Bücher mit dem Tag "familienchronik"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "familienchronik" gekennzeichnet haben.

134 Bücher

  1. Cover des Buches Kinder der Freiheit (ISBN: 9783404173204)
    Ken Follett

    Kinder der Freiheit

     (449)
    Aktuelle Rezension von: Monika_Brigitte

    Band III der Jahrhundertsaga

    „Wie ironisch, dachte George: Um die Türkei zu beschützen, müssen wir die Kernwaffen von dort abziehen. Außenminister Dean Rusk warnte: >>Die Sowjets können aber woanders aktiv werden, Sir, und zwar in Berlin.<< George nickte. Es war paradox, dass der amerikanische Präsident eine Karibikinsel nicht angreifen konnte, ohne die Auswirkungen zu berücksichtigen, die eine solche Entscheidung siebentausend Meilen entfernt in Mitteleuropa hätte. Die ganze Welt war für die beiden Supermächte zum Schachbrett geworden.“ (S. 362)

    Eine komplexe, vielschichtige Handlung vereint historische Eckpunkte aus 30 Jahren amerikanischer, deutscher, englischer und russischer Geschichte. Thematisch durchschreitet Ken Follett, der Stephen King des Historischen Romans, im dritten Teil seiner Jahrhunderttrilogie den Kalten Krieg von vorne bis hinten – beginnend mit dem Mauerbau 1961 (1. Kritikpunkt: Warum beginnt er nicht bei der Nachkriegszeit mit interessanten Ereignissen wie dem Aufstand vom 17. 06. 1953) über die Kubakrise und JFK, die Rassendiskriminierung in den USA und M. L. King, Ost-West-Flucht, Korruption und Intrigen im Kreml (2. Kritikpunkt: Wo bleibt die Aufarbeitung der Nazivergangenheit mit den Nürnberger Prozessen? Richtig. Nirgendwo. Auch zur Mondlandung hätte ich wenigstens eine Erwähnung erwartet) bis hin zu Glasnost & Perestroika und dem Mauerfall (3. Kritikpunkt: Bei Follett hört es sich so an, als wäre mit dem Einsturz einer betonierten Wand alles getan und alle Menschen springen in Blümchenkleidern zu >I’ve been looking for Freedom< über einen Regenbogen…Dass wir auch heute noch, zu einem Zeitpunkt, an dem die Mauer länger abgerissen ist, als sie stand, mit Ungleichheiten und Vorurteilen zwischen Ost und West zu tun haben, lässt er unbetrachtet).

    Ken Follett hat mit diesem Abschluss seiner Familiensaga des 20. Jahrhunderts wieder einen dramatischen Liebesroman kreiert. Alle Protagonisten finden wieder auf magische Weise zueinander von den USA über England und das geteilte Deutschland zur Sowjetunion. Die Stammbäume der beteiligten Familien im Anhang und in den Klappen haben wirklich geholfen mit den umfänglich vorhandenen Protagonisten umzugehen, dennoch kam ich einige Male raus. „Zu wem gehörst du jetzt? Ich dachte, du hast etwas mit dem anderen Typen am Laufen? Oh, ach ne, doch nicht.“ Nach kurzer Orientierung und vielleicht ein paar Seiten zurückblättern ging das bei mir aber wieder.

    Es muss Follett zugutegehalten werden, dass er einen komplexen historischen Zeitrahmen mit vielen politischen Strängen (mehr als in den ersten beiden Teilen der Trilogie) gut gemeistert hat. Er vereint die wichtigsten politischen Themen aus diesen 30 Jahren geschickt, immer ist ein Protagonist live im oder am Geschehen dran ganz wie bei Forest Gump – Montgomery-Bus-Boykott & Martin Luther King’s >I have a Dream<-Rede; JFK’s >Ik bin ein Berliner< -Rede & das Attentat, Vietnamkrieg, Mauerfall u.v.m.

    Die Leserinnen und Leser bekommen einen groben Überblick über politische Zusammenhänge des Ost-West-Konflikts im historischen Kontext. Die Umsetzung in Romanform erlaubt es dem Rezipienten in lockerer Atmosphäre Geschichte spannend und informativ zu erleben. Ich muss zugeben, dass ich mich mit diesem Zeitabschnitt weniger auskenne als das noch beim ersten und zweiten Teil der Fall war. Einfach, weil im Lehrplan besonderer Fokus auf die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts mit den beiden Weltkriegen gelegt wird, da wird nach hinten heraus die Zeit knapp. Jahrgänge nach 1990 wie ich kennen sich da weniger gut aus bzw. beziehen ihre Informationen von Eltern und Großeltern. Auch gibt es mehr filmische Adaptionen über die NS-Zeit als über den Kalten Krieg. Daher bewerte ich hier besonders die Auswahl der Eckdaten, die Follett getroffen hat, und deren Zusammenspiel positiv. Gerade zur Rassendiskriminierung und der damit verbundenen Polizeigewalt in den USA konnte ich in diesem Roman etwas lernen. Leider ein immer noch hoch brisantes Thema.

    Dennoch kann ich nicht mehr als drei Sterne vergeben. Wie im Vorgängerband macht Ken Follett einen entscheidenden Fehler, über den ich nicht hinwegsehen kann. Er denkt in Schwarz-Weiß-Schemen, am Ende wird alles gut, alle Protagonisten sind glücklich, gesellschaftliche Probleme werden ignoriert. Beispielsweise sind die Stasi-Mitarbeiter so gezeichnet wie die Nazis in Teil zwei – strunz dumm. Nur einer hat es auf die Familie abgesehen und benutzt seinen Gripps komplett nur zum Schikanieren der Protagonisten. Der Roman suggeriert außerdem, dass die gesamte DDR-Bevölkerung in den Westen will, die Grenzsoldaten werden als handelnde und nicht denkende Schachfiguren bewegt. Was ist denn mit den regimetreuen intelligenten Bürgern und Funktionären? Was ist mit den Ängsten bei der Wiedervereinigung? Follett legt den Fokus besonders auf die Swinging Sixties. Das Jahrzehnt erstreckt sich auf fast 900 der 1200 Seiten, dadurch werden die anderen zwei Jahrzehnte sehr gedrängt.

    Ein großer Kritikpunkt in den Vorgängerbänden war die Häufigkeit von romantischen Bettgeschichten. Hier hat sich das etwas gelegt, Follett lässt vieles nur angedeutet. Es gibt zwar ein kleines Durcheinander, wer mit wem und wann, aber der historische Rahmen mit den Ereignissen überwiegt.

    Fazit

    KINDER DER FREIHEIT ist der Abschluss der Familiensage über das 20. Jahrhundert von Ken Follett. 30 Jahre Weltgeschichte drängen sich auf 1200 Seiten, da können nicht alle Details abgebildet werden. Als dramatische Liebesromane im historischen Setting ist die Reihe gut zu lesen. Ich empfehle, die Erwartungen nicht zu hoch zulegen. Die Leserinnen und Leser finden in diesem dritten Band einen soliden, zufriedenstellenden Abschluss.

     

    KINDER DER FREIHEIT| Ken Follett| Bastei Lübbe| 2014| 1208 Seiten| 29,99€ (Hardcover nicht mehr erhältlich; als Taschenbuch für 17,00€

  2. Cover des Buches Bourbon Sins (ISBN: 9783736304017)
    J.R.Ward

    Bourbon Sins

     (218)
    Aktuelle Rezension von: Chrissy87

    Im zweiten Teil, der nahtlos an den ersten anschließt, geht es mit der Familie Bradford weiter. Kann Lane das Familienunternehmen retten, wer steckt hinter den Todesfällen und noch vieles mehr.

    Mir hat der zweite Teil wieder sehr gut gefallen, es gab auch nicht die typische "mittlerer Teil Langeweile", denn ich empfand das Buch sogar noch spannender als den ersten Teil.

    Es hat mich selbst etwas überrascht, das ich so mit diesen Leuten mitfiebern konnte, da eigentlich fast alle sehr unsympathisch sind. Trotzdem hat mir die Geschichte großen Spaß gemacht. Es war ein bisschen wie eine Daily Soap zum lesen.

    Alles in allem war das ein spannender Zwischenband, der einen gut auf den finalen Teil eingestimmt hat.

  3. Cover des Buches Verblendung (ISBN: 9783453438200)
    Stieg Larsson

    Verblendung

     (6.193)
    Aktuelle Rezension von: Der_Buchklub

    Hier geht's zur vollständigen Buchbesprechung: https://buchklub.podbean.com/e/stieg-larsson-verblendung/

    Vorsicht, Spoiler!

  4. Cover des Buches Die Säulen der Erde (ISBN: 9783404171651)
    Ken Follett

    Die Säulen der Erde

     (6.120)
    Aktuelle Rezension von: mailastra

    Eine toller Handlungsstrang, der über mehrere Jahrzehnte reicht. Der Bau von Kathedralen ist sehr detailliert und genau beschrieben. Man lernt noch neben dem Genuss von einer epischen Handlung!
    Ken Follett gelingt es nie ein Tief in einer ewig langen Handlung zu erreichen. Super gut! Kann ich nur jedem ans Herz legen, der nicht reißerische und galoppierende Stories mag, sondern gediegene, weitläufige, epochale Geschichten.

  5. Cover des Buches Die Geschichte der Baltimores (ISBN: 9783492310796)
    Joël Dicker

    Die Geschichte der Baltimores

     (321)
    Aktuelle Rezension von: schnaeppchenjaegerin

    2012 begegnet Marcus Goldmann seiner Exfreundin Alexandra wieder, von der er sich getrennt und seit Jahren keinen Kontakt mehr hatte. Sodann kommen Erinnerungen in ihm hoch, an seine Kindheit und Jugend und seine besondere Verbindung zu den Baltimores. Die Baltimores, das waren der Bruder seines Vaters, Onkel Saul, seine Frau, Tante Anita und die beiden Söhne Hillen und Woody. Marcus bewunderte die ganze Familie für ihren Reichtum und ihr Ansehen im Vergleich zu seiner einfachen Familie, den Montclairs. Seine Cousins waren wie Brüder für Marcus, die er, wann immer es ging, besuchte. Sie wurden zur Goldman-Gang bis es 2004 zur großen Katastrophe kam und die schöne Fassade der Baltimores einstürzte. 

    Acht Jahre später wird Marcus durch Gespräche mit Alexandra, die auch von Woody und Hillel geliebt worden war, sowie zuvor mit Saul, der sich endlich öffnete, bewusst, wie es zu den schrecklichen Ereignissen kommen konnte. 

    Der Roman ist aus der Perspektive von Marcus geschrieben, der rückblickend als allwissender Erzähler auftritt, obwohl er nicht alle Ereignisse selbst erlebt haben kann. 

    Die Geschichte wird nicht chronologisch erzählt. Marcus springt zwischen den Zeiten vor und nach der Katastrophe. Verbindendes Element ist durchgängig seine Beziehung zu den Baltimores, die er anhimmelte und die ihm zeitweise näherstanden, als seine Eltern, für deren Einfachheit er sich oft schämte. 

    Die Kindheit und Jugend wird ausschweifend erzählt und insbesondere das Thema Mobbing nimmt einen großen Umfang ein, wiederholt sich an allen Bildungseinrichtungen der jungen Baltimores. Dabei entsteht ein enges Band zwischen Hillen und Pflegesohn Woody, aber auch zu Marcus, der die Goldman-Gang komplettiert. Immer wieder wird in den Nacherzählungen das Eintreten einer Katstrophe erwähnt, ohne letztlich ins Detail zu gehen. Diese Hinhaltetaktik erzeugt künstlich Spannung, ist jedoch auch ein wenig enervierend. 

    Wirklich interessant wird der episch erzählte Roman erst im letzten Drittel, als sich die Dramatik zuspitzt und allmählich ans Licht kommt, dass die Baltimores nicht so perfekt und integer sind, wie Marcus immer dachte. Auch in dieser Familie gab es Neid und Eifersucht und ein ungesundes Streben nach Anerkennung. Marcus wird dies erst mit Abstand beim Verfassen seines Romans bewusst. Er ist nicht enttäuscht, aber ernüchtert und erkennt, dass seine einfache, wenig außergewöhnliche Familie, die Montclairs, am Ende die besseren Goldmans waren, als die Baltimores und ihr schöner Schein. 

    "Die Geschichte der Baltimores" ist eine dramatische Familiengeschichte, bei der man zunächst einen langen Atem haben muss. Sie handelt von Freundschaft, und Loyalität, Liebe und Eifersucht, Neid und Erfolgsdruck. Spannung kommt erst spät auf, erzeugt aber dann eine Sogwirkung. Die Auflösung und das Zusammenführen der einzelnen Handlungsstränge und Erzählebenen ist schlüssig und lässt keine Fragen offen. 

  6. Cover des Buches Der Geschmack von Apfelkernen (ISBN: 9783462041491)
    Katharina Hagena

    Der Geschmack von Apfelkernen

     (880)
    Aktuelle Rezension von: Villa_malLit

    Iris erbt das Haus ihrer Großmutter, dabei begegnet sie nicht nur ihrer Kindheit, sondern auch den Geheimnissen und der Vergangenheit ihrer Familie. 

    Man wandelt durch Iris Sommer mit süßem Apfelgeruch in der Nase, würzigem Liebstöckel-Geschmack im Mund und einem alten goldenen Kleid auf der Haut. Die Beschreibungen im Buch lassen den Leser die Geschichte mit allen Sinnen genießen. Manche Passagen geben einen Einblick in Iris Gedankenwelt, welche prickelnde, lebensphilosophische oder fast schon essayistische Züge hat. 

    Eine zum einen schwer tragische Geschichte, aber zum anderen leicht erzählte Sommerstory. Ich kannte vorher die Verfilmung, die mir schon sehr gefallen hat. Nach dem Buch kann ich sagen, dass der Film wirklich sehr nah an das Buch ran kommt. 

  7. Cover des Buches Die Bagage (ISBN: 9783446265622)
    Monika Helfer

    Die Bagage

     (164)
    Aktuelle Rezension von: Elenchen_h

    "Lieber Hunger als kalt. Das war die Devise von der Bagage und ist die Devise bis heute herauf zu mir." - Monika Helfer, "Die Bagage"


    Österreich, zur Zeit des ersten Weltkriegs: Maria und Josef Brugger wohnen mit ihren Kindern am Rand eines Bergdorfs. Von allen werden sie nur die "Bagage" genannt, sie sind arm und leben abseits der Gesellschaft. Über Maria lästert man gern, denn sie ist mit Abstand die schönste Frau im Dorf - den Josef beneidet man um sie, außerdem heißt es, er betreibe krumme Geschäfte. Als Josef eingezogen wird, bleibt Maria mit den Kindern zurück. Zuvor wird noch eine Absprache zwischen Josef und dem Bürgermeister getroffen: Er solle sich um Maria kümmern und ein Auge auf sie haben. Doch bringt diese Abhängigkeit Kummer über die Familie - und ein gutaussehender Deutscher lässt Gerüchte über das Kind in Marias Bauch - Monika Helfers Mutter - aufkommen...


    In "Die Bagage" teilt Monika Helfer einen Teil ihrer Verganhenheit mit den Lesenden. Unter anderem aus Gesprächen mit ihrer Tante Kate rekonstruiert sie, was vor über 100 Jahren war - und bringt eigene Geschichten und die Erzählungen ihrer anderen Tanten und Onkel in Zusammenhang. Entstanden ist eine wirklich schöne und interessant zu lesende Mischung aus Fantasie und Wirklichkeit.


    Die Autorin springt in ihrem Buch immer wieder zwischen den verschiedenen Zeiten hin und her, mal spielt die Geschichte in der Vergangenheit, dann wieder kurz vor der Gegenwart. Diese Sprünge waren mir an einigen Stellen zu viel, ich habe so den Geschichtsfaden immer wieder von neuem aufnehmen müssen. In Kombination mit der außergewöhnlichen Erzählstimme der Autorin haben die Hüpfer in der Zeit aber dann doch eine sehr individuelle Darstellungsweise einer Familienchronik ergeben.


    Insgesamt hätte ich mir hier und da mehr Informationen und mehr Tiefe gewünscht. Trotzdem habe ich das Lesen von "Die Bagage" sehr genossen. Der autofiktionale Roman porträtiert eine faszinierende Familie und erinnert vor allem an Monika Helfers Großmutter, die bereits mit 32 Jahren verstorben ist. Empfehlen kann ich den Roman besonders allen, die gerne Familiengeschichten lesen, die auf wahren Begebenheiten beruhen - außerdem Liebhaber*innen von Romanen, die im ländlichen Raum spielen.

  8. Cover des Buches Novemberschokolade (ISBN: 9783453359062)
    Ulrike Sosnitza

    Novemberschokolade

     (101)
    Aktuelle Rezension von: blumiges_buecherparadies

    Die Geschichte fängt gut an und man sympathisiert sofort mit der Protagonistin Lea Winter, denn sie versucht trotz der Schwierigkeiten die Ruhe zu bewahren, damit sie auch ihre Freundin und Mitarbeiterin nicht unnötig beunruhigt. Die Beschreibung der Gerüche war schön, denn man lernt, dass einige Menschen unheimlich gut riechen und Bestandteile erkennen können. Die Liebe zu Alessandro ist sanft und vielversprechend.
    Mit ihrer Mutter Anne konnte ich mich nur schwer anfreunden, denn die Frau war für mich absolut unsympathisch und ihre Handlungsstränge waren für mich verwirrend. Sie war unglaublich launisch und sprunghaft. Auch dass sie wissentlich ein Pralinenrezept ihres verstorbenes Mannes weitergibt ist für mich tabu und nicht nachvollziehbar.

    Dennoch ist es ein schönes Buch über Schokolade, das sich leicht lesen lässt und ein Wohlfühlbuch.

  9. Cover des Buches Das achte Leben (Für Brilka) (ISBN: 9783548289274)
    Nino Haratischwili

    Das achte Leben (Für Brilka)

     (202)
    Aktuelle Rezension von: Bibliomania

    Zu „Juja“ bin ich ein wenig zwiegespalten. Ich finde Nino Haratischwili großartig. Ich habe bereits die Bücher „Das achte Leben (für Brilka)“ und „Die Katze und der General“ gelesen. Ersteres war absolut großartig und auch das zweite ein wirklich toller, wenn auch ein wenig düsterer Roman. Ich habe die Autorin auch schon live gesehen, eine sehr interessante und faszinierende Person.

    „Juja“ war Haratischwilis Debüt und ich bin mir nicht sicher, ob ich weitere Bücher hätte lesen wollen, wenn ich mit diesem Buch begonnen hätte.

    In „Juja“ geht es um ein Buch aus den 50er Jahren, nach dessen Lektüre sich mehrere Menschen das Leben genommen haben. Die Autorin soll ein 17-Jährige gewesen sein, die am Ende des Buches ebenfalls Selbstmord begangen hat. Das ganze Buch ist äußerst beklemmend und immer wieder recht wirr. Es gibt mehrere Figuren und Zeitebenen, zwischen denen die Autorin wechselt. Und auch wenn am Kapitelanfang das Jahr und die Figur stehen, hat es immer etwas gedauert, ehe ich wieder in diesem Teil der Geschichte angekommen bin.

    Jahre nach Veröffentlichung des Buches gibt es Menschen, die diese Geschichte genauer unter die Lupe nehmen wollen. Wer war die Autorin? Warum haben sich so viele umgebracht? Was hat es mit dieser Geschichte auf sich?

    Die Figuren für sich waren schon interessant, aber durch die Einstreuungen des „Buches“ war das Ganze etwas unheimlich. Dennoch reicht es nicht aus, mich von weiteren Büchern der Autorin abzuhalten. Ich bleibe dieser Frau (lese-)treu.

  10. Cover des Buches Das Geisterhaus (ISBN: 9783518463857)
    Isabel Allende

    Das Geisterhaus

     (794)
    Aktuelle Rezension von: Mikki44

    Das Buch erzählt vom Patriarchen Esteban Trueba und seiner hellsichtigen Frau Clara, alle den zusammenhängenden Erlebnissen und Schicksalen, politischen Umbrüchen über viele Generationen hinweg.

    Ich habe mir viel von dem Klassiker von Isabel Allende erhofft und wurde doch etwas enttäuscht. Allendes Schreibstil ist dicht verwoben und passt irgendwie auch perfekt zur Geschichte. Sie nimmt sich Zeit für Details, ohne dabei zu überladen zu wirken. Und dennoch bin ich nicht warm geworden mit dem Buch. Ich bin eigentlich nicht so schnell aus der Ruhe zu bringen bei beschriebenen Gewalttaten in Büchern, aber hier war ich es irgendwann Leid. Vielleicht gebe ich dem Film nochmal eine Chance.

  11. Cover des Buches Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam (ISBN: 9783462046038)
    Vea Kaiser

    Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam

     (147)
    Aktuelle Rezension von: Maseli

    Johannes Gerlitzen wohnt mit seiner schwangeren Frau Elisabeth in St. Peter am Anger. Der Ort, ein knapp 500 Einwohner zählendes Alpendorf und unterhalb der Sporzer Alpen, mit den 4000 m hohen Gipfeln, gelegen, weißt eine lange Geschichte als rebellische uneinnehmbare Hochburg auf. Weder Kaiser noch Papst konnten dem Dorf Herr werden, eine Tatsache, auf die die St. Petrianer besonders stolz sind. Und so ist es auch, dass kein St. Petrianer sein Dorf verlässt und kaum ein Nicht-St. Petrianer ins Dorf einheiratet. Das ändert sich als Elisabeth eine Tochter zur Welt bringt, in der Johannes seinen Erzfeind und Nachbar Götsch zu erkennen glaubt. Johannes packt seine Sachen und zieht aus dem gemeinsamen Haus aus und ins Kirchenhaus ein. Dort unterzieht er sich einer Entwurmungskur, mit welcher er sich seines 14,8 m langen Bandwurms entledigt und damit seine Berufung für die Naturwissenschaft begründet. Er verlässt sein Dorf, seine Frau und das Mädchen, das sie ihm geboren hat.

    Nach vielen Jahren, Ilse ist nun fast 11 Jahre alt, erkrankt Elisabeth unheilbar an Parkinson. Johannes kehrt ins Dorf zurück, versöhnt sich mit seiner Frau und den St. Petrianern und wird Dorfarzt. Einzig allein das Zusammenleben mit seiner Tochter bleibt extrem schwierig. Auch der Tod der Mutter kann beide nicht zueinander finden lassen. Nachdem Ilse, gegen den Willen des Vaters, Alois heiratet und nach vielen Ehejahren einen Sohn zur Welt bringt, dem sie den Namen ihres Vaters geben und mit A. den Namen des Vaters dazufügen, kommt das Verhältnis der beiden einigermaßen in Ordnung. 

    Johannes A. und der Doktor Opa sind ein Herz und eine Seele. Es ist der Doktor Opa, der den kleinen Johannes A. in die Naturwissenschaft einführt, mit ihm griechische Mythologie liest und den Jungen in seiner Eigenart und ablehnenden Haltung gegenüber den Bergbarbaren, wie Doktor Opa die Dorfbewohner betitelt, fördert. Als er stirbt, ist Johannes A. im Grundschulalter und eine Welt bricht für den Jungen zusammen. 

    Es braucht den Zufall, dass Johannes A. Irrwein, der sich seit dem Tod seines Doktor Opa von der Familie und dem Dorf vollkommen zurückgezogen hat, ein Stipendium bekommt und somit auf das Gymnasium des Benediktinerklosters in Lenk gehen kann. Hier, unter dem Schutz von Pater Tobias erlebt Johannes seine erste glückliche Zeit. Johannes A. wird Mitglied des Digamma-Klubs, dessen Hauptziel der Erhalt der klassisch-europäischen Bildung ist. Die Liebe zu Klassik und die Überzeugung, dass seine Erfüllung in der Fortführung Herodots Geschichtsschreibung liegt, wird für Johannes und die St. Petrianer zu einer großen Herausforderung.

    Meine persönlichen Leseeindrücke

    Der Debütroman von Vea Kaiser ist ein heiteres Werk über ein skurriles Bergdorf und seinen Bewohnern. Darin plaudert sie mit Nonchalance über die St. Petrianer, die in den Dorfchroniken als Bergbarbaren geführt sind, und hat über jeden etwas zu berichten. Auch die Gepflogenheiten, Eigenheiten und Sonderheiten beschreibt sie recht ausführlich. All das macht das Buch stellenweise etwas langatmig. Die vielen direkten Reden im strengen Dialekt sind für mich als Südtirolerin sehr beschwingt zu lesen, ob ein jeder damit zurechtkommt, wage ich zu bezweifeln. Das letzte Drittel des Romans, beginnend mit Johannes‘ verpatzter Maturaprüfung, ist mit Sicherheit am besten gelungen. 

    Fazit

    Nachdem ich ihren letzten Roman „Rückwärtswalzer“ gelesen hatte, wolle ich auch ihre anderen Romane kennenlernen. Mit „Blasmusikpop“ ist ihr ein heiterer Debütroman über das entlegene Dorf St. Peter am Anger und seiner sich der Moderne widerstrebenden Dorfgemeinschaft gelungen. Leider ist das Buch etwas anstrengend und obwohl ab dem letzten Drittel sehr amüsant und lustig geschrieben, ist der Weg dahin doch mühsam.

    4,5 Sterne

  12. Cover des Buches Belmonte (ISBN: 9783492062015)
    Antonia Riepp

    Belmonte

     (86)
    Aktuelle Rezension von: Federfee

    Als Franka stirbt, hinterlässt sie ihrer Enkelin Simona ein Haus im kleinen italienischen Dorf Belmonte, in den Marken (Nähe Ancona), also ein klassischer Beginn von Unterhaltungsromanen, auch, dass sie dort Entdeckungen macht, die Licht in ihre Familiengeschichte bringen und ihr letztlich helfen, herauszufinden, was sie wirklich will.

    Es ist die Geschichte von vier Generationen Frauen: Teresa, Frankas Mutter, um die es dunkle Geheimnisse gibt und deren Leben tragisch endet – die blauäugige Franka, die Großmutter von Simona, die ihr geliebtes Dorf Belmonte verlässt, um in Deutschland ihr Glück zu machen. Sie findet einen Beruf, einen guten Mann und bekommt eine Tochter: Marina, die missratene, die selbst ein uneheliches Kind bekommt und bis kurz vor Schluss den Namen des Vaters nicht preisgibt und die kein gutes Verhältnis zu ihrer Tochter Simona hat, einer Gartenbauarchitektin.

    Simona, die durch ihre Großmutter Franka fließend Italienisch spricht, verliebt sich gleich in das Dorf und die Landschaft, in das überraschend geschmackvoll eingerichtete Haus und in das italienische Leben überhaupt. Dessen Schilderung macht es für den Leser zu einem angenehm zu konsumierenden Urlaubsroman. Natürlich ist auch Liebe dabei, das Hin- und Hergerissensein zwischen zwei Männern und die Geheimnisse der Vorfahren, die alle aufgedeckt werden, mit einer kleinen Überraschung am Ende.

    Auch, wenn es sich ein bisschen seicht anhört und es kein Roman mit literarischen Ansprüchen ist, so möchte ich ihn doch in die Kategorie 'gehobene Unterhaltungsliteratur' einordnen und kann ihn durchaus empfehlen, eine angenehme, leichte und lockere Lektüre zum Abschalten und Genießen. Mir hat sie Spaß gemacht.


  13. Cover des Buches Middlesex (ISBN: 9783499238109)
    Jeffrey Eugenides

    Middlesex

     (497)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Die Erzählung umfasst die Familiengeschichte mehrerer Generationen: Griechische Emigranten, die ihre Heimat verlassen und sich in den USA um die 50er-Jahre des letzten Jahrhunderts eine neue Zukunft aufbauen. Im Zentrum steht die Ich-Erzählerin Calliope, die als pubertierendes Mädchen erkennt, dass sie beiderlei Geschlecht in sich trägt und fortan als Junge weiterleben möchte. Die vielen medizinischen Einblicke machen das Lesen zwar nicht immer flüssig, da zur Verständlichkeit viele fachlichen Ausdrücke nachgeschlagen werden müssen, jedoch wird die Thematik umso lehrreicher vermittelt. Für Kenner der griechischen Mythologie gibt es zahlreiche Hinweise zu historischen Elementen.


    Das Buch ist eine wuchtige und bereichernde Lese-Erfahrung. In über 700 Seiten enthält es viele wunderbare Geschichten, historische Anhaltspunkte und spannenden Familienzusammenhänge. Eigentlich ein Roman wie ich ihn mir wünsche: lehrreich, dramatisch, anregend und sprachlich einnehmend geschrieben, ohne Plattitüden und unnötigem Geschwätz. Ich habe diese Erzählung sehr gerne gelesen und freue mich auf weitere Bücher des Autors.

  14. Cover des Buches Die andere Hälfte der Hoffnung (ISBN: 9783426304839)
    Mechtild Borrmann

    Die andere Hälfte der Hoffnung

     (73)
    Aktuelle Rezension von: EngelAnni

    In "Die andere Hälfte der Hoffnung" werden eigentlich drei Geschichten parallel erzählt. Die eines Mädchens, welches aus den Fängen eines Menschenhändlers entkommt und bei einem Bauern Unterschlupf findet, die eines Polizisten, der zwei Mädchen sucht und sich auf die Spur der Menschenhändler begibt und die einer Mutter eines der verschwundenen Mädchen, die ihre Lebensgechichte in der Ukraine erzählt.

    Zwei der drei Geschichten gefallen mir richtig gut. Dem Polizisten konnte ich sehr gut folgen und ich fand es spannend, wie der Menschenhändlerring gejagt wurde und auch der Polizist kommt mir sehr sympatisch rüber.

    Auch die Geschichte der Mutter berührt mich, sie schreibt ihre Lebensgeschichte auf. Sie hat 1986 In der Nähe von Tschernobyl gelebt. Diese Geschichte hat mich sehr bewegt.

    Leider gefällt mir die Geschichte von dem Mädchen, was fliehen kann nicht so gut.  Deswegen vergebe ich "nur" vier Sterne.

  15. Cover des Buches In Zeiten des abnehmenden Lichts (ISBN: 9783498057862)
    Eugen Ruge

    In Zeiten des abnehmenden Lichts

     (235)
    Aktuelle Rezension von: Buecherspiegel

    Eugen Ruge liebt alle seine Figuren, das merkt man beim Lesen. Bis auf zwei. In seinem Roman, der den Deutschen Buchpreis im Jahr 2011 gewonnen hat „In Zeiten des abnehmenden Lichts“, kommt daher fast jede Person zum Zuge. 

    Wie üblich, erzählt auch hier der Autor zum Teil in Rückblenden die Geschichte der Familie Umnitzer/Powileit. Charlotte, die starke Frau in der Familie, die immer und überall ihren Kopf durchsetzen will und mit Entscheidungen, die ihr Leben bestimmen sollte, hadert. Ihr das Lager in der Sowjetunion überleben Sohn Karl liebt sie zwar über alles, nicht aber dessen russische Frau Irina, die er nach der jahrelangen Gefangenschaft mitgebracht hat.

    Irina verzweifelt auf der Suche nach Anerkennung bei ihren Schwiegereltern zunächst schleichend, dann immer schneller. Ihren Alkoholismus kann sie lange geheim halten, aber die Missachtungen, die ihr von allen Seiten entgegenschlagen, sind für sie kaum noch zu ertragen. Vor allem, da ihr geliebter Sohn Alexander sich ebenfalls von ihr abwendet. Mit jedem Schluck mehr in seiner Gegenwart schwindet seine Liebe und verstärkt dadurch ihre Sucht.

    Das kleinbürgerliche Leben von Karl und seiner Familie, das durchaus zunächst besser erscheinende seiner Eltern, hat seinen Preis. Wie es in der ehemaligen DDR zuging, davon konnte sich in den letzten Jahrzehnten die Leserschaft ein Bild machen. Wirklich frei, wie sich Charlotte und ihr Mann vorstellten, konnten sie ihr Leben nicht führen. Viele Jahre harrten sie in Mexiko im Exil aus, bis sie endlich wieder in der Heimat einen Platz gefunden hatten. 

    Die nächste im Bunde ist Irinas Mutter Nadjeshda. Auch sie ist geprägt von ihrer Vergangenheit und dem unablässigen Wunsch, ein Kind zu haben. In zutiefst ärmlichen Verhältnissen groß geworden, lehnt sie es entschieden ab, bevorzugt zu werden. Ihren Urenkel Markus würde sie so gerne öfter sehen, doch die Beziehung zwischen seinen Eltern ist zerbrochen. Ein letztes Treffen kommt zustande bei der legendären Geburtstagsfeier des Patriarchen. Markus ist begeistert von den Andenken seiner Urgroßeltern aus Mexiko und nimmt sehr gerne ein Geschenk als vorgezogenes Erbe entgegen.

    Oh, wie Charlotte im Grunde die ewig gleichen Lobpreisungen und Orden verachtet, genauso wie Wilhelm seine Gäste. „Das Gemüse“ soll auf den Friedhof oder in den Müll, von den Orden hat er genug. Seine halb erfundene Lebensgeschichte wird immer und immer wieder nacherzählt, sehr zum Verdruss von Charlotte, die sich von Partei und DDR mehr versprochen hat. Es sollte schließlich nicht umsonst geschehen sein, dass sie den Vater ihrer Kinder verlassen hat.

    Man kann sich in jedes einzelne Leben hineinversetzen, die Gründe für jegliche Wandlungen nachvollziehen. Die Abhängigkeiten und kleinen Siege, die jede Figur durchleben sind teils bitter erkauft. Ich war sofort tief in dieser Welt versunken. Dass er mich so spät erreicht hat zeigt mir klar, es gibt noch unendlich viel zu entdecken, und das ist gut so. Ach ja, der Film wartet auch noch auf mich.

    Mehr darüber findet sich zum Beispiel unter: https://de.wikipedia.org/wiki/In_Zeiten_des_abnehmenden_Lichts

  16. Cover des Buches Das Rosenholzzimmer (ISBN: 9783442484423)
    Anna Romer

    Das Rosenholzzimmer

     (206)
    Aktuelle Rezension von: Petra_Dre

    Der Inhalt handelt von einer sehr spannenden Familiengeschichte in der auch eine Liebesgeschichte mit vorkommt. Man fiebert schon auf die nächsten Seiten. Es liest sich flüssig und man verliert auch nicht den Faden beim Lesen. Ein Muss für Leser die Spannung und prickelnde Gefühle beim Lesen lieben.

  17. Cover des Buches Die Hummerschwestern (ISBN: 9783442744039)
    Beverly Jensen

    Die Hummerschwestern

     (93)
    Aktuelle Rezension von: MiriBeH

    Immer wieder finde ich in Hannovers Bücherschränken solche Schätze. Ich habe die Hummerschwestern von ihren frühen Kindertagen bis ins Alter begleitet. Ganz besonders gut finde ich, wie Dinge, die während der Kindheit und Jugendzeit gar nicht erwähnt werden, später erwähnt werden und logische Verknüpfungen schließen. Auch die Nebenfiguren wie Eddi, Maddy und viele andere sind so gut ausgefeilt, dass ein interessantes Gemisch an verschiedenen Charakteren entsteht.

  18. Cover des Buches Ein letzter Tanz (ISBN: 9783492307673)
    Judith Lennox

    Ein letzter Tanz

     (92)
    Aktuelle Rezension von: anne_fox

    Esme ist seit ihrer Jugend in Devlin verliebt, doch der hat nur Augen für ihre Schwester Camilla. Doch die ist ein flatterhaftes Wesen und damit stürzt sie alle die sie lieben ins Verderben. Devlin erkennt das auch sehr spät. Mittlerweile ist er mit Esme  verheiratet, meint aber Camilla noch immer zu lieben. Eines Tages gehen ihm die Augen auf wie sehr es eigentlich Esme ist die er  liebt. Doch da ist es zu spät. Emse trennt sich von ihm. Doch haben die Beiden niemals aufgehört sich zu lieben. Leider ist die Handlung und der Schreibstil der Autorin nicht überzeugend und oberflächlich, das man schnell die Lust an der Geschichte verliert.

  19. Cover des Buches Hundert Jahre Einsamkeit (ISBN: 9783462050219)
    Gabriel García Márquez

    Hundert Jahre Einsamkeit

     (534)
    Aktuelle Rezension von: felicittas

    ich habe zwei anläufe für dieses buch gebraucht und ehrlich gesagt auch beim zweiten fast aufgegeben. gerade die ersten 150 seiten und die geschehnisse des krieges sind genauso wie die charaktere mit den sich stark ähnelnden namen sehr verworren. an dem punkt, an dem ich aufgegeben habe, mir die verwandschaftsverhältnisse und die handlung genau erklären zu wollen, habe ich angefangen durch die seiten zu fliegen. das ende hinterlässt einen mit einer eigentümlichen stimmung, die das lesen wert macht - auch wenn der roman kein einfacher bleibt.

  20. Cover des Buches Dünengeister (ISBN: 9783404177806)
    Nina Ohlandt

    Dünengeister

     (37)
    Aktuelle Rezension von: CarinaElena

    Bisher habe ich alle Vorgängerromane aus der Reihe mit John Benthien gelesen und war immer zufrieden. "Dünengeister" hat mich leider enttäuscht.
    Es will keine rechte Spannung aufkommen und die Geschichte dümpelt sehr langatmig vor sich dahin. Die vielen auftauchenden Charaktere führen dazu, dass sich alles nur sehr oberflächlich liest. Auch die Beziehung zwischen John Benthien und Lilly ist eher emotionslos und könnte auf jeden Fall etwas Pepp vertragen.
    Ich hoffe, dass "Schweigende See" wieder spannender wird.

  21. Cover des Buches Das Labyrinth der Lichter (ISBN: 9783596522156)
    Carlos Ruiz Zafón

    Das Labyrinth der Lichter

     (248)
    Aktuelle Rezension von: Hortensia13

    Der geheime Auftrag der Politischen Polizei führt die junge, vom Krieg gezeichnete Alicia Gris zurück in ihre Heimatstadt Barcelona. Sie soll das mysteriöse Verschwinden des Innenministers Mauricio Valls aufklären, eine umstrittene Persönlichkeit mit düsterer Vergangenheit. Alicia findet in Valls Besitz ein seltenes Buch aus der Reihe «Das Labyrinth der Lichter». Wieso hielt er es versteckt? Hat es mit seinem Verschwinden zu tun? Alicia macht sich auf die Suche. Der Weg führt sich in ein Labyrinth von Intrigen und tödlichen Machenschaften.

    Der vierte und letzte Band der Reihe «Friedhof der Vergessenen Bücher» ist ein spannender Krimi, der schlussendlich alle offenen Fragen, auch aus den drei vorgängigen Büchern, beantwortet. Carlos Ruíz Zafon versteht es einen runden Abschluss zu machen. Sein Schreibstil ist nach wie vor philosophisch, sarkastisch und voller Humor. Mit 944 Seiten ist dieses Buch aber eine ziemliche Herausforderung.

    Mein Fazit: Ein ausgiebiges Ende der Reihe, dass alle Erzählstränge der einzelnen Bücher zusammenführt. Wer in die Vergangenheit Barcelonas eintauchen will, kann sich in diesem Labyrinth verlieren. 4 Sterne.

  22. Cover des Buches Geister (ISBN: 9783492311984)
    Nathan Hill

    Geister

     (123)
    Aktuelle Rezension von: katzenminze
    Es ist eine Krux mit besonders dicken Büchern: Eben weil sie so dick sind bleiben sie oft lange ungelesen. Wenn man dann aber mal zu einem greift, ist es meistens ein besonders gutes Buch. So war es auch bei Geister.

    Als Samuel elf Jahre alt ist, verlässt ihn seine Mutter. Erst Jahre später – er ist mittlerweile Dozent für Literatur – hört er ganz unerwartet wieder von ihr. Sie soll einen populäern konservativen Politiker angegriffen haben und ist an einen außergewöhnlich harten Richter geraten. Warum dieser Angriff? Was steckt hinter den Gerüchten von Prostitution und Radikalität? Und warum ist sie damals überhaupt so plötzlich aus seinem Leben verschwunden? Gezwungenermaßen begibt sich Samuel auf eine Reise in seine und ihre Vergangenheit und kommt langsam den Ereignissen auf die Spur, die ihrer beider Leben so stark geprägt haben.

    Besonders gefallen haben mir die Passagen aus Samuels Kindheit mit Bishop und Bethany. Aber auch Pwnage und die Onlinespielewelt von Elfscape oder Laura Pottsdam waren jedes Mal ein kleines Highlight. Hier hat Nathan Hill auf subtile Art großen Humor bewiesen: Lauras Rechtfertigungen vor sich selbst oder ihre Diskussion mit Samuel waren Gold wert. Ebenso Pwnages Besuch im Biosupermarkt und seine zum scheitern verurteilten Lebenspläne. Ich musste des öfteren Schmunzeln, mochte aber auch Hills Art die beide nicht lächerlich zu machen, sondern durch ihre Schwächen eben besonders menschlich.

    Was diesen Roman so mitreißend und abwechslungsreich macht, sind die vielen Erzählebenen: Wir lesen über Samuels aktuelles Leben mit all seinen Problemen und Unsicherheiten aber auch über seine Kindheit seine jüngere Vergangenheit. Wir lernen Pwnage kennen und Profigeigerin Bethany. Wir folgen Samuels Mutter Faye in ihre Kindheit und ihre Teenagerjahre in den 60ern, erleben den krassen Kontrast von propagierter Freier Liebe und der Realität mit verschämten Annäherungsversuchen und einer seltsamen Verklärung des weiblichen Körpers, der unter allen Umständen rein und sauber gehalten werden muss. Wir hören norwegische Mythen von Hausgeistern und bekommen Einblick in die sehr eigene Gedankenwelt einer Collegestudentin. Und wir bekommen einen sehr lebendigen Einblick in die '68er Protestbewegung in Chicago bis zu ihrem gewaltsamen Höhepunkt am Parteitag der Demokraten.

    Nathan Hill spielt bei alldem wunderbar mit dem Thema Entscheidungen: War die Entscheidung richtig, die man in einem bestimmten Moment getroffen habe? Und was, wenn ich merke, dass sie falsch war? Auch, wie die Entscheidungen der Eltern oder Großeltern das eigene Leben, ja das große Ganze beeinflussen. Wie weit muss man zurückgehen um etwas in Ordnung zu bringen?

    Diese Gedankenspiele passieren ganz nebenbei. Ich war erstaunt wie leichtgängig dieser Roman war, der ja eigentlich einen verlassenen Sohn und seine Mutter zu seinem Hauptthema macht. Aber Hill mischt so viele Themen, so viele Leben, dass einem nie langweilig wird. Mal nachdenklich, mal ironisch, mal traurig, mal lustig führt er durch diese bunte Geschichte über Familie, Verlust, Erwachsenwerden und Vergangenheit. Ein wunderbarer Roman, dessen Figuren ich sehr lieb gewonnen habe und der alle Leser mit einer Vorliebe für weitschweifige amerikanische Familienromane ebenso begeistern dürfte wie mich.
  23. Cover des Buches Buddenbrooks (ISBN: 9783596521487)
    Thomas Mann

    Buddenbrooks

     (2.362)
    Aktuelle Rezension von: AnnikaKemmeter

    Ein großes Stück Weltliteratur. Die Erzählweise ist erstklassig. Die Charaktere nur im Außenblick stereotyp, entfalten ihre Facetten, sobald sich der Autor ihnen zuwendet. Leider hat es auch seine Längen, vielleicht besonders für den heutigen Leser. Aber die Botschaft kommt auf leisen Sohlen und unaufdringlich erst ganz am Ende. Warum geht diese Familie unter? Für mich führt der falschverstandene Stolz und der selbsterzeugte Druck zu den entscheidenden Fehlentscheidungen.

  24. Cover des Buches Kates Geheimnis (ISBN: 9783426618035)
    Brenda Joyce

    Kates Geheimnis

     (146)
    Aktuelle Rezension von: Leesha_Arielle

    Immer weiter, am Liebsten ohne Pausen hätte ich dieses Buch gelesen. Immer wieder kamen neue Interessante Dinge zum Vorschein. Auf jeden Fall Lesenswert!! 

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks