Bücher mit dem Tag "experten"
9 Bücher
- Ken Follett
Das zweite Gedächtnis
(28)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerAls Luke mit pochendem Schädel und ohne Erinnerungen wach wird, ahnt er noch nicht, dass er Teil einer groß angelegten Verschleierung ist. Auf der Suche nach sich selbst und denjenigen, die ihn in diese Lage befördert haben, stößt er auf zahlreiche Hindernisse, aber auch auf Hinweise, die nichts Gutes verheißen. Luke muss abwägen wem er vertrauen kann und wem nicht, denn noch immer steht er unter Beobachtung und soll unter Kontrolle gehalten werden…
Dem Hörer ist auch ohne Kenntnis der Inhaltsangabe schnell klar, dass Luke im Zusammenhang mit Raketenwissenschaft steht und einen eklatanten Fund gemacht haben muss, der ihm augenscheinlich zum Verhängnis wird. Doch worum es sich dabei handelt, bleibt zumindest so lange unergründlich, bis er selbst langsam aber sicher hinter seine Identität kommt. Allerdings häufen sich dann gleich die nächsten Fragen. Zwar bekommt man als Hörer von Anfang an ein wenig mehr mit und besitzt entsprechende Informationen den Täterkreis betreffend, nichtsdestotrotz wird ein Netz gesponnen, das zunächst mehr Verwirrung stiftet als dass es Verbindungen liefert.
Auf Grund diverser Rückblenden ergeben sich interessante Querverweise auf zwischenmenschliche Beziehungen, die durchaus auch für die Handlung als solche relevant sein können. Immer tiefer begibt man sich so in ein Konstrukt, das spannend und informativ zugleich daher kommt. Anfängliches Zögern mag sich mitunter ob der Thematik einstellen, wird aber schnell zerstreut, nicht zuletzt durch die Sprecherleistung Frank Glaubrechts. Man fühlt sich gut aufgehoben, mitgenommen und mit der Zeit immer mehr mit der Materie vertraut, zu der man im Regelfall zuvor keinen großartigen Bezug hatte.
Ken Follett, den man generell eher mit monumentalen historischen Werken in Verbindung bringt, zeigt, dass er auch nicht so weit zurückliegender Geschichte sowie spannender Erzählweisen gewachsen ist.
- Sean P. Murphy
BRUTAL PLANET
(15)Aktuelle Rezension von: mariameerhabaBei dem Wort Zombie bekomme ich immer eine Gänsehaut und wenn ich ein Zombiebuch in den Händen halte, erwarte ich Action, Spannung, Adrenalin. Sean P. Murphy jedoch schafft es, ein Buch voller Zombies langweilig zu gestalten. Ich bin beim Lesen fast eingeschlafen und schlussendlich hat mich sein ätzend langatmiger Stil abgestoßen.
Es fängt gut an. Wie viele Bücher in dem Genre gelingt es dem Autor hier auch, mich gleich am Anfang zu begeistern. Zwei Männer segeln um die Küste, isolieren sich vom Land und warten auf die nächste gute Gelegenheit, um an Nahrung zu kommen. Schließlich landen sie auf einer kleinen Insel mit einem Leuchtturm und beobachten von dort eine Horde Zombies, die sehnsüchtig die Insel betreten möchten und es nicht können. Das fand ich so stimmig und mit einer erdrückenden Atmosphäre. Ich habe die Zombies vor mir gesehen, wie sie an der Küste nach den beiden Fleischpaketen förmlich gebettelt haben und bei ihren kläglichen Versuchen ins Wasser fielen und verschwanden.
Aber dann macht die Handlung einen Umschwung, vergisst die Zombies an der Küste und wir lesen das, was wir in so vielen anderen Zombiebüchern schon gelesen haben: Tag 1 der Apokalypse.
Ich will schon lange nicht mehr wissen, wie die Seuche ausbrach, wie die ersten Tage waren, wie sich die Leute auf die Flucht bereit machten. Das habe ich schon so oft gelesen, das es mich richtig ankotzt. Aber wenn der Autor unbedingt das wiederkauen möchte, dann sollte es nicht so passiv sein, sondern den Leser in die Geschehnisse einbeziehen und ihn vor allem mitfühlen lassen. Alles, was ich mitgekriegt habe, war, wie sich der Typ in seiner Wohnung einsperrte und alles aussitzen wollte. Bäh.
Tag 1 der Apokalypse muss aufregend sein, so viel Angst sollte da sein, Gefühle und Gedanken, und ich möchte das alles mitfühlen, bei jeder einzelnen Handlung, bei jeder einzelnen Seite. Dieser Autor kann das nicht. Er kann nicht schreiben und schon gar nicht erzählen.
Als die Handlung die Rückblende abbrach und zurückkehrte, war der Stil irgendwie verändert. Es fühlte sich für mich plötzlich so an, als würde ich einem richtigen Matscho zuhören, der es nicht vergisst, jeden einzelnen Furz zu erwähnen. Das ist keine Metapher und keine Anspielung. Der Autor erwähnt wirklich jeden einzelnen Furz, den er hört oder von sich gibt, als hätte das eine wirkliche Bedeutung. Dann sind da diese Gedanken, die man aus schlechten Filmen kennt: "Fuck!", "Scheiße!", "Oh, ja", "Hammertime!", etc., die zwischen die Handlungen verstreut sind und sich lächerlich anhören.
Doch ich habe mich davon nicht zu sehr ärgern lassen, denn alles, was ich erwartet habe, war, dass die beiden Kerle es mit den Zombies am Ufer aufnehmen. Irgendetwas musste ja passieren, die Zombies waren ja nicht nur da, um sie anzustarren. Anscheinend doch. Sie werden komplett ignoriert, bis die Navy da ist und die beiden Idioten gerettet werden, damit sie nur noch vor sich labern können. Die ganze Vorarbeit geht flöten, die ganze Spannung ist weg und wir dürfen Zeuge davon werden, wie die beiden Kerle ein Vortrag über Zombies halten.
Für ein Buch, das voller Zombies ist, wird es ziemlich schnell eintönig und langatmig. Sein Stil baut keine Spannung auf, sondern sorgt dafür, dass die Apokalypse banal wird und die Zombies eher eine lästige Plage werden wie Fliegen in der Hitze. Stunden werden in wenige Zeilen gepresst, die Handlung schnell vorangetrieben und meistens fühlt es sich so an, als hätte ich beim Lesen etwas verpasst.
Dann gibt es Sätze, die dazwischen geworfen werden und nichts bewirken. Vor allem bei einem wurde mir richtigschlecht: "Ein Teil meiner Menschlichkeit starb auf dieser Straße." Das ist ein wichtiger Satz und doch wirkt er wie hingewichst zwischen die Details.
Bei der zweiten Rückblende, wo sie endlich den Zombies näherkommen, sorgt der Stil dafür, dass es sich eher wie eine Rundfahrt anfühlt, bei der die Herrschaften sicher in ihren Autos Zombies beobachten. Irgendwo da, als die Figuren feststellten, dass vielleicht einer von ihnen infiziert ist, bin ich eingenickt! Das, was für Spannung sorgen sollte, hat mich eingeschläfert, wodurch ich das Buch schließlich abgebrochen habe. Es ist schlecht, es ist mies und eine allgemeine Beleidigung für Zombiebücher. Vor allem wenn man bedenkt, dass ich dafür Geld ausgegeben habe. Ich wünschte, ich könnte das Geld zurückbekommen und das Buch wieder vergessen.
Unter dem Klappentext steht, dass das Buch besser als The Walking Dead ist. Vielleicht besser als die dritte und vierte Staffel, aber sicherlich nicht besser als die erste Staffel.
- Alexander Bogner
Die Epistemisierung des Politischen. Wie die Macht des Wissens die Demokratie gefährdet
(4)Aktuelle Rezension von: Seralina1989Das Buch erklärt das Spannungsverhältnis zwischen Wissenschaft und Politik, das in der Coronakrise sehr deutlich wurde. Wissenschaft erzeugt Fakten, Politik kümmert sich um Entscheidungen.
Bogner hat recht, wenn er vor einer Wissenschaftshörigkeit der Politik warnt, die als Ausrede dient, sich nicht mehr um echte Wertkonflikte, um Interessensausgleich und Gemeinwohlorientierung kümmern zu müssen und die stattdessen die Verantwortung an wissenschaftliche Expertise, an Evidenz und Statistik delegiert. Politik ist die Kunst des Machbaren angesichts divergierender Interessen, und nicht die Exekutive von Wissenschaft; sie ist der Mehrheit der Bevölkerung verpflichtet, und nicht der Mehrheitsmeinung wissenschaftlicher Disziplinen. Insoweit ist ihm zuzustimmen.
Aber er führt auch Punkte an, mit denen ich nicht unbedingt konform gehe/gehen muss. Ähnlich verhält es sich mit der Wortwahl an der einen oder anderen Stelle, die ich wohl anders gesetzt hätte.
Insgesamt aber durchaus ein interessantes Thema. Die 27 Post-Its auf 125 S. dürften das durchaus belegen.
- Yvonne Widler
Sie sagt, er sagt
(10)Aktuelle Rezension von: camilla1303Das Buch „Sie sagt, er sagt“ von Yvonne Widler ist 2019 mit dem Untertitel „Gespräche über die Liebe“ im Verlag Kremayr & Scheriau erschienen.Die Journalistin Yvonne Widler greift in ihrem Buch die Thematik der Liebe auf: Was bedeutet Liebe und Beziehung? Anhand von persönlichen Gesprächen, sowie ExpertInnen-Interviews zeigt sie auf, wie Liebe im Tinderzeitalter aussieht und ob es die treue, langanhaltende Liebe überhaupt gibt.
Yvonne Widler hat ein interessantes Buch geschaffen, das keinesfalls als Beziehungsratgeber verstanden werden darf und doch viele neue Erkenntnisse über die Liebe hinterlassen hat, die so auch Einzug in meine eigene Beziehung finden werden. Im Buch habe ich viele Pärchen kennengelernt, deren Geschichten mich emotional berührt haben. Man erfährt von Paaren, die bereits ein ganzes Leben miteinander verbracht haben, von jungen Menschen, die ganz frisch ineinander verliebt sind aber auch Singles kommen zu Wort, die die wahre Liebe noch suchen. Gerne hätte ich noch viel mehr dieser Pärchengeschichten gelesen und noch andere Paare kennengelernt. „Sie sagt, er sagt“ ist ein Buch, das berührt.
- Markus Heitz
DOORS - Der Beginn
(25)Aktuelle Rezension von: LinchenliestSchönes kurzes Hörbuch 😌,der Sprecher war sehr angenehm.
Die Charaktere waren für sie kurze gut ausgearbeitet.
Leider hat mich die Spannung nicht halten können, irgendwie kam die Atmosphäre nicht so rüber bei mir.
Dennoch würde ich gerne wissen was auch Hinder den Türen noch so verbirgt, werde band 1 wahrscheinlich daher hören.
- Caitlin Shetterly
Genbombe
(2)Aktuelle Rezension von: Engel1974Mit ihrem Sachbuch „Genbombe“ zeigt die Autorin Caitlin Shetterly auf erschreckende Weise auf, wie sich genmanipulierte Lebensmittel unbemerkt in unser Essen schleichen.
Autoren- / Buchinfo:
Caitlin Shetterly ist Autorin mehrerer Sachbücher und schreibt regelmäßig Artikel für die amerikanische Elle und The New York Times Magazin. Jahrelang litt sie an Übelkeit, extremer Müdigkeit, Hautausschlag und starken Schmerzen. Nach langem Leidensweg bekam sie endlich eine Diagnose, allergisch auf genmaipulierten Mais.
In ihrem Sachbuch „Genbombe“ erzählt sie ihre persönliche Geschichte, deckt viele unbekannte Fakten auf und berichtet vom größten Lebensmittelkampf unserer Zeit. Einem Kampf, der gerade erst begonnen hat.
Meinung:
Sehr gut recherchiert zeigt uns die Autorin die erschreckende Wahrheit, darüber wie weit unser Essen, aber auch die Lebensmittelverpackungen, selbst Windeln, Medikamente, und Zahnpasta, ja auch Bioprodukte von genmanipulierten Substanzen umwandert sind. Stellenweise liest sich ihr Buch daher auch schon wie ein Thriller, nur leider das die Fakten reine Realität sind. Selbst ihre persönliche Geschichte und ihr Kampf sind nicht nur bewegend zu lesen, sondern äußerst interessant.
Nur leider ist all dieses, wie ein Tropfen auf einen heißen Stein und es wird schwer werden gegen große Konzerne, Macht, Geldgier und Gleichgültigkeit vieler Menschen anzukommen. So ist das Lesen des Buches zwar interessant, jedoch ist man am Ende sehr verunsichert und weiß nicht wohin mit seinem nun erworbenen Wissen. Alle Lebensmittel meiden und auf Bio umsteigen, wo selbst diese schon genmanipuliert sind ist schlecht. Schön wäre wenn uns dazu die Autorin am Ende ihrer Ausführungen ein Weg aufgezeigt hätte.
Fazit: sehr persönlich geschrieben, gut recherchierte, bewegende aber auch sehr beunruhigende Lektüre
- Ernst Kaufmann
Blanke Gier
(21)Aktuelle Rezension von: SikalDer Selbstmord eines Kunstexperten soll so rasch wie nur möglich zu den Akten. Zumindest wenn es nach dem Chef von Inspektor Ruprecht geht. Der lässt sich aber so schnell nicht abwimmeln. In seinem ersten Fall beginnt sich schon zu Beginn sein Bauchgefühl einzumischen, denn irgendetwas stimmt an diesem Selbstmord nicht. Schon bald stellt sich heraus: es war wie vermutet Mord.
Nun beginnt die Arbeit des Inspektors und bringt so einiges an Unruhe in die Kunstszene der Festspielstadt. Um selbst zur Ruhe zu kommen, spaziert Ruprecht immer wieder mit seiner Hündin der Salzach entlang und nimmt die Leser bildhaft auf seinen Spaziergängen mit. Als der Ermittler im Zuge seiner Recherchen einer international agierenden Bande von Kunstdieben nahe kommt, beginnt die Geschichte in Fahrt zu kommen. Sein Chef möchte ziemlich wenig Aufsehen erregen in der Stadt. Ruprecht setzt sich jedoch gekonnt immer wieder über die Bedenken seines Vorgesetzen hinweg.
Alleine jedoch könnte der Ermittler es nicht schaffen, den Fall zu lösen und so tragen neben seiner Schwester, welche als Journalistin bestens in der Szene vernetzt ist auch noch weitere Familienmitglieder zur Klärung des Falls bei.
Ernst Kaufmann hat mit Inspektor Ruprecht eine Figur erschaffen, der man die gesetzten Handlungen gerne abnimmt. Durchsetzungsvermögen und das gewisse Gespür wo und wann man nachhaken kann sind Eigenschaften, die man an der Figur gerne sieht und welche auch nicht aufgesetzt erscheinen.
Die Ausflüge durch die Stadt und ins Salzkammergut ziehen die Geschichte leider zum Teil in die Länge und lenken vom eigentlichen Geschehen ab. Vielleicht schafft es ja der Autor in den nächsten Fällen, Inspektor Ruprecht weniger herumreisen zu lassen. Man darf auf alle Fälle auf die nächsten Fälle gespannt sein. 4 Sterne
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