Bücher mit dem Tag "erster weltkrieg"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "erster weltkrieg" gekennzeichnet haben.

349 Bücher

  1. Cover des Buches Sturz der Titanen (ISBN: 9783404166602)
    Ken Follett

    Sturz der Titanen

    (1.302)
    Aktuelle Rezension von: _seitenreise_

    Ich weiß nicht, ob Sturz der Titanen das ideale Weihnachtsbuch ist – schließlich taucht man tief in den Ersten Weltkrieg ein. Aber wann hat man sonst schon einmal so viel Zeit, um sich ganz in Ruhe auf einen 1000-Seiten-Schmöker einzulassen?

    Ken Follett hat diese besondere Gabe, einen schon nach wenigen Seiten mitten ins Geschehen zu ziehen. Ja, zu Beginn gibt es viele Schauplätze und zahlreiche Figuren, die man erst einmal einordnen muss. Doch erstaunlich schnell fiebert man mit allen mit, lernt sie zu lieben oder zu hassen und begleitet sie auf einer intensiven Reise durch einen dunklen Abschnitt der Weltgeschichte.

    Das Buch ist stellenweise harte Kost. Der Erste Weltkrieg wird eindringlich und schonungslos geschildert, und die Schrecken, die die Menschen erleiden mussten, gehen nahe. Gleichzeitig war dieses Buch für mich besser als jede Geschichtsstunde. Die Recherche ist unfassbar gut – jede historische Begebenheit, jede reale Persönlichkeit und jeder Schauplatz sind sorgfältig eingebettet. Man merkt auf jeder Seite, wie fundiert und durchdacht dieses Buch ist.

    Besonders spannend fand ich die unterschiedlichen Perspektiven: England, Russland, die USA – dadurch versteht man politische Zusammenhänge, Entscheidungen und Entwicklungen viel besser, auch wenn man bei den vielen politischen Manövern aufmerksam lesen muss.

    Großartig ist zudem, wie Ken Follett die Lebenswege seiner Figuren miteinander verwebt. Ihre Geschichten kreuzen sich nach und nach, ohne konstruiert zu wirken. Alles hängt zusammen, alles greift ineinander, sodass man nie das Gefühl hat, mehrere getrennte Handlungsstränge zu lesen.

    Ein kleiner Kritikpunkt bleibt: Für meinen Geschmack hätten einige Passagen – vor allem die sehr detaillierten Beschreibungen von Waffen, Strategien und Gefechten – etwas kürzer ausfallen können. Auch wenn ich Folletts Detailverliebtheit schätze, war mir das stellenweise etwas zu viel.

    Fazit: Sturz der Titanen ist ein eindrucksvoller, spannender und lehrreicher Auftakt der Jahrhundert-Saga, die ihren Namen mehr als verdient. Habt keine Angst vor den 1000 Seiten – sie lohnen sich wirklich. Ich freue mich schon sehr auf den zweiten Band, auch wenn ich jetzt erst einmal wieder etwas leichtere Kost brauche.


  2. Cover des Buches Die Tuchvilla (ISBN: 9783734110177)
    Anne Jacobs

    Die Tuchvilla

    (534)
    Aktuelle Rezension von: Argentumverde

    Die junge Marie kommt als Küchenmädchen in die sogenannte Tuchvilla, das Haus des Fabrikanten Johann Melzer. Von Beginn an hat sie es nicht leicht, aber dann stößt sie auf ein Geheimnis, dass sie selbst mit der Familie Melzer verbindet.

    In ruhigem, gemächlichem Erzählstil nimmt die Autorin den Leser mit ins beginnende 20. Jahrhundert. Sie erzählt die Geschichte der Waisen Marie, die eine Chance bekommt, als Küchenmädchen in einer noblen Villa zu arbeiten und zu leben. Stückchenweise wird das Leben und die Personen in der Tuchvilla beschrieben, die zwischenmenschlichen Beziehungen, ein erster Eindruck zur Tuchfabrik vermittelt. Obwohl die Geschichte selbst interessant ist und sich hervorragend lesen lässt, so kommt es gerade in der ersten Hälfte des Buches doch zu Längen, da einfach zu ausführlich über die kleinsten Kleinigkeiten berichtet wird. Als dann mehr Bewegung in die Geschichte kommt, wird es allerdings viel fataler, denn nun ist Schluss mit historischer Glaubwürdigkeit. Ein Küchenmädchen das innerhalb von Monaten zur Kammerzofe wird und zur Vertrauten und Ratgeberin der halben Familie, ist doch arg weit hergeholt.

    Mein Fazit: Auch wenn ich die Tuchvilla gerne gelesen habe, sollte dem Leser zumindest klar sein, dass der historische Anspruch hier doch eher ziemlich gering ist und ein paar Seiten weniger, hätten der Geschichte sicherlich auch nicht geschadet.


  3. Cover des Buches 1913 (ISBN: 9783596520534)
    Florian Illies

    1913

    (301)
    Aktuelle Rezension von: Hubertus_Feldmann

    In dem es hoch her geht – vor allen Dingen in den Betten zahlreicher Kunstschaffender. Wer hätte das gedacht. Was hier allerdings vor dem staunenden Auge des Lesers entblättert wird, ist nicht nur der flotte eskapistische Tausch der Partner, sondern auch ein Wechselspiel von menschlicher Größe wie schamloser Niedertracht, von exzellenten Leistungen wie heuchlerischen Intrigen, von weitblickender Großzügigkeit wie von kleinkarierten Animositäten. Aber auch außerhalb dieser Bettgeschichten gibt es viel zu beobachten, so kurz vor Ausbruch der großen Katastrophe, in einer Zeit, in der große Namen aus dem Bereich Kultur, Politik und Wirtschaft (auch die Wissenschaft bekommt ihren Auftritt; doch davon später mehr) die Bühne betreten – vom Autor dieses Buches unterhaltsam wie kenntnisreich erzählt.

    Bei all diesen Konflikten, all dem Amourösen und all den Widersprüchen, die sich so vielfältig wie widersprüchlich in der Kunst in Szene setzen lassen, bleibt es nicht aus, dass manche Zeitgenossen an diesen teils überhitzen Abläufen verzweifeln. Und so ist es denn nicht verwunderlich, wenn sich in dieser Zeit ein neuer Begriff Bahn bricht, wenn über allem so ein Hauch von „Neurasthenie“ schwebt, „das Burn-Out-Syndrom des Jahres 1913“, ein Begriff, der in diesem Jahr „in das 11-bändige Werk ‚Spezielle Pathologie und Therapie innerer Krankheiten‘“ Aufnahme findet. Ein Lehrstück für dieses Krankheitsbild gibt Franz Kafka ab, hinter dessen literarischen Größe ein von Minderwertigkeitskomplexen (insbesondere gegenüber Frauen) geplagter Mann steht. Und so schreibt er denn in seiner Verzweiflung hunderte von Briefen und Karten an seine Geliebte Felice Bauer, um dann doch zu schlussfolgern: „Der Coitus als Bestrafung des Glücks des Beisammenseins. Möglichst asketisch leben, asketischer als ein Junggeselle, das ist die einzige Möglichkeit für mich.“

    Und Kafka ist auch eine der Personen, die uns durch das gesamte Jahr 1913 begleiten. Und damit bekommt der Leser nicht nur einen fundierten Einblick in das Schaffen und Leiden dieses an sich und der Welt leidenden Mannes, sondern wird zugleich Zeuge einer Zeit, in der vieles im Umbruch ist und viel Neues entsteht. Die Personen, die hier in ihren Stärken und Schwächen gar meisterlich porträtiert werden, bilden ein Konglomerat an Ereignissen, die je für sich betrachtet schon interessant zu lesen sind, die allerdings in ihren vielfältigen Verbindungen ein Zeitbild entstehen lassen, dass in dieser Form wohl einzigartig ist. Dabei senden die teils lapidaren Sätze zu Beginn von Abschnitten einen ersten Reiz, der in der Folge allerdings substanziell untermauert wird: „Emil Nolde hält Berlin nicht mehr aus.“ Das sich daraus eine Weltreise entwickelt, wird erst in den nächsten Passagen deutlich. Nüchterne Naturbetrachtungen wie „Piero Ginori Conti gelingt es in Larderello in der Toskana, Wasser aus dem Erdinneren für die Stromerzeugung zu nutzen. Die Geothermie ist entdeckt“ bekommen ebenso Raum wie schwärmerische Naturbeschreibungen: „Mächtig erheben sich hier die Buchen in den Ostseehimmel, der salzige Wind hat ihre Stämme ganz glatt gerieben und ihre Kronen in die Höhe geschraubt.“

    Es sind allergings die tiefen Einblicke in die Psyche der handelnden Personen, die das meist noch vorhandene eher blasse Schulwissen mit Leben erfüllen und so aus den eher „geschlechtslosen“ Künstler*innen solche mit einem prallen Leben machen, die diesem Buch die besondere Würze geben. Diese Sichtweise bringt uns den hier „auftauchenden“ Personen auf jeden Fall sehr nahe – und macht sie zugleich ein stückweit menschlicher.

    (17.2.2024)

  4. Cover des Buches Im Westen nichts Neues (ISBN: 9783462046328)
    E.M. Remarque

    Im Westen nichts Neues

    (1.283)
    Aktuelle Rezension von: Julia_Taub

    Einfach ein Klassiker den man gelesen haben sollte. Er greift das Thema Erster Weltkrieg politisch und gesellschaftlich sehr gut auf und zeigt uns einen Einblick eines Soldaten aus dieser Zeit. Dem Schreibstiel kann man sehr gut Folgen ohne das die Spannung verloren geht. Ich konnte mit allen Charakteren mitfühlen und hab mit jedem einzelnen Mitgefiebert.

  5. Cover des Buches Ein Bild von dir (ISBN: 9783499267345)
    Jojo Moyes

    Ein Bild von dir

    (840)
    Aktuelle Rezension von: Buchtagebuch



    Mit Ein Bild von dir erzählt Jojo Moyes eine eindringliche Geschichte über Liebe, Verlust und die Kraft von Erinnerungen. Der Roman verbindet auf eindrucksvolle Weise zwei Zeitebenen: das vom Ersten Weltkrieg gezeichnete Frankreich und das moderne London.


    Im historischen Handlungsstrang begleitet man Sophie, die in einer von Angst und Besatzung geprägten Zeit versucht, für ihre Familie stark zu bleiben. Ihr einziger Halt ist das Porträt, das ihr Mann Édouard von ihr gemalt hat – ein Symbol ihrer Liebe und Hoffnung. Dieser Teil der Geschichte ist emotional, bedrückend und gleichzeitig voller innerer Stärke.


    In der Gegenwart lernen wir Liv kennen, die noch immer mit dem Verlust ihres Mannes David kämpft. Auch sie klammert sich an ein Gemälde – dasselbe Porträt, das Sophie einst gehörte. Als ihr dieses genommen werden soll, beginnt ein Kampf, der nicht nur um Besitz, sondern auch um Erinnerung, Liebe und Identität geführt wird.


    Besonders gelungen ist die Verknüpfung der beiden Geschichten: Stück für Stück fügt sich das Gesamtbild zusammen, und man versteht immer besser, wie eng die Schicksale miteinander verbunden sind. Der Roman lebt von starken Emotionen, moralischen Fragen und dem Spannungsfeld zwischen Vergangenheit und Gegenwart.


    Der Schreibstil ist einfühlsam, atmosphärisch und gut zugänglich. Gerade die historischen Passagen gehen unter die Haut und bleiben lange im Gedächtnis.


    Fazit:

    Ein emotionaler, tiefgründiger Roman über zwei große Lieben, die durch ein Kunstwerk miteinander verbunden sind – bewegend, dramatisch und lange nachwirkend.

    Gefühlvoller, berührender Roman über Liebe, Verlust und Erinnerung.

  6. Cover des Buches Yellowface (ISBN: 9783847902140)
    Rebecca F. Kuang

    Yellowface

    (592)
    Aktuelle Rezension von: Alexa_Koser

    Zum Buch: Die recht erfolglose Autorin June Hayward ist mit der Star-Autorin Athena Liu befreundet. Eines Abends ereilt Athena ein Unglück, sie erstickt an einem Teigklumpen und June kann ihr nicht helfen. Als der Rettungsdienst eintrifft, ist es bereits zu spät. Im Affekt nimmt June das Roh-Manuskript von Athenas nächstem Roman mit. Sie erkennt, dass das ihre Chance ist, denn sie weiß, dass Athena niemals jemandem ihre Entwürfe zeigt…

    Meine Meinung: In diesem Roman mochte ich eigentlich überhaupt keinen von den Protagonisten. Entweder sind sie Sternchen und völlig eingebildet oder sie sind linkisch und falsch. Ich lese sonst nur Thriller und dieses Buch hier könnte man wohl noch als Spannungsroman durchgehen lassen. Denn es sind ja eindeutig kriminelle Machenschaften am Werk. Dennoch fehlte es mir hier ganz eindeutig an etwas: nämlich an Spannung! Ich musste mich wirklich zwingen, weiterzulesen. Gerade die ersten 100 Seiten fand ich sehr schleppend. Es liegt wahrscheinlich daran, dass wenig wörtliche Rede im Schreibstil vorhanden ist. Für mich ist so etwas dann schwierig zu lesen. Aber das ist natürlich nur meine Meinung.

    Die Geschichte ist durchaus interessant! Denn was passiert denn genau, wenn man als Autor sein Werk an fremde Menschen abgibt? Das Buch gibt faszinierende Einblicke in das Verlagswesen, das fand ich schon interessant. Was im Laufe der Geschichte auch immer interessanter wurde, war die Entwicklung von June. Von einer selbstbewussten Frau entwickelt sie sich einer ängstlichen Person, die an jeder Ecke Böses wittert. Gut, das Böse ist ja auch da, wenn auch nicht so, wie sie am Ende denkt. Denn sie steigert sich hier fast in einen Wahn hinein. Naja, und so richtig selbstbewusst war June auch nie, denn ihren Wert fand sie nur in ihren Büchern und deren Außenwirkung.

    Mein Fazit: Ich kann mir vorstellen, dass viele dieses Buch feiern, doch für mich war das nicht so das richtige Buch. Mir fehlte es hier einfach an Spannung, was aber sicherlich meinem Leseverhalten geschuldet ist. Ich vergebe dennoch 3 Sterne, weil die Geschichte ja schon irgendwie interessant ist!

  7. Cover des Buches Die Mittagsfrau (ISBN: 9783596510993)
    Julia Franck

    Die Mittagsfrau

    (406)
    Aktuelle Rezension von: Herbstrose

    1945. Nach dem Einmarsch der Roten Armee flieht eine Mutter mit ihrem siebenjährigen Sohn aus Stettin in Richtung Westen. Ihr Gepäck besteht aus einem kleinen Koffer, der etwas Geld, Kleidung und die Geburtsurkunde des Jungen, sowie einen Zettel, auf dem „Onkel Sehmisch, Gelbensande“ geschrieben steht, enthält. Auf einem Provinzbahnhof fordert sie den Jungen auf sich auf eine Bank zu setzen, auf den Koffer aufzupassen und auf ihre Rückkehr zu warten. Doch sie kommt nicht mehr zurück, sie hat ihn verlassen. --- Was treibt die siebenunddreißigjährige Helene dazu, ihren kleinen Peter auszusetzen? Ist es die kürzlich erlittene Vergewaltigung durch Soldaten der Roten Armee, ist es das Scheitern ihrer Ehe mit Wilhelm Sehmisch, dem sie ihre neuen Papiere mit dem Namen Alice Sehmisch verdankt, oder die Erinnerung an ihren tödlich verunglückten Verlobten Carl? Ist ihre Handlung vielleicht auf ihr schlechtes Gewissen zurückzuführen, dass sie mit ihrer jüdischen Mutter, die psychisch labil, gefühlskalt und zu Wutausbrüchen neigend in einer psychiatrischen Anstalt an akuter Lungenentzündung verstorben sein soll, seit den Zwanzigerjahren keinen Kontakt mehr hatte? 

    Die deutsche Schriftstellerin Julia Franck wurde zusammen mit ihrer Zwillingsschwester 1970 in Ost-Berlin als Tochter der Schauspielerin Anna Franck und des Fernsehregisseurs Jürgen Sehmisch geboren. Für ihre Texte und Bücher erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, Preise und Stipendien, ihr 2007 im S. Fischer Verlag erschienener Roman „Die Mittagsfrau“ verhalf ihr zum Deutschen Buchpreis 2007, verkaufte sich daraufhin fast eine Million Mal und hielt sich über Monate auf der Spiegel-Bestsellerliste. Wie die Autorin in einem Interview erwähnte, hat die Geschichte Parallelen zu ihrer eigenen Familiengeschichte. Ihr 1937 in Stettin geborener Vater wurde 1945 im Zuge der Vertreibung gen Westen von seiner Mutter auf dem ersten Bahnhof westlich der Oder-Neiße-Linie aufgefordert zu warten, bis sie gleich wieder kommen würde. Sie kam nicht wieder. Nachforschungen zu diesem Roman ergaben, dass die Großmutter der Autorin mit ihrer Schwester über Jahrzehnte zurückgezogen in einer Einzimmerwohnung gelebt habe und 1996 in der Nähe von Berlin verstorben sei. Ein Kind hätte sie nie erwähnt. 

    Der Roman erzählt in drei Kapiteln die Lebensgeschichte der Protagonistin Helene Würsich, später Alice Sehmisch, von ihrer Kindheit Anfang des 20. Jahrhunderts in Bautzen, von ihren Erlebnisse als junge Erwachsene in den 1920er Jahren in Berlin bis zu ihrem Leben als Ehefrau und Mutter während des Naziregimes. Im Prolog und im Epilog des Romans steht ihr Sohn Peter im Mittelpunkt. Den Titel Die Mittagsfrau hat die Autorin einer slawischen Sage entlehnt, in der ein weiblicher Naturgeist an heißen Tagen um die Mittagszeit erscheint, um den Menschen den Verstand zu verwirren und ihre Glieder zu lähmen. Man kann die Geschichte, sowohl vom Schreibstil als auch inhaltlich, durchaus als anspruchsvoll bezeichnen. Werden doch neben den Wirren der beiden Weltkriege auch viele Tabuthemen der damaligen Zeit behandelt, wie lesbische Beziehungen, Drogenmissbrauch, vorehelicher Sex und Abtreibung, die nachdenklich stimmen und zum diskutieren anregen. 

    Fazit: Ein lesenswertes Buch, das zu Recht den Deutschen Buchpreis 2007 gewonnen hat. 

  8. Cover des Buches Léon und Louise (ISBN: 9783423148108)
    Alex Capus

    Léon und Louise

    (590)
    Aktuelle Rezension von: nad_krueger

    Basierend auf der Lebensgeschichte seines Großvaters Léon erzählt Alex Capus dessen lebenslange Romanze mit Louise - eine über Jahrzehnte hinweg andauernde Liebe vor dem Hintergrund des Ersten und Zweiten Weltkrieges in Frankreich.

    Locker leicht verpackt Alex Capus historische Daten mit einer fiktiven Erzählung, die weder langweilig aufgrund der Fakten noch kitschig daherkommt. Dabei hat er zwei so liebenswerte Charaktere geschaffen, die man nur ins ❤ schließen kann. Der Schreibstil hat mir sehr gefallen und dazu beigetragen, mich ohne Probleme in die Geschichte einzufinden.


    Das Ende war überzeugend und romantisch.

  9. Cover des Buches Die Welt von Gestern (ISBN: 9783596902583)
    Stefan Zweig

    Die Welt von Gestern

    (115)
    Aktuelle Rezension von: itwt69

    Das Leben des Autors und Künstlers von den späten 1880-ern bis 1939: Es ist kaum verwunderlich, dass sich Stefan Zweig nach diesem ereignisreichen und niederschmetternden Erfahrungen das Leben nahm, weil er es nicht mehr ertragen konnte, was in seiner Heimat verbrochen wurde. Ein ehrlicher und intimer Blick auf die Kunstszene der ersten 4 Jahrzehnte des 20.Jahrhunderts liefert dieses Buche ebenso wie für mich neue Einblicke in die Psychologie der vom Krieg gebeutelten Menschen zwischen den Weltkriegen.

  10. Cover des Buches Sturmzeit (ISBN: 9783734105982)
    Charlotte Link

    Sturmzeit

    (430)
    Aktuelle Rezension von: Gute_Nacht

     Inhalt

    Sommer 1914: Während es in Europa gärt, scheint auf dem Familiengut der Degnellys in Ostpreußen noch Zeit zu sein für Idylle und den Traum von der großen Liebe. Ein Traum, der die 18-jährige Felicia durch eine harte Zeit begleiten wird. Eine Zeit, in der alte Traditionen und Beziehungen untergehen und einer gar nicht mehr vornehmen Realität weichen …

    Fazit 

    Großartiger Auftakt einer Trilogie, die für mich zu einer der besten seit langem gehört. Ich lese sie immer wieder gerne.

  11. Cover des Buches Spiel der Zeit (ISBN: 9783453471344)
    Jeffrey Archer

    Spiel der Zeit

    (504)
    Aktuelle Rezension von: Universum_der_Woerter

    Der Auftaktband Spiel der Zeit aus Jeffrey Archers Clifton-Saga entführt den Leser in das England des frühen 20. Jahrhunderts und beginnt mit der Geschichte von Harry Clifton. Harry wächst ohne Vater auf, lebt mit seiner Mutter Maisie und den Großeltern bei seinem Onkel – in einfachen Verhältnissen und ohne große Perspektiven. Doch Harry besitzt ein außergewöhnliches Talent: Seine einzigartige Gesangsstimme verschafft ihm ein Stipendium für eine Eliteschule.


    Harry ist eine bemerkenswerte Figur. Zielstrebig, wissbegierig und klug kämpft er sich Schritt für Schritt aus seiner schwierigen Herkunft heraus. Besonders spannend ist die Erzählweise des Buches: Zunächst erlebt man die Handlung aus Harrys Ich-Perspektive, was eine direkte Nähe zu ihm schafft. Später wechselt die Erzählform jedoch, was anfangs etwas irritierend wirkt, sich im weiteren Verlauf aber als geschicktes Mittel entpuppt.


    Denn nach und nach kommen weitere Figuren zu Wort, darunter auch Maisie Clifton, Harrys Mutter. Durch diese verschiedenen Perspektiven verknüpfen sich die Handlungsstränge kunstvoll miteinander. Die Geschichten überschneiden sich, ergänzen sich und lassen so ein vielschichtiges Bild entstehen.


    Besonders beeindruckend ist der Aufbau des Romans: Die Erzählstränge sind so geschickt miteinander verwoben, dass man als Leser stets wissen möchte, wie es weitergeht. Der Roman lebt von seinen Figuren, ihren Träumen und Herausforderungen – und von der Art, wie ihre Geschichten ineinandergreifen.


    Ein gelungener Start einer Familiensaga, die Lust auf mehr macht.

  12. Cover des Buches Die Schlafwandler (ISBN: 9783570552681)
    Christopher Clark

    Die Schlafwandler

    (63)
    Aktuelle Rezension von: Michael_Gray

    Christopher Clark beleuchtet wie es zum großen Krieg, später der 1. Weltkrieg genannt kam.  Er recherchierte bei allen Konfliktparteien also Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Österreich - Ungarn dem Russischen und Osmanischen Reich.  Auch die Rolle Serbiens wird kritisch hinterfragt. Es wurden Ereignisse auf dem Balkan erörtert die bis zu 100 Jahre vor der Juli-Krise 1914 stattfanden. Die aber sehr wichtig sind um die Situation auf dem Balkan zu verstehen. Es werden die ganzen Bündnisse der einzelnen Konfliktparteien erklärt. Zum Schluss geht es um das Attentat von Sarajevo, die Juli-Krise bis schließlich zum Ausbruch des Krieges. ---- Ein grandioses und super recherchiertes Sachbuch zum 1.Weltkrieg. Ich bin total begeistert davon, ich würde gerne 6 Sterne vergeben!

  13. Cover des Buches Die Mitternachtsrose (ISBN: 9783442494293)
    Lucinda Riley

    Die Mitternachtsrose

    (626)
    Aktuelle Rezension von: Its_Carolin

    Wenn ich bedenke, wo alles anfing, bin ich mehr als begeistert wie viel Tiefe sowohl die einzelnen Charaktere als auch die Begebenheiten mit sich brachten. Ich habe richtig mitfühlen können.  Anahita wurde trotz ihrer, zuerst tadellosen moralischen Art, sehr menschlich und zwiegespalten dargestellt. Ihr charakterliches Wachstum konnte man sehr gut begleiten und dabei mitfiebern. Auch Ari, der mir zunächst eher unsympathisch, aber charismatische rüber kam, konnte beweisen, dass sich Menschen nicht nur manchmal ändern, sondern an ihr besseres Ich erst wieder erinnert werden müssen, selbst wenn es ein Leben von vor Jahrzehnten gewesen ist. Bei Rebecca hatte ich ja ganz  viele wilde Theorien, vieles blieb unbeantwortet, was aber meiner Meinung nach manchmal zum Leben bzw. Roman dazugehört. Irgendwie war es schön zu sehen, dass Mutter und Moh (Noah) dann doch noch auf eine Art und Weise  Kontakt hatten...Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen und verabschiede mich nur ungern von diesen Personen aus Rileys Mitternachtsrosen-Roman.

  14. Cover des Buches Töchter einer neuen Zeit (ISBN: 9783499272134)
    Carmen Korn

    Töchter einer neuen Zeit

    (236)
    Aktuelle Rezension von: luckytimmi

    Henny und Käthe sind Freundinnen und wohnen in Hamburg. Beide beginnen nach dem Ende des 1. Weltkrieges eine Hebammenausbildung. Wir begleiten die beiden nun durch ihre Ausbildung bis zu ihrer Festanstellung, durch Freundschaft, Liebe und Trauer und durch die Kriegsjahre. Weitere wichtige Personen sind die zwei Freundinnen Lina und Ida, aber auch deren Partner und Familien spielen immer wieder eine wichtige Rolle…

    Die Kapitel des Buches tragen als Überschrift immer einen Monat und eine Jahreszahl. Die Geschichte spielt in einem Zeitraum von ca. 30 Jahren, wobei manche Kapitel ein halbes Jahr später als das vorherige spielen, dann gibt es aber auch wieder große Zeitsprünge von mehreren Jahren.
    Die Kapitel waren recht lang, doch wiederum in kurze Abschnitte eingeteilt, mit einem ständigen Wechsel der Personen.

    Der Schreibstil ist etwas gestelzt und altmodisch, manchmal auch sehr hamburgerisch, musste man sich dran gewöhnen, dann hatte man irgendwann den Eindruck, man schaut einen alten Film von damals.

    Fazit:

    Da ich schon einmal ein Buch von Carmen Korn gelesen hatte, freute ich mich eigentlich auf das Buch, aber der Schreibstil hat meine Lesefreude dann erstmal etwas gedämpft. Aber je weiter ich in dem Buch vorankam, desto mehr hat es mich dann doch gepackt; die Geschichten aus den Weltkriegen sind halt doch immer wieder aufwühlend. Ich vergebe 4 Sterne und habe doch wieder Lust auf Band 2.


  15. Cover des Buches Das Seehaus (ISBN: 9783453427907)
    Kate Morton

    Das Seehaus

    (390)
    Aktuelle Rezension von: KiraNear

    Titel: Das Seehaus

    Autor*in: Kate Morton

    Erschienen in Deutschland: 2016

    Originaltitel: The Lake House

    Erschienen in Australien: 2015

    Übersetzer*in: Charlotte Breuer, Norbert Möllemann 

     

    Weitere Informationen: 

    Genre: Historisch, Krimi, Drama, Hetero

    Preis: € 9,99 [D] | € 10,30 [A]

    Seiten: 624

    Sprache: Deutsch

    ISBN: 978-3-453-35946-8

    Verlag: Verlagsgruppe Random House GmbH

    Rezensionsexemplar: Nein

     

    Inhalt:

    Cornwall 1933: Alice Edevane fiebert dem prachtvollen Mitsommernachtsfest ihrer Familie entgegen. Nicht ahnend, dass in dieser Nacht ein Kind verschwinden und ihre Welt zusammenbrechen wird. Siebzig Jahre später stößt dile Polizistin Sadie auf ein verfallenes Haus am See. Erst jetzt kommt ans Licht, was in jener Nacht wirklich geschah ...

     

    Meinung (Achtung, möglicherweise Spoiler!):

    Das Buch war auf jeden Fall bei den vielen Büchern dabei, die ich damals im Herbst 2023 geschenkt bekommen habe, da bin ich mir sicher. Dementsprechend lag es auch ein wenig länger auf meinem SuB, aber das macht ja nichts, jetzt bin ich ja dazu gekommen, es zu lesen. Lieber später als nie, nicht wahr? Tja und für solche Bücher bin ich ja immer zu haben, besonders, wenn es ein Krimi ist, der sowohl in der Gegenwart, als auch in der Vergangenheit spielt. Die Idee fand ich gut, die Umsetzung leider eher so mittel.

    Dass das Buch in zwei verschiedenen Zeitebenen spielt, finde ich ja super, denn so kann man in der Gegenwart miträtseln, und überlegen, was da jetzt genau passiert ist. Gleichzeitig geht man in der Vergangenheit mit und sieht, wie sich gewisse Dinge, die in der Gegenwart ja bereits ein fester Fakt sind, überhaupt zustande gekommen sind. Daher wirkt es hier und da auch immer so, als würde man an zwei Büchern gleichzeitig lesen. Es gibt immer wieder Verwirrungen und ich wurde oft genug auf die falsche Fährte gelockt, normal mag ich das ja bei Krimis. Oder generell bei Büchern.

    Denn irgendwann wurde es dann doch übertrieben viel mit den falschen Fährten und den Plotttwists. Irgendwann kommt dann auf einmal ein ganz anderer Charakter ins Spiel, der davor die meiste Zeit eher unwichtig war und das Ganze wirkt auf mich dann ein wenig übertrieben. Als wäre erstmal eine andere Story geplant gewesen und dann wurde mitten im Schreiben ein Kurswechsel angestrebt. Zwar ergibt alles dann früher oder später Sinn, dennoch könnte man auf manches davon verzichten. Genauso auch einen Plottwist am Ende, es gibt keinerlei Zeichen bzw fast keine Zeichen dafür, und dann taucht ein Geheimnis über einen Charakter auf, wo man sich denkt: So viel Zufall kann es doch nicht geben.

    Außerdem wurde ich mit den Charakteren nicht zu 100% warm, dafür wurde mir das Bild, das ich von den Charakteren gewonnen habe, viel zu oft umgedreht und umgeändert. Am Ende bin ich auch nur geblieben, weil ich wissen wollte, was jetzt mit dem Kind passiert ist. Und das Rätseln dazu hat Spaß gemacht.

     

    Fazit:

    Das Buch ist vollkommen in Ordnung, aber es ist jetzt nichts besonderes, finde ich. Auf eine Seitenstory hätte man ruhig verzichten können, das hat das Buch nur unnötig verlängert, aber gut, es ist nun mal mit dabei. Allerdings wäre das Buch jetzt keins, das ich nochmal lesen wollen würde. Von mir bekommt das Buch insgesamt drei Sterne.

  16. Cover des Buches Die Frauen vom Löwenhof (ISBN: 9783548289960)
    Corina Bomann

    Die Frauen vom Löwenhof

    (316)
    Aktuelle Rezension von: AmberStClair

    Klappentext:

    Ein schwedisches Landgut, eine mächtige Familie, eine Frau zwischen Liebe und Pflicht: Die große Saga von Corina Bomann

    Agneta kämpft mit den Tränen. Ein Telegramm hat sie nach Hause gerufen, ihr Vater ist bei einem Brand ums Leben gekommen. Dabei hatte sie sich schweren Herzen von ihrer mächtigen Familie losgesagt und in Stockholm ein freies Leben als Malerin geführt. Eine Aussöhnung schien unmöglich. Jetzt werden ihr Titel, Glanz und Vermögen zu Füßen gelegt, sie soll das Erbe ihres Vaters antreten als Gutsherrin vom Löwenhof. Ihre Wünsche und Träume sind andere, sie sehnt sich nach einem Leben an der Seite von Michael, einem aufstrebenden Anwalt. Selbstlos stellt Agneta sich der Pflicht und Familientradition. Ihr Herz jedoch kann nicht vergessen und sehnt sich nach Liebe …


    Meine Meinung:

    Der erste Teil der Trilogie „Die Frauen vom Löwenhof“ fing gut an. Der Schreibstil war sehr flüssig und verständlich geschrieben. Man konnte sich die einzelnen Personen gut vorstellen. Eine fesselnde Geschichte in der sehr viele Ereignisse geschehen und spannend herüber kommt.

    Agneta hat es nicht immer leicht, viel Trauer um geliebte Menschen, falsche Entscheidungen die sie in ihrem Leben trifft was ihr viel Schmerz bringt. Aber auch in der Liebe hat sie kein glückliches Händchen. Erst auf Umwegen findet sie ihr Glück.

    Eine wirklich sehr schöne Geschichte, die ausführlich erzählt wird so das man sich gut mit hinein versetzen konnte. 

  17. Cover des Buches Das Haus der vergessenen Bücher (ISBN: 9783455650600)
    Christopher Morley

    Das Haus der vergessenen Bücher

    (208)
    Aktuelle Rezension von: Lisi_Wirth

    Roger Mifflin betreibt eine antiquarate Buchhandlung. Dort ist es düster, staubig, riecht nach Tabak und anscheinend soll es Geister geben. Roger stellt die Tochter seines Freundes als Gehilfin ein, damit beginnt der ganze Schlamassel. Ich konnte leider nicht immer alle Handlungen nachvollziehen und würde dieses Buch nur an geübte Leser weiterempfehlen.

  18. Cover des Buches The Light Between Oceans (ISBN: 9783734104534)
    M. L. Stedman

    The Light Between Oceans

    (373)
    Aktuelle Rezension von: kapitelschlag

    Eine tief bewegende Geschichte über Moral, Schuld, Liebe und die Grauzonen dazwischen. In poetischer Sprache erzählt die Autorin eine Geschichte, die mich nach dem Lesen noch lange nicht loslassen konnte. Ich habe so sehr mit den Protagonisten gelitten.

    Stedmans Sprache ist atmosphärisch und feinfühlig. Die Einsamkeit des Leuchtturmlebens, die raue Natur und die emotionalen Spannungen werden eindrucksvoll geschildert. Besonders hervorzuheben ist die differenzierte Charakterzeichnung. Tom ist ein zutiefst moralischer Mann, gefangen zwischen Loyalität zu seiner Frau und seinem eigenen Gerechtigkeitsempfinden. Isabel wiederum ist eine komplexe Figur, deren Liebe zu dem Kind ebenso echt wie tragisch ist. Der Roman stellt keine einfachen Fragen – und gibt keine einfachen Antworten.

    Wer Romane liebt, die das Herz ebenso fordern wie den Verstand, wird dieses Buch kaum aus der Hand legen können.

    Herzzerreißend. Nachdenklich. Wunderschön erzählt. Unbedingt lesen !

  19. Cover des Buches Die Vampire (ISBN: 9783453532960)
    Kim Newman

    Die Vampire

    (64)
    Aktuelle Rezension von: TheSaint

    In diesem 1.280 Seiten dicken Werk findet sich die "Anno Dracula"-Trilogie.

    Der erste Roman "Anno Dracula" wurde von mir bereits rezensiert (siehe in meiner Bibliothek unter "Buchserien") und daher geh ich in dieser Rezension gleich zum zweiten Roman "Der rote Baron" weiter:

    Britische Revolutionäre hatten Dracula, der nach der Ehelichung Queen Victoria's zum nominellen Oberhaupt des Britischen Empire geworden war, 1888 erfolgreich vom Thron gestossen. Ihm gelang die Flucht auf das europäische Festland... In den Jahren der Suche nach einem geeigneten Strohmann wird Dracula 1905 mit Kaiser Wilhelm II. fündig. Dessen Träume nach einem Weltreich entsprechen den Plänen des Vampirs und so steigt dieser zum Vertrauten des Kaisers auf. Als Kanzler des Deutschen Reiches schlußendlich entfesselt der Vampirfürst den I. Weltkrieg... 1918 toben die Kämpfe zu Luft und zur Erde. Über deutschem Boden fällt den Briten ein Kampfflieger besonders auf... es ist Manfred von Richthofen, der als "Roter Baron" mit seinem Jagdgeschwader 1 kühnste Attacken fliegt und britische Flieger zuhauf vom Himmel schießt. Die Kriegsberichte, die an London gemeldet werden und von einem "Kaiserangriff" berichten und von einer kurz vor der Fertigstellung stehenden Geheimwaffe rufen den "Diogenes Club" auf den Plan. Charles Beauregard bricht an die Front auf und und arbeitet sich an das Château du Malinbois heran - dem Stützpunkt des Richthofen-Jagdgeschwaders. Als sich dann auch ein Zeppelin mit Dracula an Bord dem Château nähert scheint klar, wo sich die Geheimwaffe befindet und wo Beauregard ansetzen muss, um den Krieg zu entscheiden...

    Der dritte Roman "Dracula Cha-Cha-Cha" bringt Charles Beauregard, mittlerweile 106 Jahre alt, nach Rom in Italien. Es ist 1959 und die mittlerweile "graue Eminenz" des "Diogenes-Club" hat ein aufmerksames Auge auf Dracula, der anscheinend das Leben eines Müßiggängers führt. Als sich die Gerüchte über eine weitere Verehelichung des Vampirfürsten - diesmal mit der rumänischen Vampirältesten Asa Vajda - verdichten, nimmt der "Diogenes-Club" an, dass Dracula über diese Ehe zumindest in Rumänien mittels der Kommunisten wieder an die Macht kommen möchte. Als sich ein maskierter Vampirmörder daran macht, die zu den Hochzeitsfeierlichkeiten eintreffenden Vampirältesten zu ermorden, ist Beistand für Charles notwendig: Der "Diogenes-Club" entsendet Commander Hamish Bond... die Journalistin Kate Reed, die eigentlich nur Charles besuchen wollte und in die Ereignisse um die Vampirmorde verwickelt wird, gesellt sich mit Geneviève Dieudonné (selbst Vampirälteste und Partnerin von Beauregard) in den Palazzo Otranto, wo es abermals zu einer dramatischen Konfrontation der Lebenden mit den Untoten kommt...

    Kim James Newman (*1959), ein englischer Journalist, Filmkritiker und Schriftsteller präsentiert uns in dieser Trilogie einen Dracula abseits von Bram Stoker: sein Vampirfürst ist ein rücksichtsloser, zu allem entschlossener Krieger... ein wahrer Überlebenskünstler, der den Vernichtungsversuchen des "Diogenes-Club" immer wieder entgeht. Die hier präsentierten Geschichten spielen in einer alternativen Welt... Newman's Kenntnisse über Geschichte und wirklich gelebte Personen werden mit einer Unmenge an fiktionalen Figuren aus der Pulp Fiction verwoben. Im ersten Roman taucht Jack the Ripper auf, im zweiten Roman tummeln sich neben den wirklich gelebten Richthofen-Brüdern, Edgar Poe und Mata Hari fiktionale Größen wie Dr. Caligari oder Lord Ruthven. In der dritten Geschichte haben wir die wunderbare Hommage an den filmischen James Bond in der Figur des schottischen Hamish Bond oder wir finden Tom Ripley unter den Hochzeitsgästen. Die Ideenflut und die Begeisterung des Autors ist überwältigend und die Plots spielerisch und intelligent mit realem geschichtlichen Setting verquickt. "Dracula Cha-Cha-Cha" war übrigens WIRKLICH ein Euro-Hit... 1959 von Bruno Martino gesungen (findet man auch auf YouTube). 

    Es ist sehr erfreulich, dass der "Heyne"-Verlag hier in einer sehr gelungenen Übersetzung diese Genreperle dem deutschen Leser präsentiert. Leider scheint die deutsche Verlagswelt nicht so sehr überzeugt von der Annahme der wuchtigen schaurig-schrägen Geschichten Newman's durch den deutschsprachigen Horrorleser zu sein, denn die losen weiteren Geschichten aus der Dracula-Welt sowie die der des Sherlock Holmes und des "Diogenes-Club" blieben bis dato unübersetzt. Eine klare Leseempfehlung für den Dracula/Vampir-Fan!

  20. Cover des Buches Als wir unsterblich waren (ISBN: 9783426512067)
    Charlotte Roth

    Als wir unsterblich waren

    (243)
    Aktuelle Rezension von: Amber76

    Ein beeindruckender historischer Roman, in dem die wechselvolle Geschichte der deutschen Sozialdemokratie mit wichtigen, um nicht zu sagen den Kern ihrer Identität berührenden Konflikten wie beispielsweise ihrer Haltung in der Abstimmung zu den Kriegskrediten im ersten Weltkrieg an zwei Hauptfiguren erzählt wird, die ebenso sehr miteinander wie mit ihrer Überzeugung ringen. Man könnte sagen, die Bruchlinie zwischen verschiedenen Parteiflügeln zieht sich in einer Zeit, in der das mehr als nur hitzige Auseinandersetzungen in Familien- oder Freundeskreis bedeutet, mitten durch eine Liebe. Man sieht und erlebt, wie in einer Zeit, in der der Glaube vorherrschte, dass der Mensch dem Lauf der Geschichte seinen Stempel aufzudrücken hat, die Geschichte den Menschen überrollt.

    Der Roman ist sehr gut recherchiert und informativ aufgebaut. Indem ganze historische Diskurskomplexe an zwei Hauptfiguren gebunden werden, wird die Möglichkeit eröffnet, das zugrundeliegende Konfliktpotential rational wie emotional wahrzunehmen und sich damit auseinanderzusetzen. In manchen Teilen des Romans wirkt die Darstellung dadurch etwas vereinfacht, verkürzt .  Vielleicht spielt auch der Zufall eine etwas zu bedeutende Rolle. Aber man fühlt sich trotzdem ebenso gut informiert wie unterhalten.

  21. Cover des Buches Schatten der Welt (ISBN: 9783832166021)
    Andreas Izquierdo

    Schatten der Welt

    (151)
    Aktuelle Rezension von: schmoekerstunde

    Ein bewegender Roman über Freundschaft, Mut und Menschlichkeit in einer Zeit, in der die Welt aus den Fugen gerät.

    Carl, Artur und Isi wachsen in den 1910er Jahren in einer preußischen Kleinstadt auf, in einer Welt des Wandels: Nachkriegselend, politische Extreme, gesellschaftliche Zwänge.
    Mit feinem Humor und viel Gespür für Zwischenmenschliches erzählt der Autor über Figuren , die lebendig und voller Ecken und Kanten sind. Man leidet und hofft mit ihnen.

    Der Roman ist keine kitschige Rückschau, sondern ein ehrlicher, tiefgründiger Roman über das Erwachsenwerden in düsteren Zeiten. Und doch schimmert immer wieder Licht durch: Freundschaft, Liebe, Bücher – sie geben Halt, wo alles zu zerbrechen droht.
    Absolute Empfehlung für alle, die emotionale Entwicklung und historische Atmosphäre lieben.

  22. Cover des Buches Die Töchter der Tuchvilla (ISBN: 9783734110184)
    Anne Jacobs

    Die Töchter der Tuchvilla

    (271)
    Aktuelle Rezension von: Argentumverde

    Marie hat ihren Paul geheiratet und auch Pauls Schwestern Kitty und Elisabeth sind glückliche Ehefrauen. Aber dann bricht der 1. Weltkrieg aus und nicht nur, dass die Männer an die Front müssen, auch daheim wird das Leben immer schwieriger. Die Lebensmittel sind knapp, die Fabrik steht still, die Tuchvilla selbst wird zum Lazarett und jeden Tag wächst die Angst vor schlechten Nachrichten. 

    Im 2. Teil der Reihe begleitet der Leser unterschiedliche Charaktere mit den verschiedensten Lebensgeschichten. Er erlebt nicht nur das Leben in der Tuchvilla, sondern auch das der Familienmitglieder drumherum. Auch einige Angestellte rücken stärker in den Fokus. Dadurch bleibt es abwechslungsreich und man bekommt einen besseren Blick auf das gesamte Geschehen. Der Schreibstil ist leicht und flüssig, es wird nie zäh oder langatmig. Nicht jede Storyline ist gleich spannend und manchmal möchte man gerne zu bestimmten Themen schneller zurückkehren, aber man möchte auch keinen Handlungsstrang missen. Marie selbst gerät als Protagonistin leider ein kleines bisschen mehr in den Hintergrund und hätte gerne etwas mehr Raum im Buch haben dürfen. Ihre Liebesgeschichte kann der Leser hauptsächlich in Briefform mitverfolgen, durch den regen Briefverkehr den sie mit ihrem Mann Paul während seiner Zeit an der Front unterhält. Eine gut gestaltete Abwechslung im Buch.

    Mein Fazit: Mir hat der 2. Teil der Reihe fast besser als Teil 1 gefallen, da es nicht mehr ganz so realitätsfern zugeht und das Buch trotz seiner Länge sehr abwechslungsreich gestaltet ist. Die Vielzahl der unterschiedlichen Erzählstränge macht das Buch um ein Vielfaches interessanter. Nun freue ich mich definitiv auf Teil 3.

  23. Cover des Buches Das Erbe der Tuchvilla (ISBN: 9783734110191)
    Anne Jacobs

    Das Erbe der Tuchvilla

    (190)
    Aktuelle Rezension von: MarinaH

    Ich war sehr gespannt auf den dritten Band der “Tuchvilla Reihe”, da auch die anderen beiden Bände mir sehr gefallen haben. Bei diesem Buch war es nicht anders, es hatte mich von der ersten Seite an gepackt, ich habe sehr genossen es zu lesen.
    Das Cover ist schön gestaltet, es hat eine passende Farbpalette und man erkennt, dass alle Bücher aus der Reihe zusammengehören. Auch der Titel des Buches macht auf den Inhalt bezogen Sinn, was mit wichtig ist, wenn ich einen Roman lese.

    Ich habe es sofort genossen, wieder in das Leben der Melzers einzutauchen. Die ganzen Charaktere kommen mir selber schon vor wie eine große Familie, ich konnte mich nur schwer von dem Buch lösen.
    Unsere Protagonistin Marie war mir auch in diesem Band wieder sehr sympathisch, meiner Meinung nach ist sie hier sogar nochmal über sich selbst hinausgewachsen und hate ihren Charakter gestärkt. Auch Kitty und Lisa haben sich entwickelt und obwohl ich die beiden im ersten Band nicht ausstehen konnte, so sind sie mir, insbesondere Kitty, sehr ans Herz gewachsen. Von den männlichen Charakteren wurde ich leider enttäuscht, was in Romanen die ich lese, leider sehr oft der Fall ist. Ganz gleich was man für Eindrücke und Erwartungen an sie hat, irgendwann machen sie dies alles selbst wieder zunichte.
    Selbstverständlich gab es jedoch auch Figuren, die mir überhaupt nicht gefallen haben, doch ich nenne sie hier nicht, um den anderen Lesern den Spaß nicht zu rauben.
    Der Schreibstil war wieder sehr ansprechend, er war sehr flüssig und ich bin problemlos durch das Buch gekommen, nach einer Woche hatte ich es schon durch. Man konnte sich meiner Meinung nach, auch sehr in die Charaktere und ihre Gefühle reinversetzten und Empathie für sie aufbringen. Außerdem hat mir gefallen, dass Leo und Dodo auch ein wenig Raum im Buch bekommen haben.
    Die Autorin kann die historische Zeit in ihren Roman sehr genau und gut beschreiben, was mir sehr gefällt.

    Ich bin sehr gespannt wie es weitergeht und freue mich auf den nächsten Band.

  24. Cover des Buches Die Sammlerin der verlorenen Wörter (ISBN: 9783453428591)
    Pip Williams

    Die Sammlerin der verlorenen Wörter

    (123)
    Aktuelle Rezension von: AnnKat

    Der Roman ist ruhig erzählt und ich bin sehr gut reingekommen, was für mich vor allem an dem angenehmen Schreib- und Erzählstil lag. Obwohl nicht viel passiert, hat mir die Geschichte sehr gut gefallen. Sie lebt nicht von Spannung, oder unerwarteter Wendungen, sondern von den wirklich liebenswerten Charakteren. Unsere Protagonistin lernt im Verlauf ihres Lebens die verschiedensten Personen, jeglichen Alters und gesellschaftlicher Stellung kennen und die meisten davon schließt man direkt ins Herz. Zudem konnte ich die Figuren in ihrem Denken und Handeln sehr gut verstehen, auch wenn sich meine Lebensrealität stark von ihrer unterscheidet. In ihrem Leben steht Esme vor schwierigen Entscheidungen und sie muss auch den ein oder anderen Schicksalsschlag verkraften, wo ich kurz schlucken musste, weil ich insgeheim auf glücklichere Wendungen gehofft hatte. Aber gerade das hat Esme und ihrer Geschichte mehr emotionale Tiefe gegeben und sie authentisch gemacht. Interessant fand ich auch die verschiedensten Wörter und deren Definitionen, die immer wieder eingesträut wurden. 

    Einen Stern ziehe ich ab, da Esme und ihr Leben recht romantisiert dargestellt werden. Esme kommt aus priviligierten Verhältnissen, wird in kein gesellschaftliches Korsett gepresst, darf ihr Leben mehr oder weniger frei gestalten und auch die Männer, die in ihr Leben treten sind für damalige Verhältnisse sehr fortschrittlich in ihrem Denken. Das eher schwierige Leben als Frau zu diesen Zeiten bekommen wir eigentlich nur durch andere Charaktere mit, was ich teilweise schade finde.

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