Bücher mit dem Tag "essay"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "essay" gekennzeichnet haben.

429 Bücher

  1. Cover des Buches Untenrum frei (ISBN: 9783499631863)
    Margarete Stokowski

    Untenrum frei

     (230)
    Aktuelle Rezension von: julia-elysia

    "Untenrum frei" stand lange auf meiner Wishlist und auf starkes Anraten einer Userin auf Instagram habe ich es mir endlich zugelegt - und ich bereue es nicht!

    Margarete Stokowski berichtet nicht nur wissenschaftlich-fundiert über die Geschichte des Feminismus und die Wichtigkeit dahinter (auch wenn man sich selbst dabei nicht unbedingt als Feminist:in bezeichnen muss), sondern erzählt auch von persönlichen Erlebnissen - von Erfahrungen, die sie als Kind mit Rollenbildern und Ungleichheiten gesammelt hat, bis hin zum Erwachsenenalter. Sie spricht von sexueller Freiheit und Nicht-Freiheit, von dem führenden Männerbild in Schulen, Zeitschriften, Medien und zwischenmenschlichen Interaktionen, von Gewalt und sexuellen Übergriffen, von dem Herabreden dieser Situationen durch die Öffentlichkeit und vom Totschweigen.

    Ich fand diesen Wechsel zwischen wissenschaftlichen und persönlichen Informationen sehr interessant. Am Anfang dachte ich oft, dass ich mich nicht wirklich mit den Gedanken der jungen Margarete identifizieren kann, weil mir entweder so etwas nicht passiert ist oder ich in der Hinsicht als Kind aufgeklärter war. Und dann ist mir an einigen Stellen doch bewusst geworden, dass ich mich in einigen Punkte wiedersehe.

    Ein einziger Kritikpunkt ist die Platzierung der Triggerwarnung. Zwar hatte die Autorin in ihrem Vorwort erwähnt, dass auf den entsprechenenden Seiten Triggercontent enthalten ist. Die Seite merkt man sich allerdings beim Lesen nicht, weswegen ich von der Schilderung des sexuellen Übergriffs mehr als überrumpelt wurde und ich für einen Moment schockiert war. Ich hätte mir zusätzlich noch eine Fußnote gewünscht, die kurz vor der Szene auf den triggernden Abschnitt verweist.

    Ansonsten kann ich das Buch wirklich jedem empfehlen, der wissen möchte, was hinter Feminismus steckt (und vielleicht sogar eine voreingenommene Einstellung gegenüber diesem Begriff hat) und der unsicher darüber ist, ob wir in diesem Jahrhundert immer noch für Gleichberechtigung und Freiheit kämpfen müssen. Denn ja, müssen wir, in jeder Hinsicht.

  2. Cover des Buches Der Tag, als wir begannen, die Wahrheit zu sagen (ISBN: 9783570159989)
    Susan Juby

    Der Tag, als wir begannen, die Wahrheit zu sagen

     (125)
    Aktuelle Rezension von: zartrose22

    Inhalt:

    Am ersten Schultag ihres 11. Schuljahres beschließen Normandy und ihre besten Freunde Dusk und Neil auf die Suche nach der Wahrheit an ihrer Schule zu gehen. Auslöser ist ihre Mitschülerin, die nach den Ferien sehr verändert aussieht und die drei fragen sich kurzerhand, ob sie etwas hat machen lassen. Neil nimmt seinen Mut zusammen und spricht diese direkt darauf an. Unerwartet erhält er sogar eine ehrliche Antwort. Begeistert beschließen die drei in Zunkunft noch weitere Menschen aus ihrem Umfeld nach Dingen zu fragen, die schon lange gefragt werden müssen und somit ist ihre Wahrheitskommission geboren. Jede Woche wollen sie einen weiteren Kandidaten nach der Wahrheit fragen...Doch die Wahrheit zu kennen, ist nicht immer einfach und genauso wenig kann man nachdem man sie erst einmal kennt einfach wegsehen...

    Das Buch:

    Das Buch ist nicht im typischen Format geschrieben, sondern wird aus der Sicht von Normandy geschrieben, die dieses Experiment in Form eines Essays als ihre Projektarbeit schreibt. Bereits auf den ersten Seiten macht man die Bekanntschaft mit Fußnoten, die einen noch das ganze Buch hinüber begleiten werden. Ich finde diesen Einsatz von Fußnoten nicht schlecht, weil sie meist zustätzliche Infos und auch mal etwas Witz enthalten.

    Im Laufe der Geschichte erfährt man vorallem mehr über Normandy und ihre Familie, aber natürlich werden auch immer wieder Leute nach der Wahrheit gefragt. Anfangs ist Normandy nicht ganz so überzeugt von der Wahrheitskommission und hinterfragt die Sache, aber später macht sie auch aktiver mit. Die drei Freunde bringen mit der Sache an ihrer Schule etwas ins Rollen.

    Fazit:

    Insgesamt finde ich den Schreibstil der Autorin gut und die Idee hat auch gute Ansätze zu bieten, jedoch konnte sie mich eben auch nicht komplett überzeugen. Es ist kein spannender Thriller oder Fantasyroman, der einen schnell fesseln kann, dafür ist es aber eine nette Lektüre für zwischendurch, die mit der Thematik um Wahrheiten auch etwas zum Nachdenken anregt.

    Daher gibt es von mir 3 Sterne, weil es mich zumindest durchschnittlich unterhalten konnte.


  3. Cover des Buches 84, Charing Cross Road (ISBN: 9783455650747)
    Helene Hanff

    84, Charing Cross Road

     (298)
    Aktuelle Rezension von: maedchenausberlinliest

    84, Charing Cross Road von Helene Hanff ist bereits 1970 erschienen, jedoch ins Deutsche erst 2002 übersetzt und erschienen.

     

    In dem Buch geht es um die New Yorkerin Helene Hanff, die auf der Suche nach seltenen Bücher ist und dabei auf die Adresse eines kleinen Londoner Antiquariats in einer Zeitungsannonce stößt.

    Als sie ihren ersten Brief mit einer Bestellung abschickt, weiß sie nicht, dass sich daraus eine Brieffreundschaft zwischen ihr und dem Antiquariat anfängt.

    Der rege Briefwechsel hält ganze 20 Jahre lang an. Sie schickt den Arbeiter:innen des Antiquariats oft auch Lebensmittel zu, da sie über die Lebensmittelrationierungen in England der Nachkriegszeit erfährt.

    Obwohl sie selber nicht viel Geld hat, macht sie dem Antiquariat damit immer eine sehr große Freude und diese Briefe und Geschenke sind für die Menschen ein Lichtblick in einer schwierigen Zeit.

     

  4. Cover des Buches Das andere Geschlecht (ISBN: 9783499227851)
    Simone de Beauvoir

    Das andere Geschlecht

     (63)
    Aktuelle Rezension von: xoxo_love_books

    Dieses Werk wurde mir zur Bearbeitung meiner Hausarbeit in Philosophie zum Thema, ob das derzeitige philosophische Wissen androzentrisch ist oder nicht zum Lesen empfohlen. Es ist ein Werk, welches das Frau sein seit der römischen  und griechischen Antike bis zu Beginn des 20. Jhd. untersucht und Unterschiede zwischen Mann und Frau versucht zu nennen. Von der Biologie aber vor allem von den Soziologischen Faktoren. Beauvoir untersucht den  Werdegang von Frauen und beschreibt die damalige Situationen von Frauen, wobei  festzustellen ist, dass das Denken der Menschen bzw. der allgemeine gesellschaftliche Gedanke damals noch deutlich konservativer war, als es das heute ist. Bis letztendlich zur Befreiung der Frau. Ein politisches, kritisches, bahnbrechendes, feministisches Werk und jede*m zu empfehlen! 

  5. Cover des Buches Allein (ISBN: 9783446267923)
    Daniel Schreiber

    Allein

     (62)
    Aktuelle Rezension von: Yanahlein

    Für alle, die sich nicht so richtig an Essays trauen oder für alle Lehrer*innen, die ihren Schüler*innen zeigen wollen, wie so etwas in Meisterleistung aussehen kann, ist dieses Buch genau richtig. Es kann innerhalb weniger Stunden verschlungen werden, da es die perfekte Mischung aus persönlichen Abgründen und wissenschaftlichen Einschüben zum Thema Alleinsein bereithält. Der besondere Ton und  die Traurigkeit, die das Thema Einsamkeit umfassen, werden durch Wortwitz und charmante Anekdoten ergänzt und komplettiert. ALLEIN ist ein Buch, das inhaltlich im Angesicht von Corona-Lockdowns, Tinderwahnsinn und Ghostig, nicht aktueller sein könnte, trotzdem resigniert man nach dem Lesen nicht, sondern wirft einen viel differenzierteren und teilweise positiveren Blick auf das Alleinsein ! Mein absolutes Lieblingsbuch in diesem Jahr! Große Leseempfehlung! 

  6. Cover des Buches Das Gegenteil von Einsamkeit (ISBN: 9783596521692)
    Marina Keegan

    Das Gegenteil von Einsamkeit

     (173)
    Aktuelle Rezension von: Kleinbrina

    Über „Das Gegenteil von Einsamkeit“ gibt es momentan sehr viele Meinungen, die sehr weit auseinandergehen. Viele lieben es, viele sind eher enttäuscht und ich war am Ende so neugierig, dass ich das Buch spontan gekauft habe und mir selbst eine Meinung bilden wollte. Leider muss ich sagen, dass ich am Ende dann auch eher zu den Menschen gehöre, die von dem Buch enttäuscht sind, was ich unglaublich schade finde.

    Die Autorin, die leider viel zu früh verstorben ist und ihren Erfolg demnach nicht mehr erleben durfte, zeigt hierbei sehr viel Talent, viele interessante und nachvollziehbare Gedanken und Ideen, aber leider hat die Umsetzung bei ihren Texten für mich nicht immer funktioniert, da mir vieles noch viel zu gewollt erschien, was ich doch sehr schade finde. Ich muss am Ende sogar sagen, dass ich mir nicht sicher bin, ob das Buch auch dann funktioniert hätte, wenn die Autorin nicht so ein folgenschweres Schicksal gehabt hätte.

    Die Texte sind der Autorin gelungen, keine Frage, allerdings hat mich die Autorin mit ihren Botschaften einfach nicht erreicht, sodass ich die Kurzgeschichten und Essays der Autorin zwar gelesen habe, der Funke jedoch trotz allem nicht übergesprungen ist und mich die Essays auch nicht zum Nachdenken anregen konnten. Die Texte haben hierbei zwar allesamt in irgendeiner Art und Weise die Berechtigung, veröffentlicht worden zu sein, allerdings frage ich mich, ob das Buch auch tatsächlich in so großen Verlagshäusern erschienen wäre, wenn die Autorin nicht viel zu früh verstorben wäre. Dies mag vielleicht herzlos klingen, dennoch finde ich schon, dass die Frage hierbei berechtigt ist.

    Das Cover ist schlicht und zeigt ein Foto der Autorin, was ich sehr persönlich finde und direkt eine Bindung zwischen Leser und Autorin herstellt. Die Kurzbeschreibung ist dagegen so eine Sache. Ich finde es zwar in Ordnung, wenn man erwähnt, dass ein Autor/eine Autorin bereits verstorben ist, allerdings fand ich dies hier etwas zu aufdringlich, sodass hier fast schon künstlich ein Hype geschaffen wird. Sowas kann man sicherlich mögen, meins war es allerdings nicht.

    Insgesamt besitzt „Das Gegenteil von Einsamkeit“ viele gute Ansätze, die ich interessant fand, allerdings hat mir die Umsetzung dabei nicht immer gefallen, sodass ich das Buch am Ende doch recht enttäuscht wieder ins Regal gestellt habe. Dennoch würde ich das Buch all denen empfehlen, die gerne Essays und Kurzgeschichten lesen.





  7. Cover des Buches Die Würde ist antastbar (ISBN: 9783442715008)
    Ferdinand von Schirach

    Die Würde ist antastbar

     (144)
    Aktuelle Rezension von: jackdeck

    Scheinbar ist alles, was dieser Mann schreibt, sehr empfehlens- und lesenswert.
    Mich fasziniert nicht nur das Inhaltliche, sondern auch der außergewöhnlich präzise und ästhetische Gebrauch der Sprache in seinen Büchern. Mühelos zu verstehen, eindeutig, sehr angenehm zu lesen trotz der enormen Inhaltsdichte, die einen wieder und wieder das Buch aus der Hand legen lässt, um über das gerade Gelesene nachzudenken.

  8. Cover des Buches Deine Juliet (ISBN: 9783442717750)
    Mary Ann Shaffer

    Deine Juliet

     (310)
    Aktuelle Rezension von: kaelle

    Eines vorneweg: Das Cover zu diesem Roman ist schrecklich kitschig und irreführend. Es wird dem Buch überhaupt nicht gerecht, lässt es doch eine schmalzige Liebesgeschichte vermuten. Der Titel trägt sein Übriges dazu bei, ist zudem falsch, weil der Briefroman nicht nur aus Briefen von Juliet besteht. Der Originaltitel "The Guernsey Literary and Potato Peel Pie Society" passt viel besser.

    Doch der Reihe nach: "Deine Juliet" ist wie gesagt ein Briefroman, der im Jahr 1946 angesiedelt ist. Im Mittelpunkt steht die Schriftstellerin Juliet, die sich während des Zweiten Weltkrieg mit einer Kolumne erfolgreich über Wasser gehalten hat. Nun soll sie eine Artikelserie über das Lesen schreiben. Da kommt ihr der Brief eines Bewohners der Kanalinsel Guernsey gerade recht. Dieser erzählt ihr nämlich von einem Buchklub, der einem Teil der Insulaner während des Kriegs Kraft verliehen hat. Juliet beginnt zu recherchieren und taucht dabei immer tiefer in die Geschichte der einzelnen Insulaner ein. 

    Durch die Lektüre von "Deine Juliet" habe ich unheimlich viel über die Besetzung von Guernsey durch die Deutschen gelernt - mit all ihren Folgen. Neben diesem historischen Aspekt ist der Roman aber auch ein Plädoyer für das Lesen und Schreiben. Beides kann Kraft spenden, helfen, zu sich selbst zu finden, ablenken und unterhalten. Schließlich gibt es auch eine Liebesgeschichte, die aber bei weitem nicht so dominant und kitschig ist, wie es das Cover vermuten lassen.

    Alles in allem ist das ein ungemein warmherziger Roman, den ich schnell und wahnsinnig gerne gelesen habe. Schade fand ich nur, dass nicht alle Briefe enthalten waren, die in den Briefen der anderen erwähnt wurden. Außerdem gibt es am Ende meiner Ansicht nach einen Bruch im Erzählstil, der sich dadurch erklären lässt, dass die Autorin Unterstützung durch ihre Nichte bei der Fertigstellung ihres Buches hatte. 

  9. Cover des Buches Nach der Flut das Feuer (ISBN: 9783423147361)
    James Baldwin

    Nach der Flut das Feuer

     (74)
    Aktuelle Rezension von: mabo63

    the Fire next Time" ein eindrückliches Essay von Baldwin geschrieben im Jahre 1963 ist wie wir wissen leider inhaltlich immer noch aktuell und ich frage mich wie lange dass die Menschheit noch braucht um eine Gleichberechtigung unabhängig von Hautfarbe, Religion und Sexualität zu erreichen.


    "Ich glaube, dass die Menschen besser sein können als angenommen, und ich glaube, dass Menschen besser sein können, als sie sind."

    James Baldwin

  10. Cover des Buches Der Wolkenatlas (ISBN: 9783499241413)
    David Mitchell

    Der Wolkenatlas

     (522)
    Aktuelle Rezension von: Zitronenvogel

     „Der Wolkenatlas“ verbindet sechs Geschichten in verschiedenen Genres, die zu verschiedenen Zeiten spielen und von verschiedenen Menschen handeln.

    Auf den ersten Blick haben die Handlungsstränge nicht viel miteinander zu tun – ein Notar schreibt 1859 auf einer Schiffreise Tagebuch, ein älterer Verleger hat 2012 Probleme mit Kriminellen und Verwandten, die letzten Überlebenden der Menschheit laufen 106 Jahre nach dem Fall durch eine postapokalyptische Welt.

    Nach und nach wird jedoch deutlich, dass alles verknüpft ist: die Entscheidungen jedes Protagonisten haben Einfluss auf seine Nachfolger und werden selbst von der Vergangenheit oder Zukunft beeinflusst. Das genaue Ausmaß der Verbindungen bleibt unklar. Ob und wie viel Übernatürliches im Spiel ist, kann jeder für sich entscheiden.

    Auch bestimmte Themen sind zeitübergreifend und ziehen sich durch das gesamte Buch: Freiheit in verschiedenen Formen und der Kampf darum, Ausbeutung, Betrug, die Suche nach der Wahrheit, das Füttern von Enten.

    Eine Folge der besonderen Struktur des Romans ist natürlich eine große Menge an Charakteren (die gerne auch erst nach einigen Hundert Seiten wieder auftauchen), darauf muss man sich einlassen können, wenn man das Buch lesen möchte.

    Zudem ändern sich die Erzählart und der Schreibstil mit jeder Geschichte. Von Tagebucheinträgen und Briefen über Interviews bis hin zu Lagerfeuergeschichten bietet dieses Buch erzähltechnisch alles. Je nach Vorliebe kann man das als Vor- oder Nachteil ansehen. Meiner Meinung nach hilft es, in jeder neuen Geschichte „anzukommen“ und bietet Abwechslung, auch wenn ich den postapokalyptischen Dialekt in der letzten Geschichte ehrlich gesagt etwas anstrengend fand.

    Wenn man von den vielen Charakteren und der Idee an sich nicht abgeschreckt ist, ist „Der Wolkenatlas“ sehr zu empfehlen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird man mindestens eine oder zwei (am besten natürlich mehr) Geschichten sehr genießen und wenn man dann noch die einzelnen Elemente verbindet, ergibt sich ein Gefühl, als hätte man erfolgreich ein interessantes Puzzle zusammengefügt.

  11. Cover des Buches Beobachtungen aus der letzten Reihe (ISBN: 9783847900351)
    Neil Gaiman

    Beobachtungen aus der letzten Reihe

     (15)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Neil Gaiman ist Autor von Romanen, Drehbüchern und Comics.
    Er liest, seit er lesen kann und arbeitete mit diversen Größen der verschiedenen Literaturgenres zusammen.
    Angefangen zu schreiben hat er als Journalist, bis er sich entschied, Schriftsteller zu werden.

    In dieser Sammlung verschiedener Texte erklärt Neil Gaiman, wie wichtig Bücher, Lesen und Bibliotheken für Kinder sind.
    Er klärt über das Leben als Künstler auf und erzählt witzige Anekdoten über andere Autoren, wie zum Beispiel Stephen King und Terry Pratchett.

    Er hat diverse Texte zu verschiedenen literarischen Preisverleihungen und Vorworte für andere Romane oder Comicbücher geschrieben.

    In diesem Buch versammeln sich auch die verschiedensten Texte zu den Themen Kino/Film allgemein und Musik.

    Man kann die Texte völlig unabhängig voneinander und in wilder Reihenfolge lesen. Man kann ganze Texte völlig ausklammern, wenn einen das Thema nicht interessiert und trotzdem lernt man Neil Gaiman sehr gut kennen und erfährt so einiges über das Schreiben und die Arbeit als freiberuflicher Künstler.
  12. Cover des Buches Die Freiheit, frei zu sein (ISBN: 9783423146517)
    Hannah Arendt

    Die Freiheit, frei zu sein

     (28)
    Aktuelle Rezension von: ManjaEls

    Was ist Freiheit und was bedeutet sie uns`? Woher kommt der Begriff der „Revolution“ und wie unterscheidet sich dieser von dessen heutiger Wahrnehmung?

    In einem, mit 40 Seiten recht knappem, Essay beleuchtet Arendt mit ihrer typischen interdisziplinären und reflektierten Art das Thema der politischen Freiheit. Durch die historische Nachzeichnung der Begriffsherkunft und Parallelen zu verschiedenen Revolutionen und Freiheitsdiskursen gelingt ihr so eine lesenswerte Abhandlung des Themas.

     Dies ist natürlich kein Buch, welches man einfach so zwischendurch von vorn bis hinten durchliest, es bedarf Reflektion und Zeit, sich vertieft damit auseinanderzusetzen. Mit dem interessanten Nachwort vom Philosophen Thomas Meyer ist hier allerdings ein Werk erschienen, welches auch heute noch aktuell ist und für das sich der „Denkaufwand“ lohnt!

    Nur diejenigen, die die Freiheit von Not kennen, wissen die Freiheit von Furcht in ihrer vollen Bedeutung zu schätzen, und nur diejenigen, die von beidem frei sind, von Not wie von Furcht, sind in der Lage, eine Leidenschaft für die öffentliche Freiheit zu empfinden. (S. 26)
  13. Cover des Buches The Opposite of Loneliness (ISBN: 9781471139628)
    Marina Keegan

    The Opposite of Loneliness

     (19)
    Aktuelle Rezension von: BloodyBigMess
    Meine Meinung:

    Ich denke, es fällt ein klein wenig schwer, für dieses Buch eine Rezension zu schreiben, wenn man die Umstände betrachtet und weshalb und wann es veröffentlicht wurde.

    Insbesondere weil die Geschichten von Marina für mich kein "triumph" waren, wie es die New York Times groß auf dem Cover beschreibt.

    Marina hatte durchaus ein Talent - aber ein Talent, dass noch hätte wachsen und geschliffen werden müssen.

    In den Geschichten wurde gut mit einer Vielfalt an Emotionen hantiert. Es wurden Situationen geschaffen und Themen angesprochen, die durchaus in unserer aktuellen Zeit relevant und von Bedeutung sind. Manche ihrer Geschichten und Figuren haben mich berührt (wie z.B. die Kurzgeschichte "Reading Aloud"), andere wiederum haben mich kalt gelassen.
    Dies lag unter anderem daran, dass ihnen manchmal Tiefe gefehlt hat oder sie bei mir einfach keine Sympathien ausgelöst haben, weil sie recht unnahbar schienen.
    Zudem fand ich, dass sich einige Themen sehr oft wiederholten: wie die Handhabung von Drogen oder Untreue sowie, ich schätze, nicht "völlige Ehrlichkeit" in einer Beziehung.
    Hierdurch wirkte das Ganze zu repetitiv, aber dann wiederum, waren die Stories und Essays vermutlich nicht dafür gedacht, sie hintereinander in einem Rutsch zu lesen.

    Ich mochte Marina's Geschichten und Essays, aber sie waren für mich noch nicht großartig. Ich stimme zu, dass sie Enthusiasmus und Ambition hatte. Ich hätte gern irgendwann mehr von ihr gelesen, wenn sie ihre Stimme gefunden und ihre Stories gereift hätte und ich denke, dass dies nicht geschehen wird ist eine Tragödie.


  14. Cover des Buches Gegen den Hass (ISBN: 9783596522217)
    Carolin Emcke

    Gegen den Hass

     (49)
    Aktuelle Rezension von: Sandra1975

    Ich habe das Buch als Plädoyer gegen die Romantisierung von Krisen gelesen und mochte sowohl den Schreibstil als auch die Gedankenführung. Es ist schon ein Weilchen her, seitdem ich das Buch gelesen habe, daher habe ich nicht alle Details präsent. 

    Krisenzeiten können eine Chance zur Veränderung sein, es gibt aber auch Menschen, die sich aus Angst in umso starrere Denkmuster zurückziehen. Daraus speist sich dann der Hass auf alle und alles, was diese Starrheit infrage stellt. Diese These (die meiner Meinung nach dem Buch zugrunde liegt) ähnelt der Begrifflichkeit, mit der Karl Jaspers seinerzeit den Marxismus beschrieb: Man habe eine bestimmte Notwendigkeit vor Augen, nach der sich die Geschichte entwickeln MUSS und lehne alles ab, was von dieser imaginierten Notwendigkeit abweiche. 

    Die Antwort gegen den Hass ist insofern Emckes Buch selbst. Es liefert keine fertigen Lösungen oder plakative Thesen. Es ist ein nachdenkliches, geradezu meditatives und ruhiges Buch. Ein diskursiver Gegenpol zu den grölenden, besserwisserischen Stimmen des postmodernen Populismus.


  15. Cover des Buches Empört Euch! (ISBN: 9783550088834)
    Stéphane Hessel

    Empört Euch!

     (188)
    Aktuelle Rezension von: Kerstin-Scheuer

    Über dieses Buch, das monatelange auf der Bestsellerliste stand, wurde bereits viel gesprochen und geschrieben. Für einige ist es wohl sogar zu einer Art "Bibel" geworden. Es geht zurück auf eine Rede Hessels, die viel Beachtung fand.
    Klar, dass ich dieses Werk auch einmal lesen wollte, um herauszufinden, was so besonders daran ist.

    Leider kann ich die allgemeine Euphorie nicht so ganz teilen.
    Bei dem dünnen Heftchen - ich würde es eher eine "Schrift" als ein "Buch" nennen - handelt es sich um den Aufruf eines 94jährigen an die jüngeren Generationen, sich endlich wieder mehr zu engagieren. Mich erinnerte dies etwas an das ewige "Früher war alles besser" und die ständigen "die Jugend von heute"-Klagen, die mich immer ärgern, weil sie schlicht und ergreifend falsch sind.
    Die Dinge, für wir uns engagieren sollen, liefert Hessel gleich mit. Neues hat er dabei nicht zu bieten: für Umwelt und soziale Gerechtigkeit, gegen die Macht der Banken und des Geldes, in Israel und den arabischen Ländern. Nunja.

    Was mich allerdings wirklich stark beeindruckte, war der Lebensweg von Hessel, von dem man das ein oder andere innerhalb der Schrift; wesentlich mehr jedoch in einem Nachwort erfährt. Hessel wurde in Deutschland geboren und flieht mit seinen Eltern während des Zweiten Weltkriegs nach Frankreich aus, nachdem es der jüdischen Familie gelang aus dem KZ "Buchenwald" zu entkommen. (Schon allein DAS finde ich zu tiefst beeindruckend; es geht aber noch weiter) Als Jugendlicher und junger Mann engeagiert er sich in der Resistance gegen Nazideutschland und schreibt schließlich nach Ende des Zweiten Weltkriegs an der Menschenrechtscharta mit. Später ist er als Botschafter für Frankreich an den unterschiedlichsten Orten weltweit im Einsatz. Wow!
    Mit diesem Hintergrund, finde ich, bekommt die Schrift doch gleich eine ganz andere Perspekitve. Wer sich stets so sehr für die eigenen Ideale und eine bessere Welt einsetzte, hat meiner Meinung nach alles Recht, sich über die heutigen Verhältnisse und die scheinbare Letargie der Jugend zu beschweren. Denn - sind wir mal ehrlich - so stark engagiert sind die wenigstens von uns. Natürlich sind die offensichtlichen Bedrohungen auch - gottseidank - geringer. Gründe, um sich zu engagieren - gibt es aber noch immer genug. Schön, dass uns so ein außergewöhnlicher Mensch hieran erinnerte.

    Unmittelbar nach der Lektüre dieses Werkes habe ich die Autobiografie von Stephane Hessel "Mein Tanz mit dem Jahrhundert" auf meine Wunschliste gesetzt. Ich bin wirklich schwer beeindruckt.

  16. Cover des Buches Wie wir begehren (ISBN: 9783596187195)
    Carolin Emcke

    Wie wir begehren

     (26)
    Aktuelle Rezension von: Nespavanje

    Caroline Emcke hat mit „Wie wir Begehren“ ein einfach zu lesendes Essay geschrieben. Auch wenn es zunächst um Sex und Sexualkunde in den Siebziger Jahre geht, also hauptsächlich über eine physikalische und heterosexuelle Anleitung, ist es doch mehr als ein schnödes Aufklärungsbuch. Es geht um die Entdeckung des eigenen Begehrens, dass nicht immer heterogen ist, und dazu nimmt sie Bezug und zeigt wie wichtige queere Vorbilder sind. Sie erzählt aber auch über die soziale Ausgrenzung, die sie nach ihrem Coming-out erlebt hat. Auch auf einen Schulkollegen kommt die Autorin immer wieder zurück, der sich, kaum achtzehn, das Leben genommen hat. Ihre Gedanken kreisen immer wieder um ihn, weshalb er ausgeschlossen wurde aus der Schulgemeinschaft. Und weshalb er dort stand. War Daniel womöglich homosexuell und konnte sich nicht so ausleben wie er wollte?

    Wenn man bedenkt, dass fast 30 Prozent der lesbischen, schwulen und bisexuellen LGB-Heranwachsenden versuchen sich das Leben zu nehmen, lässt daraus schließen, dass noch immer zu wenig über das Begehren und die sexuelle Identität aufgeklärt wird. Ein Schritt in die richtige Richtung ist dieses couragierte Essay allemal.


  17. Cover des Buches Nüchtern (ISBN: 9783518466711)
    Daniel Schreiber

    Nüchtern

     (22)
    Aktuelle Rezension von: Elenchen_h

    "Die Wahrheit ist, dass man dem Leben nichts, rein gar nichts abringen muss, keine einzige Erfahrung und erst recht keine Karriere, keine großen Ideen, Werke oder Bücher. Die Wahrheit ist, dass das Leben immer schon genug ist." - Daniel Schreiber, "Nüchtern"


    Daniel Schreiber schreibt in seinem Essayband "Nüchtern" über Alkoholabhängigkeit, das Nüchtern-Werden und Nüchtern-Sein und den Alkoholkonsum hier in Deutschland. Dabei findet er entwaffnend ehrliche und klare Worte, wird an vielen Stellen extrem persönlich, streut andererseits aber auch immer wieder Wissen aus Studien und Forschungen ein. Gerade diese Mischung aus intimen Erzählungen aus dem Leben des Autors und der wissenschaftlichen Perspektive haben dem Buch eine besondere Dichte und das gewisse Etwas gegeben. Als Lesende*r reflektiert man sich selbst und das eigene (Trink-)Verhalten bei der Lektüre immer wieder aufs Neue, man checkt, wie absurd eigentlich der Umgang unserer Gesellschaft mit Alkohol ist - und welche Scham sowohl mit Alkoholabhängigkeit, als auch mit Nüchternheit verbunden ist. Eine der wichtigsten Botschaften der Essaysammlung ist aber wohl, dass die Abhängigkeit von Alkohol tatsächlich eine Krankheit ist, von der man genesen, sich erholen kann. Und wie strahlend und bunt das Leben ohne diese durch Alkohol geschaffene Verschwommenheit sein kann.


    Obwohl ich anfangs noch dachte, dass ich thematisch zu wenig Berührungspunkte mit dem Thema Alkoholsucht habe, wurde ich im Laufe des Lesens eines Besseren belehrt. Ich denke, das Buch ist für uns alle ausgesprochen relevant - und abgesehen davon ist es auch sprachlich ein wahrer Genuss. Zum Glück gibt es für mich noch viel buchigen Daniel-Schreiber-Nachschub!

  18. Cover des Buches Aus der Tastatur gefallen (ISBN: 9783442487295)
    Terry Pratchett

    Aus der Tastatur gefallen

     (8)
    Aktuelle Rezension von: Alais

    Dieses Buch bietet eine abwechslungsreiche Sammlung von Texten Terry Pratchetts aus verschiedenen Zeiten und zu verschiedenen Themen – keine Geschichten, sondern Vorworte, Reden, Texte über das Wesen der Fantasy-Literatur, Artikel aus seiner Zeit als Journalist etc. Darunter finden sich unterhaltsame Einblicke in das Leben des Schriftstellers, aber im hinteren Teil auch sehr erschütternde Texte, in denen Pratchett über seine Erkrankung, einer seltenen Form von Alzheimer, und über seinen Einsatz für eine straffreie Sterbehilfe berichtete.

    Besonders gut gefiel mir jedoch ein Text, der gar nicht von ihm stammt, sondern von seinem Freund und Kollege Neil Gaiman als Vorwort zu diesem Buch verfasst wurde. Gaiman beschreibt darin Pratchett als einen überaus gütigen, von großer Liebe zu den Menschen, aber auch von einem großen Zorn gegen Dummheit und Ungerechtigkeit angetriebenen Menschen. Eine sehr treffende Analyse, wie ich bald feststellen konnte, denn dieser Zorn blitzt auch tatsächlich immer wieder in seinen Texten auf. 

    Zu manchen Texten, insbesondere jenen, die er als Journalist geschrieben hatte, konnte ich keinen Zugang finden und ich vermisste den wunderbaren Humor aus der Scheibenwelt. Da sich die Texte an unterschiedliche Personen richten und nicht für die Kombination zu einem Buch gedacht waren, kommt es in diesem Sammelband verständlicherweise auch gelegentlich zu Wiederholungen. Abgesehen von diesen kleinen Kritikpunkten an diesem Buch aber habe ich es sehr gerne gelesen und hatte das Gefühl, Pratchett besser kennengelernt zu haben, als es beispielsweise durch eine Biographie möglich gewesen wäre. 

    Nicht alles, was ich erfuhr, gefiel mir (von dem Schock, dass Pratchett früher als Pressesprecher für Atomkraftwerke gearbeitet hatte, muss ich mich beispielsweise erst einmal erholen ...), anderes fand ich so treffend formuliert bzw. gefiel mir so gut, dass ich mir einiges – Zitate und Buchtipps – aufschrieb, so seinen Gedanken zum Anstieg des Meeresspiegels: „[...] es ist gut möglich, dass wir die Tatsache, dass wir nicht intelligent genug waren, nicht überleben.“ (S. 261)

    Eine sehr interessante Lektüre, die viele unterschiedliche Gefühle in mir ausgelöst hat, vor allem die Trauer, dass dieser wunderbare, zornige Mann, der sich so viele Gedanken über diese Welt gemacht, nun nicht mehr auf ihr weilt ...

  19. Cover des Buches Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede (ISBN: 9783832180645)
    Haruki Murakami

    Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede

     (165)
    Aktuelle Rezension von: Clarissa03

    Es war ein interessanter Einblick in die Laufgewohnheiten von Haruki Murakami.

    Sein Laufstil bzw. Laufgewohnheiten sind von Selbstzweifeln, Perfektionismus und Grübeleien geprägt. 

    Zunächst hat man gedacht, er joggt "nur", aber dann stellte sich immer mehr heraus, dass er Marathon und sogar Triathlon betreibt. Bei letzterem  habe ich mich gefragt, wie er das alles schafft. Über seine Familie wurde wenig geschrieben, außer seine Frau, die ihn am Ziel erwartete.

    Insgesamt lesenswert

  20. Cover des Buches Rettungsversuch für Piggy Sneed (ISBN: 9783257019544)
    John Irving

    Rettungsversuch für Piggy Sneed

     (71)
    Aktuelle Rezension von: The iron butterfly

    Unter dem Titel "Rettungsversuch für Piggy Sneed" erschienen bereits 1993 sechs Erzählungen von John Irving sowie ein Essay über Charles Dickens, den Irving selbst als "The King of the Novel" bezeichnet.

    In der Titelgeschichte "Rettungsversuch für Piggy Sneed" erzählt Irving, wie schon in vielen seiner Romane, von der Passion für das Schreiben, aber grundsätzlich geht es natürlich um Piggy Sneed. Piggy Sneed ist der Schweinebauer und Speiseabfallentsorger des Dorfes, der zusammen mit seinen Schweinen in einem Stall haust; dementsprechend ist seine Außenwirkung. Wirklichen Kontakt mit Piggy pflegt daher keiner aus der Dorfgemeinschaft, bis es eines Tages zu einem Brand kommt.

    Unter dem Titel "Innenräume" begleitet der Leser den jungen Urologen George Ronkers, der gerade mit seiner Frau Kit ein Haus erworben hat. Kit ist Architektin und wirbelt mit fachkundiger Hand durch die Innenräume. Aber auch George darf als Urologe so manchen Innenraum betreuen. Zusammen kämpfen sie um den Erhalt eines Walnußbaumes, der dem Nachbarn Bardlong schon länger ein Dorn im Auge zu sein scheint.

    "Fast schon in Iowa" ist der Fahrer des Volvo, der zwar vor seiner Frau flüchtet, aber auch mit dem Volvo nicht immer ganz einig wird. Seine Fürsorge wird streckenweise mit einem Kraftstoffverbrauch beantwortet, der untragbar erscheint.

    Minna Barrett ist die Vorsteherin des Speisesaals im Wohnheim des Fairchild Junior College für junge Mädchen. Ihrer dringenden Bitte eine weitere Küchenhilfe einzustellen wird eines Tages stattgegeben; zum Leidwesen des allgemeinen Ruhezustands aller, denn Celeste ist nicht nur rassig, sondern auch unkonventionell. "Miss Barrett ist müde" basiert wohl auf dem Schlafmangel, der aufgrund vieler Ereignisse zustande kommt.

    "Brennbars Fluch" ist aberwitzig bissig und handelt von Minderheiten, deren Grad der Diskriminierung sowie einer mehr als pikierten Gesellschaft.

    Fred träumt nach der Trennung von seiner Frau plötzlich "Fremde Träume". Er, der doch nie träumte, entdeckt eine Gabe an sich, die nicht nur neugierig auf die Gedanken der Mitmenschen (und Haustiere) macht, sondern auch recht belastend sein kann.

    Alle sechs Erzählungen sind auf ihre spezielle Art Volltreffer. Kaum einer kann so tiefgründig in Wunden bohren und Nebensächlichkeiten zu fulminanten Geschichten formen, wie John Irving. Wer Irving kennt, weiß um sein Geschick für Detailarbeit und die Wiederbelebung jeglicher stillgelegter Synapsen. Der schmale Band musste lange auf meine Aufmerksamkeit warten und wurde nun, auch dank der Themen Challenge 2014, endlich berücksichtigt. 

    Auch der Essay über Charles Dickens soll nicht vergessen werden, da er eine fundierte Hommage mit größtem Respekt darstellt. Undenkbar, dass jemand nach der Lektüre nicht einmal Charles Dickens' „Große Erwartungen“ lesen möchte.



  21. Cover des Buches Über Liebe und Tod (ISBN: 9783257235890)
    Patrick Süskind

    Über Liebe und Tod

     (19)
    Aktuelle Rezension von: elane_eodain
    >> Je weniger Gedanken wir uns über sie (die Liebe) machen, desto selbstverständlicher erscheint sie uns; wenn wir aber anfangen, über sie nachzugrübeln, kommen wir in Teufels Küche. << - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Bisher kannte ich den Autor Patrick Süßkind nur durch den Roman "Das Parfum", der mich faszinierte, vor allem die Szene in den Bergen, als Grenouille mit sich allein ist und seinen Fähigkeiten in Gedanken "freien Lauf" lässt... Diese Szene hat mich motiviert anderes von diesem Autor zu lesen. Bei "Über Liebe und Tod" bin ich hängen geblieben. Ein interessanter Titel, ein interessantes Thema. Und obwohl kein Roman - vielleicht auch gerade deswegen -, habe ich mich ans Lesen gemacht... EINDRÜCKE: Patrich Süßkind leitet seinen Text mit folgendem Zitat ein: >> Wenn mich niemand danach fragt, dann weiß ich es; wenn mich aber einer danach fragt, und ich's ihm erklären will, dann weiß ich es nicht (Augustinus) << Und ehe man ein paar Sätze, ein paar Seiten gelesen hat, ist man mittendrin in den Gedanken des Autors zum Thema Liebe, die unvermeidlich mit dem Tod verknüpft ist. Mit passenden Beispielen aus dem Alltag untermalt, aber auch philosophische Ansichten werden Teil seiner Gedanken. So beispielsweise Sokrates Ansicht der dreigeteilten Seele, verglichen mit einem antiken Streitwagengespann bestehend aus zwei Pferden und einem Wagenlenker: >> Nun ist es an und für sich schon ein Kunststück, ein solches Gefährt in der Bahn zu halten. Zum halsbrecherischen Abenteuer aber wird es, wenn, wie beim Seelengespann der Fall, nur eines der Pferde von edler Natur, gelehrig und gefügig ist, das andere aber schlecht, wild und ungebärdig. Wenn nun gar noch Eros ins Spiel kommt, die dreigeteilte Seele also zu lieben beginnt und des Geliebten ansichtig wird, dann gerät das ungleiche Gespann vollends außer Kontrolle... << FAZIT: Oben zitierte Beschreibung der dreigeteilten Seele, aber auch weitere, die dieses Büchlein enthält, haben mir gut gefallen. So ist eine kleine Gedankensammlung entstanden - knapp 60 Seiten und damit genug richtig -, die anregt über das Gefühl Liebe nachzudenken, und auch einfach eine interessante Lektüre abgibt mit dem krönenden Abschluss des Vergleichs der Liebe und des Todes Jesu und Orpheus!
  22. Cover des Buches Lob des Schattens (ISBN: 9783717540823)
    Jun'ichiro Tanizaki

    Lob des Schattens

     (10)
    Noch keine Rezension vorhanden
  23. Cover des Buches Die letzten Tage des Patriarchats (ISBN: 9783499606694)
    Margarete Stokowski

    Die letzten Tage des Patriarchats

     (73)
    Aktuelle Rezension von: buchstabenwald

    Nach „Untenrum frei“, von dem ich restlos begeistert war, habe ich mich direkt auf Magarete Stokowskis zweites Buch gestürzt.  


    Reizüberflutung ist der erste Begriff, der mir zu diesem Buch einfällt. Es fasst die besten bzw. aussagekräftigsten Kolumnen und Essays, die Margarete Stokowski für die Spiegel Online und die taz! geschrieben hat, zusammen. Gut geordnet und gruppiert bekommt man einen Einblick in die Gedanken der Autorin zu diversen Themen hat: Gewalt, Sexualität, Frauenkörper, Macht, Rechtspopulismus, Gleichberechtigung, Feminismus und und und..

    Ja, absolut lesenswert! Unbedingt lesen! 

    .

    Ich habe den Fehler gemacht, das Buch zu schnell zu lesen - obwohl ich mir für meine Verhältnisse schon sehr viel Zeit dafür genommen habe. 

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    Es sind sehr viele Themen, die kurz und prägnant angeschnitten werden. Themen, für die man vielleicht Vorbereitung braucht, definitiv aber Nachbereitung - sofern Interesse besteht. Vieles des Geschriebenen sollte man auf sich wirken lassen. Bei manchen Dingen brauchte ich - trotz der guten Aufbereitung der Autorin - noch Zusatzinformationen, um mir überhaupt Gedanken machen zu können. 

    Ein Buch, das viel bereit hält, viele Ungereimtheiten anspricht und wo für jeden was dabei ist. In diesem Falle: Leider. Ein Buch, das durch seine Vielzahl an Themen aber auch überfordert. Keine Lektüre für zwischendurch, mein Hirnschalz hat zwischendurch ordentlich gebrodelt. 

    .

    Margarete Stokowskis Schreibstil ist wie gewohnt ansprechend, klar und unverblümt. Eine Frau, die weiß, was und wie sie schreibt, um sich Gehör zu verschaffen.

    .

    Fazit: Grandioses Buch, das die grauen Zellen zum Glühen bringt. 


  24. Cover des Buches Der überflüssige Mensch (ISBN: 9783423348546)
    Ilija Trojanow

    Der überflüssige Mensch

     (17)
    Aktuelle Rezension von: Duffy
    "Es geht alles den Bach runter", "Es ist ja doch zu spät", "Daran kann man nichts ändern". Diese und noch einige Slogans mehr dieser Art bestimmen die Kommentare des "gemeinen" Menschen unserer Zeit, der sich von den Medien mit einem bunten Allerlei zurechgeschnippelter Nachrichten, einseitiger Berichterstattung und manipulierter Faktenverwertung füttern lässt. Die von oben subventionierte Ohnmacht, kalkuliert und geschickt eingesetzt in einem Sud aus unterschiedlichen Interessen, bewahrt einen Status quo, der längst nicht mehr vorhanden ist, eine Maske, unter der sich die Zukunft befindet, die alles andere als kontrollierbar ist.
    Aufklärer und Fachleute, Gelehrte und Weitsichtige bemühen sich schon seit vielen Jahren auf die Fragilität unserer Welt hinzuweisen, doch das kann nicht im Interesse der Eliten sein, die die Einzigen sind, die vom momentanen Umbruch noch eine Weile profitieren werden. doch auch dieses Modell ist endlich. Die Entwicklung dieser Welt ins Robotronische Zeitalter hat längst begonnen und dadurch verändert sich die Rolle des Menschen ganz wesentlich, denn in der herkömmlichen Form wird jede Ökonomie sterben und mit ihr auch das einzige Kapital, was dem Gros der Menschheit zur Verfügung steht: seine Arbeitskraft. Mit anderen Worten: Der Mensch wird überflüssig.
    Darüber wurden von Gelehrten ganze Bücher verfasst, eines ausführlicher als das andere, Horrorvisionen in epischer Länge, immer neue und andere Szenarien, man hat sie da vor sich liegen, diese kleinen Swimmingpools voller Theorie, alle geeignet, in die Abteilung "Erklär' mir nicht die Welt, die versteh' ich sowieso nicht" abgeschoben zu werden.
    Ilja Trojanow hat dazu keine Streitschrift verfasst, denn über Fakten kann man nicht streiten. Er nennt diese knapp 100 Seiten starke Veröffentlichung eine "Politische Stellungnahme", man könnte es aber auch "Der Stand der menschlichen Gesellschaft" nennen. Und die hat es in sich. Faktisch kann man ihn nicht belangen, alles ist korrekt und damit vollbringt Trojanow die Großtat, in einer klaren, schnörkellosen und sachlichen Sprache in aller Kürze aber vollkommen ausreichender Gründlchkeit über den Stand der Dinge im Kaptialismus unserer Zeit und der Rolle der Menschen in dieser Lebensform Auskunft zu geben. Auskunft, die alles andere als beruhigend oder sorglos ist, im Gegenteil, wer sich nach dieser Lektüre nicht einige grundlegende Gedanken über die Zeit, in der er lebt macht, den könnte auch der Fall einer Atombombe nicht mehr erschüttern.
    Und hier kommen wir zum abschließenden springenden Punkt: Dieses kleine Büchlein ist einfach zu gut und wichtig, um ignoriert zu werden. Es sollte Pflichtlektüre für alle werden. Wenn sich alle diese recht einfach und schnell zu begreifenden Fakten vor Augen halten, dann könnte man vielleicht noch etwas bewegen. Denn wie führt der Autor selbst aus: "Es gibt keine Alternative zu organisiertem, gemeinsamen Handeln".
    Ein Buch, das in jedem, in wirklich jedem Haushalt von einem gelesen werden sollte. Was drinsteht, wird derjenige dann schon zu berichten wissen. Unverzichtbar!

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