Bücher mit dem Tag "expedition"
147 Bücher
- Sten Nadolny
Die Entdeckung der Langsamkeit
(460)Aktuelle Rezension von: PjeroIn einer Welt, die dem Schnellen huldigt, ist Sten Nadolnys Roman eine literarische Verneigung vor der Langsamkeit – nicht als Mangel, sondern als Gabe. Der historische John Franklin, langsam im Denken und Handeln, wird hier zur Projektionsfläche eines tiefer liegenden menschlichen Themas: das Recht, das Leben im eigenen Takt zu begreifen.
Nadolny schreibt mit ruhiger Eleganz, unaufgeregt und doch durchdrungen von feiner Ironie und existenzieller Tiefe. Die Sprache spiegelt, was sie beschreibt: ein Dahinfließen jenseits des Getriebenseins, ein Lauschen auf den eigenen inneren Rhythmus. Franklin wird dabei zu einem Gegenbild der modernen Rastlosigkeit – und gerade deshalb zu einem Helden des Geistes.
Ein Roman, der nicht laut sein muss, um lange nachzuhallen. Wer sich darauf einlässt, wird beschenkt: mit Gelassenheit, Erkenntnis – und dem Gefühl, dass Zeit nicht vergeht, sondern sich entfaltet.
- Jules Verne
Reise zum Mittelpunkt der Erde
(435)Aktuelle Rezension von: CherubiumSicher, Bücher müssen auch im Kontext Ihrer Zeit gelesen werden und sicherlich war es vor über 100 Jahren ein Blockbuster.
Aber es ändert sich nichts daran, dass es kein gutes Buch (mehr) ist.
Die Charakter oberflächlich, die Geschichte langweilig, die Sprache altbacken.
Nichts an dem Buch hat mir Spaß gemacht, außer es zu beenden.
- Peter Hoeg
Smillas Gespür für Schnee
(698)Aktuelle Rezension von: Eva_JirsaEs ist ein Werk, das extrem gut Stimmungen einfängt. Sei es die Umgebung im kalten, oft finsteren Dänemark oder die kindlichen Erinnerungen der sich selbst hassenden Smilla. Man erfährt zwar, warum sie so schwierig ist, hegt auch eine gewisse Sympathie für sie, fühlt mit ihr, wenn es um Jesaja geht, aber oft übertreibt es Høeg mit den Details. In meinen Augen ist es zum Beispiel unnötig, eine mathematische Formeln zur Berechnung eines wachsenden Eiszapfens zu erklären!
Manche Szenenwechsel geschehen so schnell, dass man zweimal lesen muss, um zu verstehen, was vor sich geht, und einige Sätze sind zigfach verschachtelt sowie elendslang.
Wenn es nur das wäre, hätte ich dem Buch vier Sterne gegeben. Die hohe Qualität seiner schriftstellerischen Leistung ist nicht zu verachten, aber es war weniger als unbefriedigend, dass das Ende mit ALLEN Optionen offen bleibt!
Der Zeit ihre Mode und so der Buchstil. Ich muss nicht alles mögen.
- Heather Fawcett
Emily Wildes Enzyklopädie der Feen
(210)Aktuelle Rezension von: DoschoEmily Wilde, eine Wissenschaftlerin im Bereich der Feenkunde, reist nach Ljosland, um dort Feldforschung zu betreiben und ihre Enzyklopädie fertig zu schreiben. Mit dabei ist ihr Studienkollege Wendell Bambleby, mit dem sie auf Ljosland einige Abenteuer erlebt.
Liest man „Emily Wildes Enzyklopädie der Feen“, fällt zunächst einmal der außergewöhnliche Schreibstil auf. Neben typischen Romanelementen sind die einzelnen Kapitel in Tagebuchform geschrieben, zudem liest sich manches auch wie eine (pseudo)wissenschaftliche Abhandlung, Fußnoten inklusive. Außerdem sind Geschichten über Feen in die Handlung mit eingewoben, so dass sich alles in allem ein authentisches Gesamtbild ergibt und man wirklich glaubt, hier schreibt gerade eine promovierte Wissenschaftlerin an ihrer Enzyklopädie.
Auch die Charaktere wissen zu überzeugen. Emily ist die introvertierte, menschenscheue Doktorandin, die es sich aufgrund ihrer Reserviertheit auch schon mal mit anderen Menschen verscherzt, Bambleby ist natürlich das genaue Gegenteil, so dass es auch schon mal zu Reibereien und Neckereien zwischen den beiden kommt. Überhaupt liest sich die Beziehung zwischen den beiden Protagonisten auffallend angenehm und nicht übertrieben.
Zudem wirkt die Handlung herrlich entspannt und unaufgeregt. Es gibt Stellen, da schadet das und es fängt ein wenig an, vor sich hin zu plätschern. Aber hauptsächlich wird man in die Handlung hineingesogen und erkundet mit Emily und Wendell Ljosland.
„Emily Wildes Enzyklopädie der Feen“ ist also ein gemütlicher Roman zum Entspannen, der dennoch im Großen und Ganzen nicht langweilt. Ich bin gespannt auf die weiteren Teile!
- Dan Simmons
Terror
(233)Aktuelle Rezension von: Hilda_JannsenIm Jahr 1845 brach die Expedition unter der Leitung von Sir John Franklin mit den beiden Schiffen Erebus und Terror auf, um die Nord-West-Passage zu finden, den nördlichen Seeweg, der den langen südlichen Weg um das Kap Hoorn unnötig machen sollte. Von dieser Expedition kehrten nur diejenigen lebend zurück, die bereits nach kurzer Zeit wegen Krankheit oder Untauglichkeit umkehren mussten. Erst im Jahr 2014 wurde das Wrack der Erebus gefunden, 2016 das der Terror. Leichen in Zelten und bei einem Ruderboot sowie spärliche schriftliche Aufzeichnungen wurden im Laufe der Jahre entdeckt.
In Simmons Darstellung der Geschichte ist der Hauptcharakter nicht Franklin, der Kapitän der Erebus, sondern Francis Crozier, ein Mann von eher bescheidener Herkunft, der es trotzdem zum Kapitän der Terror gebracht hat. Verschiedene andere Personen der Mannschaften und der Schiffsarzt Dr. Harry Goodsir kommen zu Wort. Den Leser erwartet ein wahrhaftiger Roman, eine literarisch gut erzählte, spannende Abenteuergeschichte, wie es sich abgespielt haben könnte, einschließlich der Ängste der beteiligten Männer, ihrer Leiden und ihres Umgangs mit dem bevorstehenden Tod.
Hinzu kommt ein Wesen, das im Eis lebt, die Schiffe begleitet und sich immer wieder ein oder mehrere Opfer holt, unter anderem Sir John Franklin, dessen letzte Lebenssekunden von Angst und Schrecken geprägt sind.
Um nichts in der Welt hätte ich auf dieses Wesen aus dem Eis verzichten wollen. Erst dadurch bekommt die Geschichte ihren besonderen Touch, der weit über den schon oft beschriebenen Überlebenskampf in unwirtlicher Umgebung hinausgeht. Erst durch die Auseinandersetzung mit diesem Wesen und der Angst davor, die es zu überwinden gilt, kommt Croziers gesamte menschliche Größe zum Vorschein, sein Verständnis für seine Mannschaft, aber auch für die Landschaft, die Natur, die Menschen ringsum. Der ganze Roman gewinnt dadurch für mich an Bedeutung, Crozier und einige andere Charaktere werden zu „inneren Helden“. Sie müssen nicht das Eis, das Wetter oder den Hunger bekämpfen, sondern sie müssen ihre inneren Werte verteidigen, Mensch bleiben und so erst gar nicht auf den Gedanken kommen, ihre Kameraden zu ihrem eigenen Vorteil zu verraten oder gar zu essen. Genau das liebe ich an Science-Fiction/Fantasy: das zusätzliche Gewürz, das den Roman besonders schmackhaft macht.
- Jeff VanderMeer
Autorität. Auslöschung. Akzeptanz.
(176)Aktuelle Rezension von: tines_bookworld„Silence creates its own violence.“
“Auslöschung“ habe ich vor etlichen Jahren als Film gesehen, der mir sehr gut gefallen hat, und deshalb ist das Buch wohl auf meinem SuB gelandet. Nun, viel haben die beiden nicht gemeinsam, und das Buch hätte ich mir ehrlich gesagt auch sparen können bzw. hätte es gern abgebrochen, wenn es meinem Partner beim gemeinsamen Lesen nicht so gut gefallen hätte.
Der Schreibstil ist sehr eigen. Die Satzkonstruktionen sind sehr verschachtelt und vom Aufbau „andersrum“ als gewohnt, so dass ich selten wusste, worauf die Betonung gelegt werden sollte bzw. welchen Inhalt der Satz überhaupt hat. Es gibt zu 98% Beschreibungen, die alle sehr distanziert aus der Beobachterinperspektive geschildert werden. Das zeigt sich auch darin, dass die vier Figuren keine Namen haben, sondern immer nur mit ihrem Job bezeichnet werden. Protagonistin ist die „Biologin“. Passend zu ihrem Beruf beschreibt sie vieles objektiv und ohne Emotionen, wodurch ich weder zu ihr noch zu den anderen Personen eine Beziehung aufbauen konnte. Sie waren mir alle durchweg unsympathisch. Das viele „Show statt Tell“ führt weiterhin zu vielen Längen (trotz der verhältnismäßig geringen Seitenanzahl) und lässt wenig Spannung aufkommen.
Die Grundidee rund um Area X war schon sehr gut, aber für mich sind hier zu viele rote Fäden offen geblieben. Es ist zwar durchaus erst der erste Band einer Trilogie und der Autor kann wahrhaftig nicht alles zu Beginn erläutern, doch es war einfach nicht genug, um mich bei Laune zu halten. Die Auflösung war mir persönlich auch zu vage und nicht ganz glaubhaft - und das im Sci-Fi-Genre! Meinem Partner hat genau das gefallen, also vllt liegt es auch daran, dass Sci-Fi eh nicht so mein Favorit ist. Die letzten dreißig Seiten haben spannungsmäßig etwas zugenommen und waren auch sehr mystisch beschrieben, was immerhin Pluspunkte gibt.
“Auslöschung“ konnte mich als Buch leider weniger überzeugen als der Film und bekommt deshalb auch nur 2/5 Sterne. Die Reihe werde ich demzufolge nicht weiterlesen.
- Maja Lunde
Die Letzten ihrer Art
(187)Aktuelle Rezension von: ArtVandaleyIm dritten Teil ihres Klimaquartetts widmet sich Maja Lunde den Wildpferden und zieht in drei Erzählsträngen einen weiten Bogen über die Entdeckung und den Fang bis zu einer Zeit in der Zukunft im Jahr 2064 in der es um die Natur - man kann es erahnen - schlecht bestellt ist. Das gilt auch für die Pferde.
"Die Letzten ihrer Art" ist mit über 600 Seiten der längste Teil ihres Quartetts. Das gibt uns Gelegenheit, tief in die Charaktere einzutauchen, mit ihnen zu fiebern oder vor allem zu leiden. Dadurch das auch menschliche Schicksale dargestellt werden, wird deutlich, das auch Mensch und Tier sich am Ende doch ähnlicher sind, als mancher wahrhaben will. Das ist ein weiterer neben vielen anderen Gründen, die Natur zu respektieren und zu schützen.
- Anthony Ryan
Das Erwachen des Feuers
(148)Aktuelle Rezension von: ReiShimuraAnthony Ryans „Draconis Memoria“ Reihe stand schon sehr lange auf meiner Leseliste, doch hat mich der Umfang der Werke ein klein wenig abgeschreckt. Nicht das ich etwas gegen seitenstarke Bücher hätte. Ganz im Gegenteil, aber bei sehr begrenzter Lesezeit ist es schwer so eine Reihe anzufangen und dann auch noch in halbwegs akzeptabler Zeit zu beenden.
Der Autor hat mich dem Auftaktband seiner Reihe mehr als nur ein klein wenig überrascht. Denn erwartet hatte ich mir einen mehr oder weniger klassischen Drachen-Fantasy-Roman mit Abenteuerkomponenten. Bekommen habe ich allerdings Steampunk, Seeräuber und Spione. Die Zutaten für einen Abenteuerroman waren auch vorhanden und gewürzt war das ganze mit ein wenig Drachenblut. Denn ja, über den Großteil des Buches hinweg, geht es weniger um Drachen, sondern nur um deren Blut, um das Produkt, dass die Welt am Laufen hält. Im ersten Augenblick war ich fast ein wenig enttäuscht, denn das war nicht das, worauf ich mich gefreut habe, doch dann hat mich diese irrsinnige Mischung in seinen Bann gezogen.
Wobei ich schon anmerken muss, dass mich Anthony Ryan zwischendurch immer mal wieder verloren hat und ich meine Entscheidung das Buch zu lesen mehrmals bereut habe. So interessant seine Mischung an Genres auch ist und so sehr er sich bemüht alles unter einen Hut zu bringen, für mich haben die Zahnräder nicht immer perfekt ineinandergegriffen.
Die Geschichte teilt sich in drei große Handlungsstränge ein und werden jeweils aus einer anderen Perspektive erzählt. Da gibt es Lizanne Lethridge, die Agentin der Abteilung Außergewöhnliche Maßnahmen, Clay Torcreek, ein Krimineller und Blutgesegneter und Leutnant Hilmore, Offizier auf der „Guten Gelegenheit“. Während Lizanne und Clays Geschichten sich von Anfang an verweben und ineinandergreifen, schwebt der Teil um Hilmore wie ein loser Faden im Wind. Durch die doch sehr komplexe Welt und die vielen Details, die der Autor einstreut, habe ich mir beim Perspektiven- bzw Kapitelwechsel manchmal etwas schwergetan.
Ich würde nicht so weit gehen und sagen, dass Anthony Ryan hier ein Meisterwerk erschaffen hat, doch muss ich ihm meine Hochachtung aussprechen, welche komplexe Welt er sich ausgedacht hat. Gerade die Steampunk Komponenten waren für mich in einem Fantasyroman eher Neuland haben sich aber sehr gut in das Gesamtbild eingefügt und meine Neugier geweckt. Auch die Kombination aus Drachen und Piraten fand ich eine spannende Sache. Die ganzen politischen Komponenten waren mir dafür an manchen Stellen ein wenig zu viel und zu prominent. Gerade an diesen Stellen hat sich das Buch für mich ein wenig gezogen. Dennoch muss ich sagen, dass es eine akzeptable Spannungskurve in dem Buch gibt. Diese erreicht natürlich am Ende des Buches ihren Höhepunkt. Wenig überraschend bei Auftaktband einer Trilogie, endet das Buch mit einem Cliffhanger.
Meiner Meinung nach muss man sich für dieses Buch wirklich Zeit nehmen. Wie oft im Fantasy Genre ist dies kein Buch für schnell, schnell zwischendurch. Dafür ist sowohl die Welt als auch die Handlung zu komplex. Auch bin ich mir nicht sicher, ob dies das richtige Buch für einen Neuling in dem Genre ist. Man braucht für dieses Buch definitiv Durchhaltevermögen, denn gegen Ende hin, wenn sich die Lage mehr und mehr zuspitzt und alles so richtig ins Rollen kommt, wird es erst so richtig interessant. Und auch die Drachen werden gegen Ende immer präsenter.
- Isabel Allende
Die Stadt der wilden Götter - Roman (Die Abenteuer von Aguila und Jaguar 1)
(333)Aktuelle Rezension von: Gute_NachtInhalt
Uralte Geheimnisse verbergen sich tief im Dickicht des Amazonas. An den Wasserfällen des Orinoko soll ein riesiges Fabelwesen umgehen, doch traut man der Legende, hat kein Mensch den Anblick überlebt. Alex ist 15 und begleitet seine Großmutter, eine berühmte Reiseschriftstellerin, auf eine Expedition, die die Bestie aufspüren soll. Über dem Camp liegt eine unheimliche Stimmung, als hätte der Dschungel tausend Augen. Da werden Alex und Nadia, die Tochter des Expeditionsleiters, entführt.Die beiden fürchten um ihr Leben - zumindest bis sie herausfinden, dass ihre Entführer vom Indigenenstamm der Nebelmenschen stammen und sich nur verteidigen wollen. Es zeigt sich, dass die Expedition Teil eines perfiden Plans ist. Dieser soll den Einheimischen die Lebensgrundlage stehlen. Nadia und Alex ist, klar, dass sie den Nebelmenschen helfen und das Geheimnis des Urwaldwesens lüften müssen.
Fazit
Die Handlung ist echt stark und spannend. Man steigt langsam in die Geschichte ein, diese nimmt schnell an Fahrt auf. Die Charaktere werden facettenreich, interessant und sympathisch beschrieben.
- Douglas Preston
Relic: Museum der Angst
(339)Aktuelle Rezension von: SchlafmurmelNachdem ich „Ocean – Insel des Grauens“ von Douglas Preston und Lincoln Child gelesen hatte, wollte ich unbedingt wissen, was die beiden Autoren noch so zu bieten haben. Dabei bin ich auf „Relic – Museum der Angst“ gestoßen – und was soll ich sagen? Ich wurde definitiv nicht enttäuscht!
Dieser Thriller ist eine unglaubliche Mischung aus Wissenschaft, Fiktion, Spannung und Horror – einfach mega! Schon auf den ersten Seiten wurde ich mitten hinein ins New Yorker Museum of Natural History katapultiert, wo grauenhafte Morde geschehen und dunkle Intrigen ihren Lauf nehmen.
Dabei lernen wir die junge und mutige Wissenschaftlerin Margo Green kennen, den Journalisten Bill Smithback, der zwar manchmal etwas unbedarft wirkt, aber durchaus clever und einfallsreich ist, und natürlich den für mich besonderen Charakter: FBI-Agent Pendergast. Er hat mich mit seiner ganz eigenen Art sofort gepackt.
Die Geschichte war von Anfang an spannend und hat mich regelrecht mitgerissen. Die Mischung aus wissenschaftlichen Geheimnissen, grausamen Ereignissen und einer ordentlichen Portion Horror hat für ordentlich Gänsehaut gesorgt. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
Und dann habe ich gesehen, dass es noch weitere Teile gibt – die natürlich unbedingt bei mir einziehen müssen
Für mich ein richtig starker Auftakt und eine klare Leseempfehlung für alle, die Thriller mit Mystery- und Horrorelementen lieben
- Marie Brennan
Lady Trents Memoiren 3
(40)Aktuelle Rezension von: MarcelineIn diesen Buch möchte Miss Camherst ihrer immer wieder selbst gestellten Frage auf den Grund gehen, ob Seeschlangen nicht auch Drachen sind und damit die Begriffsbezeichnung der Drachen erweitern (falls es zutrifft…)
Die Memoiren sind nicht geschrieben wie der übliche Roman. Tatsächlich fühlt man sich von Lady Trent (Isabella Camherst) direkt angesprochen, als würd sie einem ihre Geschichte und ihre Forschungen direkt erzählen. Gefällt mir in dieser Buchreihe sehr gut. Auch dass sie ihre Gedankengänge schildert und man ihre Geschichte aus erster Hand bekommt. Auch interessant ist das Setting. Die Geschichte spielt ungefähr im viktorianischen Zeitalter, und alle erwähnten fiktiven Länder kann man auf unserer Weltkarte verorten, sodass man auch eine sehr gute Orientierung hat, wo auf der Welt sie sich gerade befindet.Mir gefällt der Erzählstil sehr gut und auch die Geschichten gefallen mir super gut.
Ich habe nur zu bemängeln, dass sie ihre Bücher immer sehr sehr sehr langsam startet, den Höhepunkt wie eine Rakete abschießt und ziemlich direkt danach das Buch beendet. So war es schon mit allen Büchern aus dieser Reihe
- Marie Brennan
Lady Trents Memoiren 2
(64)Aktuelle Rezension von: rainybooksAuch der zweite Band hat mir insgesamt gut gefallen. Ich war wieder gerne mit Isabella und Lord Hilford auf Forschungsreise. Dieses Mal ging es in den Dschungel, wo natürlich wieder nach Drachen geforscht wurde, aber auch kleine Verletzungen schnell gefährlich werden konnten.
Wie schon im ersten Band ist die Geschichte eher ruhig und langsam erzählt, was mir grundsätzlich gut gefällt. Dieses Mal war es mir allerdings stellenweise etwas zu langsam. Auf dieser Forschungsreise lernen wir außerdem viele neue Charaktere und Völker kennen, teilweise mit ziemlich komplizierten Namen. Das hat mich gelegentlich etwas aus dem Lesefluss gebracht.
Bei Isabella hatte ich dieses Mal etwas gemischtere Gefühle. Ich mag, dass sie für ihre Zeit sehr fortschrittlich und selbstbestimmt ist – das macht für mich auch einen großen Reiz der Reihe aus. Gleichzeitig fand ich die Darstellung der erfolgreichen Naturwissenschaftlerin, die mit dem Thema Familie wenig anfangen kann, stellenweise etwas klischeehaft. Trotzdem mag ich sie als Charakter und bin auf jeden Fall gespannt, wie sie sich im weiteren Verlauf der Reihe noch entwickeln wird.
*unbezahlte Werbung – Rezensionsexemplar
- Steffen Kopetzky
Risiko
(71)Aktuelle Rezension von: sofie
Gleich im Prolog lernen wir den Protagonisten des Romans – Sebastian Stichnote, eigentlich Marinefunker – in der bis dahin vielleicht dunkelsten Stunde seines Lebens kennen. In Afghanistan, auf einer Mordmission. Danach nimmt uns Steffen Kopetzky auf etwas mehr als 700 Seiten mit auf die Reise und nach und nach erfahren wir, wie es dazu kommen konnte. Von Durazzo in Albanien kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs an Bord der BRESLAU bis nach Kabul. Vermeintlich weiß man natürlich schon wie es ausgeht – nicht nur durch den Prolog, sondern auch durch Geschichtswissen. Das Ende des Ersten Weltkrieges kennt man ja. In beiden Fällen weiß der Autor aber zu überraschen.
Mich hat “Risiko” sehr gut unterhalten und mir einen ganz neuen Aspekt des Ersten Weltkrieges nähergebracht, nämlich den deutschen Dschihad, der eine Expedition von Konstantinopel nach Kabul schickte. Der Protagonist Stichnote ist ein vielseitige und spannende Persönlichkeit. Aber auch die weiteren Figuren haben einiges zu bieten. Nur an interessanten Frauenfiguren mangelt es, aber das haben Kriegsromane wohl so an sich.
Ansonsten mangelt es an nichts – es gibt Intrigen und Verrat, Kameradschaft und Freundschaft, Abenteuer und Exotik. Und ganz nebenbei erzählt Kopetzky eine fiktive Geschichte wie das beliebte Brettspiel “Risiko” entstanden sein könnte- zugegebenermaßen musste ich nach dem Lesen erst einmal nachschlagen, ob es nicht vielleicht genau so war.
Für mich war es nicht das erste Buch des Autors und sicher auch nicht das letzte. Mit kleinen Abstrichen vergebe ich vier von fünf Sternen!
- Liv Winterberg
Vom anderen Ende der Welt
(182)Aktuelle Rezension von: itwt69Eine tolle Reise mit einer faszinierenden Frau fast um die ganze Welt: oft grausam, manchmal aber auch witzig und einfühlsam, jedoch immer interessant. Erstaunlich auch, was "Errungenschaften" aus Europa innerhalb einer Gemeinschaft auf einer Südseeinsel anrichten können.
- Laurie Harmening
Montcrest University 1: Lessons in Evil
(82)Aktuelle Rezension von: AboutLovestoriesAndFairytales📖 Inhalt
Grace, Einzelgängerin, Schattenengel und Tochter ehrgeiziger Eltern, will nur eines: an der Spitze stehen. Doch an der Montcrest University entscheidet nicht Talent, sondern die Blutlinie über deinen Platz in der Rangordnung. Und ganz oben befindet sich Isak Volstrom, Montcrests mächtigster Dämon. Der Gebieter über Gedanken und Gefühle ist es gewohnt, alle zu beherrschen, nur ausgerechnet Grace entzieht sich seiner Kontrolle. Als die Universität ihren fünf besten Studierenden die einmalige Chance bietet, in die Hölle hinabzusteigen, entbrennt ein Wettstreit. Die Rivalität zwischen Isak und Grace wird nahezu tödlich. Aber die Anziehung ist es auch…
💭 Meinung
Die Gestaltung des Buches gefällt mir gut. Das Cover verbreitet schon etwas Dark Academia Vibes undan kann erkennen das es sich um eine Fantasygeschichte handelt.
Laurie hat es auch sehr gut geschafft die düsteren Vibes in der gesamten Geschichte zu verbreiten. Und auch das Setting an der Academy hat mir gut gefallen. Gerade in den Schweizer Alpen mal ein etwas ungewöhnlicher, aber auch sehr passender und mysteriöser Schauplatz.
Mit ihrem Schreibstil konnte die Autorin auch überzeugen. Das Buch liest sich flüssig und leicht.
Die Charaktere sind interessant und abwechslungsreich gestaltet. An der Academy wimmelt es quasi nur so vor lauter bösen Gestalten. Da lassen Intrigen natürlich nicht lange auf sich warten.
Grace ist eher eine Einzelgängerin und tut sich in Gruppen recht schwer. Aber sie kämpft für ihr Ziel. Isak ist der typische Bad Boy, hinter dessen Fassade aber doch mehr steckt. Auch er konnte mich nach und nach mehr von sich überzeugen.
Ein interessanter Auftakt, der mich in weiten Teilen abholen und überzeugen konnte. Natürlich auch mit starkem Cliffhanger. Ich bin gespannt wie es im zweiten Teil weiter geht 🤩
- Jo Segura
Raiders of the Lost Heart
(85)Aktuelle Rezension von: BellitaWas für ein schöner Read! Ich mochte die Geschichte rund um Corrie und Ford wirklich unglaublich gerne und besonders das Archäologie-Setting hat mich direkt abholen können. Die Mischung aus Abenteuer, Romance und den ganzen Geheimnissen rund um die Ausgrabung hat einfach richtig viel Spaß gemacht. 🌿✨
Besonders gut gefallen hat mir die Dynamik zwischen den beiden. Die beiden kennen sich schon länger und ihre Rivalität sorgt für einige richtig unterhaltsame Momente. Ich liebe es einfach, wenn sich aus gegenseitigem Necken langsam mehr entwickelt und genau das hat hier für mich richtig gut funktioniert. 😂🫶🏼
Auch die Ausgrabungen und die Suche nach dem verschollenen Artefakt fand ich spannend. Dadurch hatte die Geschichte neben der Romance immer noch eine zusätzliche Handlung, die mich neugierig gehalten hat. Gerade die Abenteuer-Momente haben für eine schöne Abwechslung gesorgt. 👀🏺
Natürlich waren manche Entwicklungen etwas vorhersehbar und an einigen Stellen hätte ich mir etwas mehr Spannung gewünscht. Das hat meinem Lesevergnügen aber eigentlich keinen großen Abbruch getan.
Insgesamt eine richtig unterhaltsame Romance mit einem außergewöhnlichen Setting, tollen Charakteren und ganz viel Abenteuer. Für mich definitiv ein Buch, bei dem man einfach abschalten und genießen kann.🩷✨📖
- H. P. Lovecraft
Berge des Wahnsinns
(133)Aktuelle Rezension von: Michael-P-KrausDie vorliegende Ausgabe von H.P. Lovecraft, der auch als Meister des überirdischen Grauens gilt, hat seine Tücken. Als "Meisterwerk des Cthulhu-Mythos" wird diese Novelle angepriesen, was sich in der deutschen Ausgabe zumindest nur bedingt bestätigen lässt.
Zur Geschichte: Das Buch liest sich wie ein Bericht eines Forschers, der aufgrund einer weiteren geplanten Expedition in die Antarktis sein Schweigen über eine vergangene Expedition bricht, bei der mehrere Forscher den Tod fanden. Er erzählt, wie das Team dabei auf einen Gebirgszug stößt, der höher als der Himalaya sei. Dabei finden sie ebenfalls eine uralte Stadt, erbaut vor unermesslichen Zeiten, lange, bevor die Menschheit das Licht der Welt erblickte. In dieser Stadt finden sie die Überreste eines alten Volkes, im Buch als "Die großen Alten" beschrieben. Diese Entdeckung leitet einen Forschungswahn ein. Nach einem Sturm bricht der Funkkontakt vom Basislager zum Forschungslager ab, und der Erzähler macht sich mit einem Kollegen auf, um nach dem Rechten zu sehen. Sie finden das Lager zerstört vor und alle Expeditionsteilnehmer tot. Als die beiden weitere Nachforschungen anstellen, dringen sie in unterirdische Gewölbe vor, wo sie auf Wandreliefs stoßen, die die Geschichten der uralten Spezies aufzeigen. Dabei wird erkennbar, dass jenes Volk, welches einst hier herrschte, von einer gezüchteten Gattung angegriffen wird. In den Tiefen der Welt stoßen sie schließlich auf das namenlose Grauen, das hier unten noch immer herrscht...
Die Geschichte an sich ist nicht schlecht. Sie spielt mit der Wissenschaft und unterschwellig liest man heraus, welches Grauen man bei zuviel Forschungsdrang entdecken kann. Die Illustrationen, die sich über das Buch verteilen, fügen sich herrlich ein und untermalen die Geschichte und das Geschehen wunderbar. Natürlich ist auch Lovecrafts Schreibstil hervorzuheben, das Grauen langsam und schleichend immer näher kommen zu lassen. Die Geschichte in Form eines Augenzeugenberichtes bringt das Geschehen extrem realistisch rüber, wenngleich aus heutiger Sicht manches natürlich für sehr überspitzt und fantasievoll wirkt. Immer wieder werden bekannte Dinge erwähnt, wie etwa das Necronomicon, Cthulhu oder auch Yog-Sothoth. Wer sich mit diesem Thema auskennt, den beschleicht eine Gänsehaut; das kann Lovecraft wie kein Zweiter.
Aber diese Novelle hat auch ihre Schattenseiten, die sich in Lovecrafts Schreibstil zeigt: Es geht zu langsam. An dieser Geschichte merkt man, dass Lovecrafts Stärken bei Kurzgeschichten lag. Er war einfach kein Romantyp. In "Berge des Wahnsinns" verliert er sich fast in ausschweifenden Beschreibungen, und selbst mir, der ich es liebe, in stimmungsvolle Beschreibungen abzutauchen, wird es bisweilen etwas zu viel. Er beschreibt die Gegend so genau, dass man sich wirklich darin wiederfindet, versucht auf Biegen und Brechen, das Gigantische und Unermessliche dieser Berge dem Leser nahezubringen, dass man manchmal wirklich Mühe hat, bei der Stange zu bleiben. Die Hallen unter dem Gebirge sind gewaltig und trostlos; Dies hätte man vielleicht etwas kompakter schreiben können. Auch die ellenlange Beschreibung über die Geschichte jenes Volkes, welches einst die Erde beherrschte, zerrt an der Konzentration.
All diese Kritikpunkte wären jedoch noch nicht der Grund, hier "nur" drei Sterne zu vergeben, bis auf den Punkt, der für mich am Schwersten wiegt: Und zwar hat sich ein Übersetzungsfehler eingeschlichen. In der Geschichte stößt man immer wieder auf "die großen Alten", und wer mit dem Cthulhu-Zyklus vertraut ist, weiß, dass es sich dabei eigentlich um mächtige, ja gar gottgleiche auserirdische Wesen handelt, die selbst die Entstehung und den Lauf des Universums beeinflussen können. Doch man steht wie vor den Kopf gestoßen da, wenn es da plötzlich heißt, dass die großen Alten wären nur ein paar Meter groß und seien im ewigen Eis der Antarktis eingefroren. Hier handelt es sich eigentlich NICHT um die großen Alten (zu denen der große Cthulhu, Yog-Sothoth, Nyarlathotep, Shub-Niggorath und auch Azathoth selbst gehören), sondern um "die alte Rasse", welche vor Jahrmillionen den Erdball bevölkerte.
Manch einer mag diesen Fehler verzeihen, ich kann es einfach nicht. Der Lesefluss wurde bei mir extrem gehemmt, jedes Mal wenn ich auf den Begriff "die großen Alten" stieß. Ich habe dabei einfach andere Wesen vor Augen.
Dieser Fehler liegt, soweit ich das sagen kann, hauptsächlich beim Festa-Verlag. Der Verlag hat mittlerweile viele sehr gute Neuübersetzungen uf den Markt gebracht, so muss ich gestehen, dass "der Ruf des Cthulhu" für mich die beste deutsche Übersetzung darstellt. Aber hier, bei "Berge des Wahnsinns" ist ein gravierender Fehler unterlaufen.
Von daher kann ich diesem Werk, obgleich ich ein leidenschaftlicher Fan von Lovecraft und seinen Geschichten bin, nur drei Sterne geben. - Bernhard Schlink
Olga
(223)Aktuelle Rezension von: AleksandraDas Buch Olga handelt - wie der Titel schon vermuten lässt - vom Leben der Protagonistin Olga. Sie ist eine Frau, die zwischen Liebe und Einsamkeit, zwischen Warten und Erfüllung gefangen ist, Sie kämpft in ihrer Zeit ums Überleben und muss ihren Weg größtenteils allein gehen. Im Kern erzählt der Roman die Geschichte einer beeindruckend starken Frau.
Vom Cover her hat mich das Buch zunächst gar nicht angesprochen. Es ist sehr schlicht gestaltet. In Nachhinein muss ich aber sagen, dass es perfekt zum Roman passt, denn auch dieser ist auf eine angenehme Weise schlicht erzählt. Oft sind gerade die einfachen Dinge die schönsten. Auf dem Cover sieht man eine Frau, die auf einer Klippe steht und aufs Meer blickt. Ich nehme an, dass sie Olga darstellen soll, die darauf wartet, dass Herbert von seinen Expeditionen zurückkehrt.
Besonders gefallen haben mir die Sprache und der Ausdruck. Der Roman in einer ruhigen, angenehmen und eher literarischen Sprache geschrieben - nicht modern oder umgangssprachlich, sondern zeitlos und stilvoll.
Der Aufbau besteht aus relativ kurzen Kapiteln, die Olga von ihrer Kindheit bis an das Ende ihres Lebens begleiten. Danach wird die Geschichte aus der Perspektive einer Person weitererzählt, die Olga sehr nahesteht. Dadurch erhält der Roman am Ende noch einmal eine ganz besondere Tiefe.
Das Buch lebt nicht von großer Spannung oder überraschenden Wendungen. Es ist ein ruhiger Roman, den man langsam lesen und genießen sollte. Genau wie Olga wartet, wartet auch der Leser darauf, wohin die Geschichte führt und was am Ende deutlich wird,
Mit der Hauptfigur Olga konnte ich mich sehr gut identifizieren. Ich finde sie eine fantastische und bemerkenswert starke Frau. Nach außen hin zeigt sie ihre Gefühle kaum. Erst gegen Ende des Buches erkennt man ihre wahren Emotionen, ihre Ängste, Wünsche und Träume., Dadurch wirkt sie sehr menschlich und berührend.
Die Handlung spielt vor, während und nach dem Ersten Weltkrieg sowie während des Zweiten Weltkriegs und in der Zeit danach. Die politischen Ereignisse werden allerdings nur am Rande behandelt. Im Mittelpunkt steht immer Olgas persönlicher Kampf um ihr Leben.
Dieses Buch sollten man unbedingt bis zur letzten Seite lese. Erst ganz am Ende erschließt sich seine eigentliche Schönheit und Bedeutung. Wer auf Spannung und ein schnelles Erzähltempo hofft, wird vermutlich enttäuscht sein. Wer jedoch ruhige, tiefgründige Literatur schätzt, wird mir diesem Roman viel Freude haben.
- Jeff VanderMeer
Autorität #2 Southern-Reach-Trilogie
(67)Aktuelle Rezension von: Japanophilie„Autorität“ von Jeff VanderMeer setzt nach den Ereignissen von Auslöschung an und verlagert den Fokus von der Expedition ins rätselhafte Area X auf die bürokratische und psychologische Ebene der Krise. Im Zentrum steht John „Control“ Rodriguez, ein neuer Mitarbeiter einer geheimnisvollen Regierungsbehörde, die mit der Erforschung und Eindämmung von Area X beauftragt ist. Während er versucht, Ordnung in widersprüchliche Berichte, interne Machtspiele und verstörende Hinweise zu bringen, verdichten sich Misstrauen und Unsicherheit.
Es sind erst einige Wochen vergangen, seit ich den Vorgänger Auslöschung gelesen habe. Aus diesem Grund hatte ich die vorherigen Ereignisse noch gut im Kopf. Jeder, der Autorität liest, sollte vorher auch Auslöschung gelesen haben. Anders als im ersten Teil der Reihe spielt die Geschichte nicht in Area X, sondern im Southern Reach. Dort befindet sich der Verwaltungskomplex, der mit der Untersuchung von Proben, der Befragung der Rückkehrer und der Organisation neuer Expeditionen beauftragt ist.
Der Protagonist John Rodriguez, der den Spitznamen „Control“ trägt, wird im Southern Reach eingesetzt, um die chaotische Situation nach der zwölften Expedition zu ordnen und die rätselhaften Vorgänge rund um die verschwundene Direktorin besser zu verstehen. Schnell merkt er, dass die stellvertretende Direktorin über seine Anwesenheit alles andere als erfreut ist. Um die aktuelle Lage und die mysteriösen Aussagen der Biologin einzuordnen, beschäftigt er sich mit früheren Expeditionen nach Area X und stößt dabei auf immer mehr beunruhigende Zusammenhänge.
Anders als in Auslöschung wirkt die Umgebung fast steril beschrieben, da wir uns nicht in einem natürlichen Gebiet, sondern in einem Verwaltungsgebäude befinden. Dadurch fehlen für mich die detailreichen, surrealen Beschreibungen, die mir im Vorgänger besonders gefallen haben. Stattdessen liegt der Fokus stärker auf dem Innenleben von Control und den oft rätselhaften Gesprächen mit den wenigen Figuren, die in dieser Geschichte eine wichtige Rolle spielen. Area X bleibt weiterhin faszinierend, und man erfährt etwas mehr über die Hintergründe der Expeditionen. Dennoch wirkte der sterile Aufbau der Erzählung auf mich stellenweise langatmig, weniger fesselnd und fast schon ermüdend.
Erst gegen Ende gewinnt der Handlungsstrang für mich deutlich an Spannung und liefert neue, interessante Perspektiven auf die Ereignisse rund um die Direktorin. Aufgrund des für mich schwierigen Einstiegs und der insgesamt deutlich ruhigeren Erzählweise blieb Autorität für mich spürbar schwächer in seiner Wirkung als Auslöschung. Deshalb vergebe ich drei Sterne.
Für Neueinsteiger lohnt sich Autorität meiner Meinung nach nicht, da man die Reihe unbedingt mit Auslöschung beginnen sollte. Auch die Verfilmung ersetzt die Lektüre nicht, da sie sich in Aufbau und Wirkung deutlich von der Buchvorlage unterscheidet. Wer sich jedoch für Area X interessiert, kann mit dem zweiten Teil tiefer in die Welt der Reihe eintauchen und sich auf den Abschluss vorbereiten.
- Anne Nordby
Eis. Kalt. Tot.
(129)Aktuelle Rezension von: ChristineToulonEin Cop aus Dänemark wird aus einer eher ländlichen Umgebung in die große Stadt versetzt und gerät gleich am Anfang mit seiner neuen Partnerin aneinander. Weniger von ihm ausgehend, als von seiner Kollegin. Und während sich diese beiden Ermittler aneinander gewöhnen müssen, findet eine der schlimmsten Mordserien Dänemarks statt.
Unfassbar grausame Morde und Einblendungen von einem unbekannten Täter.
Inmitten dieser Geschichte Marit Rauch Iversen die als Superrecognizerin den Cops hilft und zur Hand geht. Alle Hinweise führen zu einem geheimnisvollen Ableben einer Expedition um 2018 und was im Jahr 2019 geschah, findet man beim Lesen heraus.
Alles scheint über längere Zeit hinten und vorne nicht zusammenzupassen.
Kein wirklich glaubwürdiger Täter, keine wirklich befriedigende Erklärungen - bis man auf ein Geheimnis auf den Gletschern Grönlands stößt.
Hat der Allaq wirklich etwas damit zu tun? Fabelwesen der grönländischen Inuit?
Das Grundkonzept der Geschichte ist fantastisch. Das ist absolut nicht zu leugnen. Auch der Schreibstil hat mich überzeugt. Bildlich, einladend, spannend genug und zum Weiterlesen animierend.
Bestimmte Szenen waren so klar und deutlich mitzuverfolgen, dass es wirkte, als wäre man direkt hineingeworfen worden in die Szenen. An manchen Stellen ging einem selbst das Unwohlsein durch.
Ich wünschte wirklich, ich könnte sagen, dass war einer der coolsten Thriller, die ich je gelesen habe - die Wahrheit ist, dem ist leider nicht so.
Der Roman hatte Schwächen. Gravierende Schwächen meiner Meinung nach - die irgendwie die Entscheidung zwischen 3 und 4 Sternen wirklich schwer machte. Für mich 3 1/2 Sterne.
Wie bereits erwähnt gerieten Jesper und Kristen, die beiden Hauptermittler? miteinander aneinander. Während Jesper unter Selbstzweifeln litt und Schwierigkeiten hatte, sich in die neue Umgebung einzufügen (was nachvollziehbar erscheint) warf die leitende Ermittlerin erst einmal mit haltlosen Anschuldigungen um sich, bezichtigte den Neuen als Leck gegenüber der Presse. Obwohl der nun wirklich keinen Anlass dazu gegeben hatte, außer eine Minute mit einem alten Bekannten gesprochen zu haben. Daraus erspann sich die sonst so professionell anmutende Ermittlerin ein Komplott von Jesper - aus Angst wohlbemerkt, er könne ihr den Rang ablaufen oder sie sabotieren wollen. Das fand ich einer leitenden Ermittlerin sehr schwach.
Dann sollte laut Klappentext ja eigentlich Marit Rauch Iversen eine der leitenden Figuren sein. War sie nicht. An vielen Stellen wirkte Marit wie eine Randfigur und hatte erst gegen Ende überhaupt eine tragende Rolle. Dann als es richtig zur Sache ging.
Jetzt könnte ich hier mit der negativen Kritik aufhören, wenn da nicht noch etwas wäre, was die ganze Figurengeschichte um Marit störend wäre. Wer den Roman gelesen hat, wird mir entweder zustimmen oder anderer Meinung sein, aber ich finde diesen speziellen Zusatz, mit dem einen Mord, der nicht ins Bild passte, vollkommen, absolut unnötig.
Im ersten Moment war es ein interessanter Punkt gewesen, der sich dann als etwas herausstellte, was mich genervt hat. Weil es einerseits so erzwungen wirkte und gleichzeitig eine Ablenkung von der Ablenkung war.
Ein weiterer Punkt mit dem ich unzufrieden war, waren die Verhörmethoden. Es tut mir leid, aber das wirkte für mich eher, wie aus einem Hollywoodstreifen abgekupfert. Das hat mich geärgert, weil der Part der bei Marit und Jesper parallel lief, unglaublich gut und spannend geschrieben war. Selbst die Verfolgungsjagd war spannender und interessanter, als die Verhöre.
Das klingt jetzt am Ende schlechter, als es tatsächlich war. Mir hat dieser Nebenaspekt um Jespers Geschichte gefallen, die langsam aufgedröselt wurde - mir gefiel der Teil den Kristen mit Mimi verbracht hat - auch die Geschichte mit dem Leak war durchweg interessant, weil man nicht ausschließen kann, dass der Täter vielleicht auch was damit zu tun hat? Hat er aber? Oder nicht?
Auch die Grönlandthematik hat dem Ganzen mehr Schrecken, mehr Grausamkeit verliehen - die Abgründe dahinter, waren super gezeichnet und spannend erzählt. Es hat mich motiviert mich mehr mit Grönländischer Mystik zu beschäftigen. Hochinteressant und super brutal.
Selbst der Ermittlungsaspekt war für mich weitgehend gut verteilt und glaubwürdig, wenn auch etwas überspitzt wirkend.
Mein Fazit ist also - wenn man ein bisschen Thrill haben will, mit überzeichneten Charakteren besser klar kommt, als ich und wenn man sich eine fesselnde Geschichte verwickeln lassen will, dann kann man durchaus diesen Roman lesen. - Douglas Preston
Old Bones - Tote lügen nie
(106)Aktuelle Rezension von: SternenstaubfeeBei diesem Buch bin ich überrascht, dass es mir nicht besser gefallen hat. Das Thema hat mich direkt angesprochen. Archäologie finde ich grundsätzlich sehr spannend. In Kombination mit diesem doch sehr interessant klingendem Kriminalfall hätte es genau mein Buch sein müssen. Tatsächlich fand ich es "nur" okay. Ein durchaus gutes Buch, das für mich aber auch deutliche Längen hatte...
Trotzdem werde ich den zweiten Band dieser Reihe lesen. Vielleicht fesselt mich die Story mehr!?
02.05.2026
- Stefan Bachmann
Palast der Finsternis
(244)Aktuelle Rezension von: thrill.tasticIn "Palast der Finsternis" werden fünf Jugendliche nach Frankreich geholt, um einen geheimnisvollen unterirdischen Palast zu erforschen und schon zu Beginn habe ich mich gewundert, warum so junge Leute für eine so bahnbrechende Expedition ausgewählt werden. Klar, sie sind alle 16 bzw. 17 Jahre alt und studieren schon sonst was, statt noch zur Highschool zu gehen (🤨) aber trotzdem...
Zum Glück geht es der Protagonistin Anouk genauso wie mir, denn auch ihr kommt das alles komisch vor.
Die Geschichte wird aus ihrer Sicht erzählt und das ist für mich ganz klar der größte Pluspunkt. Ich mag sie sehr, diesen frechen Sarkasmus und Zynismus.
Leider hat mich die Handlung null komma null überzeugt.
Es ging flott zu lesen aber ich finde, dass angesichts der völlig absurden Situation, in der die Figuren sich wiederfinden, viel zu lange nur ganz kleine Informationsbrocken hingeworfen werden, ohne dass auch wirklich mal was aufgeklärt wird.
Zwar kommt am Ende alles zusammen aber mir war es zu albern und zu weit hergeholt.
Ich hätte so gerne noch etwas Schauriges zu Halloween empfohlen aber zu 3⭐ kann ich mich nicht durchringen, 2⭐ von mir. - Jeff VanderMeer
Akzeptanz
(50)Aktuelle Rezension von: Japanophilie„Akzeptanz“ ist der dritte Band der „Southern Reach“-Reihe von Jeff VanderMeer und führt die rätselhafte Geschichte um die geheimnisvolle Area X fort. Der Roman setzt nach den Ereignissen der Vorgänger an und begleitet mehrere Figuren, die auf unterschiedliche Weise versuchen zu verstehen, was Area X ist, wie sie entstanden sein könnte und welche Folgen ihre Existenz für Menschen innerhalb und außerhalb ihrer Grenzen hat.
Im Zentrum stehen verschiedene Perspektiven und Zeitebenen: Manche Figuren dringen tiefer in Area X vor, andere blicken auf Ereignisse zurück, die lange vor den bekannten Expeditionen stattgefunden haben. Dabei verknüpft der Roman persönliche Erinnerungen, wissenschaftliche Fragen und ein Gefühl schleichender Verunsicherung zu einer Geschichte, die weniger auf klassische Auflösung als auf Atmosphäre, Deutung und emotionale Wirkung setzt.
Während mich „Auslöschung“ quasi in Area X eingesogen hat, empfand ich „Autorität“ als deutlich nüchterner und bürokratischer – auch wenn der zweite Band wichtig ist, um die Ereignisse von „Akzeptanz“ besser nachvollziehen zu können. Mit „Akzeptanz“ fühlte ich mich schnell wieder in Area X hineinversetzt, und besonders der Einstieg hat mich neugierig gemacht. Beim Lesen entsteht lange Zeit das Gefühl, der Wahrheit Schritt für Schritt näherzukommen, und die Spannung stieg für mich von Kapitel zu Kapitel.
Gleichzeitig wurde der Roman für mich zunehmend anspruchsvoller. Der Satzbau wirkt stellenweise sehr verschachtelt, viele Gedankengänge werden abstrakter und nicht jede Passage konnte mich gleichermaßen abholen. Gerade in der zweiten Hälfte hatte ich manchmal das Gefühl, Bedeutungen eher erahnen als wirklich greifen zu müssen. Das passt zwar zur geheimnisvollen Atmosphäre der Reihe, machte das Lesen für mich aber stellenweise auch anstrengend.
Für mich bleiben weiterhin Fragen offen, wobei das vermutlich auch Teil der erzählerischen Wirkung ist. Soweit ich gesehen habe, wurde aus der ursprünglichen Trilogie inzwischen eine Tetralogie, weshalb ich den nächsten Band auf jeden Fall noch lesen möchte.
„Akzeptanz“ ist nichts für Neueinsteiger – die vorherigen Teile sollte man unbedingt gelesen haben. Im Vergleich zu „Autorität“ liest sich der Roman zunächst zugänglicher und atmosphärischer, wird später jedoch deutlich abstrakter, sodass ich nicht zu jeder Szene oder jedem Gedankengang einen Zugang gefunden habe.
Die Idee der Area X bleibt für mich faszinierend, und atmosphärisch hat mich der Roman oft gepackt. Gleichzeitig sorgt der verschachtelte Schreibstil für einen eher schwerfälligen Lesefluss. Keine Lektüre für zwischendurch – aber für Fans der Reihe dennoch interessant.
- Greta Milán
The Penguin Paradox
(231)Aktuelle Rezension von: MsHexe28Ich habe mich sofort in das schöne Cover verliebt. Die saftigen Farben und das Pink im Hintergrund sind einfach ein Hingucker. Man sieht Emerie und Beckett in einer innigen Umarmung und zwei süße Pinguine.
Das Buch wird in der Ich-Perspektive geschrieben. Die Kapitel wechseln sich ab, einmal aus Emeries Sicht und aus Beckett’s Sich. Das ist in dem Buch maßgebend, da man so von beiden Seiten die Eindrücke bekommt und vor allem am Ende auch das Handeln viel besser nachvollziehen kann.
Der Schreibstil ist sehr einfach gehalten. Man stolpert über keine großartigen Fremdwörter. Die Sätze haben eine angenehme Länge und man hat keine Probleme dem Geschehen zu folgen. Das Buch liest sich sehr flüssig und man kommt schnell voran. Es lässt sich auch sehr angenehm lesen.
Ich hatte zu Beginn Schwierigkeiten mit Emerie, da sie gleich mit massiven Vorurteilen in die ganze Geschichte rein geht. Beckett hatte keine Ahnung, was sie alles von ihm denkt und warum sie überhaupt sich so verhält. Sie merkt aber schnell selbst, dass sie da einiges missverstanden hat und dass ihr Groll gegenüber Becket nicht nachvollziehbar ist. Hinzu kommt noch ihre Einstellung und Erfahrung, was die Liebe angeht und ihr Forschungsthema. Diese ganzen Sachen erklären Emeries Einstellung gegenüber Beckett eigentlich sehr gut. Es war für mich nachvollziehbar. Ihr Forschungsthema hat in der Geschichte eine wichtige Rolle und man erfährt auch einiges davon, diesen Aspekt fand ich sehr interessant.
Zu Beginn war mir Beckett sehr sympathisch, nur gegen Ende hat sein Handeln mein Denken über ihn maßgeblich verändert. Er hatte keine leichte Zeit und sein Bestreben ist nachvollziehbar, aber dennoch hat mich seine Entscheidung kalt getroffen.
Von beiden Seiten werden die Gefühle sehr gut wiedergegeben, so etwas lese ich selten, vor allem aus der Männersicht. Allgemein ist das Buch sehr gefühlvoll geschrieben. Es liegt primär die Romantik im Vordergrund. Es wird spicy, sogar relativ zeitnah, aber vom Schreibstil eher auf Sparflamme.
Auch die Nebencharaktere fand ich hier sehr gut eingebracht. Es war eine richtige Gemeinschaft, so ganz isoliert in der Arktis. Auch, dass Cooper sich nur mit Gebärendsprache verständigen kann und alle anderen es akzeptieren und nicht hinterfragen, hat mir sehr gut gefallen. Er wurde aufgenommen und es war für alle etwas ganz Natürliches.
Erst ist da diese Spannung zwischen Emerie und Beckett, die Gefühle drehen durch und alles steht Kopf und dann, als alles perfekt scheint, kommt der herbe Schlag. Ich fand es schon sehr spannend dem Geschehen zu folgen. Aber es war vorhersehbar, ich wusste ab dem Moment, als es passiert ist, dass dies noch Folgen haben wird.
Mir hat das Buch sehr gefallen. Ich mochte diese eisige Atmosphäre sowie die süßen kleinen Pinguine, die auch eine große Rolle gespielt haben. Ich konnte nicht alle Entscheidungen gutheißen und auch manche Handlungen waren im ersten Moment nicht nachvollziehbar, dennoch hatte ich Spaß über Emerie, Beckett und die Pinguine zu lesen.
Der Schreibstil bei Becketts Kapiteln ähnelt dem Stil von Kyra Groh bei ihren männlichen Charakteren, dies ist mir am Rande aufgefallen, fand ich ganz interessant.
Wer kleine Schlagabtausche mag und vor allem eine romantische Stimmung in der Arktis, dem wird das Buch definitv gefallen. Eine schöne Slow-Burn Liebesgeschichte mit Enemies to Lovers Aspekten. Und vielen süßen kleinen Pinguinen.























