Bücher mit dem Tag "ferienhaus"
72 Bücher
- André Aciman
Call Me by Your Name. Movie Tie-In: A Novel
(117)Aktuelle Rezension von: Jona_WeberAndré Acimans Roman 'Call me by your name' ist viel besser als der Film, obwohl ich auch den Film sehr mochte und erst durch den Film auch auf das Buch aufmerksam geworden bin. Wie er in dem Roman den Sommer beschreibt, in dem der 17-jährige Elio sich in den ein paar Jahre älteren Praktikanten seines Vaters verliebt, die Entstehung einer Affäre zwischen den beiden, die über Leidenschaft weit hinausgeht, das ist echt meisterhaft geschrieben und erzählt und geht wirklich ans Herz. Dringende Leseempfehlung!
- Miranda Cowley Heller
Der Papierpalast
(327)Aktuelle Rezension von: Pina27Mein holpriger Start mit dem „Papierpalast“
Ich muss ehrlich zugeben: Der Einstieg in dieses Buch fiel mir unglaublich schwer. Zu Beginn prasseln extrem viele Charaktere auf einen ein, und die Geschichte springt zudem zwischen verschiedenen Zeitebenen hin und her. Es war so verwirrend, dass ich das Buch anfangs fast abgebrochen hätte. Nur dank des Buddy-Reads mit tinisbookworld, die mich motiviert hat, bin ich drangeblieben – und mein Gott, bin ich froh darüber! Im Nachhinein möchte ich dem Buch für den zähen Anfang auch keine Punkte abziehen, denn jede einzelne Figur und jede Zeitebene ist für den späteren Verlauf und die enorme Tiefe der Geschichte absolut notwendig.
Schwere Schicksale und tiefe Emotionen
Im Mittelpunkt steht die 50-jährige Eleanor (Elle), die eigentlich ein erfülltes Leben mit ihrer Familie und einem liebenden Ehemann hat. Doch hinter der Fassade verbirgt sich eine Geschichte voller schwerer, weiblicher Schicksale. Die Traumata und Ereignisse, die die Frauen in diesem Buch durchleben müssen, sind teilweise wirklich harte Kost. Beim Lesen hat das unheimlich viel mit mir gemacht – es war ein absolutes Gefühlskarussell aus Wut, Trauer und purem Schock. Obwohl man an einigen Stellen insgeheim schon erahnen konnte, wohin die Reise führt, hat mich die Realität, als es dann passierte, trotzdem tief getroffen. Es ist bewundernswert und berührend zu sehen, wie Elle trotz ihrer Vergangenheit weiterlebt.
Das Ende: Eine Zerrissenheit, die auf den Leser überspringt
Bis zum Schluss habe ich als Leserin selbst mitgelitten und überlegt, welchen Ausgang ich mir für die Geschichte wünsche – und ich konnte mich schlichtweg nicht entscheiden. Beide Wege fühlten sich auf ihre eigene Art schmerzhaft an.
Das Ende selbst entlässt einen mit einem ganz besonderen Gefühl. Es ist einerseits durch eine symbolische Handlung sehr konkret, lässt einen aber andererseits genau mit der Zerrissenheit zurück, die auch die Protagonistin das ganze Buch über in sich getragen hat. Man bleibt nachdenklich und bewegt zurück.
Fazit
Der Papierpalast ist keine leichte Kost, sondern eine tiefgehende, emotionale und komplexe Geschichte, die mich nach den anfänglichen Startschwierigkeiten komplett in ihren Bann gezogen hat. Ein Buch, das wehtut, das aufwühlt und das man so schnell definitiv nicht vergisst. - Charlotte Link
Am Ende des Schweigens
(677)Aktuelle Rezension von: Barbara_NeltingAuch wenn mich dieses Buch insgesamt (im Urlaub, am Strand:-)) gut unterhalten hat, sind die vielen hier vorzufindenden Klischees erschreckend. Keine Ehe ohne fetten Makel, die wahre Liebe gibt es nicht, und wenn doch, wie am Ende angedeutet, kann sie wegen "man hätte sich halt unter anderen Umständen treffen müssen" nicht stattfinden. Also bitte! Auch wenn dieses negative Bild vielleicht der Realität vieler deutscher Partnerschaften entspricht (und sich die Autorin vielleicht auch deshalb so großer Beliebtheit erfreut), möchte ich beim Lesen auch mal überrascht werden. Z.B. von der inneren Entwicklung einer Figur. Das soll ja im Realen durchaus (wenn auch vielleicht selten) vorkommen, ist hier aber ausschließlich dem Teenager Ricarda vorbehalten. Alles anderen (überlebenden) dieses Romans machen am Ende irgendwie so weiter wie zuvor. Schade.
- J. Lynn
Frigid
(551)Aktuelle Rezension von: ReaderButterflySydney und Kyler sind seit Kindertagen beste Freunde. Während Kyler eine Frau nach der nächsten abschleppt, geht Syd lieber mit einem guten Buch ins Bett. Nun stehen die Winterferien an, wo sich alle in einer Skihütte treffen. Doch der Schneesturm wütet und wird stärker, so dass nur die beiden es zur Hütte schaffen. Während Kyler ein Mädchen mit auf sein Zimmer nimmt, fällt es Sydney immer schwerer ihre Gefühl für ihren besten Freund zu verbergen. Währenddessen treibt draußen ein Unbekannter sein Unwesen, so müssen sich die zwei bald fragen, ob sie in der Hütte überhaupt sicher sind.
Diese Reihe stand vor langer Zeit auf meine Wunschliste und als das Buch in einem Bücherschrank stand, musste es mit. Ich hab mir nichts episches erwartet, sondern etwas, das in Richtung der Anfänge von New Adult geht und genau das hab ich bekommen.
Sydney ist etwas unsicher und hegt schon lange Gefühle für ihren besten Freund. Ihr Charakter ist ein bisschen Klischee, aber ich fand das nicht schlimm. Ich mochte ihre Art gerne und sie war mir sympathisch. Bei ein paar Details bin ich mir unsicher, wie ich sie finden soll, wie dass Syd eins fünfzig groß ist und ihre Hand so klein ist, im Vergleich zu Kylers.
So war Kyler das Gegenteil, groß, hat jeden Tag eine andere. Im Laufe der Geschichte fand ich ihn dann besser beschrieben und ich mochte ihn und Syd gerne zusammen.
Vielleicht liegt es daran, dass das Buch älter ist, aber ein paar Aussagen haben mich gestört. Wie dass andere Mädchen mehrmals als Tussis beschimpft werden oder, dass es Sydneys Lippen „peinlich ungeschminkt“ sind. Die erste Hälfte ist recht ruhig fand ich und hat mir gut gefallen, während die zweite spicy ist. Manchmal fand ich diese Szenen gut, ja schon süß, während ich bei anderen dachte, dass es jetzt auch wieder reicht.
Der Schreibstil war locker zu lesen, so dass man das Buch schnell durch hat und sich gut vorstellen kann was passiert. Durch das Setting und die Umstände bekommt das Buch etwas Winterliches, was gut in den Januar passt. So kuschelt man sich beim Lesen gerne in eine warme Decken. Für Zwischendurch fand ich das Buch gut, man darf sich allerdings nicht zu viel erhoffen.
- Robyn Carr
Neubeginn in Virgin River
(240)Aktuelle Rezension von: mattderEine Krankenschwester will einen Neubeginn und nimmt eine stelle in Virgin River an. Der Arzt ist alt und braucht hilfe. Die will er nicht an nehmen. Es entwickelt sich eine schöne Geschichte mit Herz schmerz. Aber auch Kriminalität. Na ja ist ein Frauen Roman macht trotzdem SPSS zu lesen. Wer die Serie kenn wird es lieben.
- Kira Gembri
Ein Teil von uns
(194)Aktuelle Rezension von: Bethany_beMir hat das Buch sehr gefallen, vor allem Nias Entwicklung und die Szenen in Australien. Meine Lieblingsszene ist die des Regenschauers... Durch den Schreibstil konnte ich mir nicht nur die Natur, sondern auch die beiden sehr gut und lebhaft vorstellen.
Ich empfinde die Geschichte als aufmunternd, starkmachend und generell als motivierend. Dass Aaron etwas erleben will und auch Nia bereit für ein Abenteuer wird, zeigt, wie wichtig es ist, das zu machen, was einen glücklich macht und nicht, was erwartet wird.
Auch die Thematik des Nierenversagens von Aaron wurde ziemlich gut und sensibel behandelt. Dass man ernste Themen mit etwas Witz und Romantik in einem Roman verbindet, sorgt dafür, dass sich die Thematik einprägt. Das hat sie bei mir, sodass das Buch sensibilisiert und aufklärt.
- Mary Kay Andrews
Die Sommerfrauen
(263)Aktuelle Rezension von: jeanne1302Sommer, Strand und ein altes Haus und drei Freundinnen, die einen Monat dort einfach gemeinsam leben wollen.
Zu ihnen gesellen sich dann noch eine vierte Frau und der smarte Vermieter "Mr. Culpepper", wie er sich nennt.
Bei 35 Grad bei abgedunkeltem Zimmer ist dies die absolut optimale Lektüre, um den Tag zu überstehen.
Man genießt jede Seite und hat von allem etwas: die Wichtigkeit von Freundschaft, die Erkenntnis, dass man auch liebenswert ist, wenn man arbeitslos ist und dass man einfach gemeinsam einem Menschen in Not wirklich helfen kann - egal ob finanziell oder in einer wirklich sehr brenzligen, lebensbedrohlichen Lage.
Nur zuletzt stellte sich mir die Frage: Und was will Ellis (einer der Freundinnen) jetzt arbeiten? 🤔 Darauf gab es in diesem Buch dann keine genaue Antwort, aber egal.
Happy End auf jeden Fall und was braucht es mehr.
Endlich mal wieder ein Buch, dass ich gerne gelesen hab, wenn auch ein paar Rechtschreibfehler drin waren. 😂
- Nina George
Die Schönheit der Nacht
(210)Aktuelle Rezension von: BumbilouDer Roman handelt von Claire, erfolgreiche Verhaltensbiologin, Mutter und verheiratet & von Julie, halb so alt wie Claire und unsicher, was sie sich vom Leben erwartet.
Das erste Mal treffen die beiden im Flur eines Hotels aufeinander - Julie putzt dort die Zimmer und Claire ist nach einem Treffen mit einem Liebhaber auf dem Weg nachhause.
Die zweite Begegnung findet in Claires Wohnung statt, denn ihr Sohn ist zum Essen eingeladen um seinen Eltern seine Freundin vorzustellen: Julie.
In diesem Sommer lernen die zwei Frauen sich selbst besser kennen, entdecken, was für sie "leben" bedeutet und wie sie das Feuer (wieder)finden können. Sie sind leidenschaftlich, verletzlich und mutig.
Große Leseempfehlung !
- Vera Buck
Das Baumhaus
(289)Aktuelle Rezension von: LichtEngelBereits im Prolog begegnete ich Marla.
Marla wurde vor Jahren als fünfjähriges Mädchen entführt und in einem Baumhaus festgehalten.
“Das Baumhaus“ hatte mich schon nach wenigen Seiten fest im Griff. Ein echter Pageturner.
Das Buch wechselt in seinen Kapiteln ständig die Erzählperspektive und gibt dadurch Einblicke in die Gedanken und Gefühle der einzelnen Protagonisten.
Diese parallelen Lesestränge sind sehr spannend mit unerwarteten Wendungen erzählt und verbinden sich am Ende auf eine für mich überraschende Weise.
Als es im letzten Drittel des Buches immer offensichtlicher wird, wie alles zusammenhängt, musste ich einfach lesen, lesen, und immer weiter lesen, um herauszufinden, wie sich alles am Ende auflösen wird.
Der Schreibstil ist sehr bildhaft und lebendig und hat mich wieder einmal sehr begeistert!
Alle Figuren sind sehr facettenreich und gut dargestellt. Jeder von ihnen hat etwas zu verbergen.
Eine durchgehend beklemmende, spannende Atmosphäre ließ mich das Buch kaum aus der Hand legen. Auch das Setting hat mir extrem gut gefallen: ein abgelegenes Ferienhaus in Schweden, umgeben von düsteren, unheimlichen Wäldern.
Vera Buck ist inzwischen eine meiner Lieblingsautorinnen, jedes Buch von ihr war für mich bis jetzt ein Lese-Highlight !
Ich hoffe noch auf viele spannende Bücher von dieser Autorin.
- C.M. Ewan
Das Ferienhaus - Und du denkst, du bist sicher
(87)Aktuelle Rezension von: Jenny_MinionNachdem tragischen Tod des älteren Sohnes macht die restliche Familie einen Kurzurlaub in dem sehr abgelegenen Ferienhaus des Chefes. Sie haben die Hoffnung, dass die Familie wieder zusammenfindet und etwas Normalität eintritt. Doch nach kurzer Zeit stellt sich raus, dass das Ferienhaus noch andere Gäste hat, Gäste, die sich keiner wünscht.
Die Familie wird plötzlich gejagt, durch das Haus, durch den Wald, durchs Wasser. Egal wo sie sich aufhalten sie werden immer verfolgt mit der Absicht, dass sie getötet werden. Ob sie entkommen können obwohl der Zaun, der sich um das Grundstück befindet verschlossen ist?
Ein wirklich sehr spannendes Buch, welches mich wiedermal davon überzeugt hat, dass dieser Autor weiß wie man gute Thriller schreibt, die leicht zu lesen sind.
Durch die eingebauten Plotttwists verliert es die ganze Zeit über nicht an Spannung, ist aber gleichzeitig trotzdem eine gute Lektüre auch für schwächere Nerven.
- Stefanie Lahme
Das Glück ist einen Flügelschlag entfernt: Ein Irland-Roman
(18)Aktuelle Rezension von: hexe2408Urlaub – die schönste Zeit des Jahres. Lukas freut sich schon einige Wochen auf seine Auszeit in Irland. Seine Reiseroute, Ausflugsziele und Übernachtungsmöglichkeiten hat er detailliert geplant und übersichtlich festgehalten. Auch wenn sein Urlaub anders beginnt, als es ursprünglich gedacht war, ist er guter Dinge, dass er mit seiner Planung viele schöne Momente erleben wird.
Als er auf der Fähre auf Jo trifft, verändert sich die Aussicht auf die nächsten Wochen in Irland auf einen Schlag. Obwohl die beiden auf den ersten Blick so gar nicht zueinander passen, gewinnen sie bei einem Quiz ein Ferienhaus – gemeinsam. Chaos, Unstimmigkeiten und gereizte Nerven sind da vorprogrammiert und trotzdem lassen sich beide auf das Abenteuer ein – Ausgang ungewiss.
Der Schreibstil von Stefanie Lahme ist angenehm und flüssig. Anschauliche, detaillierte Beschreibungen lassen die wundervollen Schauplätze lebendig werden. Ich konnte mir beim Lesen sehr gut vorstellen, wie die Natur aussieht, mal übervölkert von Touristen, mal ganz einsam und idyllisch. Irland liegt nicht am anderen Ende der Welt, dadurch kennt man sicher die eine oder andere Ecke von Bildern. Ich war selbst noch nicht in Irland, hätte jetzt aber auf jeden Fall Lust, selbst mal hin zu reisen und die schönen Gegenden zu entdecken.
Besonders schön fand ich, dass die Ausflüge mit der persönlichen Entwicklung der beiden Protagonisten gekoppelt wurden. Jo und Lukas sind beide mit ganz eigenen Zielen nach Irland gekommen. Nun versuchen sie, ihre Pläne zu kombinieren und sich gegenseitig ihre Art des Reisens und Erlebens näher zu bringen. Es ist schön, die beiden dabei zu begleiten. Durch ihre vielen Unterschiede gibt es immer mal Reibereien, Neckereien und öfter was zu lachen. Die Reise als eine Art Wettstreit zu gestalten, gibt dem ganzen noch mal eine ganz andere Note. Wer am Ende die meisten perfekten Tage organisiert hat, wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Das muss jeder Leser für sich herausfinden.
Durch den personalen Erzähler bekommt man einen guten Überblick über die Handlung. Die meiste Zeit der Geschichte verbringen Lukas und Jo gemeinsam. Doch auch die Passagen, in denen die Protagonisten allein unterwegs sind, werden so beleuchtet. Man lernt Lukas und Jo nach und nach besser kennen und ich fühlte mich die gesamte Zeit sehr nah dran. Die lebhafte Erzählweise macht es leicht, das Reisefeeling auf sich wirken zu lassen.
Im Verlauf der Geschichte werden die Gedanken und Gefühle von Lukas und Jo beleuchtet, auch wenn die beiden nicht aus der Ich-Perspektive berichten. Dadurch wird für den Leser deutlich, was in ihnen vorgeht und sie sich wünschen. Jo und Lukas sind sich in vielen Dingen ähnlicher, als sie selbst ahnen. Ihre Vorurteile, Zweifel, Ängste und manchmal auch der fehlende Mut halten sie davon ab, sich dem anderen zu öffnen und über die Sachen zu sprechen, die sie wirklich bewegen.
Seine Mauern kann man eben nicht von einen Tag auf den anderen ablegen, dadurch bleibt die Entwicklung in der Handlung nachvollziehbar und authentisch. Was hinter dem Geheimnis steckt, das bereits im Klappentext angedeutet wird, habe ich sehr früh geahnt, das war auf der einen Seite hilfreich um Andeutungen zu verstehen, auf der anderen auch schade, weil man einfach nicht so überrascht war, wie Lukas.
Eine schöne Geschichte mit viel Gefühl, den ganz persönlichen Ängsten, mit denen Jo und Lukas zu kämpfen haben und wunderschöner Natur, die Lust auf Urlaub macht und den Protagonisten die Augen öffnet.
Vielen Dank an die Autorin und den Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar!
- Mary Kay Andrews
Sommernachtsträume
(63)Aktuelle Rezension von: MamaSandraDas Buch habe ich im Format der kleinen Taschenbibliothek gekauft für eine längere Zugfahrt.
Die Story war hierfür genau richtig. Es sind gute Charaktere in der Handlung, von allem was dabei: berufstätige Mutter kurz vor der Scheidung, Teeanger im Haus, anstrengende Mutter, individuelle Tante, schwuler Bruder zudem Alkoholiker, beste Freundin und guter Freundeskreis, erster Crush aus der Jugend .... von allem ist etwas dabei und die Mischung war hier genau richtig.
Und auch die Handlung selbst ist sehr abwechslungsreich. Es geht nicht nur um das Aufleben der Jugendromanze und eine Ehekrise. Nein, es geht um Wirtschaftsbetrug und Firmenrettung und letztlich um einen Mord, der aufzuklären gilt. Alles im allem tatsächlich recht spannend. Für die nächste Zugfahrt ist bereits ein weiteres Mini-Buch der Autorin im Regal gelandet :-)
- Julia Holbe
Unsere glücklichen Tage
(94)Aktuelle Rezension von: Trishen77„Als ich auf meinem kleinen Hotelbalkon in Luxemburg saß und auf die Stadt blickte, konnte ich nicht anders, als mich ganz den Erinnerungen hinzugeben. Diese Erinnerungen waren Dämonen, aber ich hatte sie vermisst. Wie eine Droge.“
Vier Freundinnen und der Sommer ihres Lebens + große Liebe + großes Zerwürfnis – das klingt nach einem altbewährten Rezept. Bewährt nicht nur wegen dem relativ klaren Plotverlauf, sondern auch weil der/die Autor*in, wenn sie rückblickend erzählt (wie auch Julia Holbe es tut), gleichsam über die Jugend und übers Alter schreiben kann, also beide Gefühlswelten abdeckt.
Zu Anfang ist das Buch auch genau die eindringliche und bewegende Erfahrung, die es durch diesen Mix zu sein verspricht: nach fast drei Jahrzehnten trifft Elsa Marie wieder. Sie bildeten einst gemeinsam mit ihrer Freundin Fanny eine 3er-Clique, die in ihren Studienjahren immer die Ferien in einem Haus von Elsas Eltern an der französischen Atlantikküste verbrachte. Dort wartete jeden Sommer das vierte, ortsansässige Mitglied ihrer Gruppe auf sie: die quirlige Lenica, zu der besonders Elsa ein tiefe Zuneigung hegte. Sie verbrachten die Tage mit trinken, reden, lesen, schwimmen und essen, in tiefer Eintracht.
Dann, im letzten gemeinsamen Sommer, trat auf einmal Sean in diesen erlesenen Kreis: Sean, der etwas ungeheuer Anziehendes hatte, etwas Raubtierhaftes und gleichsam Liebevolles, etwas Umwerfendes und der aber auch Geborgenheit geben konnte, Leichtigkeit, Freiheit. Mitgebracht hatte ihn Lenica, die ihn bereits lange zu kennen schien – aber zusammen kommt er dann mit der Erzählerin Elsa, die sich mit aller Leidenschaft in diese Beziehung stürzt, obgleich sie den Abgrund darin von Anfang an ahnt.
Danach sahen sich die Freundinnen über Jahrzehnte nicht; Lenica starb in der Zwischenzweit. Und jetzt, nach Ehen, Kindern und Scheidungen, erscheint den drei Freundinnen (Marie und Elsa spüren auch sehr schnell Fanny auf) dieses einstige Glück nicht nur magisch, sondern sie legen es auch auf ein letztes Revival an und fahren noch einmal in das Haus, um ein langes Wochenende dort zu verbringen. Und es kommt, wie es kommen muss: Sean taucht wieder auf …
Am Anfang ist Holbes Buch unwiderstehlich und sie versteht es, die Gegenwarts- und die Vergangenheitsebene gut miteinander zu verschränken und doch separat voranzutreiben. Es wird Spannung aufgebaut und viel Vorfreude stellt sich ein, gleichsam zeichnet Holbe ein gutes Bild von Erinnerungswelten und ihrer Anziehung, ihrer trügerischen und doch tiefen Schönheit.
Bis sie dann anfängt, es in einigen Formulierungen zu übertreiben. Als würde sie der Kraft und Dynamik ihres eigenen Sujets (das sich ja, wie gesagt, schon bewährt hat) nicht vertrauen, beteuert sie etwa ab dem zweiten Drittel in jeder Szene die Intensität und Bedeutung der Gefühle ihrer Protagonistin – manches davon mag als authentischer Überschwang durchgehen, aber vieles wird zur enervierenden Overdosis.
Ja, kann man jetzt einwenden, die Protagonistin wird halt von ihren Gefühlen überwältigt, sie schwelgt darin, das gehört zu ihrem Charakter. Das mag stimmen, ist sogar logisch, ergibt aber leider streckenweise einen furchtbaren Stil und macht die Spannung in vielen Szenen zunichte; und auch die zentralen Gefühle erscheinen zu durchsichtig, zu wenig ambivalent.
Ich möchte hier gar nicht mit irgendwelchen creative-writing-Regeln à la „Show, don’t tell“ kommen und Holbes Stil generell aburteilen. Ich verstehe, warum er zeitweise übersteigert sein muss – eben weil die Protagonistin so empfindet, aber noch mal: Logik ersetzt mir nicht das Lesevergnügen und das schwindet leider spätestens ab der Hälfte rapide, zumindest in den Szenen, in denen – statt dass vorausgesetzt wird, dass ich die emotionalen Verfassungen der Beteiligten grundsätzlich verstanden und im Blick habe – immer und immer wieder dieselben Gefühlswelten abgegrast werden.
Und das ist wirklich sehr, sehr schade, denn zu Anfang hatte ich den Eindruck, ein wirklich überdurchschnittlich gutes, sehr in seinem Thema aufgehendes Buch in Händen zu haben, das ich nach dem ersten Drittel wohl auch hymnisch besprochen hätte, als Ode an die Landschaften unserer Erinnerungen, als Psychogramm des Alters, als Elegie über das Gefühl der verpassten Dinge, etc.
Und gerade auf diesen ersten Seiten ist das Buch auch in Bezug auf das eigene Erzählen viel klüger als später, wie Formulierungen wie diese hier beweisen:
„Wahrscheinlich war alles irgendwie gebrochener, ambivalenter, wahrscheinlich trauriger. Aber ist nicht das Wichtigste, wie wir uns erinnern? Nein. Das Wichtigste ist, wie wir es erinnern wollen.“
- Cecilia Lyra
Schwestern für einen Sommer
(92)Aktuelle Rezension von: Eva_GCassie und Julie sind Halbschwestern, die sich erst mit neun Jahren kennengelernt haben. Während Cassie mit ihrer alkoholsüchtigen und tablettenabhängigen Mutter und ihrem gewalttätigen Vater zusammengelebt hat, war Julie mit ihrer Mutter allein. Denn ihr gemeinsamer Vater konnte nur hin und wieder bei Julie und ihrer Mutter sein, da er sich nicht von seiner Ehefrau trennen wollte. Doch damals, mit neun Jahren, haben sie einen Sommer in Montauk bei ihrer Großmutter Nana verbracht. Dieser Sommer endete mit einer sehr guten Freundschaft zwischen den beiden Mädchen. Aber seit fünfzehn Jahren sprechen sie nun schon nicht mehr miteinander. Begonnen hat alles mit dem Selbstmord von Cassies Mum, denn für Cassie war die andauernde Affäre ihres Vaters Schuld daran. Und auch Julie macht sich seither große Vorwürfe, hat sie sich doch immer eine intakte, normale Familie gewünscht, allerdings nicht auf Kosten ihrer Halbschwester. Umso unvorstellbarer ist es nun für Beide, einen Monat im Haus ihrer verstorbenen Großmutter zusammen zu leben, damit sie ihr Erbe antreten können. Werden sie wieder zueinander finden können oder sind die Geheimnisse, die zwischen ihnen stehen, schon zu übermächtig?
Cicilia Lyra hat einen flüssigen Erzählstil, der durch die eher kurzen Kapitel und Perspektivwechsel zwischen Cassie und Julie unterstützt wird. Dank vieler Rückblicke in die Vergangenheit der beiden mittlerweile Einunddreißigjährigen, gewinnt die Handlung immer mehr an Tiefe und macht neugierig auf das Zusammenleben und die Ursachen, die zu diesem Bruch geführt haben.
Da ich mich gerade bemühe, meinen SuB abzubauen, habe ich nun spontan zu diesem Buch gegriffen. Ohne Erwartungen habe ich zu lesen begonnen und war positiv überrascht vom Schreibstil der Autorin, dem Schicksal der beiden jungen Frauen und den Missverständnissen, die lange wie eine Mauer zwischen ihnen stehen. Anfangs hätte ich mir noch etwas mehr Spannung gewünscht, denn diese kam erste ab dem zweiten Drittel, danach hat mich der Roman aber gepackt und ich habe, am liebsten ohne Unterbrechung, immer weiterlesen wollen.
- Christina Lauren
Love And Other Words – Nichts als Liebe
(161)Aktuelle Rezension von: JaneSuraltaLove and Other Words hat mich tief berührt. Ich mochte Macy und Elliot sofort. ihre Geschichte fühlt sich so echt an. Besonders die Beziehung zu Macys Vater hat mir das Herz gebrochen.
Ein wunderschönes Buch, das man nicht vergisst. 🥺 ich habe noch ziemlich lange über dieses Buch nachgedacht. Ich kann es nur empfehlen - Richard Russo
Jenseits der Erwartungen
(7)Aktuelle Rezension von: pardenWO IST JACY?
An einem Spätsommertag auf Martha’s Vineyard treffen sie sich wieder: Lincoln, Teddy und Mickey. Die drei Männer planen, das Wochenende in einem Ferienhaus auf der Insel zu verbringen – um der alten Zeiten willen. Seit dem Studium während der Vietnamkriegsjahre sind sie miteinander befreundet. Sie sind sehr unterschiedliche Wege gegangen, doch alle waren sie einst in dasselbe Mädchen verliebt, Jacy Calloway. Kurz nach ihrem Abschluss verschwand Jacy spurlos. Aber keiner von ihnen hat die Freundin vergessen – oder die Frage, wen von ihnen Jacy eigentlich geliebt hat. Schließlich beginnt Lincoln, sich erneut mit den Umständen ihres rätselhaften Verschwindens zu beschäftigen. Was ist damals wirklich passiert? (Klappentext)
Als 60Jährige treffen sich die alten Freunde Lincoln, Teddy und Mickey für ein Sommerwochenende im Ferienhaus von Lincolns Familie wieder. Sie wollen die alten Zeiten wieder aufleben lassen, als sie während ihres Studiums beste Freunde waren. Sie hatten nach ihrem Studienende 1971 bereits ein Wochenende gemeinsam in diesem Ferienhaus verbracht, damals noch mit ihrer Freundin Jacy, kurz bevor sich ihrer aller Wege trennen würden, und auch kurz bevor Mickey, dem das Losglück nicht hold gewesen war, als Soldat in den Vietnamkrieg ziehen sollte. Doch Jacy verschwand nach ihrem gemeinsamen Wochenende spurlos, und ihr Verbleib konnte bis heute nicht geklärt werden.
Auch wenn Jacy am Wochenende ihres Wiedertreffens nicht persönlich anwesend ist, scheinen doch alle ihre Präsenz zu spüren. Erinnerungen kommen hoch, ebenso wie Fragen - und vor allem Lincoln beginnt nun ernsthafter nachzuforschen in dem kleinen Ort. So stößt er auf einen pensionierten Cop, der durch seine Gedankengänge den Keim des Zweifels sät in Lincoln. Sind seine Freunde wirklich das, was er immer von ihnen dachte? Oder lauert da womöglich etwas Finsteres in einem von ihnen? Schließlich waren alle drei seinerzeit heimlich verliebt in Jacy. Diese Fragen und neuen Erkenntnisse hinsichtlich von Jacys Verbleib bringen eine unterschwellige Spannung in die ansonsten ruhige Erzählung,
Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus der Perspektive von Teddy und Lincoln. Mickey kommt selbst nur einmal zu Wort, und zwar erst gegen Ende des Romans. Wechselnd in Gegenwart und Vergangenheit, entwickelt sich ein zunehmender Einblick in das Leben der drei Freunde, in ihre Kindheit und Jugend ebenso wie in ihre Entwicklung nach dem Studium bis zu ihrem heutigen Dasein. Dadurch lernt man sie zunehmend kennen - und mögen: den vernünftigen Lincoln mit seiner großen Familie, den eher kauzigen Teddy, den ich zuletzt am liebsten mochte, und den eher raubeinigen Mickey, der bis heute mit seiner Rockband durch die Gegend tourt und seinem Motorrad die Treue hält.
Russo stellt keine strahlenden Helden in den Mittelpunkt seines Romans, sondern ganz normale Menschen, die sich nach dem ein oder anderen Schicksalsschlag mit ihrem Leben arrangiert haben. Das Verhältnis zu den Eltern spielt dabei eine wichtige Rolle, ebenso wie der eigene Charakter, den man einfach nicht abstreifen kann, dann aber mit den Folgen zu leben hat. Das Wochenende bietet einige neue Erkenntnisse für jeden einzelnen von ihnen - Erkenntnisse über sich selbst, über die Freunde, und ja, auch über das Schicksal von Jacy. Die Auflösung dieses Rätsels hatte ich ein wenig erahnt, jedoch nicht in diesem Ausmaß. Insofern auch für mich überraschend. Und keiner der drei Freunde wird nach diesem Wochenende das Ferienhaus unverändert verlassen...
Mir hat die ruhige, stellenweise leise melancholische Geschichte wirklich gut gefallen. Ich bin allen Erzählsträngen gerne gefolgt und habe der Stimme des Hörbuchsprechers (ungekürzte Ausgabe: 12 Stunden und 8 Minuten) fasziniert gelauscht. Stefan Kaminski hat allen wesentlichen Figuren eine eigene Stimme verliehen, so dass ich tatsächlich verschiedene Gesichter vor mir zu sehen meinte. Das empfand ich als sehr gelungen.
Alles in allem ein Roman, der Lust macht auf weitere Werke von Richard Russo. Ich werde berichten...
© Parden
- Anika Landsteiner
Nachts erzähle ich dir alles
(147)Aktuelle Rezension von: LoukiaNach der Trennung von ihrer Partnerin flieht Léa nach Südfrankreich, wo die Familie ein altes Anwesen an der Côte d’Azur besitzt. Im Garten der Villa kommt sie mit Alice, einer jungen Frau, ins Gespräch. Am nächsten Tag wird Alice tot aufgefunden. Und ihr Bruder Émile steht vor Léas Tür, weil er verstehen will, was mit seiner Schwester passiert ist. Während Léa und Émile gemeinsam versuchen, die Hintergründe von Alices Tod aufzudecken, werden sie zu engen Vertrauten, die sich ihr ganzes Leben erzählen.
Der Autorin ist ein tiefgründiger, vielschichtiger Roman um große Themen des Lebens gelungen. Sprachlich dicht, emotional mitreißend – ein Unterhaltungsroman mit Anspruch, atmosphärisch, weise, lebensnah.
- Miranda Cowley Heller
Der Papierpalast
(28)Aktuelle Rezension von: JorokaErzählt wird die Lebensgeschichte von Elle, die mit ihrer Ursprungsfamilie und später mit ihrer eigenen die Sommerzeit am Meer in einem familieneigenen Domizil verbringt, dem sogenannten Papierpalast, den ihr Großvater gebaut hat. Eigentlich eine einfache Unterkunft, aber von großer emotionaler Bedeutung. Denn hier lernt sie den 2 Jahre jüngeren Jonas kennen, der ebenfalls die Ferien mit seiner Mutter in der Nähe verbringt. Die gegenseitige – unerfüllte – Liebe hält sie das ganze Leben miteinander verbunden.
Die tragischen Vorkommnisse in ihrer Kindheit durch die sexuelle Belästigung und spätere Vergewaltigung durch ihren Stiefbruder Conrad, die sich daraus ergebende Schuld, den Ertrinkungstod von ihm mit verursacht zu haben, halten sie nicht davon ab, ein schönes, bürgerliches Leben mit ihrem Mann Peter und den drei gemeinsamen Kindern zu führen. War ihre Vergangenheit von Patchwork geprägt, hat sie ihre Kurve scheinbar bekommen und auch den frühen Krebstod ihrer Schwester verkraftet. So steht für mich auch gar nicht die Fragestellung im Zentrum, ob sie sich mit über 50 nochmals für Jonas entscheiden könnte.
Anfangs fiel es mir sehr schwer, einen Zugang in die Handlung zu finden. Zu verwirrend waren für mich offensichtlich die zeitlichen Sprünge. Hatte ich mich erst einmal daran gewöhnt, ging es besser. Atmosphärisch kamen die 80er Jahre gut herüber, wenn auch die in den USA. Ich bin auch ein Kind dieser Epoche. Letztendlich zog sich der Erzählung dann doch ziemlich. Viel „Leerlauf“ war zu überbrücken und insgesamt konnte mich die Lebensgeschichte von Elle nicht wirklich berühren. Es ploppen zwar immer wieder phasenweise Spannung und Hörfreude auf, doch diese konnten den Rest nicht aufwiegen. Gebe 4,5 von 10 Punkten.
Das Hörbuch wird von Vera Teltz gelesen. Und das macht sie richtig gut. In Buchform hätte ich den Roman wahrscheinlich auf die Seite gelegt, so konnte ich dranbleiben. Es handelt sich um fast 12 Stunden Laufzeit.
Fazit: für Fans von Familiengeschichten mit besonderen Vorkommnissen
- Christine Troy
Breaking Defense
(34)Aktuelle Rezension von: Engel_ManuWow. Was für ein tolles Buch. Die Geschichte von Cole und Riley ist einfach wunderschön. Beide könnte auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein und trotzdem fühlen sich beide zueinander hingezogen. Ich habe beide sofort in mein Herz geschlossen. Ich habe mit beiden mitgefiebert und mitgelitten. Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen. Der Schreibstil der Autorin ist absolut fesselnd und mitreißend. Das Cover ist wunderschön und passt für mich perfekt zum Buch. Das Buch hat alles, was man sich für ein gutes Buch wünscht. Ich kann das Buch nur weiterempfehlen. Danke für die tollen Lesestunden. ❤️❤️❤️
- Phillipa Ashley
Hinter dem Café das Meer
(68)Aktuelle Rezension von: RamonaFroeseIn dieses Buch geht es um Cal und Demi dir beide kein leichtes Leben hatten, jeder auf seine Art und Weise..
Sie lernen sich kennen und arbeiten mit einander.
Sie verlieben sich in einander, schlafen mit einander doch haben sie einige Hürden zu nehmen.
Der Hof läuft nicht so wie es soll. Dann is da noch Isla Cals Ex... es ist ein turbulentes durch einander an Gefühlen..
Einfach schön.
- Daniel Kehlmann
Du hättest gehen sollen
(95)Aktuelle Rezension von: Hubertus_FeldmannBeim ersten Anlesen: Was soll das? Das ist doch kein typischer Kehlmann = Enttäuschung.
Im weiteren Verlauf: Naja! Eine Ahnung stellt sich ein.
Zum Ende hin die Frage (analog dem Buch von Paul Watzlawick: Wie wirklich ist die Wirklichkeit?): Wo ist noch mal das Sicherheit gebende eigene Weltbild?
Es ist eine irritierende Geschichte, eine Geschichte die verstört, die die Ratio herausfordert, ohne dass diese eine Chance hätte die Geschehnisse immer einzuordnen, man kann sich nur einlassen und den beim Lesen dieser Erzählung aufkommenden Gedanken folgen. In diesem Fall wird man von dem Buch profitieren können. Nicht weit weg ist allerdings auch ein anderer Weg: Ablehnung. Was soll dieses Sammelsurium von Landschaftsbeschreibungen, von abstrusen Geschehnissen, von Banalitäten und eigenwilligen Worthülsen, die oft in unvollständigen Sätzen enden?
Unvollständigkeit könnte allerdings das Stilmittel des Autors sein, um den Gedanken der Leser den gewünschten Spielraum zu verschaffen. Insofern wäre es gelungen – und damit doch ein typischer Kehlmann.(19.12.2016)
- Ildikó von Kürthy
Eine halbe Ewigkeit
(127)Aktuelle Rezension von: TanteEvi„Eine halbe Ewigkeit“ von Ildikó von Kürthy fand ich insgesamt ganz nett und unterhaltsam. Ich hatte von der Autorin bereits früher „Mondscheintarif“ gelesen, das ist mir in so guter Erinnerung geblieben. Daher war ich sehr gespannt auf dieses Buch.
Auch hier beschäftigt sich Ildikó von Kürthy mit Themen wie Freundschaft, Beziehungen, Erinnerungen und der Frage, wie sich das eigene Leben und die Menschen darin im Laufe der Jahre verändern. Die Geschichte verbindet Gegenwart und Vergangenheit und zeigt, wie alte Erinnerungen plötzlich wieder Bedeutung bekommen können.
Die Idee, sich mit vergangenen Entscheidungen und verpassten Chancen auseinanderzusetzen mochte ich. Gerade der Blick darauf, was aus Menschen und Beziehungen nach vielen Jahren geworden ist, fand ich interessant. Gleichzeitig gibt es humorvolle und teilweise auch nachdenkliche Momente.
Allerdings war die Geschichte für mich sehr wellenförmig. Es gab Stellen, an denen ich richtig neugierig war und gerne weiterlesen wollte. Dazwischen gab es aber immer wieder Passagen, die ich als ziemlich platt oder öde empfunden habe. Dadurch konnte mich das Buch nicht durchgehend in seinen Bann ziehen.
Im Vergleich zu „Mondscheintarif“ hat es mich deshalb nicht ganz so abgeholt. Vielleicht liegt es auch daran, dass „Mondscheintarif“ für mich stärker mit dem typischen Ildikó-von-Kürthy-Gefühl verbunden ist und mir damals besser gefallen hat.
„Eine halbe Ewigkeit“ ist ein nettes, leicht zu lesendes Buch über Freundschaft, Vergangenheit und das Älterwerden. Es hat einige schöne und interessante Gedanken, konnte mich aber aufgrund der wechselnden Spannung und einiger eher platter Passagen nicht durchgehend überzeugen.
- Eberhard Rathgeb
Cooper
(60)Aktuelle Rezension von: Frau_M_aus_MLisa und Jakob haben ein Wochenendhaus gekauft. Sie wollen dort mit ihren beiden kleinen Töchtern das eine oder andere schöne Wochenende verbringen. Dann erleidet Lisa eine Panikattacke und muss in Behandlung. Später kommen Jakob und die Kinder bei einem Autounfall ums Leben. Lisa lebt dann allein in einem abgelegenen Dorf, wo sie auf den legendären Cooper, der dem Buch den Titel gab, trifft, der ihr das Leben erklärt: Alles kommt wie es kommt, wir wissen es nur vorher nicht. Alles war wir erleben, hinterlässt Spuren in uns und kann unser weiteres Leben beeinflussen.
Sicher ist vieles hier symbolisch dargestellt. So begegnen wir dem Schicksal in Gestalt einer einäugigen schwarten Katze, die stets unerwartet irgendwo auftaucht und sich nicht fangen lässt.
Im Ganzen erscheint mir die Geschichte ziemlich stumpf und pathetisch. Cooper ist der erhobene Zeigefinger: Denk immer daran, dass du gar nichts bist, Mensch. Am Ende bist du tot und dann ist sowieso alles egal.
Ist das der resignierte Versuch von Herrn Rathgeb, dem Leben irgendwie die Zunge herauszustrecken?
Vielleicht hab ich da was nicht verstanden. Dies ist kein Buch für jeden Geschmack. - Miku Sophie Kühmel
Kintsugi
(79)Aktuelle Rezension von: jtk_0701S.80 „Ich würde gern wissen, woran er denkt. Egal, wie lange man zusammen ist, man lernt nie, die Gedanken des anderen zu lesen.“
Ich als Leserin hatte das Vergnügen all die Gedanken der 4 Personen in „Kintsugi“ zu lesen. Und ja, wahrscheinlich kennen wir nie all die Gedanken unseres Gegenübers, ganz egal wie lange wir zusammen sind. Nachdem ich diesen tollen Roman gelesen habe, bestätigt sich mir mal wieder, dass die Hülle des Menschen nur ein kleiner Einblick in das Ganze ist. Was nach außen vollkommen und neu erscheint, kann im Inneren nur eine fein repariertes Teegeschirr sein und kurz vor dem Zerbrechen. Ein wirklich zart erzählte Geschichte, über das Paar Max und Reik, dass ihr 20-jähriges Jubiläum in ihrem Wochenendhaus am See feiern möchten. Keine große Feier, nur mit dem ältesten Freund Tonio und dessen Tochter Pega. Dabei passiert erst mal nicht viel, aber diese besondere Art der Erzählung macht es doch ereignisreich. Abwechselnd darf ich in die Gedanken der 4 Personen tauchen, hier und da mit der Figur abschweifen, das Boot in dem ich sitze verlassen und Wünsche und Sehnsüchte spüren, erinnern an gemeinsame Vergangenheiten, bewundern wie 3 so junge Männer eine so tolle junge Frau großgezogen haben und erkennen, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Und zwischendurch, als kleine Gedankenpause, darf ich die Augenblicke im Haus und am See szenenartig beobachten. Und so fügt sich ganz langsam eine ganze Geschichte zusammen. Wirklich ein tolles Lesevergnügen. Ich freu mich, dass ich noch ein Buch der Autorin hier liegen habe.























