Bücher mit dem Tag "feministisch"
56 Bücher
- Suzanne Collins
Die Tribute von Panem X. Das Lied von Vogel und Schlange
(1.073)Aktuelle Rezension von: Koala_1Der junge Coriolanus Snow als Mentor der 10. Hungerspiele .Er bekommt das weibliche Tribut aus Distrikt 12 zugeteilt. Eine Frechheit ? Oder doch nicht? Denn Lucy Gray ist sehr vielversprechend .Sie ist zwar zierlich und nicht besonders kampferfahren doch mit ihrer magischen Art zieht sie alle in ihren Bann .Doch nicht nur das Coriolanus und Lucy fangen an sich mehr zu mögen als nur ein Mentor und sein Tribut ,doch als Lucy in die Arena muss Versucht Coriolanus alles für sie zu tun damit sie gewinnt auch wenn es gegen die Regeln verstößt .Die Sponsoren Geschenke regnen nur so und Lucy ist schlau .Doch schafft sie es zu gewinnen und zurück zu Coriolanus zu kommen?
Achtung kleiner Spoiler :⚠️
Nachdem Lucy die Spiele gewonnen hat wird Coriolanus Betrug aufgedeckt und er wird als Friedenswächter nach Distrikt 12 gebracht wo seine Geschichte mit Lucy -Gray weitergeht .
Meine Meinung:
Ich fand es schwach geschrieben da die Spannung schlecht aufgebaut wurde und musste mich an manchen Stellen zwingen weiterzulesen. Generell fand ich die Geschichte nicht so gut wie in den anderen Bänden. Das Rnde hat mich sehr verwirrt .
Achtung kleiner Spoiler:⚠️
Mich nervt es am Ende nicht zu wissen was mit Lucy Gray passiert.
Sterne:⭐️⭐️⭐️
- Bonnie Garmus
Eine Frage der Chemie (Schmuckausgabe)
(754)Aktuelle Rezension von: Carofii
Der Schreibstil war sehr angenehm und schlicht, außerdem wurde durch die Geschichte durch die multiperspektivische Erzählweise aufgelockert und der Leser wurde zum Dranbleiben animiert und erhält gleichzeitig auch eine Einsicht in die Gedanken- und Gefühlswelt der Nebencharaktere.
Die Protagonistin Elisabeth hat mich von Anfang an total beeindruckt: ihr trockener Humor, ihr unfassbarer Mut, ihre Intelligenz und ihre unaufhaltbare Art suchen seinesgleichen. Aber auch die Nebencharaktere, insbesondere Mad, Halbsieben & Harriet, sind mir total ans Herz gewachsen. Es gab auch ein paar Längen oder Abschweifungen, die ich persönlich nicht gebraucht hätte, aber das ist wohl eigenes Empfinden.
Hervorheben möchte ich an dieser Stelle noch, dass wirklich alles unfassbar gut recherchiert war! Sowohl die chemischen Prozesse und Abläufe, wie auch die Zusammenhänge von Chemie & Ernährung, wo ich auch selbst was lernen konnte 😋
Außerdem ist die Hauptbotschaft des Buches, nämlich dass die Gestaltung der eigenen Zukunft vor allem eine große Portion an Mut benötigt, wunderbar hervor gekommen. Auch der Einblick in die Gesellschaft in den 1950er/60er Jahre und der ständige Kampf gegen Vorurteile, Degradierungen und generellen Benachteiligungen in der männerdominierten Welt sind total gelungen dargestellt worden.
Alles in allem was es eine emotionale Achterbahnfahrt zwischen einerseits Wut, Betroffenheit und Frustration, andererseits aber auch unglaublich viel Charme, Empathie und Witz!
⭐️ F A Z I T
Auch wenn zeitgeschichtliche Romane nicht zu meinen Lieblings-Genre zählen, hat mich hier die Mischung aus Humor, Tiefgang und Gesellschaftskritik total unterhalten bzw. um es mit Bonnie Garmus‘ Worten zu sagen: die Chemie hat einfach gestimmt! 🧪 ! Das Buch war definitiv zu Unrecht so lange bei mir auf dem SuB gelegen 😅
- Marie Graßhoff
Neon Birds
(471)Aktuelle Rezension von: judithswoerteraufpapierIhr denkt ihr mögt kein SiFi? Nach diesem Buch denkt ihr anders…
Bei Neon Birds handelt es sich um den ersten Band einer Science-Fiction-Trilogie von Marie Graßhoff rund um vier junge Erwachsene in einer zukünftigen Welt. Zu der Trilogie gehören ebenfalls Cyber Trips (Erscheinungstermin: 29. Mai 2020) und Beta Hearts (Erscheinungstermin: 30. September 2020). Das Buch und die Geschichte um Luke, Flover, Andra und Okijen ist nicht in sich abgeschlossen und endet mit einem unglaublich fiesen, aber genialen, Cliffhanger. Sodass es nicht nur sinnvoll und empfehlenswert, sondern meiner Meinung nach auch absolut unumgänglich ist zunächst Neon Bird zu lesen und anschließend die Folgebände Cyber Trips und Beta Hearts zu verschlingen.
Das Cover zu Neon Birds, aber eigentlich gilt dies für alle drei Cover dieser Reihe, ist einfach auffallend, ausdrucksstark, authentisch und thematisch passend. Ein absoluter Blickfang.
Die erzählte Geschichte in Neon Birds spielt im Jahre 2101. Ein technischer Virus verwandelt Menschen in Cyborgs, sogenannte Mojas, welche von der künstlichen Intelligenz KAMI kontrolliert werden. Aufgrund der hohen und schnellen Ansteckung und dem negativen Krankheitsverlauf werden infizierte Personen in Sperrzonen auf der ganzen Welt eingeschlossen und von Supersoldaten bekämpft. Unvorhersehbarer Weise und aus unerklärlichen Gründen kommt es zu Beginn der Geschichte dazu, dass viele Mojas aus einer Sperrzone ausdringen können und somit die gesamte Welt in Besorgnis versetzt wird. Diese Entwicklung führt vier unterschiedliche junge Menschen zusammen, die herausfinden wollen, was genau passiert ist und auch warum.
Die Geschichte ist nahezu abwechselnd aus der Sicht dieser vier jungen Menschen Luke, Flover, Okijen und Andra erzählt und wird nur durch Prolog, Interlog und Epilog von KAMI unterbrochen. Neben den abwechselnden Sichten werden die Kapitel auch durch passenden Militärakten abgetrennt, welche den Leser immer zu dem genau richtigen Zeitpunkt mit den genau richtigen Informationen versorgt haben.
Die Charaktere sind so liebevoll, detailliert, tiefgründig, authentisch und individuell gestaltet. Man schließt sie sofort alle in sein Herz. Da haben wir die Mitbewohner und Kommilitonen Luke und Flover. Während Flover nur alibimäßig an der Akademie studiert und eigentlich für eine militärische Geheimeinheit Mojas, die sich unerkannt in der Bevölkerung bewegen, bekämpft, hat auch Luke einen ganz bestimmten Grund an der Akademie zu studieren – sein großes Geheimnis – aber das müsst ihr beim Lesen schon schön selber herausfinden. Dann ist da noch Okijen, ein Cyborg und trotz seines jungen Alters gefeierter Supersoldat, der eigentlich inzwischen im Ruhestand ist und sich nichts sehnlicher wünsch als nie wieder gegen Mojas kämpfen zu müssen. Und zu guter Letzt noch Andra. Sie ist eine Yuna, ein Stamm von Menschen, die abgeschieden in der Wüste leben. In ihrem Dorf ist sie die letzte ausgebildete Kämpferin und als ihr Dorf von den Mojas angegriffen wird, muss sie schwerwiegende Verluste verkraften. Durch diese Umstände wird sie neben Okijens Mitbewohnerin auch zu seiner Begleiterin in seiner Mission.
Auch die neben diesen vier Hauptprotagonisten eingeführten Nebencharaktere konnten mich mit ihrer Individualität und Authentizität von sich überzeugen, auch wenn ich da nicht alle in mein Herz geschlossen habe.
Das Worldbuilding zu Neon Birds hat mich persönlich einfach umgehauen. Zu einem gibt es die friedliche, grüne und nahezu vegane Welt, aber gleichzeitig herrscht eine militärische Diktatur. Die ungewisse Situation bezüglich KAMI sorgt dazu noch, dass alles irgendwie düster und fast hoffnungslos erscheint – die erwartete und unumgängliche Katastrophe spürt man in jeder Zeile des Buches.
Wieso habe ich trotzdem einen halben Stern abgezogen? Es gibt einfach Fragen, die für mich noch zu ungeklärt sind. Auch wenn es sich bei Neon Birds um den ersten Teil einer Trilogie handelt, hätte ich mich persönlich sehr gefreut, wenn auf ein paar Kleinigkeiten noch mehr eingegangen wäre. Zum Beispiel wird die Tatsache, dass Okijen ein Cyborg ist, einfach festgestellt und man erfährt als Leser meiner Meinung nach ein wenig zu wenig wie das bei ihm alles funktionier, wie er fühlt, wie er Emotionen empfindet, wie er Schmerzen empfindet. Der Kalte Krieg, welcher um das Jahr 2060 stattgefunden haben muss und die Grundlage für die neue Gesellschaft und den neu gegründeten Weltrat, aber auch für die Entstehung von KAMI verantwortlich ist, kommt mir auch ein wenig zu kurz. Man wird als Leser sofort in die Geschehnissen der Geschichte geschmissen, was ich als sehr positiv wahrgenommen habe, aber mit einigen Hintergrundinformationen wird man ein wenig alleine gelassen. Der Handlungsstrang von der individuellen Geschichte um Andra war mit vergleichsweise ein wenig zu schwach, aber hier gibt es ja noch Potential für die beiden Folgebände.
Nachdem ich mich Neon Birds zerstört zurückgelassen hat, kann ich nur geheilt werden, wenn ich die Geschichten der beiden Fortsetzungen – Cyber Trips und Beta Hearts – ganz schnell inhalieren kann. Wer dieses Buch anfängt, wird sich schnell mit dem Virus von Begeisterung und Spannung infizieren lassen und dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen können und wollen. Für mich persönlich ein Jahreshighlight! - Mareike Fallwickl
Die Wut, die bleibt
(314)Aktuelle Rezension von: C_S1Mit diesem Roman gelingt Mareike Fallwickl ein feministisches Werk, das nicht provoziert, um zu schockieren, sondern um sichtbar zu machen. Der Ausgangspunkt ist drastisch – und doch ist es nicht die Tat selbst, die im Zentrum steht, sondern das, was sie offenlegt: die Überforderung, die Unsichtbarkeit und die strukturelle Schieflage, in der viele Frauen leben.
Besonders stark ist, dass der Roman Frauen nicht von oben herab belehrt. Er präsentiert keine vereinfachten Lösungen und predigt keine schnellen Auswege. Die Idee, Frauen müssten „einfach“ aufhören, Carearbeit zu leisten oder sich verweigern, um ein Zeichen zu setzen, wird hier als das entlarvt, was sie ist: zu kurz gedacht. Stattdessen zeigt die Geschichte, wie tief verwurzelt Rollenbilder sind – emotional, gesellschaftlich und ökonomisch. Die Probleme enden nicht mit einem symbolischen Akt des Widerstands.
Sprachlich ist der Roman eindrucksvoll, direkt und zugleich literarisch feinfühlig. Die Figuren sind vielschichtig gezeichnet, besonders spannend ist der Blick auf zwei Frauengenerationen, die ähnliche Belastungen unterschiedlich wahrnehmen und jeweils eigene Wege suchen, damit umzugehen. Wut, Trauer und Ohnmacht stehen nebeneinander – aber auch die leise Frage nach Veränderung.
Ein kluger, unbequemer und wichtiger Roman, der lange nachhallt.
- Lyssa Kay Adams
The Secret Book Club – Ein fast perfekter Liebesroman
(863)Aktuelle Rezension von: MeinbuecherregalThe secret Book Club von Lyssa Kay Adams aus dem #kyssverlag
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Er ist ein erfolgreicher Baseball Spieler, verheiratet und Vater von kleinen Zwillingsmädchen…. Aber seine Ehe steht kurz vor dem Aus…. Kann er die Scheidung verhindern?
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Mir hat das Buch gefallen. Es war keine typische 0815 Liebesgeschichte.
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Es ist sozusagen die Geschichte nach dem Happy End. Dieses Buch fängt nach der Hochzeit mit dem Beziehungsproblem an.
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Hilfe erhält er durch einen Buchclub und dadurch entsteht eine Buch in Buch Geschichte. Er liest einen Liebesroman, um sich zu entwickeln und um seine Frau besser verstehen zu können. Diesen Roman lesen wir parallel zu seiner eigenen Geschichte mit. Fand ich gut.
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Die Entwicklung der Charaktere hat mir auch gefallen.
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Die Protagonisten fand ich sympathisch.
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Was will man mehr?!? Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und freue mich auf Band 2. (eine weitere in sich abgeschlossene Geschichte)
- Laetitia Colombani
Der Zopf
(887)Aktuelle Rezension von: pudelohnekern"Der Zopf" von Laetitia Colombani handelt von drei starken Frauen, die schwere Schicksale durchleben und ihnen trotzen. Im Laufe des Buches wird deutlich, dass ihre Leben auf indirekte Weise miteinander verbunden sind, wie die Stränge eines Zopfes. Smita lebt in Indien und gehört zur untersten Kaste der Dalits, Giulia arbeitet in der Perückenwerkstatt ihres Vaters auf Sizilien und Sarah ist eine erfolgreiche Anwältin in Kanada. Jede von ihnen gerät in eine existenzielle Krise und muss Entscheidungen treffen, die ihr Leben verändern.
Der Roman ist in einer klaren, eher schmucklosen Sprache geschrieben, dadurch lässt sich die Handlung sehr leicht verfolgen. Aufgrund seines relativ geringen Umfangs kann man das Buch problemlos in kurzer Zeit lesen. Gleichzeitig ist diese Knappheit auch die wesentliche Schwäche des Romans. Die Geschichte entwickelt sich sehr schnell und schon nach den ersten Kapiteln wird die Handlung vorhersehbar. Dadurch entsteht kaum ein Spannungsaufbau. Die Charaktere können in der Kürze der Zeit gar keine Tiefe bekommen und bleiben daher eindimensional.
Dabei besitzt der Roman thematisch großes Potenzial. Fragen nach sozialer Ungleichheit, Geschlechterrollen und Globalität werden immer wieder angesprochen. Besonders die Geschichte von Smita und die Diskriminierung der Dalits hat mich als Leserin berührt. Gerade hier hätte ich mir daher mehr erzählerische Tiefe gewünscht. Die Darstellung bleibt meist vereinfacht und reduziert komplexe gesellschaftliche Strukturen auf wenige prägnante Szenen. Dadurch entsteht der Eindruck, dass Klischees von Armut und Unterdrückung vor allem zur emotionalen Wirkung eingesetzt werden. Der Handlungsstrang wirkt auf mich dadurch eher wie eine zugespitzte Inszenierung als wie eine differenzierte Auseinandersetzung mit den sozialen Realitäten. (Was nicht heißt, dass die dargestellten Szenen an sich nicht realistisch wären.)
Dies zieht sich leider durch das gesamte Buch: Konflikte werden aufgebaut, aber relativ schnell und sehr einfach aufgelöst. Spannnungsbögen werden nicht zu Ende geführt. Auf das Ende möchte ich nicht näher eingehen, um Spoiler zu vermeiden, aber auch hier wurde meiner Ansicht nach der leichte, umkomplizierte Weg gewählt, was der Geschichte leider die Glaubwürdigkeit nahm.
Insgesamt bietet „Der Zopf“ meiner Meinung nach viele interessante Ansätze und eine starke Grundidee. Der Roman spricht wichtige gesellschaftliche Themen an und erzählt drei bewegende Schicksale. Gleichzeitig bleibt er erzählerisch an der Oberfläche und entscheidet sich eher für eine leicht zugängliche, emotionale Erzählweise. Als kurze, gut lesbare Geschichte über Mut und Selbstbestimmung funktioniert das Buch jedoch.
- Naomi Alderman
Die Gabe
(140)Aktuelle Rezension von: _Cookie_Plötzlich haben sie es alle. Es verbreitet sich wie ein Virus. Über Nacht werden Frauen zum stärkeren Geschlecht. Doch ist eine Welt unter der Herrschaft von Frauen auch eine bessere Welt? Auf ein Mal haben Frauen die Macht durch ihre Finger Stromschläge zu verteilen. Sie nennen es die Gabe. Die Frauen erheben sich auf der ganzen Welt, doch nicht alle sind friedlich..
Die Grundidee hat mich sehr angesprochen. Ich hatte einen Dystopische Roman erwartet und dieser wurde auch geliefert. Dennoch hatte ich große Schwierigkeiten eine Bezug zu den Characteren auf zu bauen. Durch die vielen Perspektiven und Sprünge war ich häufig etwas verwirrt, was meinen Lesefluss etwas gestört hat. Auch haben sehr viele Charactere nicht einmal daran gedacht mit dieser Gabe etwaas gutes zu tun. Viele von ihen wurden einafach nur zu Vrgewaltigerinnen und mörderinnen. Ich denke dieser Teil des Buches war der, der mich am meisten schokiert hat. Denn dieses Buch hat einen sehr grausamen Anteil und ich denke dieser schokiert einige sehr. Dennoch darf man nicht vergessen, dass einigen Frauen (Achtung, ich müöchte nichts veralgemeinern.) dieses Schiksal erfahren.
Fazit:
Ein interessantes Buch über die Abgründe der Macht. Eine durchaus spannende, wenn auch grausame Dystopie mit eingen Schwachstellen.
- Tracy Banghart
Iron Flowers – Die Rebellinnen
(465)Aktuelle Rezension von: ButtaIch habe das Hörbuch nur durch Zufall entdeckt muss aber sagen ich war positiv überrascht und es trifft sehr meinen Geschmack. Für so ein Jugendbuch hat es einige Schichten und ist sehr feministisch, was ich toll fand. Natürlich könnte es noch mehr Tiefe und world building haben und natürlich erinnert es an einige Bücher von dieser Zeit. Nichts desto trotz finde ich dass es seinen Job gut macht, ich war wirklich investiert in die Story und super gespannt sich wenn ich den einen Twist geahnt habe. Mir gefiel die ganze Idee die Umsetzung bisher und auch die Sprecher waren gut. Bin auf dem 2ten Teil gespannt
- Søren Sveistrup
Der Kastanienmann
(327)Aktuelle Rezension von: JulianchenDieser Thriller ist wohl einer der besten, den ich in den letzten Monaten, wenn nicht im letzten Jahr gelesen habe. Ein absolut spannender Fall, vielschichtige, facettenreiche Ermittler, Wendungen, die nicht an den Haaren herbeigezogen sind, sondern absolut logisch erscheinen und damit umso erschütternder sind. Im Mittelpunkt stehen mehrere Morde an Müttern, die ihre Kinder vernachlässigen oder sogar misshandeln. An jedem Tatort findet sich eine kleine Kastanienfigur. Die Frauen sind fürchterlich entstellt und wurden gequält. Das Buch ist hart, die Schilderung der Taten sehr brutal. Doch das Buch driftet an keiner Stelle, ins Voyeuristische ab. Der Schreibstil ist vielseitig und niveauvoll, durch die kurzen Kapitel äußerst spannend und kurzweilig. Schnell stoßen die Ermittler auf Parallelen zu einem Fall von Kindesentführung an einer Politikertochter. Der Fall scheint aufgeklärt, doch nach und nach verdichten sich die Indizien, dass die Lösung wohl doch nicht so einfach war wie gedacht. Das Thriller ist wirklich bis zum Ende spannend und hält die ein oder andere Überraschung bereit. Ich hoffe, dass es noch weitere Fälle, der etwas eigenwilligen und doch sehr menschlichen und sympathischen Ermittler geben wird. Ich bin Fan und freue mich schon auf den nächsten Teil. Eine absolute Leseempfehlung für Fans von Spannungsliteratur.
- Suzanne Collins
Die Tribute von Panem L. Der Tag bricht an
(501)Aktuelle Rezension von: C_S1Ein fesselnder Einstieg in die fünfzigsten Hungerspiele: Haymitch wird von allem getrennt, was er liebt, und muss sich nicht nur in der Arena beweisen, sondern auch innerlich kämpfen. Die Autorin erweitert die Welt von Panem geschickt und gibt alten Charakteren endlich Tiefe, ihre Hintergründe und Motivationen werden greifbar.
Die Geschichte packt, lässt einen mitfiebern und enthüllt dabei überraschende Details, die Fans der Originalreihe lange vermisst haben. Spannend, emotional und hervorragend geschrieben, ein Muss für alle, die Panem noch intensiver erleben wollen.
- Vera Zischke
Ava liebt noch
(169)Aktuelle Rezension von: mag_buecherWas passiert, wenn eine Frau plötzlich merkt, dass sie in ihrem eigenen Leben nur noch eine Rolle spielt – aber sich selbst dabei verloren hat?
Sie ist Mutter, Ehefrau, Hausfrau. Jahrelang organisiert sie den Alltag der Familie, hält alles zusammen und stellt ihre eigenen Wünsche hinten an. Es funktioniert – zumindest nach außen. Doch tief in ihr wächst eine Sehnsucht nach mehr: mehr Freiheit, mehr Selbstbestimmung, mehr sie selbst zu sein.
Dann tritt Kierran in ihr Leben. Ein junger Mann, der ihr eine andere Perspektive zeigt – und ihr das Gefühl gibt, dass Freiheit vielleicht doch kein unerreichbarer Traum ist. Plötzlich steht sie vor der Frage, ob es möglich ist, beide Welten zu vereinen: Verantwortung und das eigene Glück.
Dieses Buch ist eine bewegende Hommage an alle Frauen, die sich selbst nicht aufgeben sollten. Es erinnert daran, dass jede Frau – neben all ihren Rollen als Mutter, Partnerin oder Hausfrau – auch das Recht hat, ihr eigenes Leben zu spüren und sich ein Stück Freiheit zu nehmen.
Die Geschichte hat mich sehr berührt und gleichzeitig zum Nachdenken gebracht: darüber, was man vom eigenen Leben erwartet und welche Wünsche man vielleicht viel zu lange ignoriert.
Der Schreibstil ist angenehm flüssig und macht es leicht, tief in die Gefühlswelt der Figuren einzutauchen.
Beim Lesen habe ich gelacht, an einigen Stellen ein paar Tränen vergossen und danach sogar mit meinem Mann darüber diskutiert. Für mich also ein rundum gelungenes und absolut lesenswertes Buch.
Und als kleines Extra: Ich habe es passenderweise genau am Weltfrauentag beendet. ;)
- Judith Vogt
Schildmaid
(45)Aktuelle Rezension von: mattderDie Frau der Wikinger stehen in diesen Buch in Vordergrund. Sie geben sich auf ein Raubzug nach England. Überfallen die Krieche und Brandschatzen dort. Klauen die Verfüllen Gegenstände. Die Koggen werden auch gut beschrieben. Die Überfahrten gegen auch nicht leicht von der Hand. Müssen gegen Sturm kämpfen.
- Naomi Alderman
The Power
(45)Aktuelle Rezension von: supersusiÜberall auf der Welt können Frauen plötzlich einen Stromschlag abgeben. Bei einigen ist er so stark, dass er töten könnte, bei anderen nur wie ein Kitzeln, was den Sex etwas prickelnder macht für die Männer. Die meisten lösen bei Berührung aber vor allem Schmerzen aus. Werden damit die Machtverhältnisse der Geschlechter umgekehrt ?
Was für ein Thema und was hätte man draus machen können ! Das Buch ist gut geschrieben, flüssig, mit unterschiedlichen Charakteren und einem Twist am Schluß, der einen umhaut, auch wenn es der Anfang impliziert. Das Buch schildert die Anfänge und wie Frauen bei anderen Frauen diese Fähigkeit wecken und nach und nach begegnen wir den Hauptfiguren, deren Handlungsstränge sich immer wieder kreuzen. Kriminelle Mafiosi, die ihre Geschäfte ausweiten, in einem Land kommt eine Frau an die Macht, ein Journalist berichtet, welche Auswirkungen die Gabe der Frauen überall auf der Welt hat, eine Politikerin versucht mit der neuen Situation umzugehen und eine Frau gründet eine neue Religion. Das Buch ist spannend und man kann es kaum aus der Hand legen. Vor allem der Schluß ist gewaltig. Dennoch habe ich das Gefühl, dass etwas fehlt, dass man mehr auf die Auswirkungen hätte eingehen könnte, Aber wahrscheinlich hätte das den Rahmen des Buches gesprengt. Es wird ja auf unterschiedliche Aspekte eingegangen. Und eine komplette Soziomilieustudie wäre wohl zuviel erwartet. Einige Szenen sind sehr grausam. Interessant finde ich folgenden Gedanken : Männer sind Bewahrer des eigenen Hauses und daher friedlich, während Frauen aggressiv sind, weil sie ihre Kinder schützen müssen. Allem in allem ein Buch, was Eindruck hinterlässt.
- Nell Leyshon
Die Farbe von Milch
(429)Aktuelle Rezension von: dunis-lesefutterVon diesem Buch hatte ich Vorfeld nur Gutes gehört. Also war ich sehr gespannt, ob mich die Geschichte aus dem vorletzten Jahrhundert genauso begeistert wie viele hier.
Mary wächst als eine von vier Schwestern auf einem kleinen Bauernhof im ländlichen England des 19. Jahrhunderts auf. Wie wir später erfahren, spielt die Geschichte 1831, denn Mary schreibt sie höchstpersönlich auf.
Ein Jahr lang schildert sie das ärmliche Leben auf dem Hof, die Brutalität, mit der ihr Vater gegen jede noch so kleine Abweichung von der täglichen Arbeit vorgeht und die scheinbare Gleichgültigkeit der Mutter, die von morgens bis abends beschäftigt ist und für Gefühle keine Zeit zu haben scheint. Mary ist anders als ihre Schwestern. Sie versucht Wärme in den Alltag zu bringen. Als jüngstes Kind, das sich auch optisch von ihren Familienmitgliedern unterscheidet, wirkt sie etwas unbeschwerter, träumt von Sonnenaufgängen und bezahlt so manch hohen Preis für die ein oder andere Flucht vom Alltag. Sie hat ein großes Herz für ihren gelähmten Großvater, der ebenfalls von den Brutalitäten seines Sohnes nicht verschont bleibt.
Als Mary von heute auf morgen ins Pfarrhaus ziehen muss. Um dort die schwerkranke Frau des Pastors zu betreuen, ändert sich ihr Leben schlagartig.
Thematisch geht es im Buch stark um Machtmissbrauch, patriarchale Gewalt und soziale Hierarchien. Selbstermächtigung von Frauen findet hier nicht statt. So werden Mary und ihre Schwestern zu arbeiten gezwungen, die das Leben der Familie am laufen halten. Eine Wahl bleibt Ihnen nicht. Männer nehmen sich was sie brauchen, egal, ob Frauen bereit sind, zu geben oder sich gar wehren. Der Ortswechsel, den die Protagonistin vornehmen muss, ist fremdbestimmt , sie zu fragen, kommt niemandem in den Sinn. Das Geld dafür kassiert der Vater. Mary nimmt das bewusst war und stellt diese Form von sozialer Gewalt auch infrage doch kann sie sich dagegen nicht auflehnen. Wenn Sie dies trotz allem versucht, bekommt sie dies sofort physisch zu spüren. Dieses fremdbestimmte Leben stört sie trotzdem stark, und sie entdeckt für sich Bildung als Möglichkeit zur Flucht. Die Allgegenwärtigkeit von Vertrauensbrüchen durch Männer macht die Perspektivlosigkeit, der sich Frauen und Mädchen gegenüber sehen sehr deutlich. In diesem Fall spürt es aber auch nicht die Solidarität unter Frauen. Freundinnen- oder Schwesternschaft fällt Resignation zum Opfer.
Leyshon bedient sich einer einfachen, oft pragmatischen Sprache, in der ein Hauch von Poesie mitschwingt. Dabei fügt sie kleine Wendungen ein, führt auf falsche Fährten und schenkt uns den ein oder anderen Twist, dessen Auflösung sie aber offen lässt. Ich finde diese Form der Textkonstruktion sehr gut gewählt. Sie baut Spannung auf, lässt uns Leser*innen mutmaßen und es bleibt trotzdem genug Raum für eigene Lösungen. Ich hatte schon die ganze Zeit eine Ahnung, wie die Geschichte ausgehen wird, und obwohl sich das bestätigt hat, habe ich aufgeregt dem Ende entgegen gefiebert. Das macht den Roman zu einer spannenden Erfahrung.
Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und habe es innerhalb eines Tages durchgesuchtet. Plot, Sprache, Setting und Konstruktion haben mich begeistert, und ich werde dieses Buch ab sofort zu meinen Highlights zählen
Eine Empfehlung für alle, die besondere Frauenfiguren mögen und raffinierte Texte zu schätzen wissen.
- Rupi Kaur
milk and honey - milch und honig
(97)Aktuelle Rezension von: nayeziDas Buch hatte - aus meiner Sicht - eine ziemlich merkwürdige thematische Einteilung. Zudem war die Reihenfolge, in der die Gedichte vorkamen, öfters grauenhaft: So folgte auf einen Text zur emotionalen Beziehung mit dem eigenen Vater einer zur sexuellen Selbstbefriedigung, was offensichtlich in starkem Kontrast zum vorher erwähnten steht und unangemessen ist. Im Werk kamen, für meinen Geschmack, auch viel zu viele sexuelle Verse vor, die sich dann teils sogar wiederholt haben.
Neben dem thematisiert das Buch aber auch Bereiche wie Selbstbestimmung, Rassismus und sexuelle Vergewaltigung. Diese werden in Form von poetischen Texten und teils auch kurzen Essays tiefgründig - und aus einer feministischen Perspektive - betrachtet. Persönlich gefiel mir das sehr, da die Aussagen (manchmal auch Affirmationen) Gehör verdienen, was ihnen durch dieses Buch auch gegeben wird.
Abschließend war das Buch nicht so ganz mein Fall, es ist aber auch nicht schlecht. Die Leseprobe von dem Buch gibt einem schon einen guten Eindruck zum Inhalt und Aufbau des Buches, daher würde ich - falls dir der Ausschnitt aus der Lektüre gefallen hat - durchaus zu einem Kauf raten.
- Kalynn Bayron
Cinderella Is Dead
(45)Aktuelle Rezension von: pinkdinoprincessInhalt: Sophia lebt in demselben Königreich, in dem Cinderella vor 200 Jahren ihren Prinz Charming fand. Doch die einstige Märchenprinzessin ist schon lange tot - was geblieben ist, ist nur der Ball, der nun dazu dient, junge Frauen schnellstmöglich zu verheiraten, ob sie nun wollen oder nicht. Doch Sophia will ganz und gar nicht. Stattdessen flieht sie in der Ballnacht in die Wälder und macht sich so zur Ausgestoßenen. Dort trifft sie auf die mutige Constance, die ihr offenbart: Vielleicht ist Cinderellas Geschichte mehr Märchen, als sie ahnt.
Fazit: "Cinderella ist tot" hat sehr viel Zeit auf meiner Wunschliste verbracht und dann noch ein wenig auf meinem Stapel ungelesener Bücher, ehe ich es nun von dort befreit habe. Während ich die Idee und den Vibe großartig fand, blieben die Figuren und ihre Handlung etwas blass für mich. Trotz spannender Twists konnte ich keine richtige Beziehung zu ihnen aufbauen. Möglicherweise waren es fehlende Charakterschwächen, denn spontan könnte ich keine benennen. Dennoch vermittelt dieses Buch so viele wichtige Inhalte (Die Prota repräsentiert sowohl PoC als auch queer-feministische Werte), dass ich es empfehlen möchte.
Empfehlung: Spannende Idee! Wer sich an etwas blassen Figuren nicht stört, wird von den Plottwists mitgerissen.
- T. Kingfisher
Was die Toten bewegt
(74)Aktuelle Rezension von: BooksbydannyDieses Buch war unglaublich atmosphärisch.
Ich kenne die Geschichte von Poe nicht, daher bezieht sich die Rezi nur auf dieses Buch.
Anfangs fing es gemächlich an, wir lernen Alex kennen und erfahren ein wenig über ihn.
Er besucht das Hause Usher, da seine Jugendfreundin sehr krank ist.
So und ab hier wird es ungemütlich. Das Haus Usher verströmt eine unheimliche Atmosphäre, welche trotz der Kürze der Geschichte gut zur Geltung gebracht wird.
Zeitweise ist es auch richtig ekelig, also ich werde diese Bilder nicht so schnell aus meinem Kopf bekommen.
Eine große Leseempfehlung für diejenigen, die gerne atmosphärische, düstere und schaurige Horrorgeschichten lesen möchten.
4,5/5⭐️
- Kelly Barnhill
When Women Were Dragons: A Novel
(21)Aktuelle Rezension von: LiteraturwanderinDieses Buch hat mich wirklich wütend gemacht, aber nicht, weil ich das Buch nicht mochte, ganz im Gegenteil. Es hat mich wütend gemacht, weil es einfach so vieles auf den Punkt trifft und obwohl die Geschichte erfunden ist, könnte ihr Inhalt nicht wahrer sein.
When Women were Dragons hat mich von Anfang an gepackt und bis zum Ende nicht mehr losgelassen. Ja, das Buch ist sehr speziell, aber gerade das, macht es so besonders. Das Wordbuilding ist sehr besonders und auch der Schreibstil hat mir gut gefallen, er ist fantasievoll an der einen, ernst an einer anderen Stelle. Ich mochte die wissenschaftlichen Einschübe vom Professor zwischen den einzelnen Kapitel, weil sie die Dinge nochmal anders beleuchtet haben, als die Protagonistin Alex sie als Kind wahrgenommen hat und uns gleichzeitig noch mehr Informationen über das Drachenwandeln geben.
Wir erhalten hier eine emotionale, tiefgründige Geschichte, die uns aufrütteln und wach machen soll. Es ist erschrecken, wie Frauen früher und auch heute noch behandelt werden. Mit der Wandlung zu Drachinnen, können sich die Frauen endlich davon befreien und nach ihrer Rückkehr, falls sie überhaupt zurückkommen, werden sie endlich (zumindest von den meisten) in der Gesellschaft akzeptiert.
Ich möchte euch aber eigentlich garnicht mehr über den Inhalt erzählen, sondern möchte euch wärmsten ans Herz legen: Lest dieses Buch.
- Eva Reisinger
Männer töten
(47)Aktuelle Rezension von: Vreni_liestMeine Rezension zu Männer töten von Eva Reisinger
Schwere Kost in skurrilen Plot stimmig verpackt.
Da die Autorin aus meinem Heimatort stammt, konnte ich mich mit einigen der Ortsbeschreibungen gut identifizieren. Das sorgte bei diesem schweren Thema zwischendurch sogar für ein kleines Schmunzeln.
Mit dem Schreibstil hatte ich es jedoch nicht immer leicht. Er ist zwar sehr einfach gehalten, durch die vielen Sprünge fiel es mir aber schwer, einen konstanten Lesefluss zu finden.
Auch den im Zusammenhang mit dem Buch oft genannten Feminismus konnte ich wenier erahnen, vielleicht weil gegendert wird. Für mich steht weniger Feminismus im Vordergrund als vielmehr das Thema Femizid und Gewalt an Frauen. Und von diesem wichtigen Thema kann es gar nicht genug Bücher und Artikel geben.
Die Geschichte selbst ist fesselnd, und die Frauen der Ortschaft sind durchwegs sympathisch gezeichnet. Besonders die Protagonistin ist mir ans Herz gewachsen ihre tief sitzende Wut war für mich gut nachvollziehbar.
Insgesamt ein origineller Roman mit einer starken Thematik, der mich trotz einiger Abstriche beschäftigt hat.
- Sylvia Townsend Warner
Lolly Willowes
(27)Aktuelle Rezension von: Wolf-MacbethIch habe das Buch wirklich sehr gern gelesen – trotz (oder gerade wegen) seiner stillen, eigenwilligen Art. Nur der deutsche Titel hätte mich beinahe davon abgehalten, es überhaupt in die Hand zu nehmen. „Der liebevolle Jägersmann“ klingt nach etwas ganz anderem, als dieses kluge, wunderbar schräge Buch tatsächlich ist.
Wer sich dafür interessiert, wie das Leben für bürgerliche (oder leicht adlige) Frauen Anfang des 20. Jahrhunderts ausgesehen hat – besonders für diejenigen, die nicht heirateten – wird hier auf erstaunlich sanfte, aber auch schmerzliche Weise abgeholt. Lolly wächst in einem Umfeld auf, in dem sie versorgt ist, aber nichts wirklich Eigenes hat. Als „alte Jungfer“ muss sie funktionieren, angepasst bleiben, freundlich, hilfsbereit – ein Leben ohne echte Entscheidungsmöglichkeiten, aber auch ohne existenzielle Not. Ein stilles Leben, das fast ein Schlafzustand ist. Warner bringt das brillant und mit trockenem Witz auf den Punkt, sodass es fast weh tut – und doch nie langweilig wird.
Im zweiten Teil vollzieht Lolly einen radikalen Schritt: Sie befreit sich. Und zwar nicht laut, nicht kämpferisch – sondern durch Rückzug, durch das leise Entziehen. In einer Zeit, in der eine Frau nicht einmal allein aufs Land ziehen konnte, ohne als ungehörig zu gelten, ist das eine Form von Revolution. Und genau das macht das Buch für mich zu einem feministischen Klassiker, ganz ohne Parolen.
Dass Warner gegen Ende mit Hexerei, Teufel und schwarzer Katze arbeitet, klingt vielleicht nach Kitsch – ist es aber nicht. Es bleibt schräg, poetisch, und irgendwie völlig stimmig. Die Sprache ist literarisch, aber nicht schwer. Die Gedanken sind manchmal fast unheimlich modern. Und wer Klassiker liebt – oder einfach kluge Bücher über das Nicht-Einverstanden-Sein mit der Welt – wird hier viel finden.
Nur bitte: Lasst euch vom deutschen Titel nicht abschrecken – er passt weder zum Ton noch zum Inhalt.
📚 Weitere Rezensionen auf Deutsch findest du auf meinem Goodreads- und LovelyBooks-Profil.
- Monika Kim
Das Beste sind die Augen
(152)Aktuelle Rezension von: Ria266Der Roman wurde mir in den sozialen Medien immer wieder angezeigt und ich wollte Mal wissen was an dem Hype dran ist. Als ich ihn dann zufällig als Mängelexemplar im Laden entdeckt habe, habe ich das Buch mitgenommen.
Leider muss ich sagen, dass ich den Hype nicht ganz nachvollziehen kann. Der Roman lebt vor allem von den morbiden Fantasien und den teils wirklich ekligen Taten der Protagonistin. Als Lesende ist man dabei, wenn eine Serienmörderin entsteht. Vielleicht ist irgendwann eine Fortsetzung geplant.
Obwohl das Buch nicht besonders dick ist, hat sich die Handlung für mich stellenweise gezogen. Es handelt sich auch eher um leichten Horror. Ich hatte mir insgesamt mehr erwartet und war zwischendurch sogar etwas gelangweilt.
Die Kapitel sind sehr kurz, manchmal fast zu kurz, wodurch man schnell durch die Geschichte kommt.
Die Hauptfigur ist alles andere als sympathisch. Sie lügt, manipuliert und stiehlt. Zwar sind die Männerfiguren in Leben von Jinwo durchweg unsympathisch und man verspürt durchaus den Wunsch nach Bestrafung, doch ihre Methode ist letztlich sehr endgültig und zudem scheint sie bei der Wahl ihrer Opfer nicht besonders wählerisch zu sein.
Gut gefallen hat mir hingegen, dass Jinwo sich im Laufe der Handlung aus ihrer anfänglichen Passivität befreit und beginnt, selbst aktiv zu handeln, um ihre Mutter und ihre Schwester zu beschützen.
Insgesamt fand ich den Roman interessant, aber die Geschichte blieb doch hinter meinen Erwartungen zurück.
- Unda Hörner
1929 - Frauen im Jahr Babylon
(7)Aktuelle Rezension von: Monika_BrigitteBerlin, 1929: Das letzte Jahr im Jahrzehnt scheint wie die Stille vor dem Donnerschlag zu beginnen: Weltreise, technologischer Fortschritt, Literatur. Doch nach Blutmai, Tod Stresemanns und Weltwirtschaftskriese erstarken die nationalistischen Parteien und ein Sturm zieht auf, der die Weimarer Republik ins Wanken und schließlich zu Fall bringen wird.
Unda Hörner zeigt in Ihrem Roman "1929. Das Jahr Babylon" dieses Jahr aus der Perspektive berühmter realer weiblicher Persönlichkeiten. Der Lesende trifft auf Marlene Dietrich, Lotte Lenya, Helene Weigel, Asta Nielsen, Marlene Poelzig, Vicki Baum, Clärenore Stinnes, Lotte Jacobi, Louise Brooks und viele weitere mehr. Auf jeder Seite merkte ich die gründliche Recherchearbeit Hörners. Ein vielseitiges Quellenverzeichnis findet sich im Anhang.
Durch einen Zufall fand ich dieses Buch in einem Bücherschrank und konnte es nach kurzem Anlesen nicht mehr weglegen. Mit pointiertem Schreibstil schafft es Hörner, viele Informationen zu bündeln und in Verbindung mit kurzen Dialogen interessant zu vermitteln.
Es gibt zu dem Buch einen Vorgänger- und einen Nachfolgerroman - 1919 und 1939. Ich werde meine Augen weiter nach Bücherschränken offen halten!
1929. Das Jahr Babylon| Unda Hörner| ebersbach & simon | 244 Seiten| 22,00€
- Tanja Raich
Jesolo
(59)Aktuelle Rezension von: Eternal-HopeAndrea, genannt "Andi", ist Mitte 30, und orientierungslos in ihrem Leben. Von der eigenen Mutter wurde sie verlassen, als sie 10 Jahre alt war, und auch zum Vater hat sie kein gutes Verhältnis. Doch es gibt auch stabilisierende Faktoren in ihrem Leben: die langjährige Beziehung zu Georg, mit dem sie schon seit ihrer Teenagerzeit zusammen ist, auch wenn sie sich bisher nicht dazu entschließen hat können, weitere gemeinsame Schritte zu gehen, zusammen zu ziehen, zu heiraten oder sich für ein Kind zu entscheiden. Und sie arbeitet in einer Kreativagentur, eine Festanstellung, die ihr so mittelmäßig zu gefallen scheint.
In sich drin träumt Andi von all den alternativen Lebensrealitäten, die möglich wären: man könnte doch ganz was anderes machen, mal in Madrid leben, am Meer oder in der Großstadt, durch die Welt reisen, mal so, mal so. Tatsächlich lebt sie nichts davon, denn sie hat sich für einen Partner entschieden, der konservativ ist und die Routine liebt, und lebt nun schon seit Jahrzehnten an seiner Seite. Georg liebt das Gewohnte und Traditionelle, auch im Urlaub, und er ist eindeutig der stärkere Part in dieser Beziehung. Und Andi unternimmt keinerlei Bemühungen, irgendwelche ihrer Träume zu verwirklichen.
So beginnt das Buch schon mit dem jährlichen Urlaub, den das Paar im immer gleichen Hotel in Jesolo verbringt, wo Georg die immer gleichen Speisen zum Frühstück wählt und wenig Neues ausprobieren möchte. Für die Zukunft hat Georg auch eine klare Vorstellung: zusammenziehen, am besten im oberen Stock des Elternhauses, den man dann noch weiter ausbauen könnte, und gemeinsam eine Familie gründen. Das spricht Georg auch immer wieder an, nur Andi möchte das nicht, sie träumt von einem freieren, flexibleren Leben und möchte sich nicht festlegen, unternimmt aber auch keine konkreten Schritte in Richtung ihres Wunschlebens und hält Georg hin, trennt sich aber auch nicht von ihm, obwohl klar ist, wie er ist und was er sich vom Leben wünscht und dass das mit ihren Vorstellungen eigentlich überhaupt nicht zusammenpasst.
Dabei werden die beiden immer älter - Andi ist mittlerweile 35 - und Georg immer unglücklicher damit, dass er seine Ziele mit ihr nicht verwirklichen kann und auch nicht weiß, ob und wann das noch möglich sein wird, sodass es sogar zu einer kurzfristigen Distanzierung zwischen den beiden kommt.
Tja, und dann stellt sich heraus, Andi ist im alljährlichen Jesolo-Urlaub offenbar schwanger geworden. Auch hier verhält sie sich so, wie sie sich immer verhält in ihrem Leben: sie trifft erst mal lange überhaupt keine Entscheidung und redet mit niemandem darüber, nicht einmal mit Georg. Die Schwangerschaft ist schon recht weit fortgeschritten, als sie ihm davon erzählt, und an ihrem Arbeitsplatz schweigt sie das Thema sowieso so lange tot, bis der Babybauch so sichtbar ist, dass sie schon darauf angesprochen wird. In Bezug auf das Ungeborene scheint sie nicht viele mütterliche Gefühle zu entwickeln und verhält sich ausgesprochen verantwortungslos, etwa, indem sie wiederholt größere Mengen an Alkohol trinkt.
Gleichzeitig lässt sie sich aber schlussendlich in ein Leben treiben, das sie so nicht wollte. Sie willigt ein, mit Georg ins Haus seiner Eltern zu ziehen, dort das obere Geschoss aufwendig renovieren zu lassen, aufzustocken und dafür einen Kredit im mittleren 6-stelligen Bereich aufzunehmen. Georg und seine Eltern übernehmen eine dominante Rolle bei der Renovierung und Wohnungseinrichtung, und abgesehen von vereinzelten kleinen Akten der Rebellion - Andi setzt sich bei der Wahl des Sofas durch - lässt sie auch das mit sich geschehen.
Wir begleiten Andi, Georg und deren Umfeld durch die Schwangerschaft und es ist schon hier ersichtlich, wie das Ganze weitergehen wird: Andi wird sich in ihrem selbsterwählten Unglück und ihrer Opferrolle suhlen, wahrscheinlich eine ähnlich wenig ambitionierte Mutter sein wie ihre eigene und die Schuld an all dem "der Gesellschaft" und "deren Erwartungen an Mutterschaft" zuschieben. Dabei - man liest es sicher heraus - hat ihr Unglück in meinen Augen viel mehr mit ihrer eigenen passiven Haltung und Verweigerung des Erwachsen-Werdens und der Verantwortungsübernahme für das eigene Leben zu tun, als mit der Gesellschaft. Schließlich hat niemand sie gezwungen, genau diesen Partner zu wählen und so lange an seiner Seite zu bleiben, und dann sich noch mehr ins von ihr abgelehnte konservative Leben hineinfallen zu lassen, aus Passivität und Feigheit.
Andi ist also keine sympathische Person, aber das muss sie auch nicht sein. Das Buch an sich finde ich hervorragend geschrieben, denn es ist eine ausgezeichnete Charakter- und Milieustudie und als solche spannend und authentisch zu lesen: Frauen mit einer Haltung ähnlich wie Andi gibt es viele, und damit ist es auch eine sehr gute Darstellung der Konsequenzen des Sich-Treiben-Lassens und Nicht-Erwachsen-Werden-Wollens, das in gewissen Kreisen meiner eigenen Millenial-Generation so verbreitet ist - Leseempfehlung!
- Lina Frisch
We Will Give You Hell
(9)Aktuelle Rezension von: CarinaWarnstaedtIch habe "We will give you hell" als Hörbuch gehört und es hat mir wirklich Spaß gemacht. Ich bin gut reingekommen und fand die Geschichte zwischen den Freunden zu Beginn schon ziemlich gut - obwohl es mich gewundert hat, dass es relativ lange dauerte, bis die Spannung wirklich Fahrt aufnahm.
Die Geschichte rund um die Wut der Frauen ist gespickt mit viel Kritik an der aktuellen Gesellschaft und mit feministischer Kraft. Damit regt sie in jedem Fall zum Nachdenken an. Ich bin dennoch froh, dass die extremeren Ansichten im Buch gut eingeordnet wurden und auch hinterfragt wurde, ob eine Welt, in der Frauen die Oberhand haben, eine gute Welt wäre.
Die Liebesgeschichte zwischen den beiden Frauen fand ich sehr süß und ich fand es ganz angenehm, dass sie mal nicht so überschwänglich und dennoch überzeugend war. Leider blieb die Protagonistin für mich insgesamt eher farblos und es gab relativ viele Charaktere für die ich keine große Sympathie entwickeln konnte.
Besonders gut gefallen hat mir dafür, wie die Mythologie in die Geschichte verwoben wurde und wie die Autorin Bilder im Kopf kreiert hat, die mich nach Schweden entführt haben.
Aufgrund des aktuellen Weltgeschehens besonders eindrucksvoll ist für mich das, was sich durch das ganze Buch zieht: "Die Geschichte wiederholt sich". Mich stimmt das sehr nachdenklich.
Insgesamt hat mir das Hörbuch sehr gut gefallen!























