Bücher mit dem Tag "familientragödie"
160 Bücher
- Marie Lu
Legend (Band 1) - Fallender Himmel
(2.293)Aktuelle Rezension von: PearlDiverofBooks"Legend" konnte mich als Dystopie-Fan absolut abholen. Zwei Perspektiven, vielschichtige Charaktere, so viele Plottwists und jede Menge Verrat und Intrigen - genau das habe ich erwartet und Marie Lu hat auch genau das geliefert. Anfangs braucht die Geschichte ein bisschen, um an Geschwindigkeit aufzunehmen, dann geht es aber Schlag auf Schlag und ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Hin und wieder waren einige Elemente des Worldbuildungs für mich nicht genug ausgearbeitet. Die Idee des Buches und die allgemeine Umsetzung sind allerdings chef's kiss (ich meine, wir bekommen wieder ein Agentensetting und das kann ich nur lieben!) und ich bin sehr gespannt, wie es mit June und Day weitergeht!
- Stephen King
Friedhof der Kuscheltiere
(2.009)Aktuelle Rezension von: KeyofbooksHabe das Buch schon Mal als Jugendliche gelesen, das war also ein schöner ReRead. Hat mich daran erinnert, warum ich Stephen King's Werke schon immer faszinierend fand. Die Story zieht sich langsam, man bekommt sehr viel von dem gewöhnlichen amerikanischen Leben der '80- er Jahren mit. Lediglich gegen das Ende fängt das gruselige erst an und steigert sich rasant in die Höhe. Zwar weiß man schon worauf es hinausläuft, trotzdem ist die Spannung gut gehalten. Passt am besten in die Zeit vor Haloween.
- Benedict Wells
Vom Ende der Einsamkeit
(1.102)Aktuelle Rezension von: LydiaW"Vom Ende der Einsamkeit" von Benedict Wells ist eines meiner liebsten Bücher aller Zeiten, das ich inzwischen schon mehrmals gelesen habe. Es ist eine feinfühlige, zarte und doch alles und jeden mitreißende Erzählung über Familie, Zusammenhalt, Liebe, Chancen, Hoffnungen, Verlust und das Leben. Ganz große Empfehlung von Herzen!
- Alice Sebold
In meinem Himmel
(819)Aktuelle Rezension von: Lauras_bunte_buecherregalDer Schreibstil ist grandios. Ich war von der ersten Seite verliebt in das Buch. Ich habe den Film bereits davor gesehen.
Das Buch ist aus einer etwas anderen Perspektive geschrieben und zwar aus der Sicht von Susi. Susi ist aber kein gewöhnliches Mädchen, sondern sie ist ein Mordopfer und wir erleben alles aus der Sicht ihres Himmels.
Das Buch ist emotional und sehr berührend. Der Spannungsbogen ist angenehm. Die Charakterentwicklung ist großartig.
Ich habe absolut keine Kritik an dem Buch und liebe alles daran. Von mir gibt es 5 von 5 Sterne.
- Liz Moore
Der Gott des Waldes
(428)Aktuelle Rezension von: 3lesendemaedelsDie 13jährige Barbara ist keine gewöhnliche Teilnehmerin des Sommer-Camps. Sie ist die Tochter der schwerreichen Familie, der das gesamte Reservat gehört. So ist die Aufregung immens, als sie eines Morgens nicht mehr in ihrem Stockbett liegt. Alle Kräfte werden mobilisiert, um die Wälder zu durchsuchen. Denn ihre einflussreiche Familie ist traumatisiert, da ihr Bruder Bear vor vierzehn Jahren spurlos verschwand. Er sollte der Erbe des Bankhauses werden und im Gegensatz zu ihm ist Barbara rebellisch und aufmüpfig. Alle Befragungen der anderen Kinder und deren Betreuer führen zu keinem Ergebnis. Doch welches Geheimnis verbirgt die Familie? Der Vater ist ein herrschsüchtiger und eiskalt kalkulierender Geschäftsmann und die Mutter, die den Verlust ihres geliebten Sohnes nie überwand, eine tablettenabhängige und desinteressierte Frau.
Die mitreißende Handlung führt in die Tiefe wohlhabender Familien und deren kalter Wohlstandsverwahrlosung, sowie in die Abgründe sozialer Ungleichheit. Der umfangreiche Roman ist an keiner Stelle langatmig und besticht durch seine Mischung als Gesellschafts- und Familiendrama und Thriller. - Gillian Flynn
Dark Places - Gefährliche Erinnerung
(439)Aktuelle Rezension von: LESEWETTERLibby hat als kleines Kind die Ermordung ihrer Familie erlebt, ihr großer Bruder wird als Mörder verhaftet. Jetzt, als erwachsene Frau, führt sie ein einsames und unglückliches Leben, welches noch immer durch das Trauma ihrer Kindheit geprägt ist. Da es aber immer mehr Personen gibt, die an der Schuld ihres Bruders zweifeln, beginnt sie über die Ermordung ihrer Familie nachzuforschen.
Das Buch ist in zwei Zeitebenen aufgebaut, einmal aus Libbys Sicht in heutiger Zeit, die versucht die Ereignisse, die zum Mord geführt haben, zu rekonstruieren. Zum anderen Rückblicke in die Vergangenheit aus Sicht der Familie selbst.
Libby war mir anfangs sehr unsympathisch. Obwohl mittlerweile über 30 sieht sie sich immer noch als das kleine traumatisierte Kind von damals, schafft es kaum ihr Leben in den Griff zu bekommen und erwartet, dass andere ihre Probleme lösen. Im Laufe des Romans jedoch wird Libby jedoch immer menschlicher, vielleicht nicht wirklich nett, aber man merkt, dass sie auch gute Seiten an sich hat.
Insgesamt sind die Charaktere sehr schwierig. Obwohl man viele Handlungen nachvollziehen kann, sind viele Reaktionen stark an der Grenze zum Erträglichen oder es geht sogar darüber hinaus. Es handelt sich um keine an sich netten Personen, sondern um Menschen die sich im Grenzbereich der Gesellschaft aufhalten und mit allen Mitteln versuchen ihren Platz zu finden oder ihn zumindest zu halten.
Obwohl es sicher brutalere Thriller gibt, habe ich durch die bedrückende Atmosphäre des Buches jede grausame oder unangenehme Szene wesentlich stärker wahrgenommen. Es waren tatsächlich manchmal einfach kleine Details, die es mir ermöglicht haben, die Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit der einzelnen Personen nachzuempfinden.
„Dark Places“ hat mir gezeigt, wie durch ein paar schlechte Entscheidungen, die Dynamik einer Kleinstadt und die Vorurteile gegenüber einer Familie nahe an der Armutsgrenze, eine Situation völlig eskalieren kann. Ich habe mich während des Lesens oft gefragt, ob es in einem anderen Setting überhaupt zu den Morden hätte kommen können.
Besonders bedrückend war es vor allem für mich, dass man die Rückblicke aus der Sicht von Libbys Mutter und ihrem Bruder miterlebt hat. Man konnte die Familie mit all ihren Fehlern, aber auch ihren Hoffnungen und Bemühungen kennen lernen und wusste trotzdem von Anfang an, dass sie ein brutales und tragisches Ende nehmen würden.
Zeitweise war mir der Thriller zwar etwas zu langatmig und zu sehr auf das Selbstmitleid und Trauma von Libby fixiert. Trotzdem war es für mich insgesamt spannend, da ich mir während des Lesens wirklich nie ganz sicher sein konnte, wer der Mörder war und am Ende fast jeden einmal im Verdacht hatte. Auch wenn es für mich nicht der beste Thriller von Gillian Flynn ist, wurde ich doch regelmäßig auf falsche Fährten gelockt, sodass das Ende für mich überraschend kam.
Für mich war es ein faszinierendes Buch, welches mir die Abgründe, aber die Stärken der menschlichen Seele aufgezeigt hat. Es war düster, beklemmend und vermittelte mir eine ganz neue Dimension von Hoffnungslosigkeit, die mich in ihrer Endgültigkeit erschreckt hat. Bis auf ein paar langatmige Abschnitte, gerade zu Anfang, hat das Buch mich insgesamt in seinen Bann gezogen und mein Gehirn ordentlich durcheinander gewirbelt, wie ich es bereits von Gillian Flynn kenne.
- Nicholas Sparks
Mit dir an meiner Seite
(1.447)Aktuelle Rezension von: UlrikeBodeZum Cover kann ich gar nicht viel sage, denn mir gefällt das erste wesentlich besser, ich habe es deshalb hochgeladen.
Die Protagonisten sind sehr detailliert beschrieben und toll ausgearbeitet.
Ich liebe ja diese unglaublich berührenden Romane des Autors und auch sein wunderbarer Schreibstil passt einfach zu seinen Geschichten.
Wenn eine Familie auseinander bricht und plötzlich auf einem anderen Weg wieder zusammen findet ist das schon sehr berührend.
Wenn aber die Vater Tochter Beziehung extrem angespannt ist heißt es zu verstehen, zu verzeihen, sich selbst zu hinterfragen und neu zu beginnen.
Genau das ist dem Autor wieder einmal grandios gelungen und zwar mit einer Geschichte, die direkt ins Herz geht.
Denn wenn man sich selbst gefunden hat, kann man auch Liebe geben, sich selbst verzeihen und eine Freiheit genießen, die bis dato nicht möglich war.
Ich kann hier nur eine klare Leseempfehlung geben, denn seine Romane sind tiefgründig, bringen zum Nachdenken und sind hoffnungsvoll.
- Lori Nelson Spielman
Und nebenan warten die Sterne
(438)Aktuelle Rezension von: teilzeitbaeuerinKristen stirbt bei einem Zugunglück. Ihre Mutter Erika und ihre Schwester Annie - beide mit Schuldgefühlen behaftet - wollen es jedoch nicht glauben. Vor allem, da laufend mysteriöse Mails auftauchen, die nur von Kristen sein können.
Ein Buch über die innere Schuld, die wir uns nicht eingestehen wollen und die uns immer verfolgt. Ein Buch über die Wahrnehmung - was wir sehen wollen. Ein Buch über Beziehungen und Worte, die verletzen aber auch versöhnen können.
Ist das dritte Buch einer lockeren Reihe - es hat mir am besten gefallen.
- Michel Bussi
Das Mädchen mit den blauen Augen
(207)Aktuelle Rezension von: TheCoonIm Jahr 1980 stürzt ein Flugzeug über Frankreich ab und alle Passagiere bis auf ein dreimonatiges Baby sterben. Doch an Bord waren zwei Babys in diesem Alter. Um wen handelt es sich also? In einer Zeit, in der DNA Tests noch nicht an der Tagesordnung sind, stellt diese Tatsache die Hinterbliebenen vor ein großes Problem und ein Streit um das Sorgerecht des Kindes bricht los. Ein Detektiv wird engagiert, der Licht ins Dunkle bringen soll. Zum 18. Geburtstag des Mädchens will er ihr seine Ergebnisse präsentieren.
Ein Fall voller Rätsel, Fragen und verdrehter Tatsachen. Denn die Familien beider Babys wollen daran glauben, dass ausgerechnet ihr Schützling überlebt hat. Während der Spurensuche bekleckert sich niemand mit Ruhm, jeder wird zur Schachfigur. Das Mädchen wächst währenddessen mit dem Zweifel an ihrer eigenen Identität auf, was ihr Leben logischerweise bestimmt und schwierig gestaltet.
Obwohl die Ängste und Konflikte der Protagonisten ausführlich beschrieben werden, fehlt es mir doch an Tiefe und Charakter. Die Verteilung, wer nun der Böse und wer der Gute ist, ist offensichtlich und nicht sehr einfallsreich gestaltet.
Wie man es sich von Thrillern erhofft, kommt es zu Wendungen und Enthüllungen, die gleichermaßen spannend und unvorhersehbar sind. Bis zum Schluss ist man hin- und hergerissen um welches der beiden Mädchen es sich nun handeln soll. Der flüssige Schreibstil trägt außerdem dazu bei, dass Seite für Seite dahinfließt bis man plötzlich des Rätsel Lösung gegenübersteht.
- J.R.Ward
Seelenprinz
(299)Aktuelle Rezension von: Bücherfuchs_ZeilenmagieDieses Buch war für mich meine Notlösung, um aus meiner Leseflaute zu kommen, nachdem ich mehrere New Adult gelesen hatte und ein paar Flops. Danach war mir nach einem Buch in dem es härter zugeht und was wäre da passender als die nächste Geschichte von Black Dagger?
Diesmal waren es Quinn und Blay, die im Vordergrund standen, während sich in den Nebenhandlungen die nächsten Pärchen anbahnen, wie Xcor und Layla, Asail und Sola und mir scheint auch, dass bald Beth und Wrath noch mal in den Vordergrund rücken.
Quinn und Blay sind keine einfachen Charaktere und ich wusste, dass diese Reihe einen kaputt machen kann. Allein der Prolog hat mich fast zum heulen gebracht.
Hatte ich in den bisherigen Reihen ein sehr distanziertes Gefühl zu den beiden und konnte sie kaum auseinander halten, habe ich hier den Bezug vor allem zu Quinn gefunden.
Ich weiß nicht, wie die Autorin es schafft mir in einem Buch das Herz zu brechen und gleichzeitig Buchliebeskummer zu schenken. Die Seiten sind voller süßer Momente, Herzschmerz, Romantik und Action.
Dramen, Verrat und Intrigen werden angedeutet, angekündigt und passieren.
Die Charaktere sind oft genug einfach nur zum Schmunzeln, weil sie so stur wie alte Esel sind, gleichzeitig zum knuddeln.
Quinn ist so sehr in Blay verliebt, dass er seit über einem Jahr mit niemand anderen mehr zusammen sein konnte. Er wünscht sich nichts mehr als eine Familie und als Layla ihn bittet ihr zu dienen, ist es ihm nur Recht. Denn ein Kind würde eine Familie bedeuten.
Auch tauchen die anderen Brüder vermehrt in diesem Band auf. Lediglich die anderen Shellans bleiben etwas auf der Strecke und man erfährt kaum noch etwas über sie oder sieht diese. Lediglich Doc Jane wird häufiger erwähnt, da sie die Ärztin der Brüder ist.
Die Welt der Black Dagger ist komplex und so realistisch, dass ich jedes Mal in die Seiten abtauchen kann und mir wünschte, die Brüder würden real existieren und nicht nur auf dem Papier.
Das Drama um Quinn und Blay zieht sich ja schon durch ein paar Romane hinweg und aus den Prä-Trans sind zwei erwachsene Männer geworden, die nicht nur gegen den Feind zu kämpfen haben.
Die Handlungen werden immer komplexer und sind nicht mehr so simpel wie in den ersten Bänden, wo es sich nur auf die beiden Hauptprotagonisten konzentriert.
Black Dagger ist für alle, die mal etwas anderes als perfekt, glitzernde Vampire sehen wollen. Es ist nicht nur düster und mit Erotik gepaart, sondern auch voller Probleme.
Rauchen, Drogen, Waffen, Alkohol…und vieles mehr warten hier im Untergrund.
- Chris Carter
Der Knochenbrecher
(914)Aktuelle Rezension von: SBADer Titel des Buches wirkt etwas irreführend und steht nicht in direktem Zusammenhang mit der eigentlichen Handlung. Dennoch überzeugt der dritte Teil der Hunter‑Serie erneut mit der gewohnten Mischung aus Spannung, Tempo und düsterer Atmosphäre. Wie schon in den ersten beiden Bänden zeigt Chris Carter auch hier eine beeindruckende Vorstellungskraft, die keine Grenzen zu kennen scheint.
Besonders die intensiven, teils verstörenden Szenen tragen dazu bei, dass die Geschichte den Leser bis zum Schluss fesselt. Allerdings hätte ich mir ein etwas schlüssigeres Finale gewünscht. Der Täter wirkt im letzten Drittel der Handlung ein wenig konstruiert, fast so, als sei die Auflösung etwas zu sehr an den Haaren herbeigezogen. Insgesamt 3.5 Sterne.
Insgesamt bleibt der Roman jedoch ein packender Thriller, der Fans der Reihe weiterhin bestens unterhält.
- Andreas Gruber
Todesmärchen
(594)Aktuelle Rezension von: zickzackIn Bern wird eine kunstvoll drapierte Leiche gefunden. Der niederländische Profiler Maarten S. Sneijder und BKA-Kommissarin Sabine Nemez sollen offiziell im Team zusammenarbeiten. Aber der Mörder, der es nicht bei dieser einen Leiche belässt, scheint ihnen immer einen Schritt voraus zu sein. Sein Markenzeichen ist ein eingeritztes, mysteriöses Symbol, dass Sabine auf eine vergangene Mordserie aufmerksam macht.
Währenddessen befindet sich die junge Psychologie Hannah in dem Gefängnis in Steinfels, wo abnormale Verbrecher festgehalten werden. Sie soll eine Therapiegruppe leiten, aber sie ist nur an einen Verbrecher interessiert – Piet van Loon. Diesen hat Sneijder vor fünf Jahren selbst hinter Gitter gebracht und es war wohl der Fall, der ihm das meiste Kopfzerbrechen gebracht hat.
Sabine Nemez agiert in diesem Band als vollwertige BKA-Kommissarin und das hat mir wesentlich besser gefallen, als im letzten Band. Da war sie noch in der Ausbildung in dieser Akademie. Das ganze Umfeld und wie das mit der Akademie beschrieben wurde, klang vollkommen unrealistisch. In einem Krimi/Thriller erwarte ich einfach, dass es weitestgehend realistisch wirkt. Das hat hier besser geklappt, wobei die Ermittler teils Entscheidungen getroffen haben, wo man einfach sich die Haare raufen muss.
Es dauerte eine Weile, bis man sich so richtig in dem Fall befand. Man hatte im Prinzip drei Erzählstränge. Sabine und Sneijder, die den Fall bearbeiten. Hannah auf Steinfels, die die Gefangenen kennenlernte und die teils sehr fragwürdigen Methoden dort. Und Einblicke in die fünfjährige Vergangenheit, als Sneijder auf der Jagd nach Piet van Loon war.
Gerade die ersten Kapitel fand ich sehr amüsant. Allein die Szene, als Sabine von BKA-Präsidenten Dietrich Hess erfahren hat, dass sie ab sofort mit Sneijder ein Team bildet. Für sie war das sicherlich alles andere als witzig, aber für mich als Leser schon. Auch die Szene, wie sich Hannah mit Gefängnisstellvertreterin Kempen rumgeärgert hat, war sehr unterhaltsam.
Später gab es dann nur noch kurz solche Szenen, besonders wenn Sneijder in seine grantige Art wechselte. Eine ist mir im Kopf geblieben. Kein Zitat, sondern als Gedächtnisprotokoll zu verstehen – Sneijder zu einer Stewardess, als er seinen Tomatensaft nicht so bekommen hat, wie er ihn sich vorgestellt hat: „Wissen Sie warum Gott Ihnen zwei Ohren und einen Mund gegeben hat? Damit sie doppelt so gut zuhören können und einmal so wenig reden […].“ Ich musste so lachen, als Sneijder die arme Stewardess so zusammengefaltet hat.
Ansonsten sind Sabine und Maarten von einem Tatort zum nächsten gehetzt, durch gesamt Deutschland, Niederlande, Österreich und die Schweiz (wo es ja angefangen hat). Es waren grausame Orte und dennoch kam Sabine relativ schnell eine Idee, was diese darstellen konnten. Das war schon erstaunlich. Maarten wollten sie natürlich erst einmal abweisen, nach dem Motto, was kann denn so eine junge Kommissarin schon wissen, obwohl er es dort selbst hätte besser wissen müssen.
Rasant und brutal war der Krimi, besonders als man dann in den Fall eingezogen wurde. Auch die Perspektive von Hannah, wo man sich psychologisch mit den Verbrechern auseinandergesetzt hat, war sehr interessant.
Wie schon in den Vorgängerbänden fand ich Maarten sehr anstrengend, während Sabine wiederum sehr sympathisch wirkt. Was mich nur wieder gestört hat, sind die Alleingänge und da haben sich dieses Mal beide nichts genommen. Es wurde hier eine persönliche Sache und dadurch hat man sich wohl auch stark von den Gefühlen leiten lassen, aber wenn man das so stark zulässt, dann muss man sich irgendwann eingestehen, dass es vielleicht nicht der richtige Job ist.
Durch Sneijders Art wurde es stellenweise zwar ziemlich witzig, aber es war auch immer wieder unnötig. Sabine weiß zum Glück inzwischen wie sie damit umgehen muss, wann es wichtig ist, ihm die Stirn zu bieten und wann man ihm einfach machen lässt.
Das Ende, was ich bei einigen Rezensenten als so überraschend gelesen habe, empfand ich jetzt nicht so. Es gab schon ein paar Wendungen, die ich so nicht habe kommen sehen, aber gerade das Ende... man kennt ja nun Sneijder durch diesen und die zwei Vorgänger. Da hat mich seine Reaktion nicht so überrascht.
Mich überrascht es viel mehr, dass es mit der Reihe weitergeht.
Fazit: Der Band hat mir sehr viel besser gefallen, als der Vorgänger. Einerseits weil er emotionaler und persönlicher war, weil er glaubwürdiger war und Sabine und Sneijder hier wirklich gut als Team zusammengearbeitet haben. Okay, gut ist relativ. Maarten als Partner ist eine schwierige Aufgabe, aber insgesamt hat es einfach gut zusammengepasst. Zudem war es unterhaltsam. Doch der ziemlich lange Einstieg, bis es richtig losging und die Alleingänge haben mir weniger gefallen. Bei dem Ende hätte man denken können, dass die Reihe zu Ende ist. 4 Sterne von mir.
- S. K. Tremayne
Eisige Schwestern
(623)Aktuelle Rezension von: honeyandgoldIn diesem Jahr hab ich einfach kein Glück. Das zweite Buch aus 2026 gestaltet sich erneut eher als Flop. Der Anfang fühlt sich ein wenig an wie ein Horrorfilm, unsere Protagonistin hat ihre Tochter durch einen tragischen Unfall verloren. Lydia, ihre Zwillingschwester, leidet unter psychischen Problemen und die Ehe mit ihrem Mann Gus läuft auch nicht mehr so toll. Plötzlich behauptet Lydia ihre verstorbene Schwester zu sein und unsere Protagonisten Sarah stoßt immer wieder an ihre Psychischen Grenzen.
Das Ganze jetzt Psycho-Thriller zu nennen ist schon sehr weit hergeholt. Wir begleiten ein trauernde Mutter auf ihrem Weg. Sarah jedoch dreht irgendwann komplett durch und beschuldigt ständig ihren Mann, ohne vorher die Fakten zu überprüfen und natürlich stellt sich alles dann als falsch heraus. Gut, Gus ist auch kein Heiliger und ebenso unsympathisch wie Sarah. Ich hab selbst keine Ahnung von Kinder Erziehung aber ich hab mir oft die Haare gerauft.
Das Ende war tatsächlich ganz in Ordnung. Aber Psycho-Thriller würde ich es trotzdem nicht nennen.
- Samantha Young
London Road - Geheime Leidenschaft (Deutsche Ausgabe) (Edinburgh Love Stories 2)
(804)Aktuelle Rezension von: ZahirahJohanna Walker ist jung, attraktiv und kann sich vor Verehrern kaum retten. Aber jeder sieht nur ihre Schönheit, niemand kennt ihr Geheimnis. Sie will mit ihrem kleinen Bruder der Armut und der Gewalt in ihrer Familie entfliehen. Daher sucht Johanna einen soliden Mann, gutsituiert und zuverlässig. Stattdessen begegnet sie Cameron McCabe – gutaussehend, arrogant und irgendwie gefährlich. Gefährlich sexy. Er ist jedoch der Einzige, der wirklich in ihr Innerstes blicken will. Der Schreibstil ist wie schon in dem o. g. Buch flüssig und fesselnd. Auch die erotischen Szenen sind gut in die Handlung integriert, wobei man es beinah knistern hört. Aber auch ernstere Abschnitte werden behandelt, z. B. in denen Johanna über ihr Verhältnis zu ihrem Bruder erzählt. Dieser Roman ist der Autorin erneut super gelungen - ein echtes Romantik-Highlight.
- Agatha Christie
Mord im Orientexpress
(847)Aktuelle Rezension von: NalasBuchBlogEs gibt glaube niemanden, der dieses Buch nicht kennt oder zumindest dem Inhalt bereits in der einen oder anderen Form begegnet ist 😊
Für mich ist es dennoch eines der liebsten Agatha Christie Romane!
Alles beginnt mit einer Reise im Orient Express, der diesmal so gut gefüllt ist, dass es nur noch schwerlich ist, Plätze zu erhalten. Dennoch bekommt Poirot aufgrund seiner Beziehungen einen Platz und darf mitreisen.
Die anderen Passagiere scheinen sich untereinander nicht zu kennen, oder vielleicht doch? Denn wer tötete Mr Ratchett und wer verschafft hier wem ein falsches Alibi?
In diesem Buch läuft Poirot zu einer höchstform auf und ist so charmant, wie wir ihn kennen und lieben gelernt haben. Mit einem wichtigen Unterschied: er ist nicht so herablassend, wie zuvor und nimmt uns mit in seine Gedankenwelt.
Manche Passagen sind auch sehr witzig geschrieben, sodass wir hier nicht nur einmal von abartig hässlichen Kindern lesen dürfen, was mich das eine oder andere Mal zum Schmunzeln gebracht hat.
Auch wenn ich den Ausgang der Geschichte bereits kannte, habe ich dennoch versucht mit zu rätseln, wer der oder die Täter sind. Zwei Personen haben es in meinen Kreis der Verdächtigen geschafft, aber leider bin ich an deren Verbindung gescheitert, warum beide miteinander den Mord geplant haben sollten.
Wobei das Motiv natürlich klar war.
Poirot zeigt sich in diesem Buch von seiner bislang menschlichsten Seite und bringt für die Geschichte der Mitreisenden sehr viel Mitgefühl auf, was ich sonst nicht in dieser Art von ihm gewohnt war. - Kate Morton
Das Seehaus
(390)Aktuelle Rezension von: KiraNearTitel: Das Seehaus
Autor*in: Kate Morton
Erschienen in Deutschland: 2016
Originaltitel: The Lake House
Erschienen in Australien: 2015
Übersetzer*in: Charlotte Breuer, Norbert Möllemann
Weitere Informationen:
Genre: Historisch, Krimi, Drama, Hetero
Preis: € 9,99 [D] | € 10,30 [A]
Seiten: 624
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-453-35946-8
Verlag: Verlagsgruppe Random House GmbH
Rezensionsexemplar: Nein
Inhalt:
Cornwall 1933: Alice Edevane fiebert dem prachtvollen Mitsommernachtsfest ihrer Familie entgegen. Nicht ahnend, dass in dieser Nacht ein Kind verschwinden und ihre Welt zusammenbrechen wird. Siebzig Jahre später stößt dile Polizistin Sadie auf ein verfallenes Haus am See. Erst jetzt kommt ans Licht, was in jener Nacht wirklich geschah ...
Meinung (Achtung, möglicherweise Spoiler!):
Das Buch war auf jeden Fall bei den vielen Büchern dabei, die ich damals im Herbst 2023 geschenkt bekommen habe, da bin ich mir sicher. Dementsprechend lag es auch ein wenig länger auf meinem SuB, aber das macht ja nichts, jetzt bin ich ja dazu gekommen, es zu lesen. Lieber später als nie, nicht wahr? Tja und für solche Bücher bin ich ja immer zu haben, besonders, wenn es ein Krimi ist, der sowohl in der Gegenwart, als auch in der Vergangenheit spielt. Die Idee fand ich gut, die Umsetzung leider eher so mittel.
Dass das Buch in zwei verschiedenen Zeitebenen spielt, finde ich ja super, denn so kann man in der Gegenwart miträtseln, und überlegen, was da jetzt genau passiert ist. Gleichzeitig geht man in der Vergangenheit mit und sieht, wie sich gewisse Dinge, die in der Gegenwart ja bereits ein fester Fakt sind, überhaupt zustande gekommen sind. Daher wirkt es hier und da auch immer so, als würde man an zwei Büchern gleichzeitig lesen. Es gibt immer wieder Verwirrungen und ich wurde oft genug auf die falsche Fährte gelockt, normal mag ich das ja bei Krimis. Oder generell bei Büchern.
Denn irgendwann wurde es dann doch übertrieben viel mit den falschen Fährten und den Plotttwists. Irgendwann kommt dann auf einmal ein ganz anderer Charakter ins Spiel, der davor die meiste Zeit eher unwichtig war und das Ganze wirkt auf mich dann ein wenig übertrieben. Als wäre erstmal eine andere Story geplant gewesen und dann wurde mitten im Schreiben ein Kurswechsel angestrebt. Zwar ergibt alles dann früher oder später Sinn, dennoch könnte man auf manches davon verzichten. Genauso auch einen Plottwist am Ende, es gibt keinerlei Zeichen bzw fast keine Zeichen dafür, und dann taucht ein Geheimnis über einen Charakter auf, wo man sich denkt: So viel Zufall kann es doch nicht geben.
Außerdem wurde ich mit den Charakteren nicht zu 100% warm, dafür wurde mir das Bild, das ich von den Charakteren gewonnen habe, viel zu oft umgedreht und umgeändert. Am Ende bin ich auch nur geblieben, weil ich wissen wollte, was jetzt mit dem Kind passiert ist. Und das Rätseln dazu hat Spaß gemacht.
Fazit:
Das Buch ist vollkommen in Ordnung, aber es ist jetzt nichts besonderes, finde ich. Auf eine Seitenstory hätte man ruhig verzichten können, das hat das Buch nur unnötig verlängert, aber gut, es ist nun mal mit dabei. Allerdings wäre das Buch jetzt keins, das ich nochmal lesen wollen würde. Von mir bekommt das Buch insgesamt drei Sterne.
- Thomas Hardy
Tess
(113)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerIch habe mich durch Fifty Shades of Grey inspirieren lassen, finde das Buch allerdings echt schlecht. Ich habe bis Seite 182 gelesen und fand es langweilig und teilweise unverständlich. Das erste Buch, das ich abgebrochen habe. Vielleicht gebe ich dem irgendwann nochmal eine Chance.
- Nicholas Sparks
Für immer der Deine
(830)Aktuelle Rezension von: BuechergeplauderLogan Thibault ist Soldat und hat auf dem Schlachtfeld ein Foto von einer wunderschönen Frau gefunden. Ohne groß darüber nachzudenken behält er das Foto. Es dient ihm als eine Art Glücksbringer.
Die Zeit als Soldat nimmt sein Ende und Logan macht sich auf die Suche nach der Frau auf dem Foto. Durch einen Zufall, erfährt er wo er sie finden kann.
Die beiden lernen sich kenn und schnell stellt sich heraus, dass er Schicksal war, dass sich die beiden finden.
Mein erster Nicholas Sparks Roman. Ich kenne den Film zu dieser Geschichte und war umso gespannter auf das Buch. Bis jetzt habe ich nur positives darüber gehört und wollte mir meine eigene Meinung dazu machen.
Leider konnte mich die Geschichte nicht ganz überzeugen. Ich hatte Schwierigkeiten hineinzufinden und mich in die Geschichte fallen zu lassen. Erst nach einigen hundert Seiten habe ich es geschafft, mich mit dem Buch anzufreunden.
Von Kapitel zu Kapitel wurde es dann besser und die Geschichte hat angefangen mich mitzureisen.
Im Großen und Ganzen, ein lesenswertes Buch, das ich jedem empfehlen kann, der eine schöne Liebesgeschichte lesen möchte.
- Ursula Poznanski
Vanitas - Schwarz wie Erde
(492)Aktuelle Rezension von: Olaf_RaackDass Blumen mehr sind als eine Wohltat für die Augen, den Geruchssinn oder in ausgesuchten Fällen auch für den Geschmack, ist hinlänglich bekannt. Blumen besitzen eine Sprache, stehen für Liebe, Trauer oder eben auch für Warnungen ... Da trifft es sich gut, dass die Protagonistin Carolin bei einem Floristen arbeitet – Sie kennt die Bedeutungen, die Botschaften, die Kommunikation durch Kombinationen in den Gebinden. Außerdem bilden sie einen wichtigen Bestandteil ihrer Verbindung zu den Lebenden, denn Carolin ist tot und ihr Name nur ein weiterer Baustein, um sie vor ihrem alten Leben zu schützen.
Doch die Vergangenheit holt einen bekanntlich immer wieder ein. Und sei es nur, für einen Gefallen, einen Job, einen Abstecher in das alte Leben und eine Erinnerung an die eigenen Fähigkeiten. Diese werden zum Einsatz gebracht, eingeschleust in das Umfeld von drei konkurrierenden Baufirmen und seltsam gehäufte Todesfälle auf deren Baustellen. Doch ist das alles? Und wie frei lässt es sich spitzeln, wenn die eigenen Dämonen einen nicht loslassen?
Ich wusste lange nicht recht, wie ich die Geschichte finde, was sie in mir hervorruft. Doch mit jeder Seite wurde ich tiefer hineingezogen und wollte wissen, wie es weitergeht, was sich noch zuträgt. Das Ende hat mich definitiv darin bestätigt, dass mehr in der Story steckt, als Anfangs zu erahnen war. Es fügt sich, selbst wenn nicht alles aufgeklärt wird – aber deshalb ist es auch ein Dreiteiler, oder?
Was bei mir zudem hängen bleibt, ist, dass es kaum Charaktere gab, die mir wirklich sympathisch gewesen wären. Hier treffen viele seltsame Gestalten aufeinander, was dem Buch einen besonderen Touch und Reiz gegeben hat.
Vanitas ist durchaus eine Empfehlung wert! - Chloe Benjamin
Die Unsterblichen
(233)Aktuelle Rezension von: PunktundKommaWas wäre, wenn du wüsstest, wann dein Leben endet? Genau damit beschäftigt sich dieser Roman – eine berührende Familiengeschichte über Schicksal, Entscheidungen und die Suche nach Kontrolle im Ungewissen.
Worum es geht:
New York im Sommer 1969. Um der Langeweile zu entgehen, auf der Suche nach einem Abenteuer, besuchen vier Geschwister – Varya, Daniel, Klara und Simon – eine geheimnisvolle Wahrsagerin, die angeblich das genaue Todesdatum eines Menschen vorhersagen kann. Einzeln und der Verschwiegenheit verpflichtet, betreten sie die Räume der seltsamen Frau. Hinterher ist plötzlich alles anders. Diese Begegnung hinterlässt bei jedem Einzelnen einen tiefen Eindruck und bleibt nicht ohne Folgen, denn dieses Erlebnis beeinflusst jede ihrer Lebensentscheidungen auf dramatische Weise.
So entfaltet der Roman sich über mehrere Jahrzehnte hinweg und bespielt die zentrale Frage: Wie verändert sich das Leben, wenn man glaubt zu wissen, wann es enden wird?Zum Buch:
Chloe Benjamin überzeugt mit starken Figuren, tiefgründigen Fragen und einer ruhigen, eindringlichen Erzählweise, die noch lange nachhallt.
Der Aufbau Benjamins Roman »Die Unsterblichen« ist so gestaltet, dass jedem Geschwisterkind ein eigener Abschnitt gewidmet ist. Beginnend bei Simon, dem jüngsten Kind der Familie. Die Autorin überzeugt besonders durch ihre feinfühlige und glaubwürdige Figurenzeichnung. Jedes der vier Geschwister wird mit großer psychologischer Tiefe und individueller Stimme dargestellt – ihre Ängste, Hoffnungen und Widersprüche wirken authentisch und greifbar.
Ein starkes Buch, das zum Nachdenken anregt, aber durch seine ruhige Erzählweise dennoch die Distanz zum Lesenden bewahrt.
Perfekt für alle, die Geschichten lieben, die zum Nachdenken anregen und dabei emotional berühren. Denn in dem Roman wird keine heitere Familiengeschichte erzählt. Vielmehr schildert die Autorin in ihrem Buch eindringlich und berührend das Spannungsfeld zwischen freiem Willen und Vorhersehung – eingebettet in eine Familiengeschichte voller Verlust, Bindung und der tiefen Sehnsucht, das eigene Schicksal lenken zu können.Keine leichte Kost, aber für mich ein starkes Buch, das man nur schwer aus der Hand legen kann.
Mehr dazu hier: https://www.buchleserin.de/2025/08/07/die-unsterblichen/
- Kate Eberlen
Miss you
(215)Aktuelle Rezension von: MonikaisreadingEine total schöne Liebesgeschichte um zwei Menschen die sich im Laufe des Lebens immer wieder knapp verpassen. Ich habe mit beiden geweint, geflucht gelitten und mich gefreut. Ich zähle es zu meinen Lieblingsbüchern
- Annette Hess
Deutsches Haus
(235)Aktuelle Rezension von: carowbrEva ist eine junge Frau Anfang der 60er Jahre in der BRD und soll als Dolmetscherin beim ersten NS-Prozess arbeiten. Dadurch wird sie mit der Vergangenheit ihres Landes und ihrer Familie konfrontiert.
Das Buch stellt eine Zeit da, in der jeder nach vorne blicken und niemand sich mit der Vergangenheit und der entstandenen Schuld auseinandersetzen wollte. Eindringlich schildert die Autorin immer wieder die Aussagen der Zeugen, die auf den echten Prozessakten beruhen. Besonders treffend ist der Widerspruch beschrieben, dass einerseits niemand von etwas gewusst haben will, nur ‚die Anderen‘ mitgemacht haben und man selbst nichts machen konnte. Andererseits haben eben (fast) alle dazu beigetragen, dieses System zu stützen und dadurch über die Jahre auszubauen.
Auch das Privatleben von Eva wird thematisiert und damit einhergehend die Rechte und Rolle der Frau in den 60er Jahren dargestellt.
Der Schreibstil war einerseits angenehm zu lesen, anderseits war es nicht zu 100% meins - ich kann allerdings nicht genau festmachen, an was es lag. - Celeste Ng
Kleine Feuer überall
(333)Aktuelle Rezension von: GwhynwhyfarDer Anfang: «In jenem Sommer redeten alle in Shaker Heights darüber, wie Isabelle, das jüngste Kind der Richardsons, endgültig durchdrehte und das Haus abfackelte. Während das ganze Frühjahr über die kleine Mirabelle McCullough Gesprächsthema gewesen war – beziehungsweise, je nachdem, auf welcher Seite man stand, May Ling Chow –, gab es endlich neuen aufregenden Gesprächsstoff.»
Es brennt! Fassungslos steht Elena Richardson im Bademantel und den Tennisschuhen ihres Sohnes draußen auf dem Rasen und starrt in die Flammen. Ihre jüngste Tochter hat in jedem Schlafzimmer Feuer gelegt. Shaker Heights, der wohlhabende Vorort von Cleveland, Ohio, hier ist es sauber, ruhig und völlig ungefährlich, Golf-, Reit-, Tennis-, Segelclub. Ein strukturiertes Straßennetz, beste Schulen; vom Außenanstrich der Häuser bis zur Höhe des Rasens ist alles vorgeschrieben, eine Scheinidylle. Rasen! Gemüse im Garten ist nicht erlaubt. Ordnungsfanatismus, Ordnung ist das ganze Leben! Wie konnte es zu diesem Unglück kommen? Gehen wir zurück zu dem Tag als das unkonventionelle Mutter-Tochter-Paar Mia und Pearl Warren zur Miete in eine der Wohnungen der Richardsons einzieht …
«‹Izzy nimmt alles ernst. Zu ernst. Das ist ihr Problem.›
‹Der Witz daran ist›, sagte Lexi eines Nachmittags, ‹dass Izzy in zehn Jahren bei Springer auftreten wird.»
‹In sieben›, widersprch Trip. ‹Höchstens acht. Jerry hol mich aus dem Knast.›
‹oder Hilfe meine Familie will mich einweisen›, sagte Lexi.
Elena ist Journalistin, die für das heimische Provinzblatt zu schreibt, was eigentlich nicht ihr Lebensziel gewesen ist. Aber das wundervolle Shaker Heights ist ihre Geburtsstadt und ihr Mann ist ihr gefolgt, ein gut verdienender Anwalt im Ort geworden. Sie haben vier Kinder zur Welt gebracht, Lexie (17), Trip (16), Moody (15) und Isabelle (Izzy, 14), ein ansehnliches Haus gebaut – der amerikanische Traum ist perfekt. Natürlich haben alle Kinder völlig verschiedene Charaktere, doch Izzy, die Jüngste bereitet Sorgen. Rebellisch, gesellschaftskritisch, sie lässt Äußerungen fallen, die ihre Umgebung zu Schnappatmung bringt; sie lässt sich zu Aktionen hinreißen, die ihr mächtigen Ärger einbringen. Moody ist von der gleichaltrigen Pearl fasziniert, von ihrem Lebensstil, dem Vagabundenleben. Denn Pearls Mutter Mia ist Künstlerin. Sie fotografiert, zerlegt die Fotos, bearbeitet sie und gestaltet etwas Neues daraus. Sie leben von der Hand in den Mund; besorgen sich Möbel vom Sperrmüll, Bekleidung aus Secondhandläden, und wenn ihnen eine Stadt nicht mehr gefällt, ziehen sie weiter. Pearl wiederum, die sich nun täglich bei den Richardsons aufhält, beneidet Moody um diese Familie, die ein gemütliches Leben ohne Sorgen führt. Ein festes Heim, eine Heimat. Das hatte ihre Mutter ihr versprochen: Wir suchen einen Ort, an dem wir bleiben! Pearl soll in Ruhe ihre Schule abschließen können. Und Shaker Heights ist der perfekte Ort, um für immer zu bleiben.
«Während der Nachmittage mit Pearl begriff er allmählich, wie ihr unstetes Leben ausgesehen hatte. Sie reisten mit leichtem Gepäck: zwei Teller, zwei Tassen, eine Handvoll bunt zusammengewürfeltes Besteck, jeder einen Seesack mit Kleidern und natürlich Mias Kameras. Im Sommer fuhren sie mit offenen Fenstern, weil der Golf keine Klimaanlage hatte; im Winter fuhren sie nachts bei aufgedrehter Heizung. … Um die Privatsphäre zu wahren, hängten sie ein Laken von der Hecktür über die Kopfstützen der Vordersitze wie ein Zelt. Zum Essen hielten sie am Straßenrand und aßen, was sie hatten, aus der Papiertüte: Brot und Erdnussbutter, Obst, manchmal Salami oder ein Peperoniwürstchen, wenn es gerade im Angebot war. Manchmal waren sie nur ein paar Tage unterwegs, dann wieder eine Woche, bis Mia einen passenden Ort fand, an dem sie eine Weile blieben.»
Pearl, die mit allen Kindern der Richardsons befreundet ist, mit jedem auf eine andere Weise, gehört bald zur Familie. Und dann macht Elena Mia das Angebot, bei ihr im Haushalt stundenweise zu arbeiten. Izzy ist fasziniert von Mia und sie will fotografieren lernen, Kunst schaffen; und Mia zeigt ihr, worauf es ankommt. Die beiden Familien sind eng miteinander verfochten. Wie es so ist im Leben, es passieren Dinge, die nicht geplant sind – Geheimnisse, Missverstandenes, schwelende Eifersucht … Bereits im zweiten Satz in diesem Roman begegnen wir Mirabelle McCullough – die am Ende das Fass zum überlaufen bringt …
«eine Utopie zu schaffen. Ordnen – und Verordnen, für Ordnung unerlässlich – galt den Shakern als Schlüssel zu Harmonie. Sie hatten alles verordnet: die angemessene Zeit, um morgens aufzustehen, die angemessene Farbe der Vorhänge, die angemessene Haarlänge für Männer, die angemessene Art, wie man die Hände zum Gebet faltet (den rechten Daumen über den linken). Die Shaker waren fest überzeugt, wenn sie jede Kleinigkeit planten, könnten sie ein Stück Himmel auf Erden schaffen, einen kleinen Zufluchtsort, und die Gründer von Shaker Heights hatten genauso gedacht. In Werbeannoncen zeigten sie Shaker Heights hoch oben auf einem Berggipfel am Ende eines Regenbogens, mit Blick auf das schmutzige Cleveland. Perfektion war das Ziel.»
Ein vielschichtiges Familien-Psychogramm von zwei Familien, dazu ein Kleinstadt-Psychogramm. Eine erstickende Kleinstadtidylle, in der der ein freundlicher, freiheitsliebender Paradiesvogel auftaucht. Eine alleinerziehende Mutter, die dem Bürgertum ganz ohne Absicht ihr Spießertum offenbart, aufdeckt, dass dieser ganze Luxus nur verdeckt, was darunter brodelt, dass er letztendlich nichts wert ist. Diese Stadt hat viele Pläne, Regeln, Gesetze. Mia zu ihrer Kunst gefragt, antwortet: «Ich fürchte, ich habe keinen Plan. Aber den hat eigentlich niemand, auch wenn alle das Gegenteil behaupten.» Der Stich ins Wespennest. Izzy sprengt ihre Ketten: «Sie sann nach Möglichkeiten, um sich zu rächen. Und sie suchte sich die Beste aus.» Zu viel Neugier, Kontrollsucht, Geheimnisse, Intrigen, Rache und ein paralleles Drama in der Stadt machen die Geschichte zu einem spannenden Roman, den man nicht aus der Hand legen mag. Ein Drama, das ist auf der ersten Seite klar. Aber was brachte Izzy dazu? «und Izzy ließ das Streichholz auf das Bett ihrer Schwester fallen und rannte zur Tür hinaus.» Mit feiner Beobachtungsgabe nähert sich Celeste Ng empathisch ihren Protagonist:innen, den Müttern und den Kindern. Die auktoriale Perspektive erlaubt dem Leser den Einblick. Wir kennen die Geheimnisse aller Beteiligten. Und das macht es spannend. Wann fliegt wer auf und was mag das auslösen? Bitterböse und gesellschaftskritisch. Es gibt hier keine fiesen Charaktere – im Gegenteil, letztendlich hat man Verständnis für jeden Einzelnen – und was sich hier entblättert ist großes Kino! Empfehlung!
«Seit ihrer Jugend hatte sie einen Plan gehabt und ihn minutiös eingehalten … Sie hatte, kurz gefasst, alles richtig gemacht und sich ein gutes Leben aufgebaut, ein Leben wie sie es sich wünschte, wie alle es sich wünschten. Und jetzt kam diese Mia, eine vollkommen andere Frau mit einem vollkommen anderen Lebensstil, die sich ohne Entschuldigungen ihre eigenen Regeln setzte.»
Celeste Ng, geboren 1980, wuchs in Pittsburgh, Pennsylvania, und in Shaker Heights, Ohio, auf. Sie studierte Englisch in Harvard und Kreatives Schreiben an der University of Michigan. ›Was ich euch nicht erzählte‹ stand genauso auf der Bestsellerliste wie ›Kleine Feuer überall‹, das auch als Miniserie verfilmt wurde. Celeste Ng lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn in Cambridge, Massachusetts.
- Joël Dicker
Die Geschichte der Baltimores
(391)Aktuelle Rezension von: KatKrnIn Die Geschichte der Baltimores blickt Marcus Goldman auf das Leben seiner wohlhabenden Verwandten aus Baltimore zurück. Alles wirkt perfekt – bis eine Katastrophe ihre heile Welt auseinanderreißt. Nach und nach setzt Marcus die Puzzleteile zusammen, ohne dass zu viel vorweggenommen wird.
Meine Meinung
Für mich war es schon das dritte Buch von Joël Dicker – und auch diesmal hat mir sein typischer Stil sehr gefallen. Im Nachhinein hätte ich allerdings eine andere Reihenfolge wählen sollen: Die Affäre Alaska Sanders direkt nach Harry Quebert und erst dann Die Geschichte der Baltimores. Es ist nicht dramatisch, da die Story hier für sich stehe und mein kein „Vorwissen“ aus den beiden anderen Büchern braucht, aber es wäre halt chronologisch gewesen.
Dicker versteht einfach, wie man Spannung aufbaut und Leser fesselt. Er schreibt lebendig, atmosphärisch und mitreißend, und genau das mag ich so an ihm. Trotzdem fand ich dieses Buch etwas schwächer als die anderen. An einigen Stellen holt er etwas zu weit aus, erzählt zu viel drumherum und wiederholt sich öfter, als nötig wäre. Auch Marcus’ Bewunderung für die Baltimores wirkt stellenweise ein bisschen überzogen, und die große „Katastrophe“, auf die alles zuläuft, konnte mich nicht ganz so überzeugen, da sie für mich nicht ganz nachvollziehbar war.
Trotzdem: Ein gutes, lesenswertes Buch – nur eben nicht sein stärkstes. Ich gebe 4 von 5 Sternen.























