Bücher mit dem Tag "fantastik"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "fantastik" gekennzeichnet haben.

21 Bücher

  1. Cover des Buches Der Schatten des Windes (ISBN: 9783596512980)
    Carlos Ruiz Zafón

    Der Schatten des Windes

    (5.829)
    Aktuelle Rezension von: SMBerghoff

    Ich habe "Der Schatten des Windes" von Carlos Ruiz Zafón gelesen wie man einen geheimen Garten betritt: langsam, neugierig – und am Ende wollte ich gar nicht mehr wieder raus. Schon die erste Szene, in der der junge Daniel in den "Friedhof der vergessenen Bücher" geführt wird, ließ mich spüren, dass dieses Buch selbst eine Liebeserklärung an Bücher ist.

    Was mich besonders fasziniert hat, ist die dichte, fast gotische Atmosphäre Barcelonas: enge Gassen, verregnete Plätze, der Geruch von altem Papier und Geheimnissen. Die Geschichte verwebt Liebe, Verrat, politische Schatten der Franco-Ära und die Spurensuche nach dem rätselhaften Autor Julián Carax so kunstvoll, dass ich mich immer wieder fragte, ob ich gerade einen Krimi, eine Familienchronik oder ein Märchen lese. Wahrscheinlich alles zugleich?

    Natürlich dehnt Zafón manche Episode, und wer nur auf rasanter Spannung reitet, könnte ungeduldig werden. Doch gerade diese geduldige Erzählweise machte für mich den Zauber dieses besonderen Buches aus: Ich wollte in diesen verschlungenen Seiten verweilen. Das passiert mir selten und daher gebe ich die Höchstwertung. Für mich ist Schatten des Windes ein grandioses Loblied auf die Macht von Geschichten – ein Roman, der lange nachhallt und der zeigt, wie Bücher selbst zu Schicksalen werden können.

  2. Cover des Buches Die Stadt der Träumenden Bücher (ISBN: 9783328107514)
    Walter Moers

    Die Stadt der Träumenden Bücher

    (3.496)
    Aktuelle Rezension von: claudiaZ

    Dies war mein erster Ausflug in das Universum von Zamonien und ich kann dem Autor eine überwältigendes Ausmaß an Fantasie bescheinigen. Schön fand ich auch die Illustrationen, die in meiner Taschenbuchausgabe in schwarz-weiß enthalten sind. Zu Beginn hatte ich etwas gebraucht, um in die Geschichte hinein zu finden. Doch dann hatte es mich auch gepackt. Ich hätte nicht gedacht, was man mit Büchern alles anstellen kann. Neben dem Schreiben, Lesen, Sammeln, Verkaufen spielen auch seltenere Behandlungsformen eine Rolle, z.B. die Jagd nach Büchern oder sogar das Verspeisen von Büchern. 


  3. Cover des Buches Die Seiten der Welt (ISBN: 9783596198528)
    Kai Meyer

    Die Seiten der Welt

    (1.539)
    Aktuelle Rezension von: Lumien

    Ich habe ein Weilchen gebraucht um mich in cid Welt einzufinden,aber eigentlich ist es eine gute und  Geschichte mit neuen Elementen.

    Mal was ganz Neues.Mir gefällt,dass es nicht das übliche Vampir - Magier Universum ist.

    Mein Leserinnenherz verkraftet nur die vielen Verluste nicht , aber das gehört wohl zu manchen Geschichten dazu 🫣

    Cool wäre eine Anspielung in der Mitte des Buches,welches ich hier in den Händen halte.

  4. Cover des Buches Das Flüstern der Nacht (ISBN: 9783453526112)
    Peter V. Brett

    Das Flüstern der Nacht

    (641)
    Aktuelle Rezension von: BatyMoon

    Grade wenn man sicher ist, klar ausgemacht zu haben, und wer nicht, dreht Brett alles am, stellt mit neuen Hintergrundgeschichten alles auf den Kopf und man ist verblüfft, wie sehr man sich selbst geirrt hat, nach Abschluss von Buch eins. Startet ein wenig langsam, aber durchhalten lohnt sich. Gut aufpassen, Nebenstränge die unwichtig erscheinen werden später noch wichtig ;) 

  5. Cover des Buches Chronik des Cthulhu-Mythos - Band II (ISBN: 9783865521453)
    H. P. Lovecraft

    Chronik des Cthulhu-Mythos - Band II

    (76)
    Aktuelle Rezension von: Das_Rezensorat

    1. Buch-/Geschichtsinformationen:

    • Titel: H.P. Lovecraft: Chronik des Cthulhu-Mythos Band II

    • Autor: H.P. Lovecraft (mit Vorwort und Erläuterungen von Marco Frenschkowski)

    • Genre: Kosmischer Horror, Science-Fiction, Weird Fiction

    2. Gesamteindruck und spoilerfreie Einleitung:

    Der vorliegende zweite Band der "Chronik des Cthulhu-Mythos" versammelt einige der reifsten und visionärsten Erzählungen H.P. Lovecrafts, die den Höhepunkt seines literarischen Schaffens markieren. Von der eisigen Weite der Antarktis bis zu den morbiden Gassen Neuenglands entführt uns Lovecraft in eine Welt, in der die Menschheit eine unbedeutende Episode in einem kosmischen Drama darstellt. Dieser Band ist nicht nur eine Sammlung von Horrorgeschichten, sondern ein tiefgründiges Eintauchen in die philosophischen Abgründe des Autors. Wir vergeben eine Gesamtwertung von 4,5 von 5 Sternen.

    3. Detaillierte Analyse (Hauptteil):

    Inhalt/Handlung:

    Dieser Band präsentiert eine Auswahl von Lovecrafts späten Erzählungen, die den Cthulhu-Mythos maßgeblich prägten und erweiterten. Die Geschichten sind lose miteinander verbunden durch das gemeinsame Universum der "Alten Wesen", kosmischer Schrecken und verbotenen Wissens.

    • "Berge des Wahnsinns" (At the Mountains of Madness): Die Prämisse einer Antarktisexpedition, die auf die Überreste einer uralten, nicht-menschlichen Zivilisation stößt, ist packend. Die Handlung entfaltet sich als eine Mischung aus wissenschaftlichem Bericht und schleichendem Grauen. Der Plot-Verlauf ist methodisch und detailreich, was die Entdeckungen umso glaubwürdiger macht. Logiklöcher sind kaum vorhanden, da Lovecraft die "wissenschaftlichen" Erklärungen für das Unfassbare akribisch ausarbeitet. Die Wendungen sind subtil, aber wirkungsvoll, insbesondere die schockierende Erkenntnis über die wahre Natur der "Alten Wesen" und der Shoggothen. Die Erzählung ist ein Paradebeispiel für Lovecrafts Fähigkeit, eine Atmosphäre des kosmischen Entsetzens zu schaffen, in der die Größe des Universums die Bedeutung der Menschheit zunichtemacht.

    • "Der Schatten über Innsmouth" (The Shadow over Innsmouth): Diese Novelle konzentriert sich auf den Verfall einer isolierten Hafenstadt und die schockierende Entdeckung einer hybriden Bevölkerung. Der Plot ist meisterhaft aufgebaut, mit einer allmählichen Steigerung der Spannung und des Grauens. Die Nachvollziehbarkeit der Handlung ist gegeben, auch wenn die übernatürlichen Elemente eine bewusste Suspension der Ungläubigkeit erfordern. Die Wendungen, insbesondere die genealogische Enthüllung des Protagonisten, sind schockierend und tief verstörend.

    • "Träume im Hexenhaus" (The Dreams in the Witch House): Die Geschichte eines Mathematikstudenten, der in einem von Hexen besessenen Haus wohnt, verbindet okkulten Horror mit nicht-euklidischer Geometrie. Der Plot ist hier etwas sprunghafter und weniger stringent als in den anderen Erzählungen, was der fieberhaften Natur der Träume des Protagonisten geschuldet sein mag. Dennoch gelingt es Lovecraft, eine beklemmende Atmosphäre zu erzeugen, die den Leser in den Wahnsinn des Protagonisten hineinzieht.

    • "Das Ding auf der Schwelle" (The Thing on the Doorstep): Eine psychologisch abgründige Geschichte über Identitätsverlust und die Manipulation durch okkulte Kräfte. Der Plot ist linear, aber die psychologischen Wendungen sind verstörend. Die Erzählung spielt geschickt mit der Angst vor dem Verlust der eigenen Persönlichkeit.

    • "Der Schatten aus der Zeit" (The Shadow out of Time): Diese Erzählung ist ein weiteres Meisterwerk des kosmischen Horrors und der Science-Fiction, in dem Lovecraft die Geschichte der Erde und des Sonnensystems in einem atemberaubenden Panorama entfaltet. Die Prämisse eines Gedächtnisverlustes, der sich als Austausch mit einem außerirdischen Geist herausstellt, ist faszinierend. Der Plot ist komplex und reich an Details, die die immense Vision Lovecrafts untermauern.

    • "Jäger der Finsternis" (The Haunter of the Dark): Eine Geschichte über einen Künstler, der in einer verlassenen Kirche auf ein kosmisches Wesen stößt. Der Plot ist geradlinig, aber die psychologische Entwicklung des Protagonisten und die Manifestation des Grauens sind packend.

    Charaktere:

    Lovecrafts Charaktere sind selten tiefenpsychologisch ausgearbeitet, dienen aber effektiv als Vehikel für das kosmische Grauen. Sie sind oft Gelehrte oder Einzelgänger, die durch ihr Streben nach Wissen an die Grenzen des menschlich Erträglichen stoßen.

    • In "Berge des Wahnsinns" ist William Dyer, der Ich-Erzähler, ein Geologe, dessen wissenschaftliche Neugier ihn in den Abgrund des Wahnsinns treibt. Seine anfängliche Skepsis weicht einer tiefen Verzweiflung, was seine Entwicklung glaubwürdig macht. Die anderen Expeditionsteilnehmer sind eher archetypisch, erfüllen aber ihren Zweck, die Isolation und die Bedrohung zu verstärken.

    • Der namenlose Protagonist in "Der Schatten über Innsmouth" ist ein junger Mann auf der Suche nach seinen Wurzeln, der in eine schockierende genealogische Offenbarung schlittert. Seine Entwicklung vom neugierigen Touristen zum verzweifelten Flüchtling und schließlich zu einem Akzeptierenden seiner neuen Identität ist bemerkenswert. Zadok Allen, der alte Trunkenbold, ist eine herausragende Nebenfigur, die durch ihren Dialekt und ihre wirren, aber prophetischen Erzählungen Tiefe gewinnt.

    • Walter Gilman in "Träume im Hexenhaus" ist ein Student, dessen intellektuelles Streben ihn in einen Strudel aus Alpträumen und Realitätsverlust zieht. Seine Charakterentwicklung ist eine Spirale des Wahnsinns, die durch die Verbindung von Wissenschaft und Okkultismus besonders beklemmend wirkt.

    • In "Das Ding auf der Schwelle" erleben wir Edward Pickman Derby, einen sensiblen Dichter, dessen schwacher Wille ihn zum Opfer einer okkulten Manipulation macht. Seine Transformation und der Verlust seiner Identität sind das zentrale Element der Charakterentwicklung und erzeugen ein tiefes Mitgefühl beim Leser.

    • Nathaniel Wingate Peaslee in "Der Schatten aus der Zeit" ist ein Professor, der eine fünfjährige Amnesie erleidet und nach seiner Rückkehr von verstörenden Pseudo-Erinnerungen geplagt wird. Seine Suche nach der Wahrheit und die allmähliche Akzeptanz seiner kosmischen Erfahrungen machen ihn zu einem der komplexesten Charaktere Lovecrafts.

    • Robert Blake in "Jäger der Finsternis" ist ein Künstler, der sich dem Morbiden verschrieben hat und durch seine Neugier ein kosmisches Wesen erweckt. Seine Entwicklung vom neugierigen Entdecker zum gejagten Opfer ist packend, und seine Identifikation mit dem "Jäger" am Ende ist ein klassisches Lovecraft-Motiv.

    Welt/Setting:

    Lovecraft ist ein Meister darin, immersive und beklemmende Welten zu schaffen, die oft in einer leicht verfremdeten Version Neuenglands angesiedelt sind.

    • Die Antarktis in "Berge des Wahnsinns" ist nicht nur eine Kulisse, sondern ein eigenständiger Charakter. Die präzise Beschreibung der Eiswüste, der geologischen Formationen und der unwirtlichen Bedingungen trägt maßgeblich zur Atmosphäre des kosmischen Grauens bei. Die "Stadt der Alten Wesen" ist detailreich und beeindruckend ausgearbeitet, was ihre Fremdartigkeit und ihr Alter noch verstärkt.

    • Innsmouth in "Der Schatten über Innsmouth" ist eine Stadt des Verfalls, deren morbider Charme und die seltsamen Bewohner eine einzigartige Atmosphäre schaffen. Die detaillierte Beschreibung der Architektur und der sozialen Isolation trägt zur Glaubwürdigkeit der Geschichte bei. Die Verbindung zu realen Orten in Neuengland verstärkt das Gefühl des Unheimlichen.

    • Das Hexenhaus in Arkham in "Träume im Hexenhaus" ist ein klaustrophobisches Setting, das den Wahnsinn des Protagonisten widerspiegelt. Die engen Gassen und die altehrwürdige Stadt Arkham selbst tragen zur beklemmenden Stimmung bei.

    • Das alte Crowninshield-Anwesen in Salem in "Das Ding auf der Schwelle" ist ein klassisches Spukhaus, dessen Geschichte und Architektur zur unheimlichen Atmosphäre beitragen.

    • Die prähistorische Erde und die Zivilisation der "Großen Rasse" in "Der Schatten aus der Zeit" sind atemberaubend und detailreich beschrieben. Lovecraft entführt den Leser in eine ferne Vergangenheit und Zukunft, die gleichermaßen faszinierend und verstörend ist.

    • Federal Hill in Providence in "Jäger der Finsternis" wird zu einem Ort des Grauens, wo eine verlassene Kirche ein Portal zu kosmischen Schrecken birgt. Die Beschreibung des italienischen Viertels und der alten Architektur trägt zur Atmosphäre bei.

    Schreibstil/Sprache:

    Lovecrafts Schreibstil ist unverkennbar und prägte das Genre des Horrors maßgeblich. Er ist geprägt von einer opulenten, oft archaischen Sprache, die reich an Adjektiven und Superlativen ist.

    • Flüssigkeit und Bildhaftigkeit: Lovecrafts Prosa ist oft flüssig, auch wenn sie durch lange, verschachtelte Sätze und eine Fülle von Beschreibungen gekennzeichnet ist. Seine Sprache ist äußerst bildhaft und schafft lebendige, oft verstörende Bilder im Kopf des Lesers. Er nutzt eine evokative und visionäre Vorstellungskraft, um das Unheimliche und Fantastische zu vermitteln.

    • Prägnanz und Komplexität: Obwohl Lovecraft zuweilen ausschweifend sein kann, ist seine Sprache oft prägnant in ihrer Fähigkeit, eine bestimmte Stimmung oder ein Gefühl zu vermitteln. Die Komplexität ergibt sich aus der Tiefe der kosmischen Konzepte und der philosophischen Implikationen seiner Geschichten.

    • Stimmung und Charakterisierung: Die Sprache wird meisterhaft eingesetzt, um Stimmung und Atmosphäre zu untermauern. Der ständige Gebrauch von Wörtern wie "unaussprechlich", "unbeschreiblich" und "namenlos" verstärkt das Gefühl des Unbekannten und des Grauens. Die Charakterisierung erfolgt oft indirekt, durch die Reaktionen der Protagonisten auf das Grauen.

    • Besondere sprachliche Eigenheiten: Lovecrafts Hang zu archaischen und seltenen Wörtern kann für manche Leser eine Herausforderung darstellen, trägt aber maßgeblich zur einzigartigen Atmosphäre bei. Der Gebrauch von Dialekten, wie in Zadok Allens Rede in "Der Schatten über Innsmouth", ist ein bemerkenswertes sprachliches Detail, das die Authentizität der Figuren unterstreicht. Seine Fähigkeit, das "Fremde im Nahen" zu evozieren, ist ein Markenzeichen seines Stils.

    Themen und Botschaften:

    Lovecrafts Werk ist reich an wiederkehrenden Themen und tiefgründigen Botschaften, die über den reinen Horror hinausgehen.

    • Kosmischer Indifferentismus: Ein zentrales Thema ist die unermessliche Größe und Gleichgültigkeit des Kosmos gegenüber der Menschheit. Die "Alten Wesen" und ihre Taten machen deutlich, dass das menschliche Leben und seine Errungenschaften im Angesicht der kosmischen Ewigkeit bedeutungslos sind. Dies vermittelt eine tief existenzielle Angst.

    • Verlust der Identität und des Verstandes: Viele Geschichten thematisieren den Verlust der eigenen Identität, sei es durch physische Transformation ("Der Schatten über Innsmouth") oder durch psychologische Überwältigung ("Das Ding auf der Schwelle", "Träume im Hexenhaus"). Das Streben nach verbotenem Wissen führt oft zum Wahnsinn.

    • Verfall und Dekadenz: Lovecrafts Neuengland-Settings sind oft von Verfall und Niedergang geprägt, sowohl architektonisch als auch moralisch. Dies spiegelt eine zivilisationskritische Haltung wider, in der der Fortschritt oft zu einem Rückschritt führt.

    • Das Unbekannte und das Tabu: Ein wiederkehrendes Motiv ist das Streben nach verbotenem Wissen und die Konfrontation mit dem Unbekannten, das oft jenseits menschlicher Vorstellungskraft liegt. Das Überschreiten dieser Grenzen führt unweigerlich zu katastrophalen Konsequenzen.

    • Atavismus und Rückentwicklung: In "Der Schatten über Innsmouth" wird die Dekadenz der Bevölkerung als eine Rückentwicklung zu primitiveren, nicht-menschlichen Formen dargestellt, was die Angst vor dem Verlust der menschlichen Identität verstärkt.

    Positive Aspekte:

    • Visionäre Vorstellungskraft: Lovecrafts Fähigkeit, ganze kosmische Zivilisationen und Zeitlinien zu entwerfen, ist atemberaubend. Seine Welten sind einzigartig und bleiben lange im Gedächtnis.

    • Atmosphärische Dichte: Die Geschichten sind meisterhaft darin, eine beklemmende, unheimliche und oft klaustrophobische Atmosphäre zu schaffen, die den Leser tief in das Grauen hineinzieht.

    • Philosophische Tiefe: Über den reinen Horror hinaus bieten die Erzählungen tiefgründige philosophische Überlegungen über die Stellung des Menschen im Universum und die Grenzen des Wissens.

    • Sprachliche Kunstfertigkeit: Lovecrafts einzigartiger, oft archaischer Stil trägt maßgeblich zur Immersion bei und verleiht den Geschichten eine zeitlose Qualität.

    • Einfluss auf das Genre: Die Geschichten in diesem Band sind nicht nur Klassiker des Horrors, sondern haben das gesamte Genre nachhaltig geprägt und inspiriert.

    Negative Aspekte/Kritikpunkte:

    • Charakterentwicklung: Lovecrafts Charaktere dienen oft als bloße Beobachter des Grauens und sind selten so tief ausgearbeitet wie in moderneren Romanen. Ihre emotionalen Reaktionen sind oft stereotypisch (Wahnsinn, Schrecken).

    • Sprachliche Redundanz: Der wiederholte Gebrauch von Adjektiven wie "unaussprechlich" oder "unbeschreiblich" kann zuweilen ermüdend wirken und die Wirkung abschwächen, anstatt sie zu verstärken.

    • Pacing: Manche Geschichten, insbesondere "Berge des Wahnsinns", können aufgrund der detailreichen Beschreibungen und des langsamen Aufbaus für ungeduldige Leser etwas langatmig sein.

    • Rassistische Untertöne (historischer Kontext): Es ist wichtig anzumerken, dass Lovecrafts Werk, wie viele seiner Zeit, rassistische und fremdenfeindliche Ansichten enthält. Diese sind in einigen Passagen, insbesondere in der Darstellung von "fremden" Kulturen oder "degenerierten" Bevölkerungen, spürbar. Dies ist ein Aspekt, der kritisch zu betrachten ist, auch wenn er im historischen Kontext des Autors verstanden werden muss. Marco Frenschkowskis Vorwort geht auf diesen Aspekt ein, was wir als Lektorat sehr begrüßen.

    • Mangelnde Zugänglichkeit für Neulinge: Lovecrafts Stil und seine komplexen Konzepte können für Leser, die neu im Genre des kosmischen Horrors sind, eine Herausforderung darstellen.

    Sicht eines Autors:

    • Ich bewundere Lovecrafts unerschöpfliche Vorstellungskraft. Die Art und Weise, wie er ganze Zivilisationen und kosmische Entitäten erschafft, ist inspirierend. Besonders beeindruckt mich die Fähigkeit, das Unsichtbare so greifbar zu machen, indem er die Angst vor dem Unbekannten schürt. Als Autor frage ich mich, wie er es geschafft hat, diese düstere Atmosphäre so konsistent aufrechtzuerhalten. Ich sehe, wie er seine persönlichen Ängste und Faszinationen in seine Geschichten einfließen lässt, was ihnen eine einzigartige Authentizität verleiht. Die Herausforderung, eine solche Dichte an Beschreibungen zu schaffen, ohne den Leser zu überfordern, ist immens. Lovecraft zeigt hier, wie man durch die Wahl der Worte und den Aufbau der Sätze eine Sogwirkung erzeugen kann.

    Sicht eines Lektors:

    • Ich sehe in Lovecrafts Prosa sowohl Brillanz als auch Raum für Optimierung. Die evokative Kraft seiner Sprache ist unbestreitbar, doch die Redundanz bestimmter Adjektive und die mitunter langen Satzkonstruktionen könnten gestrafft werden, um die Wirkung zu intensivieren. Aus lektorischer Sicht würde ich versuchen, die Balance zwischen der opulenten Beschreibung und dem erzählerischen Fluss zu optimieren. Die Konsistenz der Mythologie ist beeindruckend, und die Art, wie die Geschichten miteinander verwoben sind, ist ein Genuss für jeden Lektor. Die Vorworte und Erläuterungen von Marco Frenschkowski sind hier von unschätzbarem Wert, da sie den historischen und literarischen Kontext liefern und somit die Arbeit des Lektorats ergänzen.

    Sicht eines Korrektors:

    • Ich erkenne die Herausforderung, die Lovecrafts komplexer Satzbau und seine archaische Wortwahl für die Korrektur darstellen. Die Präzision, mit der er seine Visionen in Worte fasst, erfordert eine ebenso präzise Korrektur, um die ursprüngliche Intention des Autors zu bewahren. Kleinere Inkonsistenzen in der Zeichensetzung oder im Satzbau können die Immersion stören. Die deutschen Übersetzungen sind hier von hoher Qualität, was die Arbeit erleichtert, aber die sprachliche Dichte Lovecrafts verlangt höchste Konzentration, um keine Fehler zu übersehen.

    Analyse nach Maßstäben eines Bestsellers:

    Lovecrafts Werk, insbesondere die Geschichten in diesem Band, haben zweifellos Bestseller-Potenzial, wenn auch nicht im konventionellen Sinne.

    • Einzigartigkeit und Wiedererkennungswert: Lovecraft schuf ein einzigartiges Genre des kosmischen Horrors, das bis heute unerreicht ist. Sein Stil und seine Mythologie sind sofort wiedererkennbar, was für einen Bestseller entscheidend ist.

    • Kultstatus und Einfluss: Obwohl Lovecraft zu seinen Lebzeiten keinen breiten kommerziellen Erfolg hatte, erlangte sein Werk posthum Kultstatus und beeinflusste unzählige Autoren, Filmemacher und Künstler. Ein Bestseller muss nicht immer sofort erfolgreich sein, sondern kann über Jahre hinweg eine treue Leserschaft aufbauen und nachhaltigen Einfluss haben.

    • Thematische Relevanz: Die Themen des kosmischen Indifferentismus, des Identitätsverlustes und der menschlichen Bedeutungslosigkeit sind zeitlos und sprechen auch heute noch viele Leser an, die sich mit existenziellen Fragen auseinandersetzen.

    • Marketing und Zugänglichkeit: Der Festa Verlag hat mit dieser "Chronik" eine ansprechende Ausgabe geschaffen, die durch das Lederoptik-Cover und die sorgfältige Aufbereitung (inkl. Vorwort und Erläuterungen) die Zugänglichkeit für neue Leser verbessert. Dies ist entscheidend, um ein breiteres Publikum anzusprechen, das über die eingefleischte Fangemeinde hinausgeht.

    • Potenzial für Adaptionen: Lovecrafts Geschichten sind aufgrund ihrer visuellen Kraft und ihrer tiefgründigen Konzepte ideal für Verfilmungen, Videospiele und andere Medien, was die Reichweite eines Bestsellers enorm erhöhen kann. "Berge des Wahnsinns" ist ein Paradebeispiel dafür, wie Lovecrafts Visionen auch heute noch Filmemacher wie Guillermo del Toro faszinieren.

    Wir sind der Meinung, dass "H.P. Lovecraft: Chronik des Cthulhu-Mythos Band II" alle Merkmale eines "Bestsellers" im Sinne eines Werkes von bleibendem Wert und Einfluss besitzt, auch wenn sein Erfolg nicht immer in Millionenauflagen zu messen ist.

    4. Fazit und Empfehlung:

    "H.P. Lovecraft: Chronik des Cthulhu-Mythos Band II" ist eine unverzichtbare Lektüre für alle Liebhaber des kosmischen Horrors und der Weird Fiction. Der Band vereint einige der stärksten Erzählungen Lovecrafts, die durch ihre visionäre Kraft, atmosphärische Dichte und philosophische Tiefe bestechen.

    Pro: Atemberaubende Welten, meisterhafte Atmosphäre, tiefgründige Themen, sprachliche Kunstfertigkeit, nachhaltiger Einfluss auf das Genre. Kontra: Gelegentliche sprachliche Redundanz, historisch bedingte rassistische Untertöne, Charaktere dienen oft nur als Beobachter.

    Wir würden dieses Buch uneingeschränkt weiterempfehlen für:

    • Fans des Horrorgenres, die über jump scares hinausgehen und sich auf psychologisches und existenzielles Grauen einlassen möchten.

    • Leser von Science-Fiction, die epische, philosophisch anspruchsvolle Erzählungen schätzen.

    • Autoren und Kreative, die sich von Lovecrafts einzigartiger Vorstellungskraft inspirieren lassen möchten.

    • Jeden, der bereit ist, sich auf einen anspruchsvollen, aber lohnenden literarischen Stil einzulassen.

    Es ist vielleicht nicht geeignet für Leser, die leichte Unterhaltung oder actiongeladenen Horror suchen.

    Abschließende Wertung: 4,5 von 5 Sternen. Ein zeitloses Meisterwerk, das auch nach Jahrzehnten nichts von seiner Faszination verloren hat.


  6. Cover des Buches Der Sandmann (ISBN: 9783988286994)
    E. T. A. Hoffmann

    Der Sandmann

    (776)
    Aktuelle Rezension von: Patricia040

    spoilerfrei


    Ich habe das Buch zweimal hintereinander gelesen, was eher daran lag, dass ich noch etwas Probleme mit der Sprache habe - immerhin ist es etwas älter. Es lag aber auch daran, dass ich unglaublich fasziniert von dieser Geschichte war. Der Schreibstil, wenn auch alt, die Thematik, auch Charaktere, alles gibt der Geschichte eine so düstere, unheilvolle und bizarre Note. Noch lange nach Beenden denke ich über den Verlauf der Geschichte nach. Sie hat mich weniger bewegt, sondern mehr fasziniert.  

    Es zeigt einen in den Wahnsinn verfallenden Protagonistin, eine leidende Partnerin, die unter diesem Wahnsinn  leiden muss. Ein Trauma aus der Kindheit, dessen Samen sprießen, als es wieder geweckt wird. Eine aufkeimende Liebe zwischen Subjekt und Objekt, und der Narzissmus, den beide verbindet. Die Groteske und der Wahn wachsen mit jeder Seite des Märchens, bis es alle Nähte reißen und das Ende abrupt einschlägt.

  7. Cover des Buches Die lauernde Furcht (ISBN: 9783865522887)
  8. Cover des Buches Weihnachten auf der Lindwurmfeste (ISBN: 9783328105107)
    Walter Moers

    Weihnachten auf der Lindwurmfeste

    (201)
    Aktuelle Rezension von: Lesezauber_Zeilenreise

    Inhaltsangabe Verlag:
    Als Walter Moers den Briefwechsel zwischen Hildegunst von Mythenmetz und dem Buchhaimer Eydeeten Hachmed Ben Kibitzer sichtete, stieß er auf einen Brief, in dem der zamonische Autor ein Fest schildert, das Moers frappierend an unser Weihnachtsfest erinnert hat. Die Lindwürmer Zamoniens begehen es alljährlich und nennen es »Hamoulimepp«. Während dieser drei Feiertage steht die Lindwurmfeste ganz im Zeichen der beiden Figuren »Hamouli« und »Mepp«, die unserem Weihnachtsmann und dem Knecht Ruprecht verblüffend ähneln. Außerdem gehören zur Tradition Hamoulimeppwürmer, Hamoulimeppwurmzwerge, ungesundes Essen, ein Bücher-Räumaus, ein feuerloses Feuerwerk und vieles andere mehr. Laut Moers, kein Freund der Weihnachtsfeierei, gibt dieser Brief von Mythenmetz einen profunden Einblick in die Gebräuche einer beliebten zamonischen Daseinsform, der Lindwürmer. Nie war Weihnachten so zamonisch.

    Meine Inhaltsangabe: 
    Auf 51 Seiten plaudert Hildegunst von Mythenmetz in Briefen an Hachmed Ben Kibitzer über das Fest Hamoulimepp auf der Lindwurmfeste, erörtert Gebräuche und lässt sich eher abfällig über dieses große, 3 Tage andauernde Fest aus. Begleitet werden die Briefe von kleinen Illustrationen, die auf die letzten 33 Seiten mit Taxonomischen Tafeln verweisen und dort bildlich in all ihren Variationen dargestellt sind. 

    Erster Satz: »Hamouli, Hamouli, Mepp Mepp Mepp!«

    Mein Eindruck:
    Hamoulimepp erinnert stark an unser Weihnachten, was auch den Titel des Buches erklärt. In gewohnt witzigen, teils bissigen und immer herrlich fantasievoll ausgeschmückten Briefen lässt sich mein Lieblings-Lindwurm Hildegunst von Mythenmetz über das Fest der (Lindwurm-)Feste aus, regt sich über die Gebräuche auf, schwadroniert über Lieder, Gedichte, Essen und den Brauch der Geschenke und lässt irgendwie kein gutes Haar übrig, nur um am Ende doch irgendwie fast sentimental zu werden. Ich mag Moers Schreibstil sehr, die irren Wortkreationen, diese Ideen, mal schräg und skurril, dann wieder zum Schmunzeln und Grübeln. Die Optik des Buchs gefällt mir sehr gut. Das gelbliche Briefpapier, auf schwarzem Hintergrund, die rotbraune Schrift, die vielen Illustrationen, all das lädt zum Schmökern ein und ich war ratzfatz fertig mit dem Briefwechsel. Sehr unterhaltsam und völlig zamonisch. Ein kleiner Ausflug ins festliche Zamonien, kein Roman, kein dickes Meisterwerk, einfach ein kleines, nettes und sehr unterhaltsames Büchlein über Weihnachten auf der Lindwurmfeste.  Die Taxonomischen Tafeln hätte ich jetzt nicht unbedingt gebraucht, da sie eigentlich nichts erklären, aber sie stören mich auch nicht. Ich mags, daher 4/5 Sterne. 

  9. Cover des Buches Psychos: Das erste Jahr (ISBN: 9798869539977)
    Jacqueline Thör

    Psychos: Das erste Jahr

    (70)
    Aktuelle Rezension von: Ma26ry

    In dem Buch "Psychos" geschrieben von Jacqueline Thör, geht es um Noah, der auf seiner Schule von einer Gruppe von Mitschülern gemobbt wird. Während eines weiteren Vorfalls mit seinen Mitschülern, in der er sich nicht mehr unter Kontrolle hat, rastet er aus und weiß im Nachhinein nicht mehr was er genau getan hat. Seine Mitschüler verpetzen ihn bei seinem Schulleiter und er wird von der Schule suspendiert. Seine Pflegeeltern verlangen von ihm arbeiten zu gehen, jetzt wo er von der Schule geflogen ist. Doch plötzlich steht ein seltames Mädchen vor seiner Tür. Kann sie ihm eine Perspektive geben? Die Hauptfigur im Buch ist Noah. Seine Gefühle und Erlebnisse stehen im Mittelpunkt der Geschichte. Der Schreibstil ist entspannt zu lesen und auch die Kapitelverziehrungen passen zum Inhalt. Das Thema des Buches handelt von Menschen, die in ihrer Vergangenheit unterschiedliche Traumen erlebt haben und daraus Strategien entwickeln mit diesen klar zu kommen. Durch diese Strategien unterscheiden sie sich von Menschen, deren Lebensumstände keine Entwicklung von Schutzstrategien erfordert haben. Da die Gefühlswelt der traumatisierten Kinder je nach Situation ins Extreme kippen kann, haben sie zum Schutz ihrer eigenen Person diese Strategien entwickelt um entsprechend auf ihre Umwelt zu reagieren und durch einen bessern Einfluss auf ihre Mitmenschen, sich selbst schützen zu können. Das Buch hat ebenfalls eine ganz wichtige Botschaft enthalten, welche vor allem in die heutige Welt von Mobbing, Gewalt und andere Bedrohungen von Mitmenschen passt. Diese Botschaft ist, dass alle Betroffenen von solchen Taten, bei denen der Körper schon Schutzmaßnahmen getroffen hat, nicht die Psychos sind. Psychos sind die Menschen, die in der Lage sind solche Taten zu verüben und einen Menschen so viel Leid zu zufügen, dass sein Körper gezwungen ist, solche Überlebensstrategien zu entwickeln. Alles in Allem fand ich den Roman sehr spannend, actionreich, real aber auch mit einem Hauch von Zauber darin.

  10. Cover des Buches Klein Zaches, genannt Zinnober (ISBN: 9783960220039)
    E. T. A. Hoffmann

    Klein Zaches, genannt Zinnober

    (37)
    Aktuelle Rezension von: Nosimi

    Hoffmanns Märchen „Klein Zaches genannt Zinnober“ erzählt mit viel Humor, Ironie und einem Augenzwinkern die Geschichte des kleinen Wechselbalg Zaches, dem durch die magischen Kräfte der schönen Fee Rosabelverde ein besonderes Geschenk zu teil wird, aufgrund dessen er unverdienterweise zu vielen Ehrungen im Leben kommt. Doch da, wo einer über sein Fährigkeiten übervorteilt wird, muss ein anderer einstecken. Wo also Zaches gerühmt, geehrt und für die großartigen Worte und Taten gelobt wird, die andere in seiner Gegenwart vollbringen, werden die eigentlichen Dichter, Künstler und Wissenschaftler für ihr „Versagen“ gestraft. Wird ihnen am Ende Gerechtigkeit widerfahren?
    Die Geschichte ist ein Märchen und Märchen haben eine Moral, die wir auch hier finden können. Für mich ist es eine Geschichte über das Streben nach Macht, die Eitelkeit und die Oberflächlichkeit, die am Ende ins Verderben führen. Bei Zinnobers Aufstieg heftet sich der Herr Mosch Terpin an seine Fersen, um von ihm zu profitieren und ebenfalls (unverdient) zu Rum und Ansehen zu kommen. Ob es sich auszahlt?
    Auch ist es eine Geschichte über Obrigkeitshörigkeit und deren abstruse Auswüchse. Mit Wonne werden Geheimräte ernannt, Ordensräte einberufen, Hierarchien völlig ohne Bedeutung aufgestellt und Titel vergeben. Immer wieder liest man Gesellschaftskritik durch die Zeile!
    Des Weiteren findet man eine ganz typische Kritik an der Industrialisierung, an der Wissenschaft, an der Aufklärung, die immer mehr Rätsel und Mythen der Natur erklärt und so entmystifiziert. So lässt Fürst Paphnutius per Dekret in seinem Land die Aufklärung einführen und die Feen und Magier im Land enteignen, ihre magischen Tiere zu Nutztieren umwidmen oder verspeisen und das magische Volk ins Land Dschinnistan deportieren. Und doch gelingt es der Fee Rosabelverde weiterhin versteckt im Land zu leben und ihren magischen Tätigkeiten nachzugehen.
    Ein in der Spätromantik geschriebenes Werk kommt natürlich nicht ohne ein gewisses Maß an übertriebenem Schwärmen, ausufernder, innigsten Liebesbekundungen für die Angebetete, sowie einer sehr blumigen Sprache aus. Aber es passt hier genauso gut zum Gesamtkontext, wie die direkte Ansprache des „geliebten Lesers“.
    Auch wenn mir die Lektüre das Märchen zu Beginn nicht leicht gefallen ist, da ich mir mit den Aussagen, die zu Klein Zaches getroffen wurden sehr schwer getan habe, fand ich das Buch im Verlauf deutlich besser, sehr unterhaltsam zu lesen, kurzweilig und unglaublich lustig. Wer es mit einer ordentlichen Portion Ironie und einem Augenzwinkern liest, dem wird das Märchen bestimmt gefallen. Und so hoffe ich auch Du, geliebter Leser, wirst an dem Märchen deine helle Freude haben!

  11. Cover des Buches Der silberne Schlüssel (ISBN: 9783865522900)
  12. Cover des Buches Dreizehnfurcht (ISBN: 9783608986587)
    Wieland Freund

    Dreizehnfurcht

    (88)
    Aktuelle Rezension von: MsChili

    Hier hat mich der Klappentext gleich angesprochen und doch konnte mich die Geschichte am Ende nicht so mitreißen, wie ich es gerne gehabt hätte.

    Momme ist zwanghaft und hat es dadurch schwer in dieser schnelllebigen Welt. Doch dann soll er sich um ein abgelegenes Haus kümmern und stolpert so in ein anderes Berlin. 

    Die Geschichte wird aus den Sichten verschiedener Charaktere erzählt und man bekommt so umfassende Eindrücke. Dennoch bleibt es eher eine Erzählung, für mich gab es wenige Überraschungen und es fehlten mir grundlegende Spannungsmomente. Die Idee fand ich aber spitze. Ein Berlin, das neben dem echten Berlin existiert, aber ohne jegliche Errungenschaften der heutigen Zeit, von der wir doch so sehr abhängig sind. Zuerst wurde ich mit Momme nicht richtig warm, das hat sich im Verlauf gebessert und doch war er nicht vollständig greifbar für mich. Auch die anderen Charaktere blieben für mich etwas blass, wie allgemein die Beschreibung der Welt. Dennoch hat mir Dreizehneichen als Handlungsort gefallen, ein paar Beschreibungen mehr wären aber super gewesen. Es gab verschiedene Handlungsstränge, die am Ende zusammenlaufen und so auch die einzelnen Charaktere. Und doch hatte ich erwartet mehr von Momme zu erfahren. 

    Interessant, nur mich konnte es nicht so mitreißen, wie erwartet.

  13. Cover des Buches La Mécanique du coeur (ISBN: 9782081236684)
    Mathias Malzieu

    La Mécanique du coeur

    (2)
    Aktuelle Rezension von: Sandrica89
    Honnêtement, j'ai d'abord regardé le film dès que j'ai vu le DVD dans les magasins. Et grâce à ce film, j'ai vu qu'il existe une lecture d'un auteur français connu. Donc, après que j'ai regardé le film, et il me plaisait vraiment beaucoup mime avec des chansons, j'ai voulu absolument lire la lecture. Vu que j'habite en suisse-allemande, il n'existait qu'en allemand. Mais c'était égale, je voulais la life et je trouvais la lecture vraiment super bien. Ce n'est pas à cent pourcent la même histoire, mais les deux versions me plaisait. Donc, je me suis rendu compte que cette histoire me plaisait, il y a des éléments effrayants et mystique que j'aime bien, je voulais absolument posseder la lectrue originale en française. Et voilà... je l'ai enfin!
    J'admets que ce n'était pas vraiment facile pour moi de lire en français, il y a des mots que je n'ai jamais entendu, mais je trouvais quand-même plus ou moins facile à lire. La plume de l'auteur est très claire et agréable, donc j'ai pu comprendre l'histoire et suivre des actions. Bon, des fois mon dictionnaire a du m'aider, mais comme ça je pouvais améliorer mon français et apprendre des nouveaux mots.

    Sur l'histoire: C'est quelque chose de nouveau, comme une lecture de Tim Burton. Ma curiosité était là tout au début.
    J'aime bien des personnes dans l'histoire, chacun est spéciale et unique. Surtout le petit Jack. Je comprenais tout à fait qu'il veut vivre sa vie même avec son coeur mécanique, mais des fois je voulais le battre. Néanmoins, l'histoire d'amour de lui et Miss Acacia était tellement déchirante et romantique, plein de drame et d'émotions. Miss Acacia ne remarque pas qu'elle est une fille adorable, ou bien elle ne veut pas le voir. Elle se cache derrière des yeux faibles, je trouvais ça vraiment dommage mais elle est toujours prête à riposter ce que je trouvas hyper drôle et rafraîchissant. Elle aime Jack de tout coeur, mais en même temps, elle ne veut pas accepter que son coeur coucou est nécessaire pour rester vivant, elle pensait que ce n'est qu'une accessoire. Je l'avais pas compris pourquoi...
    Jack l'aime encore plus que n'importe quoi/qui, il est prêt de faire tout pour elle juste pour rester avec elle à jamais. C'est tellement romantique, j'aimais bien comment il l'avait séduit, par contre sa jalousie me portais sur les nerfs. Il réagissait trop intensive, c'est normale que Miss Acacia ne voulait plus, surtout quand Joe rentrait dans sa vie. Après tout, on comprenait enfin, pourquoi Joe l'avait terrorisé des années à l'école, mais même après des années, il ne jouait pas faire. La fin de l'histoire m'a déchiré, tué... Il était en coma à cause d'elle pendant trois ans et pourtant, il n'a pas appris ses fautes et les fait de nouveau... Pourquoi Jack?? La réaction de Miss Acacia est totalement compréhensible, je réagissais comme elle, honnêtement. Par contre, je ne comprenais pas la décision, ou plutôt la vérité du coeur mécanique de Jack. Madeleine agissait d'une façon très égoïste et je fumais à cause de ça. Le pauvre Jack retournait à Edimbourg juste pour revoir sa famille, dès qu'il réalisait qu'il a tout perdu, et une surprise horrible l'attendait. Ce fait me faisais tellement triste, même après ces actions fautives il ne méritait pas ça.

  14. Cover des Buches Lange habe ich nicht vom Fliegen geträumt (ISBN: 9783442471492)
    Taichi Yamada

    Lange habe ich nicht vom Fliegen geträumt

    (15)
    Aktuelle Rezension von: emeraldeye
    Taura ist ein ernüchterter Mann, der nicht mehr daran glaubt, dass sich jemals noch etwas ändern wird in seinem Leben. Von seiner Frau hat er sich entfremdet, mit seinen fast erwachsenen Kindern verbindet ihn wenig, und der tägliche Kampf im Beruf zermürbt ihn zusehends. Doch dann kommt es eines Tages zu einem folgenschweren Ereignis: Taura wird wegen eines Beinbruchs ins Krankenhaus eingeliefert-und lernt dort Mutsuko kennen, eine Frau, die sein Leben völlig aus der Bahn werfen wird. Denn nicht nur, dass er sich haltlos in sie verliebt und spürt, wie er ihrer unerklärlichen Macht mehr und mehr erliegt. Er muss die ebenso bestürzende Feststellung machen, dass seine mysteriöse Geliebte bei jeder Begegnung immer jünger wird. Was hat es für eine Bewandtnis mit Mutsuko? Dass Japan und die Japaner für uns "Westler" wie auf einem anderen Planeten existieren, ist nichts Neues. Einmal mehr schafft es Taichi Yamada mit seinem Roman "Lange habe ich nicht vom Fliegen geträumt" diesen Eindruck der absoluten Gegensätzlichkeit und Fremdartigkeit zu bestätigen. Wie kann seine Erzählung über einen Mann in den mittleren Jahren eingeordnet werden? Am ehesten kann man sie vielleicht mit dem in Japan weit verbreiteten Shintoismus erklären. Diese Religion wird von unzähligen Gottheiten (Kami) bevölkert. Diese Kami können sich in allen denkbaren Formen manifestieren und mit den Menschen in Kontakt treten . Taura ist ein offensichtlich schwer depressiver Mann, der mit seinem Leben buchstäblich abgeschlossen hat. Die Begegnung mit einer Patientin im Krankenhaus löst seine Starre auf und führt dazu, dass er Dinge tut, die vorher für ihn unvorstellbar gewesen wären. Dass Mutsuko nicht das ist, was sie zu sein vorgibt, wird in ihrer fortschreitenden Verjüngung deutlich. Taura begreift nur langsam, dass sie ihn nicht dauerhaft vor den ungelösten Problemen in seinem Leben retten kann. Doch er tut alles, um sie so lange wie möglich bei sich behalten zu können. Aber Mutsuko wird unaufhaltsam jünger und zeigt Taura damit auf rätselhafte und zärtliche Weise, wie vergänglich und unsicher auch sein Leben ist. Und Taura erkennt, dass es an der Zeit ist, wieder Verantwortung zu übernehmen. Mutsuko, die zwar mit ihrem Schicksal hadert, aber trotzdem in der Lage ist, glücklich zu sein und die gemeinsamen Momente zu genießen, gibt ihm die Kraft dazu. "Ich hatte keine andere Wahl, als das Schicksal tapfer und erhobenen Hauptes anzunehmen, wie Mutsuko es tat." sagt er am Ende des Romans zu sich selbst. Und den ersten Schritt dahin macht er, indem er Mutsuko, die inzwischen zu einem kleinen Kind geworden ist, trotz seiner Angst und dem unerträglichen Schmerz über den Verlust, gehen läßt, so wie sie es sich von ihm gewünscht hat. Taichi Yamada hat eine unvergleichliche, tiefgründige und sehr poetische Erzählung über Trauer, Loslassen, Hoffnung und Schmerz geschrieben. Einzigartig und sinnlich verbindet er Realität, Fiktion und Spiritualität miteinander. Ganz gleich ob Ost oder West, die Gefühle und Erfahrungen von Menschen sind universell und werden über alle Grenzen hinweg verstanden.
  15. Cover des Buches Wolkenpanther (ISBN: 9783407740243)
    Kenneth Oppel

    Wolkenpanther

    (44)
    Aktuelle Rezension von: nicht_vom_beckenrand_springen

    Das war mein erster Steampunk Roman und ich liebe liebe es! Kann normal mit Flugobjekten etc gar nichts anfangen. 

    Habe mich dann doch daran getraut, weil ich die Silberflügel-Reihe so toll fand. Am Ende fand ich dieses sogar noch besser.

    Das Genre macht absolut süchtig, kanns nur empfehlen. 

    _________

  16. Cover des Buches Der Blumensammler (ISBN: 9783453423763)
    David Whitehouse

    Der Blumensammler

    (109)
    Aktuelle Rezension von: Samuel

    Der Blumensammler von David Whitehouse

    Im Buch geht es um das Menschsein, Liebe, Eifersucht und ein paar bestimmte faszinierende Blumenarten. Peter Manyweather führt ein stabiles, aber nicht sehr aufregendes Leben. Das ändert sich, als er einen Liebesbrief findet, in dem die seltensten Blumenarten der Welt gelistet sind. Der Brief weckt Peters Entdeckerdrang und bringen ihn auf eine Reise, auf der er neue Erfahrungen macht und verschiedene Menschen kennenlernt. Drei Jahrzehnte später bringen den jungen Dove Gale Erinnerungsfetzen, die nicht seine eigenen sind dazu den Spuren Peter Manyweathers zu folgen. Doch warum hat er diese Erinnerungen, die ihn mit Peter verbinden?

    Mich hat die Handlung fasziniert und eingesogen. Die verschiedenen Szenerien, denen Peter auf seiner Reise begegnet sind wundervoll beschrieben und die Beziehungen der Charaktere gut ausgearbeitet und clever dargestellt. Ich konnte gut mit Peter und Dove fühlen. Am schönsten Gefiel mir die Zeit, die Peter mit Harum bei der Kadapul verbracht hat und die Entwicklung, die seine Beziehung zu Hens Berg durchmacht. Ich kann das Buch nur weiterempfehlen.

  17. Cover des Buches Verborgene Wesen IV: Kryptozoologische Kurzgeschichten (ISBN: 9783944315300)
    Ralf Kor

    Verborgene Wesen IV: Kryptozoologische Kurzgeschichten

    (2)
    Aktuelle Rezension von: Frank1

    Klappentext:

    Verborgen vor dem Menschen und der wissenschaftlichen Entdeckung existieren auf unserer Welt noch Wesen, die man allenfalls dem Reich der Mythen und Legenden anrechnet. Wesen, die sich erfolgreich in einer Welt behaupten, die von Menschen dominiert wird. Einige sehr zurückgezogen in entlegenen Lebensräumen, andere verbreiten unter den Menschen Angst und Schrecken, um sich gegen diese zu verteidigen.

    Folgen Sie den Autoren, wenn sich diese auf die Fährte dieser verborgenen Wesen begeben.


    Rezension:

    Enthaltene Geschichten:
    „Jonah“ von Iolana Paedelt
    „Süßes Blut“ von Ralf Kor
    „Der Camazotz“ von Laura Noll
    „Auf der Suche nach dem Oingobonk“ von Detlef Klewer
    „Der Hügel“ von Thorsten Schmidt

    Ob in den Tiefen des Ozeans, in der Umgebung des eigenen Wohnortes oder sogar im eigenen Garten, überall stoßen die Protagonisten der hier versammelten Kurzgeschichten auf sagenhafte Wesen. Gemeinsam ist all diesen ‚Tierchen‘, dass sie den sie begegneten Menschen nicht besonders freundlich gesinnt sind. So verwundert es nicht allzu sehr, dass 4 der in dieser Anthologie enthaltenen 5 Kurzgeschichten einen eher negativen Ausgang haben. Welches Zusammentreffen zu einem positiven Ausgang führt, wird hier natürlich nicht verraten.

    Den Autoren gelingt es überwiegend, weniger bekannte kryptozoologische Tiere als Antihelden ihrer Geschichten ‚zu engagieren‘. Abgesehen von der Seeschlange waren mir alle vorkommenden Fabelwesen bisher unbekannt. Auch sonst waren mir die zugrundeliegenden Ideen weitgehend neu – etwas, was man im (Urban-)Fantasy-Genre nicht sehr oft behaupten kann. Der einzige erwähnenswerte stilistische Fehlgriff, der auffällt, ist, dass eine der Kurzgeschichten aus der Ich-Perspektive eines Protagonisten erzählt wird, der am Ende stirbt. Wie konnte er dann von seinen Abenteuern inklusive dem eigenen Tod berichten?


    Fazit:

    Diese Urban-Fantasy-Anthologie mit zahlreichen Horror-Elementen bewegt sich überwiegend abseits ausgetretener Pfade.


    - Blick ins Buch -


    Alle meine Rezensionen auch zentral im Eisenacher Rezi-Center: www.rezicenter.blog

    Dem Eisenacher Rezi-Center kann man jetzt auch auf Facebook folgen.

  18. Cover des Buches Peter Pan / Peter and Wendy (ISBN: 9783730604786)
    J. M. Barrie

    Peter Pan / Peter and Wendy

    (5)
    Aktuelle Rezension von: Surari

    Wer kennt sie nicht, die Geschichte um den Jungen der nie erwachsen werden wollte. Ich hab mich leider beim lesen immer wieder aufgeregt. Wendy die als 'Mutter' in der Geschichte für die verlorenen Jungen agiert und die ständig kocht (auch Mal nur in der Fantasy), die Jungs tadelt, Socken stopft usw. . Also ein Mädchen das einfach diese typische Frauenrolle - Herd, Putzen, Kochen symbolisiert. Peter der ständig die Gefahr sucht und wenn er sich entscheiden muss sein Ego ihn dazu treibt sich den Gefahren auszusetzen obwohl es manchmal besser wäre den Rückzug anzutreten. Dann gab es zu Beginn noch Mr. Darling der so kindisch beim Medizin / nicht Medizin nehmen ist, schlimmer als ein kleines Kind (es war die erste Szene im Buch wo ich bereits genervt war!). Der krönende Abschluss: als Peter zum Frühjahrsputz auftaucht, Wendy erwachsen ist und er dann natürlich ihre Tochter dafür mitnimmt und dann die nächste Generation an Mädchen und die nächste Generation an Mädchen die aus dieser Familie stammt. Wow als würde der Stammbaum nur aus Mädchen bestehen. Wie ihr merkt. Nicht mein Märchen aus der Kindheit (durchaus habe ich den Disneyfilm mal gesehen - war aber so uninteressant für mich das es dabei blieb. Meine Kinderfilme sind einfach Arielle und der König der Löwen) und auch jetzt bin ich von der Geschichte nicht angetan. Ich hab es beendet, ich hab es nicht sehr gemocht aber wenn es euer Kindheitsmärchen ist greift zu und lest es. Nur weil es nicht mein Buch war kann es ja trotzdem was für euch sein.

  19. Cover des Buches Der Schneesturm (ISBN: B017DNXNT6)
    Vladimir Sorokin

    Der Schneesturm

    (14)
    Aktuelle Rezension von: JonathanSpies

    Die Kombination von Sorokins wundersamer Geschichte mit dem Stimmwunder Kaminski sucht Ihresgleichen. Beispiellos wird ein kurzweiliges Abenteuer in Szene gesetzt, das einen fesselt und durch die fantasiereichen Ausschmückungen nicht selten zum Schmunzeln bewegt. 

    Es ist eine jener Geschichten, die man sich immer wieder anhören kann, an einem verschneiten Sonntagmorgen oder verregneten Freitagabend. 

    Ohne viel Aufhebens wird man Teil eines Märchenhaften Road-Movies, dessen Steuermann, den Kutscher, man schnell ins Herz schließen muss. 

    Das Setting ist kalt und nass, und trotzdem fühlt man sich in dieser Anderswelt doch heimelig.

    Eine meiner 5 Lieblingsgeschichten die man unbedingt als Hörbuch genießen sollte! 

  20. Cover des Buches Treacle Walker (ISBN: 9783608987324)
    Alan Garner

    Treacle Walker

    (83)
    Aktuelle Rezension von: Miss_Ari

    Als ich das Cover des Buches gesehen und auch die Leseprobe verschlungen hatte, wollte ich das Buch unbedingt lesen. Warum? Weil die zwei Personen, die in diesem Buch miteinander interagieren, sehr interessante Figuren darstellen. Zum einen haben wir da Joseph (Jo), einen kleinen Jungen, der allein in einem alten Haus lebt und nur mit einem Auge sehen kann, da er eine Sehschwäche hat. Er ist sehr neugierig und offen. Zum anderen gibt es da noch einen fahrenden Händler (Treacle Walker), der einiges an magischen Gegenständen bei sich hat und diese im Austausch anbietet:
    „Knochen, Lumpen und Papier! Reibeisen und Geschirr, das gibt der Lumpensammler dafür!“

    Für mich klang das nach einer interessanten Geschichte.

    Ich habe mir nach Durchlesen dieses sehr besonderen Buchs einige Rezensionen durchgelesen, da einige Fragen noch offen geblieben sind. Ich war verwundert, dass das Buch so viele negative Kritik erhalten hat und habe mir noch einige englische Kritiken durchgelesen, die überwiegend positiv sind und auch größtenteils mit meiner eigenen Meinung übereinstimmen. Ich habe mir dann noch das Buch in Originalsprache besorgt und auch darin ein wenig gelesen. Beim zweiten Lesen von bestimmten Szenen war das Buch sehr viel einfacher zu verstehen und hier sind meine Eindrücke dazu:
    Ich bin sehr schnell durch das Buch gekommen, da es inhaltlich schon mit dem ersten Aufeinandertreffen der beiden Figuren beginnt und direkt spannend wird. Die Dialoge zwischen den beiden Figuren sind anfangs schwer zu verstehen und nachzuvollziehen. Aber nach einigen Seiten gewöhnt man sich recht schnell an die doch sehr besondere Sprache des Autors. Das Buch ist ein sprachliches Meisterwerk, das einen bildhaften und poetisch-märchenhaften Stil hat, sowie viele Wortneukreationen beinhaltet, die im Englischen so viel mehr Verständnis und Aussagekraft besitzen als in der deutschen Übersetzung. Ich mochte auch die vielen Anspielungen auf Mythen und Märchen und auch philosophische Gedanken.

    Auch hatte ich den ein oder anderen „Aha-Moment“ beim Lesen und habe dann Zusammenhänge besser verstehen können.
    Inhaltlich ist oft die Grenze zwischen Realität und Fiktion nicht immer gegeben. Das hat mich jetzt aber weniger gestört, da man sich wie in einer Traumreise befindet. Dieses Buch ist für mich etwas sehr Besonderes. Es ist der Mix aus sprachlicher Akrobatik und der fantastischen Elemente. Es ist ein Buch, dass man öfter in die Hand nehmen möchte, um immer wieder darin zu lesen. Es hat mich einfach in seinen Bann gezogen. Und das schaffen bei mir nicht viele Bücher. Deswegen ist „Treacle Walker“ etwas sehr Einzigartiges. Es ist und bleibt für mich ein magisches Erlebnis und ein Klassiker, den ich gerne im Regal stehen habe und der sicherlich noch viele Male gelesen wird.

  21. Cover des Buches Der goldene Topf. Ein Märchen aus der neuen Zeit (ISBN: 9783945400487)
    E. T. A. Hoffmann

    Der goldene Topf. Ein Märchen aus der neuen Zeit

    (15)
    Aktuelle Rezension von: aus-erlesen

    Der Student Anselmus ist – um es mit heutigen Worten zu sagen – ein echter Tolpatsch. Gleich zu Beginn dieser Novelle lernen wir ihn kennen als er gerade auf dem Markt in einen Obststand poltert. Zugleich geht das Gezeter los. Die Alte, die hier ihre Äpfel feilbot, nimmt kein Blatt vor den Mund. Ihr Gekeifer lockt die anderen Marktweiber an und ehe Anselmus sich versieht, ist er umringt von einer Schar nicht minder aufgeregter schreiender Händlerinnen. Ihm bleibt nichts anderes übrig als die Geldbörse zu zücken und den entstandenen Schaden überaus großzügig – so schnell wurde ihm noch nie ins Portemonnaie gegriffen – zu begleichen. 

    Auf den Schock muss sich Anselmus erstmal einen genehmigen. Doch was war passiert? War der Student abwesend, abgelenkt? Und wenn ja, wovon? Oder ist er gar ein Träumer, ein Hans-Guck-In-Die-Luft? Mit nichten. Er versteht es wie kein anderer Schriften zu kopieren. Nein, kein Fälscher. Ganz offiziell. Kopierer gab es damals, vor mehr als zweihundert Jahren, noch nicht. Sein Ziel soll es sein einmal am Hofe in Dresden angestellt zu werden. 

    Davon träumt auch Veronika. Sie ist – wiederum, um es mit heutigen Worten zu sagen – ziemlich verschossen in Anselmus. Sie kommt aber nicht so recht voran in ihrem Werben. Rat weiß da ihre Mutter. Denn sie hat geheimes Wissen, das ein paar hundert Jahre zuvor garantiert in einem flammenden Inferno geendet hätte – Stichwort Scheiterhaufen.

    E.T.A. Hoffmann leiht dem Studenten Anselmus einen Teil seines eigenen Lebens. Auch er hatte nicht immer Glück. Er konnte zeichnen, musizieren, sogar komponieren und schreiben, im Sinne von Geschichten schreiben. Ein Studentenstreich kostete ihn fast den Staatsdienst. Nach Jahren des Reisens verschlug es ihn kurzzeitig nach Dresden. Dort, wo auch Anselmus residiert. Zu dieser Zeit hatte sich Hoffmann schon einen gewissen Ruf als Dichter erarbeitet. „Der goldene Topf“ vergrößerte in der Folge sein Renommeé. Für ihn ging es bergauf. Anselmus selbst muss noch einige Prüfungen bestehen. Fast schon ein bisschen blauäugig träumt er sich immer öfter in eine Phantasiewelt. 

    Und die wird im Buch einzigartig durch Alexander Pavlenko illustriert. Romantisches Geplänkel in wohl geformten Schnitten, die organischen Formen ähneln. Beängstigende Szenarien mit bizarren Mustern. Die Scherenschnitte – als das Buch erschien eine beliebte Ausdrucksform, und wohl deswegen so eindringlich das geschriebene Wort untermalen – sind die einzigen Stopper in der Novelle. Hoffmanns Erzählweise fordert den Leser und zieht ihn gleichzeitig in eine Welt voller Poesie. Die Abbildungen sind das optische Highlight dieser besonderen Ausgabe. 

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