Bücher mit dem Tag "fanatismus"

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66 Bücher

  1. Cover des Buches Erlösung (ISBN: 9783423214933)
    Jussi Adler-Olsen

    Erlösung

    (1.268)
    Aktuelle Rezension von: ScriptumFelicis

    Klappentext / Zusammenfassung:

    Ein rätselhafter Fund stellt Carl Mørck und sein Team vom Sonderdezernat Q vor eine erschütternde Aufgabe: In einer alten, verstaubten Flaschenpost, die vor über 15 Jahren angeschwemmt wurde, entdecken sie eine mit Blut geschriebene, kaum noch lesbare Botschaft – ein stummer Hilferuf zweier Jungen, die offenbar entführt wurden. Doch das mutmaßliche Verbrechen scheint nie angezeigt worden zu sein. Warum hat niemand diese Kinder vermisst?

    Die Ermittlungen führen das Team in ein Milieu aus religiösem Fanatismus, abgeschotteten Gemeinschaften und einem Netz aus Angst und Schweigen. Mit zunehmender Intensität verfolgt das Sonderdezernat Spuren, durchleuchtet Familienstrukturen, ideologische Abgründe und sektenähnliche Organisationen – bis es zu einem dramatischen und beklemmenden Höhepunkt kommt.

    Meinung:

    Für mich ist Erlösung bisher der spannendste Band der Reihe. Jussi Adler-Olsen gelingt mit dem dritten Fall für das Sonderdezernat Q ein düsterer, atmosphärisch dichter Thriller, der sich tief in psychologische Abgründe und das Thema manipulativer Machtstrukturen vorwagt. Die Geschichte bewegt sich in einem komplexen Spannungsfeld aus persönlichem Trauma und religiösen Dogmen.

    Die Handlung wird auf mehreren Zeitebenen erzählt. Die Ermittlungen in der Gegenwart werden ergänzt durch Einblicke in das Leben des Täters sowie Rückblenden in dessen Vergangenheit. Diese Erzählstruktur ist anspruchsvoll und erfordert Konzentration – verleiht dem Roman jedoch Tiefe und einen vielschichtigen Spannungsbogen.

    Adler-Olsen setzt nicht auf schnelle Action, sondern auf eine stetig wachsende Spannung, die sich manchmal zwar nur schleichend, aber unaufhaltsam verdichtet. Kleine Hinweise, scheinbar nebensächliche Details und psychologisch präzise gesetzte Szenen entfalten nach und nach ein erschütterndes Gesamtbild. Zwar ist der Aufbau stellenweise recht langsam – besonders dann, wenn sich die Ermittlungen festfahren –, doch gerade das wirkt authentisch und realitätsnah. Man braucht zu Beginn etwas Geduld, wird aber später mit einer dichten und intensiv erzählten Geschichte belohnt.

    Die Figuren sind – wie in den vorigen Bänden – vielschichtig und glaubwürdig. Carl Mørck bleibt ein ambivalenter Protagonist mit Ecken, Kanten und einem trockenen Humor, der ihn sympathisch macht, ohne ihn zu idealisieren. Assad ist nicht nur für sprachliche und kulturelle Reibungspunkte zuständig, sondern auch ein cleverer, aufmerksamer Beobachter, dessen Rolle im Team zunehmend an Bedeutung gewinnt. Doch seine Herkunft wirft immer mehr Fragen auf – wer ist er wirklich? Rose bringt mit ihrer kratzbürstigen, aber eigenständigen Art frischen Wind ins Team und offenbart neue Facetten ihrer Persönlichkeit.

    Besonders eindrucksvoll gelingt Adler-Olsen die Darstellung des Täters. Er wirkt über weite Strecken beinahe übermächtig – hochintelligent, manipulativ, mit einem perfekt ausgearbeiteten Plan und erschreckender psychologischer Kontrolle. Trotz (oder gerade wegen) dieser Überhöhung bleibt seine Figur fesselnd, weil ihre Beweggründe glaubwürdig aus einer gewalttätigen Kindheit und einem ideologisch geprägten Umfeld erwachsen.

    Der Schreibstil ist klar und hochgradig atmosphärisch. Adler-Olsen versteht es, Spannung aufzubauen, ohne in übertriebene Effekthascherei zu verfallen. Die Schauplätze sind greifbar, die Stimmung ist durchgehend beklemmend – und genau das verleiht dem Roman seine Wirkung.

    Fazit:

    Erlösung ist ein vielschichtiger, psychologisch intensiver Thriller, der durch seine durchdachte Konstruktion, seine beklemmende Atmosphäre und seine klug gezeichneten Figuren überzeugt. Jussi Adler-Olsen erzählt eine verstörende Geschichte über Schuld, Verdrängung und zerstörerische Machtverhältnisse – leise, aber nachhaltig. Wer Krimis mit Substanz, Tiefe und emotionaler Wucht schätzt, findet hier einen der stärksten Bände der Reihe.

  2. Cover des Buches Carrie (ISBN: 9783404180066)
    Stephen King

    Carrie

    (1.561)
    Aktuelle Rezension von: Lunacat

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    4,75 Sterne für dieses alte Meisterwerk ♥︎

    .

    Das war mein zweiter King und ich wollte unbedingt sein Debüt lesen - dieses Buch ist doch tatsächlich von 1974! - und wurde nicht enttäuscht! Ich habe vor, jetzt alles nach ET zu lesen!!

    .

    Die Geschichte umfasst knapp 300 Seiten und hat mich wirklich ab Seite 50 total in den Bann gezogen. Ich wollte dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen, weil es so enorm spannend war! Die Handlung war perfekt durchdacht, ich hab enorm mitgefiebert und die Spannung war groß!

    Was wird passieren? Wie endet es? Was ist überhaupt schon passiert? Ich bin durch die Geschichte geflogen!

    Die vielen verschiedenen Arten von Texten im Buch waren toll eingebaut und haben mich total begeistert!

    Auch das Ende hat mir sehr gut gefallen!

    Ich konnte sogar enorm mit Carrie mitfühlen und zwischendrin wollte ich einfach nur, dass es eine Liebesgeschichte wird... (if you know, you know :-()

    Und ich war dauernd nur so "Nein, bitte nicht, nein, oh Gott, nein". Mich hat das Buch total gecatcht und ich hab es gleich als erstes Buch des Jahres weggesuchtet!

    "Natürlich hab ich hier nicht die Tiefe wie in einer Romantasy" - falsch gedacht. Ja, nicht in dem Ausmaß, doch die Geschichte hat mich auch mit ihrer Tiefgründigkeit überzeugt!

    Die Charaktere waren sehr spannend gestaltet und konnten mich total überzeugen! So untypisch, so "anders" und doch einfach "normale Menschen", aber richtig gut geschrieben! 

    Als jemand, der die Geschichte rund um Carrie noch gar nicht kannte, hat mich das Buch total geschockt!

    Den Schreibstil fand ich auch toll!!! Anfangs musste ich mich kurz zurechtfinden, aber dann war ich einfach nur begeistert! 

    Ich MUSS mehr von King lesen!

    (Ja, im Werk sind Begriffe, die heutzutage nicht okay sind, aber es im Nachhinein zu ändern, wäre auch falsch, auch wenn ich mir hierzu noch eine Bemerkung gewünscht hätte)

    .

    Fazit:

    Ein Banger zum Jahresbeginn!

  3. Cover des Buches Black Witch - Prophezeiung (ISBN: 9783910522091)
    Laurie Forest

    Black Witch - Prophezeiung

    (259)
    Aktuelle Rezension von: Bianca_Books

    Das war ein toller Auftakt der Reihe. Hauptaugenmerk liegt hier definitiv auf dem Worldbuilding und den Charakteren. Wir werden langsam in die Welt eingeführt und das zusammen mit unserer Hauptprotagonistin Elloren die sehr behütet aufgewachsen ist und nicht viel von der restlichen Welt weiß. Das fand ich richtig toll, dass wir die zusammen mit ihr entdecken. Und da kommen so einige erschreckende Sachen zum Vorschein. Die Welt hat mir richtig gut gefallen - es gab so viele verschiedene Wesen und ich denke wir haben noch lange nicht alle kennengelernt und auch die Magie fand ich richtig toll. Die Charaktere waren wirklich toll und ich hab die meisten so sehr ins Herz geschlossen. Das einzige womit ich etwas Probleme hatte, waren das Alter der Charaktere, die doch noch sehr jung waren. Aber sie alle machen so eine tolle Entwicklung durch, hat mir gut gefallen. Die Charaktere hatten auch alle sehr viel Tiefe und wir lernen die meisten wirklich gut kennen. Die Geschichte war jetzt nicht besonders spannend und ganz so viel ist auch nicht passiert, aber das war absolut ok, denn wir lernen alles erstmal kennen. Ich denke in Band 2 wird einiges mehr passieren.

    Der Schreibstil hat mir wirklich gut gefallen und man ist so schnell in die Geschichte reingekommen. Es wurde alles wirklich toll beschrieben und man konnte total in die Geschichte eintauchen.

    Fazit: Hat mir gut gefallen, ich bin gespannt wie es weiter geht.

  4. Cover des Buches Miroloi (ISBN: 9783446261716)
    Karen Köhler

    Miroloi

    (193)
    Aktuelle Rezension von: Ellekens

    „Die tollste Inselgeschichte seit Robinson Cruso“ sagte Denis Scheck – und ich gebe ihm absolut Recht!

    Die Geschichte spielt auf einer Insel, nicht näher benannt, die ein Volk beheimatet, das nach den strengen Vorschriften der Khorabel (Mischung aus Khoran, Thora und Bibel) lebt. Die Vorschriften sind archarisch und unterdrücken die Frauen, die z. B. nicht Lesen und Schreiben lernen dürfen. Ein Verlassen der Insel ist verboten und wird streng bestraft.

    In dieses Dorf wird die namenlose Protagonistin als Neugeborenes in einer Bananenkiste in Zeitungen des letzten Sommers gewickelt vor die Tür des Bethaus-Vaters abgestellt. Dieser nimmt sich ihrer an, doch sie wird nie eine Teil der Gemeinschaft. Im Gegenteil: Sie schuftet, wird geächtet und beschimpft, erfährt physische und sexuelle Gewalt. Da sie kein „Stammbaum“ hat, darf sie nie einen Namen erhalten, nie heiraten und auch keine Familie gründen.
    Doch sie lernt Lesen und Schreiben, verliebt sich und lehnt sich auf!

    Miroloi bedeutet übersetzt „Rede über das Schicksal“ und ist ein von Frauen gedichtetes und gesungenes Totenlied (aus Wikipedia). Dieser Roman ist in Strophen aufgeteilt, das das Lebenslied der Protagonistin wiedergibt, das sie selbst singt, da es sonst keiner für sie tut.

    Was ein besonderes Buch! Die traurige Geschichte besticht durch ihre Form, das Setting und die besondere Sprache. Ich empfand es als absolute Bereicherung in meiner „Lese-Bubble“ und empfehle es jedem!

  5. Cover des Buches Wild Hearts (ISBN: 9783736308312)
    T. M. Frazier

    Wild Hearts

    (269)
    Aktuelle Rezension von: Biblio.manin

    "Wild Hearts" von T.M. Frazier, ist eine fesselnde Dilogie die im Lyx Verlag erschienen ist und nimmt uns über 303 Seiten mit auf eine außergewöhnliche Reise. Dieses Buch hebt sich wohltuend von anderen ab, da es ein Thema behandelt, das in der Welt der Romane nicht alltäglich ist – die Flucht aus einer Sekte. Diese ungewöhnliche Thematik sorgt für eine erfrischende Abwechslung und macht das Buch zu einem packenden Leseerlebnis.


    Der Schreibstil von T.M. Frazier ist nicht nur packend, sondern auch authentisch. Von der 1. Seite an vermag er den Leser in die Geschichte hineinzuziehen und seine Neugierde zu wecken. Das Buch strotzt vor Geheimnissen, die nach und nach enthüllt werden. Die Spannung wird kontinuierlich aufgebaut und lässt den Leser das Buch kaum aus der Hand legen.


    Besonders beeindruckend ist das unerwartete Ende. Es kommt wie ein Paukenschlag und hinterlässt den Leser mit offenen Mund vor Überraschung. Dieser unvorhergesehene Plottwist trägt zur Faszination des Buches bei und hinterlässt den Wunsch, sofort mit dem nächsten Band weiterzulesen.


    Die Handlung ist reich an Geschehnissen. Die Geschichte bewegt sich ständig vorwärts, und dennoch kommt die Liebesgeschichte zwischen den Protagonisten sowie deren emotionalen Entwicklungen nicht zu kurz. Der ständige Fluss von Ereignissen trägt zur Spannung bei und verhindert jegliches Abflachen des Interesses.


    Auch die Nebencharaktere Miler und Josh sind äußerst spannend und wecken die Neugierde des Lesers. Man möchte nicht nur die Hauptgeschichte weiterverfolgen, sondern auch herausfinden, wie es mit diesen Charakteren weitergeht.


    Insgesamt ist "Wild Hearts" von T.M. Frazier ein beeindruckendes Buch. Mit einem packenden Schreibstil, einer spannenden Handlung und überraschenden Wendungen. Es gelingt, die Balance zwischen aufregenden Ereignissen, emotionaler Tiefe und einer fesselnden Liebesgeschichte zu finden. Wer nach einer neuen Perspektive im New Adult Genre sucht und Lust auf eine mitreißende Handlung hat, wird von diesem Buch definitiv nicht enttäuscht sein.

  6. Cover des Buches Kein Zurück (ISBN: 9783453444119)
    Stephen King

    Kein Zurück

    (72)
    Aktuelle Rezension von: BuechermonsterBlog

    Als großer Fan von Stephen Kings Figur Holly Gibney hat mich "Kein Zurück" leider etwas enttäuscht zurückgelassen. Die bereits schon siebte Geschichte mit der offenbar sehr beliebten Privatermittlerin ist zwar keine schlechte, kann aber auch zu keinem Zeitpunkt wirklich mitreißen.

    Wie schon beim Vorgänger "Holly" ist auch hier nur allzu offensichtlich, dass King nah am aktuellen Geschehen sein möchte und die gesellschaftspolitische Situation in den USA daher auch hier wieder eine große Rolle spielt. So dreht sich zum Beispiel ein großer Teil der Handlung um eine kontroverse Frauenrechtlerin, die auf ihrer Tour durch amerikanische Städte den Hass zahlreicher Abtreibungsgegner auf sich zieht.

    Leider vermischt King diesmal jedoch zu viele verschiedene Ideen in einer Geschichte, von denen aber kaum eine richtig zündet. Alle Erzählstränge sind zwar auf gewisse Weise unterhaltsam, aber keiner davon mitreißend.

    Vielleicht auch dadurch kommt zudem die Protagonistin zu kurz, und gerade die vielen Eigenheiten und auch Seltsamkeiten, die Holly in den vorherigen Storys zu so großer Beliebtheit verschafft haben, bleiben zu großen Teilen auf der Strecke. Wo die Heldin im Vorgänger mit ihrer etwas zu dick aufgetragenen Corona-Haltung schon fast zu anstrengend war, bleibt sie diesmal weitestgehend farblos und irgendwie "gewöhnlich". Darüber hinaus wird sie von ihrem Schöpfer zur oft tatenlosen Leibwächterin degradiert und nimmt kaum an der ohnehin wenig präsenten Ermittlungsarbeit teil.

    Auch die anderen Figuren bleiben meist oberflächlich und so plätschert die Handlung in vielen Passagen eher unaufgeregt vor sich hin. Der Kriminalfall ist vorhersehbar und bietet nahezu keine Überraschungen, die Auftritte der Aktivistin sorgen für Wiederholung um Wiederholung, die Storyline um Hollys Freundin Barbara und eine schwarze Soul-Queen wirkt zu gezwungen und der Baseball-Plot um Polizistin Isabelle ist belanglos.

    Es wirkt fast so, als würde Stephen King sich selbst etwas zu viel Druck machen, möglichst viele politische und gesellschaftliche Themen bedienen zu wollen, leider bleibt dabei aber die emotionale Tiefe und vor allem auch die Spannung auf der Strecke. Schlecht ist "Kein Zurück" wahrlich nicht, aber sicher der bisher schwächste Auftritt von Holly Gibney und ihren Mitstreiter:innen.

  7. Cover des Buches Gegen den Hass (ISBN: 9783596522217)
    Carolin Emcke

    Gegen den Hass

    (53)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Wer sich auch nur ein wenig im Internet bewegt, weiß es schon lange: die Menschenfeinde versuchen lautstark, organisiert und hemmungslos ihren Hass als die wahre Meinung des Volkes, die aufrichtige Mehrheitsmeinung zu verkaufen. Dass es diesen rechten bis rechtsextremen Rand in jeder Gesellschaft gibt, ist nichts Neues. Dass diese fanatische Minderheit bis zu 20 Prozent der deutschen Gesellschaft ausmacht, könnte man auch seit Jahren wissen, wenn man die entsprechenden Studien verfolgt hätte. Hier haben die bürgerliche Mitte und die Verteidiger der offenen Gesellschaft schlichtweg zu lange weggeguckt. Die autoritären Charaktere mit ihrer Radfahrermentalität (Erich Fromm), nach oben buckeln und nach unten treten, die preußischen Untertanen, versuchen den Diskurs zu okkupieren und ihre Meinung als mehrheitsfähig in die Mitte der Gesellschaft zu transportieren.

    „Die Sorge erlebt zur Zeit eine erstaunliche Aufwertung. In der Sorge, so die rhetorische Suggestion, artikuliere sich ein berechtigtes Unbehagen, ein Affekt, der politisch ernst genommen und keinesfalls kritisiert werden sollte. Als seien ungefilterte Gefühle per se berechtigt. Als käme unreflektierten Gefühlen eine ganz eigene Legitimität zu.“

    Obsessiver Hass

    Erst mit dem Erstarken von Pegida und AfD wacht die im Konsum erstarrte offene Gesellschaft langsam auf. Erst mit dem Rückfall zahlreicher Deutscher in den völkischen Hass-Habitus schrecken Intellektuelle wie Carolin Emcke oder Harald Welzer auf. Es ist dringend an der Zeit die offene Gesellschaft zu verteidigen und sich klar und deutlich als Mehrheitsgesellschaft gegen den Hass zu positionieren. Emckes Plädoyer trifft den Kern der Debatte, was die Reaktionen der besorgten Bürger (u.a. in Amazon Rezensionen und Kommentaren) eindringlich bestätigen. Der Hass ist obsessiv geworden. Und seit geraumer Zeit werden aus den Worten auch Taten. Was Sarrazin, Pirinçci, Don Alphonso (Rainer Meyer), Höcke und sonstige Protagonisten der Neurechten sprachlich und gedanklich vorbereiten, führen die Hohlköpfe der neuen SA, die Hooligans, Kameradschaften, Freundeskreise und wie sich die rechtsextremen Gewaltaffinen auch nennen mögen, auf den Straßen aus.

    „Den Hass und die Angst schüren nicht zuletzt die, die sich von ihm Gewinn versprechen. Ob die Profiteure der Angst in der Währung der Einschaltquoten denken oder in Wählerstimmen, ob sie mit einschlägigen Titeln Bestseller produzieren oder sich mit griffigen Schlagzeilen Aufmerksamkeit verschaffen – sie alle mögen sich distanzieren von dem sogenannten »Mob« auf der Straße, aber sie wissen ihn ökonomisch für sich zu nutzen.“

    Mehr noch, muss man hinzufügen, sie sind sich in der Sache einig, lediglich die Methoden halten sie für falsch. Es ist diese Allianz der Hetzer mit dem Mob, die das gesellschaftliche Gefüge gefährden und der Menschenfeindlichkeit den Nährboden bieten. Carolin Emcke beginnt „Gegen den Hass“ mit genau solch einer Melange aus Worten und Taten. Clausnitz, wiedermal ein deutscher Ort, nach den überwunden geglaubten 90er Jahren, der zu einem Symbol des Hasses geworden ist.

    „Clausnitz ist nur ein Beispiel für den Hass und die Raster der Wahrnehmung, die ihn vorbereiten und formen, die Menschen unsichtbar und monströs zugleich machen. In Clausnitz traf es einen Bus mit Geflüchteten. In anderen Städten, in anderen Regionen trifft es Menschen mit einer anderen Hautfarbe, einer anderen Sexualität, einem anderen Glauben, einem uneindeutigen Körper, es trifft junge oder alte Frauen, Menschen mit einer Kippa oder einem Kopftuch, Menschen ohne Obdach oder ohne Pass, was immer gerade als Objekt des Hasses zugerichtet wird. Sie werden eingeschüchtert, wie in diesem Fall, oder kriminalisiert, sie werden pathologisiert oder ausgewiesen, angegriffen oder verletzt.“

    Als zweites Beispiel für „Hass und Missachtung“ führt Emcke den institutionellen Rassismus in den USA an. Es ist ein Beispiel, exemplarisch und nicht der Fingerzeig auf andere. Der institutionelle Rassismus ist kein Problem der USA, dort hat er lediglich eine spezifische Geschichte mit einer spezifischen und nicht einfach übertragbaren Ausprägung. Aber die Strukturen des Rassismus, die Missachtung des Lebens, die Menschenfeindlichkeit sind sehr wohl auch bei uns auszumachen.

    Der Mord an Eric Garner und sein Ausruf „This stops today“ ist Warnung, Mahnung und Aufforderung an alle Demokraten sich den Hass entgegenzustellen. Wie Harald Welzer es in „Wir sind die Mehrheit“ schrieb: Die Weimarer Republik scheiterte nicht, weil sie zu viele Feinde hatte, sie scheiterte, weil sie zu wenig Freunde hatte. Ebenso wie Welzer ruft Emcke dem Leser zu: Werdet Freunde der offenen Gesellschaft! Stellt euch gegen den Hass! Wir sind die Mehrheit!

    Der zweite Teil des Buches ist der Versuch den Kern der völkischen Ideologie, wie sie im Rassismus, bei Pegida, AfD und Neurechten gepflegt wird, aufzudecken: Homogen, Natürlich, Rein. Die Dreifaltigkeit der Einfältigkeit. Die Nähe von Neurechten, besorgten Bürgern und Islamisten wird hier besonders deutlich. Die Fundamentalisten sind immer gegen das vermeintlich Unnatürliche, das Unreine, die Biologisierung der eigenen Ideologie, der eigenen Ressentiments. Menschenfeinde sind Menschenfeinde – auch wenn sie es, geblendet von ihrem Hass, nicht erkennen werden.

    Emcke schließt das Buch mit dem dritten Teil, einem Plädoyer für den Pluralismus, die offene Gesellschaft. Hinter allem steht die Mahnung Eric Garners: Es muss heute aufhören! Der Hass muss aufhören.

    Während der erste Teil des Buches im journalistischen Stil geschrieben ist, dominiert im zweiten und dritten Teil ein philosophisch-akademischer Ton. Hierdurch wird meines Erachtens Potenzial verschenkt. Solche Bücher bedürfen einer großen Reichweite. Dass die besorgten Bürger das Buch nicht lesen werden, versteht sich von selbst. Aber die Mehrheitsgesellschaft besteht nicht nur aus Akademikern und Intellektuellen. Das ändert aber natürlich nichts an der Wichtigkeit des Buches und der trefflichen Analyse und Argumentation.

  8. Cover des Buches Wer den Wind sät (ISBN: 9783406817984)
    Michael Lüders

    Wer den Wind sät

    (45)
    Aktuelle Rezension von: Holden

    Michael Lüders beschreibt, was die amerikanische Außenpolitik (häufig durch die CIA und unter Unterstützung bestimmter Think tanks und Journalisten) im Nahen Osten angerichtet hat. Und dem ja auch häufig folgend leider die Europäische Union und die deutsche Regierung. Oft hat man die ausgestreckte Hand zur Kompromissfindung ausgeschlagen, frühzeitig die Welt in "gut" und "böse" unterteilt und sich pragmatschen  Lösungen verschlossen, oft auf kosten von Zehntausenden Menschenleben. Teilweise wurde eine erfolgreiche Friedensstiftung durch die USA untergraben, auch in Fällen wie der Hamas oder Irans, was daran liegt, daß die USA ein Interesse an dem dauerhaften Krieg haben, in dem wir uns gegenwärtig befinden, man einseitig auf wirtschaftliche Vorteile der US-Wirtschaft setzt (Big Oil und die Motivation zu George W. Bushs völkerrechtswidrigem Angriffskrieg gegen den Irak) oder indem man zu einseitig auf Israel im Nahen Osten schaut. Natürlich fragt man sich, was die gewählten deutschen Politiker zu dem Ganzen gesagt haben, man möchte Namen und konkrete Aussagen wissen, genauso wie das, was gewisse Medien geschrieben haben. Idles singen in "War" von den "stone-faced liars", Brody Dalle trug ein "The CIA"- T-Shirt auf der Bühne (natürlich als Kritik), beides mit Recht. Ein aufwühlendes Buch, zur Pflichtlektüre empfohlen.

  9. Cover des Buches Gott der Barbaren (ISBN: 9783518470251)
    Stephan Thome

    Gott der Barbaren

    (40)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    China, Mitte des 19. Jahrhunderts. Eine christliche Aufstandsbewegung überzieht das Kaiserreich mit Terror und Zerstörung. Ein junger deutscher Missionar, der bei der Modernisierung des riesigen Reiches helfen will, reist voller Idealismus nach Nanking, um sich ein Bild von der Rebellion zu machen. Dabei gerät er zwischen die Fronten eines Krieges, in dem er am Ende alles zu verlieren droht, was ihm wichtig ist. An den Brennpunkten des Konflikts – in Hongkong, Shanghai, Peking – begegnen wir einem Ensemble so zerrissener wie faszinierender Persönlichkeiten: darunter der britische Sonderbotschafter, der seine inneren Abgründe erst erkennt, als er ihnen nicht mehr entgehen kann, und ein zum Kriegsherrn berufener chinesischer Gelehrter, der so mächtig wird, dass selbst der Kaiser ihn fürchten muss.

    Angeführt von einem christlichen Konvertiten, der sich für Gottes zweiten Sohn hält, errichten Rebellen in China einen Gottesstaat, der in verstörender Weise auf die Terrorbewegungen unserer Zeit vorausdeutet. Ein großer und weitblickender Roman über religiösen Fanatismus, über unsere Verführbarkeit und den Verlust an Orientierung in einer sich radikal verändernden Welt.

  10. Cover des Buches Vardo – Nach dem Sturm (ISBN: 9783453361058)
    Kiran Millwood Hargrave

    Vardo – Nach dem Sturm

    (94)
    Aktuelle Rezension von: Ana80

    Eine kleine Insel ganz im Norden von Norwegen erlebt am Weihnachtsabend 1617 eine furchtbare Tragödie. Alle Männer der Insel Vardø kommen beim Fischfang durch einen schrecklichen Sturm um. Zurück bleiben Ehefrauen, Verlobte, Mütter und Kinder. Für diese beginnt nun ein schonungsloser Überlebenskampf, denn sie müssen nun Aufgaben übernehmen, die Frauen zum einen nicht gelernt haben, zum anderen aber auch nicht verrichten dürfen, da diese sich für Frauen nicht gehören. Doch was bleibt ihnen anderes übrig?!  Drei Jahre später betritt ein Mann die Insel, der als Kommissar dorthin beordert wurde und auf der Insel der Frauen nun für Ordnung sorgen soll. Dieser Mann ist streng gläubig und in seinem Herkunftsland Schottland hat er sich einen Namen als erfolgreicher „Hexenaufspürer“ gemacht.

    Kiran Millwood Hargrave wagt sich hier an ein schlimmes Thema der europäischen, aber im besonderen auch der norwegischen Geschichte, denn die Hexenverbrennungen haben dort in Massen stattgefunden. Sie erzählt die Geschichte aus der Sicht einer jungen Frau, Maren, die die Tragödie auf Vardø miterlebt und ihren Vater, Bruder und Verlobten verliert. Sie lernt mit den veränderten Umständen umzugehen und ihr Leben ohne Männer zu gestalten obwohl sie dabei immer noch versucht ist, sich an Regeln zu halten. Im Laufe der Zeit wird sie hierbei immer mutiger und nimmt immer mehr wahr, welche Missstände aber auch Abneigungen innerhalb des Dorfes und der Frauen herrschen. Als der Kommissar mit seiner jungen Frau Ursache auftaucht, wird das Leben sehr gefährlich, denn zum einen Beginnen die Frauen des Dorfes sich zum Teil bei diesem zu denunzieren, zum anderen freundet Maren sich mit Ursa intensiv an, eine Freundschaft, die nicht gerne gesehen wird.

    Zu Beginn hatte ich ein wenig Schwierigkeiten mit dem trockenen Schreibstil, mit dem ich zunächst warm werden musste. Später passte dieser Stil für mich allerdings sehr gut zu der Kargheit des Lebens so hoch im Norden und spiegelte diese gewissermaßen wieder. Nach kurzer Zeit fesselte mich das Geschehen des Romans, das sich langsam aber stetig aufbaut und für mich dann richtig spannend wurde.

    Für Leser*innen die Spaß an geschichtlichen Hintergründen haben ein absolut empfehlenswertes Buch. 

  11. Cover des Buches Kurz mal mit dem Universum plaudern (ISBN: 9783446272378)
    Preston Norton

    Kurz mal mit dem Universum plaudern

    (28)
    Aktuelle Rezension von: Maza_e_Keqe

    Cliff ist 16, aber fast 2 Meter groß und über 100 Kilo schwer, etwas stärker behaart als seine Altersgenossen und daher "Neandertaler" genannt. Insbesondere Aaron macht ihm das Leben an der Happy Valley Highschool schwer. Als letzterer nach einem Unfall aus dem Koma erwacht, behauptet er, dass ihm Gott persönlich erschienen sei und eine To-Do-Liste aufgetragen hat um das Leben an der Schule wieder lebenswerter zu machen: die Drogen-Dealer auf den rechten Weg führen, Sympathie für einen unbeliebten Lehrer wecken, den Schul-Rowdy bekehren... Nach anfänglicher Skepsis verbreitet sich diese "Mission" unter der Schülerschaft und führt zu ungewöhnlichen Begegnungen und unerwarteten Ergebnissen.

    Das Buch liest sich flüssig und sympathisch. Vor allem Cliff als Ich-Erzähler mag ich sehr gern. Er hat es schon zu Hause mit seinem arbeitslosen Vater in der heruntergekommenen Wohnwagensiedlung nicht leicht, vermisst seinen älteren Bruder. So klischeebeladen die Situation klingt, wird sie leider auch realitätsnah dargestellt und wirkt dadurch "typisch us-amerikanisch" inklusive aller Vorurteile über Highschools und deren Schülerschaft, Football, arm-reich-Trennung, Mobbing, fanatische Religiosität.

    In diesem Buch verbinden sie sich zu einer tollen Geschichte über das Leben (und den Tod) und die Liebe zum Leben und über den Tod hinaus.

    Ich musste auch immer wieder über Cliffs trockenen Humor lachen, der einfach großartig ist, trotz der meist viel zu ernsten Situation(en).

  12. Cover des Buches Loney (ISBN: 9783548289878)
    Andrew Michael Hurley

    Loney

    (91)
    Aktuelle Rezension von: SarahB

    Ich muss vorweg sagen: Komplett habe ich die Geschichte wohl nicht verstanden. Das macht aber nichts, da ich glaube, dass das in Teilen auch so gewollt ist. Nicht auf alles wird in diesem Roman geantwortet, viel bleibt im Dunklen, vage angedeutet, der Phantasie überlassen.

    Das Buch ist kein Horrorbuch, aber dennoch lassen einen die mystischen, teils mysteriösen Vorkommnisse schaudern. Die außergewöhnliche Sprache tut ihr Übriges, damit man denkt: nein danke, bei dieser Pilgerreise möchte ich nicht gerne dabei sein.

    Das Buch ist ganz sicher kein Urlaubs-oder Wohlfühlbuch. Es regt zum Nachdenken an, ich denke jetzt manchmal noch an dieses Buch zurück und habe es auch schon zweimal gelesen. Es hinterlässt etwas beim Leser, was bei mir nicht viele Bücher schaffen. Außergewöhnlich geschrieben, ich habe bisher nichts vergleichbares gelesen. Der Auto erschafft eine unheimliche Atmosphäre und man weiß nie so ganz genau, was Einbildung ist, was Realität und was dazwischen liegt. Eine eindrucksvolle Geschichte, die unter die Haut geht. Klare Empfehlung ( nur nicht für den Strand :) ).


  13. Cover des Buches Liebe und Verderben (ISBN: 9783746635767)
    Kristin Hannah

    Liebe und Verderben

    (154)
    Aktuelle Rezension von: Lunacat

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    3,75 Sterne 🌟 

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    Dieses Buch war echt eine Achterbahn der Gefühle! Starten wir mal zuerst mit den positiven Dingen: Ich habe dieses Buch GEFÜHLT, und wie ich es gefühlt habe. Ich habe so verdammt mitgelitten und fast geweint, war geschockt und mitgerissen pur!

    Die Charaktere waren zwar keine Lieblingscharaktere; sie hatten alle ihre 👍s & 👎s, aber ich habe wirklich mit ihnen gelitten.

    Der Schreibstil war ganz gut, aber mir leider viel zu ausführlich. Von 600 Seiten waren 200 Landschaftsbeschreibung, die ich teilweise dann nur noch überflogen habe.

    Das Problem war, dass das Setting - Alaska und hauptsächlich Winter - das komplette Gegenteil von dem ist, was ich gerne lese. Hätte man mir 200 Seiten von Rom im Sommer detailliert beschrieben, wäre ich voll dabei gewesen. Ich hasse nämlich den Winter wirklich sehr und er deprimiert mich und noch schlimmer ist für mich das "Land" als Gegensatz zur Stadt. Alaska verkörpert meinen Horrorort...

    Die ersten 300 Seiten haben sich auch ziemlich gezogen, muss ich ehrlich gesagt sagen. Dann kamen irgendwann 100 Seiten, die phänomenal waren, aber danach wurde es auch wieder langsam. Mit dem Ende bin ich aber so zufrieden. ♡

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    Fazit:

    Wer Alaska, das Land und den Winter liebt, gerne über Natur liest und gleichzeitig einen tiefgründigen Roman sucht, hat hier etwas Perfektes gefunden.

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    "𝕷𝖊𝖓𝖎 𝖜𝖔𝖑𝖑𝖙𝖊 𝖚𝖓𝖙𝖊𝖗 𝖉𝖊𝖒 𝕿𝖎𝖘𝖈𝖍 𝖙𝖗ö𝖘𝖙𝖊𝖓𝖉 𝖓𝖆𝖈𝖍 𝕸𝖆𝖙𝖙𝖍𝖊𝖜𝖘 𝕳𝖆𝖓𝖉 𝖌𝖗𝖊𝖎𝖋𝖊𝖓, 𝖉𝖔𝖈𝖍 𝖉𝖆𝖓𝖓 ü𝖇𝖊𝖗𝖑𝖊𝖌𝖙𝖊 𝖘𝖎𝖊 𝖊𝖘 𝖘𝖎𝖈𝖍 𝖆𝖓𝖉𝖊𝖗𝖘. 𝕾𝖎𝖊 𝖍𝖆𝖙𝖙𝖊 𝕬𝖓𝖌𝖘𝖙, 𝖉𝖆𝖘𝖘 𝖊𝖗 𝖘𝖊𝖎𝖓𝖊 𝕳𝖆𝖓𝖉 𝖟𝖚𝖗ü𝖈𝖐𝖟𝖎𝖊𝖍𝖊𝖓 𝖜ü𝖗𝖉𝖊. 𝖀𝖓𝖉 𝖉𝖔𝖈𝖍 𝖜𝖔𝖑𝖑𝖙𝖊 𝖘𝖎𝖊 𝖎𝖍𝖒 𝖎𝖗𝖌𝖊𝖓𝖉𝖊𝖙𝖜𝖆𝖘 𝖌𝖊𝖇𝖊𝖓, 𝖊𝖙𝖜𝖆𝖘 𝖙𝖚𝖓, 𝖉𝖆𝖘 𝖘𝖊𝖎𝖓 𝕷𝖊𝖎𝖉 𝖛𝖎𝖊𝖑𝖑𝖊𝖎𝖈𝖍𝖙 𝖊𝖎𝖓 𝖇𝖎𝖘𝖘𝖈𝖍𝖊𝖓 𝖑𝖎𝖓𝖉𝖊𝖗𝖓 𝖐𝖔𝖓𝖓𝖙𝖊."

  14. Cover des Buches Rabenfrauen (ISBN: 9783423217538)
    Anja Jonuleit

    Rabenfrauen

    (106)
    Aktuelle Rezension von: winter-chill

    Es ist eines der dunkelsten Kapitel der deutschen Justizgeschichte: die Colonia Dignidad. Anfang der 1960er Jahre gründet der pädophile Laienprediger Paul Schäfer die deutsche Kolonie in Chile. Eine Vielzahl von Anhängern, die er schon vorher unter dem Denkmantel einer freichristlichen Bewegung um sich geschart hatte, folgen ihm. Er verspricht ihnen ein urchristliches Leben im gelobten Land. Auch zahlreiche Kinder und Jugendliche werden nach Chile entführt. Was dann in der Colonia Dignidad wirklich passierte, ist an Horror nicht zu überbieten: Sklavenarbeit, Misshandlungen, sexueller Missbrauch Minderjähriger und Psychoterror waren an der Tagesordnung. Ein Entrinnen aus der Kolonie war unmöglich, weil auch die deutsche Botschaft die Vorfälle lange ignoriert hatte und die chilenischen Behörden von der Sektenführung geschmiert worden sind.

    Vor Jahren hatte ich mich schon mal mit der Colonia Dignidad beschäftigt und war daher umso neugieriger darauf, wie Anja Jonuleit das Thema umgesetzt hat.

     Aufgebaut ist der Roman aus verschiedenen Handlungssträngen, die auch auf unterschiedlichen Zeitebenen spielen. Im Mittelpunkt des Romans stehen die beiden Freundinnen Ruth und Christa. Im Sommer 1959 lernen sie beim Baden Erich kennen – er gehört zu einer Gruppe freikirchlicher Christen, die in der Nähe des Baches ein Zeltlager aufgeschlagen haben. Er lädt sie ein, doch mal im Zeltlager vorbeizuschauen. Eine willkommene Abwechslung für die Freundinnen – zudem finden beide Erich sehr attraktiv. Viele Abende und Tage verbringen die beiden nun im Zeltlager und lernen auch Paul Schäfer kennen. Während Ruth die Gruppierung aber zusehends suspekter findet und sich ihr bald abwendet, ist Christa wie gefangen und zieht mit der Sekte mit, schließlich landet sie mit vielen anderen in Chile.

    Rückblickend erfahren wir im Roman nun immer abwechselnd aus Ruths und aus Christas Sicht, wie es den Freundinnen erging. Durch Christas Sicht merkt man besonders, wie es Paul Schäfer gelang, die Menschen um sich zu scharen und man erfährt natürlich vor allem aus ihrer Sicht, was dann in der Colonia Dignidad wirklich geschah. Aus Ruths Sicht erfährt man vor allem, wie chancenlos es für Familie und Freunde war, ihre Angehörigen aus den Fängen der Sekte zu befreien.

    Ein zweiter Handlungsstrang spielt im Jahr 2010 – fünf Jahre nach der Festnahme von Paul Schäfer und dem endgültigen Ende der Sekte. Ruth ist mittlerweile Ende 60 und spielt nun mit den Gedanken nach Chile zu fliegen, um Christa zu sehen. Zeitgleich lernen wir Ruths Tochter Anne kennen, die in die alte Heimat zurückgekehrt ist, nachdem ihr Lebensgefährte verunglückt ist. In der Nachbarschaft trifft sie auf eine neu hinzugezogenen Familie, die sehr hilfsbereit ist, aber irgendwie aus der Zeit gefallen scheint. Bald erfährt Anne, dass die Familie erst kürzlich aus Chile hergezogen ist und ihr Lebensgefährte vor seinem Tod der Familie noch bei einer Klage helfen wollte.

    Zugegeben: Anfangs hab ich mich ein bisschen schwergetan, in den Roman reinzukommen, was tatsächlich an den zwei Zeitebenen und verschiedenen Handlungssträngen lag. Der Roman beginnt tatsächlich auch mit der Geschichte von Ruths Tochter Anne und das hat mich irgendwie komplett verwirrt. Mit der Zeit wurde dann aber alles klarer und man konnte der Geschichte dann auch sehr gut folgen. Am Ende war es eine rundum gelungener Roman, der einen tiefen Einblick in dieses Stück Zeitgeschichte bietet und auch noch spannende Wendungen parat hält. Anja Jonuleits Schreibstil ist wie gewohnt packend und bildgewaltig. Vor allem in die beiden Freundinnen Ruth und Christa kann man sich extrem gut hineinversetzen. Wirklich große Leseempfehlung.

  15. Cover des Buches The Ninth Rain (The Winnowing Flame Trilogy 1): British Fantasy Award Winner 2018 (English Edition) (ISBN: 9781472235169)
    Jen Williams

    The Ninth Rain (The Winnowing Flame Trilogy 1): British Fantasy Award Winner 2018 (English Edition)

    (2)
    Aktuelle Rezension von: Wortmagie

    Wenn ich Fantasy-Autor_innen bespreche, berichte ich oft, dass ihre Karrieren maßgeblich von bestimmten Einflüssen geprägt wurden. Namen wie Tolkien fallen in hübscher Regelmäßigkeit, ebenso wie diverse Rollenspiele, vor allem natürlich Dungeons & Dragons. Jen Williams hingegen verdankt ihren Eintritt in die literarische Fantasy einem Videospiel. „Dragon Age“ von EA erneuerte ihre Liebe für das Genre und inspirierte sie, es als schriftstellerische Heimat in Betracht zu ziehen.

    Ihren Durchbruch feierte sie mit der Sword & Sorcery – Trilogie „Copper Cat“. Mit ihrer zweiten Trilogie „The Winnowing Flame“ und deren Auftakt „The Ninth Rain“ wagt sie sich noch tiefer in das Genre und erobert die epische Fantasy.

    Einst galten die edlen Eborianer_innen als Beschützer_innen der Menschheit. Generation um Generation bewahrten sie die Bevölkerung von Sarn vor der Invasion der Jure’lia, des Wurmvolks. In acht Kriegen wehrten sie ihre Angriffe gemeinsam mit den Kriegsbestien ab, die ihnen ihr Baumgott Ygersil schenkte. Doch nach der letzten Schlacht verschwanden die Jure’lia und Ygersil begann zu sterben. 

    Viele Jahre später erträgt es Tormalin der Eidlose nicht länger, sein Volk dahinsiechen zu sehen. Er verlässt Ebora und schließt sich Lady Vincenza „Vintage“ de Grazon an, die in der irreversibel vergifteten Wildnis von Sarn die Überreste der Jure’lia erforscht. Dort begegnen sie der jungen Flammenhexe Noon, deren Kräfte ihnen kurz darauf das Leben retten. Sie sind auf ein Geheimnis gestoßen, das Ebora heilen könnte. Sie müssen so schnell wie möglich in Tors Heimat reisen – denn die Jure’lia sind noch nicht besiegt …

    Was für ein Glück, dass Jen Williams Begeisterung für Fantasy-Videospiele empfindet. Andernfalls wäre uns eine großartige Genre-Autorin entgangen. Sie ist ein hervorragendes Beispiel dafür, dass die High Fantasy von weiblichen Stimmen enorm profitiert. „The Ninth Rain“ ist ein sensationeller Trilogieauftakt voller kreativer, origineller Ideen. Er ist frisch, neu und anders als alles, was ich bisher kennenlernen durfte, vor allem hinsichtlich des Worldbuildings.

    Angriffe einer feindlichen Spezies sind in der High Fantasy keine Seltenheit – Angriffe einer außerirdischen Spezies hingegen schon. Jahrhundertelang wurden Sarn und Ebora periodisch von den Jure’lia attackiert. Im Gegensatz zu dem, was die umgangssprachliche Bezeichnung „Wurmvolk“ vermuten lässt, gruben sie sich jedoch nicht aus dem Boden. Sie kamen von oben. Die Jure’lia stammen nicht vom selben Planeten.

    Demnach betreten wir in „The Ninth Rain“ eine Fantasy-Welt, die ein Science-Fiction-Problem hat: Eine drohende Alien-Invasion. Genau genommen ist „The Winnowing Flame“ daher ein Hybrid beider Genres. Ich liebe es, wenn sich Autor_innen diese Freiheit gestatten, weil es altbekannte Archetypen um aufregende Dynamiken und Konflikte erweitert. Konventionellen Motiven einen neuen Twist zu verleihen, scheint allerdings Williams‘ Spezialität zu sein.

    Über die drei Hauptcharaktere Vintage, Tor und Noon erfahren Leser_innen beiläufig, dass die Historie von Sarn und Ebora hochgradig kompliziert und spannungsgeladen ist. Obwohl die elbenhaften Eborianer_innen die Menschheit wieder und wieder vor den Jure’lia retteten, ist die Beziehung der Völker in der Gegenwart von „The Ninth Rain“ alles andere als harmonisch.

    Williams erläutert früh, warum sich das Verhältnis beinahe irreparabel verschlechterte – glaubt mir, diese Facette der Geschichte räumt jeden Zweifel aus, dass Ebora nicht von stereotypen Elben bevölkert wird. Ich fand dieses Detail äußerst faszinierend und konnte dadurch sehr schnell eine intensive Bindung zu Tor aufbauen, dessen tragische Biografie untrennbar mit dem Niedergang seiner Heimat verknüpft ist.

    Er verbirgt seinen Schmerz hinter Nonchalance und offensiver Oberflächlichkeit, doch da Jen Williams in der personalen Erzählperspektive sehr nah an ihren Figuren bleibt, durchschaute ich seine Maskerade. Ich denke, dass auch Vintage – offiziell seine Arbeitgeberin, inoffiziell seine engste Freundin – sie als solche erkennt. Sie ist zu klug, um sich täuschen und an der Nase herumführen zu lassen.

    Ich feiere Vintage. Frauen wie sie treten in High Fantasy – Geschichten noch immer zu selten in zentralen Positionen auf: Unabhängige, ehrgeizige, selbstbewusste Frauen jenseits der 40. Daher bin ich Jen Williams dankbar für ihre Konzeption und dafür, dass sie Vintage nicht auf ihre Rolle als Forscherin reduziert. Sie ist weder verschüchtert noch weltfremd. Als erfolgreiche Unternehmerin mit einem rentablen Weingut kann sie sich das auch nicht erlauben.

    Ebenso starke Sympathie empfand ich für die junge Flammenhexe Noon. Ich glaube, dass sie für den weiteren Handlungsverlauf entscheidend sein wird, denn das magische grüne Feuer, das sie erzeugen kann, wird „winnowfire“ genannt – die Brücke zum Titel der Trilogie „The Winnowing Flame“ ist fix gebaut.

    Ich fand „The Ninth Rain” spektakulär. Ich hätte gern fünf Sterne vergeben, musste aber einsehen, dass es für die Höchstwertung (noch) nicht reichte. Trotz mitreißender Actionspitzen braucht dieser erste Band eine ganze Weile, bis er in die Gänge kommt. Das sorgfältige Worldbuilding, das mich später befähigte, eigenständig Zusammenhänge herzustellen und Mutmaßungen zu formulieren, frisst zu Beginn eine Menge Zeit. Es dauerte, bis ich in der Handlung ankam – auch, wenn es das letztendlich wert war.

    Jen Williams lässt die weibliche High Fantasy strahlen. Mir gefällt, dass sie als Schriftstellerin einen überzeugenden Trilogieauftakt abliefert, aber es freut mich besonders, dass „The Ninth Rain“ nicht ausgesprochen feminin ist. Für mich ist es ein Zeichen des Fortschritts, dass eine Autorin in der High Fantasy erfolgreich sein kann, ohne ihre Weiblichkeit demonstrativ zur Schau zu tragen. Williams schreibt keine „Fantasy für Frauen“. Sie schreibt Fantasy, Punkt. Und das macht sie verdammt gut.


  16. Cover des Buches Das Dorf der toten Seelen (ISBN: 9783959674232)
    Camilla Sten

    Das Dorf der toten Seelen

    (222)
    Aktuelle Rezension von: kaethchen_grimm

    Kennt ihr Bücher, deren Klappentext wie die Beschreibung eines anderen Buches klingt?

    So ging es mir mit diesem Buch. Klar, der Grundkern stimmt natürlich, aber irgendwie wurde da was angeteasert, das überhaupt nicht stimmte.

    Hier ein Auszug aus dem Klappentext: 

    "... doch bald geschehen seltsame Dinge. Die Handys haben keinen Empfang, im Walkie-Talkie ist ein heiseres Lachen zu hören. Und kurz darauf ist der erste aus dem Team tot ..." 

    𝙆𝙪𝙧𝙯 𝙙𝙖𝙧𝙖𝙪𝙛 ist übrigens dann Seite 277 von knapp 400. 😅

    Anfangs war das Buch unglaublich spannend. Ein einsames Dorf, dessen Bewohner vor 60 Jahren spurlos verschwanden. Lediglich eine Leiche und ein Neugeborenes wurden gefunden. Was ist damals passiert? Ich wollte es unbedingt wissen. 

    Die Autorin hat das ganze sehr spannend verpackt, jedes Kapitel endete mit einem dramatischen Satz, welcher zum Weiterlesen verleitete, weil ich die ganze Zeit dachte: "Oha jetzt passiert was." Aber es passierte nichts. So ging es die ganze Zeit weiter. Bis ich zu den letzten 100 Seiten kam. 

    Irgendwie ein bisschen enttäuschend. 😐

  17. Cover des Buches Besetzte Gebiete (ISBN: 9783462001068)
    Arnon Grünberg

    Besetzte Gebiete

    (18)
    Aktuelle Rezension von: Jin_ny

    Ich habe gemischte Gefühle. Zum einen war ich restlos begeistert von der lustigen Konstellation zwischen dem sogenannten Psychiater, Kadoke, und all den anderen Menschen mit dem er zu tun hat. Zum anderen haben mich manche Szenen dann doch eher verstört als dass sie meiner Meinung nach tatsächlich für die Story notwendig waren.
    Kadoke stolpert von einer irrsinnigen Situation zum nächsten noch groteskeren Moment. Dabei sieht er nicht ein wie er alles in den Sand setzt, alle vor den Kopf stößt und dabei Tabus und Grenzen bricht. Die Geschichte nimmt auch vor nichts Halt, verdreht alle Realitäten und anormalen Tätigkeiten um 180 Grad in selbstverständlicher Leichtigkeit und rüttelt an gefestigten Moralgedanken und Menschenformen. Dabei spielt Kadoke immer die Rolle des Außenseiters, immer unverstanden, in wiederkehrender Unzufriedenheit. Die Erzählweise ist dabei charmant, direkt und wütend, und verliert nie an Schärfe, was ich besonders gut fand. Interessanterweise gibt es auch keine Rolle, die das Ganze versucht ins richtige Licht zu rücken (wenn es denn überhaupt in diesem Buch ein "richtig" gibt). Somit bleibt es dem Leser selbst zu überlassen über Kadoke und die Situationen zu urteilen.

    Nach dem Lesen hatte ich jedenfalls das Gefühl, dass man mich wach gerüttelt hat und je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr finde ich Gefallen am Buch. Übrigens finde ich die Wahl des Titels "Besetzte Gebiete" höchstinteressant. Bei so vielen Ebenen und Anspielungen in dem Buch gehe ich davon aus, dass man die Besetzungen auf mehreren Ebenen meint, nicht nur die geografische, sondern auch die gesellschaftliche und geistliche. Das Buch bietet mehr als die Kurzbeschreibung erscheinen lässt und ich konnte das Buch nicht von der Hand lassen bis ich am Ende war, vergleichbar wie bei einem Unfall, wo man nicht wegsehen kann. Mir persönlich hat das Buch zwar Spaß gemacht, aber ich könnte mir vorstellen, dass es nicht für jeden gemacht ist.

    ** Dieses Buch wurde mir über NetGalley als E-Book zur Verfügung gestellt **

  18. Cover des Buches Fanatisch (ISBN: 9783649624547)
    Patricia Schröder

    Fanatisch

    (156)
    Aktuelle Rezension von: Claudia_Reinländer

    Klappentext / Inhalt:

    Sechs Mädchen verschwinden spurlos und kehren nach sechs Tagen völlig unvermittelt nach Hause zurück – in einheitlicher Kleidung, mit einer genähten Wunde an der Hand und alle sechs schweigen beharrlich. Religiöse Fanatiker haben sie auf grausame Weise biblischen Ritualen unterzogen. Nara ist eine der Geiseln gewesen und auch sie darf kein Wort sprechen. Denn der Entführer hat gedroht, ihrem Bruder etwas anzutun. Doch warum wurde gerade sie auserwählt? Langsam erkennt Nara, dass ihr Martyrium Teil eines größeren Plans ist, in dem sie eine besondere Rolle spielt. Und nur wenn sie es rechtzeitig schafft, sich in die fanatische Gedankenwelt des Täters zu vertiefen, kann sie das große angekündigte Unheil verhindern.

    Cover:

    Das Cover ist einfach gehalten und elektrisiert durch seine farblich Gestaltung. Einzig der Titel ist in großen Lettern erkennbar, jedoch die Anordnung und der verwaschene Hintergrund macht neugierig auf mehr.

    Meinung:

    Bisher kannte ich von der Autorin nur ihre Kinderbücher und war daher umso gespannter auf dieses Jugend- / Erwachsenenbuch. Religiöser Fanatismus spielt hier eine große Rolle. Sechs Mädchen verschwinden und werden biblischen Ritualen ausgesetzt, nach 6 Tagen kehren sie unvermittelt, aber schweigend zurück. Was dahinter steckt und ob der größere Plan dahinter vereitelt werden kann, lest selbst?

    Mehr möchte ich an dieser Stelle noch nicht verraten, da ich nicht spoilern und nicht zu viele Infos Preis geben möchte. 

    Es handelt sich hierbei um einen heftigen Jugendthriller, der es ganz schön in sich hat. Die verschiedenen Blickwinkel und die kurzen Einführungen mit Du und Er, aber auch die anderen Überschriften waren gut gewählt und haben dadurch Spannung hineingebracht. Der Schreibstil war fesselnd und sehr beschreibend. Man könnte sich alles sehr gut vorstellen und ist so in die Geschehnisse hineingekommen. Nach und nach haben sich die verschiedenen Puzzleteile zusammengesetzt, aber auch überraschende Wendungen haben mich als Leser bei Atem gehalten. Auch die Emotionen und Gefühle wurden gut und authentisch vermittelt, so dass ich in die verschiedenen Charaktere hinein finden konnte. 

    Die Kapitellänge war angemessen und auch die Überschriften waren gut gewählt. Manchmal musste ich ein wenig überlegen, wo ich mich gerade befand und bei wem, aber an sich lies sich alles angenehm und flüssig lesen. 

    Die Geschichte selbst war mit Spannung und Nervenkitzel versehen und man hat hier regelrecht mitgelitten und mitgefiebert. Religion und besonders Fanatismus ist kein einfaches Thema welches hier sehr anschaulich und extrem umgesetzt wurde. Mir hat die Schreibweise und diese ansprechende und erzählende sehr gut gefallen. Es war unglaublich spannend und hat mich beim Lesen einfach gefesselt. Manchmal hätte ich mir jedoch noch etwas mehr Aktivität von Nara gewünscht, klar war sie eingeschüchtert, aber irgendwie hat mir bei ihr manchmal das gewisse Etwas gefehlt.

    Alles in allem jedoch sehr solide, packend und sorgt für Nervenkitzel und spannende Unterhaltung.

    Fazit:

    Ein Jugendthriller, der es in sich hat. Religiöser Fanatismus sorgt hier für packende Unterhaltung und Nervenkitzel.

  19. Cover des Buches Girl A (ISBN: 9783365000816)
    Abigail Dean

    Girl A

    (191)
    Aktuelle Rezension von: abuelita

    …dieses Buch. Alexandra Gracie ist eine junge und erfolgreiche Anwältin. Niemand würde vermuten, was sie für ein schreckliches Schicksal hinter sich hat.

    Sie war „Girl A“ – eines von den Kindern, die in einem absolut verwahrlosten Elternhaus aufgewachsen ist. Und der damals die Flucht gelang, mit der sie sich und anschließend Ihre Geschwister aus diesem Horrorhaus befreien konnte.

    Sie hat die Vergangenheit hinter sich gelassen, aber dann stirbt ihre Mutter im Gefängnis und sie und ihre Geschwister erben dieses Haus.

    Szenen in der Gegenwart wechseln sich ab mit der Vergangenheit. Eine zuerst relativ normale Kindheit entwickelte sich immer mehr zum Alptraum. Die eher nüchtern gehaltenen Beschreibungen verstärken das Grauen und ich hatte öfters eine Gänsehaut.

    Absolut lesenwert !

     

     

     

  20. Cover des Buches Befreit (ISBN: 9783462054002)
    Tara Westover

    Befreit

    (120)
    Aktuelle Rezension von: SusanneEichholz

    Wenn je in Frage gestellt wurde, dass Bildung der Schlüssel zu persönlichem Erfolg ist, dann ist spätestens diese über weite Strecken unfassbare Bildungsbiografie der beste Beweis. Tara Westovers Geschichte überzeugt und fasziniert, wenn auch manche Beschreibungen sehr detailliert und die Figuren sehr deutlich sind.

  21. Cover des Buches Vor dem Frost (ISBN: 9783552057630)
    Henning Mankell

    Vor dem Frost

    (444)
    Aktuelle Rezension von: Beust

    Henning Mankell deutet in „Vor dem Forst“ den Generationenwechsel an: Linda Wallander steht kurz davor, in den Polizeidienst einzutreten und ihrem Vater nachzufolgen. Doch noch ehe sie den Dienst antritt, beginnen Linda und Kurt Wallander gemeinsam, getrennt, mit- und gegeneinander am neuesten Fall zu ermitteln. Dass die grausamen Tötungen von Tieren, die Schändungen von Kirchen und das seltsame Verhalten und Verschwinden von Lindas Freundin Anna zusammenhängen, ahnt der Leser sofort. Aber wie die beiden Wallander dem leicht konstruierten Plot auf die Spur kommen, ist toll erzählt. Linda macht mit Neugier und Unerschrockenheit (fast) wett, was Kurt mit Berufserfahrung und Instinkt gelingt.

    Die Folie der Handlung bildet religiöser Fanatismus. Schon im Prolog werden die Leser in den Massenmord einer extremistischen Christensekte geworfen. Und Fanatismus zieht sich durch den ganzen Roman. Menschenleben – und erst recht das Leben von Tieren – gilt diesen Verblendeten nichts im Angesicht der eingebildeten Größe ihres „gottgegebenen Auftrags“.

    Mankell hat eindrückliche Einfälle: Annas Mutter komponiert aus Lachern und Seufzern Musikstücke. In Flammen gesetzte Schwäne gehen brennend über einem schwedischen See nieder. Ein so qualvolles wie kräftiges Bild.

    Dass es Längen gibt, stört nicht übermäßig, und auch die Vorhersehbarkeit des Endes ist nur ein kleiner Abstrich für die Bewertung dieses gelungenen Wallanders!

  22. Cover des Buches Auf der richtigen Seite (ISBN: 9783499217975)
    William Sutcliffe

    Auf der richtigen Seite

    (12)
    Aktuelle Rezension von: leni_liest28

    Als ich den Klappentext zu „Auf der richtigen Seite las“, dachte ich eher an eine Dystopie und rechnete keinesfalls mit einem Jugendbuch mit politischem Inhalt. Trotz dessen fand ich es sehr interessant, wie Eggers den Konflikt der Israeli in seinem Buch aufgriff. Hätte ich dies aber vorher gewusst, wäre meine Entscheidung nicht auf dieses Werk gefallen.

    Am Ende der Geschichte merkt der Autor an, woher die Idee für sein Buch kommt. Mir hat dabei aber die Aufklärungsarbeit gefehlt. Wenn ein solches Buch bspw. in der Schule behandelt wird, ließe sich super an die politische Seite anknüpfen.. Hier fehlen mir ausführlichere Infos und Fakten. 

  23. Cover des Buches Der Teufel vom Brocken (ISBN: 9783740809232)
    Eva-Maria Silber

    Der Teufel vom Brocken

    (60)
    Aktuelle Rezension von: mandalotti

    Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen. Am Anfang hatte es etwas mystisches, da dachte man an den Yeti oder Aliens, aber ich hatte auch einen realen Verdacht wer der Mörder sein könnte. Ganz richtig lag ich nicht, aber ich war nah dran. 

    Die Geschichte hatte eine solide Ermittlerarbeit und auch die Ermittler waren mir sehr sympathisch. 

    Ich habe mal geguckt, ob es noch ein Buch mit Tomas Düvel gibt, aber leider nichts gefunden. Aber vielleicht schreibt die Autorin ja noch ein Buch mit ihm. 

  24. Cover des Buches Gottes Vollstrecker (ISBN: 9783492504515)
    Kate Dark

    Gottes Vollstrecker

    (32)
    Aktuelle Rezension von: Jani251

    Ich habe bisher nur eine Kurzgeschichte von Kate Dark in einer Anthologie gelesen, mochte aber sofort ihren Schreibstil. 

    Und dann stolperte ich vor kurzem über „Gottes Vollstrecker“, bzw. über dieses auffällige Cover. Und ich erwähne Cover in Rezensionen wirklich nur, wenn sie mich absolut packen. 


    Der FBI-Agent Logan Donahue verbringt mit einer geheimnisvollen jungen Frau eine sehr leidenschaftliche, wenn auch außergewöhnliche Nacht. 

    Nur kurze Zeit später werden Logan und sein Partner Ethan Malone in die Gemeinde Sunny Falls versetzt um einen Serienmörder zu stellen. Dort trifft er auch Scarlett, die unbekannte Schöne wieder. Ihr herrischer Bruder Jackson ist Patriarch der Gemeinde, die sektengleich lebt. Logan und Scarlett fühlen sich sofort zueinander hingezogen, was ihrem Bruder sehr missfällt. Währenddessen geschehen weitere grausame Morde. 


    Eine Handlung, die in solcher Umgebung spielt, war für mich völlig neu. Und so tauchte ich immer tiefer in die Geschichte ein, war fasziniert aber auch abgestoßen von den Machenschaften der Gemeinde. Es ist für mich unfassbar, wie hörig eine ganze Gemeinschaft einem einzigen Menschen sein kann, in einer Gemeinschaft, in der die Frau keinen Wert und keine Stimme hat. 

    Die Hintergründe sind gewissenhaft recherchiert und werden überzeugend dargestellt. Der Schreibstil der Autorin ist klar und sehr fließend. 

    Die Protagonisten Logan und Scarlett habe ich in mein Herz geschlossen. Scarlett kommt stark, aber auch sehr verletzlich rüber. Logan ist ihr großer starker Retter mit dem großen Herz. 

    Ich gebe für spannende Unterhaltung vor einem bedeutenden Hintergrund gepaart mit spicy Szenen fünf Sterne und eine ganz klare Leseempfehlung. 

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