Bücher mit dem Tag "familienroman"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "familienroman" gekennzeichnet haben.

176 Bücher

  1. Cover des Buches Buddenbrooks (ISBN: 9783596712731)
    Thomas Mann

    Buddenbrooks

    (2.425)
    Aktuelle Rezension von: HarryPlotter

    Die Buddenbrooks ist kein optimistischer Roman. Im Mittelpunkt stehen Johann Buddenbrook und später seine Kinder Thomas und Tony; am Ende bleibt nur noch Hanno. Man erlebt, wie die Familie nicht nur an gesellschaftlichem Ansehen verliert, sondern allmählich zerfällt.

    Schon zu Beginn wird deutlich, dass alles auf einen Niedergang hinausläuft. Während sich gesellschaftliche Verhältnisse und Machtstrukturen verändern, versuchen Thomas und Tony, den Namen und die Würde der Familie zu bewahren – doch die neuen Zeiten sind unerbittlich. Viele Nebenfiguren verstärken dieses Bild einer Welt, die zunehmend überholt wirkt.

    Mir hat das Buch sehr gut gefallen, auch wenn einige Passagen – besonders um Hanno – etwas schwerfällig waren. 

  2. Cover des Buches Was man von hier aus sehen kann (ISBN: 9783755800736)
    Mariana Leky

    Was man von hier aus sehen kann

    (976)
    Aktuelle Rezension von: Kaaathi

    Das Buch erzählt die Geschichte von Luise, die in einem kleinen Dorf aufwächst, in dem alles ein bisschen eigen ist. Wenn Selma, Luises Großmutter, von einem Okapi träumt, ist es ein Zeichen dafür, dass bald jemand im Dorf sterben wird. Während alle versuchen, mit dieser Gewissheit umzugehen, geht es um Freundschaft, Liebe, Verlust und die Frage, wie man lebt, wenn man weiß, dass nichts sicher ist.

    Mariana Leky erzählt eine leise, warme Geschichte über ein Dorf, seine schrulligen Bewohner:innen und das Leben – mit all seinen Verlusten, Zufällen und kleinen Wundern. Es geht auch viel um das Thema Tod. Klingt düster, ist es aber überraschend gar nicht. Im Gegenteil: Dieses Buch ist voller Humor, Zärtlichkeit und ganz viel Herz.

    Ich habe gelacht, ich habe geschluckt, ich habe Stellen mehrfach gelesen, weil sie so schön formuliert waren. Alles ist irgendwie unspektakulär – und genau darin liegt die Magie. Kein großes Drama, kein Lärm – eher ein sanftes Erzählen, das einen langsam packt und lange nachwirkt. Genau diese Unaufgeregtheit macht den Schreibstil von Mariana Leky so besonders 🥰

    Perfekt für alle, die Bücher zum Innehalten, Wohlfühlen und Nachdenken mögen. Für Fans von Ewald Arenz oder Benedict Wells 🥰

  3. Cover des Buches Das achte Leben (Für Brilka) (ISBN: 9783548289274)
    Nino Haratischwili

    Das achte Leben (Für Brilka)

    (272)
    Aktuelle Rezension von: Hubertus_Feldmann

    Puh, geschafft! Ein solcher Ausruf der Erleichterung könnte durchaus am Ende einer (knapp) „1300 Seiten-Lektüre“ stehen. Tut es aber nicht. Ein Ausruf allerdings ist unbedingt notwendig für dieses kaum beschreibbare Mammutwerk von Nino Haratischwili. Zumal dieser von einem ganz anderen Format sein wird.

    Es braucht ein wenig Mut, gerade im Zeitalter der vielseitigen Angebote und Ablenkungen, um sich auf dieses Geschichte einzulassen, sie gleichsam, für eine längere Zeit, zum Begleiter des eigenen Lebens zu machen. Es ist auf keinen Fall verschwendete Zeit, so viel sei schon einmal festgeschrieben.

    Die Geschichte beginnt auf zwei Ebenen, auf der einen Seite, sozusagen der aktuellen, mit einer Flucht und auf der anderen, der Entwicklungsseite, mit der Verführbarkeit von Schokolade – auch im übertragenen Sinne als Verführbarkeit der Welt. Was sich dazwischen abspielt und zum Ende in einen emotionalen Rausch steigert, ist so ergreifend und ganz ohne Kitsch, dass man nicht loslassen kann. Auch wenn es manch schwermütige bis grausame Episode gibt, in denen das menschliche Dasein in chirurgischer Schärfe beobachtet, dargestellt und analysiert wird.

    Das sich über ein Jahrhundert erstreckende Panorama einer georgischen Familie ist nicht nur eine tiefgründig psychologische Darstellung der verschiedenen Protagonisten, sondern auch ein Parforceritt durch die georgisch-russische Geschichte, die man auch als Rahmen betrachten könnte, in dessen Raum entscheidende Weichenstellungen für einzelne Personen stattfinden. 

     In ihnen kommt das Elend der gebrochenen Seelen so deutlich wie nachvollziehbar und gleichzeitig so traurig, so hoffnungslos zum Ausdruck, dass die Frage nicht vermeidbar ist, wie Menschen sich gegenseitig so weh tun können und welchen Ausweg es hier gibt. Die Antworten, die hier gegeben werden und die sich beim Lesen aufdrängen sind so vielfältig wie uferlos. Hier sind sie in Geschichten eingebunden, die weitere Geschichten ergeben, eine schier endlose Folge von Erzählungen, die aber niemals langweilig werden, da sie meist von verstörender Schärfe durchdrungen sind. Darunter Sätze, die man nicht einfach nur runterliest, die nachwirken: „Es war mein Leben, das ich stets von mir fernhielt, unfähig, aus den Abermillionen der Varianten meines ICHs eine auszusuchen und sie zu vertreten, ihr zu folgen.“

    Es braucht so viele Seiten, um den Schmerz der Erkenntnis, den die Ich-Erzählerin umflort an die Adressatin zu bringen, Brilka, die das letzte, das achte und noch ungeschriebene Buch umfasst. Eine Zukunft, die möglicherweise die gesamten bisherigen Mühen und Qualen aufwiegen wird. 

    Zum (guten) Schluss, kein Ausruf - aber Tränen ...

    (8.11.2021)

  4. Cover des Buches Vom Ende der Einsamkeit (ISBN: 9783257261554)
    Benedict Wells

    Vom Ende der Einsamkeit

    (1.114)
    Aktuelle Rezension von: autor_bjoern_schoell

    Die Psychologie des Lesens beginnt bereits beim Erwerb des Buches. Dieses habe ich geschenkt bekommen. Da bin ich tatsächlich noch ein wenig kritischer als ohnehin, weil ich es mir nicht selbst ausgesucht habe.

    Doch ich wurde keineswegs enttäuscht!

    Es ist einer der stimmungsvollsten Romane, die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Im Laufe der Geschichte wurde ich fast ein wenig süchtig nach der eindringlichen Atmosphäre.

    Dem Autor genügen wenige Worte, um plastische Bilder im Kopf des Lesenden entstehen zu lassen.

    Die einfache und doch elegante Sprache sorgt für einen perfekten Lesefluss. Doch gleichzeitig fiel es mir schwer, in die Gefühlswelt der Charaktere vollständig einzutauchen.

    Irgendwann kam mir die Szene einer Busfahrt durch eine atemberaubende Landschaft in den Sinn. Den ganzen Tag ist man berauscht, doch bereits am Abend beginnen die Erinnerungen langsam zu verblassen. Nur wenn man aussteigt, zu Fuß geht und sich vielleicht sogar ein wenig verläuft, bleiben die Eindrücke lange im Kopf.

    So ist es offenbar auch beim Lesen. Es braucht das perfekte Verhältnis zwischen fließenden und verknoteten Gedanken. Zumindest ist es bei mir so. Hier war es eher eine Fahrt mit nur wenigen, kurzen Stopps.

    Doch das Buch ist keinesfalls banal. Ganz im Gegenteil, es steckt voller Weisheit.

    Und zum Ende hin wurde ich doch noch etwas melancholisch und nachdenklich.

    • Spannung/Thrill                           4/5
    • Beziehungen/Gefühle                 4/5
    • Handlungsverlauf/Aufbau          5/5
    • Charaktere/Dialoge                     5/5
    • Humor                                           3/5
    • Erkenntnis/Moral                         4/5
    • Sprache/Stil                                  5/5
  5. Cover des Buches Die Mondschwester (ISBN: 9783442490783)
    Lucinda Riley

    Die Mondschwester

    (464)
    Aktuelle Rezension von: dodo2025

    Der Roman hat mir sehr gut gefallen, die Protagonisten waren mir alle sympathisch.

    Tiggy, die wie ihre Schwestern adoptiert wurde, erhält nach dem Tod vom Vater Pa Salt einen Brief, wo sie aufgefordert wird,  nach Granada zu reisen um dort auf ihrer Herkunft zu stoßen. Die Beschreibung von Sacromonte fand ich sehr schön und konnte mich da hinein träumen, dann wird von ihrer Großmutter berichtet die eine berühmte Flamencotänzerin war und über Geschichte der Gitanos, was ich sehr interessant und spannend fand. Dann ist Tiggy Veganerin  und Tierschützerin, dass gefiel mir sehr gut und ich konnte mich mit ihr identifizieren, allerdings war es bisschen unglücklich beschrieben, denn wenn sie eine überzeugte Veganerin wäre, würde sie keine Wollpullis und Daunenjacken tragen, aber nicht alle sind wohl so überzeugt.?!

    Die Geschichte in Schottland, mit Charlie, Zara, Cal und Beryl war ganz nett, aber nicht grad so spannend, aber schön fand ich, dass auch noch mal auf Ally zurück gekommen wurde.

    Alles zusammen fand ich den Roman aber recht schön.

  6. Cover des Buches Das Hotel New Hampshire (ISBN: 9783257600216)
    John Irving

    Das Hotel New Hampshire

    (746)
    Aktuelle Rezension von: ReadingWitch

    Rezension "Das Hotel New Hampshire"

    Zum Abitur schenkten mir meine Eltern nicht etwa ein Laptop oder gar ein Auto, wie es andere bekamen. Nein sie schenkten mir die Sammlung klassischer Literatur des 20sten Jahrhunderts zusammengestellt von der Redaktion der Süddeutschen Zeitung. Nun gut, einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Es handelt sich dabei um 100 ausgewählte Romane der Weltliteratur. Hin und wieder hole ich eines davon aus dem Regal und beginne zu lesen.

    So kam ich zum Roman "Das Hotel New Hampshire" von John Irving. Der Autor erzählt die Geschichte der Familie Berry, die etwa 1940 mit dem Kennenlernen der Protagonisten Mary und Winslow (Win) Berry beginnt und in den 1970er Jahren endet. Hauptthema ist dabei das Leben der fünf Kinder, Frank, Franny, John, Lilly und dem Jüngsten, Egg, im Schatten der Träume des Vaters. John nimmt die Rolle des Beobachters und Erzählers ein. Aus seiner Perspektive berichtet er zunächst über die erste Begegnung seiner Eltern während eines Ferienjobs im Hotel Arbuthnot im Sommer 1939. Eine Attraktion dieses Hotels ist der Bär State o` Maine, welcher dem österreichischen Juden Freud gehört. Freud macht diesen Bären Winslow Berry zum Geschenk und besteht darauf, dass die zwei Verliebten so schnell wie möglich heiraten. Mit den Auftritten des Bärs finanziert sich Winslow sein Studium und nach der Heirat bekommen er und Mary kurz nach einander ihre Kinder.

    Wins Traum ist es ein eigenes Hotel zu führen. Die erste Chance bietet sich ihm, als die Schule an der er nach seinem Studium als Lehrer arbeitet, schließt. Dort eröffnet die Familie ihr erstes Hotel. Diesem werden noch einige weitere folgen. Dabei lässt Irving seine Charaktere vieles durchmachen. Franny fällt einer Gruppenvergewaltigung zum Opfer, bei Lilly wird Kleinwüchsigkeit festgestellt, Frank kämpft mit seiner Homosexualität und Win muss den Tod seiner Frau und seines Jüngsten verkraften.

    Es ist eine nicht vorhersehbare Geschichte, in einen interessanten Sprachstil gehalten, in dem mitten im Plot Rückblenden verpackt werden, die nichts mit dem aktuell Erzählten zu tun haben, ohne dass es deplatziert wirkt. Für meinen Geschmack allerdings ist der Autor an manchen Stellen zu detailversessen und in seiner Ausdrucksweise zu vulgär und an anderen Stellen ist die Erzählweise einfach langweilig und langatmig.

    Zu Beginn sind die Charaktere tiefgründig und vielschichtig gezeichnet, und ihre Entwicklung im Laufe der Handlung ist bemerkenswert. Doch nach kurzer Zeit überzeichnet der Autor seine Figuren und die Handlung enorm. Ihm gelingt es meisterhaft, die Dynamik und die Beziehungen innerhalb der Familie darzustellen, wobei er sowohl die humorvollen als auch die tragischen Aspekte des Familienlebens einfängt. Was allerdings auffällt, ist das Trauer und Schmerz in dieser Familie nie wirklich ausgesprochen werden. Einzelne Familienmitglieder überstehen folgenschwere Schicksalsschläge, scheinen aber keine nennenswerte psychische Belastung zu verspüren.

    Die Handlung ist voller unerwarteter Wendungen und überraschender Ereignisse, aber ohne jegliche Spannung. Die Geschichte plätschert so dahin zwischen skurrilen Personen und absurden Situationen, ohne dass für den Leser ein richtiger Plot ersichtlich wäre. Irving kreiert eine einzigartige Atmosphäre, die sehr mitreißen hätte sein können, aber kurz bevor die Aufregung kommt, wird eine vollkommen verrückte Szene eingeschoben. Beim Humor gab es tatsächlich ein paar Höhepunkte, die mich zum lauten Auflachen brachten, aber diese Augenblicke sind zu selten. Viel auffälliger waren hier die ständigen Wiederholungen gewisser Sätze, wie: "Kummer schwimmt obenauf." und "Bleib weg von offenen Fenstern!".

    "Das Hotel New Hampshire" war mein erster Roman von John Irving und nach dem Lesen habe ich mich gefragt, was ich im Text übersehen oder nicht begriffen hab. Den ganzen positiven Kritiken und Rezensionen kann ich mich mit meiner Einschätzung nicht anschließen. Dieser Autor hat einen eigenen unverkennbaren Schreibstil, mit dem er Szenen gut erfasst und anschließend mit ordinären Extremen zerreißt. In meiner Einschätzung kann ich mich nicht so recht entscheiden, ob in diesem Roman "dem amerikanischen Traum" gehuldigt werden soll oder ob es eine satirische Überzeichnung amerikanischer Vorstellungen ist. Schmerz und Verlust werden ignoriert und es wird weiter gemacht, bis man umfällt. Vielleicht war dieses Buch zum Einstieg in Irvings Welt unglücklich gewählt, aber von mir gibt es dafür keine Leseempfehlung.

    https://www.readingwitch.com/post/das-hotel-new-hampshire

  7. Cover des Buches Die Korrekturen (ISBN: 9783499255496)
    Jonathan Franzen

    Die Korrekturen

    (513)
    Aktuelle Rezension von: MiSoMi

    Gelesen aufgrund eines Schulprojekts. Der Buchtext hat mir zugesagt, jedoch war das Lesen absolute Zeitverschwendung. Sehr freizügig alles... die Familie hat sehr unrealistische Verhältnisse. Hat mir gar nicht gefallen. Schade! 

    Ich dachte es würde über eine Familienzusammenführung gehen, an Weihnachten. Jedoch geht das Buch nach und nach in eine andere Richtung. Langatmige Vorerzählungen der Familienmitglieder mit meist sehr abstrusen Lebensläufen. Wer so was mag, kann ich es empfehlen. Ich habe mich ehr fremdgeschämt :( 



  8. Cover des Buches Die Schattenschwester (ISBN: 9783442487455)
    Lucinda Riley

    Die Schattenschwester

    (710)
    Aktuelle Rezension von: miah

    Achtung! Es handelt sich um den dritten Band einer Reihe! Die Bücher können unabängig voneinander gelesen werden.

    Inhalt:
    Star ist die dritte der sieben Schwestern und besonders eng mit CeCe verbunden. Die beiden sind unzertrennlich und machen alles gemeinsam. Doch nach dem Tod ihres Vaters bekommt jede Schwester ihr eigenes Rätsel zu ihrer Herkunft. Star beginnt in einem Antiquariat in London mit ihrer Suche und ist schon bald gefesselt von der Vergangenheit...

    Meine Meinung:
    Es ist schon sehr lange her, dass ich die ersten beiden Bände der Reihe gelesen habe, doch die Geschichten der Schwestern sind im Prinzip auch unabhängig voneinander lesbar. Dadurch braucht es an sich kein Hintergrundwissen, um sich in dieser Geschichte zurechtzufinden.

    Der Einstieg fiel mir sehr leicht. Star ist eher zurückhaltend und schüchtern. Sie spricht wenig und weiß mit ihren 27 Jahren noch nicht, was sie mit ihren Leben anfangen möchte. Mit ihrer Schwester CeCe ist sie so eng verbunden, dass man die beiden immer nur gemeinsam antrifft. Sie sind zusammen um die Welt gereist und leben nun gemeinsam in London. CeCe gibt immer den Ton an.

    Schnell ist klar, dass sich die beiden Schwestern voneinander lösen müssen. Mir war ihre Beziehung schon fast zu eng und ich war froh, dass Star das nun auch zu merken schien. Die perfekte Gelegenheit ergibt sich, als Star endlich den Mut findet, den Brief ihres verstorbenen Vaters zu öffnen und sich mit ihrer Herkunft zu beschäftigen. Mir hat sie ein bisschen zu lange damit gehadert, aber danach kam Star relativ leicht und schnell ans Ziel.

    Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Star erzählt und wechselt irgendwann in die Vergangenheit. Mir haben die Rückblenden viel besser gefallen als die Geschichte in der Gegenwart.

    Mit Star hatte ich meine Schwierigkeiten. Ihre Entscheidungen konnte ich nicht immer nachvollziehen. Bei vielen Sachen hat sie sich sehr zurückgehalten, aber anscheinend hat sie sich einfach ihr Leben lang ihrer Schwester CeCe untergeordnet. Das Verhältnis der beiden kann man nur als toxisch beschreiben.

    Aber auch die Nebenfiguren in der Gegenwart empfand ich als schwierig. Alle stecken irgendwie in ihrem eigenen Leben fest und hegen einen Groll gegeneinander. Einzig Rory hat mir sehr gefallen.

    Die Liebesgeschichte war leider auch absolut nicht meins. Bei mir kamen da keine Gefühle an und es wirkte eher erzwungen und altbacken. Star bekam ständig ein Ultimatum gesetzt, da konnte sich einfach nichts entwickeln.

    Insgesamt fand ich Stars Reise interessant. Ihre Familiengeschichte ist verworren und ein Stammbaum hätte sicher geholfen, den Überblick zu behalten. Die Vergangenheit an sich hat mit Flora eine für mich starke Heldin gefunden und ich habe mich immer über ihre Kapitel gefreut.

    Die Gegenwart ging mir generell tatsächlich ein bisschen zu schnell. Am Ende waren alle zu versöhnlich und alle Probleme haben sich schnell aufgelöst.

    Ich werde die Reihe vermutlich noch weiterverfolgen, da sich die Bücher schnell lesen lassen und mich die Hintergründe zu den Schwestern interessieren. Aber ich werde mir damit weiterhin Zeit lassen.

  9. Cover des Buches Garp und wie er die Welt sah (ISBN: 9783499014499)
    John Irving

    Garp und wie er die Welt sah

    (799)
    Aktuelle Rezension von: Christian_Fis

    John Irvings "Garp und wie er die Welt sah" ist literarisch ambitioniert und im historischen Kontext interessant, bietet komplexe Themen und originelle Figuren. Er ist zweifellos gut geschrieben und entfaltet seine Stärke vor allem dann, wenn die Handlung an Fahrt aufnimmt. 

    Garp bleibt jedoch der Nabel der Welt, während die Frauenfiguren vor allem dazu dienen, seine Entwicklung zu ermöglichen – ein altmodisches Rollenbild, das aus heutiger Sicht irritiert, da es völlig unreflektiert bleibt. Hätte Irving die Geschichte auf die Hälfte der Seiten konzentriert und die selbstgefälligen Metafiktionseinschübe samt ihrer Referenzen gestrichen, wäre der Roman deutlich prägnanter geworden. So leidet er unter erheblichen Längen. Ich habe mich stellenweise sehr gelangweilt. 

  10. Cover des Buches Mittagsstunde (ISBN: 9783328106340)
    Dörte Hansen

    Mittagsstunde

    (287)
    Aktuelle Rezension von: mrs_overcity

    Das perfekte Buch für die norddeutsche Provinz.aber auch überall sonst absolut lesenswert! Warmherzig und mit viel Humor erzählt die Autorin die kleinen und großen Dramen eines Dorfes im Wandel.

    Es wird viel getanzt: Vom Line-Dance der 'Brinkbüll Buffalos' in Kunstleder-Cowboystiefeln bis zum letzten Schneewalzer ist alles dabei,.

  11. Cover des Buches Für immer in deinem Herzen (ISBN: 9783596521623)
    Viola Shipman

    Für immer in deinem Herzen

    (284)
    Aktuelle Rezension von: Engelchen07

    Alle Frauen der Familie Lindsey besitzen ein Armband mit Glücksbringern, Großmutter Lolly, Tochter Arden und Enkelin Lauren. Die Anhänger werden von Generation zu Generation weitergegeben. 

    Die Großmutter Lolly lebt schon lange alleine. Sie ist im Dorf zwar seh beliebt, aber dennoch fühlt sie sich sehr einsam. Als kleiner Hilferuf schickt sie einen Brief mit Anhängern zu Arden und Lauren. Beide verstehen den Hinweis und eilen zu Lolly. 

    Dort lernen die beiden mehr über die vielen Anhänger an dem Armband ihrer Großmutter, denn jeder Anhänger hat seine eigenen Geschichte.... 

    Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen. Man sieht regelrecht, wie die Generationen in diesem Buch durch die Familiengeschichte zusammenwachsen. Der Schreibstil der Autorin ist einfach und man kann sehr gut folgen. Mir hat das Buch gut gefallen.

  12. Cover des Buches Bella Germania (ISBN: 9783596521807)
    Daniel Speck

    Bella Germania

    (213)
    Aktuelle Rezension von: Mavi

    Bella Germania ist ein Roman, der wie ein Kaleidoskop verschiedener Kulturen auf mich wirkte. Er transportiere mich auf eine Zeitreise geschichtlicher Ereignisse, die mir nahe am Herzen liegt, nämlich die eines Gastarbeiters in Deutschland. 

    Ich habe die packende deutsch-italienische Familiensaga über 600 Seiten innerhalb weniger Tage gelesen. Auf persönlicher Ebene befand ich mich auf einer kritischen Reise wegen einer Not-OP und war froh, mich in eine völlig andere Welt zurück zu ziehen. 

    Der historische Teil des Romans ist besonders gut recherchiert und beschränkt sich nicht nur auf die sozialen Aspekte der Einwanderer, sondern enthält die Kernelemente des Wirtschaftswunders in der Automobilindustrie in Deutschland und Italien. Dabei habe ich es auch geliebt eine virtuelle Spritztour mit der Iso Rivolta Gt zu machen. 🫶🛣️  

    Daniel Speck‘s eloquenter Schreibstil löst starke Emotionen in seiner Leserschaft aus und schafft die Atmosphäre im jeweiligen Land und Zeitfenster, so dass ich mir alles bildlich vorstellen konnte. 

    Die fehlerhaften und verletzlichen Charakter der Protagonisten transformieren sich glaubwürdig tiefgreifend, während sie alte Morale und Werte über Bord werfen und neue Persönlichkeitsschichten aufbauen. 

    Zu guter Letzt, spitzt sich der Spannungsbogen von Beginn zu Ende über einen Mordfall zu, wobei lang gehütete Geheimnisse über das Schicksal der Hauptprotagonistin enthüllt werden. 

    Der Plottwist am Ende hat mich vollkommen vom Hocker gehauen 😳🤯. 

    Absolute Leseempfehlung ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️. 

    Bella Germania ist nicht erste Reise mit Daniel Speck und wird auch nicht meine letzte sein. 

  13. Cover des Buches Dschinns (ISBN: 9783423148818)
    Fatma Aydemir

    Dschinns

    (381)
    Aktuelle Rezension von: Buecherkopfkino

    Dieses Buch fand ich sehr gut. 

    Als Hüseyin endlich in Rente gehen kann und von Deutschland in seine Heimat Türkei zurück ziehen kann, stirbt er in seiner gerade gekauften Wohnung in Istanbul. Seine Familie reist an, um sich von ihm zu verabschieden, jeder mit seinem eigenen Päckchen. Eine tragische Familiengeschichte, zwar einer Migrantenfamilie, aber das Schweigen und die Dramen können in jeder Familie aufkommen. 

    Wir lernen nacheinander die Familienmitglieder kennen: Zuerst Hüseyin, dann die Kinder Ümit, Peri, Hakan und Sevda und zum Schluss die Mutter Emine. Jeder berichtet über seine Wahrnehmung der Familie, seine Erlebnisse innerhalb der Familie. Diesen Aufbau fand ich super spannend. Ümit der Jüngste weiß irgendwie am wenigstens, aber irgendwie merkt man schon, dass in der Familie eine bestimmte Zwietracht besteht.  Peri ist aus der muslimischen Tradition ausgebrochen und ist mir sympathischer als ihre älteste Schwester Sevda. Im Endeffekt hatte ich aber dann doch auch Empathie und Mitgefühl mit Sevda. Hakan fand ich absolut unsympathisch, aber im Endeffekt ist auch er nur Produkt seiner Familiengeschichte. Und dann ist da die Mutter Emine, die ich die ganze  Zeit unnahbar empfinde und als hysterisch, nervig, anstrengend. Am Ende gibt es aber noch ein paar Überraschungen für die Leserschaft und am Ende hatte ich auch mit Emine absolute Empathie und Mitgefühl. 

    Ich finde diese Charakterdarstellungen sehr tiefgehend und umso mehr man die unterschiedlichen Familienmitglieder kennenlernt, umso besser versteht man dieses Drama innerhalb der Familie und die Traumata der Elterngeneration. 

    Eine starke Familiengeschichte, die sich nach und nach aufbaut und erschreckende Wahrheiten ans Tageslicht bringt. Sehr überraschende Wendungen.  

  14. Cover des Buches Das Seehaus (ISBN: 9783453427907)
    Kate Morton

    Das Seehaus

    (390)
    Aktuelle Rezension von: KiraNear

    Titel: Das Seehaus

    Autor*in: Kate Morton

    Erschienen in Deutschland: 2016

    Originaltitel: The Lake House

    Erschienen in Australien: 2015

    Übersetzer*in: Charlotte Breuer, Norbert Möllemann 

     

    Weitere Informationen: 

    Genre: Historisch, Krimi, Drama, Hetero

    Preis: € 9,99 [D] | € 10,30 [A]

    Seiten: 624

    Sprache: Deutsch

    ISBN: 978-3-453-35946-8

    Verlag: Verlagsgruppe Random House GmbH

    Rezensionsexemplar: Nein

     

    Inhalt:

    Cornwall 1933: Alice Edevane fiebert dem prachtvollen Mitsommernachtsfest ihrer Familie entgegen. Nicht ahnend, dass in dieser Nacht ein Kind verschwinden und ihre Welt zusammenbrechen wird. Siebzig Jahre später stößt dile Polizistin Sadie auf ein verfallenes Haus am See. Erst jetzt kommt ans Licht, was in jener Nacht wirklich geschah ...

     

    Meinung (Achtung, möglicherweise Spoiler!):

    Das Buch war auf jeden Fall bei den vielen Büchern dabei, die ich damals im Herbst 2023 geschenkt bekommen habe, da bin ich mir sicher. Dementsprechend lag es auch ein wenig länger auf meinem SuB, aber das macht ja nichts, jetzt bin ich ja dazu gekommen, es zu lesen. Lieber später als nie, nicht wahr? Tja und für solche Bücher bin ich ja immer zu haben, besonders, wenn es ein Krimi ist, der sowohl in der Gegenwart, als auch in der Vergangenheit spielt. Die Idee fand ich gut, die Umsetzung leider eher so mittel.

    Dass das Buch in zwei verschiedenen Zeitebenen spielt, finde ich ja super, denn so kann man in der Gegenwart miträtseln, und überlegen, was da jetzt genau passiert ist. Gleichzeitig geht man in der Vergangenheit mit und sieht, wie sich gewisse Dinge, die in der Gegenwart ja bereits ein fester Fakt sind, überhaupt zustande gekommen sind. Daher wirkt es hier und da auch immer so, als würde man an zwei Büchern gleichzeitig lesen. Es gibt immer wieder Verwirrungen und ich wurde oft genug auf die falsche Fährte gelockt, normal mag ich das ja bei Krimis. Oder generell bei Büchern.

    Denn irgendwann wurde es dann doch übertrieben viel mit den falschen Fährten und den Plotttwists. Irgendwann kommt dann auf einmal ein ganz anderer Charakter ins Spiel, der davor die meiste Zeit eher unwichtig war und das Ganze wirkt auf mich dann ein wenig übertrieben. Als wäre erstmal eine andere Story geplant gewesen und dann wurde mitten im Schreiben ein Kurswechsel angestrebt. Zwar ergibt alles dann früher oder später Sinn, dennoch könnte man auf manches davon verzichten. Genauso auch einen Plottwist am Ende, es gibt keinerlei Zeichen bzw fast keine Zeichen dafür, und dann taucht ein Geheimnis über einen Charakter auf, wo man sich denkt: So viel Zufall kann es doch nicht geben.

    Außerdem wurde ich mit den Charakteren nicht zu 100% warm, dafür wurde mir das Bild, das ich von den Charakteren gewonnen habe, viel zu oft umgedreht und umgeändert. Am Ende bin ich auch nur geblieben, weil ich wissen wollte, was jetzt mit dem Kind passiert ist. Und das Rätseln dazu hat Spaß gemacht.

     

    Fazit:

    Das Buch ist vollkommen in Ordnung, aber es ist jetzt nichts besonderes, finde ich. Auf eine Seitenstory hätte man ruhig verzichten können, das hat das Buch nur unnötig verlängert, aber gut, es ist nun mal mit dabei. Allerdings wäre das Buch jetzt keins, das ich nochmal lesen wollen würde. Von mir bekommt das Buch insgesamt drei Sterne.

  15. Cover des Buches Die Nanny (ISBN: 9783734110726)
    Gilly Macmillan

    Die Nanny

    (166)
    Aktuelle Rezension von: BooKLoVE

    Inhalt (übernommen)

    Die siebenjährige Jo wächst im Luxus auf, doch Wärme und Zuneigung erfährt sie nur von ihrer geliebten Nanny Hannah. Als die eines Nachts ohne jede Erklärung verschwindet, bricht für das Mädchen eine Welt zusammen. Dreißig Jahre später kehrt Jo nach England in das Anwesen ihrer Kindheit am See zurück. Die Beziehung zu ihrer Mutter ist noch immer geprägt von Vorwürfen und Ablehnung, und so ist Jo überglücklich, als eine ältere Dame auftaucht und sich als Hannah, Jos ehemalige Nanny, vorstellt. Doch Jos Mutter ist misstrauisch. Denn sie weiß – Hannah ist tot, seit der Nacht vor über dreißig Jahren. Wem soll Jo glauben? Ihrer Mutter oder der Frau, die damals das einzig Gute in ihrem Leben war? Und will Jo die Wahrheit überhaupt wissen? Denn die tut manchmal so weh, dass man lieber mit einer Lüge leben würde…

    Meine Meinung zum Buch

    Das Cover mit dem darauf abgebildeten See und Haus passt für mich sehr gut zu dem Anwesen, in dem die Geschichte spielt, weshalb ich es als sehr geeignet empfinde.
    Der Schreibstil der Autorin ist fesselnd und erzeugt durch immer wieder genannte kleine Hinweise mehr Spannung und Raum für Spekulationen. Die Kapitel sind angenehm kurz und aus vier verschiedenen Sichten geschrieben, was das Buch nochmal abwechslungsreicher gestaltet.
    Ich war ab der ersten Seite vollkommen gefesselt von der Geschichte! Denn die Personen werden schon sehr bald indirekt vorgestellt, wodurch ich mich gut in der Geschichte zurechtgefunden habe.
    Besonders am Anfang stellen sich viele Fragen, die dann im Laufe des Buches immer mehr durch aussagekräftige Rückblicke in die Vergangenheit aufgelöst werden.
    Auch das Ende des Buches wurde wirklich realistisch umgesetzt und kam nicht gezwungen rüber, was mir sehr gefallen hat!
    Letztlich würde ich das Buch aber nicht wirklich dem Genre „Roman“ zuordnen, wie es auf dem Cover vermerkt ist, sondern eher dem Genre „Thriller“, da ich mir unter einem Roman eher etwas „harmloseres“ vorstellen würde...

    Fazit

    Alles in allem hat mir das Buch sehr gut gefallen, da es wirklich durchgängig spannend zu lesen war!
    Ich vergebe somit 5 Sterne!

  16. Cover des Buches Pompeji oder Die fünf Reden des Jowna (ISBN: 9783423149068)
    Eugen Ruge

    Pompeji oder Die fünf Reden des Jowna

    (293)
    Aktuelle Rezension von: Scilla


    Das Buch ist ein Geniestreich. Vor dem Hintergrund des bevorstehenden Vulkanausbruchs erzählt ein allwissender Erzähler vom Aufstieg des Josse, einem Habenichts, der sich jede gesellschaftliche Strömung zunutze macht. Ein Fähnchen im Wind ohne Moral, sollte man meinen, und doch schafft er es geschickt, große Gruppen von Menschen hinter sich zu vereinen. 

    Das Buch ist so zeitlos wie der Vesuv selbst, und überzeugt doch als historischer Roman. Zudem muss man oft lachen, insbesondere dann, wenn man die Parallelen zur Gegenwart erkennt.  

    Zitat Eugen Ruge aus "Pompeii"

    "Wir wissen ja, wie es läuft. Marcus hat euch das Blaue vom Himmel versprochen und das werde ich jetzt auch tun"

    Gelächter. Das hatte Josse: ein Gespür für die Stimmungen der Leute. Marcus Holconius hatte sie durch seine Vornehmheit eingeschüchtert und Josse vertrieb alles Unbehagen mit einem Satz. Nicht dass seine Zuhörer sich gleich ergeben hätten, aber mancher, der gerade hatte gehen wollen, bestellte sich noch ein Becherchen und hörte amüsiert den Worten des Emporkömmlings zu. (Nie zuvor hatte dieser Josse ein Amt innegehabt) Jetzt wechselte Josse in die patriotische Tonart. (...) Wenn du für groß gehalten werden willst, rede über große Dinge."

    Zitat Ende.

    "Dieser" Autor hat definitiv etwas zu sagen. 

  17. Cover des Buches Das Gutshaus - Glanzvolle Zeiten (ISBN: 9783734103278)
    Anne Jacobs

    Das Gutshaus - Glanzvolle Zeiten

    (127)
    Aktuelle Rezension von: Belle_Tristik

    Mit "Das Gutshaus – Glanzvolle Zeiten" liefert Anne Jacobs einen Trilogie-Auftakt ab, der mich mit einer vielversprechenden Grundidee neugierig gemacht, aber mit einer etwas ungleichmäßigen Umsetzung zurückgelassen hat.

    Das emotionale Herzstück:
    Besonders hervorzuheben ist die Arbeit mit den zwei Zeitebenen. Mein absolutes Highlight waren die Tagebucheinträge von Elfriede aus den 1940er Jahren. Diese Passagen besitzen eine enorme Strahlkraft und vermitteln einen authentischen, tief bewegenden Einblick in das Leben auf dem Gutshof während der Kriegsjahre. Elfriede ist für mich die stärkste Figur des Romans – sie trägt die emotionale Last der Geschichte mühelos.

    Wo der Glanz etwas bröckelt:
    Im direkten Kontrast dazu verblasst die Gegenwartsebene leider spürbar. Protagonistin Franziska blieb für mich erstaunlich konturlos und wenig greifbar. Auch die Handlung macht es sich manchmal zu einfach: Während bürokratische und rechtliche Hürden bei der Rückgewinnung des Familienbesitzes anfangs realistisch aufgebaut werden, lösen sie sich im Finale fast schon märchenhaft schnell in Wohlgefallen auf. Das nimmt der Geschichte leider etwas an Glaubwürdigkeit. Zudem wirkten die romantischen Szenen auf mich hölzern und fühlten sich in der sonst so unaufgeregten Erzählweise deplatziert an.

    Stil und Unterhaltungswert:
    Anne Jacobs schreibt flüssig und angenehm leicht. Es ist eine wunderbare Lektüre zum "Weglesen" ohne hohen intellektuellen Anspruch – perfekt für entspannte Stunden.

    Fazit:
    Wer eine tiefschürfende Familiensaga sucht, könnte enttäuscht werden. Wer jedoch ein Faible für Gutshof-Geschichten mit historischem Flair hat und eine kurzweilige Unterhaltung sucht, kommt hier auf seine Kosten. Trotz der Schwächen in der Charakterzeichnung hat mich das Schicksal des Hauses gepackt – ich werde dem zweiten Band definitiv eine Chance geben. Ein solider Auftakt mit Potenzial nach oben!

  18. Cover des Buches Kleine Feuer überall (ISBN: 9783423148115)
    Celeste Ng

    Kleine Feuer überall

    (334)
    Aktuelle Rezension von: Gwhynwhyfar

    Der Anfang: «In jenem Sommer redeten alle in Shaker Heights darüber, wie Isabelle, das jüngste Kind der Richardsons, endgültig durchdrehte und das Haus abfackelte. Während das ganze Frühjahr über die kleine Mirabelle McCullough Gesprächsthema gewesen war – beziehungsweise, je nachdem, auf welcher Seite man stand, May Ling Chow –, gab es endlich neuen aufregenden Gesprächsstoff.»


    Es brennt! Fassungslos steht Elena Richardson im Bademantel und den Tennisschuhen ihres Sohnes draußen auf dem Rasen und starrt in die Flammen. Ihre jüngste Tochter hat in jedem Schlafzimmer Feuer gelegt. Shaker Heights, der wohlhabende Vorort von Cleveland, Ohio, hier ist es sauber, ruhig und völlig ungefährlich, Golf-, Reit-, Tennis-, Segelclub. Ein strukturiertes Straßennetz, beste Schulen; vom Außenanstrich der Häuser bis zur Höhe des Rasens ist alles vorgeschrieben, eine Scheinidylle. Rasen! Gemüse im Garten ist nicht erlaubt. Ordnungsfanatismus, Ordnung ist das ganze Leben! Wie konnte es zu diesem Unglück kommen? Gehen wir zurück zu dem Tag als das unkonventionelle Mutter-Tochter-Paar Mia und Pearl Warren zur Miete in eine der Wohnungen der Richardsons einzieht … 


    «‹Izzy nimmt alles ernst. Zu ernst. Das ist ihr Problem.›

    ‹Der Witz daran ist›, sagte Lexi eines Nachmittags, ‹dass Izzy in zehn Jahren bei Springer auftreten wird.»

    ‹In sieben›, widersprch Trip. ‹Höchstens acht. Jerry hol mich aus dem Knast.›

    ‹oder Hilfe meine Familie will mich einweisen›, sagte Lexi.


    Elena ist Journalistin, die für das heimische Provinzblatt zu schreibt, was eigentlich nicht ihr Lebensziel gewesen ist. Aber das wundervolle Shaker Heights ist ihre Geburtsstadt und ihr Mann ist ihr gefolgt, ein gut verdienender Anwalt im Ort geworden. Sie haben vier Kinder zur Welt gebracht, Lexie (17), Trip (16), Moody (15) und Isabelle (Izzy, 14), ein ansehnliches Haus gebaut – der amerikanische Traum ist perfekt. Natürlich haben alle Kinder völlig verschiedene Charaktere, doch Izzy, die Jüngste bereitet Sorgen. Rebellisch, gesellschaftskritisch, sie lässt Äußerungen fallen, die ihre Umgebung zu Schnappatmung bringt; sie lässt sich zu Aktionen hinreißen, die ihr mächtigen Ärger einbringen. Moody ist von der gleichaltrigen Pearl fasziniert, von ihrem Lebensstil, dem Vagabundenleben. Denn Pearls Mutter Mia ist Künstlerin. Sie fotografiert, zerlegt die Fotos, bearbeitet sie und gestaltet etwas Neues daraus. Sie leben von der Hand in den Mund; besorgen sich Möbel vom Sperrmüll, Bekleidung aus Secondhandläden, und wenn ihnen eine Stadt nicht mehr gefällt, ziehen sie weiter. Pearl wiederum, die sich nun täglich bei den Richardsons aufhält, beneidet Moody um diese Familie, die ein gemütliches Leben ohne Sorgen führt. Ein festes Heim, eine Heimat. Das hatte ihre Mutter ihr versprochen: Wir suchen einen Ort, an dem wir bleiben! Pearl soll in Ruhe ihre Schule abschließen können. Und Shaker Heights ist der perfekte Ort, um für immer zu bleiben.


    «Während der Nachmittage mit Pearl begriff er allmählich, wie ihr unstetes Leben ausgesehen hatte. Sie reisten mit leichtem Gepäck: zwei Teller, zwei Tassen, eine Handvoll bunt zusammengewürfeltes Besteck, jeder einen Seesack mit Kleidern und natürlich Mias Kameras. Im Sommer fuhren sie mit offenen Fenstern, weil der Golf keine Klimaanlage hatte; im Winter fuhren sie nachts bei aufgedrehter Heizung.  … Um die Privatsphäre zu wahren, hängten sie ein Laken von der Hecktür über die Kopfstützen der Vordersitze wie ein Zelt. Zum Essen hielten sie am Straßenrand und aßen, was sie hatten, aus der Papiertüte: Brot und Erdnussbutter, Obst, manchmal Salami oder ein Peperoniwürstchen, wenn es gerade im Angebot war. Manchmal waren sie nur ein paar Tage unterwegs, dann wieder eine Woche, bis Mia einen passenden Ort fand, an dem sie eine Weile blieben.»


    Pearl, die mit allen Kindern der Richardsons befreundet ist, mit jedem auf eine andere Weise, gehört bald zur Familie. Und dann macht Elena Mia das Angebot, bei ihr im Haushalt stundenweise zu arbeiten. Izzy ist fasziniert von Mia und sie will fotografieren lernen, Kunst schaffen; und Mia zeigt ihr, worauf es ankommt. Die beiden Familien sind eng miteinander verfochten. Wie es so ist im Leben, es passieren Dinge, die nicht geplant sind – Geheimnisse, Missverstandenes, schwelende Eifersucht … Bereits im zweiten Satz in diesem Roman begegnen wir Mirabelle McCullough – die am Ende das Fass zum überlaufen bringt … 


    «eine Utopie zu schaffen. Ordnen – und Verordnen, für Ordnung unerlässlich – galt den Shakern als Schlüssel zu Harmonie. Sie hatten alles verordnet: die angemessene Zeit, um morgens aufzustehen, die angemessene Farbe der Vorhänge, die angemessene Haarlänge für Männer, die angemessene Art, wie man die Hände zum Gebet faltet (den rechten Daumen über den linken). Die Shaker waren fest überzeugt, wenn sie jede Kleinigkeit planten, könnten sie ein Stück Himmel auf Erden schaffen, einen kleinen Zufluchtsort, und die Gründer von Shaker Heights hatten genauso gedacht. In Werbeannoncen zeigten sie Shaker Heights hoch oben auf einem Berggipfel am Ende eines Regenbogens, mit Blick auf das schmutzige Cleveland. Perfektion war das Ziel.»


    Ein vielschichtiges Familien-Psychogramm von zwei Familien, dazu ein Kleinstadt-Psychogramm. Eine erstickende Kleinstadtidylle, in der der ein freundlicher, freiheitsliebender Paradiesvogel auftaucht. Eine alleinerziehende Mutter, die dem Bürgertum ganz ohne Absicht ihr Spießertum offenbart, aufdeckt, dass dieser ganze Luxus nur verdeckt, was darunter brodelt, dass er letztendlich nichts wert ist. Diese Stadt hat viele Pläne, Regeln, Gesetze. Mia zu ihrer Kunst gefragt, antwortet: «Ich fürchte, ich habe keinen Plan. Aber den hat eigentlich niemand, auch wenn alle das Gegenteil behaupten.» Der Stich ins Wespennest. Izzy sprengt ihre Ketten: «Sie sann nach Möglichkeiten, um sich zu rächen. Und sie suchte sich die Beste aus.» Zu viel Neugier, Kontrollsucht, Geheimnisse, Intrigen, Rache und ein paralleles Drama in der Stadt machen die Geschichte zu einem spannenden Roman, den man nicht aus der Hand legen mag. Ein Drama, das ist auf der ersten Seite klar. Aber was brachte Izzy dazu? «und Izzy ließ das Streichholz auf das Bett ihrer Schwester fallen und rannte zur Tür hinaus.» Mit feiner Beobachtungsgabe nähert sich Celeste Ng empathisch ihren Protagonist:innen, den Müttern und den Kindern. Die auktoriale Perspektive erlaubt dem Leser den Einblick. Wir kennen die Geheimnisse aller Beteiligten. Und das macht es spannend. Wann fliegt wer auf und was mag das auslösen? Bitterböse und gesellschaftskritisch. Es gibt hier keine fiesen Charaktere – im Gegenteil, letztendlich hat man Verständnis für jeden Einzelnen – und was sich hier entblättert ist großes Kino! Empfehlung!


    «Seit ihrer Jugend hatte sie einen Plan gehabt und ihn minutiös eingehalten … Sie hatte, kurz gefasst, alles richtig gemacht und sich ein gutes Leben aufgebaut, ein Leben wie sie es sich wünschte, wie alle es sich wünschten. Und jetzt kam diese Mia, eine vollkommen andere Frau mit einem vollkommen anderen Lebensstil, die sich ohne Entschuldigungen ihre eigenen Regeln setzte.»



    Celeste Ng, geboren 1980, wuchs in Pittsburgh, Pennsylvania, und in Shaker Heights, Ohio, auf. Sie studierte Englisch in Harvard und Kreatives Schreiben an der University of Michigan. ›Was ich euch nicht erzählte‹ stand genauso auf der Bestsellerliste wie ›Kleine Feuer überall‹, das auch als Miniserie verfilmt wurde. Celeste Ng lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn in Cambridge, Massachusetts.


  19. Cover des Buches Eine Familie in Deutschland (ISBN: 9783596299881)
    Peter Prange

    Eine Familie in Deutschland

    (113)
    Aktuelle Rezension von: Voldaron

    Ich mag die Bücher von Peter Prange und somit wurde ich auch von diesem Roman nicht enttäuscht. Das Buch liest sich flüssig und flott und nimmt den Leser mit auf eine Reise durch die Vergangenheit. Es erzählt die Geschichte einer Familie in den Jahren kurz vor dem zweiten Weltkrieg. Dabei werden die Schicksale der Familienmitglieder geschickt vor dem historischen Hintergrund erzählt. Da gibt es einerseits den Sohn, der seine Karriere in der Partei über alles stellt, die Tochter, die mit einem jüdischen Ehemann verheiratet ist, während die zweite Tocher eine Beziehung zu einer anderen Frau eingeht. Ein weiterer Sohn arbeitet fieberhaft an der Konstruktion des ersten Volkswagens und der Nachzügler muss aufgrund seiner Behinderung regelrecht versteckt werden. Geschickt sind all diese Schicksale miteinander verwoben. Die Geschichte hat mich recht schnell in ihren Bann gezogen und ich freue mich schon auf die Fortsetzung

  20. Cover des Buches Heute schon für morgen träumen (ISBN: 9783596703746)
    Lori Nelson Spielman

    Heute schon für morgen träumen

    (217)
    Aktuelle Rezension von: Buchfresserchen1

    Em wohnt im Haus der Familie. Auch wenn sie dort ihr eigenes Reich hat lässt sie sich doch sehr stark von ihrer Nonna bevormunden.

    Da ihre Mutter früh starb ließ der überforderte Vater zu, dass seine Schwiegermutter das Zepter schwang.

    Als Tante Poppy, die Schwester ihrer Nonna, kurz vor ihrem 80 ten Geburtstag mit Emilia nach Italien fliegen will, greift sich Em ein Herz und folgt ihrer Tante, auch gegen den Willen ihrer Nonna.


    Ich kannte bisher kein Buch der Autorin. Dieses Buch hat mir meine Tochter weiter gegeben, nachdem sie es gelesen hatte, und es ihr gut gefiel.

    Mich störte zunächst, das Em sich von ihrer Nonna so beherrschen ließ. Diese Frau war mir von Anfang an unsympathisch.

    Je mehr ich in der Geschichte voran kam, um so unmögliche fand ich die verlogene Alte.

    Schon bald war mir klar, dass es da ein dunkles Familiengeheimnis gibt.

    Luciana, Ems Cousine darf auch mit auf die Selbstfindungstour nach Italien. Sie war mir zu Beginn zu flippig. Dann kam der Wandel und machte sie mir viel sympathischer.

    Mit Ems Schwester Dari wurde ich auch nicht so recht warm. Ihre Begründung gegen Ende, warum sie sich gegenüber ihrer Schwester so verhielt hat mich nicht wirklich überzeugt.

    Tante Poppy fand ich großartig. Sie war die Charaktere im Buch, die mich am meisten beeindruckt hat. Ein Leben und so viele Schicksalsschläge und doch konnte es sie nicht brechen. Bewundernswert.

    Sie konnte den beiden Mädels mit ihrer Lebensgeschichte und ihrem unbeirrbaren Glauben an ein Happy End so viel mitgeben.

    Vom Schreibstil her hat mir die Geschichte auch gut gefallen. Es sprang immer zwischen den frühen 60 ern und der Gegenwart. Aber die Vergangenheit war gut in die Gegenwartsgeschichte eingebunden.

    Mir hat das Buch gefallen.

  21. Cover des Buches Das Herzenhören (ISBN: 9783453442276)
    Jan-Philipp Sendker

    Das Herzenhören

    (468)
    Aktuelle Rezension von: aliceimbuecherland14

    Anfangs hatte ich etwas Bedenken wegen des Schreibstils, da er für mich doch etwas gewöhnungsbedürftig war. Aber ich konnte mich nach einiger Zeit an den Schreibstil gewöhnen und bin sogar durch die Seiten geflogen.

    Die Liebesgeschichte ist eine ganz besondere, so wie man sie selten liest. Ich fand sie sehr berührend und werde bestimmt noch lange daran denken. 

  22. Cover des Buches Die Geschichte der Baltimores (ISBN: 9783492310796)
    Joël Dicker

    Die Geschichte der Baltimores

    (395)
    Aktuelle Rezension von: Hubertus_Feldmann

    Und dies, obwohl die Ausgangsvoraussetzungen für ein gelingendes Leben kaum besser hätten sein können. Was alles schief gehen kann, welche Verwicklungen möglich sind und – nicht zuletzt – welche Zufälle ein Leben in Richtung Scheitern oder zum Erfolg schubst, wird in diesem großartigen Roman von Joël Dicker leidenschaftlich und voller Empathie „nacherzählt“. Nacherzählt deshalb, weil der Autor im Buch (Marcus Goldman) genau eine solchen Auftrag von einer anderen „Lichtgestalt“ des Buches (Saul Goldman) erhält: „‘Viele von uns versuchen, dem Leben einen Sinn zu geben, doch das Leben hat nur Sinn, wenn wir fähig sind, unseren entscheidenden drei Bestimmungen gerecht zu werden: zu lieben, geliebt zu werden und zu verzeihen. Der Rest ist Zeitverschwendung. Und vor allem: Schreib weiter! Denn du hattest recht: Man kann alles wiedergutmachen. Versprich mir, mein lieber Neffe, dass du uns wieder gut machst. Mach die Baltimores wieder gut.‘“

    Doch bevor es zu diesem Zitat kommt, sind eine Menge menschlicher Abgründe zu durchwaten, einiges an narzisstischen Persönlichkeitsstörungen zu ertragen und so mancherlei Eifersuchtsdramen auszuhalten – und ob eine solcherart klärende Wiedergutmachung tatsächlich gelingen kann, und ob eine solche hier gelungen ist, mag jede(r) Leser*in selbst entscheiden. In seiner Struktur wird dieses Buch allen Ansprüchen korrekt, allerdings schrappt die Inszenesetzung gelegentlich messerscharf am Kitschroman vorbei: „Er konnte nicht alleine bleiben.  Gott sei Dank hatte er Colleen, die sehr lieb zu ihm war. Sie las ihm jeden Wunsch von den Augen ab. Sie wachte über ihn. Sie war sein Rettungsanker.“

    Dennoch geht von diesem Buch ein eigentümlicher Sog eine besondere Magie aus. Zum einen, weil man möglicherweise ähnlichen Träumen nachhängt, zum anderen, weil man einfach nicht anders kann, als den handelnden Personen dabei neugierig zuzuschauen, wie sie ihren von vielen Herausforderungen geprägten Lebenswandel eine je eigene Handschrift zu verpassen versuchen. Dabei werden dialektisch die Pole des Lebens ausgeleuchtet und in ihrer übersteigerten Form, teils zur Groteske verzerrt, zum Klingen gebracht. Ist man erst einmal eingegroovt, gibt es kein Entrinnen mehr, da verzeiht man auch die kleineren sprachlichen Ausrutscher. Erfolg, Freundschaft, Liebe, Macht, wobei das eine mit dem anderen zusammenzuhängen, sich zu bedingen scheint, spielen in diesem Roman entscheidende Rollen. Wobei von der Liebe vermutlich die größte Kraft ausgeht. Obwohl: Freundschaft verzeiht alles … Hier nachzulesen und nachzuspüren. 

    (28.4.2023)

  23. Cover des Buches Belmonte (ISBN: 9783492317474)
    Antonia Riepp

    Belmonte

    (101)
    Aktuelle Rezension von: Bücherweltenbummlerin

    Teresa setzt sich im Jahr 1944 mit aller Kraft für die Resistance ein. Die alten Schulfreunde sind entweder an der Front oder kämpfen darum, ihre Höhlen und Höfe im von Krieg zerrissenen Italien zu erhalten. Doch im Dorf und in der Gemeinschaft der Marken keimt langsam wieder Hoffnung auf – der Krieg scheint bald zu Ende zu gehen. Wäre da nicht ein kleines, aber entscheidendes Problem: Teresa wird schwanger.

    Um das Familienproblem zu lösen, wird sie von ihrem Vater an die Familie Ferri verkauft, die einen alten Weinberg besitzt. Doch für Teresa ist dies keine wirkliche Lösung ihrer Situation.

    Als Franca zur Welt kommt, ist der Krieg tatsächlich zu Ende, doch Italien bleibt in einem Zustand der Ruinen – verarmte Höhlen und landwirtschaftliche Betriebe, die von Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit geprägt sind. Teresa verschwindet spurlos und lässt ihre Tochter bei ihrer besten Freundin Marta zurück.

    In Martas riesigem Familienclan findet Franca Geborgenheit und Liebe, doch das Leben bleibt schwer. Die finanzielle Lage ist prekär, und wie viele andere Italienerinnen ihrer Zeit, beschließt Franca, ihr Glück als Gastarbeiterin in Deutschland zu suchen.

    In Kempten angekommen, muss sie jedoch feststellen, dass sie zwar über die Runden kommt, aber vom Heimweh zermürbt wird.

    Alles ändert sich erst, als Franca Tobias begegnet.

    Simona, eine junge Landschaftsgärtnerin mit italienischen Wurzeln, ist erschüttert vom Tod ihrer Großmutter Franca. Sie erbt den heruntergekommenen Farina-Hof in den Marken und beschließt, sich eine Auszeit zu nehmen, weit weg von ihrer konfliktreichen Beziehung in Kempten und ihrer entfremdeten Mutter Marina.

    Schon bald stellt Simona fest, dass das Leben auf dem Hof in den Marken eine neue Leichtigkeit mit sich bringt. Der renovierte Hof wird zu einem wahren Schmuckstück und der angrenzende Garten ein kleines Paradies. Doch kaum angekommen, wird sie von der Familie Ferri eingenommen, und mysteriöse Briefumschläge mit Kassetten tauchen auf.

    Bewaffnet mit einem Rekorder macht sich Simona auf die Spurensuche und kommt den dunklen Geheimnissen ihrer Familie immer näher.

    Fazit:

    Antonia Riepp gelingt es, mit Simona eine sehr sympathische Protagonistin zu erschaffen, die sich selbst oft im Weg steht. Ihre Selbstzweifel lassen sie lange nicht erkennen, welches Erbe sie von ihrer Großmutter erhalten hat. Mit viel Gefühl und einer guten Portion italienischen Temperaments deckt Simona nach und nach die dunklen Familiengeheimnisse auf, die bis zum Tod von Franca bewahrt werden mussten.


  24. Cover des Buches Das geheime Leben der Violet Grant (ISBN: 9783734101618)
    Beatriz Williams

    Das geheime Leben der Violet Grant

    (80)
    Aktuelle Rezension von: Phini

    Zum ersten Mal fand ich die Geschichte in der Vergangenheit weniger interessant als die Story im heute. 

    Vivian hat mich mit ihrer lockeren spitzbübischen Art zwar nicht ganz von Anfang an mit sich gerissen - zu Beginn war sie mir einfach zu quirlig. Aber mit der Zeit hat mich ihr Witz dazu gebracht sie in mein Herz zu schließen.

    Violet (die Protagonistin im Vergangenheitsplot) hingegen hatte so gar nix an sich, was mich irgendwie dazu brachte sie gern zu haben - abgesehen von ihren Schicksalsschlägen, bei denen ich schon mitgefühlt habe, habe ich keine große Sympathie für sie entwickelt. Ich fand sie eher langweilig. Dazu dieses ganze Physik und Chemie - Geschwafel. Hmmm... Neee...

    Auch die Lovestory in der Vergangenheit konnte mich nicht überzeugen. Bei der im heute habe ich regelrecht mitgefiebert und -gelitten.

    Ich hab das Ende des Buches dann so langsam herbeigesehnt. Vorausgeahnt hatte ich nichts. Mir kam das Ende dann aber doch irgendwie so hingeklatscht vor, auf 15 Seiten abgehandelt... Das fand ich wiederum wenig positiv.

    Alles in allem gibt es für Vivian die 3 Sterne, empfehlenswert finde ich das Buch nicht. 

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