Bücher mit dem Tag "feinfühlig"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "feinfühlig" gekennzeichnet haben.

25 Bücher

  1. Cover des Buches Tausend strahlende Sonnen (ISBN: 9783596520701)
    Khaled Hosseini

    Tausend strahlende Sonnen

    (1.270)
    Aktuelle Rezension von: Minijane

    Nachdem ich „Drachenläufer“ von Khaled Hosseini vor längerer Zeit gelesen und geliebt habe, wollte ich natürlich unbedingt auch das nachfolgende Buch „ Tausend strahlende Sonnen“ des Autor‘s lesen.


    Wie erwartet, ist das Buch keine leichte Kost. Deshalb stand es wahrscheinlich auch so lange Zeit ungelesen im Regal.

    Es geht um 2 starke Frauen, die in ihrem Leben so unendlich viel Furchtbares erleben müssen und trotzdem immer weiter machen. Da ist zunächst einmal Mariam, die als uneheliches Kind schon einen schweren Start ins Leben hat. Sie wird zwangsverheiratet mit Raschid, einem 30 Jahre älteren Schuster. Alleine schon diese furchtbare Ehe und die Machtlosigkeit der afghanischen Frauen in dieser patriarchalischen Gesellschaft machen wütend und traurig. 

    Laila wächst dagegen in Kabul bei einer liebevollen Familie auf, doch Krieg und Bombardierungen erschüttern auch ihr Leben. Die Wege der beiden Frauen kreuzen sich, als Leila mit 14 Jahren ihre Eltern durch einen Bombenanschlag verliert. Nachbar Raschid nimmt Laila zwar auf, aber das hat einen Preis. Mariam muss sie als Zweitfrau ertragen und macht Laila das Leben zunächst zusätzlich schwer. Nach anfänglicher Feindschaft raufen sich die beiden Frauen dann aber zusammen und entwickeln  eine tiefe Verbundenheit und Freundschaft. 

    Während ein Regime zum Nächsten wechselt,  wird die Situation für die Frauen in  Afghanistan immer schlimmer. Wir verfolgen etwa 30 Jahre der geschichtlichen Entwicklung des Landes, beginnend in den 80er Jahren bis zu den Anschlägen vom 11.September mit der anschließenden Intervention der USA in Afghanistan. Es ist unfassbar, was die Menschen haben aushalten müssen, insbesondere über das Schicksal der Frauen zu lesen, war manchmal kaum auszuhalten.

    Khaled Hosseini ist ein hervorragender Geschichtenerzähler, dem es gelingt die afghanische Geschichte aus Sicht zweier Frauen in einer frauenfeindlichen Welt zu erzählen, die aber nie aufgeben und ihr Schicksal irgendwann in die eigene Hand nehmen.

    Großartig!

  2. Cover des Buches Über uns der Himmel, unter uns das Meer (ISBN: 9783499015557)
    Jojo Moyes

    Über uns der Himmel, unter uns das Meer

    (688)
    Aktuelle Rezension von: Alinchen

    600 Frauen besteigen das Schiff Victoria, das sie von Australien nach England bringen soll. Sie alle haben englische Soldaten geheiratet und oft nur kurze Zeit mit ihnen verbracht, bevor der Krieg sie wieder trennte. Nun reisen sie in eine ungewisse Zukunft. Unter ihnen sind auch die Krankenschwester Frances, die schwangere Margaret, Avice aus reichem Hause und die erst 16-jährige Jean. Die vier teilen sich eine Kabine. Das Buch wird aus ihren unterscheiden Perspektiven erzählt, dazu noch aus Kapitän Highfields Sicht und aus der eines Marinesoldaten, der auf der Victoria dient und jede Nacht die vier Frauen bewacht. Während die Frauen mehr oder weniger zusammen wachsen und der ungewissen Zukunft entgegen blicken, nähern sich Frances und der Soldat an. Da bricht eine Katastrophe aus...

    Das Buch ist fiktiv, doch es basiert auf einer wahren Geschichte: auf dem Leben der Großmutter der Autorin. Jojo Moyes hat es wieder mal geschafft, mich mit ihrer Geschichte in den Bann zu ziehen. Ihr Schreibstil ist wunderbar. Trotz ein paar Längen fliegt man nur so durch das Buch. Die Frau weiß einfach, wie man gute Bücher schreibt!

  3. Cover des Buches Die gute Tochter (ISBN: 9783365005347)
    Karin Slaughter

    Die gute Tochter

    (232)
    Aktuelle Rezension von: Pascal_Maess

    Rezension: Die gute Tochter von Karin Slaughter

    Direkt von Anfang an packend – die Geschichte zieht einen sofort in ihren Bann. Der Spannungsbogen ist gelungen und die Handlung gut aufgebaut. Besonders die Hauptcharaktere sind beeindruckend stark gezeichnet: Ihre Entwicklungen sind nachvollziehbar, ihre Gefühle greifbar, und die Beziehungen untereinander sind fein ausgearbeitet. Man begleitet ihre emotionale Reise so intensiv, dass man die Figuren nach dem Ende des Buches beinahe vermisst.


    Allerdings wirken die Rückblicke in die Vergangenheit stellenweise etwas langatmig und scheinen gelegentlich nur Seiten zu füllen. Zudem können sie an manchen Stellen verwirrend sein. Auch die Handlung fühlt sich hin und wieder ein wenig zu zufällig an, als ob bestimmte Wendungen eher konstruiert als organisch wirken.


    Das Ende bietet zwar keine allzu große Überraschung, aber der Fokus auf die Charaktere steht klar im Vordergrund – und genau hier liegt die Stärke des Romans.


    Fazit:

    Die Story ist solide, doch was Die gute Tochter wirklich auszeichnet, sind die vielschichtigen, lebendig gezeichneten Charaktere.


    ⭐️⭐️⭐️⭐️ (4 von 5 Sternen)

  4. Cover des Buches Wenn gestern unser morgen wäre (ISBN: 9783945362297)
    Kristina Moninger

    Wenn gestern unser morgen wäre

    (169)
    Aktuelle Rezension von: evafl

    Innerhalb von kurzer Zeit hat Sara mehrere Fehler begangen, die sie am liebsten wieder rückgängig machen würde. Da geschieht das Unfassbare: Sie läuft Matt vors Auto, und als sie im Krankenhaus wieder aufwacht, ist die Zeit tatsächlich zurückgedreht. Nun hat sie die Chance, manches also zu verändern…

    Von der Autorin habe ich schon verschiedene Bücher gelesen und war auch hier wieder gespannt, wie sich die Geschichte entwickelt.

    Der Schreibstil gefällt mir sehr gut, es liest sich angenehm, gut, verständlich, locker-leicht, unterhaltsam, aber auch spannend.

    Die Geschichte ist wirklich interessant und durch das Zurückdrehen der Zeit auch kurios.  Am Anfang hat es ein bisschen gedauert, bis ich im Lesen drin war, dann wollte ich es aber nicht mehr aus der Hand legen. Es ist schön, welche Ansichten über das Leben, das zufrieden sein, hier mit auf den Weg gegeben werden. Das hat mir unheimlich gut gefallen. Hier habe ich auch ein Stück weit mit Sara mitgefiebert, gerade bezüglich mancher Entscheidungen.

    Für mich war es eine wirklich tolle Lektüre, ich kann das Buch absolut empfehlen und vergebe hier 5 von 5 Sternen.

  5. Cover des Buches Geh, wohin dein Herz dich trägt (ISBN: 9783257261202)
    Susanna Tamaro

    Geh, wohin dein Herz dich trägt

    (262)
    Aktuelle Rezension von: Buchtrunken

    Nach einem Schlaganfall blick Olga auf ihr Leben zurück: auf eine Jugend voller Konvetionen, auf eine Ehe ohne Liebe, auf ihre erste große Leidenschaft, auf den Tod ihrer Tochter und auf all die Schuld und Sensucht, die bleibt. Olga notiert alles in Briefen. Briefe, die vielleicht irgendwann einmal ihre entfremdete Enkelin erhalten soll. 

    Das Buch ist als Briefroman geschrieben. Die einzelnen Kapitel sind demnach einzelne Briefe, die Olga über mehrere Tage verteilt, an ihre Enkelin Marta schreibt. Dadurch gibt es keine klassische Handlung. Nur Erinnerungen. Fragmente. Ein ganzes Leben in Papier gegossen.

     Olga teilt neben ihren Erlebnissen auch oberflächliche Geschichten. Alles was sie irgendwie bewegt oder zum nachdenken gebracht hat. Sie schreibt über ihre Freuden, Ängste, Enttäuschungen und Sehnsüchte, aber auch darüber, was sie aus ihren Erlebnissen gelernt hat. Und das in einer unverwechselbaren Nüchternheit, wie es nur ein Mensch kann, der lange, lange Zeit hatte, um sich selbst zu reflektieren. Olga möchte mit Ihren Worten weder Mitleid, noch sich erklären oder belehrend wirken. Sie möchte einfach nur erzählen. Dadurch ist der Schreibstil gleichzeitig sehr einfach und dennoch wahnsinnig intensiv. Ich kann es kaum beschreiben aber Olga sagt, Dinge während sie sie gleichzeitig auch nicht sagt. Es passiert viel Zwischen den Zeilen, aber gleichzeitigt benennt Olga sie auch direkt. Es ist als würde man beim lesen, die Gestik und Mimik von Olga mit auffassen. Und kann  so die Zeilen, auf einer viel tieferen Ebene nachempfinden. 

    Ich glaube, ich habe bei keinem Buch zuvor je so viel geweint. 

    Es ist intim, philosophisch, irgendwie spirituell. Es ist kurz, aber kommt voller Wucht. Durch die Briefe nimmt man nicht nur an einer Zeitreise in Olgas eigenes Leben teil, sondern sieht und fühlt, wie ihr Leben direkten Einfluss auf das Leben der Tochter und der Enkelin hatte. Sie schreibt von Dingen die sie erlebt hat und wie diese Erlebnisse ihre eigenes Handeln beeinflusst haben. Beim lesen hatte ich das Gefühl von Olgas Familie zu sein. Das Buch hat dadurch tatsächlich meinen Blick auf meine eigene Familie verändert, mich dazu gebracht, das Verhalten von meiner Familie mehr zu hinterfragen und nicht einfach alles zu verteufeln. Mir gezeigt, dass auch Eltern nicht perfekt sind. Dass sie Fehler machen, ihr eigenes Päckchent ragen und dass sie trotzdem ihr Bestes geben.

    Das Buch ist perfekt für alle, die ein Buch zum nachdenken suchen. Ein Buch, das einen Rat gibt und zum reflektieren einlädt. Ein Buch für alle, die eigene Familien-Dynamiken hinterfragen wollen. Für alle, die verstehen wollen, dass das Leben kein Gleichgewicht kennt. Dass jede Handlung - sei sie noch so klein - Einfluss und Auswirkungen hat. Dass man manchmal einfach loslassen muss. Und dass es am Ende das Schönste ist, wenn man einfach dem eigenen Herzen folgt. 

    Ich habe das Buch zufällig in einem Bücherschrank gefunden und wollte es erst stehen lassen. Dann mitnehmen, um es auszustellen, weil das Cover so ein nettes Zitat ist. Gott sei Dank habe ich es letztlich gelesen.

  6. Cover des Buches Die wundersame Mission des Harry Crane (ISBN: 9783458364474)
    Jon Cohen

    Die wundersame Mission des Harry Crane

    (107)
    Aktuelle Rezension von: Liesi_We

    Bei dem Buch viel mir sofort der Schreibstil auf. Er ist sehr entspannt und gefühlvoll zu lesen. Harry, der seine Frau aufgrund eines Lottospiels warten ließ und diese dann starb -und von Oriana, welche ihren Vater verlor und nun glaubt er sein ein Flügelwesen aus dem Märchen- werden verbunden durch die Magie des Waldes. Bäume sind Harry's Leidenschaft genauso wie Oriana sich bei ihnen an ihren Vater erinnert. Eine Thematik, welche ich so noch nie gelesen habe und mich deswegen auch faszinierte. Jedoch war ich von der Geschichte nie so gefesselt, dass ich sie verschlungen habe. Es geht in diesem Buch viel um die Trauerbewältigung, das Loslassen geliebter Menschen und das Wiederfinden neuen Lebensmutes und des Liebe. 

  7. Cover des Buches Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster (ISBN: 9783462051865)
    Susann Pásztor

    Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster

    (124)
    Aktuelle Rezension von: Abnuncha

    Nachdem ein Mensch gestorben ist, wird das Fenster des Sterbezimmers geöffnet oder gekippt. Dieser Brauch entstand aus der Vorstellung, dass die menschliche Seele durch den Mund des Verstorbenen in den Himmel entweicht. Fred Wiener und Karla Jenner-Garcí könnten unterschiedlicher nicht sein, aber eines tragen sie eine Weile zusammen. Karla ist schwer krank und die Frau, die ihr Leben unabhängig und in vollen Zügen genossen hat wird sterben, Fred ein eher unscheinbarer Mann möchte seine neue Berufung in der Begleitung sterbender finden. Nach einem etwas holprigen Anfang finden zunächst Fred und Karla irgendwie zusammen und schließlich auch Freds Sohn Phil. Die Beziehung zwischen Vater und Sohn plätschert so dahin möchte man sagen, beide essen und schweigen. Karlas Leben war laut und schrill, den tot vor Augen muss sie vom Leben Abschied nehmen, aber Fred hatte sie sich nicht dabei vorgestellt, ein Sterbebegleiter, was genau möchte er begleiten, ist er den schon einmal gestorben? Erst als Phil in Karlas Leben kommt wird die Beziehung schließlich ein wenig wärmer, der eigensinne junge Mann, der sich für Gedichte begeistert schließ Karla in ihr Herz, ohne viele Worte ist er da und archiviert ihre Konzertfotos, archiviert ihr Leben. Wie das Buch endet sagt ja der Titel, aber wie endet es wirklich, Klara stirbt, aber der Leser hat den Eindruck sie stirbt und ist mit sich im Klaren, hat aufgeräumt und ausgemistet, also bis zu Letzt ihr Leben selber gestaltet. Habe alle in diesem Sterbeprozess etwas gelernt, ich denke schon, jeder auf seine Weise. Dieses Buch ist sehr warmherzig geschrieben und zeigt das auch Unterschiede zusammengehören können. Alle müssen wir lernen zu Leben und letztendlich zu sterben und dann ist es gut, wenn jemand da ist und für uns das Fenster öffnet. Vielen Dank.

  8. Cover des Buches Fremder Champagner (ISBN: 9783947857258)
    Martina Berscheid

    Fremder Champagner

    (6)
    Aktuelle Rezension von: dunis-lesefutter

    Mit Kurzgeschichten tue ich mich wirklich schwer. Mir ist das oft zu wenig und wenn ich sie lese, dann als kleine Snacks zwischendurch. So hab ich es auch mit diesem Buch gemacht. Über Wochen hab ich immer mal wieder eine Erzählung aus dieser Sammlung gelesen und die haben es tatsächlich in sich.


    Martina Berscheid schreibt nicht über Menschen, die unerreichbar sind. Hier geht es um Familienprobleme wie wir sie vielleicht schon selbst erlebt haben. Jede Person, schleppt irgend eine kleine, dunkle Geschichte mit sich herum. Manche davon sind größer wie zum Beispiel in „Als wären sie Verschwörerinnen“ , manche könnten tatsächlich gar nicht wirklich wahr sein, wie in „Flaschendrehen“ und manche füllen mit Kreativität die Einsamkeit wie in  „Alles gut“. 


    Die Autorin schaffte es, mich mit jeder einzelnen Geschichte zu fesseln. Beim Einstieg fackelt sie nicht lange. Wir sind sofort vertraut mit dem Problem und große Neugier war dann die treibende Kraft dran zu bleiben. Wie geht die Geschichte aus? Nicht immer wird diese Frage beantwortet. Oft musste ich mich mit einem sehr offenen Ende zufrieden geben, welches natürlich Raum für eine eigene Version bietet. Die Frage danach wie ich mich verhalten würde, in der ein oder anderen Rolle, macht das Lese Erlebnis für einen selbst spannend, denn hier findet nichts statt, was wir nicht wirklich erleben könnten. Und somit bietet dieses Buch auch viel Potenzial zur Eigenreflektion.


    Kurzgeschichten werden weiterhin nicht mein liebstes Genre werden, aber Martina Berscheid hat es mit ihrer Art zu schreiben es geschafft, mich bei der Stange zu halten und das will was heißen. Wenn es euch also nach einem kleinen Buchs Snack zwischendurch gelüstet, dann greift zu diesem Buch und berauscht euch am fremden Champagner. 🍾 

  9. Cover des Buches Hier können Sie im Kreis gehen (ISBN: 9783312009992)
    Frédéric Zwicker

    Hier können Sie im Kreis gehen

    (48)
    Aktuelle Rezension von: Achtsamkeit
    Der  Protagonist kommt mit 91 Jahren in ein Altersheim. Diagnose: fortschreitende Demenz. Nur ist die Demenz von ihm nur vorgetäuscht. So beobachtet er genau seine Mitinsassen, das gesamte Geschehen auf der Pflegestation. Dabei erinnert er sich an vergangene Jahre. Das Buch regt zum Schmunzeln an, aber berührt auch sehr. 
  10. Cover des Buches The Reapers are the Angels (ISBN: 9780330518963)
    Alden Bell

    The Reapers are the Angels

    (1)
    Aktuelle Rezension von: Wortmagie

    Werden Autor_innen postapokalyptischer Literatur nach dem Reiz des Genres gefragt, geben sie oft unspezifische Antworten, die sich auf die Faszination der Angst und der Abgründe des menschlichen Wesens beziehen. Deshalb war ich positiv überrascht, als ich Alden Bells Antwort auf diese Frage in einem Interview las. Er glaubt, dass hinter der Leidenschaft für düstere Zukunftsvisionen eine konkrete Freiheitssehnsucht steckt. Seiner Meinung nach werden moderne Menschen im Alltag von so vielen Zwängen beherrscht, dass ihnen die Idee einer zerstörten Welt, in der keine Regeln mehr existieren und in der sie zu den wenigen Überlebenden zählen, die Hoffnung vermittelt, sich selbst neuerfinden zu können. Ich finde, das ist ein interessanter Ansatz, der viel Wahrheit enthält. Auch ich frage mich während der Lektüre von Postapokalypsen häufig, wie ich mich verhalten würde. Ob ich wohl ebenso mutig wäre wie Temple, die Protagonistin in Bells Roman „The Reapers are the Angels“?

    Temple wurde in eine Welt geboren, die dem Untergang geweiht ist. Sie weiß nichts von der Zivilisation, wie sie einst war. Sie kann weder lesen noch schreiben. Aber sie versteht sich darauf, zu überleben. Allein streift sie durch das Land, ohne Herkunft und ohne Ziel. Die Untoten schrecken sie nicht. Vielmehr muss sie sich vor den Menschen in Acht nehmen. Ein Killer ist ihr auf den Fersen, weil Temple ihm etwas nahm, das ihm viel bedeutete. Sie muss fliehen, doch auf ihrer Flucht begegnet ihr der schutzlose Maury. Ihm zu helfen könnte Temples Weg zur Erlösung sein, um all das Schlechte wiedergutzumachen, das sie getan hat. Denn eines ist gewiss: in dieser neuen Welt sind nicht die Untoten die Monster.

    „The Reapers are the Angels“ gefiel mir viel besser, als ich erwartet hatte. Ich habe das Buch 2016 gekauft, als ich Dystopien und Postapokalypsen in rauen Massen verschlang. Drei Jahre später hat sich mein Geschmack verfeinert, sodass mich längst nicht mehr jede zombiebevölkerte Zukunftsvision in Begeisterungsstürme versetzt. Ich erkannte, dass dieses Genre, wie jedes andere auch, permanent von Durchschnittlichkeit bedroht ist. „The Reapers are the Angels“ ist keinesfalls durchschnittlich und das liegt meiner Meinung nach maßgeblich an der Protagonistin Temple, deren Perspektive zu den spannendsten zählt, die ich je in der postapokalyptischen Literatur einnehmen durfte. Ich habe bisher wenige Hauptfiguren getroffen, die so sehr im Hier und Jetzt ihrer Gegenwart leben wie Temple. Anfangs erschien sie mir sehr jung, unschuldig und naiv, denn das Buch beginnt auf einer kleinen Insel, auf der Temple sich in einem alten Leuchtturm ein Heim einrichtete. Leider kann sie dort nicht bleiben. Sobald sie gezwungen ist, mit ihrer postapokalyptischen Umwelt zu interagieren, offenbarte sich ihr harter Charakter. Ich möchte betonen, dass ich „hart“ völlig wertungsfrei verwende. Temple muss hart sein. Sie ist brutal unabhängig, beinahe schmerzhaft selbstständig und das alles im zarten Alter von etwa 15 Jahren. Sie nimmt die verwüstete Welt, wie sie ist, erkennt ihre Schönheit, vermisst oder betrauert nichts und reagiert pragmatisch auf jede Herausforderung, die ihr begegnet. Schlagartig wirkte sie deutlich älter, taff und abgebrüht. Nachträglich glaube ich, dass diese Diskrepanz darauf zurückzuführen ist, dass Temple im Schutz der Isolation ihrer Insel den Luxus genoss, nicht erwachsen sein zu müssen und sich deshalb einer Kindheit annäherte, die sie eigentlich nie hatte. Zurück in den Überresten der Zivilisation verkörpert sie eine neue Generation – Menschen, geformt von der Zombie-Apokalypse, die alles tun würden, um zu überleben und sich dessen nicht schämen, weil sie nichts anderes kennen. Bell konfrontiert seine Protagonistin immer wieder mit den Grenzen des Akzeptablen und erforscht, wie weit sie zu gehen bereit ist. Folglich ist die Handlung von „The Reapers are the Angels“ zwar sehr blutig und gewaltgeprägt, vermittelt aber trotzdem eine tiefsinnige, feinfühlige und fast sanfte Ausstrahlung, fern von reißerischer Hysterie. Leise, reflektierte Momente wiegen schwerer als wilde Action und selbst die Zombies spielen nur eine untergeordnete Rolle. In Temples Wahrnehmung sind Zombies gefährliche Tiere, denen sie wann immer möglich einfach aus dem Weg geht. Sie verteidigt sich ausschließlich, wenn ihr keine andere Wahl bleibt und empfindet keine Freude daran, Zombies zu töten. Mich überraschte es dementsprechend nicht, dass Ursache und Auslöser der Zombieplage nie geklärt werden. Bell erläutert nur, was für Temple von Bedeutung ist und das ist tatsächlich nicht viel: das Verhalten der Zombies, ihre Fähigkeiten und wie die Infektion übertragen wird. Alles andere kümmert sie nicht. Braucht es auch nicht, denn schließlich sind die Zombies nicht diejenigen, die sie fürchten muss.

    Mit „The Reapers are the Angels” verfolgte Alden Bell meiner Ansicht nach das Ziel, das Potential der Zerstörung zu untersuchen. Er konzipierte einen Neuanfang für die Welt und erkundete, welches Leben aus der Asche einer glorreichen Vergangenheit hervorgehen könnte. Dazu bediente er sich einer Protagonistin, die in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich ist und sich hervorragend dazu eignet, die Erwartungshaltung seiner Leser_innen durcheinanderzuwirbeln. Temple ist keine stereotype Heldin, sondern ein echtes Unikat. Ich bin ein riesiger Fan von ihr, weil sie zahlreiche paradoxe Eigenschaften vereint und dennoch glaubwürdig erscheint. Ihre Geschichte berührte und begeisterte mich, denn für mich personifiziert sie die Anmut von Anpassungsfähigkeit. Temple ist, wer sie ist – ein Kind der Postapokalypse, die Zukunft der Menschheit. Ihre bloße Existenz stellt ein literarisches Ausrufezeichen dar. Die lose Fortsetzung „Exit Kingdom“ ist meinem Empfinden nach daher überflüssig. Ich glaube nicht, dass ich sie lesen werde. Manche Geschichten sollten einfach so stehen bleiben, wie sie sind.

  11. Cover des Buches Rico, Oskar und das Vomhimmelhoch (Rico und Oskar 4) (ISBN: 9783551320162)
    Andreas Steinhöfel

    Rico, Oskar und das Vomhimmelhoch (Rico und Oskar 4)

    (40)
    Aktuelle Rezension von: MayaB

    Ich fand alle Rico und Oskar-Bände bisher ziemlich amüsant, aber bei keinem habe ich bisher so  gelacht, wie bei diesem hier (Frau Ryu ist eindeutig meine Favoritin), am Ende wurde ich auch noch mal ein bisschen emotional, was mir ja schon in Band 3 so gut gefallen hat, und der Anfang war eigentlich einfach eine richtig schöne Geschichte. Es war nicht ganz so sehr Kriminalfall wie bisher, was ich schon teilweise schade fand, aber das hat das Buch auf jeden Fall durch jede Menge Chaos (genau mein Humor), ansprechende Geschichte und emotionale Momente wettgemacht, und gerade für ein Weihnachtsbuch (das ich mit Anfang September natürlich zu einer komplett falschen Jahreszeit gelesen habe, aber wie ein Weihnachts-Special hat es sich dennoch angefühlt) kann ich absolut damit leben, dass es mal ein bisschen anders ist, besonders weil die Figuren und der Charme der Geschichte ja weiterhin so liebenswert erhalten geblieben sind, und ich fand es sehr schön, die Entwicklungen bis hier und während des Buches sehen und genießen zu dürfen. Hatte wirklich viel Spaß an allem!

  12. Cover des Buches Antennenkind (ISBN: 9783711740229)
    Andrea Karimé

    Antennenkind

    (1)
    Aktuelle Rezension von: Erdpoetin

    In feinfühligen, poetischen Bildern erzählt die Autorin die Geschichte von Köbi, einem Jungen, der Kopfhörer trägt. Nicht, weil er gern laute Musik hört, sondern weil ihm die Welt draußen zu laut ist. Köbi nimmt alles viel deutlicher wahr als andere Menschen. „Zuckerjunge“, sagt Mama liebevoll zu ihm und „Prinz auf der Erbse“ sagt Papa lächelnd, denn die Familie ist ein eingespieltes Team und hat ihren Umgang mit Köbis So-Sein gefunden. Doch plötzlich taucht Tante Ruh auf, die alles andere als ruhig ist: In Köbis Ohren hat sie eine Pistolenstimme. „Ruh“ ist Arabisch und bedeutet „Seele“. Tante Ruh hat in Heimatland, dem Libanon, kein Zuhause mehr. Und jetzt knallt sie einfach in Köbis Leben.  Köbi igelt sich in sein Zimmer ein, zieht seinen Astronautenanzug an, nimmt Pänzi, die Schildkröte, auf den Schoß und schreibt eine Geschichte für sie. Darin spielt auch ein Huhn mit. Wie Köbi und Tante Ruh schließlich doch zusammenfinden, davon erzählt Andrea Karimé in ihrer unvergleichbar feinfühligen, poetischen Sprache. Für mich ein echter, interkultureller, einfühlsamer, phantasievoller Kinderbuchschatz über ein hochsensibles Kind! Mein Fazit: Unbedingt lesen, vorlesen, darüber sprechen, träumen, nachdenken!


     

  13. Cover des Buches Jolante sucht Crisula (ISBN: 9783314017469)
    Sebastian Loth

    Jolante sucht Crisula

    (6)
    Aktuelle Rezension von: Kinderbuchkiste

    Nicht neu, aber unglaublich beliebt ist die Geschichte von Jolante und Crisula, die einfühlsam und mit originellen Bildern Kindern das Thema Vermissen, Abschied und Tod näherbringt. Viele Kindertheater und sogar Figurentheaterprojekte haben, die mit wenigen Worten erzählte, Geschichte schon aufgegriffen und Kindern so davon erzählt, dass der Tod nicht das Ende ist.

    "..und immer wirst du ein Teil von mir sein..." (Zitat) das versteht Jolanta zum Ende der Geschichte und mit dieser Botschaft werden wir Leser gleich beim Aufschlagen des Buches empfangen


    Gans Jolante hat eine ganz besonders liebe Freundin. Eine alte Freundin, denn Schildkröte Crisula ist bereits 127 Jahre alt. Sie lebt im Gemüsebeet zwischen den Blatsalatreihen und Jolante besucht ihre Freundin täglich. Sie lesen gemeinsam Bücher, gehen Schwimmen oder auch mal auf eine Reise. Sie sprechen über ihre Ängste und Träume und sind immer füreinander da.

    Doch eines Tages ist Crisula nicht im Gemüsebeet. "Die anderen Gänse erzählen ihr, dass für Crisula die Zeit gekommen sein, von der Welt zu gehen." Aber Jolante verstand nicht, was die Gänse damit meinten. 

    Sie vermisste ihre Freundin, sie konnte nicht verstehen, wieso sie einfach gegangen ist. Jolante war so traurig, so wütend, dass sie anfing zu schreien, doch es half alles nicht. Und dann machte sie sich "voll komischer Gefühle zwischen den Federn" auf die Suche nach ihrer Freundin. Doch wo immer sie auch suchte, sie fand Crisula nicht, also ging sie zurück und schaute noch einmal im Gemüsebeet nach, ob ihre Freundin nicht vielleicht wieder da war. Zwischen den Blattsalaten war Jolanta alles so vertraut. Sie fühlte sich Crisula nahe und als sie die Augen schloss und an sie dachte verstand sie, dass ihre Freundin für immer gegangen war, doch sie ihr immer nah sein wird.

    Mit dieser Erkenntnis ging sie nach Hause. Sie war traurig, sie weinte, aber das war oky. In der Nacht träumte sie von Crisula und dass tat so gut, das Jolanta am nächsten Morgen ganz leicht aufwachte und sich nicht mehr verlassen und allein fühlte.


    Sebastian Loth erzählt diese einfühlsame Geschichte mit wenigen Worten und wundervollen Bildsequenzen, die stark fokussierend und auf das Wesentliche reduziert sind.

    Wir sehen Jolanta mit Crisula, Jolanta mit den anderen Gänsen und Jolanta auf der Suche und dabei wird es oft auch sehr amüsant, wie zum Beispiel als die kleine Gans ihre Freundin in der Musik sucht und wir sie mit dem Kopf in einer Tuba, oder Posaune stecken sehen, oder als Jolanta in die Stille horcht und wir sie sehen, wie sie sich mit zwei kleinen Kissen rechts und links vom Kopf die Ohren zuhält. 

    Besonders amüsant fanden die Kinder auch die Art und Weise wie Sebastian Loth Jolanta auf der ganzen Welt suchen lässt. Doch wie das Bild aussieht, verrate ich hier noch nicht. Auf jeden Fall gibts hier eine Schmunzeln-Garantie.


    Das man auch auf leichte Art ein trauriges Thema ernst und empathisch vermitteln kann zeigt dieses Bilderbuch wirklich trefflich.

    Gefühlvoll, emotional und mit- bzw. nachfühlbar.

  14. Cover des Buches Wandance 1 (ISBN: 9783964337184)
    Coffee

    Wandance 1

    (14)
    Aktuelle Rezension von: Flowerpinguine

    Inhaltlich:

    Kaboku Kotani, Oberschüler an einer japanischen Schule, der selbst stottert, macht sich sehr viele Gedanken darüber, wie andere Menschen über ihn denken und versucht möglichst nicht aufzufallen, durch seine Klassenkameradin Wanda wird er inspiriert, sich beim örtlichen Hip-Hop-Tanzklub anzumelden. Dabei entdeckt er durch das Hip-Hop tanzen ganzen neuen Seiten an sich selbst.

    Ich mag an dem Manga besonders die Mischung zwischen Gewissenhaftigkeit und Lockerheit. Einerseits ist es offensichtlich, dass der Mangaka sehr viel für den Manga recherchiert hat, anderseits finde ich aber versprüht der Manga auch Freude und Lockerheit, wie auch Nachdenklichkeit, dadurch entsteht eine sehr angenehme Gleichzeitigkeit dieser unterschiedlichen Dinge.
    Außerdem mag ich, wie Kabokus Art beschrieben wird und das er auch dafür gelobt wird, das er rücksichtsvoll und ein guter Zuhörer sei. Dadurch wird auch ein anderes Männlichkeitsbild beschrieben und positiv in den Vordergrund gestellt, dass dem derzeit gängigen dominanten, rücksichtlosen und vermeintlichen starken Männlichkeitsbild entgegensteht. Der Manga zeigt, andere Formen von Männlichkeit sind möglich!

    Was habe ich gelernt?

    Wie die Perspektive eines Menschen ist, der stottert.

    Besonderheiten - Zeichenstil:

    Ich finde die Dynamik des Tanzens wird in den Zeichnungen sehr gut rüber gebracht und mir persönlich gefällt der Zeichenstil sehr.

    Besonders gelungen finde ich auch, dass die Lieder zu den jeweiligen gezeigten Tänzen genannt werden. Bei Spotify gibt es z. B. Playlists, wo man alle Lieder aus dem Manga finden kann, empfehlen kann ich dabei die Playlist von NotGumGum.

    Wem würde ich das Buch empfehlen?

    - Menschen, die tiefgründige und feinfühlige Mangas mögen.

    - Menschen, die gerne Hip-Hop tanzen oder es lernen möchten.

    - Menschen, die selbst stottern oder die sich für jene Menschen und Perspektiven interessieren.


  15. Cover des Buches Wo dein Herz zuhause ist (ISBN: 9783453426276)
    Jana Lukas

    Wo dein Herz zuhause ist

    (66)
    Aktuelle Rezension von: BuchFan25

    "Wo dein Herz zuhause ist" ist der Auftaktroman zur Trilogie "Die alte Schule am See" von Jana Lukas. 

    Nach dem Tod ihrer Großtante steht Felicia mit ihren Träumen und der alten Schule am See alleine da. Das große Problem: die weitere Finanzierung. Um das Haus, das ihr so sehr ans Herz gewachsen ist, behalten zu können, entschließt sie sich, drei darin befindliche Wohnungen zu vermieten. So platzen unverhofft drei ganz unterschiedliche Menschen in ihr Leben, die nicht nur Felicia, sondern auch ihr ganzes Sein ganz schön durchrütteln. Neben ehrlichen Freundschaften entsteht zu ihrem Mieter Ben ein ganz besonderes Band der Gefühle. 

    Von der ersten Seite an hat mich dieser schöne Roman in seinen Bann gezogen. Die Geschichte ist geprägt von persönlichen Entwicklungen, Höhen und Tiefen, Missverständnissen, aber vor allem von Freundschaft und Liebe. So ergibt sich ein gemütliches Lesevergnügen, das mit sympathischen Charakteren in ein tolles Setting am Starnberger See eingebettet ist. Man kann wunderbar mit den Figuren mitfühlen und lernt dabei noch etwas über die Sprache der Blumen, die den meisten Menschen nicht geläufig sein dürfte. 

    Jana Lukas versteht es, die verschiedenen Nuancen der handelnden Personen und deren Beziehungen zueinander fein herauszuarbeiten. Es entsteht ein schöner Lesefluss, dem man sich kaum entziehen kann. 

    Deshalb von mir gerne eine Leseempfehlung für einen gefühlvollen Roman, auf dessen weitere Bände ich gespannt bin.

  16. Cover des Buches Das schönste Weihnachtsfest von allen (ISBN: 9783328302445)
    Christian Seltmann

    Das schönste Weihnachtsfest von allen

    (5)
    Aktuelle Rezension von: Lesezauber_Zeilenreise

    Inhaltsangabe Verlag:

    Wenn man zum allerersten Mal Weihnachten feiert ... Ein besonderes Weihnachts-Bilderbuch für alle Kinder ab 4 Jahren

    Winterschlaf? Nicht in diesem Jahr! Der kleine Igel staunt: Was ist das für ein glitzernd weißes Winterwunder, das vor der Igelhöhle auf ihn wartet? Schnee! Und es schlafen gar nicht alle im Winter, wie Mama Igel gesagt hat. Im Gegenteil, die anderen Tiere haben sogar ziemlich viel zu tun. Denn sie bereiten sich auf ein Fest vor, das dem kleinen Igel sehr besonders scheint. Weihnachten! Das klingt wunderbar! Aber wie geht das nur mit dem Weihnachten-Feiern? Das will der kleine Igel unbedingt herausfinden und macht sich auf die Suche nach dem Geheimnis des schönsten Fests von allen ...

    Eine Bilderbuch-Geschichte über das Wunder der Adventszeit für alle Kinder ab 4 – und alle anderen, die Weihnachten lieben.

    Meine Inhaltsangabe:
    Als der kleine Igel mitten im Winterschlaf erwacht und vor die Türe geht staunt er nicht schlecht: alles ist weiß und die anderen Tiere eilen geschäftig an ihm vorbei. Der Fuchs sagt ihm, dass sie alle Weihnachtsvorbereitungen treffen. Der Igel weiß nicht, was Weihnachten ist und will es sich erklären lassen. So gehen sie zusammen in den Wald, um Weihnachtsbäume für sich zu schlagen, besorgen sich vom Eichhörnchen Krippefiguren, vom Hirsch Weihnachtskugeln und vom Biber Orangen. Doch statt nun zusammen damit was zu machen, gehen die anderen Tiere alle weg, um Heilig Abend mit ihren eigenen Familien zu feiern. Der Igel ist verwirrt und traurig, schläft seine Familie doch, mit wem sollte er denn nun feiern? Als er gerade dabei ist, in seinem Haus den Baum zu schmücken, wacht seine Familie auf. Der kleine Igel erklärt ihnen, was Weihnachten ist und schon sind sie alle gemeinsam am Feiern. 

    Erster Satz: »Der kleine Igel lag in der Schlafhöhle – mit seiner Mama, seinem Papa, seiner großen Schwester und seinem großen Bruder.«

    Mein Eindruck:
    Das Cover mit seinen weihnachtlichen Farben und den golden glänzenden Akzenten sieht so schön aus! Überhaupt sind die Illustrationen sehr süß und detailreich, so dass es auf jeder Seite eine Menge zu entdecken gibt. Der Text ist kurz und kindgerecht und damit perfekt als Vorlesebuch geeignet. Den Kleinen wird vermittelt, dass Weihnachten das Fest der Familie ist, dass man gemeinsam feiert. Etwas gemein fand ich es schon, dass die anderen Tiere den Igel einfach so haben stehen lassen. Hier wird die Priorität deutlich darauf gelegt, dass Weihnachten ein reines Familienfest ist und keins, das man mit Freunden feiert. Das ist ein bisschen schade, wie ich finde. Doch natürlich gibt es ein Happy End mit der ganzen Igelfamilie, so dass die kleinen Kids hier nicht traurig aus der Geschichte gehen müssen. Noch mehr als die Story gefallen mir hier tatsächlich die Bilder, weil sie so voller Sachen sind. Ich würde jetzt nicht sagen, wie ein Wimmelbuch, aber es gibt einfach sehr viel zu sehen und entdecken. Da kann man mit den Kids gleich noch eine Art Suchspiel beim Vorlesen veranstalten. Das gefällt mir. 4/5 Sterne.

  17. Cover des Buches Fritzi und Bille - Bloß nicht in die Waschmaschine (ISBN: 9783737359689)
    Stefanie Klaßen

    Fritzi und Bille - Bloß nicht in die Waschmaschine

    (2)
    Aktuelle Rezension von: papa.hirsch.liest

    🦊 ab 4

    📄 32 Seiten

    💶 15,00 Euro

    📖 Sauerländer Verlag @fischer_kinder.jugendbuch

    🖊️ 🎨 Stefanie Klaßen

    ⁉️ Buch über ein Kuscheltier    


    🦌Worum geht es?🦌


    Im Buch geht es um das Mädchen Fritzi, die ihr Kuscheltier Bille von ihrer Oma bekommen hat. Sie nimmt Bille überall mit hin, doch irgendwann, wenn der Schmutz nur so abbröckelt, ist Badetag. Fritzi versucht alles um Bille vor ihrer Mutter zu verstecken, doch nichts klappt. Und dann passiert was ganz furchtbares.



    🦌Mein Eindruck:🦌


    Das Buch ist sowohl in Erzählform, als auch in Form von Sprechblasen geschrieben, was nicht gut finde, vor allem wenn man das Buch einem Kind vorlesen möchte. Die Geschichte an sich ist total süß. Denn jeder hatte bestimmt ein Kuscheltier, dass immer beschützt werden musste und wenn es einmal gewaschen wurde, roch es nicht mehr so wie vorher. Doch warum muss hier unbedingt Mama die Wäsche machen? Hier ist es andersrum und ein wenig weniger Klischee wäre hier auch toll gewesen. Die Illustrationen gefallen mir aber sehr gut.



    Bewertung: 🦊🦊🦊


    Viel Freude beim Lesen, Vorlesen und Träumen. 🦊

  18. Cover des Buches Romys Salon (ISBN: 9783836956260)
    Tamara Bos

    Romys Salon

    (14)
    Aktuelle Rezension von: Floh

    … Ob der aktuelle Kinofilm (Januar 2020) da noch mithalten kann, wenn das Buch schon so besonders toll ist?

     

    Aufmerksam auf dieses empfehlenswerte Kinder- und Jugendbuch für junge und interessierte Leser und Leserinnen, für Enkel und Enkelinnen, für Mamas und Papas, für Omas und Opas und allen anderen Liebhabern gefühlvoller und bewegender Geschichten, wurde ich durch einen Kinofilmtrailer, der die Verfilmung des gleichnamigen Kinderbuches „Romys Salon“ von der ambitionierten und sympathischen Kinderbuchautorin Tamara Bos aus den Niederlanden ankündigte. Meine fast 7 jährige Tochter sah diese Kinovorschau ebenfalls und sagte sogleich zu mir: Mama, dieses Buch sollten wir lesen. Ich glaube es ist ganz traurig aber auch ganz schön, meinst du nicht?...“ Und so zog das Buch „Romys Salon“ bei uns zu Hause ein.

    Das Thema Demenz ist wirklich keine leichte Thematik um diese in einem Kinder- und Jugendbuch aufzugreifen, doch ich sehe es auch als enorm wichtig an, die Auswirkungen auf einzelne Familien, die Empfindungen der Angehörigen und wie hier ganz besonders die Empfindungen und Gefühle der oft ratlosen und unwissenden Enkel einer dementen Omi oder eines dementen Opis in einer zwar ernsten, aber sehr unterhaltsamen, herzlichen und witzigen Geschichte zu verweben. In Romys Salon“ erzählt die noch 10 jährige Romy, wie sich ihr Alltag erst durch die Scheidung der Eltern und später im Verlauf ihrer Erzählung ihr Alltag mit der verwirrten Oma Stine im Frisiersalon Stine verändert und die kluge und taffe Romy einen Plan schmiedet….

    Die niederländische Autorin Tamara Bos hat einen wirklichen Schatz niedergeschrieben. Ein Buch voller warmer Botschaften, voller Tränen, voller Glück und lieber Umarmungen. Wunderbare (Vor-) Lesemomente und besonders feinfühlige Botschaften des sozialen Zusammenlebens, der Selbstbehauptung, der Courage, des Mitgefühls und der Familie.  

    Erschienen im Gerstenberg Verlag


    Inhalt / Beschreibung (Text von der Verlagshomepage übernommen):
     "Seit ihre Mutter so viel arbeitet, geht Romy nach der Schule zu ihrer Oma. Sie hilft ihr dann meist im Frisiersalon. Doch in letzter Zeit ist Oma anders, sie vergisst vieles, spricht plötzlich Dänisch und erzählt immer wieder von ihrer Kindheit in Dänemark und vom Meer. Romy unterstützt ihre Oma, wo sie kann, damit keiner etwas merkt. Bis zu dem Tag, an dem ihre Oma im Nachthemd im Salon steht ... Oma Stine kommt in ein Pflegeheim. Ob es ihr dort wirklich gut geht? Bestimmt würde sie sich riesig freuen, wenn Romy noch einmal mit ihr an den Strand ihrer Kindheit führe ...

     

    Eine warmherzige und berührende Familiengeschichte mit einem ehrlichen und zugleich sehr liebevollen Blick auf die Schwächen des Alters, die Oma und Enkelin einander näherbringen."

     meine persönliche Leseerfahrung, meine Meinung:

    Ein charmantes Plädoyer für die Wichtigkeit im offenen Umgang mit familiären Veränderungen, Herausforderungen, Sorgen und einen Behutsamen Umgang mit dementen Menschen gerecht wird und ihnen ein maximal selbstbestimmtes Leben ermöglicht. Und ein kleines Denkmal für die besondere Oma-Enkel-Beziehung, dessen Erlebnisse ihrer gemeinsamen Zeit im Frisiersalon und auf ihrer verrückten Reise nach Dänemark immer auch hochkomische und rührende Seiten haben.

     Mit „Romys Salon“ hat sich die niederländische Kinderbuchautorin Tamara Bos sehr schwierige und sensible Themen für ein Kinderbuch zur Aufgabe gemacht. Im Fokus steht hier die Demenzerkrankung von Oma Stine, aber auch familiäre Veränderungen, die Scheidung der Eltern, Romys Mama die nun sehr viel und hart arbeiten muss und für Romy keine Zeit und kein offenes Ohr mehr hat, Oma Stine mit ihrem langweiligen Friseursalon über dem Romy nach der Schule ausharren muss, Romys Papa der noch keine neue Wohnung gefunden hat aber wohl schon eine neue Freundin und dann plötzlich die Veränderungen bei Oma Stine die immer öffter Dinge vergisst oder verlegt und sich seltsam verhält…. Die wichtige und ernste Geschichte mit den vielen sensiblen Botschaften und Denkanreizen wird aus Sicht der Ich-Erzählerin Romy erzählt. Diese Erzählperspektive finde ich sehr klug gewählt, denn Romy erzählt so mit ihrer wahren und ungefilterten kindlichen Stimme eine sehr authentische Wahrnehmung, die Veränderungen und Sorgen und die Stadien der Demenzerkrankung von Oma Stine in Worte zu packen, die den jungen Leser erreichen und einen unglaublich positiven und reellen Blick auf eine bisher unheilbare Erkrankung, das Altern und die Symptomatik der Demenz zu werfen. Gepaart wird diese rührende Geschichte mit einer ganz besonders warmherzigen und intensiven Annäherung zwischen Oma und Enkelin.  

    Zudem erleben wir die Differenz zwischen erwachsenen und kindlichen rationalen Denkens. Umso wichtiger ist es, dass Erwachsene offen und mit gutem Gehör mit ihren Kindern über solche familiäre Entwicklungen sprechen. Romy steht beinahe allein vor diesen großen Problemen. Sie ist ein kluges und optimistisches Mädchen und entdeckt in all den Schattenseiten auch ganz viele Sonnenseiten und fasst so einen abenteuerlichen Plan… Dazu verrate ich noch nicht mehr (Meer!).

    Punkt. Pause. Neugerigmache.

    Mit Romy und ihren direkten Dialog zu den Lesern des tollen Romans, können sich junge Leser schnell identifizieren, für Jungen und Mädchen wird diese Geschichte ein spannendes Abenteuer und eine Herzensangelegenheit beherbergen. Nachdem Romy und ihre Oma Stine bisher eine eher steife und unherzliche Beziehung geführt haben, zeigt dieser Roman nun, wie innig und nah eine Oma-Enkel-Beziehung werden kann, wenn man sich einander öffnet, sich gegeneinander hilft, Hilfe braucht und auch Hilfe spendet. Romy entwickelt neben all dem neuen Umfeld, der vielen neuen Einflüsse und Regeln, der sonderbaren Situationen und Entschlüsse eine richtige Struktur im  Tagesablauf mit Oma Stine. Das rührt den Leser so sehr, dass mir ganz warm ums Herz wurde. … Und jetzt fängt die Geschichte erst richtig an, und Oma Stine und Romy werden das perfekte Team… Bis Oma in das Pflegeheim kommt und sich alles auf einmal gesundheitlich bei Oma verschlechtert. Romy macht sich große Sorgen und da ihr keiner zuhört oder sie keiner wirklich ernst nimmt, fasst sie einen Plan. Romy unternimmt mit Oma Stine eine waghalsige Reise. Dieses Abenteuer werden alle so schnell nicht vergessen. Auch Romys Mama und ihr Papa nicht…. Dieser Wandel in Bezug auf Zusammenhalt ist der Autorin wirklich klug gelungen und Romy, als auch Oma Stine, bringen mit ihren Sprüchen und ihrer klaren kindlichen Sicht (bzw. dementen Momenten der Oma) eine ganz neue Sichtweise auf gewisse Dinge. Ob von kleiner oder großer Bedeutung. Das ist hier ganz egal. Ich fühlte mich wie in einem bunten Kinderkinofilm mit einer absolut lebhaften Handlung. Ob der wirkliche Film das ebenso schafft wie dieses Buch?

    Das Buch ist jedoch kein gewöhnliches oder ganz einfaches Buch. Es spricht ein ernstes Thema an, behandelt es jedoch mit viel Charme, Witz, Realität, Wunschdenken und ist in einer sehr angenehmen kindlichen Sprache verfasst, die erwachsene Leser auch gern aufnehmen. In Anbetracht der witzigen Floskeln, humorvollen Dialoge, spritzigen Ideen und der Situationskomik und lustigen und ehrlichen Metaphern, steigt mein Zufriedenheitsbarometer steil an.

    Dieses Buch sehe ich als eine gelungene Geschenkidee für kleine Leseratten und Geschichtenliebhaber. Und da sich dieses Buch wunderbar vortragen lässt, bereitet es auch mir große Freude es meinen Kindern vorzulesen. Oder es einfach als Erwachsener mal für sich zu genießen.

     
     Das Buch ist sehr hochwertig verarbeitet, das Hardcover absolut nobel und qualitativ, die Seiten sind angenehm fest, und eine harmonische Farbgestaltung im Coverdesign insgesamt. Man kann Kater Jens auf dem Cover sehen, man sieht Frisierelemente und hübsche Verzierungen. Auch das Innendesign im Buch ist mit herzlichen Kapitelüberschriften und ganz tollen Vignetten untermalt. Ein empfehlenswertes Buch für die ganze Familie, denn um die Familie geht es hier in diesem Buch auch. Um Familie, Vertrauen, Freundschaft, Miteinander, Füreinander und Zusammenhalt. Hochwertige Verarbeitung, ein schön gestaltetes Hardcover und gute Qualität.

     

    Hier darf man meine persönliche Lesechronik und meinen Lesestatus zum Buch verfolgen:

    https://www.lovelybooks.de/bibliothek/Floh/lesestatus/2623037002/

    Die Autorin (Text von der Verlagshomepage übernommen):
    "Tamara Bos, 1967 in Ede/Niederlande geboren, schreibt seit ihrer Kindheit. Sie ist Autorin von Kinderbüchern und vielfach ausgezeichneten Drehbüchern. Ihr Bilderbuch Papa, hörst du mich? (Illustrationen von Annemarie van Haeringen) war für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Für die Filmadaption ihres Kinderromans Romys Salon, für die Tamara Bos selbst das Drehbuch schrieb, wurde sie mit dem Frankfurter Buchmesse Film Award 2018 ausgezeichnet."

    Zur Übersetzerin und zur Illustratorin (Texte von der Verlagshomepage übernommen):
     „Andrea Kluitmann, geb. 1966, studierte Germanistik in Bochum und Amsterdam. Seit 1993 arbeitet sie als Literatur- und Fachübersetzerin aus dem Niederländischen. Sie lebt seit vielen Jahren sehr gerne in Amsterdam.

     

    Petra Baan, geb. 1977 in den Niederlanden, studierte an der Kunsthochschule Utrecht Illustration. Sie arbeitet als Illustratorin, Designerin und Siebdruckerin u. a. für Buch- und Zeitschriftenverlage. Seit 2016 lebt Petra Baan mit ihrer Tochter in Berlin.“

    Bezug zur Gegenwart:

    Da die Menschen immer Älter werden, steigt auch die Zahl der Menschen die an Alzheimer oder Demenz erkranken. Erwachsene finden oft eigene Wege mit dieser Diagnose in der Familie oder dem persönlichen Umfeld umzugehen. Für Kinder ist es da oft schwieriger. Wenn dann auch noch weitere Probleme hinzukommen und nicht offen miteinander gesprochen wird, gehen die kindliche und erwachsene Rationalität auseinander und jeder in eine andere Richtung. Auch die Geschichte hier im Buch entwickelt eine Eigendynamik mit Fortschreiten der Symptome von Oma Stine. Romys Mama ist so sehr in ihrem Job eingebunden, dass sie kaum Zeit findet mit Romy zu sprechen, dann auch noch die Scheidung der Eltern und die neuen Verhältnisse. Romy ist nun viel bei ihrer Oma Stine und Romy ist die, die am nächsten miterlebt was mit ihrer Oma passiert. Doch Romy ist auch die, die am wenigsten über Demenz weiß. Trotzdem verzagt das sympathische und kluge Mädchen nicht und fasst einen Entschluss. In den Medien und in der Gegenwart werden zudem auch immer wieder die Zustände einiger Pflegeheime und Seniorenhäuser zum Thema gemacht. Da ist dann die Rede von überlasteten Mitarbeitern und den einfachen Weg Ältere ruhig zu stellen. Aus all dem will Romy zusammen mit Omi ausbrechen und ein kindlicher Plan nimmt Formen an. Eine Reise, die nicht nur Oma und Enkelin zusammenbringt, sondern auch die Familie wieder mehr zusammenwachsen lässt. Ein vernünftiges und realistisches Ende. Toll. Ein Blick aus Romys Augen, der trotz aller Traurigkeit unheimlich optimistisch und hoffnungsvoll fröhlich stimmt.

    Meine liebsten Zitate und Textstellen aus dem Buch:

    * „Es tut mir so schrecklich leid. Ich weiß nicht, was mit mir los ist. Mein Kopf ist manchmal so voll. Und dann wieder ganz leer. Das ist seltsam, oder?“ (Zitat aus dem Roman von seite 42)

    * „Seit dem Abend, als Oma einfach so verschwunden war, ist alles anders. Nicht wirklich, aber in meinem Kopf. Jetzt weiß ich, dass Oma nicht nur auf mich aufpasst, sondern ich auch auf sie. Und das ist ein ganz anderes Gefühl.“ (Zitat aus dem Roman von Seite 44)

    * „Mama konnte erst Ende Januar einen Termin im Krankenhaus bekommen, die Ärzte hatten so viel zu tun. Aber jetzt sind wir da: Mama, Oma und ich. Die Ärzte untersuchen Oma. Besondere Ärzte, die alles über alte Leute und ihre Köpfe wissen.“ (Zitat aus dem Roman von Seite 96)

    * „Ich packe meinen Koffer und nehme mit… einen Kater in einem Korb und eine Oma mit einem wirren Kopf.“ (Zitat aus dem Roman von Seite 143)

    Fazit:
     Ein sehr herzallerliebstes, sympathisches und bedeutendes Buch, welches trotz aller Traurigkeit so sonderbar urkomisch ist, dass man es einfach lieben muss. Till Schweigers „Honig im Kopf“ für Jüngere. Chapeau!

     

     

  19. Cover des Buches Das Haus der großen Träume (ISBN: 9783868276657)
    Denise Hunter

    Das Haus der großen Träume

    (18)
    Aktuelle Rezension von: SiCollier

    „Wir haben alle Dornen, weißt du.“
    „Dornen?“
    „Dinge, die um uns herum wachsen und uns zu ersticken drohen. Dornen hindern eine Saat zwar nicht daran zu keimen, aber daran, Früchte zu bringen.“
    (Seite 269)


    Meine Meinung

    Es kommt nicht allzu oft vor, daß ich eine Buchserie direkt hintereinander lese. Hier ist dies allerdings der Fall, denn die Autorin hat die Figuren der McKinley-Famile so lebensecht beschrieben, daß ich einfach wissen will, was diese sonst noch so erleben. Da es vier McKinley-Kinder gibt, gibt es demzufolge auch vier Bücher, dieses handelt von der dritten McKinley Tochter PJ.

    Deren Traum ist es, ein eigenes Restaurant zu eröffnen, nicht zuletzt, um allen zu beweisen, daß sie als „Nesthäkchen“ dazu in der Lage ist. Die Gelegenheit bietet sich, als ein Haus „verschenkt“ werden soll. Es gilt „nur“ den Wettbewerb um die beste Idee zur künftigen Verwendung des Hauses zu gewinnen. In die Endausscheidung kommen PJ mit ihrer Idee eines Restaurants mit Pension sowie Cole Evans, der eine Art Übergangswohnung für Jugendliche, die aus dem Pflegekindersystem entlassen werden, einrichten will, damit sie in Ruhe ihren Schulabschluß machen können.

    Beide wollen unbedingt gewinnen - was zur Folge hätte, daß am Ende ein Konzept nicht verwirklicht werden könnte. Mit Feuereifer gehen beide ans Werk. Da aber zur Bedingung gehört, daß sie im Haus wohnen, bleiben dauernde Kontakte und Gespräche nicht aus. Ob sie wollen oder nicht erfahren sie so mehr über ihren „Gegner“ und beginnen gegenseitig die Motivation zu verstehen, was einem Wettbewerb nicht unbedingt förderlich ist. Ganz zu schweigen davon, daß sie sich dadurch näher kommen als gedacht oder gewollt.

    Die Handlung entwickelte sich folgerichtig, wenngleich für meine Begriffe an manchen Stellen etwas holprig. So erscheint mir für die Renovierungs- und Umbauarbeiten recht wenig Zeit eingeplant zu sein. Auch bekommt man als Leser nichts davon mit, daß PJ Personal sucht. Kaum kann eröffnet werden, ist das Personal vollständig anwesend. Aber gut, das ist eher eine Nebensache. Personalsuche ist nicht unbedingt Thema des Buches.

    Die Annäherung zwischen PJ und Cole erfolgte langsam und auch im Hinblick darauf, daß beide Konkurrenten sind, glaubwürdig. Das Herz folgt eben nicht unbedingt dem Verstand. Im Verlaufe dessen erfahren auch wir Leser mehr über die jeweiligen persönlichen Erfahrungen und Interessen, die Handlungsantrieb für die beiden sind. Nebenbei erhält man dadurch auch einige Informationen über das amerikanische „Foster Care System“ (Pflegekindersystem) und seine Härten. Mit 18 wird man volljährig und scheidet zwangsweise aus dem System aus. Allerdings ist dann meist die Schulausbildung noch nicht beendet - da muß dann jeder Jugendliche selbst sehen, wie er klar kommt. Das ist ein Grund, weshalb so viele dann absacken und den Halt verlieren. (Inwieweit das in Deutschland anders ist, entzieht sich meiner Kenntnis.)

    Es bleibt auch hier nicht aus (wie wohl in ziemlich allen Büchern des Genres), daß Richtung Ende hin eine „Katastrophe“ eintritt, bevor die Lösung am Horizont aufscheint. Hier fand ich sie jedoch besser als im Vorgängerbuch, zumal sie sich hier direkt aus der Handlung entwickelt hat. Nicht zuletzt dadurch zeigt sich, daß die Figuren nicht in einer „christlichen Blase“ angesiedelt, sondern es ganz normale Menschen mit ihren Fehlern und Vorurteilen sind, egal ob sie nun in die Kirche gehen oder nicht. Genau diese Figurenzeichnung bzw. -führung ist es, wegen der ich zunehmend lieber zu Büchern der Autorin greife. Ihre Darstellungen sind wirklichkeitsnah, aber dennoch von positiver Grundhaltung getragen. Auch wenn eine Figur auf den ersten Blick ohne Fehl und Tadel erscheint, mag das im zweiten schon anders aussehen und sie eher von sehr menschlichen denn christlichen Vorstellungen geleitet sein. In den Erzählungen werden durchaus ernste Themen verarbeitet, die jedoch auf den Leser nie deprimierend wirken, dafür um so mehr zum Nachdenken anregen und Hinweise auf das eigene Leben geben können.

    Am Ende sind alle offenen Fäden verknotet und eine Lösung gefunden, an die ich zu Beginn nicht gedacht habe. So konnte ich auch dieses Buch zufrieden schließen und freue mich auf den - leider - letzten Band der Chapel-Springs-Serie.

     

    Mein Fazit

    Auch in diesem Buch gelingt es der Autorin, ernste Themen in einen gut erzählten Unterhaltungsroman mit Tiefgang zu packen. 

     

     

  20. Cover des Buches Unter uns nur Wolken (ISBN: 9783746634302)
    Anna Pfeffer

    Unter uns nur Wolken

    (72)
    Aktuelle Rezension von: aly53
    Das Autorenduo Anna Pfeffer ist überwiegend als Rose Snow bekannt, unter dem sie Romantasy Werke schreiben. Dabei wünschte ich mir so sehr, die Werke unter Anna Pfeffer, würden genauso viel Aufmerksamkeit bekommen.
    Ihr neuer Roman ist nicht nur wunderschön und atmosphärisch in seiner Gestaltung. Er verfügt auch über unglaublich viel Herz.

    Ein Werk der beiden Ladys und ich bin im Nu durch. Viel zu schnell, ist es vorbei.
    Im neuen Roman geht es um Florian, Ani und Tom.
    Dabei erfährt man die Perspektiven von letzteren beiden.
    Was ihnen unheimlich viel Tiefe verschafft. Es hat keine zwei Sekunden gedauert und ich hab sie unglaublich ins Herz geschlossen.
    Ani, die so viel mehr ist, als ihr bewusst ist.
    Tom, der so eine schwere Last auf seinen Schultern trägt.
    Florian, der so sehr zu kämpfen hat und dabei versucht sein Herz zu verschließen.
    Ganz besonders Florians Schicksal hat mich ungeheuer bewegt und zum weinen gebracht.
    Ein Schicksal das so unglaublich schwer und tragend ist. Das es die Wolken am Himmel wegwischt.
    Eine Krankheit die oft unterschätzt wird und gerade deswegen finde ich es so wichtig darüber zu schreiben. Aufzuzeigen was es mit sich zieht und wie sich nicht nur der Erkrankte, sondern auch das Umfeld dabei verändert.
    Dabei durchläuft man verschiedene Stadien, die hier sehr gut aufgezeigt werden.
    Wut, Schmerz, Glück, Resignation.

    In diesem Roman geht es darum. Die beiden Autorinnen zeigen mit sehr viel Feingefühl auf, was für ein schwerer Weg es ist. Für alle Beteiligten.
    Wenn man Ani erlebt, hat man das Gefühl, sie wird mit einer weiteren Prüfung herausgefordert.
    Sie hatte es nicht leicht. Ständig kommen von unterschiedlichen Seiten neue Einschläge und dann ist da Florian, der ihr das Leben zur Hölle macht.
    Ich habe Ani unglaublich bewundert, wie sie dem ganzen standgehalten hat und nicht aufgegeben hat.
    Sie ist so zerbrechlich, dass ich jeden Moment dachte, das war es jetzt.
    Doch nicht Ani. Sie ist eine starke und mutige , junge Frau, die weiterkämpft, auch wenn bereits alles verloren ist.
    Das schafft nicht nur mehr Hoffnung bei ihr, sondern auch bei ihrem Umfeld.
    Florian hat mich regelrecht wahnsinnig gemacht mit seinen Attacken und jedes Mal treibt er es eine Stufe weiter. So sehr man ihn zum Teufel wünscht, so sehr weiß man aber, daß er sich seine eigene Beständigkeit bewahren möchte und das viel Angst in ihm verborgen liegt. Das waren Aspekte an diesem Roman, die mir wirklich ans Herz gingen.
    Und doch hängt man irgendwann nur noch in der Luft und weiß nicht mehr weiter. Ich war geschockt, wie weit er mit seinem Treiben ging. Es verunsichert und macht zornig. Aber ein anderer Teil in mir konnte es verstehen und nachvollziehen.
    Er ist an einem Punkt in seinem Leben angekommen, an dem er verletzbarer kaum sein könnte. An dem ihm buchstäblich alles entgleitet , was ihn ausmacht.
    Ich hab diesen Roman so wahnsinnig gern gelesen. Er hat mich von einer Gefühlswelle in die nächste katapultiert.
    Es hat mir die Tränen in die Augen getrieben. Der Schmerz, das Unausweichliche und die Hoffnungslosigkeit dahinter. Man sieht das fortschreiten der Krankheit und fühlt sich so machtlos.
    Doch trotz allem gelingt es Freude und Glück zu empfinden. Diese kleinen Momente, die das Leben wertvoller machen. Die zeigen, du bist nicht allein.

    Hier ist nicht nur ein großartiger Roman über eine sehr wichtige Thematik entstanden.
    Auch die zwischenmenschlichen Aspekte haben mich berührt und ich fühlte es einfach so sehr, so intensiv und kraftvoll.
    Ich hatte nicht das Gefühl, es zu lesen. Ich war ein Teil davon.
    So herzzerreißend, so wunderschön und traurig zugleich.
    Es hat mir das Herz jedes Mal ein bisschen mehr gebrochen. Ich hab geweint. Vor Freude, vor Trauer und am Schluss, war in mir alles wieder ganz.
    Ich konnte nach vorn blicken, heilen und einfach mit einem wehmütigen Blick zurückschauen.
    Ein Roman der so authentisch, wie das Leben selbst ist und gerade deswegen so emotional.
    Man durchläuft Höhen und Tiefen. Empfindet tiefen und allumfassenden Schmerz, Verzweiflung, die zu einer Bürde heranwächst und alles mit sich reißt.
    Ein Roman, der die alltäglichen Sorgen vergessen und erkennen lässt, um was es wirklich im Leben geht.
    Hier wachsen nicht nur Menschen zusammen, sie finden auch zu sich selbst und erkennen was in Ihnen steckt. Ich konnte mich wahnsinnig gut in die Charaktere hineinversetzen, die authentischer und greifbarer kaum sein könnten. Man kann es nicht beschreiben, was es mit einem anstellt. Man muss es fühlen.
    Ein Roman, der einfach auf jede Leseliste gehört.

    Fazit:
    “Unter uns nur Wolken” ist ein Roman der erschüttert, bewegt und die Tränen in die Augen treibt.
    Ich war regelmäßig dem Abgrund nah. Weil es so tief, so gewaltig und echt war.
    Es ist das Leben und deswegen hat es mich auch nicht mehr losgelassen.
    Das Leben bietet mehr als persönliches Liebesleid.
    Manchmal muss man nach vorn blicken und erkennen, was das Leben uns gibt. Aber auch was es in der Lage ist, uns zu nehmen.
    Ein so bewegendes und wichtiges Werk, das auf jede Leseliste gehört
  21. Cover des Buches Naya (ISBN: 9783551523013)
    Lindiwe Suttle Müller-Westernhagen

    Naya

    (4)
    Aktuelle Rezension von: DisasterRecovery

    Naya ist ein fröhliches und lebhaftes Mädchen mit vielen Stärken und Interessen. Ihre Welt ist bunt, aufregend und schön, genauso wie es für jedes Kind sein sollte. Äußerlich fällt Naya durch ihren wuscheligen Lockenkopf auf. Sie bekommt oft Komplimente für ihr Haar, was dazu führt, dass sie sich sehr wohl in ihrer Haut fühlt. Plötzlich fängt jemand an, Naya wegen ihrer Haare auszulachen und die anderen lassen sich davon anstecken.  

    An dieser Stelle macht die Geschichte sehr deutlich, wie leicht sich Personen zu schlechtem Verhalten anstacheln lassen und was für gravierende und grauenvolle Auswirkungen es auf die Opfer hat. Die Autorin hat mit ihren wenigen Worten und den unterstützenden Bildern der Illustratorin eine augenöffnende Geschichte für Mobber, Opfer und Zuschauer geschaffen. Das Thema erzeugt starke Emotionen bei Vorleser und Zuhörern und bleibt dennoch stets kindgerecht. Mein  4-jähriger Sohn reagierte empathisch und betroffen. Natürlich haben wir im Nachgang noch ein wenig über das Thema gesprochen, denn es ist ja selbst für Erwachsene sehr komplex. Aus meiner Sicht kann man nicht früh genug damit anfangen, Kinder für das Thema Mobbing und Selbstliebe zu sensibilisieren

    Als das neue Mädchen Ella in Nayas Gruppe kommt, freunden sich die beiden an. Ella sind Kommentare von anderen schnuzpiepsegal und langsam lernt Naya wieder zu sich selbst zu stehen. Wir haben diese Entwicklung sehr gespannt verfolgt. 


    Fazit:

    Früher nannte man es Hänseln, heute bezeichnet man es als Mobbing. Egal wie man es bezeichnet oder wie sehr man versucht es zu verharmlosen, an den schlimmen Auswirkungen, die es für Opfer haben kann, ändert es nichts.

    Wir alle wünschen uns starke und glückliche Kinder. Doch sie sind täglich Einflüssen ausgesetzt, die wir nicht kontrollieren können und die sie eventuell an ihrem Selbstwert zweifeln lassen. Deshalb ist es so wichtig, sie für verletzendes und diskriminierendes Verhalten zu sensibilisieren. Sie sollen verstehen lernen, dass Gedanken und Worte anderer, keine Macht über sie haben.

    Autorin und Illustratorin dieses Buches haben eine großartige und kindgerechte Geschichte erschaffen, die all die genannten Aspekte ganz wunderbar verdeutlicht und überträgt. Ich bin wirklich beeindruckt!

  22. Cover des Buches Ein Himmel voller Sterne (ISBN: 9783455000726)
    Marie-Sabine Roger

    Ein Himmel voller Sterne

    (2)
    Aktuelle Rezension von: Daphne1962
    Ein Himmel voller Sterne von Marie-Sabine Roger - gelesen von Moritz Plique

    Merlin ist Autor einer erfolgreichen Comic-Reihe. Er hat dort eine Figur geschaffen, die sehr beliebt bei seinen Fans ist. Mit seiner Frau Prune und dem Kater Pantoffel zieht er in ein Traumhaus auf dem Land. Zwar gibt es nach elf Uhr vormittags kein warmes Wasser, und der Klempner vertröstet sie ständig, aber davon abgesehen ist ihr Glück wahrlich perfekt. 

    Bis eines Tages Merlins bester Freund Laurent stirbt, dieser war das Vorbild für seinen Comic-Helden Wild Oregon. Laurents sein letzter Wunsch: Wild Oregon soll im nächsten Band endlich die Liebe seines Lebens finden und es bitte nicht – wie er selbst – verbocken, 
    sondern es soll klasse enden. 

    Doch Merlin will die Arbeit einfach nicht gelingen: Er gerät in eine Schaffenskrise und überlegt, wie er dort wieder heraus kommt. Erst, als er begreift, er hat sich von der Liebe immer ein falsches Bild erschaffen, fließen die Gedanken wieder besser.

    Marie-Sabine Roger hat einige Romane geschrieben, die ans Herz gehen. Ihre Figuren haben allesamt Charakter. Es gibt sehr viele nette Menschen und auch weniger nette, wie die alte Tante von Laurent, die eher der Kategorie "Die Teufelin" zuzuordnen ist.
    Der arme Onkel Albert, dieser liebenswerte Kerl, wie er es so lange aushielt. Aber, es ist nie zu spät für eine Veränderung im Leben. Zwar ist das Grundthema hier "Die Trauer", aber es ist dennoch nicht rührselig. Die Erzählung ist eher mit einer Leichtigkeit gespickt, so das den Hörer eine recht unterhaltsame Geschichte erzählt wird. Der Sprecher hat seinen Job hervorragend gemacht. Es machte Spaß ihm zuzuhören.
  23. Cover des Buches Lebensgefühl (ISBN: 9783711002938)
    Gerry Friedle

    Lebensgefühl

    (23)
    Aktuelle Rezension von: HEIDIZ

    DJ Ötzi - Die Biografie: "Lebensgefühl" - auf dieses Buch bin ich durch die TV-Sendung "Riverboat" aufmerksam geworden. Neugierig geworden habe ich mich mit dem Buch auseinander gesetzt - es gelesen - und möchte euch nun heute meine Meinung dazu kundtun.

     

    Gerry Friedle ist DJ Ötzi und DJ Ötzi ist Gerry Friedle - aber die beiden sind eigentlich sehr unterschiedlich, weil Ötzi "nur" der Launemacher ist und Friedle vielmehr. Welcher Mensch hinter dem Anton aus Tirol steckt, das wird im Buch klar. Mittels 17 Kapiteln kann man sich sein Leben von Kindheit an erlesen.

     

    Friedle schreibt in der Ich-Form - die Biografie liest sich, als würde man gemeinsam auf der Couch sitzen und der Autor würde einem aus seinem Leben erzählen, dies tut er literarisch sehr gelungen und vor allem, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen.

     

    Leseprobe:
     ========

     

    Exakt ein Jahr nach der langwierigen Aufnahme im Studio, im Mai 2000, erhielt ich den renommierten österreichischen Pop-Preis, den Amadeus Austrian Music Award, gleich zweimal ...

     

    Anschließend an die eigentliche Biografie gibt es noch den Anhang "Meine Lifehacks" mit zahlreichen Tipps für alle Lebenslagen.

     

    Das gesamte Buch liest sich lebendig, informativ und fesselnd. Sehr gut gelungen !!!

  24. Cover des Buches Lüttes Glück - Ein Geheimnis am Nordseedeich (ISBN: 9783453426047)
    Marie Schönbeck

    Lüttes Glück - Ein Geheimnis am Nordseedeich

    (10)
    Aktuelle Rezension von: Eva_G

    Christin ist bereits seit zwölf Jahren mit Franjo verheiratet. Denn er ist ihre Jugendliebe und sie haben mit dreiundzwanzig Jahren bereits geheiratet. Doch mittlerweile ist der Alltag und eine gewisse Regelhaftigkeit eingezogen, auf die vorallem Franjo großen Wert legt, denn er hasst Veränderungen und möchte nicht auf sein Gewohntes verzichten. Für Christin ist der Tagesablauf aber häufig nur schwer zu bewältigen, denn neben ihrer Arbeitsstelle in der Bank, die sie ebenfalls sehr fordert, erwartet Franjo von ihr, dass der Haushalt perfekt geführt wird und seine Wünsche allesamt von ihr erfüllt werden. Als Christin ihn aber in flagranti mit seiner neuen Mitarbeiterin im Lager seines Pfandleihhauses erwischt, ist für sie Zeit, die Ehe zu überdenken. Dafür reist sie zu ihrer besten Freundin auf die Nordseeinsel Föhr und ganz langsam spürt sie, dass sie sich entspannen und mit einem etwas anderen Blick auf die vergangen Jahre blicken kann. Es kränkt sie aber sehr, dass Franjo so gar nicht um sie kämpfen will und sogar seine Mutter bei ihr anruft, anstatt ihm selbst. Allerdings hat Christin auch Ablenkung von ihrem Kummer in Form von Anja, der Ruhe am Meer, dem Abstand von Köln und schließlich auch dem Einheimischen Tjorben, der ihr seit der ersten Begegnung im Kopf herumspuckt. Nachdem sie eine Robbe mit schweren Verletzungen am Strand gerettet haben, verstärkt sich die Anziehung nur noch mehr...

    Marie Schönbeck knüpft mit diesem zweiten Band der Reihe rund um die Pension "Lüttes Glück" perfekt an den ersten Band an. Da Christin eine sehr sehr gute Freundin von Anja ist und sie sich noch aus deren Zeit in Köln kennen, erfahren die Leser ganz nebenbei noch mehr über Anjas weiteren Werdegang auf der Insel, was den Roman noch interessanter macht. Außerdem hat die Autorin einige Themen mit Tiefgang, wie die Ehekriese Christins, deren Auszeit auf der Insel und die vermeintliche Tierschändung der Robbe in den Fokus gerückt und sorgt so dafür, dass es nicht nur bei einer oberflächlichen Sommerlektüre bleibt.

    Gerade jetzt, wo es draußen regnerisch und ungemütlich ist, liebe ich Romane, die mich ans Meer und in den Sommer entführen. Dieser zweite Teil der Lüttes Glück-Reihe hat es perfekt geschafft, mich an die Nordsee träumen zu lassen, ohne durch eine zu vorhersehbare Handlung zu langeweilen. Da die Bände der Reihe nicht einzeln gelesen werden sollten, knüpfen viele Geschehnisse an die vergangenen Ereignisse aus Band 1 an, was mir sehr gut gefällt. Gut, dass es noch einen weiteren Teil gibt, der mich nocheinmal nach Föhr entführt, denn die Reihe begeistert mich sehr!

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