Bücher mit dem Tag "exil"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "exil" gekennzeichnet haben.

426 Bücher

  1. Cover des Buches Die geliehene Zeit (ISBN: 9783426518106)
    Diana Gabaldon

    Die geliehene Zeit

     (1.413)
    Aktuelle Rezension von: Liebe_in_den_zeilen


    Das Buch macht zu Beginn erstmal einen riesigen Zeitsprung. Ich war im ersten Moment auch etwas überfordert und hab gedacht ich hätte ein Teil ausversehen übersprungen, den Claire war wieder in ihrer Zeit, wenn auch knapp 20 Jahre später. Hier lernt man erstmal ihr "neues" Leben in dieser Zeit kennen, wie es in etwa für sie war als sie zurück kam, wie es für Frank war und was es für eine Beziehung war, aber ich lernte auch Brianna kennen, die Tochter von Jamie und Claire. Nachdem der erste "Schock" überwunden war und ich langsam erkannte, dieser Zeitsprung war mit Absicht, kam ich wieder echt gut in die Handlung rein obwohl eben eigentlich 20 Jahre vergangen sind. Aber dadurch das im groben Zusammenhang erklärt worden ist was bisher passiert ist, außer warum sie wieder zurück ist, fühlte es sich für mich so an als wäre ich nicht weg gewesen. Nach einigen Kapiteln aber in der "Gegenwart" des Buches, sprang es wieder in die Vergangenheit bzw. in die Zeit die man kannte und wo das letzte Buch geendet hat. Claire war also wieder bei ihrem Jamie und wusste nicht was sie alles erwarten würde. Danach ging es ganz normal weiter, als gäbe es diesen Sprung nicht. Den Claire erzählte sozusagen Brianna das was eben damals passiert war, und ich erlebte es wie es eben war. Die Handlung war wieder sehr interessant, den sie reisten nach Frankreich und versuchten einen Krieg zu verhindern. Es kam zu vielen Intrigen und die beiden lernten viele neue Leute kennen, aber auch viele alten kamen wieder vor. Es war schön so mache wieder zu sehen, und bei manch anderen auch nicht so... Aber ich muss sagen es gab zwischendurch ein paar Szenen die mich etwas verwirrend waren, ich konnte dann manchmal den Kontext nicht ganz nachvollziehen... Es waren aber immer eher so kleine Nebensachen, die nicht ganz so wirklich wichtig für den weiteren Verlauf der Geschichte waren, aber trotzdem wolllte ich es einfach nur mal kurz erwähnen den oftmals hab ich dann einige Seiten übersprungen bzw. eigentlich nur eher überflogen bevor es dann mit der eigentlichen Handlung weiter geht. 
    Und die Handlung war wieder sehr spannend! Den obwohl das Buch mal wieder sehr dick war, wie glaub jedes Buch der Reihe, wusste ich nie was mich noch erwarten würde oder wenn sie dann doch noch treffen würden. Es ist einfach nur wundervoll und die ganzen Seiten fliegen nur dahin. Aber nicht nur Spannung ist vorhanden , den ich wusste die ganze Zeit nicht schaffen sie es den Krieg zu verhindern und vor allem zu welchen Maßnahmen würden die beiden greifen? Es ist auch viel Liebe vorhanden, den die Liebe der beiden wächst deutlich und auch wenn ich es schon beim ersten Band wahrscheinlich gesagt hat, man merkt einfach das die beiden perfekt miteinander harmonieren! Ich bin ein wahrer Fan der beiden. Es war eine tolle Handlung und ein toller Blick in die Zukunft von den beiden, auch wenn es noch nicht wirklich das gewünschte Happy End ist...






    Claire war mir bereits durch die Serie sehr ans Herz gewachsen, und ich muss sagen im Buch war es genau so. Den genau so wie sie in der Serie war, wurde sie auch im Buch beschrieben. Aber was ich jetzt interessant fand, mal in ihre Gedanken zu tauchen und auch ihre tiefsten Gefühle zu entdecken -den das ist eine Seite die nur im Buch beschrieben werden kann und in keinem Film/Serie der Welt. Sie war eine sehr tolle Person, die nie an sich denkt sondern immer an andere und vor allem einfach nur helfen will - egal wem.

    Von der Autorin hatte ich noch nie ein Buch gelesen und leider bisher auch nicht wirklich etwas von ihrem Schreibstil gehört weswegen ich sehr gespannt war wie ich auf ihrem Schreibstil reagieren würde und ich muss sagen es war genau so wie ich es mir gewünscht habe! Die Seiten flogen nur dahin, ich hatte das Gefühl ich würde Claire auf ihre Abenteuer in der neuen Zeit begleiten.Ich fühlte mich dem Buch, aber auch der Protagonistn sehr nah und empfand es immer als "nach Hause kommen" wenn ich das Buch endlich wieder weiter lesen konnte.
     Es war einfach nur toll und ich bin mehr als begeistert!

    Es war wieder ein tolles Buch, auch wenn die Handlung mich nicht immer so ganz ansprechen konnte. Trotzdem bekommt das Buch 4 von 5 Sterne von mir!


  2. Cover des Buches Plötzlich Fee - Herbstnacht (ISBN: 9783453314467)
    Julie Kagawa

    Plötzlich Fee - Herbstnacht

     (1.334)
    Aktuelle Rezension von: TanteGhost

    Weitere Handlung nach dem vermeintlichen Finale. Und Spannung gibt es auch dazu.


    Inhalt: Ash und Puck sind auf dem Weg ans Ende der Welt. Dort will Ash unbedingt eine Seele bekommen, um wieder bei Meghan sein zu können. Die ist inzwischen Königin des eisernen Reiches. Ein Reich, wo eine alte Fee nicht existieren kann. Das Eisen würde sie umbringen. Genau aus diesem Grund will Ash eine Seele haben. Er will zu Meghan, ohne dass ihn das ganze Eisen um ihn herum tötet.

    Auf der Reise treffen Ash und Puck ihre für tot gehaltene Liebe wieder. Genau sie hilft Ash dann bei seinem Vorhaben. Genau sie erklärt ihm auch den Grund, warum sie nie preisgegeben hat, dass sie noch lebt..

    Ash kommt auf dem Feld er Prüfungen an und legt dann seine Prüfung auch ab.


    Fazit: Ein fantastisches Heldenepos, so würde ich diesen Band bezeichnen wollen. Nichts ist mehr mit Krieg und Totschlag. Dafür begeben sich unsere Protagonisten aber auf eine Reise, die nicht unbedingt ungefährlich ist. 

    Julie Kagawa holt mal wieder als aus ihrer fantastischen Trickkiste, was sich ein Leser nur wünschen kann. Da gibt es plötzlich eine Art Totenreich. Da stehen Märchengestalten vor unseren Protagonisten, werden zu Freunden und man trifft alte Bekannte wieder.

    Die Gefahren kommen aus dem Nichts, dass sogar ich als Leser teilweise mächtig erschrocken war und nicht glauben konnte, dass es schon wieder fast zu Ende sein soll.

    Auch an Tragik fehlt es der Handlung nicht. Gerade am Ende kommt noch einmal ein Ding, womit ich nicht wirklich gerechnet habe. - Wobei ich zu diesem Zeitpunkt dann fast der Meinung war, dass das Ganze jetzt doch zu tragisch wird. Da war es dann fast in Liebesroman, der unglücklich endet…


    Die Handlung war in diesem Fall aus der Sicht von Ash beschrieben. Das war ein ziemlich krasser Bruch, da es bisher immer aus der Sicht von Meghan war. Am Anfang hat mir das dann auch ein paar Probleme bereitet und ich dachte, dass hier irgendwas nicht richtig ist. Es kam mir einfach nur komisch vor. - Aber das hatte ich nach ein paar Seiten dann auch überwunden und ab da dann hat sich mir die Handlung voll erschlossen.

    Einen Film hatte ich leider nicht vor meinem geistigen Auge. Dazu waren mir manche Gestalten dann doch etwas zu abgedreht. - Die Faszination ging in dem Fall dann wirklich von den Möglichkeiten aus, was hätte passieren können. Ich war total neugierig und konnte kaum von dem Buch lassen.


    Im Anhang befindet sich noch ein “Überlebenshandbuch” für das Nimmernie”. - Ein ganz netter Gag, aber hätte nicht sein müssen. So werden es wohl eben noch ein paar Seiten mehr.

    Zusätzlich zur Danksagung hat es hier auch noch ein Interview mit Julie Kagawa.  - Ich habe es nur kurz überflogen, weil am Ende nur irgendwelche Standardfragen gestellt werden.


    Ja, ich kann dieses Buch empfehlen. Allerdings lege ich auch an Herz, dass man doch bittte die Bände in chronologischer Reihenfolge lesen sollte. Ansonsten geht einem zu viel von dem, was vorher passiert ist und die Handlung erschließt sich dem Leser nicht wirklich. Und das wäre mal wirklich schade.

  3. Cover des Buches Die Tiermagierin – Schattentanz (ISBN: 9783499005220)
    Maxym M. Martineau

    Die Tiermagierin – Schattentanz

     (187)
    Aktuelle Rezension von: Maravillosa

    Klappentext:


    GEFÄHRLICHE MAGIE

    Leena ist eine Tiermagierin. Mit ihren Kräften kann sie eine einzigartige, tiefe Verbindung zu magischen Wesen herstellen. Doch der Prozess birgt Gefahren. Ist das Tierwesen zu mächtig, endet er meist mit dem Tod des Tiermagiers.


    DUNKLE HERZEN

    Noc ist ein Assassine. Seine Welt sind die Schatten. Liebe darf er sich nicht erlauben, ebenso wenig wie Gnade. Denn hat er erst mal einen Auftrag angenommen, zwingt ihn die dunkle Magie seiner Gilde, ihn auszuführen. Oder selbst zu sterben.


    VERBOTENE LIEBE

    Leena und Noc. Magierin und Mörder. Er soll sie töten, sie macht ihm ein Angebot, das er nicht ausschlagen kann. Es ist undenkbar, dass sie Gefühle füreinander entwickeln. Unmöglich. Und doch geschieht genau das …


    Meine Meinung:


    Die Geschichte von Leena, einer verbannten Tiermagierin und Noc, einem Gefühllosen und obendrein noch verfluchten Assassine beginnt mit einem ungewollten Kennenlernen. 

    Nocs Gilde hat einen Kopfgeldauftrag über Leena angenommen, doch zunächst stellt sich heraus, dass sie kein leichtes Spiel mit Leena haben. Als sie doch in die Bredouille gerät, gibt Sie den Assassinen ein Versprechen. 

    Leena und Noc tauchen jeweils in die Welt des anderen ein und es knistert gewaltig. Obwohl beide wissen, dass diese Lovestory nicht gut ausgehen kann versuchen sie keine Möglichkeit auszulassen. Gemeinsam schaffen sie es einige Hürden zu überwinden, jedoch tickt die Bombe.. Kann der Eid für das Kopfgeld rechtzeitig aufgehoben werden, oder muss einer der beiden am Ende doch sein Leben geben?


    Die Geschichte war im allgemeinen Stimmig und schön mit zu fiebern, man hat Leena aber auch insbesondere Noc und seine Brüder Oz, Kost und Calem kennen und lieben lernen dürfen. Es war schön zu lesen, wie aus einer anfänglichen Feindseligkeit doch mehr und mehr Freundschaft entwickelte. Oftmals hatte ich keine Chance es einfach aus der Hand zu legen. 


    Mein Fazit: Das Buch schafft es einen mitzunehmen auf eine Reise durch Schatten und Dunkelheit und Tot über eine Welt voller Liebe, Leben, Licht. und natürlich Magie. Kaufempfehlung für alle, die der Realität gerne mal etwas entkommen. 

  4. Cover des Buches Sophia oder Der Anfang aller Geschichten (ISBN: 9783446249417)
    Rafik Schami

    Sophia oder Der Anfang aller Geschichten

     (107)
    Aktuelle Rezension von: elsterpopelster

    Zwei Handlungsstränge ziehen sich durch den Roman, die durch kleine Verästelungen bis zum endgültigen Kreuzungspunkt ein feines Netz der Erzählkunst abbilden. Zum einen ist da Salman, ein junger Rebell, gezwungen zur Flucht aus seiner Heimatstadt Damaskus. Er führt in Rom mit Frau und Sohn ein glückliches Leben, doch wächst seine Sehnsucht nach den Orten der Kindheit und lässt ihn vierzig Jahre später dorthin zurück kehren. 🧳


    Wie sehr hatte er die kleinen Gassen der Stadt, die Gastfreundschaft der Syrer und seine Verwandten vermisst. In seinem Herzen war ein Teil für Damaskus reserviert, dessen Erinnerungen er im Exil sorgsam pflegte. Doch hat sich in seiner Abwesenheit viel verändert und seine Erinnerungen werden zur Fata Morgana. Sein im Ausland aufgebauter Wohlstand soll ihm in Syrien zum Verhängnis werden. Umzingelt von Spitzeln begibt er sich erneut auf die Flucht. 🌦


    Der zweite Handlungsstrang erzählt von der Liebe und bildet damit ein Gegengewicht. ⚖️


    Beim Lesen habe ich deutlich Rafik Schamis gespaltenen Gefühle zu seinem Heimatland gespürt. Aus seinen geschriebenen Worten spricht seine Liebe für die syrische Kultur, doch auch sein Zorn auf das Regime, die Überwachung und Willkür des Staates. Der Roman wird durch sie sehr lebendig und vermitteln ein Verständnis für die komplizierten Gründe, die Menschen zur Flucht treiben. Zeitlich endet das Buch noch vor dem 2011 begonnenen Bürgerkrieg. Der Roman gibt aber auch Hoffnung, denn so sehr die Gesellschaft auch unterdrückt wird, findet sie in ihrer Unterdrückung auch Zusammenhalt. Ein sehr lesenswerter Roman, den ich mit Freude endlich verschlungen habe. 💙

  5. Cover des Buches Drachenläufer (ISBN: 9783833308116)
    Khaled Hosseini

    Drachenläufer

     (1.920)
    Aktuelle Rezension von: gst

    Dies ist die Geschichte von Amir und Hassan, zwei afghanischen Jungs. Sie sind befreundet, obwohl der Vater von Amir geschätzt und wohlhabend ist und Hassan „nur“ sein Diener. Während Amir zur Schule geht, bügelt ihm Hassan die Hemden. Als Hazara gehört er einer Ethnie an, die von den meisten Afghanen verachtet wird. Doch Hassan ist treu, lässt nichts auf Amir kommen. Das Aufwachsen ohne Mutter, nur mit dem Vater, verbindet sie. Allerdings lebt Hassan bei seinem Vater Ali in einer armseligen Hütte und Amir in einem palastähnlichen Haus.

    Schon im ersten Kapitel erfahren wir vom Ich-Erzähler Amir, dass er mit zwölf Jahren, im Winter 1975, große Schuld auf sich geladen hat. Dann berichtet er – fast übergangslos - von der gemeinsamen Kindheit in Kabul vor der sowjetischen Invasion. Da wird eine Stadt lebendig, die es so schon lange nicht mehr gibt.


    Khaled Hosseini ist ein begnadeter Geschichtenerzähler. Er wurde am 4. März 1965 als ältestes von fünf Kindern in Kabul geboren. Sein Vater stand im Dienst des afghanischen Außenministeriums, seine Mutter unterrichtete Persisch und Geschichte an einer Mädchen-High-School. Nach Aufenthalten in Teheran und Paris erhielt die Familie 1980 Asyl in den USA, wo Khaled 1993 zum Doktor der Medizin promovierte. „Drachenläufer“ erschien 2003 und war der erste Roman des verheirateten, zweifachen Vaters.


    Als Leserin bin ich in dem Roman versunken und habe alles um mich herum vergessen. Ganz nebenbei erfuhr ich so einiges aus der Geschichte Afghanistans seit 1975: Von den unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen, vom anfangs noch unbeschwerten Leben und dem Übergang zur Talibanherrschaft, die Amirs Vater veranlasste, mit seinem Sohn nach Amerika auszuwandern. Nun weiß ich, dass Afghanen auch im Exil ihre Bräuche in Ehren halten.
     Der Autor weiß seine Leser zu fesseln, literarisch und emotional. Manchmal kann man auflachen, auf anderen Seiten die Tränen nicht zurückhalten. Dieses Buch hat mich aufgewühlt und von jeglicher Lethargie befreit, weshalb ich es in meine persönliche literarische Apotheke aufnehme.

  6. Cover des Buches Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins (ISBN: 9783596510979)
    Milan Kundera

    Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins

     (1.130)
    Aktuelle Rezension von: Novella_Romana

    In Anbetracht der Tatsache, dass Geschichten mit ihren Figuren stehen und fallen, kann man diesem Roman nur 5 Sterne geben. Er ist sehr poetisch gechrieben und gespickt mit sinnvollen Weisheiten und Reflexionen. Zwar wird er für meinen Geschmack gegen Ende hin zu politisch, eine solche subjektive Empfindung zieht ihm aber bestimmt keinen Stern ab.

  7. Cover des Buches Eine allgemeine Theorie des Vergessens (ISBN: 9783406713408)
    José Eduardo Agualusa

    Eine allgemeine Theorie des Vergessens

     (79)
    Aktuelle Rezension von: jenvo82

    „Gott wiegt die Seelen auf einer Goldwaage ab. Auf der einen Seite die Seelen, auf der anderen alle Tränen derjenigen, die um sie weinen. Weint niemand, geht die Seele hinab in die Hölle. Wenn genügend und ausreichend aufrichtige Tränen da sind. Kommt sie in den Himmel. Daran glaubte Ludo fest. Oder wollte zumindest daran glauben.“

    Inhalt

    Das Buch beginnt mit dem Tod von Ludovica Fernandes Mano, die tatsächlich 85 Jahre alt geworden ist und im Oktober 2010 in einer Klinik in Luanda gestorben ist. Doch zuvor führte sie ein äußerst ungewöhnliches Leben, überschattet von den politischen Unruhen in Angola. Als eines Tages ein Einbrecher vor Ludos Wohnung steht, die sie sich mit ihrer Schwester und dem Schwager teilt, sieht sie sich gezwungen, den jungen Mann zu erschießen. Seine Leiche nimmt sie mit in das geräumige Appartement und vergräbt sie auf der Dachterrasse. Doch mit der Schuld kann sie nicht gut leben, sie beschließt sich selbst einzumauern und von dem zu leben, was ihren Weg kreuzt. Und in der Zwischenzeit geht das Leben einfach weiter, das Land wird nach wie vor von politischen Unruhen gebeutelt, die Täter und Opfer sind zahlreich und Korruption gibt es in allen Bereichen. Als nach 30 Jahren ein kleiner Junge namens Sabolo zu Ludo in ihr selbstgewähltes Gefängnis klettert, beschließt sie sich dem Schicksal anzuvertrauen und gibt ihre Einsamkeit auf …

    Meinung

    Der angolanische Autor José Eduardo Agualusa stand mit diesem Roman auf der Shortlist des International Man Booker Prize 2016 und erhielt für sein literarisches Werk bereits einige Auszeichnungen. Und Erzählen kann er wirklich, denn so abstrakt und ungewöhnlich, wie diese Geschichte anmutet, so selbstverständlich fügt sie sich doch in die Gedankenwelt des Lesers ein, was sicherlich auf die Qualität der Erzählung im sprachlichen wie empathischen Bereich schließen lässt. So tragisch und grotesk Ludos Entscheidung auch anmutet, sich selbst einzumauern, so logisch wirkt sie dennoch.

     Mein allergrößter Kritikpunkt an diesem Roman ist einerseits sein scheinbar willkürlicher Aufbau, andererseits seine unübersichtliche Entwicklung und letztlich das Fehlen einer greifbaren, aussagekräftigen Handlung. Möglicherweise mag das an meiner Unkenntnis über die politische Situation in Angola zur damaligen Zeit liegen, denn ich konnte den Text nur schwer interpretieren. Es werden eine Vielzahl an Nebenprotagonisten eingeführt, deren jeweilige Motivation ausführlich geschildert wird, die aber immer genau dann verschwinden, wenn ich ihr Wirken im Gesamtkontext einordnen konnte. Wenige Seiten später tauchen sie erneut auf, nur aus einer vollkommen anderen Perspektive, die meine bisherigen Annahmen sogleich zunichte machte. Tatsächlich ist es dieses unendliche Auf und Ab, was mir die Lesefreude genommen hat. 

    Sehr gelungen empfand ich hingegen die inneren Dialoge, die Ludo mit sich selbst führt, ihr Unvermögen der Situation zu entkommen, ihr schwindendes Augenlicht und die Angst vor vollkommener Erblindung aber auch ihr Einfallsreichtum in Sachen Lebensmittelerwerb – all das habe ich gerne und mit viel Neugier gelesen, nur sind das leider nur Bruchteile dieses ohnehin dünnen Buches. 

    Fazit

    Es werden leider nur 2 Lesesterne für diesen Roman, der auf mich wie eine Art Experiment wirkt. Er lenkt das Augenmerk auf die Politik, schwenkt dann hin zu Menschen, die dem System entfliehen und anderen, die sich ihm unterordnen, damit verschmelzen oder es aus den Angeln heben wollen. Sie alle teilen sich ein kleines Fleckchen Erde, und ihre Lebenswege berühren einander, jedoch ist schwer nachvollziehbar, wer hier profitiert und wer mit dem Leben bezahlt. Dadurch das der Text immer nur kurze Episoden aus Sicht diverser Figuren bietet, bleibt für mich der Sinn des Buches im Verborgenen. Vielleicht kann man damit mehr anfangen, wenn man die Hintergründe kennt und bestenfalls den ein oder anderen Namen. Mich hat die Geschichte zunächst verwirrt, später nur kurz unterhalten und letztlich gelangweilt. Also eher verschwendete Lesezeit. Allerdings findet man hier wunderbare Sätze, über die ich gerne nachdenke, wie z.B. „Es gibt Leute, die regelrecht Angst haben vor dem Vergessenwerden. Bei ihm war es umgekehrt: Er litt unter der schrecklichen Vorstellung, dass man ihn niemals vergessen würde.“ 

  8. Cover des Buches Verdammnis (ISBN: 9783453438217)
    Stieg Larsson

    Verdammnis

     (2.527)
    Aktuelle Rezension von: SonjaDeborahEisele

    Gute Geschichte!

  9. Cover des Buches Die Tochter des Malers (ISBN: 9783746631820)
    Gloria Goldreich

    Die Tochter des Malers

     (62)
    Aktuelle Rezension von: Diiana

    Der Roman aus der Bücherserie "Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe" handelt von dem Leben der Familie Chagall. Der berühmte Maler Marc Chagall, seine Frau Bella und seine Tochter Ida leben, nach der Flucht aus Russland, in einem sehr ansehnlichen Haus in Paris. Sehr behütet wächst Ida in diesem Haus auf. Als sie den Studenten Michel kennenlernt, verschlechtert sich die einst innige Beziehung zu ihrem Vater. Dann wird Frankreich von den Deutschen besetzt und der Familie droht Gefahr. Sie fliehen in die Vereinigten Staaten und bauen sich dort ein neues Leben auf, das jedoch viel Veränderung und viele Probleme mit sich zieht. 

    Ich habe schon ein paar Bücher aus dieser Reihe gelesen und war ziemlich begeistert. Deshalb war ich sehr interessiert an diesem Buch, vorallem weil ich mit Marc Chagall zunächst nicht viel anfangen konnte. Das Buch hat ganz gut angefangen, als in der Familie noch alles ziemlich friedlich war. Doch mit der Zeit wurde es teilweise sehr langweilig und langatmig. Sätze waren zu detailliert, denn viele Informationen waren unwichtig. Vieles hat sich wiederholt, weshalb wenig spannendes hinzukam. Die Person Marc Chagall war teilweise sehr nervig, aber auch Ida und andere Figuren waren oft unsympathisch. 

    Deshalb hat mich dieser Roman leider nicht überzeugt.

  10. Cover des Buches Vergebung (ISBN: 9783453438224)
    Stieg Larsson

    Vergebung

     (2.290)
    Aktuelle Rezension von: juliakerscher

    In Vergebung wird die Geschichte, die im zweiten Teil begonnen hat, fortgesetzt. Der erste Teil ist ziemlich langsam, was aber nicht schlecht sein muss. Es kommt ganz darauf an, was der Leser bevorzugt. Für meinen Geschmack war es manchmal ein bisschen langatmig, aber nicht so sehr, dass es mich groß gestört hätte. 

    Ein toller Abschluss der Trilogie! 


  11. Cover des Buches Americanah (ISBN: 9783596521067)
    Chimamanda Ngozi Adichie

    Americanah

     (173)
    Aktuelle Rezension von: Eva-H

    Erweitert den Horizont. Wie engstirnig man als Weiße doch sein kann. Die Sicht ändert sich. Sehr "amüsant"  aber auch der Vergleich des Lebens in Amerika und dann zuhause in Nigeria. Dort gibt es auch eine falsche Sicht auf das jeweils andere Land. Die Menschen haben genauso Vorurteile oder falsche Vorstellungen. Kann ich nur empfehlen.

  12. Cover des Buches Schiffbruch mit Tiger (ISBN: 9783596196982)
    Yann Martel

    Schiffbruch mit Tiger

     (1.008)
    Aktuelle Rezension von: GothicQueen

    "Schiffbruch mit Tiger" von Yann Martel ist ein Roman, den ich vor vielen Jahren geschenkt bekam von einer damaligen Freundin. Ich habe das Buch verschlungen. Ich musste in der Woche jeden Tag längere Zeit Zug fahren. In wenigen Tagen hatte ich es durchgelesen. Es geht in der Geschichte um den Sohn eines indischen Zoobesitzers: Pi Patel. Pi glaubt nicht an eine Religion. Er ist Christ, Muslim und Hindu und liebt die Tiere im Zoo seines Vaters, in dem er mit seiner Familie aufwächst. Eines Tages sieht er, wie ein Tiger ein anderes Tier reißt. Er lernt die Gefahr des Tigers kennen. Viele Jahre später muss sein Vater die Tiere verkaufen. Nach Übersee sollen sie geschifft werden. Mit an Bord: Pi und seine Familie. Sie möchten ein neues Leben anfangen. Das Schiff geht unter. Und mit ihm fast alle Tiere und Pi's Familie. Pi selbst rettet sich auf ein Boot. Doch da sind noch ein paar mehr Lebewesen drauf. Unter anderem der Tiger des Zoos von Pi's Familie. Pi versucht sich und die Tiere durchzubringen. In der Hoffnung, bald gerettet zu werden. Doch nicht alle schaffen es. Zuletzt gibt es nur noch Pi und den Tiger. Das Buch erzählt die Geschichte der beiden auf dem Boot. Die Geschichte ist atemberaubend. Nachdem ich das Buch gelesen hatte, sah ich mir auch den Film an. Er ist wirklich gut gelungen. Dafür, dass es immer heißt, die Filme seien nicht so gut wie das Buch. Die Naturaufnahmen sind der Hammer. Am tollsten finde ich eine Szene, als bei Nacht ein Wal auftaucht und das Meer sich in tausend Lichter färbt. Ich kann das Buch jedem empfehlen und den Film ebenso. Ich würde beides jederzeit wieder zur Hand nehmen.

  13. Cover des Buches Safe Haven - Wie ein Licht in der Nacht (ISBN: 9783453410534)
    Nicholas Sparks

    Safe Haven - Wie ein Licht in der Nacht

     (876)
    Aktuelle Rezension von: noelli

    Das Buch ist von Anfang an sehr vorhersehbar. Die Geschichte war leider überhaupt nicht meins. Auch wenn ich grundsätzlich nichts gegen kitschige Liebesromane habe, war mir dieses Buch  tatsächlich zu viel.

    Der super sympathische Alex, der der schüchternen Katie ihre halbe Lebensgeschichte ansieht. Nur beim beobachten von ein paar Gesten und dem wechseln von einiger belanglosen Sätzen. Und schon nach ein paar Seiten lässt sich das Ende voraus sagen. 

    Schade

  14. Cover des Buches Das Geisterhaus (ISBN: 9783518463857)
    Isabel Allende

    Das Geisterhaus

     (790)
    Aktuelle Rezension von: sommerlese

    Das Geisterhaus von Isabel Allende erscheint im Suhrkamp Verlag.


    Isabell Allende erzählt die Geschichte der Truebas, einer Großgrundbesitzerfamilie aus Chile, über vier Generationen hinweg. Es ist eine spannende Familiensaga, die alle Themen in sich vereint. So gibt es Liebesgeschichten, politisches Geschehen und Alltagsleben, aber auch eine übersinnliche Geistergeschichte.    

    Schon gleich vorab mein Kritikpunkt, das Geisterhaus liest sich durch den Wechsel der Erzählperspektive, mal ist es die  auktoriale Perspektive, dann wieder die Ich-Perspektive, etwas kompliziert. Dadurch hatte ich immer wieder Probleme, mich von dem Erzählten richtig fesseln zu können. 

     

    Diese Familiensaga  besitzt autobiografische Züge der Autorin, sie beschreibt die Geschichte Chiles im 20. Jahrhundert. Die verschiedenen Protagonisten werden vorgestellt, sie alle haben auch als Nebenrollen eigene Handlungsstränge und alle werden mit politischen Stimmungen und familiärem Hintergrundwissen zu einer komplexen Geschichte verbunden. Der Leser ist bei diesem Buch wirklich gefordert und muss sich den vielen Figuren und ihren Lebenswegen stellen. Doch das lohnt sich, denn die einzigartige Sprache, die spürbare Fantasie und das Zeitgeschehen bringen den Leser in eine besondere Story voller Liebe, Gewalt und auch Hass. Dieses Buch zeigt uns das Leben in Südamerika

    Interessant ist, dass Allende nicht nur politisch gesehen Machtmissbrauch aufzeigt, sondern auch die Macht eines Familienoberhauptes über seine Familie. Die Familie funktioniert wie ein Staat im kleinen, der durch den Spiritismus der Ehefrau allerdings beeinflusst wird. 


    Diese vielschichtige und fantasievolle Familiensaga illustriert die Geschichte Chiles und lässt uns die Autobiografie Isabell Allende nachspüren.  

     

  15. Cover des Buches Lord of Shadows (ISBN: 9783442489008)
    Cassandra Clare

    Lord of Shadows

     (428)
    Aktuelle Rezension von: Blintschik

    Dies ist der zweite Teil der Reihe, der direkt an den ersten anschließt, weshalb ich empfehlen würde zuerst den ersten Teil zu lesen, auch wenn hier viel erklärt wird. Auch in diesem Teil geht es spannend weiter. Dennoch verliert sich die Spannung zwischendurch ein wenig, da es viele Stellen gibt, bei denen ich das Gefühl hatte, dass sie unnötig waren oder sich leicht wiederholt haben. Außerdem wurden mir die Beziehungsdramen zu verwirrend und dramatisch. Da fängt man sich an zu fragen, wer eigentlich jetzt mit wem zusammen ist. Trotzdem finde ich bei den Büchern der Autorin immer wieder toll, dass sie auch Themen anspricht, die heutzutage sehr wichtig sind und doch totgeschwiegen werden in den meisten Büchern. Deswegen kommen homosexuelle Personen, sowie bisexuelle und transgender, als auch Menschen mit psychischen Erkrankungen vor und werden ganz natürlich in die Geschichte eingebaut.

    Trotz der nicht immer haltenden Spannung und der vielen Dramen, ist das Buch dennoch sehr interessant und ich will unbedingt wissen wie es weitergeht, besonders da das Ende es wirklich in sich hat. Es lohnt sich auf jeden Fall.

  16. Cover des Buches In Zeiten des abnehmenden Lichts (ISBN: 9783498057862)
    Eugen Ruge

    In Zeiten des abnehmenden Lichts

     (232)
    Aktuelle Rezension von: Buecherspiegel

    Eugen Ruge liebt alle seine Figuren, das merkt man beim Lesen. Bis auf zwei. In seinem Roman, der den Deutschen Buchpreis im Jahr 2011 gewonnen hat „In Zeiten des abnehmenden Lichts“, kommt daher fast jede Person zum Zuge. 

    Wie üblich, erzählt auch hier der Autor zum Teil in Rückblenden die Geschichte der Familie Umnitzer/Powileit. Charlotte, die starke Frau in der Familie, die immer und überall ihren Kopf durchsetzen will und mit Entscheidungen, die ihr Leben bestimmen sollte, hadert. Ihr das Lager in der Sowjetunion überleben Sohn Karl liebt sie zwar über alles, nicht aber dessen russische Frau Irina, die er nach der jahrelangen Gefangenschaft mitgebracht hat.

    Irina verzweifelt auf der Suche nach Anerkennung bei ihren Schwiegereltern zunächst schleichend, dann immer schneller. Ihren Alkoholismus kann sie lange geheim halten, aber die Missachtungen, die ihr von allen Seiten entgegenschlagen, sind für sie kaum noch zu ertragen. Vor allem, da ihr geliebter Sohn Alexander sich ebenfalls von ihr abwendet. Mit jedem Schluck mehr in seiner Gegenwart schwindet seine Liebe und verstärkt dadurch ihre Sucht.

    Das kleinbürgerliche Leben von Karl und seiner Familie, das durchaus zunächst besser erscheinende seiner Eltern, hat seinen Preis. Wie es in der ehemaligen DDR zuging, davon konnte sich in den letzten Jahrzehnten die Leserschaft ein Bild machen. Wirklich frei, wie sich Charlotte und ihr Mann vorstellten, konnten sie ihr Leben nicht führen. Viele Jahre harrten sie in Mexiko im Exil aus, bis sie endlich wieder in der Heimat einen Platz gefunden hatten. 

    Die nächste im Bunde ist Irinas Mutter Nadjeshda. Auch sie ist geprägt von ihrer Vergangenheit und dem unablässigen Wunsch, ein Kind zu haben. In zutiefst ärmlichen Verhältnissen groß geworden, lehnt sie es entschieden ab, bevorzugt zu werden. Ihren Urenkel Markus würde sie so gerne öfter sehen, doch die Beziehung zwischen seinen Eltern ist zerbrochen. Ein letztes Treffen kommt zustande bei der legendären Geburtstagsfeier des Patriarchen. Markus ist begeistert von den Andenken seiner Urgroßeltern aus Mexiko und nimmt sehr gerne ein Geschenk als vorgezogenes Erbe entgegen.

    Oh, wie Charlotte im Grunde die ewig gleichen Lobpreisungen und Orden verachtet, genauso wie Wilhelm seine Gäste. „Das Gemüse“ soll auf den Friedhof oder in den Müll, von den Orden hat er genug. Seine halb erfundene Lebensgeschichte wird immer und immer wieder nacherzählt, sehr zum Verdruss von Charlotte, die sich von Partei und DDR mehr versprochen hat. Es sollte schließlich nicht umsonst geschehen sein, dass sie den Vater ihrer Kinder verlassen hat.

    Man kann sich in jedes einzelne Leben hineinversetzen, die Gründe für jegliche Wandlungen nachvollziehen. Die Abhängigkeiten und kleinen Siege, die jede Figur durchleben sind teils bitter erkauft. Ich war sofort tief in dieser Welt versunken. Dass er mich so spät erreicht hat zeigt mir klar, es gibt noch unendlich viel zu entdecken, und das ist gut so. Ach ja, der Film wartet auch noch auf mich.

    Mehr darüber findet sich zum Beispiel unter: https://de.wikipedia.org/wiki/In_Zeiten_des_abnehmenden_Lichts

  17. Cover des Buches Fahrenheit 451 (ISBN: 9783453319837)
    Ray Bradbury

    Fahrenheit 451

     (663)
    Aktuelle Rezension von: bookish_yvonne

    “Fahrenheit 451” von Ray Bradbury ist ein Klassiker, der wohl allen zumindest vom Namen her bekannt ist. Eine zeitlose Geschichte über das Verbrennen von Büchern und dem Verschwinden von kritischem Denken.

    In einer dystopischen Welt mit feuerfesten Häusern ist es Guy Montags Job als Feuerwehrmann Bücher zu verbrennen. Denn es ist ein Verbrechen Bücher zu besitzen oder zu lesen, da sie potenziell unglücklich machen könnten. Deshalb gibt es die Feuerwehrmänner, die den “Seelenfrieden” bewahren. Eines Tages trifft Montag auf Clarisse, die alles verkörpert, was die Gesellschaft zu unterdrücken versucht. Nach den Gesprächen mit Clarisse und einem traumatischen Einsatz widersetzt sich Montag setzt sein Leben auf dem Spiel.

    Mit dem Schreibstil von Bradbury konnte ich mich nicht anfreunden. Für eine dystopische Geschichte waren mir das, ehrlich gesagt,  zu viele blumige Metaphern, die nicht passen.

    Viele nennen “Fahrenheit 451” als das Paradebeispiel für Bücherzensur, aber wenn die Gesellschaft sich zuerst freiwillig dafür entscheidet keine mehr zu lesen, ist es dann trotzdem Zensur? Die Mehrheit der Gesellschaft ist davon überzeugt, dass je mehr Menschen Büchern lesen und aus ihnen lernt, desto mehr Unsicherheit und Verwirrung wird verbreitet. Deshalb werden Menschen mit Büchern angezeigt, woraufhin die Feuerwehrmänner reagieren und das intellektuelle Gedankengut verbrennen. Das bedeutet, dass keine diktatorische Regierung den Menschen diese Zensur aufgezwungen hat, auch wenn sie wohl dafür verantwortlich ist, dass diese Bücher nun verbrannt werden. Auf mich wirkt das Buch eher, als würde es den technischen Fortschritt kritisieren. Die Gesellschaft lässt sich vom Fernseher hypnotisieren, ja ist regelrecht süchtig danach, und sieht die Charaktere darin als “Familie” an, die real ist. Bradbury vermittelt, dass das Fernsehen einen nicht nur verdummen lässt, wodurch das kritische Denken verkommt, sondern auch egoistisch und brutal werden. 

    Leider fehlt das Worldbuilding komplett, denn ich hätte gerne mehr darüber gelesen, wie diese Welt entstanden ist und wie die Regierung agiert (denn auch darüber ist kaum etwas bekannt).

    Das Frauenbild war zwar in den 50er Jahren anders, aber mich hat es dennoch ungemein gestört, wie die Frauen dargestellt werden. Sie sind alle dämlich, nur am Tratschen und lassen sich unentwegt vom Fernseher beschallen. Die große Ausnahme: die Teenagerin Clarisse McClellan. Sie stellt die Hoffnung in dieser verkommenen Gesellschaft dar. Denn sie hinterfragt den Status Quo, genießt die Natur, ist voller Neugier und regt auch Montag zum Nachdenken an. Allerdings war sie lediglich ein Kunstgriff, um die Charakterentwicklung von Montag auszulösen. Das war ziemlich schade. Außerdem wurden zig Autoren genannt, aber nicht eine einzige Autorin (lediglich ein Buch, das von einer Frau geschrieben wurde, wenn ich mich nicht irre).

    Fun Fact: Bradbury stellte im Nachhinein fest, dass er Guy Montag allen Anschein nach unbewusst nach der Papierfirma “Montag” und “Faber” nach dem Schreibwarenhersteller “Faber-Castell” benannt hat.

  18. Cover des Buches Kind 44 (ISBN: 9783442481859)
    Tom Rob Smith

    Kind 44

     (746)
    Aktuelle Rezension von: Nimmie_Aimee

    In der Sowjetunion unter der Macht von Stalin gibt es offiziell keine Verbrechen. Und die Verbrechen die Begangen werden, werden als Unfall deklariert. So auch in Moskau 1953 als der Sohn von dem besten Freund des Geheimdienstoffiziers Leo Demidow tot aufgefunden wird. Der Obduktionsbericht ist deutlich, es kann kein Unfall gewesen sein. Nach und nach tauchen weitere Morde auf, die nicht als solche Ausgewiesen werden und Leo beginnt zu ermitteln. Damit stellt er sich aber dem Regime entgegen und gerät so selbst in Gefahr.

    Ein super tolles Buch! Ein packender Thriller, der einen nicht loslässt. Es lässt sich sehr gut lesen, sodass man richtig in die Geschichte eintauchen kann. Die Geschichte ist grausam und brutal über die Ermordung von Kindern. Die Zeit in der Sowjetunion wird gut und glaubhaft dargestellt. Man kann sich gut vorstellen wie es dort wohl tatsächlich gewesen ist.

    Eine absolute Leseempfehlung!

    Es gibt auch einen Film dazu, den ich nach dem Buch gesehen habe. Mir hat er gut gefallen, tolle Schauspieler (Tom Hardy, Noomi Rapace, Gary Oldman) und das schreckliche Verbrechen wird gut umgesetzt. Man sollte das Buch aber vorher gelesen haben, da sonst einige Sachen die wichtig sind nicht deutlich genug rüberkommen. Der Film allein ist also etwas schwer verständlich. Aber in Kombination mit dem Buch ist er gut.

    Kind 44 ist der erste Teil (meines Wissens) einer Trilogie. Die anderen Bände habe ich noch nicht gelesen, freue mich aber schon drauf, denn ich bin gespannt wie es weitergeht. Man kann das Buch aber auch gut alleinstehend lesen.

  19. Cover des Buches Die Vermessung der Welt (ISBN: 9783499332708)
    Daniel Kehlmann

    Die Vermessung der Welt

     (3.386)
    Aktuelle Rezension von: Der_Buchklub

    Zur vollständigen Buchbesprechung geht es hier: 

    https://www.podbean.com/media/share/pb-mg5c6-faaa43

    Vorsicht, Spoiler!

  20. Cover des Buches Der Sympathisant (ISBN: 9783896675965)
    Viet Thanh Nguyen

    Der Sympathisant

     (40)
    Aktuelle Rezension von: leselea

    Den Inhalt von Viet Thnah Nguyens Roman Der Sympathisant zusammenzufassen, fällt alles andere als leicht: Der namenlose Protagonist ist ein Spion, ein Doppelagent, der für die Republik Südvietnam arbeitet, seit seiner Jugend aber der kommunistischen Bewegung aus dem Norden angehört. Als Saigon 1975 fällt, flieht er zusammen mit anderen Mitgliedern der vietnamesischen Elite in die USA. Das Leben im Exil fällt ihm anders als vielen seiner Landsleute leichter, wohl auch da er aufgrund seines Status – er gilt als Bastard einer vietnamesischen Mutter und eines französischen Pfarrers –, selbst im eigenen Land nie wirklich dazugehörte. Obwohl er dem westlichen Lebensstil nicht gänzlich abgeneigt ist, fühlt er sich weiterhin den Gedanken des Kommunismus verpflichtet und beschließt – natürlich erneut unter Tarnung – nach Vietnam zurückzukehren. Doch seinen Genossen kommt er nach der langen Zeit im Westen verdächtig vor, sodass er nach seiner Einreise in einem Umerziehungslager des Vietcongs landet. Sein Aufenthalt hier stellt den Ausgangspunkt des Romans dar, von dem er aus rückblickend sein Leben zusammenfasst, bis er schließlich voller Zweifel selber nicht mehr weiß, an was er glauben soll.

    Diese Zusammenfassung macht vielleicht schon deutlich, wie dicht und komplex Nguyens knapp 530 Seiten langer Roman ist, für den er 2016 den Pulitzer-Preis erhielt. Die Geschichte vereint Elemente des Spionagethrillers, des Politromans, aber auch der Sozialkritik und des Entwicklungsromans. Zur inhaltlichen Fülle gesellt sich zudem ein ausufernder Erzählstil: Der doppelsichtige Protagonist erweist sich schon auf den ersten Seiten als sehr wortgewandt, benutzt viele Metaphern und bildhafte Vergleiche und neigt dazu, seinen Wortschwall in einen sehr hypotaktischen Satzbau zu verpacken. Hinzu kommt, dass seine Erzählung für viele westliche Leser nicht immer leicht zugänglich ist: Gerade zu Beginn und zum Ende des Romans, wenn der Protagonist sich in Vietnam aufhält und die politische Situation der 1960er bis 1970er Jahre nachzeichnet, erscheint die Geschichte wie ein wortreiches Dickicht, durch das man sich durchkämpfen muss – und dabei definitiv Wikipedia an seiner Seite braucht.

    Gerade dieser letzte Punkt macht es mir unheimlich schwer, das Buch angemessen zu bewerten. Ich habe während der Lektüre durchaus viel gelernt, Der Sympathisant erhält viele interessante und erhellende Schilderungen, nicht nur über den Vietnamkrieg, sondern auch über die vietnamesische Gesellschaft und was es mit ihr macht, wenn die komplette Elite flieht. Vor allem die Passagen, die von den Integrationsbemühungen in den Vereinigten Status und den Traumata des Flüchtlingsstatus handeln, sind von beeindruckender Zeitlosigkeit und machen meiner Meinung nach die große Stärke des Romans aus. Zudem besticht der Roman trotz aller (oder gerade wegen?) erzählerischer Komplexität mit eindrucksvollen, beinahe filmreifen Szenen; die Geschichte ist dank des spöttischen und distanzierten Erzähltons der Hauptfigur gleichzeitig nicht ohne Witz und Leichtigkeit.

    Dennoch war mir Nguyens Mammutwerk insgesamt zu überbordend und, ja, auch zu langatmig. Die ständige Distanz zur Geschichte, die sich einerseits durch die Erzählhaltung ergibt, aber beispielsweise auch durch die fast komplette Namenlosigkeit aller handelnden Figuren, hat mich nie richtig in der Geschichte ankommen lassen. Die Suche nach dem roten Faden, der mir hier und da einfach zu fehlen schien, ermüdete auf Dauer; vor allem die letzten Kapitel im Umerziehungslager haben mich schließlich als Leser verloren und mir stellte sich immer wieder die Frage, was mir der Protagonist hier eigentlich erzählt und warum.

    Der Sympathisant ist zweifellos ein sehr lehrreiches und literarisch durchaus gekonntes Werk, das eine konzentrierte Lektüre verlangt und auch verdient. Deswegen rate ich trotz meiner 3 Sterne auch nicht von dem Roman ab und bin weit davon entfernt, ihn als schlecht zu bezeichnen. Ich habe mich im Endeffekt aber über zu viele Seiten gequält, dass ich mit einem guten oder befriedigten Gefühl aus der Geschichte hinaustrete. Vielleicht geht es anderen Lesern jedoch anders, das hoffe ich sehr!

  21. Cover des Buches Die Pfeiler der Macht (ISBN: 9783404172320)
    Ken Follett

    Die Pfeiler der Macht

     (739)
    Aktuelle Rezension von: Taun

    Mein erstes Buch von Ken Follett, und vermutlich auch mein letztes. Die Geschichte gleicht einer Soap Opera: Routiniert inszeniert, inhaltlich aber wenig gehaltvoll und vorhersehbar.

  22. Cover des Buches Giovannis Zimmer (ISBN: 9783423282178)
    James Baldwin

    Giovannis Zimmer

     (76)
    Aktuelle Rezension von: Olivia_Grove
    James Baldwin war einer der bedeutendsten US-amerikanischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts (Todesdatum: 1. Dezember 1987). Er thematisierte u. a. Rassismus und Sexualität. Es ging ihm weit mehr als nur um die Identität von Schwarzen und Homosexuellen und dem damit verbundenen sozialen und psychologischen Druck.

    Der 1956 er­schie­ne­ne Roman "Gio­van­ni's Room" ist ein Kultbuch. Eine Geschichte, geschrieben von "einem schwarzen Schwulen über zwei weiße, schwule Männer". Mitte der 50er Jahre solch ein kritisches Werk zu veröffentlichen, war sowohl in Frankreich als auch in Amerika ein Tabubruch und ein Skandal.
    Nun, nach knapp 65 Jahren erscheint der Klassiker der queeren Literatur erneut - dank der Neuübersetzungen von Miriam Mandelkow.

    Dieser Roman ist nicht nur ein Grauton der "Gay literature", was auch der Autor selbst konsequent von sich gewiesen hat, er ist so viel mehr. Das bemerkenswerte Nachwort von Sascha Marianna Salzmann hat mir einen tiefgreifenden Hintergrundblick gegeben.

    Dieses außergewöhnliche, emotionsgeladene und herzzerreißende Werk hat es vom ersten Satz an geschafft, mich in seinen Bann zu ziehen. Der Roman brilliert durch Präsenz, tiefem Einfühlungsvermögen in die Charaktere und großartigem Schreibstil.

    Die dramatische Liebesgeschichte über Verlangen, Schuldgefühle und verzweifelte Liebe, die im Paris von 1950 spielt, ist tragisch, mit einem Schuss Melancholie und einem Spritzer Wehmut.

    So viele schöne und auch leidvolle Bilder über die Tragik und Zwiespältigkeit zwischenmenschlicher Beziehungen, der Gesellschaft und Zweifel haben mich alles intensiv miterleben lassen. Die Geschichte ist so spannend und die Figuren sind für mich unglaublich echt gewesen.

    Kurzum: für mich ein absolutes Highlight - intensiv, ergreifend, facettenreich.

    [▪ Der Begriff "Schwarz" – mit großgeschriebenem "S". "Schwarz" bezeichnet dabei nicht die Hautfarbe, sondern eine von Rassismus betroffene, gesellschaftliche Position. Es ist eine Selbstbezeichnung von Menschen, die Rassismus erfahren und die aus diesem Grund von vielen akzeptiert wird.

    ▪ "People of Color" = internationale Selbstbezeichnung von Menschen mit Rassismuserfahrung]

  23. Cover des Buches Das Haus zur besonderen Verwendung (ISBN: 9783492272650)
    John Boyne

    Das Haus zur besonderen Verwendung

     (166)
    Aktuelle Rezension von: tragalibros
    Mit gerade einmal siebzehn Jahren, wird der junge Georgi, nach einem Zwischenfall in seinem Heimatdorf, an den Hof des Zaren nach Sankt Petersburg gerufen. Er soll als Leibwächter des einzigen Sohnes des Zares dienen. Georgi trifft hier auch die schöne Anastasia und die beiden verlieben sich ineinander. Noch ahnen die beiden nicht, das diese Liebe auf eine harte Probe gestellt wird und welches Schicksal die beiden erwartet...

    Mit diesem Buch beweist John Boyne einmal mehr, dass er ein wunderbarer Autor ist. Der historische Roman, der das Leben der letzten Zarenfamilie aus der Sicht eines jungen Leibwächters beschreibt, kann mit viel Liebe zum Detail, Gefühl und wunderbarer Wortwahl punkten. 

    Auch die Charakterdarstellung der verschiedenen Personen ist ihm wieder wunderbar gelungen, sodass man schnell in die Geschichte eintauchen kann und gebannt den Ereignissen folgt, die hier beschrieben werden. 
    Jeder seiner Protagonisten ist mit viel Liebe gestaltet und wirkt rasch sympathisch, da viele Emotionen mit in die Beschreibung eingeflossen sind. Man möchte zusammen mit dem Protagonisten lachen, weinen und leiden. 

    Dieser fesselnde und schöne Erzählstil setzt sich auch bei den Landschaftsbeschreibungen fort. Die Örtlichkeiten sind detailliert und ansprechend zu Papier gebracht worden, sodass die Umgebung wunderbar bildhaft wirkt. Ich konnte mir alles sehr gut vorstellen. 

    Meine Bewertung fällt daher wie zu erwarten sehr gut aus. Ich bin wieder einmal begeistert, von dem eingängigen, fesselnden Schreibstil des Autors, den man schnell lesen kann, ohne den Zugang zur Handlung zu verlieren. 
    "Das Haus zu besonderen Verwendung" ist für mich eine Empfehlung wert!


  24. Cover des Buches Max (ISBN: 9783446256491)
    Markus Orths

    Max

     (37)
    Aktuelle Rezension von: Raiden

    Da muss Orths eine Unmenge an Unterlagen durchgearbeitet haben um ein so lebendiges Bild von Ernsts Leben zu schreiben. In wie weit da Realität und Phantasie zutreffen kann ich nicht sagen aber es ist sehr unterhaltsam, beklemmen, verstörend und erheiternd.

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