Bücher mit dem Tag "essays"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "essays" gekennzeichnet haben.

341 Bücher

  1. Cover des Buches Untenrum frei (ISBN: 9783499631863)
    Margarete Stokowski

    Untenrum frei

     (159)
    Aktuelle Rezension von: Saysway

    Ich bin ehrlich, ich habe zuvor schon etwas von Feminismus gehört und konnte sicher auch etwas dazu sagen, aber richtig Ahnung hatte ich davon nicht.
    Dieses Buch ist Aufklärung, die Wahrheit und leider auch harte Fakten, die wir vielleicht nicht hören wollen, aber müssen.
    Der Schreibstil ist klasse, lässt sich flüssig und lädt zum Nachdenken ein. Ich habe das Buch in die Hand genommen und es verschlungen. Das Buch deckt Probleme auf von denen wir denken, wir hätten sie eigentlich schon hinter uns gelassen. Alltagssituationen werden geschildert und haben einen bestimmten Effekt: Oh, das stimmt, so habe ich darüber noch gar nicht nachgedacht.
    Außerdem bekommt man viele Anreize über andere Bücher, welche passend zum Thema sind.
    Das Buch war wirklich große Klasse und gerade auch "Anfängern" im Thema Feminismus, kann ich dieses Buch ans Herz legen.

    Von mir gibt es eine Leseempfehlung!
    Viele Grüße 

    Saysway.

  2. Cover des Buches Ruhm (ISBN: 9783499249266)
    Daniel Kehlmann

    Ruhm

     (615)
    Aktuelle Rezension von: Stephanus

    Neun Geschichten von ganz unterschiedlichen Personen und Handlungen, vom verwirrten Internetblogger, über einen Angestellten mit Doppelleben, einen Schauspieler, der lieber unbekannt wäre und eine Dame auf der Reise in den Suizid etc.

    Zunächst scheinen die Geschichten abgeschlossen und für sich stehend. Mit jeder weiteren der Geschichten wird aber klar, das alle zusammenhängen und ein Geflecht aus Wirklichkeit und Schein entsteht.

    Kehlmann gelingt mit einer tollen Erzähltechnik ein zusammenhängendes Buch aus einer Geschichte in neun Episoden. Sprachlich und stilistisch sehr gut kommen Humor und Witz nicht zu kurz und jede Hauptfigur ist tiefgründig und elegant ausgearbeitet. Ein sehr gutes und unterhaltsames Buch.

  3. Cover des Buches The future is female! (ISBN: 9783442159826)
    Scarlett Curtis

    The future is female!

     (40)
    Aktuelle Rezension von: BlueSiren
    Vielfältige Texte von unterschiedlichsten Frauen und als Frauen gelesenen Personen zu Weiblichkeit und Feminismus. Viele Texte regen zum Nachdenken an, machen Mut oder Wut, bekräftigen, bestärken und zeigen, warum Feminismus immer noch so wichtig ist. Einige Texte haben mir persönlich nicht so gut gefallen, aber die Mischung ist gut gelungen.
    Eine ausführliche Rezension gibt es auf meinem Blog.
  4. Cover des Buches Die letzten Tage des Patriarchats (ISBN: 9783498063634)
    Margarete Stokowski

    Die letzten Tage des Patriarchats

     (57)
    Aktuelle Rezension von: wort_bildung

    Die letzten Tage des Patriarchats also. Schön wär’s, denke ich mir. Auch nach diesem Buch. Naja, auch wenn mich Stokowskis Worte - genau genommen nicht ihre Worte, sondern das, worum es darin geht - wieder einmal furchtbar aufgeregt, erschüttert, wach gerüttelt haben, ich kotzen könnte angesichts einer Gesellschaft, die sich scheinbar immer noch gegen Frauen und alle Menschen, die keine Cis-Männer sind, verschworen hat, machen sie mir auch irgendwie Mut. Nicht, weil der Weg zu Ende, das Ende erreicht ist, aber weil Veränderung stattfindet. Resignation ist keine Option.

    „Die letzten Tage des Patriarchats“ ist eine Sammlung von Kolumnen und Essays, die Margarete Stokowski in den Jahren 2011 bis 2018 geschrieben und sowohl bei der taz als später auch bei Spiegel Online publiziert hat. Ein Buch also, das nicht nur das gesellschaftlich-politische Geschehen im Zeitverlauf reflektiert, sondern auch den schreiberisch-stilistischen Werdegang der Autorin widerspiegelt. Thematisiert werden hierbei beispielsweise der Umgang mit sexueller und sexualisierter Gewalt, Rollenbilder im Kontext der politischen Spektren oder auch der Umgang mit Körpern. Ein Motiv zieht sich - Überraschung - durch alle Texte: Diskriminierung, Diskriminierung… Hab ich schon Diskriminierung gesagt? Dabei ist Stokowski stets radikal und schonungslos, keine Gnade. Trotzdem aber auch immer mit einem Augenzwinkern.

    Anders als ihr Debüt „Untenrum frei“ ist dieses Buch also kein kohärenter Text. Trotzdem war ich überrascht, wie sehr die Einzeltexte zusammen doch ein ganzheitliches Bild ergeben, das mich spätestens ab dem zweiten Drittel des Buches komplett abgeholt hat.

    Ich fühle mich sehr bereichert und hoffe auf mehr Lesestoff von dieser starken Stimme des Feminismus.

  5. Cover des Buches Das Gegenteil von Einsamkeit (ISBN: 9783596521692)
    Marina Keegan

    Das Gegenteil von Einsamkeit

     (168)
    Aktuelle Rezension von: dean_winchester
    Das Buch war insgesamt sehr schön geschrieben. Der Grund der Veröffentlichung aller Essays von Marina Keegan hat mich sehr berührt. Nicht alle Geschichten waren mein Fall, aber der Großteil war überragend und packend geschrieben und hat mich sehr fasziniert! Es ist unfassbar schade, das so ein Talent nicht mehr unter uns weilt, dennoch ist Ihr Buch eine schöne Erinnerung an Sie und auf jeden Fall lesenswert!
  6. Cover des Buches Gesamtausgabe (ISBN: 9783596905911)
    Anne Frank

    Gesamtausgabe

     (2.387)
    Aktuelle Rezension von: Papiertiger17

    Der historischen Zusammenhänge und der immensen Bedeutung dieses Zeitdokumentes bewusst, trafen mich die Lebensfreude und die teils sehr unterhaltsamen Anekdoten der jungen Autorin doch unvorbereitet. So überrascht, konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Das Tagebuch der Anne Frank gewährt ein fesselndes Eintauchen in ihre Gedanken- und Gefühlswelt und lässt einem ganz beiläufig erfahren, wie es ist, von einem deutschen Unrechtsstaats das eigene Daseinsrecht abgesprochen zu bekommen. Es ist unfassbar, dass die Deutschen damals ihre ethnischen Säuberungen sogar im Radio angekündigt haben. Und alle haben gewusst, was mit jenen passiert, die weggeholt und abtransportiert wurden. Alle haben es gewusst!

  7. Cover des Buches Not That Kind of Girl (ISBN: 9783596198047)
    Lena Dunham

    Not That Kind of Girl

     (92)
    Aktuelle Rezension von: milasun

    Auf Seite 45 habe ich das Buch zugeklappt und mich über die verschwendete Stunde geärgert. Lena Dunham reiht eine belanglose Episode an die nächste, eine unbedeutende Männergeschichte jagt die nächste. Die Autorin - von der Presse als Feministin gefeiert - weiß über ihre einzige Vertraute am College nichts zu sagen, als dass sie "dicklich" sei und sinniert über deren "breiten Hintern" beim Sex. Der "süßeste Typ" an der Uni wird abgelehnt, weil er im Seminar einen Rock trägt (so what?!). Vielleicht entgeht mir ja noch etwas auf den weiteren 255 Seiten. Aber das Risiko gehe ich ein.

  8. Cover des Buches Die Würde ist antastbar (ISBN: 9783442715008)
    Ferdinand von Schirach

    Die Würde ist antastbar

     (139)
    Aktuelle Rezension von: Annoleinchen

    Ich sitze bei den von Schirach Büchern schon immer mit Zettel und Stift daneben, um mir zu notieren, welche Bücher, Filme, Persönlichkeiten etc. er erwähnt. Mit denen wird sich dann im Anschluss beschäftigt!

  9. Cover des Buches Wie hat Ihnen das Anthropozän bis jetzt gefallen? (ISBN: 9783446270558)
    John Green

    Wie hat Ihnen das Anthropozän bis jetzt gefallen?

     (64)
    Aktuelle Rezension von: wokanshu

    John Green hat sich während der Lockdown-Phase mit verschiedensten Bereichen des Lebens befasst. Sein Buch ist ein Sammelsurium unterschiedlicher Produkte, Personen und Ereignisse, die er Revue passieren lässt. Dem Leser gibt er in diesen kurzen Kapiteln interessante und essentielle Informationen zu den von ihm besprochenen Themen, wodurch der Leser durchaus seinen Horizont erweitern kann. Am Ende jedes Kapitels vergibt der Autor Sterne nach seinem persönlichen Ermessen. Das hätte man sich durchaus sparen können. Der Schreibstil ist leicht und vereinnahmend.

    Das Cover ist mit dicken bunten Linien durchsetzt und der Titel groß aufgedruckt. Die Randnotiz des Covers "Notizen zum Leben auf der Erde" hätte man meines Erachtens hervorheben sollen, da sie den Inhalt des Buches doch sehr treffend beschreiben.

    Ich mag an diesem Buch, dass viele Themenbereiche aufgegriffen und neben den persönlichen Ausführungen Greens neutrale Hintergrundinformationen geliefert werden.   

  10. Cover des Buches Beobachtungen aus der letzten Reihe (ISBN: 9783847900351)
    Neil Gaiman

    Beobachtungen aus der letzten Reihe

     (15)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Neil Gaiman ist Autor von Romanen, Drehbüchern und Comics.
    Er liest, seit er lesen kann und arbeitete mit diversen Größen der verschiedenen Literaturgenres zusammen.
    Angefangen zu schreiben hat er als Journalist, bis er sich entschied, Schriftsteller zu werden.

    In dieser Sammlung verschiedener Texte erklärt Neil Gaiman, wie wichtig Bücher, Lesen und Bibliotheken für Kinder sind.
    Er klärt über das Leben als Künstler auf und erzählt witzige Anekdoten über andere Autoren, wie zum Beispiel Stephen King und Terry Pratchett.

    Er hat diverse Texte zu verschiedenen literarischen Preisverleihungen und Vorworte für andere Romane oder Comicbücher geschrieben.

    In diesem Buch versammeln sich auch die verschiedensten Texte zu den Themen Kino/Film allgemein und Musik.

    Man kann die Texte völlig unabhängig voneinander und in wilder Reihenfolge lesen. Man kann ganze Texte völlig ausklammern, wenn einen das Thema nicht interessiert und trotzdem lernt man Neil Gaiman sehr gut kennen und erfährt so einiges über das Schreiben und die Arbeit als freiberuflicher Künstler.
  11. Cover des Buches Von Beruf Schriftsteller (ISBN: 9783442716975)
    Haruki Murakami

    Von Beruf Schriftsteller

     (50)
    Aktuelle Rezension von: Soeren

    Seit mehr als vierzig Jahren arbeitet Haruki Murakami als Schriftsteller. Seine Romane und Kurzgeschichten wurden in über fünfzig Sprachen übersetzt. In der Regel gilt der Autor als ziemlich scheu und gibt nur ungern Interviews. Dennoch lässt er sich auf den gut 200 Seiten von „Von Beruf Schriftsteller“ über die Schulter blicken. In elf Essays erzählt er von seinen Erfahrungen in der schreibenden Welt. Manches davon sind allgemeine Betrachtungen, anderes Gedankenübungen. Dazwischen berichtet er aber immer wieder davon, wie er seine Geschichten schreibt, worauf es ihm ankommt und worauf junge Autoren achten sollten. Daher tragen die Essays auch eindeutige Titel wie „Und worüber soll ich schreiben?“ oder „Für wen schreibe ich?“. Manche Tipps und Ratschläge dürften Nachwuchsautoren (und -autorinnen) sehr interessant sein. Andere Passagen beleuchten Haruki Murakami als Menschen näher. Manchmal schweift der Autor dabei allerdings erheblich ab. Oder lässt sich seitenlang über das japanische Schulsystem aus. Diese Passagen fand ich weniger interessant. Für Fans des Meisters ist „Von Beruf Schriftsteller“ sicherlich ein Muss, aber auch andere Leser, die von Haruki Murakami nicht jedes Werk kennen, sich aber für das Handwerk Schreiben interessieren, dürften in Haruki Murakamis Buch viele interessante Zeilen finden. Ich persönlich fand Stephen Kings Ratgeber "Das Leben und das Schreiben" besser.

  12. Cover des Buches Schnee auf dem Kilimandscharo (ISBN: 9783499272868)
    Ernest Hemingway

    Schnee auf dem Kilimandscharo

     (94)
    Aktuelle Rezension von: Julia92

    Cover: In Blautönen gehalten, sieht nett aus. Aber wenn ich nicht auf der Suche nach diesem Buch gewesen wäre, wäre es mir wohl kaum aufgefallen.


    Klappentext: Ein alter Mann flüchtet vor der Einsamkeit in ein Café. In einem Kinderzimmer wartet ein kleiner Junge einen ganzen Tag lang auf den Tod. In einem Krankenhaus wird ein Radio zum Tor der Welt, und in der afrikanischen Steppe kämpft ein Mann gegen die Angst vor dem Löwen - und um seine Ehre.


    Meinung: Sehr gespannt begann ich, Hemingways Kurzgeschichten zu lesen. Die ersten waren ja noch ganz okay, wobei sie mich auch nicht vom Hocker gerissen hatten. "Väter und Söhne" hat mir am besten gefallen, diese Geschichte fand ich tatsächlich unterhaltsam. In den darauffolgenden tat ich mir schwer, mich auf die Erzählungen einzulassen, weil sie mir vom Thema und von der Schreibweise überhaupt nicht zusagten. Entweder ging es um den Krieg, ums Kämpfen oder Jagen. Stets waren körperlich starke, jedoch emotional schwache und überaus unsympathische Protagonisten im Vordergrund, die mit ihren (für meinen Geschmack) seltsamen Dialogen die Geschichte auch nicht gerade besser machten.

    Was mich noch sehr gestört hat, waren die wechselnden Zeitformen in "Fünfzigtausend". Der Autor sprang ständig vom Präsens ins Präteritum und umgekehrt. Auch das gehäufte Vorkommen des Wortes "sagt" war sehr auffällig. Wahrscheinlich beabsichtigt, aber nicht mein Fall. Hier ein Beispiel:

    "Jetzt wirst du schlafen, Jack", sagte ich.

    "Klar", sagt Jack. "Jetzt schlaf ich."

    "Gute Nacht, Jack", sagte ich.

    "Gute Nacht, Jerry", sagt Jack. "Du bist mein einziger Freund."

    "Oh, Mist", sagte ich.

    "Du bist mein einziger Freund", sagt Jack. "mein einziger Freund."

    "Schlaf jetzt", sagte ich.

    "Mach ich", sagt Jack.


    Spätestens nach dieser Geschichte wurde mir klar, dass dieses Buch mein letztes von Hemingway war. Es traf leider überhaupt nicht meinen Geschmack. Da ich aber eine Erzählung ganz gut fand, vergebe ich 2 von 5 Sternen.

  13. Cover des Buches Die Enden der Welt (ISBN: 9783596512232)
    Roger Willemsen

    Die Enden der Welt

     (87)
    Aktuelle Rezension von: MaternaKuhn

    Der erste Roger Willemsen. Die Eröffnung einer neuen Dimension des Lesens. Willemsen reist an die Enden der Welt. Neben den naheliegenden, vermeintlich geografischen Enden der Welt wie Patagonien, dem Himalaya und dem Nordpol sind es aber auch emotionale Enden der Welt, an die Willemsen reist - ein Bordell in Bombay, eine Totenfeier auf Tonga, ein Opium-Rausch im Golden Triangle. Obwohl die Enden der Welt für Roger Willemsen allesamt am wenigsten geografischen Orte sind, sondern extreme Situationen und Begebenheiten denen er sich aussetzt, um das zu erfahren, was „dahinter“ liegt. 

    Wer in den Enden der Welt einen konventionellen Reisebericht sucht, wird sicherlich enttäuscht werden, denn Roger Willemsen sehnt sich danach, Menschen, Landschaften, Kulturen und Riten zu durchdringen und zwar auf einer diffizilen Wahrnehmungsebene, die den Leser sprachlos macht. Willemsen beherrscht es, die Dinge auf so vielen Ebenen zu erfühlen und diese Reflexionen in eine Sprache zu gießen, die einem fassungslose Bewunderung abringt. Die Orte, die Willemsen bereist, sind Orte, die eine besondere Mystik, eine herausfordernde Atmosphäre und irgendwo auch einen Grenzbereich zwischen Leben und Tod darstellen - letzteres etwas, das sich durch das gesamte Buch zieht. 

    Wer nach einer anspruchsvollen Lektüre sucht, die einen zum Nachdenken anregt, die an Schauplätzen rund um diese Erde spielt, die einen in die Wahrnehmungswelten einer außergewöhnlich reflektierten Persönlichkeit mit einer unglaublichen Sprachakrobatik entführt, der wird große Freude an diesem Buch haben.


  14. Cover des Buches Das Bildnis des Dorian Gray (ISBN: 9783962816490)
    Oscar Wilde

    Das Bildnis des Dorian Gray

     (1.852)
    Aktuelle Rezension von: literaturfreund

    Dorian, ein bemerkenswert schöner Mann, ist noch nicht mal volljährig, da trifft er auf Lord Henry. Obwohl der Freund und Bewunderer Dorians, Maler Basil, alles versucht um Dorian und Henry nicht bekannt zu machen, schafft er es nicht und der manipulative und charakterstarke Henry nimmt Dorian immer mehr für sich ein. 

    Basil erschafft währenddessen ein Porträt von  Dorian, welches er ihm dann auch überreicht. Als der junge Mann sein Schönheit durch das Bild begreift, stürzt es ihn in eine Krise. Er hat so panische Angst vor dem Älterwerden, dass er kurzerhand mit aller Inbrunst ein Gebet ausspricht er wünsche sich, dass er nie altert dafür aber das Bild. Sein Wunsch geht in Erfüllung, doch die Folgen dessen wird Dorian sich erst im laufe seines Lebens bewusst. 

    Ein sehr beeindruckendes, wortgewaltiges Werk, welches mich nachdenklich gemacht hat. Was ist die ewige Jugend wert und ist es wirklich erstrebenswert immer jung zu bleiben ? Wie stark können einen die falschen Menschen beeinflussen und verändern ? 

    Alles verbunden mit sehr schönen, teilweise total lustigen Gesellschaftskritischen Passagen. 

    Ein paar Kritikpunkte habe ich allerdings dann doch. So haben mich die teilweise etwas langen Sätze, die so typisch für Oscar Wild zu seien scheinen, manchmal echt Konzentration gekostet. 

    Auch zur Mitte des Buches hatte ich  Schwierigkeiten den Faden nicht zu verlieren, da es meiner Meinung nach irgendwie etwas „durcheinander“ war. Trotzdem habe ich „Das Bildnis des Dorian Gray“ durchaus gerne gelesen und würde es alle die Klassiker lieben empfehlen.

  15. Cover des Buches Wenn Männer mir die Welt erklären (ISBN: 9783455001969)
    Rebecca Solnit

    Wenn Männer mir die Welt erklären

     (72)
    Aktuelle Rezension von: literaturwohnung

    Das Buch habe ich in drei Tagen ausgelesen und fand den Essay einfach ganz wunderbar. Es regt zum Nachdenken an, lässt einen aber auch erschüttert zurück. Die Autorin zeigt auf, in was für einer Welt wir (leider noch immer) leben und das noch immer eine Ungleichheit zwischen Männern und Frauen existiert, obgleich schon soviel bewegt und geschaffen wurde. Wir haben durch den Feminismus viel erreicht, aber wir sind noch lange nicht am Ziel. Rebecca Solnit berichtet von eigenen Erlebnissen, schreibt darüber was Bevormundung mit ihr macht und bringt an, weshalb es von äußerster Wichtigkeit ist, über das Thema zu schreiben und zu sprechen. Denn: Es gibt noch jede Menge zutun. 

    Sie erzählt, dass Frauen damals überhaupt keine Rechte besaßen, quasi eine Art Besitz von Männern waren wie eine Vase im Schrank und nicht einmal ein Mitspracherecht besaßen. Vom Wählen ganz zu schweigen. Frauen waren unmündig, und noch weniger, als sie heirateten. Der Mann war der Oberhaupt, die Frau das kleine Küken in Samt, so würde ich es beschreiben. Alleine die Vorstellung hat etwas von der Steinzeit, wobei es gar nicht mal so lange her ist. Aber nicht nur das erfahren wir, sondern auch, dass alle sechs Sekunden eine Frau geschlagen wird. Etliche von ihnen werden ermordet, weil sie sich trennen wollen, anderer Meinung sind oder endlich ausbrechen wollen und doch, bleiben viele bei den gewalttätigen Männern, da sie Angst haben. Angst ist Macht. Und die Männer haben gegenüber ihren Frauen diese Macht, die es zu brechen gilt.

    Der Essay macht nach dem Lesen etwas mit einem. Es bringt einen während des Lesens zum Nachdenken. Während wir auf der Couch mit einer Tasse Kaffee lümmeln und den Vögeln lauschen, stirbt irgendwo eine Frau, weil sie den Mund aufgemacht hat. Oder weil sie sich trennen wollte - befreien. Oder Schläge erntet, dafür das sie nur eines sein will: ein freier Mensch. Es ist erschreckend, was in der Welt geschieht und noch erschreckender ist, dass viele die Augen verschließen. Denn Gewalt und Mord ist, laut der Autorin, ganz und gar geschlechterspezifisch. 

    Ladys, es gibt viel zutun! Lasst uns kämpfen!💛

  16. Cover des Buches Um es kurz zu machen (ISBN: 9783813506952)
    Meike Winnemuth

    Um es kurz zu machen

     (26)
    Aktuelle Rezension von: Frollein_Annika

    Ach, es war schön.

    Ich hab herzhaft gelacht, mich wiedererkannt, etwas dazugelernt und mich einfach gut unterhalten gefühlt.

    Meike Winnemuth geht unheimlich geschickt und schnell mit Sprache um, wirkt dabei nie gewöhnlich und bleibt im Kopf! 

  17. Cover des Buches Der Spaß an der Sache (ISBN: 9783462049893)
    David Foster Wallace

    Der Spaß an der Sache

     (4)
    Aktuelle Rezension von: michael_lehmann-pape
    Sprachlich teils wie ein Wirbelsturm und immer hintergründig auf den Punkt gebracht

    Nicht nur als weltbekannter und breit wirksamer Romancier hat David Foster Wallace seine Gedanken, Eindrücke, seine Wichtigkeiten verewigt, sondern über eine nicht geringe Zeit hinweg (von 1990 bis 2005) gerade das Stilmittel des Essays (zu Anfang und für einige Jahre dann aus für ihn wichtigen Gründen, die man bei der Lektüre erfährt) breit und, seinem Stil entsprechend, ausschweifend genutzt.

    Dass Wallace nie Vorgaben beim Umfang eines Textes einhielt, bei der Abnahme um jedes Wort (und eine seiner Spezialitäten sind selten genutzte, kaum bekannte Worte) gerungen und zur Not auch ellenlange Fußnoten noch setzte, dass ist eins der Erkennungsmerkmale seiner Essays. Das andere findet sich darin, dass Wallace der jeweiligen Sache tief auf den Grund geht, vielfach umschreibt, Geschichten erzählt, den Kern nie aus den Augen verliert und so für den Leser die Essays (eher Kurzgeschichten) sprachlich und inhaltlich zu einer wahren Fundgrube je gestaltet.

    So ist es schon beim ersten, abgedruckten Essay (Tennis, 1991) bei Weitem nicht so, dass Wallace sich nur mit dem (von ihm selbst in jungen Jahren erfolgreich betriebenen) Sport nur das Feld, das Netz und die Filzbälle im Blick hat.

    Nein, zugleich erzählt er aus dem Wesen seiner Person (der, der mit mathematischen Winkeln und unwirtlichen Witterungen besser zurechtkommt, als mit den „regulären Bedingungen“ des Sports und, vielleicht auch, des Lebens).

    Und charakterisiert umgehend direkt die gesamte Lebensatmosphäre in „Tornado Alley“ in Illinios, hängt Gedanken über Freundschaft kurz hinterher, verblüfft sich mit dem Leser über die Entwicklung junger Menschen in der Pubertät.

    „Die Stärken der Landschaft sind auch ihre Schwächen“.

    Und wie für das Land, gilt das nicht auch für Menschen? Zumindest die Tennis-Stärken von Wallace sind am Ende ebenso auch seine Schwächen.

    Das ganze munter, unterhaltsam, immer wie leicht außer Atem erzählt und dennoch verweilend, wo es sich lohnt, tiefer zu graben.

    Was für alle anderen Essays ebenso gilt. Man bewege sich nur mit Wallace auf das Kreuzfahrtschiff zum Urlaub und kommt am Ende einerseits aus dem Lachen über die genaue Beobachtungsgabe und die Rituale an Bord kaum heraus, um auf der anderen Seite auch durchgehend die Stille Frage im Kopf zu spüren, wie man selbst in dieser Situation so wirken würde und ob man das wirklich dann so möchte.

    „Seine Essays sind Hirnschrittmacher, in denen die ganze US-amerikanische Gegenwartskultur zur Sprache und mit sich ins Gespräch kommt“.

    Was vor allem (wie in „Der Moderator“, in dem es um „das Hasspredigen“ geht) daran liegt, dass Wallace eben keine distanzierte Haltung zu seinen Beobachtungen einnimmt, sondern sich „mitten hinein bewegt“, ohne vorher schon seine Bewertung fertig zu haben.

    Er schreibt nicht über Kreuzfahrten von Land aus, er nimmt teil. („Schrecklich amüsant – in Zukunft aber ohne mich“).

    Er analysiert nicht abstrakt, was ihm wichtig scheint, sondern setzt sich dem aus. So kann er einerseits Tennis spielen und andererseits aus der Selbstbeobachtung heraus das Umfeld, die Gegenspieler, die Teams, Land und Leute, Wind und Wetter umfassend mit einbeziehen.

    Befindlichkeiten, Haltungen, Werte, Ängste, Sorgen, Freude, politische Bewegungen und Auseinandersetzungen, dies alles umfassend Verstehen, im „Selbstgespräch“ schriftliche hin- und her wenden und das ganze sprachlich lesbar, aber dennoch kunstvoll, mal drastisch im Ausdruck, mal filigran gestalten. Es wird kaum andere Autoren der Neuzeit geben, die sowenig klar festgelegten Formen des Ausdrucks in solchen Essays folgen, wie Wallace. Was bei der Lektüre Langweile auf keinen Fall aufkommen lässt. Wobei alle Themen interessant gewählt wind und je zeitloses und wichtiges von Wallace mit herauserzählt wird.

    Mit immer wieder dem erkennbaren Fundament seiner Sicht der Welt. Humor und Komik, ein sich vorurteilsfrei nähern und sich „ganz hereinstürzen“.

    Thematisch gegliedert und innerhalb der Themen chronologisch gesetzt, kann der Leser ebenso mit Vergnügen die persönlichen Entwicklungen des Autors Schritt für Schritt nachspüren.

    Eine hervorragende Lektüre.
  18. Cover des Buches Liebe Ijeawele (ISBN: 9783596299683)
    Chimamanda Ngozi Adichie

    Liebe Ijeawele

     (19)
    Aktuelle Rezension von: Aus-Liebe-zum-Lesen

    Mein absolutes Lieblingsgeschenk für frischgebackene Eltern ist Chimamanda Ngozi Adichies „Liebe Ijeawele: Wie unsere Töchter selbstbestimmte Frauen werden“.

    Ich habe das schmale Bändchen nach der Geburt unserer ersten Tochter während des Stillens gelesen – mehrfach, um mir auch wirklich alle wichtigen Punkte einzuprägen.

    Eigentlich handelt es sich hier um einen Brief, den die berühmte nigerianische Feministin an eine Freundin geschrieben hat, die um Tipps zur feministischen Erziehung bat.

    Auch wenn der ein oder andere Punkt in der westlichen Welt mittlerweile gesamtgesellschaftlich umgesetzt scheint, sind viele Denkanstöße dabei, wie man die Erziehung seiner Kinder zur Gleichberechtigung der Geschlechter hin optimieren kann. Und ja, ich schreibe bewusst Kinder, weil auch die Werte, die Jungen ans Herz gelegt werden natürlich zur Gleichberechtigung beitragen.

     

    Ich werde euch die Tage auch noch den Weltbestseller „Americanah“ von Chimamanda Ngozi Adichie vorstellen, den ich gleich im Anschluss gelesen habe, weil ich neugierig auf die Autorin und ihre Botschaft geworden bin.

  19. Cover des Buches Die Welt von "Outlander" (ISBN: 9783426653784)
    Diana Gabaldon

    Die Welt von "Outlander"

     (11)
    Aktuelle Rezension von: Pitzi

    eitdem im November 2013, die überarbeitete Fassung des ersten Compendiums zur Reihe, um die Zeitreisende Claire und ihren Schotten Jamie mit dem Titel „Der magische Steinkreis“ erschienen ist, ist nicht nur reichlich Zeit ins Land gegangen, sondern es hat sich auch viel Neues ergeben, denkt man nur einmal an die TV-Serienverfilmung. Und in der Tat werden nicht nur die Fans der Buchreihe, sondern auch die Liebhaber der TV-Serie hier auf ihre Kosten kommen, denn in „Die Welt von Outlander“, widmen gleich mehrere Verantwortliche der TV Serie den neugierigen Lesern einige Kapitel.

    Ob man sich nun im gälischen Sprachgebrauch üben möchte; leider ist jedoch keine Lautschrift enthalten, was ich recht schade fand (mein einziger Kritikpunkt), oder nachlesen möchte, wie die wichtigsten Kostüme der Darsteller entstanden, man wird hier definitiv fündig und bekommt viele wichtige Informationen geboten. Interessant und sehr liebevoll gestaltet, fand ich übrigens auch den Bereich der Herbalistin Dr. Claire MacKay.

    Außerdem finden sich in diesem neuen Compendium zahlreiche Bebilderungen vom Set, Kochrezepte, Skizzen und Grundrisse, Kartenmaterial oder Stammbäume.

    Natürlich fehlen weder die ausführlichen Inhaltsangaben zu den bislang veröffentlichten Büchern von Diana Gabaldon, noch eine Aufstellung aller, bislang aufgetretenen Haupt und Nebenfiguren nebst Erläuterungen zu ihren Personen.

    Besonders gut gefallen haben mir, die wieder mit viel trockenem Humor von der Autorin vorgetragenen Erläuterungen, Tipps und Fußnoten zum Thema Schreiben, Organisation und Recherche. Nicht zu vergessen das ausführlich geschilderte Kapitel, in dem Diana Gabaldon ein immer wieder gerne angefragtes Thema zur Reihe, in den Fokus stellt und zwar „Sex und Gewalt“. Und natürlich ist auch einer der Bösewichte der Serie, Black Jack Randall, darin Gesprächsthema.

    Ebenfalls spannend fand ich das Kapitel „Historie und Historische Romane. Wie man die Vergangenheit organisiert“, worin es unter anderem auch um den wichtigen Punkt der eigenen Interpretation der Wahrheit geht. Abgerundet wird der Roman von Diana Gabaldons humorvollen Setbeschreibungen, zu ihrer leider nur kurz andauernden Schauspielkarriere. ;-) Bitte seht es mir nach, wenn ich nicht alles, was in diesem 855 Seiten starkem, gebundenen, mit Lesebändchen und Schutzumschlag versehenes Buch Erwähnung findet, aufgreife. Denn ich finde, das neue Kompendium sollte von jedem Fan in Ruhe, Stück für Stück; Leseperle für Leseperle, entdeckt werden!

    Doch nicht nur der Inhalt kann überzeugen, auch die Optik des Buches ist sehr hochwertig und geschmackvoll gestaltet und macht nicht nur im Regal eine ansehnliche Figur. Wer bislang noch gezögert hatte, ob sich ein Kompendium zur Serie lohnen könnte, hat nun keinen Grund mehr, denn in „Die Welt von Outlander- Das ultimative Begleitbuch zur Serie“, findet sich alles, was man sich als Fan der Saga nur wünschen kann.

  20. Cover des Buches Wir Flüchtlinge (ISBN: 9783150193983)
    Hannah Arendt

    Wir Flüchtlinge

     (7)
    Aktuelle Rezension von: Flamingo
    Auf 64 Seiten liefert Reclam hier zwei aktuelle Essays ab: Einmal das 36-seitige Essay von 1943 "We Refugees" von Hannah Arendt in deutscher Übersetzung und dann das einordnende Essay von Thomas Meyer. 
    Sehr lesenswert und wie immer mMn erschreckend, wie sehr lehrreich Geschichte sein könnte, aber nicht ist.
  21. Cover des Buches Betrachtungen einer Barbarin (ISBN: 9783455010985)
    Asal Dardan

    Betrachtungen einer Barbarin

     (11)
    Aktuelle Rezension von: Magda

    Asals Eltern, die zur iranischen Elite gehörten und für den Schah gearbeitet haben, müssen nach der Islamischen Revolution das Land verlassen. Mit der damals einjährigen Asal fliehen sie nach Deutschland, wo sie in Köln eine Mietwohnung beziehen. Asal wächst in Deutschland auf, besucht deutsche Schulen, geht aufs Internat – die Kosten trägt oft das Jugendamt.

    Obwohl Asal die Heimat ihrer Eltern nur aus den stark geschmückten Erzählungen ihrer Verwandtschaft kennt, spricht sie sehr oft über Heimweh und Sehnsucht nach Orten, die sie nie besucht hat. Dabei kann sie nicht mal richtig Persisch sprechen. Ich frage mich, wie kann man irgendwas, was man nicht kennt, vermissen? Oder Sehnsucht danach haben?

    In Deutschland fühlt sie sich fremd. Es ist vor allem ihr Aussehen, das sie in der Gesellschaft als Fremde abstempelt. Asal setzt sich mit der deutschen Kultur und Vergangenheit auseinander und kritisiert scharf das Land, in dem sie aufgewachsen ist und lange gelebt hat. Ausführlich beschreibt sie den NSU-Prozess, kritisiert und warnt vor Pegida und AfD. 

    In dem Essay „Spaziergang durch die Grüne Stadt“ erzählt sie über die Opfer des Nazi-Regimes, nach deren Namen die Straßen des Ortsteils benannt wurden. Besonders angetan ist sie von der tragischen Lebensgeschichte der Widerstandskämpferin Olga Benario-Prestes, die im Alter von 34 Jahren in der Tötungsanstalt Bernburg ermordet wurde.

    Die Autorin, die sich selbst als Barbarin- eine Fremde, vor der man Angst habe- definiert, hat selbst Angst um ihre Familie, sorgt sich um die Zukunft ihrer Kinder. Das bringt sie zum Beispiel mit solchen Sätzen zum Ausdruck: „Das Hochhalten der geglückten Vergangenheitsbewältigung der Deutschen ist Augenwischerei. Dieses Land neigt noch immer zu extremer Politik.“ (143)

    In den 10 Essays, die dieses Buch bilden, setzt sie sich mit Migration, Flucht, Exil, Sexismus und Mutterschaft auseinander. Sehr offen spricht sie über ihre persönlichen Erlebnisse, wie Schwangerschaft oder Abtreibung. 

    Das Buch weckt viele Emotionen und die Autorin kann leicht missverstanden werden. Ich konnte nicht alle Ansichten der Autorin teilen. Dies eine aber auf jeden Fall: „Aber wenn man mit Menschen auskommen möchte, dann muss man sich auf sie einlassen“. (132)

  22. Cover des Buches Ein eigenes Zimmer (ISBN: 9783596522354)
    Virginia Woolf

    Ein eigenes Zimmer

     (56)
    Aktuelle Rezension von: Elenchen_h

    "Denkt man darüber nach, ist es doch seltsam, dass alle großen Frauen in der Literatur bis zur Zeit Jane Austens nicht nur durch die Augen des anderen Geschlechts gesehen wurden, sondern auch nur in Beziehung zum anderen Geschlecht. Und was für ein kleiner Teil ist das im Leben einer Frau und wie wenig kann ein Mann sogar darüber nur wissen, wenn er es durch die schwarze oder rosa Brille sieht, die sein Geschlecht ihm auf die Nase setzt." - Virginia Woolf, "Ein Zimmer für sich allein"


    Wer sich mit feministischer Literatur auseinander setzt, kommt an einer Frau nicht vorbei: Virginia Woolf. Ihr Essay "Ein Zimmer für sich allein" gehört zu den meistrezipierten Texten der Frauenbewegung. Deshalb wurde es für mich nun endlich Zeit, dieses Buch zur Hand zu nehmen - und ich wurde nicht enttäuscht! Es ist kurz gesagt einfach nur beeindruckend, welch klare und kluge Gedanken diese Frau vor mehr als 91 (!) Jahren hatte.


    Der Essay ist sozusagen ein Zusammenschluss aus zwei Vorträgen, die Virginia Woolf im Oktober 1928 am Girton College und am Newnham College gehalten hat (beide Colleges gehörten zu den ersten, die das Studium für Frauen zuließen). Thema der Vorträge war eigentlich "Frauen und Literatur", Woolf hat aber so viel mehr daraus gemacht. Sie setzt sich in ihrem Essay unter anderem mit folgenden Fragen auseinander: Warum sind Frauen arm? Wie wirkt sich diese Armut auf ihr Schaffen in der Literatur und Kunst im Allgemeinen aus? Warum haben schreibende Frauen so wenige weibliche Vorbilder bzw. wieso gab es in der Vergangenheit so wenige Schriftstellerinnen? Wie wurden Frauen in literarischen, wissenschaftlichen und historischen Werken dargestellt?


    Ihre gefundenen Antworten darauf sind umfangreich und sprachlich absolut herausragend. Sie stellt fest, dass Frauen kulturell, sozial und ökonomisch benachteiligt waren - und das auch immer noch sind! Woolfs Essay ist nämlich erschreckend aktuell. Auch heute noch wird Arbeit unterschiedlich bewertet, Care-Arbeit, die hauptsächlich von Frauen ausgeübt wird, wird immer noch so viel geringer gewertet und schon damals wandte die Autorin den heute sogenannten "Bechdel-Test" (die Frage, ob sich zwei Frauen in einem Film oder einer Geschichte über etwas anderes unterhalten, als über einen Mann) in der Literatur an.


    Woolf erbte von ihrer Tante ein jährliches Vermögen von 500 Pfund - für sie die wirtschaftliche Unabhängigkeit. Das, sowie Überlegungen zur Privatsphäre, brachten die Autorin zu der Aussage, eine Frau bräuchte ein eigenes Zimmer und 500 Pfund im Jahr, um eine Schriftstellerin zu werden. So entromantisierte sie auch das Bild der*des brotlosen Künstler*in.


    Ich kann nur empfehlen, diesen Essay zu lesen. Allein schon wegen Aussagen wie dem Zitat oben, doch auch einfach, um sich von Woolfs feministischem (auch wenn sie ihren Essay so nicht benennen wollte) Werk inspirieren und beeindrucken zu lassen. Ich bin begeistert von diesem Klassiker und möchte euch auch besonders die Ausgabe aus dem Kampa-Verlag empfehlen. Die Übersetzung ist sehr gut gelungen und auch das Nachwort hat mir bei der Einordnung des Werks in den geschichtlichen und gesellschaftlichen Kontext geholfen.

  23. Cover des Buches A Short History of Nearly Everything (ISBN: 9780552997041)
    Bill Bryson

    A Short History of Nearly Everything

     (42)
    Noch keine Rezension vorhanden
  24. Cover des Buches Über Fotografie (ISBN: 9783596230228)
    Susan Sontag

    Über Fotografie

     (15)
    Aktuelle Rezension von: Schnupperstern
    Susan Sontags gesammelte Essays befassen sich mit der Fotografie als gesellschaftliches Ausdrucksmittel, mit der Frage, ob Fotografie Kunst sei, mit den Unterschieden zwischen Fotografie und Malerei und mit dem Verhältnis zwischen Fotografie und Realität. Dieses Buch ist ein Standardwerk, ebenso wie Bourdieus "illegitime Kunst". Es ist gut und verständlich geschrieben, allerdings drängt sich bei der Lektüre manchmal der Eindruck auf, sie habe gewisse Dinge nur geschrieben, um zu demonstrieren, was sie alles weiß

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