Bücher mit dem Tag "essstörung"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "essstörung" gekennzeichnet haben.

149 Bücher

  1. Cover des Buches Splitterfasernackt (ISBN: 9783426784884)
    Lilly Lindner

    Splitterfasernackt

     (433)
    Aktuelle Rezension von: Soraja_liest
    Inhalt:
    Lilly Lindner erzählt von ihrem Leben. Sie erzählt von ihrem Nachbarn, der sie vergewaltigte als sie erst 6 Jahre alt war und wie sie damit versuchte umzugehen. Oder eben davon zukommen.

    Meine Meinung:
    Da es sich hier um die persönliche Geschichte von Lilly Lindner handelt, kann ich diese nicht "bewerten".
    Jedoch beeindruckte mich ihre "Sprachgewalt" auch in diesem Buch wieder. Diese allein ist ausschlaggebend für die 5 Sterne-Bewertung.

    Es handelt sich hier nicht um leichte Kost und sicherlich nicht um einen Unterhaltungsroman. Vielmehr erzählt uns die Autorin mit ihrem außergewöhnlichen und sehr berührenden Schreibstil aus ihrem Leben.
    Ich möchte nicht sagen, dass ich mit ihr mitfühlen kann oder sie und ihre Entscheidungen verstehe. Das kommt ihrer Erzählung in keinster Weise gerecht. Vielmehr möchte ich zu dem Buch sagen, dass es mich unfassbar gerührt und vor allem mitgenommen und bewegt hat. Dass Lilly Lindner die Kraft und den Mut aufgebracht hat, so viel von ihrem Innersten preiszugeben, ist beeindruckend. Davor kann man nur den Hut ziehen. Und Kraft daraus schöpfen. Und sich inspirieren lassen.

    Ich halte die Autorin für eine außergewöhnliche Frau mit einer wundervollen Begabung zum Schreiben. Und auch wenn es "schwere Kost" ist oder sein könnte, möchte ich gerne noch weitere ihrer Werke lesen.


  2. Cover des Buches Alte Sorten (ISBN: 9783832165307)
    Ewald Arenz

    Alte Sorten

     (183)
    Aktuelle Rezension von: IvoryLucy

    Ich finde es ziemlich schwierig, dieses Buch zu bewerten und eine Rezension zu schreiben. Ich probiere es dennoch einmal. 

    In Rezensionen gebe ich gerne meine Gedanken und Gefühle wider, die ich beim Lesen des Buches hatte. Bei sehr guten Büchern, krieche ich förmlich rein und bin so bestenfalls Teil der Geschichte. Ich bin in diese Geschichte hier sehr gut reingekommen, war aber anfangs erstaunt über den Schreibstil. Der Autor wechselt den Stil mit den handelnden Personen. Das ist ihm fabelhaft gelungen, auch wenn ich mich normalerweise mit vulgärer Sprache in Romanen schwer tue. Hier passte es und brachte sehr gut zum Ausdruck, was die Personen fühlen und denken. Gerade wenn man nicht in der Ich-Form schreibt, muss man sich ganz schön ins Zeug legen, um die Gefühle der Personen richtig wiederzugeben. Das ist hier super gelungen. 

    Ich wünschte, ich hätte dieses Roman in meiner Jugend gelesen, denn dann hätte ich mich noch stärker verbunden gefühlt zu Sally. Der Autor hat mit Sally bei mir voll ins Mark getroffen.

    Meine einzige Kritik ist jetzt nur, dass ich gedacht habe, man erfährt mehr darüber, warum Sally und Liss sich so entwickelt haben, wieso sie es so schwer haben und was sie sich wünschen. Ich hätte gern noch mehr Details aus ihren Leben erfahren, ich wäre gerne noch tiefer eingetaucht und hätte mich gern noch stärker verbunden. Der Roman wird so nicht komplett rund für mich.

    Ich finde die Schilderungen der Arbeit auf dem Hof und die Schilderungen über die Natur sehr gelungen und konnte mir alles bildlich vorstellen. Besonders der letzte Teil, die Traubenlese, fand ich sehr gelungen, sehr erfrischend, sehr befreiend und sogar hoffnungsvoll.

  3. Cover des Buches Tote Augen (ISBN: 9783442374786)
    Karin Slaughter

    Tote Augen

     (473)
    Aktuelle Rezension von: classique

    Der Thriller "Tote Augen" umfasst ca. 587 Seiten auf auf 25. Kapiteln, mit einem Prolog und Epilog.

    Kurzer Plot:


    Eine junge Frau rennt Nachts auf die Straße und wird überfahren. Im Krankenhaus stellt man fest, dass die junge Frau schwere Verletzungen aufweist, die nicht von diesem Unfall stammen können.

    "Anna", wie die junge Frau wahrscheinlich heißt, ist extrem unterernährt, und sie ist gefoltert wurden. Anna ist blind, taub und ihr fehlt die 11 Rippe...

    Detective Will Trent und seine Partnerin Special Agent Faith Mitchell, finden in der Nähe des "Unfallorts" eine weitere Frauenleiche.

    Eine "Höhle" wird entdeckt. Darin befinden sich Folterwerkzeuge, eine Schiffsbatterie, ungeöffnete Dosenkonserven...

    Dann wird auf einem Parkplatz eines Supermarktes eine weitere Frau entführt, wobei ihr 6- jährige Sohn einfach zurückgelassen wurde.

    Für das Ermittlerteam wird es ein Rennen um die Zeit..."Der Entführer hat offensichtlich eine Methode. Er ist geduldig. Er hebt die Höhle aus, breitet sie für seine Gefangen vor..." - Seite 229

    Mein Fazit:

    Ein erstklassiger Thriller!


    5. Sterne!

  4. Cover des Buches Zerbrechlich (ISBN: 9783404166985)
    Jodi Picoult

    Zerbrechlich

     (385)
    Aktuelle Rezension von: lovelines

    >>Ständig brechen und zerbrechen irgendwelche Dinge. Wellen und Stimmen können brechen. Versprechen werden gebrochen. Und Herzen.<<
    …und nicht zuletzt hat Jodi Picoult mit „Zerbrechlich“ mein Leserherz nicht nur zerbrochen, nein regelrecht zertrümmert... Wir begleiten hier die an der Glasknochenkrankheit erkrankte Willow und ihre Familie, die ein ohnehin schon Hürden reiches Leben führen. Doch es kommt der Tag, da dreht Charlotte, Willows Mutter völlig am Rad... Sorry, aber anders kann ich das nicht formulieren. Von einer anfangs noch sympathischen Protagonistin entwickelte sich für mich persönlich immer mehr und mehr Unverständnis für ihre Entscheidungen, Denkweisen und Taten... Insbesondere am Ende habe ich mich ernsthaft gefragt, was Jodi Picoult mit diesem Buch bezwecken wollte... Für meinen Geschmack schafft sie hier weder Hoffnung für Betroffene, noch hinterlässt sie mir persönlich als Leser irgendetwas außer eine gehörige Portion strapazierte Nerven... Das Buch und seine ganze Thematik regen natürlich sehr zum Nachdenken an, es gibt viel zu diskutieren und die Moral wird hier auf vielfältige Weise infrage gestellt. Gerade solch ein Buch, mit dieser doch so so sensiblen Thematik hätte meiner Meinung nach eine Auflösung gebraucht, die etwas Hoffnungsvolles hinterlässt, die Betroffenen Mut macht und nicht ganz Hollywood-like emotionale Gräber schaufelt...
    An dieser Stelle möchte ich ausdrücklich sagen, dass es sich hier um meine ganz persönliche Meinung und Empfindung im Bezug auf das Buch handelt! 

  5. Cover des Buches Tage mit Leuchtkäfern (ISBN: 9783548286945)
    Zoe Hagen

    Tage mit Leuchtkäfern

     (113)
    Aktuelle Rezension von: lovely_dark_world

    Ich habe das Buch gerade erst zu Ende gelesen und ich wünschte ich hätte mir das Ende gespart. Die Story war so wundervoll und schrecklich, herzzerreißend und Hoffnung gebend zugleich und vor allem das Ende hat die Tragik nochmal hervorgehoben. Der Grund, warum ich mir wünsche das Ende nie gelesen zu haben ist, dass es mir das Herzgebrochen hat. Es war alles so wunderschön und dann wurde einem mit einem Mal das Herz aus der Brust gerissen. Es war das perfekte Ende, aber dennoch einfach nur schrecklich. Ich würde dieses Buch wirklich jedem Empfehlen.

  6. Cover des Buches Never Too Late (ISBN: 9783736311671)
    Morgane Moncomble

    Never Too Late

     (150)
    Aktuelle Rezension von: michellebetweenbooks

    Zoe führt nach einem bestimmten Ereignis keine Beziehungen mehr und verliebt sich auch nicht. Die Nacht die sie mit Jason verbracht hat, ist eine einmalige Sache. Doch leider spielt da das Schicksal nicht mit. Durch gemeinsame Freunde der beiden, sehen sie Zoe und Jason immer wieder. Zoe möchte die Nacht mit Jason am liebsten vergessen, doch sie kann sich nicht gegen das Kribbeln in ihrem Bauch wehren. Ihr Herz wurde bereits gebrochen, kann Jason es wieder heilen?

    Wie auch beim ersten Band kann ich nur von dem Cover schwärmen. Ich finde es unglaublich schön, auch wenn es schlicht ist. Auch in ,,Never too Late‘‘ gibt es eine Trigger Warnung für bestimmte Themen, die ihr unbedingt beachten solltet!

    Ich glaube Zoe ist eine Protagonistin mit der ich mich am allermeisten identifizieren kann. Ihre Probleme konnte ich gut nachvollziehen, da ich ähnliche habe. Dadurch konnte ich gut in Zoe hineinschlüpfen und habe jeden Gedanken von ihr verstehen können. Zoe hat eine schwere Vergangenheit hinter sich, gegen die sie jeden Tag aufs Neue ankämpfen muss. 

    Jason ist das komplette Gegenteil von Zoe. Er kommt aus einer reichen Familie und erzählt jedoch nicht allen wer er ist. Wenn du reich bist, besteht immer wieder die Gefahr ausgenutzt zu werden und das hindert ihn daran, sich zu offen. Er möchte gerne die Welt bereisen, doch seine Eltern sind davon nicht begeistert. Jason gibt sich als harten Kerl, doch tief in ihm drinnen hat er einen weichen Kern. 

    Die Liebesgeschichte der beiden entwickelt sich langsam, aber mit voller Gefühl und Emotion. Die Handlung war jederzeit nachvollziehbar und authentisch. Ich habe mit beiden mitgefiebert und war jedes Mal glücklich, wenn eine/r der beiden ein positives Erlebnis hatten. 

    Die Autorin baut in ihren Büchern auch immer wieder wichtige Themen ein, was ich ebenfalls positiv finde. Das ist auch einer der Punkte, warum ich ihre Bücher so liebe. Ich liebe den Schreibstil von Morgane Moncomble. Sie schreibt locker, leicht und flüssig. Ich persönlich finde, dass sie in ,,Never too Late‘‘ noch eine Schippe drauf gelegt hat und noch mehr gezaubert hat. 

    ,,Never too Late‘‘ hat mich vollends überzeugen können. Ich muss ehrlich sagen, dass mir Band 2 ein ticken besser gefallen hat. Die Geschichte der beiden steckt voller tiefe und Emotionen, sodass ich das Buch innerhalb kurzer Zeit verschlungen habe. Und das wichtige Themen in diesem Buch ebenfalls mit eingebaut wurden, haben die Geschichte noch perfekter gemacht!

  7. Cover des Buches Wintermädchen (ISBN: 9783473584048)
    Laurie Halse Anderson

    Wintermädchen

     (423)
    Aktuelle Rezension von: Asure

    Der Roman "Wintermädchen" von Laurie Halse Anderson spiegelt die Psyche der magersüchtigen Lia wieder.
    Als ihre ehemals beste Freundin Cassie im Gateway Motel starb, gibt sie sich die Schuld. Nicht dem Internet und all den Menschen, die sich über sie lustig machten. Auch die Modewelt und ihre übertriebenen Ideale trifft keine Schuld. Nicht einmal Cassies Eltern können etwas dafür. Es war Lia, denn sie ist nicht ans Telefon gegangen.

    Das poetische und zugleich brutale Werk erzählt die Geschichte von Lia und ihrem Kampf mit der Magersucht. Ihr selbstverletzendes Verhalten und die Depressionen sind jedoch nicht nur auf diese Krankheit zurück zu führen, sondern auch ihre zerbrochene Familie und die fehlende Aufmerksamkeit ihres Vaters tragen einen Teil dazu bei. Dadurch fällt es ihr schwer sich anzupassen.
    Auch Cassie, ihre ehemalige Freundin, ist an Magersucht erkrankt. Kurz vor ihrem Tod hat sie Lia angerufen. Doch da sie seit Jahren nicht mehr in Kontakt standen ignorierte sie die Anrufe. Nun wird Lia von Schuldgefühlen geplagt. Durch die gute und ausführliche Recherche ist es Anderson gelungen den Charakteren eine Authentizität zu verleihen, die die Geschichte lebendig werden lässt.
    Hinzu kommt, dass der Roman einem Tagebuch ähnelt, da es in der Ich-Perspektive geschrieben wurde und zu teilen unübersichtlich ist. Durch das Streichen von Wörtern und aufzählen von Kalorien, kam es mir so vor als würde ich direkt in den Kopf der Protagonistin schauen. Dank des anspruchsvollen und detailreichen Schreibstil wird dem Thema mehr Ernsthaftigkeit und Spannung verliehen.
    Diese Spannung nimmt im Verlaufe des Buches zu und verleiht dem Buch ein hervorragendes Ende. Das sorgt dafür, das ich es gar nicht mehr aus der Hand legen wollte und mich intensiver mit dem Thema Magersucht auseinandersetzte.
    Es zeigt die schonungslose Wahrheit und bietet neue Eindrücke. Somit gelang es mir ein besseres Verständnis für diese Menschen zu entwickeln und zeigte, wie man mit solchen Problemen umgehen kann. Ein weiteres Thema war die Auswirkung von Scheidungen auf die Gesundheit und Psyche von Kindern und Jugendlichen. Auch dies konnte die Autorin auf originelle Weise umsetzen.
    Auch das Cover besitzt Originalität. In dem kühlen Hintergrund ist ein verschwommener Arm und eine Locke zu erkennen, die auf ein bewusstloses oder schlafendes Mädchen verweisen. Auf ihrer Hand sitzt ein blauer Schmetterling, der Leichtigkeit und Schönheit präsentiert und ein Kontrast zum Hintergrund bildet. Dadurch ist es dem Verlag gelungen das Thema des Buches, erneut, auf eine kreative Art einzufangen.

    Mir ist es nur schwer gelungen das Buch aus der Hand zu legen. Es zeigt erschreckend genau womit Kinder und Jugendliche in der heutigen Zeit zu kämpfen haben. Deshalb kann ich das Buch nur weiter empfehlen. Dabei sei jedoch gesagt; Es ist nichts für schwache Nerven.

  8. Cover des Buches Dunkelgrün fast schwarz (ISBN: 9783328104841)
    Mareike Fallwickl

    Dunkelgrün fast schwarz

     (239)
    Aktuelle Rezension von: katis_readings

    Wie ein Pflaster, dass man abziehen muss, ob langsam oder schnell, es tut beides weh.

    - so erging es mir zumindest teilweise in dem Buch.

    Hier geht es um eine klassische Dreiecksfreundschaft.

    Moritz, ruhig, freundlich, harmoniebedürftig. 

    Raffael, der typische Draufgänger, der „Coole", der immer alle mitzieht, zu allem eine kecke Antwort parat hat und sowieso über allem steht.

    Johanna, die unantastbare, kühle und emotionslose,die keine Gefühle zeigt. 

    Wir begleiten die drei von Kindheitheit an bis ins Erwachsenenalter und werden Zeuge davon, wie der Keim der Freundschaft heranwächst, verwächst und Früchte trägt oder verrottet.

    Die ersten 100 Seiten waren für mich ein „Durchhalten“. Vom gesamten Aufbau und Schreibstil befand sich #dunkelgrünfastschwarz etwas außerhalb meiner „Komfortzone“, da ich sonst eher leichte Romane mit einer zügigen Handlung undweniger Tiefgang, weniger atmosphärischen Beschreibung lesen.

    Dieses Buch allerdings lebt größtenteils genau davon. Nach diesen 100 Seiten bin ich dann auch tief in die Story, in die einzelnen Rollen eingetaucht. Die Tiefe der Geschichte, so viele Ebenen, die man durchdringt, Freundschaft, Liebe, Ehrlichkeit, Mut, Courage, (richtige) Erziehung ...

    In diesem Buch ist man der stille Beobachter, der nicht einschreiten kann, auch wenn es noch so weh tut- und grade das machte bei mir diesen Sog so aus - hoffentlich bekommt er noch die Kurve, das kann doch nicht wahr sein.

    Interessant finde ich aber auch die doch recht obligatorische Rollenverteilung im Buch, vor allem die der Kinder. So, dass sich jeder meist in einer gewissen Art und Weise wiederfindet und angesprochen fühlt.

    Das Buch bekommt aufgrund der Message, der Art und Weise, wie es mich berührt hat, als Mahnmal einen festen Platz in meinem Bücherregal.

    Klare Empfehlung!

  9. Cover des Buches Am Ende des Schweigens (ISBN: 9783442376407)
    Charlotte Link

    Am Ende des Schweigens

     (605)
    Aktuelle Rezension von: Peachesfloop

    Mein zweites Charlotte Link Buch innerhalb kurzer Zeit. 

    Jetzt in der Lockdown Phase hat man endlich wieder Zeit für die wirklich wichtigen Dingen im Leben: Lesen. 

    Und so lese ich mich aktuell auch sämtliche Bücher durch. Wie auch dieses. 

    Ich muss sagen, der Einstieg fiel mir zuerst etwas schwer, ich brauchte ein bisschen bis ich mich mit der Geschichte anfreunden konnte. Doch natürlich ist der erste Teil gleich mal gut geschrieben. Er Verrät nicht zu viel, nur so viel, wie man eben wissen braucht. Und dann geht es los. Auch wenn man bei fast 600 Seiten am Anfang denkt, Puh, das wird sich ziehen, hatte ich das Buch schnell durch. 

    Es fesselte mich tatsächlich doch noch. Charlotte Link hat einfach die Gabe, so viel in einem Buch zu verpacken. Fast mühelos scheinen die Wörter des 600 Seiten Romans von der Hand zu gehen, so kommt es zumindest dem Leser vor.

    Das man bis fast zur Letzten Seite nicht weiß, wer der Mörder ist und so ständig immer wieder zu unfassbaren neuen Erkenntnissen kommt, fesselte nur noch mehr. Obwohl ich bei solchen Büchern immer gut bin, die Zusammenhänge zu erkennen, konnte ich mich dieses Mal nicht durchsetzen und war auch bis zuletzt auch der falschen Fährte des Mörders. 

    Die Hauptfiguren waren alle Zusammen, meiner Meinung nach wirklich gestört. Und ich war immer wieder erschüttert, welche Abgründe sich da auftaten. Alle wirken normal, doch tiefe, tiefe Geheimnisse sind in Ihnen und das reist sie in einen Strudel voller weiteren Abgründe. 

    Ein gutes Buch, sehr zum empfehlen bei langen langen Corona-Tagen. 

  10. Cover des Buches Clean (ISBN: 9783551583826)
    Juno Dawson

    Clean

     (88)
    Aktuelle Rezension von: Vik_reads

    Beginnen wir mit der Anfangssituation.
    Die 17-Jährige Lexi wird nach einer Überdosis von ihrem Bruder in eine Entzugsklinik eingewiesen. Dort angekommen weigert sie sich vehement gegen eine Therapie, doch mit der Zeit muss sich selbst Lexi eingestehen, dass sie etwas in ihrem Leben ändern muss. Gemeinsam mit weiteren Teenagern, die ebenfalls an den verschiedensten (Sucht)-Erkrankungen leiden, begibt sich auf eine Reise voller ernster, trauriger, aber auch schöner Momente.

    Die Geschichte wird aus der Sicht von Lexi geschildert, die kein Blatt vor den Mund nimmt und somit dem Leser einen ehrlichen und schonungslosen Einblick in ihr Innerstes ermöglicht. Leider präsentiert sie sich vor allem zu Beginn, als ein reiches, verwöhntes Mädchen, das ihr Leben selbst nicht unter Kontrolle hat, allerdings dafür die Menschen in ihrem Umfeld verantwortlich macht. Dabei wird sie oftmals sehr stark ausfallend in ihrer Wortwahl und es spiegelt sich auch in ihren Handlungsweisen wider, wodurch ich mich mit ihr nicht wirklich identifizieren konnte. Erst zu Ende hin wurde sie mir nahbarer, weil ich da ihre positive Entwicklung spüren konnte.
    Diesen anstrengenden Prozess muss Lexi jedoch nicht alleine durchstehen, denn an ihrer Seite befinden sich Pfleger, Ärzte, aber auch andere Jugendliche zu denen Lexi sogar richtige Freundschaften entwickelt. Trotz dieser positiven Aspekte blieben mir die Nebencharaktere zu blass und wurden mir zu sehr auf ihre Erkrankungen reduziert.
    Der Schreibstil passt sich allerdings gekonnt seinen Charakteren an, denn dieser wirkt jugendlich und locker-leicht (mal abgesehen von den derberen Ausdrücken/Schimpfwörtern).
    Außerdem lässt sich sagen, dass die Geschichte einen richtigen Sog entwickelt hat, denn es tauchen immer wieder überraschende Hindernisse auf und gestalten somit den Weg von Lexi auch für den Leser als sehr aufregend.

    Fazit: "Clean" mag vielleicht an einigen Stellen unglaubwürdig wirken, überzeugt dennoch durch eine spannende und erfrischende Handlung, die eine regelrechte Suchtgefahr entwickelt.

  11. Cover des Buches Was fehlt, wenn ich verschwunden bin (ISBN: 9783733500405)
    Lilly Lindner

    Was fehlt, wenn ich verschwunden bin

     (495)
    Aktuelle Rezension von: Lauracea

    Leider konnte mich das Buch nicht überzeugen. Die erste Hälfte ist aus Sicht einer 9 jährigen geschrieben, was für mich sehr ermüdend zu lesen war. 

    Ich schließe mich meinen Vorrednern an, dass die Autorin eine sehr einzigartige Weise hat mit Worten zu jonglieren und Gefühle auf eine sehr kunstvolle und nachdenkliche Art auszudrücken. Die Betrachtung der kleinen Phoebe auf die Welt sind gut durchdacht und erinnerten mich ein wenig an "der kleine Prinz".

    Aber die Gespräche, die im Buch geschildert werden, empfand ich als künstlich und gestellt. Die Charaktere sehr flach und einseitig. Die Beziehung zwischen den Charakteren ist in der ersten Hälfte noch einigermaßen greifbar. Danach erschien mir alles sehr übertrieben, unnatürlich und dramatisch. 

    Das Thema Magersucht ist die Autorin sehr gefühlsbetont angegangen. Da es zwischenweise doch sehr unter die Haut geht, hat es definitiv in den Händen von Kindern oder Jugendlichen unter 16 Jahren nichts verloren. 

  12. Cover des Buches Just Listen (ISBN: 9783423716307)
    Sarah Dessen

    Just Listen

     (328)
    Aktuelle Rezension von: Jecquella_Higgs

    Funkstille kann unerträglich sein.

    Vorallem wenn dieser Funke Elend zwischen dir und einer besonderen Person steht. Ein Raum zwischeneinander voller ungesagter Wörter, verloren geglaubter Hoffnung, vergoldeten Chancen.

    Und zufällig hörst du genau diese eine CD. Du erwartest viele gute Lieder. Doch genau das, was du hörst, schafft dir Platz für viel mehr als gute Lieder. 

    Erkenntnis.

    Hoffnung.

    Das, was du niemals erwartet hättest.

    Also höre gut hin. Denn wie du hörst, hörst du nichts..."

    - Durch das Buch lernte ich mit der Stille Freundschaft zu schließen. Kein Haufen Elend. Nein, sondern Medizin!

    Eure Jecquella_Higgs :)


  13. Cover des Buches Das Lächeln der Leere (ISBN: 9783570309261)
    Anna S. Höpfner

    Das Lächeln der Leere

     (71)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Worum geht es?
    Mit gerade einmal 14 Jahren weist sich Anna in eine Klinik für Essstörungen ein. Nicht, weil sie das will. Eher aus Angst davor, in einem städtischen Klinikum zu landen und dort diese grauenhaften Kalorienshakes trinken zu müssen. Nicht einmal mehr 40 Kilo bringt das junge Mädchen auf die Waage und empfindet sich dennoch noch immer als viel zu dick. Ihr Leben ist ein ständiger Kampf zwischen dem Wunsch endlich wieder gesund zu sein, das intuitive Kalorienzählen endlich abzustellen und der Hoffnung, noch mehr abnehmen zu können.
    Eindrucksvoll beschreibt die Autorin in ihrem autobiografischen Roman den steinigen Weg aus der Magersucht heraus. Zusammen mit anderen Leidensgenossinnen bestreiten sie so nicht nur den harten Klinikalltag, sondern bieten Ana (umgangssprachliche Bezeichnung für Anorexia nervosa) die Stirn. Doch wird Anna je wieder gesund sein?

    Fazit
    Die noch sehr junge Autorin verfügt über eine wahnsinnige Wortgewalt. Ich als Leser musste immer wieder staunen, dass Höpfner dieses Buch in einem zarten Alter von gerade einmal 15 Jahren zu Papier gebracht hat. Trotz der sehr anspruchsvollen Zeilen, sind ihre Worte für jedermann verständlich.
    Das Buch teilt sich in die verschiedenen Wochen des Klinikaufenthalts. Woche für Woche fiebert man mit und hofft, dass Anna wenigstens ein paar Gramm zugenommen hat, damit endlich gemeinsam mit ihren Zimmergenossinnen essen darf, ...
    Da der heutige Markt überflutet scheint von Büchern, die sich um das Thema Essstörung drehen, rümpfte auch ich anfangs ein wenig die Nase. Meist wird dabei aber der Weg in die Krankheit Magersucht erzählt. Deshalb war es hier viel spannender, Anna beim gesund werden zuzuschauen. Meiner Meinung nach baut sich direkt eine Beziehung zwischen Leser und Autor auf.
    Leider aber war mir die Geschichte dann doch etwas zu knapp gehalten, beziehungsweise nicht trefflich genug. Zeitweise schien es, als sei der Kampf gegen Ana einem Sonntagsspaziergang gleichzusetzen. Schade..
    Trotzdem absolut lesenswert!

  14. Cover des Buches A Fire Between Us (ISBN: 9783426526682)
    Nina Bilinszki

    A Fire Between Us

     (66)
    Aktuelle Rezension von: danislesestube

    Lizzy Carmichael wirkt nach Außen freundlich, schlagfertig, und witzig. Außerdem ist sie die kraftvolle Sängerin einer Musikgruppe, die zum aktuellen Zeitpunkt beliebte Songs covern.


    Aufgrund ihres etwas molligeren Körperbaus wurde sie in ihrer Vergangenheit immer wieder Opfer von Mobbing. Zum Glück konnte sie sich auf die Hilfe ihrer besten Freundin verlassen. Mit der Zeit, und mit einem freundlicheren Umfeldes, konnte Lizzy ihren jetzigen Charakter entwickeln. 


    Jedoch bekommt dieser langsam Risse als sie sich in Kayson Washington verliebt. Das liegt nicht nur daran, dass er einen durchtrainierten Körper hat, sondern auch, dass Lizzy die Stimmen von Damals lauter denn je hört. Jedoch scheint es so als würde er sie so mögen wie sie ist. Dennoch zweifelt sie stark an sich. 


    Deshalb beschließt Lizzy endlich abzunehmen um nicht nur sich, sondern auch Kayson zu gefallen. Kurz gegoogelt, und die ganz bestimmt funktionierende Möglichkeit innerhalb weniger Monate abzunehmen ist schnell gefunden. 


    Ob das gut geht? Wie geht die Geschichte weiter? Kommen Lizzy und Kayson trotz kommender Schwierigkeit zusammen?


    Ich finde es schön, dass sich die Autorin dafür entschieden hat keine perfekte Haupt Protagonistin zu schreiben. Auch das Thema Mobbing aufgrund der nicht “optimalen” Körpermaße findet hier einen Platz. Genauso gut gelungen finde ich die Tatsache, dass ihr aktuelles Umfeld sie so nimmt wie sie ist. Denn, Lizzy ist mit ihrem molligen Körper alles andere als hässlich. 


    Nur liegt der Schwerpunkt leider fast nur darauf. Die Liebesgeschichte zwischen ihr und Kayson läuft eher im Hintergrund. Auch wenn die Nebencharaktere, und seine Herkunft auch ihren Platz haben, merkst du beim Lesen definitiv wo der Fokus eigentlich liegt.


    Trotz aller Kritik kommt, dass was uns die Autorin vermitteln will, gut rüber. Jemanden aufgrund seines/ihres Äußeres zu demütigen ist nicht richtig. Deshalb solltest du für Betroffene immer ein offenes Ohr übrig haben. Seine Sorgen in sich reinfressen endet nie gut. 




  15. Cover des Buches Acht Wochen verrückt (ISBN: 9783492274685)
    Eva Lohmann

    Acht Wochen verrückt

     (165)
    Aktuelle Rezension von: Obst4

    Mila ist in ihrem Dasein „ver-rückt“ hat Depressionen und beginnender Burn-out - sie soll erst einmal 8 Wochen in eine Klinik die sich ihrer annimmt.
    Ihr begegnen dort unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichsten Diagnosen und auch mir als Leser gibt es Einblick in diese Art Klinik.
    Humorvoll, ergreifend und lehrreich erzählt Mila uns ihre Geschichte. Ein sehr gutes Buch 

  16. Cover des Buches Solar (ISBN: 9783257241747)
    Ian McEwan

    Solar

     (135)
    Aktuelle Rezension von: Perle

    Klappentext:

    IAN MCEWAN, geboren 1948 in Aldershot (Hampshiere), lebt in London. Sein Werk erhielt zahlreiche Auszeichnungen.


    Michael Beard ist Physiker - und Frauenheld. Er hat den Nobelpreis erhalten, doch ist er alles andere als nobel: Im Beruf ruht er sich auf seinen Lorbeeren aus, privat hält es ihn auf Dauer bei keiner Frau. Bis die geniale Idee eines Rivalen für Zündstoff in seinem Leben sorgt. In Solar geht es nicht nur um Sonnen-, sondern auch kriminelle Energie.


    "Wieder einmal schreibt McEan über Eifersucht und Besessenheit - diesmal herzzerreißend komisch und ernst zugleich, strahlend und düster, moralisch engagiert und ironisch distanziert."

    (William Sutcliffe/Financial Times, London

    Auch als Diogenes Hörbuch erschienen,

    gelesen von Burghart Klaußner


    Eigene Meinung:

    Bewertung folgt nach dem Fertiglesen



  17. Cover des Buches Jägerin und Sammlerin (ISBN: 9783351037987)
    Lana Lux

    Jägerin und Sammlerin

     (29)
    Aktuelle Rezension von: Dajobama

    Jägerin und Sammlerin – Lana Lux

    Schonungslos und ehrlich beschäftigt sich dieser Roman mit gleich zwei großen Themen: Essstörungen und toxische Mutter-Tochter-Beziehungen.

    Im ersten Teil lernt der Leser die junge Alisa kennen. Naja eigentlich wird er bereits auf den allerersten Seiten mit einer kotzenden, sich selbst hassenden Protagonistin konfrontiert. Das ist wirklich hart, denn Alisa ist komplett in einem zerstörerischen Kreislauf aus Essattacken und Erbrechen gefangen, der ihren gesamten Alltag bestimmt. Eine Thematik, mit der ich mich bisher noch kaum auseinandergesetzt habe. Lana Lux beschreibt diese Krankheit (Bulimie) sehr offen und direkt. Ab der ersten Szene ist man gefesselt, möchte Alisa schütteln, sie davon abhalten, ihren Körper weiterhin derart zu misshandeln. Erst in einer entsprechenden Klinik kann sie erste Erfolge erzielen und beginnen, sich zu öffnen.

    Im weiteren Verlauf verändert sich die Gewichtung der Handlung. Nach und nach offenbaren sich die familiären Hintergründe Alisas, und so schlimm das ist, die Gründe für ihre Essstörung. Bereits in der einfachen Schilderung der Kindheit erkennt der Leser das Ausmaß des kindlichen Leidens. Die Mutter, Tanya, selbst aus schwierigsten Verhältnissen, schafft es leider nicht, der Tochter ein Mindestmaß an Liebe und Respekt entgegenzubringen. Von Anfang an scheint das Kind eine Enttäuschung zu sein, ist ständiger Kritik ausgesetzt.

    Lana Lux hat eine äußerst eingängige, fesselnde Erzählweise. Mühelos gleitet der Leser in ihre Geschichte, leidet mit ihren Protagonisten. Sehr stark kam für mich in diesem Roman die überwältigende lebenslange Verbindung zwischen Müttern und Töchtern heraus. Das ist nun etwas, was den meisten von uns bekannt vorkommen dürfte. Anhand von Alisa und Tanya zeichnet die Autorin zwei Frauen, die unterschiedlicher kaum sein könnten und die sich gegenseitig einfach nicht guttun. Doch seine Herkunft kann man nicht verleugnen, die Kindheit prägt ein Leben lang. Das ist ein sehr tiefgehendes Thema, das mich hier sehr berührt hat.

    Einfach toll erzählt – 5 Sterne!

  18. Cover des Buches Die Musik der Wale (ISBN: 9783548605944)
    Wally Lamb

    Die Musik der Wale

     (218)
    Aktuelle Rezension von: katermurr
    Ich hab das Buch vor ca 2 Jahren gelesen und kann mich nur an ganz wenige Details erinnern (das ist bei mir normal). Auf jeden Fall aber erinnere ich, dass ich das Buch wirklich lesenswert fand und es weiterempfehle an Leute, die gerne mäßig spannende, aber kurzweilig und lebensnah geschriebene Romane "wie sie das Leben so schreibt" lesen.
  19. Cover des Buches Die Einsamkeit der Primzahlen (ISBN: 9783499291289)
    Paolo Giordano

    Die Einsamkeit der Primzahlen

     (793)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Treffender könnte ein Buchtitel nicht sein. Es geht um die einsame Lebensgeschichte zweier junger Menschen, die nach einem tragischen Ereignis in früher Kindheit das Vertrauen in andere Menschen verlieren. Soziale Beziehungen aufzubauen und zu erhalten, bleibt für beide eine ausserordentliche Herausforderung. Wie viel kann ein Mensch ertragen, um am eigenen Schicksal nicht zu zerbrechen? Wie weit gehen Selbstbestimmung und die Verantwortung für das eigene Lebensglück? Diese Themen sind verwoben in der anrührenden Liebesgeschichte von Alice und Mattia.


    Das Buch liest sich angenehm und leicht trotz dramatischer Handlung, ich würde es literarisch jedoch nicht allzu hoch bewerten.

  20. Cover des Buches Stalins Kühe (ISBN: 9783442743643)
    Sofi Oksanen

    Stalins Kühe

     (24)
    Aktuelle Rezension von: awogfli
    Wenn ich so lange mit einem Buch brauche, obwohl ich sogar Urlaub habe, dann habe ich ordentliche Probleme damit. Wie auch hier bei Stalins Kühe.

    Die Geschichte beginnt durchaus sehr spannend mit Anna, einer Aneorexie- und Bulimiekranken die sich und ihr Leben völlig ihrem sogenannten Herrn (respektive der Krankheit) unterordnet. Dabei scheut sich Sofi Oksanen auch nicht, sehr anschaulich und plastisch also auch richtig grauslich die detaillerte Beschreibung des Fress- und Kotzvorgangs einer Bulimiekranken zu schildern. Das ist harter Tobak und nichts für zarte Gemüter, gibt aber einen grandiosen Einblick in die Auswirkung der Krankheit und wie die Essensbeschaffung inklusive Vertuschung das gesamte tägliche Leben dominiert. Das ist sehr realistisch beschrieben und sehr gut.

    Weiters wird durch den typischen Oksanen Schreibstil - dekonstruierte Handlung durch Szenen- & Zeitenwechsel im Stakkato - die Rezeptionsfähigkeit des Lesers arg strapaziert und der Plot kommt äußerst langsam in Schwung. Die Haupthandlung der kranken Anna plätschert so dahin und stroboskopartig poppen zirka alle 20 Seiten für 2-4 Seiten Flashlights aus der Vergangenheit insbesondere die Geschichte der Eltern und der Großeltern von Anna auf. Diese Art der Romankonzeption durfte ich schon in Fegefeuer über mich ergehen lassen.

    Nach einer Weile hatte ich mich zumindest teilweise an die schnellen Szenenwechsel gewöhnt, konnte die Geschichte der Mutter und des Vaters mosaikartig zusammenstellen und die Handlung ging voran. Kein Wunder dass Anna an Anorexie bzw. Bulimie leidet. Schon seit frühester Kindheit muss sie die Traumata ihrer Mutter übernehmen, ständig vertuschen und verheimlichen: Jeder ist Feind, kommunistischer Spitzel, niemand darf erfahren, dass die typische finnische Anna eine estische Mutter hat, sie muss ihre Herkunft, ihre Muttersprache und ihre Identität verheimlichen, alle Frauen, die sich ein bisschen weiblich kleiden - also Röcke tragen  - sind Huren, in der Schule wird sie gemobbt, weil sie früh Busen hat.. . Sehr anschaulich wird dem Leser sehr genau und scheibchenweise der Grund für Annas Essstörung offenbart.

    Von der Idee her war es ja gut gemeint, denn durch den Oksanen Stil sollten auch gleich die Ursachen der Traumata von Annas Mutter durch diese Flashbacks aus der Vergangenheit beleuchtet werden. Leider funktionierte dies aber bei mir überhaupt nicht. Erstens weil nur alle ca 50-70 Seiten ein 2 seitiger Schnipsel der Geschichte der Großeltern aufpoppt und zweitens weil diese verzwickte Verwandschaftsstory von Verrat und Kommunismus der großelterlichen Familie einfach für mich zu wirr und zu kopmplex war, um sie so homoöpathisch in ihrer Gesamtheit zu rezipieren. Wer ist mit wem wie verwandt? Wer hat wen verraten? Wer hat wessen Hab und Gut akquiriert? Sorry ich kriegte es einfach nicht zusammen. Wenn also ein mühsamer Stilgriff nicht funktioniert und letztendlich nicht zu einem AHA-Erlebnis führt, dann ist wird die gesamte Geschichte als mühsam empfunden.

    Auch die Gegenwartsstory um die Bulimie kreist am Ende nur um sich selbst und entwickelt sich nicht weiter, wenn man vom Wechsel der Partner mal absieht, hat sich im Vergleich zum Beginn des Romans gar nichts geändert. Das ist auch langweilig. Außerdem ist der Roman viel zu lang  -echt jetzt 500 Seiten! - wobei ja die letzten 200 Seiten einfach gar nichts mehr passiert.

    Fazit: Diesmal gibt es mit Bedauern nur 2,5 Sterne wohlwollend aufgerundet auf 3, weil mir Fegefeuer gut gefallen hat und ich an diesem Roman genau demonstriert bekam, wie das Oksanen Konzept auch aufgehen kann.
  21. Cover des Buches Zwischen meinen Worten (ISBN: 9781700928252)
    Mounia Jayawanth

    Zwischen meinen Worten

     (26)
    Aktuelle Rezension von: Shaylana

    Die Welt der Protagonistin Lia gerät aus den Fugen, als sie den beliebten Schüler Noah in ihrem Therapiezentrum trifft. Sie will auf keinen Fall, dass jemand an der Schule von ihrer Essstörung erfährt. Plötzlich schenkt ihr Noah Aufmerksamkeit und die beiden freunden sich an. Mit ihm kann sie über Dinge reden, die sie sonst keinem anvertrauen kann. Doch auch Noah ist nicht grundlos in Therapie. Während die Freundschaft zu ihrer besten Freundin immer anstrengender wird, freundet sich Lia außerdem mit ihrer Mitschülerin Samira an, was ihrer besten Freundin nicht zu passen scheint.

    Wow, was für ein Buch! Es behandelt so viele wichtige Themen, die viel häufiger angesprochen werden sollten, ohne dabei den Zeigefinger mahnend zu erheben. Wir erleben die Welt durch die Augen der Protagonistin Lia, erhalten aber auch Einblicke in Noahs Tagebuch und in Samiras Gedanken.

    Lias Charakter ist großartig ausgearbeitet, die Binge-Eating Essstörung wird anhand vieler Beispiele gut nachvollziehbar gezeigt. Ich fand spannend, dass die weitaus weniger bekannte Form der Essstörung in den Fokus gestellt wurde und das Buch damit mit dem Vorurteil aufräumt, dass es nur Magersucht und Bulimie gibt.

    Ich konnte Lias Ängste und Sorgen nachvollziehen. Der Umgang zwischen ihr und Noah und Samira war ziemlich unterschiedlich, was ich toll fand. Jeder Mensch reagiert auf eine solche Diagnose anders, aber beide gehen sehr respektvoll mit Lia um. Es wurde aber durch andere Menschen in Lias Leben gezeigt, wie es besser nicht laufen sollte. Sprüche fallen, die jeder Mensch mit einer Essstörung kennt und nicht mehr hören will.

    Neben Lias Essstörung wird auch das Thema Rassismus thematisiert. Samira ist Muslima und Lia ertappt sich selbst bei dem ein oder anderen unangebrachten Gedanken oder erinnert sich an Situationen, in denen sie selbst nicht wirklich gut reagiert hat. Durch Samira lernt sie achtsamer im Alltag zu sein und nicht mehr die Augen vor Alltagsrassismus zu verschließen. Ich hoffe, dass Lesende das auch tun werden.

    Auch toxische Beziehungen werden angesprochen und aufgezeigt. Obwohl das Buch ein Roman ist, werden viele psychologische Dinge erklärt, z.B. im Dialog der Charaktere oder in Lias Therapiesitzungen, sodass das allgemeine Verständnis, wie eine psychische Erkrankung sich für Betroffene anfühlen muss, steigt. Auch Noah hat sein Päckchen zu tragen und ist nicht immer so gut gelaunt und der beliebteste Schüler der Schule, wie Lia anfangs dachte.

    Ich kann das Buch jeder Person empfehlen, die mehr über psychische Erkrankungen wissen will, sich selbst besser verstanden fühlen möchte und eine Geschichte mit tiefgründigen Charakteren liebt.

  22. Cover des Buches Panikherz (ISBN: 9783462050660)
    Benjamin v. Stuckrad-Barre

    Panikherz

     (104)
    Aktuelle Rezension von: sabatayn76

    ‚Das ist das Befreiende an einer Sucht: Man hat Ruhe von sich selbst, Urlaub vom Ich, von der Selbstbewertungsmaschinerie, man hat zu tun, die Sucht gibt Befehle aus, und die schuftet man dann weg. Es ist das Leben in einer Diktatur, ganz der Sucht und ihren herrischen Gesetzen unterworfen.‘ (Seite 224)

    Benjamin von Stuckrad-Barre erzählt in ‚Panikherz‘ vom Aufwachsen in einer Pastorenfamilie, von Mauerfall, Mädchen, Lesen und Buchveröffentlichungen, von Udo Lindenberg und seiner Musik, Nirvana, seiner Tätigkeit als Musikkritiker, von Hamburg, London, Berlin, Zürich und dem Leben in den USA sowie von Alkohol, Kokain, Essstörung, Psychotherapie, Klinikaufenthalten, Entzügen und erneuten Abstürzen.

    Mich hat ‚Panikherz‘ von Anfang an gefesselt, wobei ich den Einstieg als amüsant und humorvoll, den weiteren Verlauf als tragisch und sehr bewegend empfand.

    Von Stuckrad-Barre erzählt mit viel Sprachwitz aus seinem Leben und hat mich zu Beginn oft an Joachim Meyerhoff erinnert, wobei ich von Stuckrad-Barre im Vergleich authentischer finde, da ich Meyerhoff bisweilen als zu bemüht lustig empfinde.

    Beim Lesen von ‚Panikherz‘ habe ich wirklich gelacht, zwischendurch viel geschmunzelt und habe mich perfekt unterhalten gefühlt. Dann ist die Stimmung gekippt, denn was in von Stuckrad-Barres Leben schließlich passierte, lässt einem das Lachen im Hals steckenbleiben. Der Autor schreibt sehr explizit und sehr lebendig von seinem Weg in die Sucht, von seiner Alkohol- und Kokainabhängigkeit, bietet Einblicke in Entzüge und Rückfälle.

    Was anfangs so lustig schien und sich amüsant lesen ließ, wird im Verlauf sehr berührend, und der Autor schildert eindrucksvoll und mit großer Offenheit die Abwärtsspirale von Alkohol und Kokain, Hungern und Essanfällen. Er zeigt auf, wie nach und nach alles in seinem Leben kaputt ging, was er vorher kannte und schätzte, und wie wenig dies noch zählte, weil die Sucht die Kontrolle übernommen hatte.

  23. Cover des Buches Luckiest Girl Alive (ISBN: 9783736307131)
    Jessica Knoll

    Luckiest Girl Alive

     (123)
    Aktuelle Rezension von: Ann-Kathrin1604

    Luckiest Girl Alive 

    ⭐️Rezension⭐️

    📖📚

    ____________________

    Darum geht es : 

    Ani FaNelli müsste die glücklichste Frau der Welt sein:

    Sie hat einen glamourösen Job, trägt die neueste Designerkleidung und wird in wenigen Wochen ihrem gut aussehenden, adeligen Verlobten auf einer sündhaft teuren Hochzeit das Jawort geben. Anis Leben ist perfekt. Fast.

    Denn Ani hat ein Geheimnis. Ein dunkles, brutales Geheimnis, das sie seit ihrer Jugend verfolgt. Jetzt hat es sie eingeholt. Und es droht, ihre perfekte Bilderbuchwelt für immer zu zerstören.

    ——————————

    Schreibstil / Verständnis : 

    Dieses ist eine solcher Geschichten, mit deren Schreibstil ich überhaupt nicht klar gekommen bin. Von Anfang an werden ganz viele englische Namen beschrieben von verschiedenen Firmen, die zwar kursiv geschrieben sind, mich aber dennoch komplett aus dem Konzept gebracht haben. 

    Für mich wurde viel zu viel drum herum beschrieben, ich habe nie so recht verstanden, an welchem Ort sich die Personen befinden, weil sich das durch den Kontext für mich nicht richtig erschließen ließ. 

    Für meinen Geschmack wurde die Geschichte richtig schlecht geschrieben mit viel zu vielen Details und Aufschmückungen. Der größte Wert liegt hier definitiv auf englischen Namen, die das Buch wahrscheinlich aufwerten sollen. 

    ____________________

    So hat es mir gefallen : 

    Ich mag es nicht mich von Meinungen anderer beeinflussen zu lassen, allerdings war das hier stark der Fall und ich muss dies auch leider bestätigen. 

    Die Protagonistin hat überhaupt keinen Eindruck in mir hinterlassen. Mir fiel es unglaublich schwer, in die Handlung rein zu kommen, beziehungsweise gedanklich darin zu verweilen, weil mich die gesamte Geschichte einfach kalt gelassen hat. 

    Ich denke, es wäre anders gewesen, wenn am Anfang die Protagonistin beschrieben worden wäre und der Leser einen genauen Einblick in die derzeitige Situation bekommen hätte. So wird man einfach ins Geschehen geworfen, was für mich keinen Sinn ergeben hat. 

    Natürlich gibt es einige Autoren, die den Leser direkt ins Geschehen katapultieren, aber diese schaffen es dennoch, dies verständlich hinzubekommen. 

    Ich muss dazu sagen, dass ich das Buch nicht zu Ende gelesen habe und auch nicht wissen will, wie es ausgeht. Das gesamte Buch war für mich langweilig und wird daher wahrscheinlich auch nicht mehr angerührt. 

    Ich bin froh, dass ich das Buch gewonnen und nicht gekauft habe! 

    ____________________

    Fazit / Kaufempfehlung. / Sterne  

    Eine langweilige Geschichte, die mich komplett kalt gelassen hat. Komplizierter Schreibstil, anstrengende Charaktere und keine Spannung.


    Ich kann das Buch, so leid es mir tut, nicht empfehlen. Ich kann nichts positives dazu sagen, auch wenn es mir schwer fällt. 

    1 Stern⭐️



  24. Cover des Buches Vor meinen Augen (ISBN: 9783841421210)
    Alice Kuipers

    Vor meinen Augen

     (74)
    Aktuelle Rezension von: MyBookLife

    Klappentext: 19 Minuten – und nichts ist mehr so, wie es war Das Haus kommt ihr zu groß vor, der Schultag zu lang, das Licht zu hell. Manchmal dreht sich alles und Sophies Hände werden schweißnass. Und was in aller Welt hat sie jemals mit Abigail verbunden? Ihre beste Freundin hat nur noch Partys und Jungs im Kopf und ist Sophie mit einem Mal furchtbar fremd. Verbunden fühlt sich Sophie dagegen mit der neuen Mitschülerin Rosa-Leigh. Sie schreibt Gedichte und genießt es, anders zu sein. Aber wie soll Sophie ihr näherkommen – ohne über den schrecklichen Tag zu reden? Den Tag, der alles veränderte ...

    Poetisch und mit großer Sensibilität hat Alice Kuipers, Autorin des Bestsellers ›Sehen wir uns morgen?‹, Sophies Geschichte umgesetzt. Fast wie in einem Krimi, erfährt der Leser durch Sophies Tagebuch nur Stück für Stück die furchtbare Wahrheit.

     

    Persönliche Meinung: Für mich gab es zu keinem Zeitpunkt Spannung oder etwas Unerwartetes. Die Geschichte startet schon ziemlich langweilig und wird mit der Zeit auch nicht besser. Der Schreibstil ist eigentlich ganz ok, aber inhaltlich passiert leider nichts. Das ist eigentlich schade, denn das Buch könnte sonst ziemlich gut die Message verbreiten, nach so einem Schicksalsschlag nicht den ganzen Kummer in sich selbst zu fressen, sondern sich anderen anzuvertrauen und mit jemandem zusammen den Kummer zu verarbeiten.

    Diese wichtige Message geht hier etwas unter, bei dem ganzen Teenie Kram.

    Sonst kann ich gar nicht viel mehr zu dem Buch sagen, da ja inhaltlich nicht gerade irgendetwas Spannendes vorkam.

     

    Fazit: Eigentlich eine toll versteckte Nachricht, die leider nicht wirklich zur Geltung kommt in diesem sonst ziemlich langweiligen Buch.

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