Bücher mit dem Tag "erziehung"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "erziehung" gekennzeichnet haben.

326 Bücher

  1. Cover des Buches Das Kind in dir muss Heimat finden (ISBN: 9783424632828)
    Stefanie Stahl

    Das Kind in dir muss Heimat finden

    (278)
    Aktuelle Rezension von: julia-elysia

    Vor über einem Jahr habe ich das Buch "Jein! Bindungsängste erkennen und bewältigen" von Stephanie Stahl gelesen und fand es sehr, sehr gut und hilfreich. "Das Kind in dir muss Heimat finden" ist eines von ihren bekanntesten Büchern, weswegen ich es ebenfalls lesen wollte, allerdings konnte es mich überhaupt nicht überzeugen. Zwischenzeitlich lag es auch mehrere Monate unberührt herum, weil ich mich kaum dazu durchringen konnte, weiterzulesen, und jetzt, wo ich es weitergelesen habe, hatte ich ebenfalls starke Probleme, dranzubleiben.

    Ich denke, dass das Buch kaum denjenigen hilft, die sich bereits viel mit mentaler Gesundheit und ihren Traumata auseinandergesetzt haben. Daher konnten mich auch die vielen Übungen nicht wirklich abholen.

    Die Aufteilung zwischen dem Sonnen- und dem Schattenkind war mir auch irgendwie viel zu einfach gedacht. Meiner Meinung nach sind Menschen komplex und viele Eigenschaften und Erfahrungen verschwimmen ineinander und sind nicht klar zu trennen. In dem Buch wurde aber jegliches Verhalten entweder als Selbstschutz oder als Folge von irgendetwas bezeichnet, womit ich nicht ganz klar kam.

    Ich denke, dass das Buch durchaus hilfreich sein kann, aber insbesondere für diejenigen, die sich nicht allzu viel mit sich selbst und ihrer Vergangenheit auseinandergesetzt haben. Daher gibt es 1,5 Sterne von mir.

  2. Cover des Buches Ein gutes Omen (ISBN: 9783492281669)
    Terry Pratchett

    Ein gutes Omen

    (291)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Schon nach wenigen Seiten war für mich klar, dass dieser Roman einen ganz besonderen Ton trifft: herrlich schräg, klug, witzig und gleichzeitig überraschend warmherzig. Genau diese Mischung hat mich beim Lesen durchgehend begleitet und immer wieder begeistert.

    Da ich die Serie Good Omens bereits gesehen hatte, war ich besonders neugierig darauf, wie nah die Buchvorlage an der Umsetzung ist. Und ich muss sagen: Die Serie hält sich tatsächlich erstaunlich eng an den Roman, auch wenn es natürlich kleinere Änderungen gibt. Diese haben für mich aber überhaupt nicht gestört, sondern eher gezeigt, wie stark die Geschichte schon in ihrer ursprünglichen Form funktioniert.

    Besonders gefallen hat mir der feine, oft wunderbar absurde Humor. Ich musste beim Lesen immer wieder schmunzeln oder lachen, weil Neil Gaiman und Terry Pratchett es schaffen, eine Geschichte rund um Weltuntergang, Engel und Dämonen mit so viel Charme und Leichtigkeit zu erzählen. Gerade diese skurrile, pointierte Erzählweise macht den Roman so besonders und hebt ihn für mich von vielen anderen Büchern ab.

    Auch die Figuren tragen unglaublich viel zur Wirkung der Geschichte bei. Sie sind eigenwillig, lebendig und mit viel Gefühl für das Absurde geschrieben. Gleichzeitig steckt in der Geschichte aber mehr als nur Humor. Zwischen all den schrägen Momenten finden sich auch immer wieder nachdenkliche Töne, die dem Roman zusätzliche Tiefe geben, ohne dass er seinen lockeren Charme verliert.

    Für mich ist Ein gutes Omen deshalb weit mehr als nur die Vorlage zu einer bekannten Serie. Das Buch funktioniert vollkommen eigenständig und besitzt eine ganz eigene Magie. Es ist unterhaltsam, originell und auf eine sehr besondere Weise klug erzählt.

    Insgesamt hat mich der Roman wirklich positiv überrascht. Wer humorvolle, ungewöhnliche und charmant-chaotische Geschichten mag, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Ein gutes Omen verbindet Witz, Abenteuer und feine Zwischentöne zu einer Geschichte, die einfach auf ihre ganz eigene Art im Kopf bleibt.

  3. Cover des Buches Das Buch, von dem du dir wünschst, deine Eltern hätten es gelesen (ISBN: 9783548064598)
    Philippa Perry

    Das Buch, von dem du dir wünschst, deine Eltern hätten es gelesen

    (60)
    Aktuelle Rezension von: Kristin-Cs

    Dieses Buch nicht noch ein Ratgeber, was man als Eltern wie machen soll. Es spricht Kernthemen auf mitfühlende Weise an und macht Mut, auch wenn nicht alles perfekt in der Erziehung der eigenen Kinder gelaufen ist/ läuft. 


    Besonders gut hat mir der Abschnitt gefallen, in dem um die eigene Kindheit und die Muster die man dadurch in sich trägt, ging. 


    Es regt zum Nachdenken und ausprobieren an, damit sich die Bindungen zu den eigenen Kindern, verändern kann. Und Gefühle gesehen werden können.

  4. Cover des Buches Das Glasperlenspiel (ISBN: 9783518463574)
    Hermann Hesse

    Das Glasperlenspiel

    (287)
    Aktuelle Rezension von: Christine_Neumeyer

    Herr Hesse hat am Ende seiner Schaffenszeit eine Utopie geschrieben. Ein Gelehrter, ein Mönch, ein Regenmacher, ein Yogi, erzählen uns über die Veredelung des Menschen durch Meditation, geistige Bildung, Vertiefung. Diese Figuren sind sehr beseelt, sehr detailliert beschrieben. Wir werden Zeugen ihrer Gedanken, ihrer Schlussfolgerungen, welche oft zeitlos sind und auf die Probleme unserer Zeit übertragbar. Lesen und tiefe Konzentration veredeln den Menschen. Friede und Versöhnung für alle Menschen. An dieser Sehnsucht hat sich nichts geändert. Nicht allein die Geburt oder das Talent sind entscheidend. Talente ohne geistige Reife verkommen zu hochmütigen und an materiellen Dingen hängenden Menschen. Rivalität, Konkurrenz und Hass sind die Folge. Alles wunderbar. Aber leider dürfte Herr Hesse ein sehr distanziertes Verhältnis zu Frauen gehabt haben. Sie kommen über lange Strecken gar nicht vor. Erst zum Schluss schmücken sie seine Erzählungen, und bleiben dabei allzu oberflächlich beschrieben. Im besten Fall sind es kluge Ehefrauen und Mütter. Die in seiner Zeit traditonellen Rollenverteilungen stellt er in seiner Utopie nicht in Frage. Die Frauen bleiben im Hintergrund, als Mütter und Hausfrauen. Im schlimmsten Fall sind sie sogar die Ursache von Verirrungen und Hass. Keinesfalls sind sie zu geistiger Vertiefung fähig.

    Ich schätze den Tiefgang von Hermann Hesse, aber dieses Werk ist in seiner Überlänge leider nicht zeitgemäß und aufgrund der veralteten Rollenbilder wenig empfehlenswert.

  5. Cover des Buches Das andere Geschlecht (ISBN: 9783499227851)
    Simone de Beauvoir

    Das andere Geschlecht

    (68)
    Aktuelle Rezension von: julia-elysia

    Ich habe Auszüge des Buches in meinem Studium behandelt und es nun zu großen Teilen - allerdings nicht komplett - gelesen.

    Mit seinen knapp tausend Seiten ist das Buch keine kurze und einfache Lektüre. Simone de Beauvoir erklärt ausführlich, dass man nicht als Frau geboren, sondern zu dieser gemacht wird. Hierzu hat sie das Werk in zwei Teile geteilt. Der erste Teil befasst sich mit den Fakten und Mythen und ist in die Kapitel "Schicksal", "Geschichte" und "Mythos" unterteilt. Der zweite Teil befasst sich mit den gelebten Erfahrungen der Frau und genauer mit dem Werdegang, der Situation, den Rechtfertigungen und dem Weg zur Befreiung.

    Das Buch ist nichts für zwischendurch. De Beauvoir untersucht auf biologischer, historischer, philosophischer und soziologischer Ebene, inwieweit Frauen zum anderen Geschlecht (gemacht) wurden. An einigen Stellen wiederholt die Autorin sich; oft führt sie sogar ähnliche Aussagen, die sie bereits zu Beginn getätigt hat, später noch einmal auf.

    Dennoch hat sich de Beauvoir ausführlich mit dem Thema beschäftigt und sich auch insbesondere mit den biologischen und historischen Aspekt auseinandergesetzt, um diese, so wie sie seit Jahrhunderten weitergegeben werden, zu entkräften und den Ursprung der vermeintlichen biologischen und historischen Gegebenheiten zu erläutern.

    Trotz dessen ist das Werk auch noch über 70 Jahre nach Erscheinung von erschreckender Aktualität. Viele Passagen, die ich gelesen habe, haben immer noch ihren aktuellen Wert und haben sich bis heute nicht geändert. Auch wenn das Werk kein einfaches oder kurzes ist, würde ich dieses sehr empfehlen, zumindest auch ausschnittweise.

  6. Cover des Buches Ich bin Malala (ISBN: 9783426788271)
    Malala Yousafzai

    Ich bin Malala

    (297)
    Aktuelle Rezension von: Slothready

    Malala Yousafzai kämpft mutig dafür, dass alle Menschen die Chance auf Bildung haben, Lesen und Schreiben lernen dürfen und in Freiheit und selbstbestimmt leben können. Sie kämpft  mit allen Mitteln, riskiert dabei ihr eigenes Leben und wird von den Taliban beinahe getötet. In "Ich bin Malala" erzählt sie ihre Geschichte. Sie erzählt ihre Kindheit im Tal Swat in Pakistan, sie berichtet über die Verhältnisse dort und den Kampf der Menschen ums Überleben, sie erzählt von dem Tragischen Zwischenfall, bei dem sie beinahe gestorben wäre, von ihrem Weg zurück ins Leben und von ihrem Neubeginn im sicheren England.

    Das Buch ist ein beeindruckendes Zeugnis eines sehr mutigen Mädchens. Es eröffnet neue Perspektiven und lässt einen die Gegebenheiten in Pakistan, das Leben der Menschen dort und die Schwierigkeiten, mit denen sie zu kämpfen haben, etwas besser verstehen. Es hat mich mit Respekt dem jungen Mädchen gegenüber erfüllt, das für Dinge kämpft, die für uns selbstverständlich sind und es ließ mich dankbar zurück, dass ich in einem Land leben darf, in dem der Zugang zu Bildung für alle möglich ist, in dem Frieden herrscht und in dem die Menschen nicht täglich aufs Neue bedroht werden. 

    Der Inhalt von "Ich bin Malala" war großartig und beeindruckend, der Schreibstil war leider zu langatmig und und durch die vielen Eigennamen etwas mühsam zu lesen. Man hätte auch das ein- oder andere Kapitel ruhig etwas kürzer fassen können. Insgesamt war es aber ein tief bewegendes Buch, das einem neue Blickwinkel eröffnet und das ich sehr gerne weiterempfehle, um so manches Geschehen auf der Welt besser verstehen zu lernen.

  7. Cover des Buches Unterm Rad (ISBN: 9783518463529)
    Hermann Hesse

    Unterm Rad

    (847)
    Aktuelle Rezension von: Featherstone

    Inhalt:

    Sein Vater, seine Lehrer, der Pfarrer und überhaupt fast alle in seinem Heimatdorf sind sich einig, dass der junge Hans Giebenrath außergewöhnlich begabt ist und Großes von ihm zu erwarten ist. Mit viel Engagement, Durchhaltevermögen und Beharrlichkeit bereitet sich Hans auf das Landexamen vor, denn wer dieses besteht zählt zu den wenigen Privilegierten, die das Seminar in der Klosterschule in Maulbronn besuchen dürfen und vor denen eine glänze Zukunft liegt. Zunächst verläuft alles nach Plan, aber nach und nach beginnt Hans unfreiwillig von diesem streng vorgezeichneten Weg abzukommen und alles verändert sich für ihn schleichend und unaufhaltsam zum Schlechteren hin…

    „Über Hans Giebenraths Begabung gab es keinen Zweifel. […] Damit war seine Zukunft bestimmt und festgelegt.“ (S. 9)

    Meine Meinung:

    Da ich „Siddhartha“ und vor allem „Narziss und Goldmund“ sehr gemocht habe („Demian“ war leider weniger mein Fall) wollte ich nun auch „Unterm Rad“ eine Chance geben.

    „Unterm Rad“ ist ein sehr berührendes und nachdenklich stimmendes Buch, das einem in Erinnerung bleibt. Diese relativ kurze, geradlinig und unaufgeregt erzählte Geschichte besitzt dafür umso größere emotionale Wucht. Das Buch macht auf ein wichtiges Thema aufmerksam, das auch in der heutigen Zeit noch aktuell ist: Psychische Erkrankungen und die Schattenseiten der Leistungsgesellschaft. Es ist bemerkenswert, dass Hermann Hesse dieses Buch schon 1905 veröffentlicht hat, denn damals waren psychische Erkrankungen noch weit weniger im Bewusstsein der Öffentlichkeit und man hatte weniger Verständnis dafür als heutzutage.

    Der Einstieg in die Geschichte fällt leicht. Man kann sich sehr gut in Hans hineinversetzen, weil Hermann Hesse bei der Schilderung von dessen Gefühlen und Gedanken viel Einfühlungsvermögen und ein hohes Maß an Sensibilität beweist. Hans ist ein gutmütiger, sensibler, zurückhaltender, höflicher, intelligenter und fleißiger Junge, den man schnell ins Herz schließt. Hans ist jemand, der es jedem recht machen möchte und der seine eigenen Bedürfnisse hintenanstellt. Er will die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllen und übernimmt die Pläne, die die Erwachsenen mit ihm haben als seine eigenen und verinnerlicht sie. Hans nimmt es klaglos hin als sein Vater und seine Lehrer ihm immer mehr Lernstoff aufbürden. Schon bald hat Hans fast gar keine Freizeit mehr in der er seinen Hobbys nachgehen kann.

    Bereits zu Beginn der Geschichte (als für Hans noch alles sehr gut läuft) bereiten einem gewisse Dinge ein wenig Unbehagen und man hat zuweilen ein ungutes Gefühl. Man hat nämlich den Eindruck, dass die Personen in Hans‘ Umfeld viel zu sehr auf seine Leistungen schauen und dazu neigen den Menschen dahinter vergessen. Hans scheint vorwiegend geschätzt zu werden, weil er „der Stolz der Stadt“ ist. Ihm wird dadurch der Eindruck vermittelt, dass man ihn nicht seiner Persönlichkeit wegen mag und beachtet, sondern aufgrund seiner herausragenden schulischen Leistungen. Nicht einmal Hans‘ Vater ist in dieser Hinsicht eine Ausnahme. Außerdem wird von allen Seiten sehr großer Druck auf Hans ausgeübt und jeder will ihn zu Höchstleistungen antreiben. Erschwerend kommt hinzu, dass zugleich auch nicht auf Hans‘ Sorgen und Ängste eingegangen wird und diese sogar als unbedeutend abgetan werden:

    „Du weißt, dass wir alle Hoffnungen auf dich setzen. Im Latein erwarte ich eine besondere Leistung von dir.“ – „Wenn ich aber durchfalle“, meinte Hans schüchtern. „Durchfallen?!“ Der Geistliche blieb ganz erschrocken stehen. „Durchfallen ist einfach unmöglich. Einfach unmöglich! Sind das Gedanken!“ (S. 15)

    Als Hans in die Klosterschule kommt hofft man sehr, dass das Internatleben guttut. Tatsächlich findet Hans in dem eher unangepassten, leicht rebellischen und impulsiven Hermann auch endlich einen Freund. Obwohl die beiden charakterlich sehr unterschiedlich sind verstehen sie sich prächtig und werden schon bald unzertrennlich. Leider gibt es aber schon bald Probleme: Hermann fällt bei den Lehrern in Ungnade woraufhin diese es allen Schülern für unbestimmte Zeit untersagen mit Hermann auch nur zu sprechen. Hans sieht sich somit gezwungen seinem Freund den Rücken zu kehren. Gewissenskonflikte und Schuldgefühle sind damit natürlich vorprogrammiert. Wie die Lehrer hier einen Schüler zum Aussätzigen erklärt haben und ihn völlig von den anderen isoliert haben hat mich fassungslos und wütend gemacht. Es handelt sich immerhin um minderjährige Schüler, die weit von Zuhause entfernt leben und die daher vor Ort außer ihren Mitschülern keinerlei Bezugspersonen haben. Auch sonst sind die pädagogischen Methoden zur damaligen Zeit aus heutiger Sicht sehr erschreckend. So droht den Schülern beispielsweise bei regelwidrigem Verhalten der Karzer. 

    Es ist bedrückend und traurig mitanzusehen wie es Hans dann im Laufe der Geschichte zunehmend schlechter geht. Der große Druck unter dem er steht und die Angst vor dem Scheitern machen ihm immer mehr zu schaffen. Es plagen ihn Albträume, er hat ständig Kopfschmerzen und er fühlt sich gestresst, ruhelos, gehetzt, antriebslos und niedergeschlagen. Als Leser ist man aber leider die einzige Person, der das frühzeitig bzw. der das überhaupt auffällt. Niemand bemerkt wie sehr Hans im Stillen zu leiden beginnt:

    Keiner […] sah hinter dem hilflosen Lächeln des schmalen Knabengesichts eine untergehende Seele leiden und im Ertrinken angstvoll und verzweifelnd um sich blicken. (S. 111)

    Erst als sich Hans‘ schulische Leistungen verschlechtern fällt ihnen auf, das etwas nicht stimmt. Es werden dann jedoch nur halbherzige bzw. gar keine Versuche unternommen um die Situation für ihn zu verbessern und ihm aus seinem Elend herauszuhelfen. Stattdessen ist man schlicht enttäuscht von ihm, grenzt ihn aus und wendet sich von ihm ab, weil er es nicht länger wert ist, dass man ihm viel Aufmerksamkeit schenkt:

    Er war kein Gefäß mehr, in das man allerlei hineinstopfen konnte, kein Acker für vielerlei Samen mehr; es lohnte sich nimmer, Zeit und Sorgfalt an ihn zu wenden. (S. 116)

    Hans hat mir furchtbar leidgetan und ich habe mir große Sorgen um ihn gemacht. Man wünscht es sich in vielen Momenten richtiggehend ihm eine Hand auf die Schulter legen zu können, ihm Mut zuzusprechen und ihn zu trösten. Sein Scheitern ist für Hans eine große Enttäuschung und eine demütigende Erfahrung. Manche Leute verspotten ihn auch noch deswegen. Außerdem kehren ihm viele den Rücken, weil er für sie nun nicht länger interessant ist. 

    Diese Geschichte ist eine ohne Happy End und das macht sie umso eindrücklicher und bewegender. Diejenigen, die zu Hans‘ Unglück beigetragen haben haben leider rein gar nichts aus dem Geschehenen gelernt und hinterfragen ihr eigenes Verhalten Hans gegenüber in keiner Weise. Nicht einmal Hans‘ Vater ist da keine Ausnahme. Einzig der Schumacher Flaig (ein weitgehend unbeteiligter Beobachter der Geschehnisse) macht sich in dieser Hinsicht Gedanken. Man hat daher den Eindruck, dass sich eine Geschichte wie die von Hans jederzeit wiederholen könnte und das hat mich ziemlich niedergeschlagen und traurig zurückgelassen. Es gab keinen Hoffnungsschimmer.

    Fazit:

    Dieses Buch sollte man auf keinen Fall lesen, wenn man ohnehin schon etwas traurig ist. Es ist nämlich eine Geschichte, die sehr bedrückend, dramatisch und hoffnungslos ist. Man muss hilflos mitansehen wie Hans im Stillen leidet, ihm keiner hilft und schließlich alles sehr traurig endet. Es ist eine sehr berührende Geschichte über ein ernstes Thema, die einem nicht so schnell loslässt und die einem nachdenklich stimmt. Hermann Hesses Schreibstiel ist auch in diesem Buch wunderschön.

    Ich hätte mir gewünscht, dass es am Ende zumindest einen kleinen Funken Hoffnung gibt und einige der handelnden Personen ihr Verhalten Hans gegenüber überdenken. Daher nur vergebe ich nur 4 statt 5 Bewertungssterne. Vielleicht ist es aber auch etwas unfair bloß deswegen einen Stern abzuziehen.

     

  8. Cover des Buches Oje, ich wachse! (ISBN: 9783442178230)
    Hetty van de Rijt

    Oje, ich wachse!

    (96)
    Aktuelle Rezension von: DerKleinesz

    'Oje, ich wachse' wurde uns von unserer Hebamme empfohlen, vorher kannten wir dieses Buch gar nicht. Vorab kann ich schon mal sagen, dass wir froh sind, ihrer Empfehlung nachgekommen zu sein.

    Nach einer kurzen Einleitung werden in mehreren Kapiteln auf die geistigen Sprünge eines Babys eingegangen. Dabei wird beschrieben, welche Schwierigkeiten und Merkmale der Sprung mit sich bringt und wann der Sprung zu erwarten ist. Auch an praktischen Tipps mangelt es nicht.
    Am besten hat mir gefallen, dass in jedem Kapitel eine Checkliste verfügbar ist, welche zu welchen Aktionen das Baby nach dem Sprung imstande sein könnte. Anhand dieser Liste konnten wir genau beobachten, dass unser Baby tatsächlich nach einer schwierigen Phase die eine oder andere Fähigkeit neu erworben hat.

    Das Buch gab uns mehr Selbstsicherheit, in den schwierigen Phasen mit dem Baby gut zurechtzukommen. Dies war so wertvoll für uns, dass wir es nicht bereut haben, das Buch gekauft zu haben, auch wenn das Buch in meinen Augen einige Schwächen hat.

    Eine der Schwächen des Buches sind die Wiederholungen der Eigenschaften der schwierigen Phase. Denn um Grunde besteht sie darin, dass im Gehirn des Babys umstrukturiert wird, die Welt des Babys auf den Kopf gestellt wird und es deshalb mehr zu Mama und Papa will, wo es geborgen ist. Dies wird meines Erachtens zu oft wiederholt.
    Des Weiteren erweckt die Checkliste zu hohe Erwartungen, was das Kind nach jedem Sprung können sollte, auch wenn im Buch betont wird, dass es auch in OK ist, dass das Baby die betroffenen Aktionen erst später ausführen kann.

    Insgesamt ist es ein gutes Sachbuch, welches über das Verhalten eines Babys in den ersten Monate aufklärt.

  9. Cover des Buches Gottlos (ISBN: 9783365008355)
    Karin Slaughter

    Gottlos

    (1.092)
    Aktuelle Rezension von: Lorixx

    Ich habe diese Reihe vor Jahre schon einmal verschlungen und jetzt wieder hervorgeholt, um sie noch einmal zu lesen.

    Die Bücher der "Grant Conty"-Serie nehmen einen mit in diese Kleinstadt, in der Dr. Sara Linton als Kinderärztin und Gerichtsmedizinerin arbeitet. Ihr (Ex-)Mann Jeffrey Tolliver ist der hiesige Polizeichef. Ihnen zur Seite stehen neben Lena Adams, einer Polizistin, noch andere wiederkehrende Charaktere zur Seite.  Sie wirken alle sehr authentisch und jeder von ihnen hat seine Eigenarten. Ich bin ein großer Fan von Tolliver und Linton!

    In diesem Teil haben sie es mit dem Mord an einem Mädchens zu tun, welches offensichtlich lebendig begraben worden war.. Als ihre Schwester plötzlich verschwindet, nehmen die Ermittlungen an Fahrt auf. 
    Es wird sehr spannend und die Autorin nimmt auch hier wieder kein Blatt vor den Mund. Das macht es auch so authentisch, fesselnd und reißt einen richtig mit.

    Neben dem spannenden Fall gibt es natürlich hier wieder viel aus dem Privatleben der beiden Hauptcharaktere, was diese Reihe so besonders macht. Das ist immer win bisschen, wie wieder nach Hause zurückzukehren. Deshalb sollte man alle Bücher in der richtigen Reihenfolge lesen, um in den ganzen Genuß zu kommen.

    Die Cover der Bücher sind alle neu aufgelegt worden und passen jetzt optisch zu all den anderen Bücherreihen der Autorin.

  10. Cover des Buches Der Schwarze Thron - Die Schwestern (ISBN: 9783764531447)
    Kendare Blake

    Der Schwarze Thron - Die Schwestern

    (430)
    Aktuelle Rezension von: Gwynn

    Die Grundidee von Der schwarze Thron ist eigentlich stark: drei Schwestern, die als Spielbälle der Politik und des Machtkampfes mächtiger Familien gegeneinander antreten, während sogar die Priesterinnen ihre Fäden ziehen. Auch die Idee der Ehegattenanwerber vom Festland klingt theoretisch spannend. In der Praxis aber rückt der Fokus oft auf repetitiv erzählte Liebesgeschichten und Alltagsszenen, die weder die Handlung voranbringen noch den Figuren mehr Tiefe verleihen.

    So bleibt die Geschichte zwar durchdacht und hat ihre atmosphärischen Höhen, zieht sich aber zwischen langen, blassen Passagen immer wieder zäh dahin. Die Schwestern selbst sind schwer auseinanderzuhalten, die Charakterzeichnung bleibt oberflächlich, und am Ende fehlt die Magie und die Wucht, die aus dieser düsteren Prämisse eigentlich ein packendes Machtspiel hätten machen können.

    Ich war hin- und hergerissen: Spannende Höhen haben mich zum Weiterlesen bewegt und ich habe alle Bände bis zum Ende verfolgt. Doch es wird keine Triologie sein, die ich noch einmal zur Hand nehme, um mit den Figuren zu leiden oder zu hoffen. Dafür fehlt am Ende schlicht die Tiefe.

  11. Cover des Buches Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn (ISBN: 9783407864222)
    Danielle Graf

    Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn

    (79)
    Aktuelle Rezension von: Simba99

    Das Buch hilft mir auf jeden Fall eine etwas andere Sichtweise einzunehmen und es bringt mich zum Nachdenken, und dazu andere Lösungsansätze zu finden. Mal sollte wirklich an alles viel gelassener rangehen!

    Auf jeden Fall sehr interessant! Meiner Meinung nach eine super Lektüre für ALLE Eltern! Kann ich nur empfehlen!

  12. Cover des Buches Schloss aus Glas (ISBN: 9783455012446)
    Jeannette Walls

    Schloss aus Glas

    (443)
    Aktuelle Rezension von: buchstaeblichverliebt

    📌 "Das Leben ist ein Drama voller Tragik und Komik." - S. 176

    Die Geschichte, vernachlässigter Kinder und vom Leben überforderter Eltern, schildert das Leben der Autorin selbst.

    Jeannette Walls schafft es so anschaulich und mit Witz und Wärme von den bedauernswerten Umständen in ihrer Kindheit zu erzählen, dass man fast glaubt man sei dabei gewesen und das ganze Überleben sei ein großes Abenteuer- auch wenn die Tragik der Handlung nicht verkennbar ist.

    Großartig. 


  13. Cover des Buches Seit du bei mir bist (ISBN: 9783453422421)
    Nicholas Sparks

    Seit du bei mir bist

    (174)
    Aktuelle Rezension von: luckytimmi

    Russ ist glücklich mit seiner Frau Vivian und seiner 5jährigen Tochter London. Als er sich selbständig macht, fängt seine Frau an zu arbeiten und ist immer seltener zu Hause. Plötzlich bekommt ihre Ehe Risse. Sein neuer Job läuft nicht gut, und da Vivian den ganzen Tag weg ist, auch mal über Nacht, muss er sich mehr um seine Tochter kümmern. Und er merkt, wie schön es ist, sich mit seiner Tochter abzugeben, aber auch, dass Vivians Verhalten immer komischer und unberechenbar wird. Doch sein Leben ist ein weiteres Auf und Ab …

    Ich fand das Buch einfach wunderschön. Ich habe mit Russ mitgelitten und mich mitgefreut. Es passiert so viel, dass ich gar nicht aufhören konnte zu lesen. Und Russ war mir total sympathisch, während Vivian megaunsympathisch war. Für Fans von emotionalen Romanen ist das Buch ein absolutes Muss.

  14. Cover des Buches Das Labyrinth der Wörter (ISBN: 9783455001945)
    Marie-Sabine Roger

    Das Labyrinth der Wörter

    (642)
    Aktuelle Rezension von: MLS

    „Das Labyrinth der Wörter“ ist eine liebevolle, warmherzige Geschichte mit einem sehr einfühlsamen Schreibstil. Besonders schön fand ich die Entwicklung der Charaktere – sie wurden mit viel Tiefe und Menschlichkeit gezeichnet.

    Trotzdem hat mir persönlich etwas gefehlt: Die Handlung war für meinen Geschmack zu ruhig und spannungsarm, sodass es mir schwerfiel, wirklich dranzubleiben. Es fehlte einfach ein gewisser Zug oder Wendepunkt, der mich neugierig gemacht hätte, wie es weitergeht.

    Nichtsdestotrotz ist es ein schön geschriebenes Buch, das leise berührt – besonders für Leser*innen, die eher ruhige, charaktergetriebene Geschichten mögen.

  15. Cover des Buches Jane Eyre (ISBN: 9783988288950)
    Charlotte Brontë

    Jane Eyre

    (215)
    Aktuelle Rezension von: Schlehenfee

    Die Geschichte der Waise Jane Eyre, die von ungeliebten Verwandten auf ein Internat geschickt wird und später als Gouvernante auf Thornfield Hall arbeitet und sich in Mr Rochester verliebt, der allerdings ein dunkles Geheimnis hat, ist ein wunderbarer Klassiker, den ich vor Jahren bereits einmal auf Deutsch gelesen hatte.

    Nun habe ich mich am Original versucht.

    Sprachlich gesehen verlangte mir Charlotte Brontë dabei alles an Konzentration und Vokabelkenntnissen ab, die ich habe. Ich habe mich schwerer getan als erwartet, da ich durch die deutsche Übersetzung keinen solch komplexen Schreibstil erwartet hatte. Hätte ich das Buch zuerst in der Originalfassung gelesen, wäre ich vermutlich nicht so begeistert gewesen.

    Doch meine damalige Begeisterung ließ sich wieder durch den Charakter von Jane entfachen. Auf ihre Entwicklung konnte ich diesmal mein besonderes Augenmerk legen, da ich das Geheimnis Mr Rochesters bereits kannte. Jane ist eine starke Frau, die sich durch Rationalität und ihr Gewissen leiten lässt. Sie ist das Gegenteil der oberflächlichen Damen, die Mr Rochester zu umgarnen versuchen. Hinter ihrem einfach gekleideten Äußeren verbirgt sich ein Mensch, der viel Liebe zu geben vermag und sich selbst nicht zu wichtig nimmt. Jane auf ihrem Weg zu begleiten ist ein großes Vergnügen.

    Ich denke, dass die Attraktivität dieses Klassikers auch heute noch in der Charakterstärke von Jane Eyre liegt und natürlich in der schönen Liebesgeschichte zwischen ihr und Rochester. Da stört es mich auch nicht, dass ich viel Konzentration beim Lesen aufbringen musste, um die Originalfassung Charlotte Brontës zu verstehen.



  16. Cover des Buches Ostfriesenblut (ISBN: 9783945386675)
    Klaus-Peter Wolf

    Ostfriesenblut

    (304)
    Aktuelle Rezension von: schnegge1998

    Der zweite Band der beliebten Ostfriesenkrimi-Reihe ist wieder super spannend und Ann Kathrin Klaasen überzeugt mit wahnsinnigen Ermittlungen. Bereits zu Beginn des Buches wird es sehr dramatisch: Eine Leiche wird direkt vor ihrer Haustür abgelegt. Es wird schnell klar, dass der Täter Ann Kathrin gezielt ausgewählt hat. Der Krimi entwickelt sich spannend und geht in die Abgründe der menschlichen Psyche. Die Charaktere sind sehr gut beschrieben und besonders gut gefällt mir, dass das persönliche Leben der Ermittlerin immer wieder mit in das Buch verschmilzt. Auch die raue Atmosphäre des Nordens und die Schönheit des Wattenmeeres bzw. der Nordseeküste, verleiht dem Buch einen regionalen Charme. Die Mischung des Buches ist grandios und war genau das richtige für mich. Ich kann es nur weiterempfehlen und starte direkt mit Band 3.

  17. Cover des Buches Warum unsere Kinder Tyrannen werden (ISBN: 9783442171286)
    Michael Winterhoff

    Warum unsere Kinder Tyrannen werden

    (142)
    Aktuelle Rezension von: OMess83

    Leider wurde Michael Winterhoff ja medial völlig zerrissen und in einer Art moderner Hexenjagd mundtot gemacht. Habe viele seiner Bücher gelesen und fand seinen Ansatz immer äußerst hilfreich für meine pädagogische Arbeit. Mit dem Buch "Warum unsere Kinder zu Tyrannen weren" fing meine Begeisterung für Winterhoffs Theorie an. Ich habe mich in den letzten Jahren oft gefragt, warum der Autor so geächtet wird. Aber es entspricht dem Zeitgeist, unbequeme Menschen mit traditionellen, konservativen Werten mundtot zu machen, was ich in einem freiheitlich-demokratischen Staat sehr fragwürdig finde. Ich kann Winterhoffs Arbeit immer noch sehr viel abgewinnen und würde mir wünschen, dass auch nicht dem Mainstream genehme Ansichten im gesellschaftlichen Diskurs wieder ihren Platz finden dürfen.

  18. Cover des Buches Bindung ohne Burnout (ISBN: 9783407868114)
    Nora Imlau

    Bindung ohne Burnout

    (26)
    Aktuelle Rezension von: Phini

    ...für Eltern und insbesondere Mütter, die leider noch immer sehr viel allein tragen. 

    Ich liebe das Konzept von "moralisch neutral".

    Ich liebe alles an diesem Buch. Die Leichtigkeit die es mir gegeben hat und die "Absolution" oder Erlaubnis genau meinen Weg zu gehen in meiner Mutterschaft und warum sich genau dieser Weg lohnt.

    Nora Imlau ist für mich eine Ikone, ein Vorbild, einfach bewundernswert. Die Worte die sie benutzt holen mich genau da ab, wo ich stehe. Ich erwartete ein großartiges Buch und wurde dennoch positiv überrascht. 

  19. Cover des Buches Kim Jiyoung, geboren 1982 (ISBN: 9783462007541)
    Cho Nam-Joo

    Kim Jiyoung, geboren 1982

    (494)
    Aktuelle Rezension von: PinapinaPinapia

    In dem Roman wird das Leben von Kim Jiyoung beschrieben, die Mutter wird. Vor allem geht es um die sexistische Diskriminierung, die sie an jeder Stelle ihres Lebens erfährt.

    Die Autorin Cho Nam-Joo nutzt eine klare und ruhige  Sprache. Es ist leicht in ihre Geschichte einzutauchen und am Leben der Hauptfigur teilzunehmen, auch wenn manchmal viele Zitate aus verschiedenen Statistiken passend zum Thema im Text vorkommen. 

    Ich fand es sehr bedrückend zu lesen und hatte ständig das Bedürfnis zu schreien, um diesen Ungerechtigkeiten, die ihr und so vielen anderen Frauen ebenfalls passieren einen Laut zu geben. 

  20. Cover des Buches Schnall dich an, sonst stirbt ein Einhorn! (ISBN: 9783499634031)
    Johannes Hayers

    Schnall dich an, sonst stirbt ein Einhorn!

    (75)
    Aktuelle Rezension von: ValerieSchussel

    Kinder wollen doch nur reingelegt werden! Zumindest bekommt man diesen Anschein, wenn normale elterliche Anordnungen nicht befolgt werden. Viele Eltern haben ihre besten Tricks aufgeschrieben, was bei ihnen besonders gut gefruchtet hat. Als Leser bekommt man somit viele Anreize, wie es bei nächster Gelgenheit besser funktionieren könnte. Da geht es nicht nur ums Gemüse, das das Kind nicht essen will.

  21. Cover des Buches Honigtot (ISBN: 9783492307253)
    Hanni Münzer

    Honigtot

    (426)
    Aktuelle Rezension von: Azyria_Sun

    Worum geht’s?

    Nach dem Tod ihrer Großmutter Deborah finden Felicity und ihre Mutter unter den hinterlassenen Unterlagen ein auf Hebräisch geschriebenes Tagebuch. Ein Tagebuch, das tiefe Abgründe in Deborahs Vergangenheit offenbart und aus dem Felicity und ihrer Mutter vieles klar wird.

     

    Meine Meinung:

    Der historische Roman „Honigtot“ von Hanni Münzer ist der erste Teil der Honigtot-Saga, ein Buch, das es wirklich in sich hat. Ich war sofort im Schreibstil der Autorin drin, der zwar intensiv ist, aber auch packend und lebendig.

     

    In dem Buch lernen wir am Anfang und am Ende kurz Felicity und ihre Mutter kennen, lesen aber hauptsächlich aus dem Tagebuch von Felicitys Großmutter Deborah, welches diese in Romanform verfasst hat. Deborah ist eine eindrucksvolle Frau, die im 2. Weltkrieg als Halbjüdin viel erlebt und durchlebt hat. Auch ihre Mutter Elisabeth und ihre Freundin und Vertraute Marlene lernen wir kennen. Ebenfalls starke Frauen, die alles für ihre Familie und ihre Freunde tun. Es war mir eine unglaubliche Ehre, diese Frauen kennenlernen zu dürfen!

     

    Zunächst begleiten wir Elisabeth ein Stück, die nach dem Verschwinden ihres Mannes Gustav eine Ehe mit einem Obersturmbannführer eingeht, um ihre halbjüdischen Kinder vor dem Tod zu retten. Danach begleiten wir Deborah selbst, wie sie durch die Wirren des Krieges kommt. Und was wir hier lesen dürfen, ist wirklich spannend und anders. Ja, Elisabeth und Deborah sind wohlhabend und besser gestellt und haben daher sicher bessere Voraussetzungen als „normale“ Menschen in dieser Zeit. Dennoch gewährt uns die Autorin hier, basierend auf teils wahren Charakteren und vielen schrecklichen Fakten, grausame Einblicke in eine Welt, von der wir sonst eher wenig lesen. Wie rettet man sich vor der Verfolgung durch die Nazis? Wie hat man versucht, zu flüchten? Sich und andere zu retten? Und wie haben die Spione agiert, kommuniziert, sich unter die Nazi-Größen gemischt? Es sind wirklich außergewöhnliche und tiefgründige Einblicke, die wir hier in einer perfekten Mischung aus Fakt und Fiktion erleben dürfen. Es ist so lebendig, grausam, kalt und immer wieder hoffnungsvoll – ein unglaublicher Roman, der wirklich tief unter die Haut geht. Es ist fesselnd, spannend, emotional und ein Buch, das mich mitgerissen hat, hinein in eine grauenhafte Zeit. Und ein Buch, das es geschafft hat, mich beim Lesen so hineinzuziehen, dass auch ich das Gefühl hatte, helfen zu müssen, fortlaufen zu müssen, spionieren zu wollen! Ein wirklich tolles Buch, das man einfach gelesen haben muss! Ein Buch, das unglaublich spannende Eindrücke gibt und noch lange zum Nachdenken anregt!

     

    Fazit:

    Mit ihrem Roman „Honigtot“ nimmt uns Hanni Münzer mit in eine grauenvolle Zeit. Wir erleben, wie Elisabeth für ihre Kinder kämpft und welche Mittel sie hier hat und einsetzt. Wie Deborah zur Spionin wird. Wir bekommen Einblicke in Folter, Verfolgung und Spionagetätigkeit und ich habe so viel Neues erfahren und miterlebt, es war einfach unglaublich! Die Mischung aus Fakt und Fiktion war genial und hat ein so lebendiges Szenario erschaffen, dass ich nicht aufhören konnte zu lesen und selbst das Gefühl hatte, mittendrin im Geschehen zu sein.

     

    5 Sterne von mir!

  22. Cover des Buches Es (ISBN: 9783837140538)
    Stephen King

    Es

    (56)
    Aktuelle Rezension von: Flaventus

    Es ist nach „The Stand“ das zweitlängste Buch von Stephen King. Da wundert es wenig, dass diese Hörbuchfassung mit einer Länge 52 Stunden und 3 Minuten sehr umfangreich ist. Weniger verständlich ist, weshalb sie sieben Stunden länger dauert als die englische Originalfassung. Eingesprochen wurde es wieder von David Nathan, der wieder einmal unter Beweis stellen konnte, wie gekonnt er ein solches Werk einsprechen kann und damit die Stimmung der Geschichte sehr gut wiedergibt.

    Es sind sicherlich Bücher wie diese, weshalb Stephen King eine zu derbe Sprache vorgeworfen wird. Es finden sich im Buch immer wieder politisch sehr unkorrekte Phrasen wieder, so dass die Diskussionen um das sogenannte „N‑Wort“ als Bezeichnung für schwarze Menschen wie ein Kindergeburtstag klingen. Auch die „Makel“ der Hauptfiguren, die zum Klub der Verlierer gehören, sind alles andere als politisch korrekt. So stottert Bill, während Ben stark übergewichtig ist, Mike ein Schwarzer und Stan ein Jude. Beverly ist arm, Richie Brillenträger, der sein loses Mundwerk nicht unter Kontrolle hat, und Eddie ist klein und kränklich.

    Ich habe das Buch Anfang der 90er zum ersten Mal gelesen und war erstaunt, was ich alles bis heute vergessen hatte. Passend zur Geschichte, denn diese ist in meinen Augen von Stephen King genial aufgebaut. Das Buch wird in zwei Zeiten erzählt. Zum einen spielt die Handlung im Jahre 1958, als sich die sieben Kinder im Alter von plusminus 11 Jahren zusammenfinden und den Klub der Verlierer gründen und zum anderen im Jahre 1985, als sie sich zum zweiten Mal zusammenrotten. Und beide Male, um gegen Es zu bestehen.

    Das Besondere dabei, dass sechs Kinder Derry verlassen haben (die Ortschaft in Maine, in der sich das Drama abspielt), alle erfolgreich wurden, kinderlos blieben und alles vergessen haben, was damals passierte. Erst nach und nach kommen die Erinnerungen wieder und jeder erzählt davon, was ihm widerfuhr. Diese beiden Zeitlinien mit den jeweiligen Erzählungen verlaufen mehr oder minder parallel, da King immer wieder in einem Kapitel und einer Zeitlinie einen Satz unterbrach, um ihn im nächsten Kapitel und in der anderen Zeitlinie zu vollenden. Vor allem als Hörbuch hat es viel Spaß gemacht, dieser Verstrickung zu folgen.

    Mir war auch vollkommen entfallen, dass King relativ viele Informationen zum „Es“ zusammengetragen hatte, die in den Verfilmungen gar keine Rolle gespielt hatten. Es gibt zwar die ein oder andere Logiklücke in diesem Konstrukt, aber seis drum, das verzeihe ich dem Autor.
    (Eine der heftigsten: Die Schildkröte und Es leben in einer Art Parallelwelt und sind als übermächtige Wesen von den Menschen nicht in ihrer wahren Gestalt zu ertragen. Es gibt noch ein mächtigeres Wesen, dass die beiden erschuf. Allein das ist schon, naja, zumindest  eine fragwürdige alternative Welt. Wieso aber Es weiblich sein muss, und auf der Erde Eier legen möchte, die unvorstellbar lange in ihr gereift sind, passt so überhaupt gar nicht zu einem quasi unsterblichen Wesen.)

    Fazit

    Dieses Buch gilt heutzutage als Klassiker der Horror-Literatur und hat Stephen King neben anderen frühen Werken den Stempel des „Horror-Autors“ aufgedrückt. Die Idee, einen Clown als Horror-Figur zu verwenden war auch damals nicht neu, aber durch dieses Buch ist diese Figur sicherlich so bekannt geworden. So derb die Sprache des Romans auch ist, so gut ist er erzählt.

    Ich finde, dass dies eines jener Bücher ist, die man bedenkenlos mehrmals lesen und hören kann, ohne dass es langweilig wird. Und leider gibt es heutzutage viel zu wenig gute Horrorbücher, die sich mit solchen Werken messen lassen können.

  23. Cover des Buches Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn (ISBN: 9783407865045)
    Danielle Graf

    Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn

    (16)
    Aktuelle Rezension von: CherryFairy

    Inhalt

    Ratgeber für Kinder im Alter von 5-10 Jahren

    Auch als Hörbuch verfügbar 

    Meine Meinung 

    Vorab ich kenne bereits das Buch der Autorinnen für die Altersklasse 1-4 und habe es geliebt, es war für mich ein wahrer Augenöffner und es hat mir wirklich sehr geholfen!

    Nun zu diesem Buch der angegebenen Altersklasse 5-10, ich hatte oft das Gefühl die Autorinnen reden einfach nur Blödsinn, um das Buch mit Seiten zu füllen. Warum erläutere ich nun, angefangen davon das sie zum einen sehr häufig erwähnten wie gut ausgebildet sie doch in „Kinder verstehen und mit ihnen umgehen können“ sind, wird im nächsten Moment aber erzählt wie fahrlässig oder faul sie doch selbst sind. 

    Beispiele dazu:
    Ihr Sohn (1,5 Jahre)brachte selbstständig den Müll raus, auch wenn er gerade erst das Laufen gelernt hatte. 

    -> Finde ich an sich nicht schlimm, aber bei der Erwähnung, dass er zusätzlich zum Tragen viele Treppen dafür bewältigen musste und er das Laufen aber noch nicht lange beherrschte finde ich dies weniger geeignet, da ist ein böser Sturz nicht unrealistisch!

    Autorinnen Mutter: „Ich selbst kann nicht kochen“- ihre 4/5 jährige Tochter hingegen interessierte sich dafür, also schickte die Mutter sie zu einer Bekannten/Freundin die kochen kann und lernte da selbstständig zu kochen, ab da an kochte sie für die Familie ganze Menüs. Es wird explizit erwähnt das dieses kochen alleine und selbstständig passierte inklusiven allen echten und scharfen Werkzeugen dazu. Einzige Ausnahme vor Fett in der Pfanne hatte sie Angst. ( Es wird nicht erwähnt das die Mutter dabei blieb, später unten im Text dazu mehr).

    Mit 7 hatte die Tochter eine Kuchen- Backphase…und so geht es weiter, also wir reden hier von einem 4-7 Jahre alten Mädchen, auch wenn es Ausnahmen gibt die mit solchen Aufgaben schon klar kommen würden, finde ich es ehr anmaßend das als „selbstverständlich und Bedürfnisorientiert“ darzustellen, dem Kind alles alleine übernehmen zu lassen, besonders wenn es um scharfe Gegenstände, Backöfen , Herdplatten und Co. geht. Sowas sollte „kontrolliert“ ablaufen und nicht dargestellt werden, als ob das eine Kleinigkeit wäre und dabei nichts passieren könnte, nicht jedes Kind oder jedes Elternteil geht damit sicher und verantwortungsvoll um!

    Mit 6 Jahren wandte sich die Tochter dann dem nähen und bügeln zu , da im Haushalt (eigene Aussage der Autorin)aber bis dato nie gebügelt wurde, kaufte sie der Tochter ein kleines Bügeleisen für kleine Hände… also was macht die Autorin überhaupt im Haushalt alleine?

    Zumal sie selbst sagt das in ihrem Haushalt nicht gebügelt wurde, stellt sich mir da auch die Frage wie die Tochter dann überhaupt auf die Idee kommt selbst zu bügeln?

    Es gab auch eine Liste was Kinder in dem Alter 5-10 Jahren alles schon erledigen/ machen sollten bzw. können.

    Gut gemeinte Idee, allerdings ist es schon ein extremer Unterschied, ob dein Kind 5 oder 10 Jahre alt ist, dieses wurde bei der „was dein Kind alles kann Liste“ überhaupt nicht berücksichtigt und könnte für manche naiven Eltern gefährlich werden. Auf dieser Liste stand unter anderem zu Hause alleine bleiben, alleine Bus fahren….

    Es wird extrem verallgemeinert und in keinem Nebensatz erwähnt, dass man solche „Punkte“ erst ab einem gewissen Alter / Reife „testen“ kann und wie lange diese Strecken oder „alleine bleiben“ Situationen überhaupt stattfinden sollten.

    Ein Kind von 10 Jahren „könnte“ durchaus alleine bleiben, aber dieses ist absolut individuell und situationsbedingt und vom Kind abhängig. 

    Ein unter 10 jähriges Kind würde ich persönlich nie alleine zu Hause lassen… schon mal was von Aufsichtspflicht gehört ? Mal abgesehen davon das sich manche (ich nenne sie mal „nicht pflichtbewussten Menschen) dazu bestärkt fühlen, ihre Kinder aktiv alleine zu lassen oder zu viel Spielraum geben und das falsch interpretieren könnten?

    Ja man sollte annehmen die meisten Erwachsenen die dieses Buch lesen, sollten eine gewisse Reife oder gesunden Menschenverstand besitzen, aber wie man leider oft liest/sieht ist dies eben nicht der Fall, deshalb bin ich der Meinung besonders in einem „Ratgeberbuch“ muss sowas detaillierter erklärt werden und auch auf die Gefahren hingewiesen werden!

    Ansonsten würden manche nachher wirklich denken „oh mein Kind ist 5 und die Liste ist für 5-10 jährige, also dann schick ich mein Kind mal alleine Bus fahren oder lasse es stundenlang alleine zu Hause,der Ratgeber sagt das kann dein Kind!….“

    Für mich sind das fahrlässige Listen/ Empfehlungen!

    Genauso wie das Beispiel „meine Kinder dürfen im Bad ALLEINE im Waschbecken mit Streichhölzer und Feuerzeug rum experimentieren, solange Wasser in der Nähe ist und keine brennbaren Gegenstände->während sie in der Küche ist. 

    Feuer ist kein Spielzeug!!! Und hier wird es als normales ausprobieren dargestellt, also mein Kind soll egal in welchem Alter nicht mit Feuer! spielen! Einzige Bedingung hierzu bei der Autorin „die Eltern sind auch im Haus / Wohnung und es soll nichts sonst noch brennbares in der Nähe sein.

    Als Mutter einer 5 jährigen und neugeboren Tochter machen mich solche Aussagen einfach wütend. Da kann so viel passieren und hier werden Beispiele rausgehauen, wo ich nur mit dem Kopf schütteln konnte und ernsthaft dachte, ist das jetzt ein Scherz? Ich habe nichts gegen das ausprobieren, doch alle hier genannten Beispiele fanden immer alleine ohne Aufsicht statt und genau das kritisiere ich, genauso wie die Verallgemeinerungen 5 und 10 jährige bei solchen Beispielen in einem Topf zu werfen.

    Ein weiteres Thema welches ich sehr negativ empfand war, wie von Studien und Tierversuchen gesprochen wurde, zum einen waren diese weder besonders hilfreich noch bemerkte man eine Empathie oder Distanzierung solcher Experimente an Tieren bei den Autorinnen.

    Um ein letztes Beispiel zu geben welches ich für schlecht umsetzbar halte, dein Kind wird gemobbt bzw. ein Kind verhält sich immer aggressiv, als Lösung wird empfohlen zu einem „fremden Kind“ hinzugehen und es selbst versuchen zu therapieren indem man dem Kind zuhört und vieles hinterfragt. Im besten Fall sogar den Eltern des Verursachers zu helfen indem man sich in der Erziehung einmischt.

    Setzen wir dieses Beispiel mal in die Realität um, dein Kind wird im Kindergarten oder Schule gemobbt. Der Mobber fühlt sich zu Hause missverstanden und lässt deshalb den Frust an anderen aus bzw. kann seine eigenen Gefühle nicht reflektieren. Dann sollst du als Fremder auf das Kind und deren Eltern zu gehen und das Kind in seinen „guten“ Seiten bestärken und am besten den Eltern sanft erklären was sie falsch machen.

    Nun die Realität: Das Mobberkind lässt sich von einem fremden erst recht nichts sagen und die Eltern werden sicherlich es als sehr anmaßend empfinden, wenn jemand fremdes dazu kommt, Erziehertipps gibt oder dein Kind für dich erziehen will…

    Mein Fazit 
    Ich schreibe selten sehr lange Rezis, aber hier finde ich die guten Bewertungen nicht nachvollziehbar, viele Beispiele waren für mich einfach unlogisch oder fahrlässig. Ich bekam ein völlig neues Bild der Autorinnen, aus wow wie hilfreich ist jetzt ein „ist das deren ernst“ geworden?

    Dennoch gebe ich den anderen Büchern noch eine Chance, denn Geschwisterkinder und Babys möchte ich noch lesen in der Hoffnung dort wieder sinnvolle Tipps zu bekommen.

    Im Gesamten war dieser Teil eine riesen Enttäuschung. 

  24. Cover des Buches So viel Freude, so viel Wut (ISBN: 9783328105374)
    Nora Imlau

    So viel Freude, so viel Wut

    (25)
    Aktuelle Rezension von: FranziDieBuechertante

    Ich beschäftige mich im Moment mit Neurodiversität und was so im weitesten Sinne dazugehören könnte und bin gleichzeitig über den Begriff Gefühlsstark sehr oft gestolpert, sodass ich einmal wissen wollte, was sich genau dahinter verbirgt und andererseits wissen wollte, wo gehört es zu und wovon grenzt es sich ab (SPOILER).

    Das fand ich gut:

    Den Begriff Gefühlsstark an sich mag ich sehr, da er gebraucht werden kann für jedes Gefühl, dass stärker auftritt und es alle Gefühle zusammenfasst, sodass keine bestimmten Gefühle in den Fokus gestellt werden. Ich finde, es ist auch Situationsabhängig brauchbar, dass jemand jetzt grade Gefühlsstark ist. 

    Ich Buch bin ich über den Begriff Bedürfnisstark und liebesbedürftig gestolpert, was ich auch so viel besser finde als High-Need Baby, Schreibaby oder eben Kinder, die sehr lange sehr viel von den Eltern brauchen. Es wird auch hier nichts in den Fokus gestellt. Beides sind eher Oberbegriffe. 

    Sehr gut fand ich die Erklärung der Grundbedürfnisse, da diese häufig nicht bekannt sind. 

    Ich mochte es sehr, dass auf Eltern eingegangen wird, einerseits wie sie sich fühlen, und andererseits wie sie sich um sich kümmern können. Auch gut find ich, dass Geschwisterkinder einbezogen werden, vor allem wenn mehrere Kinder Gefühlsstark sind. 

    Auch habe ich festgestellt, dass einiges für mich selbstverständlich ist und ich viele beschriebene Situationen als alltägliche Situationen mit meinen Kindern einordne. Ich habe alle meine Kinder wiedergefunden. 


    Das fand ich nicht so gut:

    Was ich jetzt unter diesem Punkt schreibe, hat nicht alles direkt etwas mit Buch und dessen Inhalt zu tun. Ich möchte dazu sagen, dass ich einerseits Kinder habe, die Diagnosen bekommen haben und für uns sind die Diagnosen richtige Offenbarungen und erleichtern uns das ganze Leben. Und ich selbst, stecke jetzt darin, herauszufinden, was mit mir los ist. Ich seh das alles eher aus der Brille, dass bis ins Erwachsenenalter etwas nicht erkannte wurde, was aber das ganze Leben negativ geprägt hat.

    Gefühlsstark wird als Gegenbezeichnung für alle die negativen Labels und Diagnosen bezeichnet, es gibt kein Test, es ist keine Diagnose, sondern wenn man sein Kind darin wiederfindet, wird es das sein. An anderer Stelle kommt noch, dass wenn man mehr vermutet, dies auch abklären lassen sollte. Ich verstehe die Negativbehaftung mancher Verwendungen, und finde es persönlich schwierig, Gefühlsstark als den alles umfassenden Begriff zu sehen, da dann Kinder durchrutschen und es eben nicht einfach nur ein Label oder eine Diagnose ist, sondern da steht ja was hinter, da laufen Dinge im Körper anders ab als bei Menschen ohne das (was ich aus eigener Erfahrung weiß, dass diese Vorgänge gar nicht erklärt werden und eben gar nicht klar ist, was die Diagnose in ihrer Gesamtheit bedeutet), und so kann es das ganze Leben beeinflussen, auch kommen mit Diagnosen Vorteile und Ausgleiche in Betrachtung, die wiederum Situationen erleichtern können. 

    Auch tu ich mich dem, wie sich Gefühlsstärke zeigt, schwierig, und da geht es mir bei der Hochsensibilität ähnlich, denn am Ende kann bei all den Symptomen gar nicht klar gesagt werden, was steckt noch alles mit drin (weil unerkannt), und was gehört gar nicht dazu, sondern zu etwas anderem.


    Fazit: Es steckt unendlich viel Input im Umgang mit Kindern drin, was für mich eher den generellen Umgang mit Kindern ausmacht. Viele Situationen kommen auch bei nicht Gefühlsstarken Kindern immer mal wieder vor, wenn auch evtl. nicht in der stärke, so ist vieles sehr hilfreich. Der Fokus liegt nicht alleine aufs "betroffene" Kinder.

    Ich finde den Begriff eher als eine Charakterfacette einzuordnen und finde, wenn Eltern in den ganzen Beschreibungen ihr Kind wiederfinden, dass eine weitere Abklärung sinnvoll ist.


    Bleiben oder Weg? Es steht weiter in meinem Regal :)

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