochen hatte, stank plötzlich nach Moder. Ich nahm alles wie durch einen Filter wahr, einen Filter, der die Umgebung nicht in ein angenehmes, weiches Licht tauchte, sondern die Bilder verzerrte. Eine Kälte, wie ich sie vorher nicht kannte, erfasste mich. Noch vor fünf Minuten war mir der Schweiß in Strömen heruntergelaufen, und jetzt hatte ich das Gefühl, in einem Eisblock zu stecken. Für einen Moment schien mein Herz stehen zu bleiben, doch dann begann es noch wilder zu rasen.«

     

    Silvia Aeschbach ist siebzehn, als sie die erste Panikattacke ihres Lebens vollkommen unvorbereitet trifft. Sie fühlt sich wie in einem Horrorfilm, glaubt zu sterben. Ein Erlebnis, das sich im Laufe der folgenden Jahrzehnte zigfach wiederholen wird…

     

    Sehr viele Menschen leben so wie Silvia mit einer Angsterkrankung, etwa jeder fünfte leidet zumindest zeitweise unter Angstzuständen. Und die Dunkelziffer ist hoch, denn noch immer trauen sich viele nicht, über ihre Ängste zu reden. Oder sie versuchen es, versuchen bei einem Arzt Hilfe zu erhalten, doch dieser behandelt lediglich die Symptome und erkennt nicht die Ursache dahinter.

     

    In einer leicht zu lesenden, humorvollen und selbstironischen Art, schreibt Silvia über ihre Angst und ihr Leben mit ihr. Alles wirkt sehr ehrlich und offen, wer selber betroffen ist, erkennt sich an vielen Stellen wieder. Mir jedenfalls ging es so.

    Ich fand das Buch enorm berührend, ich konnte so gut nachfühlen, was Silvia empfand und gleichzeitig gingen mir beim Lesen so viele Situationen aus meinem eigenen Leben durch den Kopf, ich erinnerte mich an die ersten Attacken, die ich bereits als Kind erlebte, an all das, was danach kam… Ich glaube, ich könnte auch ein Buch füllen. Nur ohne Leonardo ;-) Jedenfalls bin ich sicher, dass es mir sehr geholfen hätte, wenn ich dieses Buch früher gelesen hätte. Als Betroffener erkennt man, dass man es schaffen kann, ein gutes und erfolgreiches Leben zu führen. Mit und trotz der Angst.

    Zusätzlich zu ihren eigenen Erlebnissen vermittelt Silvia viel Wissen rund um die Panik. Angefangen bei ganz allgemeinen Dingen wie dem Fakt, dass man Panik, im Gegensatz zur „normalen“ Angst, nicht durch Mut oder Willen überwinden kann. Es gibt medizinische Hintergrundinfos und einige interessante (oft auch unterhaltsame) Listen mit „Top Ten“, zum Beispiel die Top Ten der Symptome oder der Dinge, die man als Paniker wissen sollte. Sehr treffend auch die Liste der Sätze, die man während einer Panikattacke nicht hören will! Und schließlich Silvias persönliche Tipps – eine tolle Liste!

     

    Nun sind zum Glück die meisten Menschen nicht betroffen. Für sie wird dieses Buch sicher auch hilfreich sein, denn vermutlich können sie sich nicht vorstellen, was ein Paniker durchmacht. Womöglich glauben sie, dass sie jemandem mit einer Panikattacke helfen könnten, wenn sie ganz ruhig auf ihn einreden. Dass alles nur eine Frage der Beherrschung ist und sicher nicht so schlimm. Wer dieses Buch liest, wird hoffentlich mehr Verständnis entwickeln und darf sich im Gegenzug über die sehr selbstironischen Schilderungen amüsieren. Denn ganz ehrlich: Wenn man nicht selbst betroffen ist, ist so einiges wirklich unfreiwillig komisch.

     

    Fazit: Vielen Dank Silvia Aeschbach für dieses informative, ehrliche und mutmachende Buch! Sehr lesenswert für jeden, der selber unter Ängsten leidet und für jeden Interessierten.

  24. Cover des Buches Das Päckchen (ISBN: 9783442719785)
    Franz Hohler

    Das Päckchen

    (37)
    Aktuelle Rezension von: ManfredLiest

    Franz Hohlers «Das Päckchen» hat mich von der ersten Seite an überrascht. Obwohl ich den Autor zuvor kaum kannte und eine eher abgehobene Schreibweise erwartet hatte, fand ich sofort Zugang zu seinem klaren, sympathischen Ton. Besonders gelungen ist die doppelte Erzählstruktur: eine Geschichte in der Gegenwart, eine in der Vergangenheit – beide entwickeln sich ruhig, aber stetig, bis sie sich am Ende auf eine berührende und stimmige Weise verbinden. Der Plot rund um das geheimnisvolle Päckchen bleibt durchgehend spannend, und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Ein kleines, feines Leseerlebnis.

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