Bücher mit dem Tag "ethnien"

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9 Bücher

  1. Cover des Buches Felix Ever After (ISBN: 9783736316829)
    Kacen Callender

    Felix Ever After

     (50)
    Aktuelle Rezension von: wordworld

    Hinweis: AutorIn Kacen Callender identifiziert sich selbst als trans und queer und bevorzugt die non-binären Pronomen they/them, zu denen es im Deutschen leider keine guten Äquivalenten gibt, weshalb ich sie in der Rezension trotzdem verwende. 


    "Du bist glücklich. Und tapfer. Es ist so mutig von dir, einfach du selbst zu sein, obwohl du weißt, dass die Welt nicht bereit ist, dich so zu akzeptieren, wie du bist. Du weigerst dich trotzdem, jemand anderes zu sein, ganz gleich was passiert. Davor habe ich Respekt. Das bewundere ich."


    Themen: Kacen Callenders Roman ist stark von eigenen persönlichen Erfahrungen geprägt - das merkt man jeder einzelnen Zeile an, die sehr authentisch von ganz durchschnittlichen Krisen der Teenager-Jahre erzählt, nebenbei aber auch auf wichtige Belange der LGBT-Community aufmerksam macht. "Felix Ever After" ist also alles andere als ein typischer Coming-of-Age-Roman. Neben allgemeinen Themen wie Liebe, Freundschaft, Familie, Identität, Träume und Zukunftspläne werden wir hier auch mit Rassismus, Sexismus, Transfeindlichkeit, Homophobie, Hass und Diskriminierung konfrontiert, welche leider auch in der vermeintlich offenen LGBT-Community weit verbreitet sind. Wichtige gesellschaftlich-diskutierte Sichtweisen werden dabei genauso miteingeflochten wie grundlegende Informationen über die einzelnen Sexualitäten und Geschlechteridentitäten. Kacen Callender schreibt im Nachwort, they habe das Buch in der Hoffnung geschrieben, mindestens einer Person mit diesen persönlichen Einblicken die Augen zu öffnen und dabei zu helfen, die eigene Identität zu finden. Die Geschichte, die aus diesem Wunsch entstanden ist, hilft aber auch Nicht-Mitgliedern der Community dabei, sich mehr Wissen anzueignen und einen neuen Blickwinkel auf unterschiedliche Themen einzunehmen. Ich halte mich grundsätzlich für eine tolerante und weltoffene Person. Beim Lesen dieses Romans sind mir jedoch viele Versäumnisse meinerseits bewusst geworden, auf die ich in Zukunft besser achten will. Und wenn das kein Grund ist, die Geschichte zu lesen....


    "Serien machen niemanden queer", sagt Austin. "Sie sorgen nur dafür, dass Leute begreifen, dass es überhaupt... ich weiß nicht, auch eine Möglichkeit ist. Es ist, als ob wir von klein auf einer Gehirnwäsche unterzogen werden, damit wir alle denken, wir müssten hetero sein." "Die Heteros glauben, wir hätten vor, Leute umzudrehen", sagt Marisol, "aber dann versuchen sie schon Kleinkinder irgendwie zu verkuppeln und sagen, wie süß sie doch zusammen sind und dass sie dazu bestimmt sind, eines Tages zu heiraten."


    Handlung: Neben den wichtigen Themen kommt die eigentliche Handlung in meinen Augen aber leider ein wenig zu kurz. Gerade zu Beginn passiert erstmal sehr wenig auf der reinen Handlungsebene, was es mir stark erschwert hat, in der Geschichte anzukommen. Erst ab der Hälfte wird klar, worüber Kacen Callender überhaupt schreiben möchte: eine zarte Liebesgeschichte, die einige herbe Rückschläge, Umwege und Erkenntnisse benötigt, um sich entfalten zu können. Als der Stein dann nach gut 200 Seiten endlich ins Rollen kommt, passiert dann gefühlt alles gleichzeitig und leider haben viele Entwicklungen nicht den Raum bekommen, den sie verdient hätten.


    "Du bedeutest nichts. Du existierst nicht. Mit einem Anflug von Scham wird mir bewusst, dass ich angefangen habe, diese Behauptungen zu verinnerlichen. Es ist nicht leicht, Stolz auf mich selbst zu empfinden, wenn es sich anfühlt, als hätte die Welt etwas dagegen."


    Figuren: Die Problematik, dass erst wenig und dann alles auf einmal passiert, lässt sich auch auf die Hauptfigur übertragen. Felix ist zunächst sehr schwer als Figur zu greifen, was womöglich daran liegt, dass er selbst noch vieles über sich herausfinden muss und seine Identität laufend hinterfragt. Auch im späteren Verlauf der Handlung arbeitet Kacen Callender in Felix´ Charakterisierung mit vielen Wiedersprüchen, was es schwer macht, ihn wirklich zu verstehen und ein Gespür für diese komplexe Figur zu bekommen. Seine Entwicklung habe ich aber trotzdem mit ganz viel Liebe im Herzen verfolgt. Denn wie der laute, selbstbewusste Junge in seinem Inneren leise nach Antworten sucht und dabei auf eine Wahrheit stößt, die für alle anderen sichtbar, ihm jedoch völlig unklar war, ist einfach wunderschön mitanzusehen. Ein wichtiges Mittel in seinem Entwicklungsprozess hin zur Selbstfindung und auch Selbstermächtigung ist seine Kunst. Passend dazu ziert auch eines von Felix´ Selbstportraits das Cover, welches definitiv zu meinen Coverfavoriten des Lesejahres 2021 zählt.


     "Ich bin Felix. Niemandem außer mir steht es zu, zu entscheiden, wer ich bin."


    Mit den Nebenfiguren, insbesondere der Freundesclique an der Kunstakademie, hatte ich aber leider so meine Probleme. Zunächst war ich etwas überfordert mit all den unterschiedlichen Figuren, deren Bild in meinem Kopf sich auch von Situation zu Situation verändert hat. Dadurch dass hier jedoch alle mögliches "races", "gender" und Sexualitäten vertreten sind, machen sie langfristig die Geschichte noch bunter und vielseitiger.


    "Wir alle machen mal Fehler. Wir alle können daraus lernen und es in Zukunft besser machen. Aber wir alle haben auch das Recht, selbst zu entscheiden, ob wir jemandem vergeben."


    Schreibstil: Ein weiterer Punkt, weshalb ich der Geschichte trotz des berührenden Umgangs mit wichtigen Themen und einer tollen Charakterentwicklung keine volle Punktzahl geben kann, ist der Schreibstil. Jener hat mich zu Beginn leider gar nicht überzeugen können, da er mir sehr flapsig und ohne große emotionale Tiefe erschien. Im Nachhinein würde ich ihn eher als jung, frech und direkt bezeichnen, da sich mit der zunehmenden Öffnung und Klarheit von Felix auch Szenen häuften, die mich sehr ergriffen haben. Auffällig ist auch die sehr sensible deutsche Übersetzung, die auch in den Feinheiten der Sprache die Botschaft von Vielfalt und Toleranz des Buches umsetzt. "Felix Ever After" war der erste Roman, den ich gelesen habe, in dem konsequent gegendert und die richtigen Pronomen auch im Deutschen verwendet wurden. Auch wenn Formulierungen wie "they" und "Schüler:innen" zunächst ungewohnt klangen, ist es mir nach wenigen Seiten gar nicht mehr aufgefallen, was beweist, dass es auch möglich ist, in Romanen auf geschlechtersensible Sprache zu achten, ohne den Lesefluss zu stören.


    Die restlichen Zitate


    "Ich heiße Felix Love, aber verliebt war ich noch nie. Ich weiß nicht, manchmal macht mir diese Ironie echt zu schaffen"

     

    "Selbst nach meinem Outing, sogar nach dem Beginn meiner Transition habe ich manchmal dieses Gefühl. Dieses Gefühl, dass irgendwas immer noch nicht stimmt. Fragen treiben an die Oberfläche. Diese Fragen ziehen an meinen Ängsten wie an einem Faden, und ich fürchte mich davor, dass sich, wenn ich zu fest daran ziehe, alles auflöst und ich auseinanderfalle. Vielleicht hasse ich es deshalb mehr als alles andere, wenn mich mein Vater mit meinem Deadname anspricht. Denn dann frage ich mich, ob ich wirklich Felix bin, ganz gleich, wie laut ich diesen Namen schreie."

     

    "Möchtest du darauf wirklich deine Energie verwenden?", fragt er. "Was soll ich mit meiner Energie denn sonst anstellen?" "Sie für dich selbst einsetzen", schlägt er vor. "Liebe, akzeptiere und feiere dich selbst, und liebe, feire und unterstütze die jungen Frauen der nächsten Generation, die so sind wie du. Die Welt verändern, ja - wir brauchen Menschen, die für unsere Rechte kämpfen, die vor Gericht um Gerechtigkeit streiten, damit es für die nächste Generation leichter wird. Aber unsere eigene Welt zu erschaffen, nicht nur für uns selbst in einer abgeschlossenen Blase, sondern so, dass sie sich bis zu denen erstreckt, die es am meisten brauchen - eine Welt voll mit unseren Erzählungen, unserer Geschichte, unserer Liebe und unserem Stolz -, das ist eben so schön. Ebenso wichtig. Denn ohne so etwas vergessen wir uns selbst." 

     

    "So wie ich wird er die Welt nie erleben können. Wie soll ich auf so jemanden wütend sein?"

     

    "Sobald ich einmal ins Schreien eingestimmt habe, kann ich nicht mehr aufhören. Ich schreie so laut, dass meine Kehle wund wird und mein Herz hämmert. Ich schreie vor Freude. Ich schreie vor Schmerz. Ich schreie vor lauter Staunen darüber, hier zu sein, darüber, dass wir alle hier sind, und dass wir aufgrund all der Menschen hier sind, die vor uns da waren und jetzt nicht dabei sein können, und ich schreie auch um meinetwillen."

     


    Das Urteil

    Eine authentische Geschichte über Liebe, Freundschaft, Familie, Identität, Sexualität und Erwachsenwerden, in die ich mich aber erst auf den zweiten Blick verlieben konnte. Denn zu Beginn hatte ich leider Probleme mit dem sehr direkten Schreibstil, der schwer greifbaren Hauptfigur und der langsam startenden Handlung.

     

  2. Cover des Buches Am Ende war die Tat (ISBN: 9783641281939)
    Elizabeth George

    Am Ende war die Tat

     (193)
    Aktuelle Rezension von: Chrissy87
    Obwohl oder gerade weil man schon wusste wie dieses Buch ausgeht, hat es mich tierisch gefesselt und ich konnte es kaum aus der Hand legen.
    Denn in dem Band davor erfahren wir das Helen und ihr und Lynley's ungeborener Sohn erschossen werden und in diesem Buch wird die Geschichte aus Sicht des Täters geschildert. Wie er schlussendlich an besagtem Tag vor dem Haus der Lynley's die Waffe abfeuert. 
    Und was soll ich sagen, ich hatte so Mitleid mit dem Jungen, der zum Teil durch äußere Umstände dazu getrieben wurde.
    Für mich war das einer der spannendsten Teile der Reihe.
  3. Cover des Buches Shiva – der wilde, gütige Gott (ISBN: 9783867281881)
    Wolf-Dieter Storl

    Shiva – der wilde, gütige Gott

     (1)
    Aktuelle Rezension von: elRinas
    Guter Überblick und Einführung in ein Grundverständnis der "Götterwelt" Indiens ... Auch dort gibt es eine Göttliche Dreiheit ... (es darf und wird gestritten, wer diese wem vermeintlich geklaut hat!) ... die aber in verschiedenen Ethnien und Religionsgemeinschaften unterschiedlich kulturell benamst, ausgeprägt und bewertet wird ... (bekannt, nicht?) Letztlich sind es göttliche Aspekte des Lebens selbst, des geistigen UR-Prinzips (vgl. Schöpfer, Seele, Abbild usw.) sowie seiner Entwicklungsstufen und Charaktere, die nun mal auch +/- allegorisch personifiziert & mit Tiergestalten (vgl. Krafttier/Totemtier!) repräsentiert / verehrt werden, sowohl aber im Grunde als auch in fortschrittlicher Sichtweise als "viele Ansichten der einen Wirklichkeit" gesehen werden (können) ... Hat nicht jede RELIGION diese Breite angefangen von Volksfrömmigkeit und Brauchtum über organisatorische Strukturen des Zusammenlebens und Funktionäre der Lebensbegleitung (Lebensrituale; Dorf-Guru, Tempel/Schrein, Orden bzw. Ashram) MusikerInnen, TänzerInnen, PriesterInnen schließlich die "Ausnahmepersonen" in Form von MystikerInnen, (Dorf-)Heiligen, (Bettel-)Mönchen, (Wander=Missions-)Predigern und Asketen ... und zuletzt der neuzeitliche akademische interreligiöse Dialog, die philosophische Diskussion im Rahmen der Weltethik und vergleichenden Forschung sowie Vermarktbarkeit in Touristik, Mission & Kulturbetrieb (Musik-& FIlmindustrie) Denkmalpflege, Weltkulturerbe ...
  4. Cover des Buches Kupidos Chronik (ISBN: 9783746627182)
    André Brink

    Kupidos Chronik

     (4)
    Noch keine Rezension vorhanden
  5. Cover des Buches Juden, Deutsche und andere Erinnerungslandschaften (ISBN: 9783518410745)
  6. Cover des Buches Begegnungen in Peru (ISBN: 9783738621273)
    Jürgen H. Schmidt

    Begegnungen in Peru

     (0)
    Noch keine Rezension vorhanden
  7. Cover des Buches Die Rosen von Sarajevo (ISBN: 9783426275870)
    Barbara Demick

    Die Rosen von Sarajevo

     (8)
    Aktuelle Rezension von: Brennegan

    „Die Rosen von Sarajevo“ ist ein wunderbares Buch. Es ist nicht besonders herausragend geschrieben, noch ist es als detailliertes Bild des Krieges in Bosnien. Auf den ersten Blick ist dieser ungeschönte Bericht einzelner Schicksale nicht einmal so nervenzerreibend wie zum Beispiel das Massaker in Srebrenica. Aber „Die Rosen von Sarajevo“ personalisiert das Grauen der Belagerung der bosnischen Hauptstadt, indem es dem Schrecken ein Gesicht gibt, das Gesicht der Menschen in der Logavina, Menschen, mit den Hintergründen aller Kriegsparteien. Es zeigt das Leben während der Belagerung, die Hoffnungen, das Leiden und den Mut.

    Aber die eigentliche Besonderheit und Stärke liegt auf einer ganz anderen Seite. Es sind die kleinen Episoden, die ganz beiläufig in eine ganz andere Richtung schlagen, die den Krieg umso drastischer beschreiben, einen Krieg, der die Schrecken des Holocausts im kleinen Rahmen in die Gegenwart holt und vor die eigene Haustür. Während die Zeugen des II. Weltkriegs zu dieser Zeit bereits im Herbst des Lebens standen, so war der Schrecken Ruandas oder Somalias in einer fernen Welt. So hier nicht. Wir haben die Bilder im Fernsehen gesehen und Hilfslieferungen in den Schulen zusammengestellt … heute verleben wir in den ehemaligen Kriegsgebieten unseren Urlaub.  Und so erschreckt es, wenn Demick das Taktieren der westlichen Gemeinschaft anprangert und durch die Hoffnungen und Enttäuschungen der Betroffenen untermalt. Und so steigert sich die Autorin in einen Höhepunkt, wenn sie die Bewohner Sarajevos auch nach dem Krieg die Hoffnungen widergeben lässt, noch immer ein Leben mit den Serben zu gestalten, ein Sarajevo aufzubauen, dass den Menschen im Mittelpunkt sieht, nicht aber seine Abstammung. Und sie verdeutlicht noch einmal die Tatsache, dass die krankhafte Ausmerzung radikaler Ansichten meist genauso extrem ausartet und wiederum zur Benachteiligung bestimmter Gruppen führt und somit kein Problem gelöst wird.

  8. Cover des Buches Die Angst vor den anderen (ISBN: 9783518072585)
    Zygmunt Bauman

    Die Angst vor den anderen

     (3)
    Aktuelle Rezension von: Nespavanje

    Zygmunt Bauman befasst sich in seinem neuesten Werk den Flüchtlingen, den Migranten, aber auch der rassistischen Propaganda seitens der Medien und der europäischen Politikern. Die europäischen Bürger sehen sich mit einer "moralischen Panikmache" konfrontiert, die das wahre Übel ist und das Wohlergehen der Gesellschaft bedroht und sogar eine Destabilisierung von Staaten nach sich zieht.


    Dieses Essay über die Migration und die europaweite Panikmache ist sehr informativ und kurzweilig geschrieben. Bauman zeigt darin auf, wie gefährlich es sein kann, die flüchtenden Menschen nicht als solches anzuerkennen und auf welchen schmalen Grad die europäische Politik wandert, wenn jene Flüchtlinge als Kakerlaken (Katie Hopkins) bezeichnet werden und man sich wünscht, dass die Boote der Flüchtlinge mit Kanonen gestoppt werden sollen, und dies rechtlich nicht geahnt wird. Bauman zeigt aber auch auf, wieso die westliche Politik und militärische Unternehmungen eine schwerwiegende Mitverantwortung für den derzeitigen Terrorismus tragen und wie die aufgebauschte Flüchtlingsproblematik in einem historischen Kontext zu sehen ist, da die Menschheit schon immer ausgewanderte, auch aus kapitalistischen Gründen. Der Soziologe und Philosoph verurteilt die kurzfristigen Entscheidungen der Politik und konfrontiert den Leser mit der wachsenden gegenseitigen Abhängigkeit der verschiedenen Menschen und Völker, und das der einzige Ausweg aus diesem Dilemma, Solidarität und Zusammenarbeit mit uns fremden Menschen bedeutet.

  9. Cover des Buches Das Buch vom Frieden (ISBN: 9783417264906)
    Tom Sommer

    Das Buch vom Frieden

     (0)
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