Bücher mit dem Tag "f/f"

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25 Bücher

  1. Cover des Buches Der letzte Magier von Manhattan (ISBN: 9783426523674)
    Lisa Maxwell

    Der letzte Magier von Manhattan

     (71)
    Aktuelle Rezension von: Mandthebooks

    Rezension: (kann Spoiler enthalten)

    Dieses Buch hat mich wirklich sehr überrascht. Ich mag Urban Fantasy, konnte mir aber nicht vorstellen, wie das nun zu Beginn des 20. Jahrhunderts aussehen soll. Und ich wusste nicht so ganz, ob mich diese Umsetzung dann auch überzeugen könnte. Aber das hat sie definitiv.
    Ich mochte das Setting im magischen abgegrenzten Manhattan zu dieser Zeit sehr. Und die Karte, die in meinem Taschenbuch enthalten war, konnte mir auch alle Orte etwas detailreicher präsentieren.
    Auch die Figuren mochte ich sehr, vor allem Harte und Dolph. Sie hatten alle ihre Stärken und Schwächen und waren jeder auf seine eigene Art detailreich und vielschichtig wiedergegeben. Sehr gut gefiel mir hier vor allem, dass gerade dadurch, dass die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erzählt wurde, niemand "Böse" oder "Gut" war. Jeder hatte seine Motive und Ambitionen und hat diese auch mehr oder weniger vertreten und während man so Esta durch ihr neues Leben begleitet hat, bekam man noch ganz andere Sichten auf die Dinge gezeigt. Ich konnte bis zum Schluss mitfiebern und auch wenn ich bereits eine Ahnung hatte, ganz klar war trotzdessen nicht, wer sich gegen Esta stellt und wer nicht.
    Auch der Schreibstil hat es mir sehr einfach gemacht, ich musste mich regelrecht zusammenreißen, um nicht weiterzulesen, denn es ging so leicht von der Hand. Und da es an Spannung nicht gemangelt hat, war es nochmal schwerer, nicht zu dehydrieren oder zu verhungern, weil man unbedingt weiterlesen will;)


    5 Sterne
  2. Cover des Buches Eine Krone aus Feuer und Sternen (ISBN: 9783570311875)
    Audrey Coulthurst

    Eine Krone aus Feuer und Sternen

     (99)
    Aktuelle Rezension von: Resi_liest

    Der Anfang des Buches gestaltet sich für mich als ziemlich zäh. Die ersten 200 Seiten passiert kaum etwas und wenn, dann ziehen sich die Handlungen sehr in die Länge. Doch gerade in der zweiten Hälfte nimmt  Buch endlich an Fahrt auf. 

    Die beiden Protagonistinnen fand ich sehr greifbar, besonders die Liebesgeschichte war für mich toll ausgearbeitet. Durch wechselnde Perspektiven bekommt man immer mit, wie sich die beiden Mädchen selbst sehen und was die andere in ihr sieht. 

    Was mir jedoch etwas zu kurz gekommen ist, ist die Magie. Ich hätte mir gern mehr Erklärungen dazu gewünscht, auch ein paar Dinge, z.B die sechs Götter oder die verschiedenen Länder, hätten für mich noch mehr ausgearbeitet werden können. Zudem muss ich sagen, dass das Buch für mich ab einem gewissen Punkt vorhersehbar wurde. Ich hatte einen Verdacht, wer hinter all dem steckt und dieser hat sich auch bestätigt. 

    Für mich haben Story und Worldbuilding ein tolles Potential, jedoch haben die Nachforschungen und Handlungen für mich viel zu lange gedauert. 

  3. Cover des Buches Leah on the Offbeat (ISBN: 9780241331057)
    Becky Albertalli

    Leah on the Offbeat

     (57)
    Aktuelle Rezension von: jasebou

    Während des Lesens habe ich so oft gedacht "Wow, das könnte ich sein". Ich habe Leah und ihre Gedanken, ihre Selbstzweifel und ihre art komplett nachvollziehen können. Ich selbst kenne eine Großteil davon, von mir selbst.


    Ich habe das Buch von Anfang an genießen können. Der Schreibstil von Becky Albertalli ist einfach so gut! Locker, leicht und irgendwie realistisch und ungefiltert.


    Leah war mein Highlight in dem Buch. Wie selbstbewusst sie sich nach außen gibt und in Wahrheit nicht glauben kann, das jemand sie hübsch findet oder sogar richtig mag. Wie selbstbewusst sie aber in Bezug auf ihren Körper ist und sich da auch nichts einreden lässt. Das habe ich so geliebt an ihr! Solche Charaktere brauchen wir viel öfters! Es vermittelt eine sehr Körper Positive Stimmung und leider gibt es das viel zu selten.


    Die Liebesgeschichte mochte ich wirklich sehr, auch wenn ich von Anfang an geahnt habe das es darauf hinaus laufen wird. Aber ich fand sie so schön geschrieben und auch ohne künstliches Drama. Das habe ich wirklich sehr genossen.


    Der Humor in dem Buch hat mir auch richtig gut gefallen. Wie zynisch und sarkastisch Leah ist und dabei einfach nur sie selbst ist. Ich bin ein großer Leah Fan ❤️

  4. Cover des Buches Die dunklen Pfade der Magie (ISBN: 9783596000692)
    A. K. Larkwood

    Die dunklen Pfade der Magie

     (63)
    Aktuelle Rezension von: NicoleGozdek

    Puh, irgendwie war das nicht mein Buch. Ich habe mich mit der Hauptfigur doch sehr schwer getan. Csorwe soll sich mit 14 Jahren als Braut des Unaussprechlichen opfern, doch stattdessen entscheidet sie sich für das Leben und den Dienst für den Zauberer Belthandros Sethennai. So weit, so gut, doch das ist dann auch die einzige Entscheidung, die Csorwe die nächsten 8 Jahre lang für sich trifft. Im Grunde hat sie ihren Gott nur gegen einen anderen Meister getauscht und dass der sie lediglich als nützliche Waffe sieht, um seine Heimatstadt zurückzuerobern, sieht Csorwe leider lange nicht.
    Leider konnte ich durch Csorwes fehlende Ziele für sie selbst und den doch eher distanzierten Schreibstil keine Sympathie zu ihr aufbauen. Sie war eine Schachfigur, die in begrenztem Rahmen eigene Entscheidungen traf, in der Hoffnung, dass diese den Zielen ihres Meisters nützen. Dass der sie nicht ausreichend vorbereitet und sie dadurch Fehler macht, schreibt sie sich selbst als Fehler zu und nicht ihm. Erst als Csorwe 22 Jahre alt ist, ändert sich langsam ihre Sicht auf ihr Leben und damit auch ihr Verhalten und die Handlung wird endlich spannender. Für mich war das leider jedoch zu spät, bis dahin hatte das Buch mich schon längst verloren. So steigert sich das Debüt von A.K. Larkwood am Ende noch auf 2,5 Sterne, zu 3 konnte ich mich jedoch nicht durchringen.

  5. Cover des Buches Kalte Wasser (ISBN: 9783959672962)
    Melanie Golding

    Kalte Wasser

     (102)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Eine Geschichte die bewegt und einem Gänsehaut beschert.

    Kalte Wasser:
    Lauren und Patrick erwarten die Geburt ihrer Zwillinge. Bisher arbeitete Lauren in einer Agentur, alles schien ihrer Erinnerung nach "in Ordnung" gewesen zu sein. Die Entbindung verläuft für Lauren traumatisch, in ihrem Schmerz fühlt sie sich allein gelassen. Währen des Geburtsvorganges scheint sich in ihr etwas abzuspalten, etwas das nicht mehr mit dem was um sie herum geschieht in Einklang steht. Als ihre Kinder endlich auf der Welt sind, kann sie sich in ihren Gefühlen nicht fallen lassen. Eine routinierte und ruppige Hebamme und der etwas überfordert anmutende Patrick ahnen nicht was in der jungen Frau vor geht. Als die junge Mutter nachts mit ihren Zwillingen die nun Morgan und Riley heißen, alleine ist, nimmt das Schicksal seinen Lauf...

    Die Autorin kannte ich bisher noch nicht, habe aber nach einer Leseprobe, diesen spannenden Roman, der mittlerweile in der deutschen Ausgabe als Mysterythriller gehandelt wird, unbedingt lesen wollen und es nicht bereut.

    Interessant war für mich auch die Figur der Kommissarin Harper, die mit ihrer unkonventionellen Art und ihrem Eigensinn der Geschichte eine besondere Note verleiht. Harper fühlt sich für den Fall, der für ihre Kollegen keiner ist, verantwortlich. Es wäre nicht das erste Mal dass Harper mit ihrem Spürsinn für Aufklärung und die Überführung von Tätern sorgt. Ihre Nähe zu der Journalistin Amy, für die sie schwärmt, könnte Harper in diesem Fall von Nutzen sein. Oder wird sie sich verstricken? Kann sie einen kühlen Kopf behalten?

    Beim Lesen wurde ich von ambivalenten Gefühlen gebeutelt, denn es gelingt Melanie Goulding höchst spannend, dem Leser die Geschichte so darzulegen, dass mehrere Perspektiven eingenommen werden können. Nie war ich mir ganz sicher, die Story durchschauen zu können. Bis zum Schluss schlägt die Autorin Haken und das Ende hat mich mit einer Gänsehaut zurückgelassen.

    Ich konnte "Kalte Wasser" nicht zur Seite legen, so spannend aber auch dramatisch wirkten die Schicksale der Protagonisten auf mich. Keine leichte Lektüre, jedoch mit Tiefgang.

  6. Cover des Buches Stormsong (ISBN: 9783608964950)
    C.L. Polk

    Stormsong

     (12)
    Aktuelle Rezension von: Ceuiin

    Diesmal lesen wir die Geschichte aus Grace Hensley's Sicht. Den neuen Blickwinkel fand ich spannend, allerdings hat mir vor allem am Anfang etwas der Einblick in Miles Leben gefehlt. In dieser Geschichte ist er fast nur noch ein Nebencharakter, das fand ich schade.

    Die politischen Machenschaften, die wir durch Grace mitbekommen sind sehr spannend. Nie war ersichtlich wem man trauen konnte. Ich wurde mehrmals auf eine falsche Fährte gelockt und war am Ende doch ziemlich überrascht.

    Allerdings hatte ich manchmal Mühe dem Geschehen zu folgen, teilweise gab es sehr wenig oder keine Erklärung zu Situationen oder Vorfällen die genannt wurden und die Geschichte erzählt sich zusätzlich in hoher Geschwindigkeit.

    Die Fortsetzung von Witchmark hat mich nicht ganz so gepackt wie der erste Band. Es war aber trotzdem spannend zu lesen und die Welt finde ich grossartig gestaltet. Ich freue mich auf den dritten Band.

  7. Cover des Buches Aimee und Jaguar (ISBN: 9783462023350)
    Erica Fischer

    Aimee und Jaguar

     (43)
    Aktuelle Rezension von: Wortmagie

    Homosexualität war im nationalsozialistischen Deutschland strafbar. Im Dritten Reich betrachtete man schwule Männer als entartet und als eine Bedrohung für den Staat, da man fürchtete, sie versuchten, interne Strukturen zu unterwandern und diese von innen heraus zu zerstören. Seit 1934 wurden Homosexuelle verstärkt verfolgt, interniert und ermordet. Laut Paragraf 175 des Reichsstrafgesetzbuches genügten bereits „begehrliche Blicke“, um eine Verhaftung und teilweise sogar eine sofortige Deportation zu rechtfertigen.

    Die Zahl der Verurteilungen stieg bis Kriegsbeginn 1939 stetig an. Wikipedia verzeichnet für das Jahr 1935, in dem §175 in Kraft trat, 2.363 Schuldsprüche – 1938 waren es 9.536. Männer, die auf sogenannte „Umerziehungsmaßnahmen“ nicht wie gewünscht reagierten, wurden in Konzentrationslager verschleppt und gezwungen, ein Symbol zu tragen, das ihre sexuelle Orientierung für alle sichtbar machte: den rosa Winkel. Wie viele schwule Männer in den KZs umgebracht wurden, ist rückblickend schwer zu ermitteln, weil nicht klar ist, wie viele von ihnen für ihre Zugehörigkeit zu einer anderen verfolgten Bevölkerungsgruppe interniert wurden. Schätzungen zufolge wurden etwa 10.000 Schwule in die KZs gebracht, von denen circa 53% die Qualen der Lager nicht überlebten.

    Paradoxerweise richtete sich der Hass der Nazis primär auf schwule Männer, nicht auf Homosexuelle im Allgemeinen. Lesbische Frauen waren von Paragraf 175 nicht betroffen; es existieren allerdings Hinweise darauf, dass Lesben aus anderen Gründen inhaftiert und in den KZs für entsprechendes Verhalten bestraft wurden. Dennoch zweifelt der Historiker Alexander Zinn an, dass eine gezielte Verfolgung homosexueller Frauen stattfand. Seine These ist meiner Meinung nach nicht von der Hand zu weisen, was ich in der Position der Frau im Nationalsozialismus begründet sehe. Das Dritte Reich war strikt patriarchalisch. Frauen hatten sich um Küche, Kinder und Kirche zu kümmern und sollten sich sonst bevorzugt im Hintergrund halten. Ich glaube, dass die alten Säcke der Parteispitze um Hitler gar nicht auf die Idee kamen, Frauen könnten so etwas wie eine individuelle sexuelle Identität besitzen. Ich kann mir gut vorstellen, dass ihr völliges Unverständnis des weiblichen Geschlechts, die vollkommene Reduzierung der Frau auf ihre Rolle als Mutter, Ehe- und Hausfrau, Lesben vor einer dem Paragrafen 175 ähnlichen Gesetzgebung schützte. Den Nazis fehlte einfach die Fantasie. Doch selbst wenn ihnen bewusst war, dass sich einige Frauen zum eigenen Geschlecht hingezogen fühlten, sahen sie darin eventuell nicht dieselbe Bedrohung, die sie in schwulen Männern vermuteten.

    Woran auch immer es lag, homosexuelle Frauen konnten ihre Orientierung freier ausleben als homosexuelle Männer, obwohl Denunzierungen selbstverständlich möglich waren. Wie hoch das Risiko konkret war, hing stark davon ab, wie stabil und zuverlässig das soziale Netz der Frauen war. Wer sich in einem eingeschworenen Freundeskreis bewegte und sich sonst nichts zu Schulden kommen ließ, war vor einer Entdeckung relativ sicher. Diese Faktenlage erklärt, wieso Lilly Wust und Felice Schragenheim verhältnismäßig offen in einer lesbischen Beziehung leben konnten.

    Elisabeth Wust und Felice Rachel Schragenheim lernten einander am 27. November 1942 im Café Berlin am Bahnhof Zoo kennen. Lilly war 29 Jahre alt, Mutter von vier Söhnen und mehr oder weniger unglücklich mit Günther Wust verheiratet, der als Soldat in Bernau stationiert und im zivilen Leben Bankbeamter war. Felice war 20 Jahre alt und wollte Journalistin werden. Sie war Jüdin, was sie Lilly anfangs verschwieg. Es war für Felice längst gefährlich geworden, sich in Berlin aufzuhalten, doch ihre Ausreiseversuche waren alle fehlgeschlagen. Anfang Oktober 1942 erhielt sie einen Deportationsbescheid, fingierte ihren Selbstmord und verschwand im Untergrund. Deshalb stellte sie sich Lilly als Felice Schrader vor. Die junge Hausfrau und Mutter gefiel ihr und sie begann beinahe sofort, um Lilly zu werben. Dass diese verheiratet war, schien sie nicht zu kümmern. Lilly fühlte sich geschmeichelt und empfand wohl auch eine gewisse Neugier, wies Felices Annäherungsversuche jedoch vorerst zurück. Erst, als Lilly im März 1943 mit einer akuten Kiefernvereiterung ins Krankenhaus eingeliefert wurde, wo Felice sie regelmäßig mit einem großen Strauß roter Rosen besuchte, gab sie nach und stellte sich ihren unbekannten Gefühlen. Am 29. März, Lillys neuntem Hochzeitstag, küssten sich die beiden Frauen zum ersten Mal.

    Ihre Liebe entbrannte heiß und leidenschaftlich. Sie schrieben einander glühende Liebesbriefe und Gedichte, in denen sie sich gegenseitig mit zärtlichen Spitznamen ansprachen. Lilly war Aimée, Felice war Jaguar. Schnell begannen sie, sich als Ehepaar zu verstehen. Sie wohnten zusammen bei Lilly, die sich am 12. Oktober 1943 scheiden ließ. Günther Wust war bereits im August nach Ungarn eingezogen worden. Obwohl sich die Situation in Berlin zuspitzte, Lebensmittel knapp wurden, der Strom immer häufiger ausfiel und sie die Nächte in Luftschutzbunkern verbringen mussten, lebten sie wie berauscht von ihren Emotionen. Kurz nach ihrem Einzug hatte Felice Lilly ihre jüdische Identität gestanden. Die Gefahr, in der Felice schwebte, war beiden wohl bewusst, aber wirklich ernst nahmen sie sie nicht. Die lebenslustige Felice weigerte sich, sich in ihrer gemeinsamen Wohnung zu verschanzen. Sie ging weiterhin aus und half dem jüdischen Widerstand, fand 1944 mit gefälschten Papieren sogar eine Anstellung als Stenotypistin bei der National-Zeitung und leitete alle Informationen, die sie dort sammeln konnte, an ihre Freunde im Untergrund weiter, ohne Rücksicht auf ihre eigene Sicherheit zu nehmen.

    Es kann lediglich gemutmaßt werden, wer Felice letzten Endes verriet. Sie wurde am 21. August 1944 von der Gestapo in Lillys Wohnung festgenommen. Die uniformierten Männer hatten ein Foto von Felice bei sich, von dem es angeblich nur drei Abzüge gab: einen besaß Felice selbst, der zweite wurde von einer ebenfalls jüdischen Freundin verwahrt und der dritte gehörte Lilly. Noch während der Befragung versuchte Felice, zu flüchten, wurde allerdings schnell wieder eingefangen und abgeführt. Sie wurde als Jüdin verhaftet, nicht als lesbische Frau.

    Die Gestapo brachte Felice in das Judensammellager im Jüdischen Krankenhaus. Dort besuchte Lilly ihre Geliebte mehrfach, bis Felice am 08. September 1944 in das Ghetto Theresienstadt deportiert wurde. Lilly war außer sich und beschloss, selbst nach Theresienstadt zu fahren, obwohl Freunde von Felice sie beschworen, die Reise zu unterlassen. Nicht nur brachte sie sich selbst in Gefahr, es bestand auch das Risiko, dass ihr Besuch Felice zusätzlich schaden könnte. Aber Lilly wollte nicht hören und bestieg am 27. September mit einem falsch ausgestellten Grenzübergangsschein, warmer Kleidung und Lebensmitteln im Gepäck den Zug nach Tschechien. Sie drang bis zur Kommandantur der deutschen Dienststelle vor, scheiterte jedoch an SS-Oberscharführer Rudolf Heindl, der sie wutentbrannt vor die Tür setzte. Resigniert machte sie sich auf die lange Heimreise.

    Felices weiterer Weg durch die Tötungsmaschinerie des Dritten Reiches ist durch Briefe und Postkarten belegt, die sie an Lilly und Freunde schickte. Am 09. Oktober 1944 transportierte man sie von Theresienstadt nach Auschwitz. Anfang November 1944 wurde sie in ein Lager bei Breslau in Polen gebracht. Ein Brief an Lillys Eltern, der am 14. November eintraf und auf den 03. November datiert war, trug den Poststempel der kleinen Stadt Trachenberg, heute Żmigród. Darin berichtete sie, dass sie aufgrund einer leichten Scharlachinfektion im Krankenhaus läge und hoffte, bis zum 09. Dezember auf der Station verbleiben zu können. In den folgenden Tagen schrieb sie einige lange Briefe an Lilly, in denen sie Neuigkeiten von Zuhause und Lebensmittel erbat. Ihre letzte Nachricht aus dem Krankenhaus schrieb sie am 14. oder 15. November 1944. Lillys Antwortschreiben kamen nicht mehr an. Felice wurde in das KZ Groß-Rosen verschleppt.

    In Berlin wurde Lilly zu einer Befragung durch die Gestapo am 13. Dezember 1944 vorgeladen. Stundenlang musste sie sich intime Fragen, kaum verhohlene Drohungen und Vorwürfe gefallen lassen. Doch sie hielt dicht. Sie behauptete steif und fest, nicht gewusst zu haben, dass Felice Jüdin war und leugnete ihre romantische Beziehung. Ihr missglückter Besuch in Theresienstadt wurde ebenfalls thematisiert, aber Lilly beharrte darauf, dass sie lediglich einer Freundin Kleidung und Lebensmittel bringen wollte. Letztendlich ließ man sie mit einer Verwarnung davonkommen. Sie musste unterschreiben, dass man sie als Mutter von vier kleinen Kindern verschonte, ihr „judenfreundliches Verhalten“ jedoch eigentlich eine Deportation ins KZ rechtfertigen und sie bei der geringsten Verfehlung inhaftiert würde.

    Das letzte persönliche Lebenszeichen von Felice traf am 05. Januar 1945 ein. Der an Lillys Eltern adressierte Umschlag enthielt zwei Briefe, einer davon richtete sich an Lilly und war auf den 26. Dezember 1944 datiert. Felice bedankte sich für das letzte Päckchen und berichtete, wie kalt es bei ihr sei. Sie schloss mit Liebesschwüren und Küssen.

    Die Rote Armee erreichte Berlin am 02. Mai 1945. Im Chaos der Befreiung schaffte es Lilly, für sich, ihre Kinder und drei jüdische Frauen, die sie seit Februar bei sich versteckte, eine Unterkunft zu organisieren, bis sie zurück in ihre Wohnung konnten. Sie schreckte nicht davor zurück, sich dafür Felices gelben Judenstern anzuheften.
    Im Juni begann sie, Felice in den Straßen der Hauptstadt zu suchen. Sie war sicher, dass ihr Jaguar unter den KZ-Heimkehrern sein würde, die Stück für Stück eintrafen. Sie ließ Felice im Radio ausrufen, erkundigte sich bei Häftlingen, die selbst in Groß-Rosen waren, schaltete die Organisation der Vereinten Nationen für Hilfe und Wiedergutmachung ein und hängte Suchanzeigen aus. Im August erfuhr sie, dass Felice Groß-Rosen mit der Auflösung des Lagers im Januar 1945 verlassen hatte und nach Bergen-Belsen geschickt wurde. Dort verliert sich ihre Spur. Die etwa 700 Frauen, die nach Bergen-Belsen transportiert wurden, erlagen laut einem Brief, den Lilly an Felices Schwester Irene schrieb, fast alle dem Fleckfieber (damals auch Hungertyphus genannt). Aber Lilly konnte nicht aufgeben. Sie hoffte und wartete, suchte die Nähe der jüdischen Gemeinde und wäre wohl konvertiert, hätte die Synagoge diesen Schritt nicht verhindert. Sie identifizierte sich mehr und mehr mit der Religion, derentwegen ihr Felice entrissen worden war und schimpfte auf „die Deutschen“. Doch ihre Geliebte fand nicht zu ihr zurück. Felice Schragenheim wurde am 14. Februar 1948 offiziell für tot erklärt. Ihr Todestag und -ort sind bis heute unbekannt. Für die Akten wurde der Zeitpunkt ihres Todes auf den 31. Dezember 1944 festgelegt.

    Lilly erholte sich nie von Felices Verlust. Sie verarmte und vereinsamte, versuchte mehrmals, sich das Leben zu nehmen. Ihre Erinnerungen verwahrte sie in ihrem sogenannten „Tränenbüchlein“, eine fein säuberliche Sammlung aller Briefe und Gedichte, die sie und Felice einander schrieben, sowie ihrer Tagebucheinträge. Am 21. September 1981 wurde ihr das Bundesverdienstkreuz am Bande für „Unbesungene Helden“ verliehen – eine Ehrung, weil sie vier Jüdinnen versteckt hatte. Möglicherweise war es diese Auszeichnung, die das Interesse der jüdischen Autorin Erica Fischer weckte. Sie suchte Lilly Wust auf und führte ab Winter 1991 Gespräche mit ihr, um ihre tragische Liebesgeschichte zu rekonstruieren. Lillys „Tränenbüchlein“ war hierbei natürlich eine große Hilfe, aber auch das Gedächtnis der mittlerweile fast 80-Jährigen funktionierte tadellos. Das Buch, das durch die Aufarbeitung ihrer Vergangenheit entstand und 1994 erstveröffentlicht wurde, trägt den Titel „Aimée & Jaguar: Eine Liebesgeschichte, Berlin 1943“.

    „Aimée & Jaguar“ ist eine Mischung aus faktischer und interpretativer Biografie, deren spezielle, brillante Struktur greifbare Historie erzeugt. Die Autorin Erica Fischer fungiert als ordnende Chronistin, die zuverlässig durch die Erinnerungen der Zeitzeug_innen führt und durch die Einarbeitung von Kommentaren, Aussagen, Briefen, Gedichten, Dokumenten und Fotos eine lebendige Schilderung der außergewöhnlichen Beziehung zwischen Lilly Wust und Felice Schragenheim entstehen lässt. Die Rekonstruktion gelang eindringlich, sensibel und gründlich, sodass ich an die Seiten gefesselt wurde und das Buch innerhalb eines Tages verschlang. Ich kann nachvollziehen, dass es innerhalb der LGBTQ-Community vermutlich als Meilenstein gilt, meiner Ansicht nach ist es jedoch wesentlich mehr als die historische Bestätigung lesbischer Liebe.

    „Aimée & Jaguar“ illustriert nicht nur die Romanze von Lilly Wust und Felice Schragenheim, es bietet darüber hinaus einen detaillierten Einblick in die Lebensrealität der Berlinerinnen gegen Ende des Zweiten Weltkriegs. Ich begann zu verstehen, dass der Alltag dieser Frauen nicht nur von Essenszuteilungen, Bombenangriffen, Stromausfällen und Bunkeraufenthalten geprägt war, sondern vor allem auch von dem überaus wahrnehmbaren Männermangel. In den letzten Kriegsjahren waren Frauen in Berlin in der Überzahl, weil die meisten Männer entweder bereits eingezogen oder deportiert worden waren. Es war deshalb nicht ungewöhnlich, dass Frauen zusammenwohnten – ob als Freundinnen, die einander bei der Kindererziehung und im Haushalt halfen oder als Paar, kümmerte niemanden wirklich. Man hatte andere Sorgen und denjenigen, die sich daran störten, dass zwei Damen Zärtlichkeiten austauschten, war es mutmaßlich viel zu unangenehm, Homosexualität offen anzusprechen. Für Lesben muss es eine seltsame Zeit zwischen Tabu und trügerischer Freiheit gewesen sein.

    Lilly und Felice fürchteten sich kaum davor, dass ihre homosexuelle Beziehung auffliegen könnte. Vielmehr schreckte sie der Gedanke, dass Felice als Jüdin enttarnt werden könnte. Mir war nicht klar, dass sich Juden und Jüdinnen bis zum Kriegsende im Mai 1945 im Untergrund Berlins versteckt hielten. In anderen Städten, in anderen Ländern, ja natürlich, aber in der Reichshauptstadt? Ich hätte das nicht für möglich gehalten. Ich kann mir die tödliche Gefahr, die allgegenwärtige Angst vor Entdeckung oder Denunzierung, nicht vorstellen. Ich kann mir nicht ausmalen, wie es sich anfühlte, unter diesen Bedingungen zu leben.
    Wie viele dieser sogenannten U-Boote hatte Felice jahrelang versucht, Deutschland zu verlassen und in die USA, nach Israel oder Australien auszuwandern. Ihre gescheiterte bürokratische Odyssee, die Erica Fischer in einen globalen Kontext setzt, indem sie zusätzlich beschreibt, wie andere Staaten auf Asylsuchende reagierten, stellt den Nationen dieser Welt ein Armutszeugnis aus, das unangenehm an aktuelle Entwicklungen erinnert. Es schockierte mich, wie gering die internationale Bereitschaft war, Flüchtlingshilfe zu leisten. Ich gewann den Eindruck, dass niemand die Flüchtlinge aus Deutschland mit offenen Armen empfing. Felice wurden Steine in den Weg gelegt, die letztendlich ihr Todesurteil unterschrieben. Dass sie sich überhaupt so lange der Verfolgung durch die Nazis entziehen konnte, ist ausschließlich ihrem flexiblen Einfallsreichtum und einem stabilen Netzwerk aus Freunden, Bekannten und Unterstützern zu verdanken.

    Als Felice ihre Aimée kennenlernte, war Lilly weit entfernt davon, Teil des Widerstands zu sein. Sie war eine typische Nazi-Mitläuferin, die linientreue Ehefrau eines Soldaten. Einige Zeitzeug_innen berichten, dass an einer Wand ihrer Wohnung sogar ein Hitler-Porträt prangte. Sie selbst bestreitet das und behauptet, sie hätte Hitler nie gewählt und sich ohnehin um nichts anderes als ihre vier Kinder gekümmert. Konflikte mit ihrem Ehemann Günther traten allerdings lange vor Felice zu Tage. Lilly war unzufrieden, auf einer rein privaten Ebene, politisch war sie eher desinteressiert. Deshalb erreichte sie Felices offensives Werben: die junge, hübsche Frau stillte in Lilly eine Sehnsucht, die sie seit Jahren verzehrte: das Bedürfnis nach Liebe, Zärtlichkeit, Fürsorge, Geborgenheit, Aufmerksamkeit und Führung, das ihr Mann nicht erfüllen konnte oder wollte. Sie bekam von ihr alles, was ihr Günther verwehrte. Ich glaube daher, dass Lillys Entscheidung, sich auf eine Beziehung mit Felice einzulassen, mehr mit ihr selbst als mit Felice als Individuum zu tun hatte und sie sie nicht liebte, weil sie eine Frau war, sondern für alles, was sie zu geben bereit war.

    Es ist sehr schwierig, sich in die Dynamik ihrer Beziehung hineinzuversetzen. Mir erschien ihr Verhältnis ungesund und völlig verdreht. Betrachten wir die Ausgangspositionen der beiden Frauen. Felice war eine flüchtige Jüdin, die ihren eigenen Selbstmord vortäuschen musste, um der Deportation zu entgehen. Lilly war eine gut situierte arische Hausfrau, die durch ihre vier Söhne großzügige Lebens- und Bedarfsmittelzuteilungen erhielt und deren Nazi-Ehemann die Familie angemessen versorgte. Sie hätten kaum gegensätzlicher sein können. Dennoch war Felice diejenige, die die Rolle der Beschützerin übernahm. Trotz ihrer prekären Lage war Felice eine starke Persönlichkeit, voller Mut, Verwegenheit, Lebenslust und Optimismus. Lilly hingegen neigte zur emotionalen Abhängigkeit, war nicht in sich gefestigt und inszenierte sich gern als verletzliches Fräulein in Nöten. Sie krallte sich an ihrer Geliebten mit an Verzweiflung grenzender Obsession fest und forderte Schutz von Felice, obwohl sie ihn realistisch gesehen nicht brauchte. Felice bedurfte Schutz. Felices Leben war bedroht, nicht Lillys. Sie hätte jemanden an ihrer Seite verdient gehabt, der bzw. die ihre Ängste und Sorgen verstand und darauf einging, nicht die emotional bedürftige Lilly, die in ihrem Egoismus wohl niemals begriff, dass Felice jeden Tag fürchten musste, von der Gestapo abgeholt und ins KZ gebracht zu werden.

    Selbstverständlich bleibt ein Risiko in dem Ausmaß, das Felice und Lilly erlebten, immer abstrakt, bis es zu spät ist, doch Lilly hätte ihre Geliebte in ihren vielen wagemutigen Unternehmungen, wie zum Beispiel auch der Arbeit für die National-Zeitung, bremsen müssen. Sie hätte sie nicht einfach machen lassen dürfen, sondern hinterfragen müssen, dass Felice ihr Leben aufs Spiel setzte. Doch dazu war Lilly nicht fähig, weil sie sich lieber leiten ließ, statt selbst Initiative zu ergreifen. All ihre Bemühungen waren darauf ausgerichtet, eine Opferrolle einzunehmen und Felice darüber an sich zu binden, statt sich als Partnerin gleichberechtigt zu begreifen und entsprechend zu handeln. Sie genoss es, sich als schwach darzustellen. Selbst nachdem Felice inhaftiert wurde, gelang es ihr nicht, über sich hinauszuwachsen und die Farce des zerbrechlichen Frauchens fallenzulassen. In vielen ihrer Briefe und Tagebucheinträge aus dieser Zeit finden sich Formulierungen, die ihre Schwäche betonen und ihren eigenen Zustand in den Vordergrund rücken. Ich kann nachvollziehen, dass es für Lilly schwer war, Felice im KZ zu wissen, doch meiner Meinung nach hätte sie ihre Geliebte nicht mit jammervollen Beschreibungen belasten dürfen.

    Alle Briefe von Felice in „Aimée & Jaguar“ vermitteln einen grundlegend positiven Tenor, können die Wahrheit jedoch nicht vertuschen: Felice litt. Es ging ihr nicht gut, weder in Theresienstadt noch bei Breslau oder später in Groß-Rosen. Zwischen den Zeilen steht überdeutlich, welch furchtbaren Umständen sie ausgeliefert war und allein die Tatsache, dass sie eine ernste Erkrankung wie Scharlach und den daraus resultierenden Krankenhausaufenthalt dem Alltag im Lager vorzog, spricht Bände. In ihren Antwortschreiben ging Lilly dennoch kaum auf Felices Leiden ein. Sie schrieb von sich und ihrem Schmerz, zeigte keine Empathie für die Tortur, der ihre Geliebte ausgesetzt war und drängte immer wieder darauf, Felice müsse zu ihr zurückkehren, weil sie ohne sie nicht leben könne. Ich glaube nicht, dass das hilfreich war. Wieso konnte sie Felice nicht emotional unterstützen, statt Druck aufzubauen? Wieso schrieb sie nicht „Wir kommen zurecht. Wir vermissen dich und warten auf dich“? Wieso musste sie den Qualen ihrer Partnerin weitere hinzufügen? Aus meiner Sicht gibt es nur eine Antwort auf diese Fragen: weil Lilly zu egoistisch war, um zu erkennen, was Felice brauchte und ihre Gefühle über Felices reales Elend stellte.

    Ihr Besuch in Theresienstadt lässt ebenfalls kaum eine andere Interpretation zu. Das war kein romantisches Abenteuer. Das war Wahnsinn. Lilly glaubte, sie könne einfach in das Ghetto hineinspazieren, ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, was ihr Auftauchen für Felice oder ihre Kinder bedeuten könnte. Sie hatte großes Glück, dass sie sie nicht gleich dabehalten haben. Niemand weiß, welche Konsequenzen Felice erleiden musste. Vielleicht wurde sie deshalb nach Auschwitz gebracht, doch Lilly schien nicht klar zu sein, dass da ein Zusammenhang bestehen könnte. Im Gegenteil, bei ihrer Heimkehr rühmte sie sich noch damit, wie standhaft sie in der Kommandantur gewesen sei.

    Ich denke, dass Lilly Felice deshalb mit aller Macht vereinnahmte, weil sie tief in ihrem Inneren ahnte, dass sie den jungen, gebildeten, lebhaften Wirbelwind auf Dauer nicht würde halten können. Hätten sie den Krieg beide überlebt, Felice hätte Lilly irgendwann verlassen, davon bin ich genau wie die Autorin Erica Fischer fest überzeugt. Ihre Beziehung war ein Produkt extremer Umstände, die, wären diese Umstände weggefallen, vermutlich nicht überdauert hätte. Ich glaube, Lilly wusste das. Immer wieder flehte sie Felice in ihren Briefen an, bei ihr zu bleiben. Deshalb finde ich die Theorie, dass Lilly diejenige war, die Felice an die Gestapo verriet, gar nicht so abwegig. Wie bereits erwähnt gab es von dem Foto, das die Uniformierten bei sich hatten, als sie Felice am 21. August 1944 abholten, lediglich drei bekannte Abzüge. Felice hätte ihren eigenen natürlich niemals an die Gestapo weitergegeben; ebenso ist es unwahrscheinlich, dass ihre jüdische Freundin in Österreich sie den Nazis ausgeliefert hätte. Bleibt Lilly, die in einem Gedicht vom 03. August 1945 schrieb „Du wirst mich lebend nie verlassen!“. Vielleicht sah sie Felice tatsächlich lieber tot, als von ihr verlassen zu werden. Obsessive Liebe nimmt manchmal beängstigende Formen an.

    Ein weiteres Argument, das angeführt wird, um diese Theorie zu untermauern, sind Felices Testament und die Schenkungen, die jeweils zu Lillys Gunsten ausfielen. Felice vermachte ihrer Geliebten ihren gesamten Besitz und mehrere Zeug_innen berichten in „Aimée & Jaguar“, dass Lilly beinahe wahnhaft versuchte, ihr Hab und Gut an sich zu bringen, sowohl vor als auch nach Felices Deportation. Ich kann mich der Schlussfolgerung, dass Lilly somit die unter Nazis typische Gier zeigte, jedoch nicht anschließen. Ich glaube nicht, dass sie Felices Besitztümer aus Habsucht an sich bringen wollte. Ich denke, dass sie vor Felices Inhaftierung einfach dafür sorgen wollte, dass alle Güter, die Felice bei Freunden versteckt hatte, an einem Ort waren. Nach ihrer Inhaftierung hingegen ging es ihr meiner Ansicht nach darum, Erinnerungsstücke zu haben und ihrer Hilflosigkeit etwas Aktivismus entgegenzustellen, denn trotz der fragwürdigen Natur ihrer Beziehung muss es für Lilly schrecklich gewesen sein, nichts unternehmen zu können, um Felice zu helfen oder sie ausfindig zu machen.

    Der Charakter ihres Verhältnisses wurde ebenfalls nachträglich in Frage gestellt. Während Lilly ihre Romanze mit Felice stets als die große Liebe beschrieb, bezweifeln einige Stimmen, dass Felices Motive für ihr Anbändeln mit Lilly vollkommen unschuldig waren. Vielmehr hätte da die Pragmatikerin aus ihr gesprochen. Für Felice stellte Lilly den perfekten Unterschlupf dar: eine Nazi-Mitläuferin, die weder Razzien noch Unterstellungen zu befürchten hatte. Gefühle hin oder her, es war clever, bei einer gutdeutschen, biederen Hausfrau und Mutter unterzukommen. Wer hätte sie dort schon vermutet? Problematisch wurde die Situation laut dieser Meinungsfraktion erst, als Felice gezwungen war, Lilly ihre jüdische Identität zu beichten, weil sie sich Lilly damit auslieferte. Sie legte ihr Schicksal in Lillys Hände und war gänzlich von ihrem Wohlwollen abhängig. Sie prostituierte sich, um ihr Leben zu schützen – das einzige, was sie noch zu verlieren hatte. Diese Interpretation behauptet, dass Felice Lilly niemals geliebt habe, sondern in ihr nur das Mittel zum Zweck sah. Ich denke, dass Felices spätere Briefe, die sie schrieb, als sie bereits in die tödlichen Mühlen der Konzentrationslager geraten war, dem widersprechen. Besonders die Schriftstücke, die aus ihrer Zeit im Krankenhaus bei Breslau erhalten sind, vermitteln eine Bandbreite an Gefühlen für Lilly, die meines Erachtens nach nicht vorgetäuscht sind. Seitenweise hielt Felice ihre Gedanken und Emotionen fest, was unnötig gewesen wäre, hätte sie Lilly lediglich motivieren wollen, ihr weitere Päckchen mit Lebensmitteln und Kleidung zu schicken.

    Ich weiß nicht, warum Felice ausgerechnet mit einer Nazi-Ehefrau eine Beziehung einging. Vermutlich gibt es darauf keine simple Antwort. Sie lockte die Sicherheit, die Lilly versprach; es reizte sie, „so eine“ zu verführen; sie fühlte sich zu ihr hingezogen – was immer sie antrieb, ob Liebe oder praktische Überlegungen, ich glaube, irgendwann verliebte sie sich wirklich in Lilly. Letztendlich muss die Frage danach, wie Felice für Lilly empfand, was sie in ihr sah, jedoch immer unbeantwortet bleiben. Das ist die wahre Tragik vom „Aimée & Jaguar“. Felice konnte sich niemals äußern. Alle Theorien müssen Mutmaßungen bleiben.

    Für mich war „Aimée & Jaguar“ eine einzigartige, intensive Annäherung an die Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland auf einem sehr privaten, greifbaren Level. Trotz Jahren der erzwungenen schulischen Auseinandersetzung mit diesem Thema sind es erst Bücher wie dieses, die mir helfen, die wahrhafte Lebensrealität der Menschen über die reine Faktenlage hinaus zu begreifen. Einzelschicksale sind für die Erinnerungskultur sowie für die Aufarbeitung der deutschen Vergangenheit unverzichtbar, weil sie der Historie Leben einhauchen und sie aus der Abstraktion herausheben. Anhand von Felices und Lillys Geschichte konnte ich mir wirklich vorstellen, was es einerseits bedeutete, in den letzten Kriegsjahren eine Frau und andererseits eine untergetauchte Jüdin in Berlin zu sein. Sie waren echte Menschen, echte Persönlichkeiten, mehr als Kapitel in einem Geschichtslehrbuch oder anonyme Zahlen auf Papier. Auch habe ich dank der gründlichen Aufbereitung der Autorin Erica Fischer einige Wissenslücken schließen können. Für mich war „Aimée & Jaguar“ eine äußerst lohnende Leseerfahrung.

    Dennoch sehe ich mich außer Stande, die Höchstwertung von 5 Sternen zu vergeben. Ich habe ein großes Problem mit diesem Buch, das die Lektüre für mich prägte. Dieses Problem heißt Lilly. „Aimée & Jaguar“ ist aus naheliegenden Gründen stark auf Lillys Perspektive ausgerichtet. Erica Fischer bemühte sich zwar, Felices Biografie überzeugend nachzuzeichnen und ein präzises Porträt ihrer Persönlichkeit zu vermitteln, aber Gespräche führte sie mit Lilly, der Überlebenden. Obwohl sie Lillys subjektive Ansichten und Erinnerungen in einen realistischen Kontext zu setzen versuchte, konnte sie nicht verhindern, dass die alte Dame dem Buch ihren Stempel aufdrückte. Dadurch wurde ich zwangsläufig mit ihrer Wahrnehmung konfrontiert, die ich oft einfach nicht nachvollziehen konnte. Es fiel mir schwer, Lilly zu verstehen. Ihre Entscheidungen und ihr Verhalten blieben mir fremd, was die emotionale Wirkung von „Aimée & Jaguar“ schmälerte. Allen leidenschaftlichen Liebesbriefen und Gedichten zum Trotz kann ich in dieser Geschichte keine tragische Romantik erkennen, sondern nur die Chronik einer zutiefst ungesunden Beziehung, in der Lilly eine Rolle an sich riss, die den Fakten widersprach. Ich begreife nicht, wie sie von Felice verlangen konnte, sie vor meiner Ansicht nach eingebildeten, künstlich aufgeblasenen Gefahren zu beschützen, sie zu retten, während Felice selbst tatsächlich um ihr Leben fürchten musste. Lilly war blind für die Bedürfnisse ihrer angeblich ach so geliebten Partnerin. Das war keine Liebe, das war mutwillig herbeigeführte Abhängigkeit. Sie saugte Felice emotional aus und hätte sie mit ihrer Bedürftigkeit erdrückt, wäre Felice nicht ermordet worden. Meiner Meinung nach war Lilly Wust ein Gefühlsparasit. Sie brauchte stets einen Wirt, um zu überleben. Sie war allein kaum lebensfähig, was ihre spätere Unfähigkeit, für ein besseres Leben zu kämpfen, zweifellos belegt. Es wundert mich nicht, dass sie nach Felices Tod nur noch ein Schatten ihrer selbst war.

    Außerdem fand ich es abstoßend, dass Lilly sich offenbar nie mit ihrer eigenen Schuld auseinandersetzte. Selbst wenn sie Felice nicht persönlich an die Gestapo verriet, war sie doch Teil eines Systems, das Millionen Menschen entführte, folterte und tötete. Sie ist nicht aufgestanden. Sie hat sich nicht gewehrt. Sie verbarg sich hinter ihrer Fassade einer tumben Hausfrau und Mutter, die mit Politik nichts am Hut hatte, während direkt vor ihrer Tür Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen wurden. Das macht sie in meinen Augen durchaus zur stillen Mittäterin. Hitler war bereits seit 10 Jahren an der Macht, als sie zur Komplizin des jüdischen Untergrunds wurde. Was war in den Jahren zuvor? Sie sah zu. Tatenlos. Man sollte ihre Bereitschaft, Felice bei sich aufzunehmen, auch keinesfalls mit Widerstand verwechseln. Für Lilly hatte ihre Beziehung keine politische Dimension. Sie wollte mit Felice zusammen sein, das war der einzige Grund, warum sie sie bei sich einziehen ließ. Nachdem Felice deportiert worden war, versteckte sie zwar noch einmal drei Jüdinnen unter ihrem Dach, aber ich glaube nicht, dass sie das tat, weil Felice ihr Gewissen geweckt hatte. Sie tat das, weil sie sich ihrer verschleppten Geliebten dadurch näher fühlte und wusste, dass es in Felices Sinne gewesen wäre, zu helfen. Ihre Tagebucheinträge beweisen, dass diese Wohngemeinschaft auch nicht ganz so verlief, wie sie es sich vorgestellt hatte.

    Lilly sah niemals ein, dass ihre Tatenlosigkeit die Tötungsmaschinerie der Nazis unterstützte. Stattdessen vereinnahmte sie Felices Schicksal und das ihres Volkes für sich. Lilly begann, sich als Vertraute des jüdischen Leides zu verstehen und identifizierte sich damit. Sie benahm sich, als wäre sie durch Felice selbst zur Jüdin geworden. Sie verteufelte „die Deutschen“ und meldete sogar ihre Söhne als Juden in der Schule an. Ihr wurde nie gestattet zu konvertieren, das hinderte sie jedoch nicht daran, die Synagoge zu besuchen und jüdische Feiertage zu zelebrieren. Meiner Ansicht nach schlägt das dem Fass den Boden aus. Diese Unverfrorenheit. Was bildete sie sich ein? Wie konnte sie glauben, ein Anrecht auf den Schmerz des jüdischen Volkes zu haben? Ich verstehe, welche psychologischen Prozesse und Strategien sich darin abzeichnen, aber ich kann wirklich nur entsetzt den Kopf schütteln. Erneut zeigte Lilly Wust, dass Empathie nicht zu ihren Stärken zählte. Vollkommen egal, wie oft sie es leugnete, sie war eine Deutsche. Eine arische Deutsche, die durch ihr jahrelanges Schweigen eine Mitschuld am Holocaust trug und der es in dem System, das diesen ermöglichte, gut ging. Ich denke, sie konnte froh sein, dass sie von der jüdischen Gemeinschaft nicht mit Schimpf und Schande davongejagt wurde.

    Abschließend kann ich resümieren, dass „Aimée & Jaguar“ für mich nicht die zauberhafte Geschichte einer mutigen Liebe war, mit der ich gerechnet hatte. Vielleicht lag ich mit dieser Erwartungshaltung allerdings von Beginn an daneben. Je länger ich über das Buch nachdenke, desto mehr ziehe ich in Zweifel, dass Erica Fischer Romantik vermitteln wollte. Natürlich war Lillys und Felices Beziehung durch die historischen Umstände und ihre jeweilige Herkunft außergewöhnlich, aber ich denke nicht, dass die Autorin die Gefühlsebene ihres Verhältnisses in den Vordergrund stellen wollte. Dafür schildert sie alle Ereignisse zu nüchtern, ohne sentimentale Verklärung. Zwischen den Zeilen schwingt häufig Kritik an Lilly mit, während Fischers Sympathie für Felice unmissverständlich ist. Daher denke ich, dass sie im Verlauf der Rekonstruktion demselben Problem begegnete, das auch für mich die Lektüre prägte: sie musste einen Weg finden, mit Lilly Wust umzugehen, obwohl sich herausstellte, dass diese nicht die makellose unbesungene Heldin war, die das Bundesverdienstkreuz am Bande erhielt. Meiner Meinung nach gelang es ihr dennoch, ihre eigene Antipathie zu kontrollieren. Da sich Felice tragischerweise nie äußern konnte, kann „Aimée & Jaguar“ nicht die ganze Geschichte erzählen, doch ich hatte den Eindruck, dass Erica Fischer sich erfolgreich bemühte, die vielen, komplexen und teilweise widersprüchlichen Dimensionen ihrer Affäre wahrheitsgetreu abzubilden. Deshalb möchte ich betonen, dass mein Unvermögen, 5 Sterne zu vergeben, weder eine negative Beurteilung ihrer Leistung als Autorin noch der Geschichte selbst ist, sondern ausschließlich Ausdruck meiner emotionalen Distanz gegenüber Lilly.

    Wenn ihr euch dem Nationalsozialismus aus einer ungewöhnlichen Perspektive nähern und lebendige, greifbare Historie erfahren wollt, kann ich euch „Aimée & Jaguar“ guten Gewissens empfehlen. Ich halte das Buch für eine einzigartige, zeitgeschichtliche Chronik, die die komplizierte Liebe zweier realer Frauen beschreibt, die allem widersprach, was die Nazis propagierten. Trotz dessen möchte ich noch einmal unterstreichen, dass ihr darin keine kitschige Liebesschnulze vorfinden werdet. Das Buch handelt von echten Menschen, echten Erlebnissen, echter Tragik und ist somit auch zu echt für theatralisches Melodram. In der Realität sind Tränen nass, Verzweiflung niederschmetternd und der Tod nicht immer gerecht. „Aimée & Jaguar“ ist keine Gay Romance. Es ist keine Fiktion. Es ist authentisch.

  8. Cover des Buches Annie on My Mind (ISBN: B0068HQPYO)
    Nancy Garden

    Annie on My Mind

     (9)
    Aktuelle Rezension von: Daninsky

    Ich liebe dieses Buch, obwohl ich durchaus ein paar schwächen in der Geschichte finden könnte, wenn ich wollte, und obwohl ich jenen zustimmen muss welche sagen dass die Nebencharaktere der Geschichte meist wenig tiefe besitzen, und obwohl ich den letzten Akt nicht so sehr mag – Ich bin schon voll dabei und lasse es klingen als wäre dies das schrecklichste Buch aller Zeiten, wenn die Wahrheit die ist das Nancy Garden ihre Hauptfiguren mit solch Wärme und Realismus Zeichnet dass all diese angenommenen Schwächen ganz einfach beiseite Fallen, während man sich beim Lesen mehr und mehr in den Bann gezogen fühlt von Eliza und Annie, und ihrer wachsenden Zuneigung und Liebe für einander.

     

    Was Buchaltersklassen angeht fällt „Annie on my mind“ in die unteren Ränge, eher ein Buch für Teens denn für junge Erwachsene. Es gibt zwar eine angedeutete Sexszene, aber das ist alles sehr harmlos und anrührend romantisch gehalten, frei von unnötigen Details. Mehr noch, Nancy Garden hat keinen „Lesbischen Roman“ geschrieben, sondern vielmehr eine Geschichte über die Achterbahnfahrt welche die Liebe ist wenn man jung ist. Sicher, es geht auch um das Thema herauszufinden das man Lesbisch ist, und die daraus resultierenden Fragen in einer Gesellschaft welche dies nicht immer Akzeptieren will, aber sie lässt ihre Charakteren nicht von ihrer Sexualität definieren, oder darauf reduzieren, vielmehr gibt sie uns ein realistisches junges Paar von dem jede ihre eigenen Lebenspläne hat. Ihre Charaktere sind nicht besessen damit beschäftigt sich Sorgen darum zu machen wie die Gesellschaft über ihre Beziehung urteilt, vielmehr Fokussiert die Autorin auf die wichtigen Dinge, auf die nachvollziehbaren momente die uns alle Begleiten auf dieser Reise, die Aufregung einander Nahe zu sein, aber auch die Verwirrung und der Schmerz welche den Weg begleiten können eine gemeinsame emotionale Sprache zu finden, die ultimative Hoffnung das man es gemeinsam schafft und zusammenhält und „behaglich wird mit einander, wie ein paar alter Schuhe“.

    Kurz gesagt, es ist eine Geschichte über zwei junge Menschen die sich in einander Verlieben.

     

    Und so gilt, wenn vielleicht nicht für die ganze Geschichte, so doch zumindest für die Romanze, was Eliza über ihre New Yorker Heimat sagt:

    „Real, aber manchmal Schön.“ 


    Abschließend lassen sie mich noch anfügen das ich komplett verliebt bin in diese spezifische Ausgabe des Romans, mit seinem wunderschönen Cover welches perfekt vermag den Geist des Romans einzufangen, und dem zugefügten Interview mit der Autorin Nancy Garden welches uns eine Einsicht beschert in die Gründe welche die Autorin bewegten diese Geschichte zu verfassen, und uns damit ein besseres, differenzierteres Verständnis erlaubt.

  9. Cover des Buches A Little Light Mischief (ISBN: 9780062951038)
    Cat Sebastian

    A Little Light Mischief

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  10. Cover des Buches Der Elbische Patient (ISBN: 9783750420373)
    Pia Backmann

    Der Elbische Patient

     (14)
    Aktuelle Rezension von: Kadlin

    Ich hatte am Anfang meine Probleme mit den Gendersternchen. Aber nachdem ich diese überwunden habe, konnte ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen!


    Ich bin ein großer Fan des Einstiegs. Ein großes Fest am Ende eines Krieges. Schön dargestellt, aber ich mag die dunklen Schatten, die bereits angedeutet wurden. Trotzdem dachte ich zu beginn noch, dass die erst im späteren Verlauf relevant werden, und nicht, dass das erste Kapitel unmittelbar nach dem Prolog mich als Leser bereits wieder auf das Schlachtfeld führt. 

    Gut fand ich auch den Wechsel zwischen den beiden Seiten des Konfliktes. Man konnte zu jedem Zeitpunkt nachvollziehen, warum etwas passiert ist - ein Punkt, der mir in vielen anderen Fantasy-Geschichten nicht gefällt und der häufig zu Verwirrung geführt hat, da nicht immer alles schlüssig dargestellt wurde. Hier aber ist es wunderbar dadurch umgesetzt worden, dass auf beiden Seiten Hauptpersonen existieren, die die Handlung vorantreiben.

    Und wo wir bei Hauptpersonen oder Personen generell sind: Ich mag die meisten sehr. Sie sind toll gezeichnet, haben alle einen gut durchdachten Hintergrund und man schließt sie gerne ins Herz und fiebert mit ihnen mit, je weiter die Handlung voranschreitet und umso näher die Armee an die Hauptstadt und den Wohnort herannaht.

    Es mochte absehbar sein, dass es so kommt, aber ich hab auch gerne die Liebesgeschichte verfolgt und war sehr gespannt darauf, wie Klara und Ionathan am Ende zueinander finden werden, trotzdem sie doch so unterschiedliche Ansichten und Motive hatten, denen sie über die Handlung hinweg gefolgt sind.

    Mir hat die Geschichte wirklich gut gefallen (auch wenn ich zugeben muss, das Buch wohl nie in die Hand genommen zu haben, wenn ich einzig nach dem Cover gegangen wäre - das ist nun wirklich nicht mein Fall)

  11. Cover des Buches Butterflies (ISBN: 9783740745387)
    Simone Bauer

    Butterflies

     (0)
    Noch keine Rezension vorhanden
  12. Cover des Buches Nur du und ich und über uns die Sterne (ISBN: 9783958189607)
    Nina Schiffer

    Nur du und ich und über uns die Sterne

     (19)
    Aktuelle Rezension von: Linsenliebe
    Mia ist schon über ein Jahr in einer Beziehung mit Jonas und eigentlich ist sie auch glücklich. Die Luft ist aber schon etwas raus und Mia nervt, dass Jonas ihr nie widerspricht und sie sich nie auch nur ein kleines bisschen streiten. Das Feuer ist fast vollständig erloschen.
    Als die neue Schülerin Luca an Mias Schule und auch noch in ihre Klasse kommt, ist Mia hin und weg von der schönen jungen Frau, die sie von der ersten Sekunde an in ihren Mann zieht. Luca wirkt geheimnisvoll und Mia ist schnell verzaubert.

    Mia muss sich über ihre Gefühle klar werden: Liebt sie Jonas nicht mehr? Steht sie jetzt auf Frauen? Was macht das überhaupt für einen Unterschied und wie würde Mias Umfeld darauf reagieren?

    In “Nur du und ich und über uns die Sterne” geht es um die  erste große Liebe, um  Freundschaft und um  die Suche nach sich selbst. Um gleichgeschlechtliche Liebe und deren Akzeptanz in der Gesellschaft. Darum, wie groß der Druck in der Schule und im Familienleben sein kann, wenn man sich outet. Darum, wie man zu sich selbst stehen kann und sein eigenes Glück beeinflusst.

    Nina Schiffer hat in ihren jungen Jahren schon eine, wie ich finde,  sehr gesunde und positive Einstellung zu diesen Themen und hat sie sympathisch in ihrem Jugendbuch verpackt.
    Die Charaktere sind allesamt sympathisch und machen eine  Entwicklung durch, die für das Alter, in dem sie sind, wichtig und wegweisend ist.

    Ich bin nun selbst schon ein paar Jahre aus der Schule raus und bin mir nicht sicher, ob das Jugendbuch nicht  zu optimistisch ist. Auch wenn das schade ist, gibt es sicherlich in der Realität mehr Gegenwind in der Schule, wenn sich jemand als h omosexuell outet, als es im Buch dargestellt wird.

    “Nur du und ich und über uns die Sterne” zeigt zwar einige Schwierigkeiten auf, diese sind aber generell eher harmlos. Leider ist es in unserer Gesellschaft noch mitnichten so normal wie im Buch, dass eine Frau eine andere Frau liebt.  Das sollte man nicht so verharmlosen weil es bestimmt sehr viele besonders junge Menschen gibt, die darunter leiden, nicht so anerkannt zu werden, wie sie sind.
    Ich finde, da hätte man schon etwas weniger rosarot erzählen können, auch wenn es ein locker leichtes Jugendbuch ist.

    Ich möchte aber gerne daran glauben, dass Homosexualität bald ganz normal für alle Menschen ist und sich auch Jugendliche dazu bekennen können, ohne Angst haben zu müssen, von ihren Mitschülern ausgegrenzt zu werden.
    Trotz dieser Kritik ist das Buch eine schöne leichte Lektüre gewesen, die ich mir auch  gut als Schullektüre vorstellen könnte.
    Restlos überzeugt hat mich das Buch nicht, es war aber durchaus lesenswert und deswegen vergebe ich an “Nur du und ich und über uns die Sterne” 3 von 5 Sternen. 

  13. Cover des Buches Hither Page (Page & Sommers Book 1) (English Edition) (ISBN: 9781386666929)
  14. Cover des Buches Zwei Mamas für Oscar (ISBN: 9783770700844)
    Susanne Scheerer

    Zwei Mamas für Oscar

     (3)
    Aktuelle Rezension von: EmmyL
    Oscar spielt mit seinen Freundinnen Frieda und Tilly. Während des Spiels kommt die Frage auf, warum Oscar zwei Mamas hat. Sehr ausführlich erklärt Oscar, wie es zu seiner Entstehung kam. Vom aufkommenden Kinderwunsch über Samenspende bis hin zur Geburt lässt er kein Detail aus.

    Farbenfroh, mit kindlichen Fantasien und Formulierungen entsteht vor dem Auge des Lesers eine Regenbogenfamilie. Blumige Texte und bunte Illustrationen ergeben eine sich ergänzende, harmonische Einheit. Oscar schildert seine Entstehung kindlich, fröhlich und unvoreingenommen. Den Kindern fällt beim Vorlesen die vorbehaltlose Akzeptanz sehr leicht, da keine „erwachsene“ Wertung erfolgt. Ein informatives Nachwort erläutert die dargestellten Vorgänge medizinisch korrekt und altersgruppenentsprechend.

    Doppelseitig vollflächige Illustrationen wechseln sich mit abgeschlossenen Einzelbildchen ab. Der Text wurde entweder direkt auf das Bild oder neben den kleineren Illustrationen ergänzt. Kräftige Farben und Linien machen das Buch zu einem visuellen Erlebnis.

    Die große Schrift lädt aber auch Leseanfänger dazu ein, selbständig zu lesen. Gerade kleine Lesemuffel lieben den Erfolg ein ganzes Buch allein gelesen zu haben auch wenn es sich dabei um ein Bilderbuch mit wenigen Sätzen handelt.

    Mit diesem Buch ist ein unkomplizierter Einstieg in das Thema Regenbogenfamilie im Kindergarten möglich. Große Illustrationen ermöglichen die Präsentation vor einer Kindergruppe. Das Buch ist für Kinder ab vier Jahre sehr zu empfehlen. Zum Vorlesen des Buches benötigt man etwas Zeit, denn es wirft bei allen Kindern viele Fragen auf, die erklärt werden wollen.

  15. Cover des Buches Think of England (ISBN: 9780995799004)
    KJ Charles

    Think of England

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  16. Cover des Buches Proper English (English Edition) (ISBN: 9781912688104)
    KJ Charles

    Proper English (English Edition)

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  17. Cover des Buches The Dark Wife (ISBN: B0050K7NCI)
    Sarah Diemer

    The Dark Wife

     (4)
    Noch keine Rezension vorhanden
  18. Cover des Buches The Waves (ISBN: 9781684153466)
    ingrid Chabbert

    The Waves

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Aniya
    Ich glaube, das wird meine bisher kürzeste Rezi, denn Waves ist eine recht schnell zu lesende Graphic Novelle, bei der es nicht allzu viel Text gibt und ich möchte nichts vorweg nehmen. 
    In wunderschönen Zeichnungen wird der Weg zweier Frauen mit gemeinsamen Kinderwunsch dargestellt. Die Freude - und die Verzweiflung, wenn es zu Komplikationen kommt.
    Dabei haben mich der Lebensmut und die Liebe der beiden zueinander sehr berührt. 
    Die ganze Geschichte wirkt sehr persönlich (was sie für die Autorin ja auch ist) und ich war emotional absolut drin. 
    Ich gebe wirklich eine dicke Leseempfehlung!

  19. Cover des Buches Spellbook of the Lost and Found (ISBN: 9780525429494)
  20. Cover des Buches Bingo Love Volume 1 (ISBN: 9781534307506)
    Tee Franklin

    Bingo Love Volume 1

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  21. Cover des Buches The Lady's Guide to Celestial Mechanics (English Edition) (ISBN: 9780062931788)
  22. Cover des Buches Fingersmith (ISBN: 9781844081653)
    Sarah Waters

    Fingersmith

     (33)
    Aktuelle Rezension von: Dascha
    Als ich in die Geschichte reinging erwartete ich wirklich nicht viel, aber nun bin ich wirklich froh es doch noch gelesen zu haben! Der Plot ist total unvorhersehbar und immer wenn ich dachte zu wissen, was als nächstes geschieht wurde ich immer aufs neue überrascht ( und das passiert heutzutage wirklich nur noch selten). Die Charaktere sind alle anders als man am Anfang erwarten würde und man schließt viele von ihnen schnell ins Herz, obwohl sie alle doch schon ziemlich verdorbene Menschen sind. Auch der Schreibstil, der die Charaktere in viktorianischer Sprache reden lässt trägt zu einem angenehmen Leseerlebnis bei. Alles in allem ein echt gelungenes Buch, dass ich nur weiterempfehlen würde! 
  23. Cover des Buches The Essential Dykes to Watch Out for (ISBN: 0618968806)
  24. Cover des Buches The Abyss Surrounds Us (ISBN: 9780738746913)
    Emily Skrutskie

    The Abyss Surrounds Us

     (3)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Worum geht's?

    Ihre gesamte Kindheit über wurde Cassandra Leung, genannt Cas, auf eine Karriere als Trainerin für die Reckoner vorbereitet. Dabei handelt es sich um eigens gezüchtete Seemonster, die Schiffe auf ihrer Überfahrt im NeoPazifik vor Piraten schützen sollen. Als Cas endlich auf ihre erste Solo-Mission gehen darf, verläuft jedoch alles ganz anders als geplant. Ihr Reckoner erkrankt unter mysteriösen Umständen und die Piratenkönigin Santa Elena kentert daraufhin das Schiff. Von den blutgetränkten Decks wird Cas auf das Piratenschiff gebracht, denn Santa Elena hat einen Plan mit ihr. Die Piratenkönigin hat einen Reckoner-Welpen gestohlen, der in Zukunft ihr Schiff verteidigen soll. Doch sie braucht eine Trainerin, um ihn auf seine Aufgabe vorzubereiten - und hier kommt Cas ins Spiel. Gezwungenermaßen erklärt sie sich bereit, unter der Aufsicht der Piratin Swift den Welpen großzuziehen.

    Meine Meinung

    Als ich zum ersten Mal von "The Abyss Surrounds Us" gelesen habe, wusste ich sofort, dass das hier ein Roman für mich ist. Ich weiß nicht genau warum, aber Piratengeschichten haben schon immer eine unheimliche Faszination auf mich ausgeübt. Von "Die Schatzinsel" bis hin zu modernen Jugendromanen, der ganz eigenen Welt der Piraten haftet etwas abenteuerlich-romantisches an. Die meisten dieser Romane spielen ja in einem irgendwie historischen Setting, daher fand ich es spannend, dass sich die Autorin für eine Kombination von Piratengeschichte und Sci-Fi entschieden hat. Mein Interesse an diesem Buch kam nicht zuletzt auch daher, dass es sich um eine WLW-Liebesgeschichte handelt und ich dafür immer zu haben bin.

    "The Abyss Surrounds Us" ist mit ca. 270 Seiten ein recht kurzes Buch, das man gut an einem Tag weglesen kann. Jede Seite, ach was, jeder Absatz ist zum Bersten mit Plot und Action und Gefühlen gefüllt. Jedem der gerade eine Leseflaute durchmacht lege ich diesen Roman wärmstens ans Herz, denn die Kapitel fliegen wirklich nur so dahin. Dabei findet die Autorin eine gute Balance zwischen actionreichen und eher ruhigen, emotionaleren Momenten. Die klassische "Feinde zu Liebenden"- Romanze von Cas und Swift hat mir sehr gut gefallen. Emily Skrutskie nimmt sich Zeit, aus halb-feindseligen Frotzeleien langsam Freundschaft und dann schließlich Liebe entstehen zu lassen. Gut gemacht fand ich, dass die Liebesgeschichte gegen Ende den Plot wirklich vorantreibt und nicht wie bei vielen Sci-Fi- und Fantasyromanen nur eine nette Zugabe ist.

    Für ihre Sci-Fi-Serie hat Emily Skrutskie eine faszinierende und originelle Welt geschaffen. Der Klimawandel hat in der Zukunft dazu geführt, dass die USA sich in kleinere Herrschaftsgebiete aufsplitten. Der NeoPazifik ist wichtig für den Handel, allerdings ist er aufgrund zahlreicher Piraten äußerst gefährlich für Schiffe. Daher wurden die Reckoner entwickelt, Seemonster zum Schutz von durchreisenden Schiffen. Das Ganze wird von einer Dachorganisation namens IGEOC überwacht, deren genaue Hintergründe und Wirkungsmechanismen dieser Band größtenteils im Dunkeln lässt. Die Autorin hat viel Hirnschmalz darein gesteckt, auszuarbeiten was die Besonderheiten der Reckoner sind, wie sie aufwachsen und wie ihr Training funktioniert. Dadurch fühlt sich die ganze Geschichte sehr glaubhaft an.

    Fazit

    "The Abyss Surrounds Us" war ein echtes Lesevergnügen und hätte gerne noch einige Seiten länger sein dürfen. Dieser erste Band einer Duologie wartet mit einer interessanten SciFi-Welt, einem spannenden Plot und einer wunderbaren Liebesgeschichte auf.

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