Bücher mit dem Tag "filmgeschichte"
23 Bücher
- Paul Auster
4 3 2 1
(127)Aktuelle Rezension von: Steve914 3 2 1 wurde 2017 auf deutsch veröffentlicht und ist Paul Austers Opus magnum. In diesem über 1200 Seiten langen Roman stellt Auster vier verschiedenen ablaufende Leben ein und derselben Person vor, nämlich die Leben des Archie Ferguson.
Die einzelnen Versionen von Archies Leben werden dabei in zeitliche Abschnitte unterteilt, von der Kindheit bis zum jungen Erwachsenenalter, also circa bis zum Ende des Studiums.
Es sind nicht nur die Entscheidungen Archies sondern auch die Entscheidungen seiner Mitmenschen und deren Handlungen, die Zufälle und Schicksale, die deren Leben bestimmen, die die jeweils andere Version von Archies Leben entstehen lassen und vorantreiben.
Es gibt einige zentrale Figuren, wie natürlich seine Eltern, Freunde und Verwandte, die sich in allen Varianten von Archies Leben wiederfinden. Aber auch hier ändert sich, je nach Vergangenheit und Ereignissen, der Umgang miteinander. Diesen Entwicklungen zu folgen ist dabei nicht immer einfach, 4 3 2 1 ist kein Werk, das man zwischendurch liest. Wer aber durchhält, und dazu kann ich nur jedem raten, wird mit einer bzw. vier Geschichten belohnt, die sich intensiv mit der Frage nach Schicksal, nach Zufall und der Selbstbestimmtheit unseres Lebens auseinandersetzen.
Austers Sprachgewalt ist dabei beeindruckend. Manche Sätze gehen über mehrere Seiten, sind dabei aber nicht langatmig und treiben die umfangreiche Handlung weiter voran. Die Dialoge sind pointiert und genau, jede Figur wird auf ihre Weise durch ihre Tätigkeiten und ihre Sprache unverwechselbar.
Neben den zentralen Fragen des Romans, Schicksal und Zufall und die Konsequenzen unserer Entscheidungen, findet sich hier auch ein Ritt durch die amerikanische Nachkriegsgeschichte, vor allem durch die Veränderungen der Gesellschaft der USA in den 1960er Jahren. Eine Auseinandersetzung mit den Studentenprotesten, mit dem Vietnam Krieg, mit Baseball und Basketball, mit Literatur, nicht zuletzt mit der Sexualität.
Austers Werk hat mich tief beeindruckt. Seine Sprachgewalt, seine Auseinandersetzung mit den zentralen Fragen des Schicksals und des Zufalls sowie die umfangreiche Darstellung so vieler Themen - Geschichte, Politik, Sport, Literatur und viele mehr - machen 4 3 2 1 für mich zu einem Roman, den Liebhaber anspruchsvoller Literatur gelesen haben müssen. - Daniel Kehlmann
Lichtspiel
(182)Aktuelle Rezension von: Hubertus_FeldmannAlles dreht sich um ihn, um einen der größten Regisseure der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts: Georg Wilhelm Pabst (oder wie die Amis ihn nannten: George Will). Er, der es nicht nur verstand, Regie zu führen, sondern dessen Stärke in der Zusammenführung von Filmsequenzen zu einem Gesamtkunstwerk lag. Aber was ist, wenn die Filmschaffenden den Daumen senken, wenn die politischen Vorgaben die hierzu notwendigen Freiheiten so stark eingrenzen, dass das Kunstwerk zu einem Machwerk verkümmert?
Ersteres passiert in den USA, wo sich Pabst mit seiner Familie „hinübergerettet“ hatte – die politischen Verhältnisse in Deutschland bzw. Österreich waren danach. Letzteres passiert wie selbstverständlich, wie nebenbei, schleichend zunächst, aber dann immer dominierender werdend, im Reich des Adolf Nazi, nach seiner (eher zufälligen; Mutter erkrankt) Rückkehr. Wie konnte es so weit kommen? Diese Entwicklung (und darüber hinaus) wird hier nicht nur einfach im biografischen Stil nacherzählt, sondern ermöglicht, durch die individuellen Auseinandersetzungen der verschiedenen Akteure mit den (angenommenen?) Verhältnissen jener Zeit, einen tiefen Einblick in die menschlichen Ängste, dessen Willfährigkeit in Anbetracht eines schieren Überlebenswillens, und die nahezu grenzenlose Möglichkeit, sich seine Welt so zusammenzustellen, dass man weiterhin ein „gutes Gewissen“ haben kann. Man ist schließlich auch nur Mensch.
Das Buch erinnert in manchen Passagen an Julian Barnes Werk „Der Lärm der Zeit“, in dessen Mittelpunkt der russische Komponist Dimitri Schostakowitsch steht, oder auch an die beiden Bücher von Florian Illies (1913), in denen ähnliche milieubeladene Auseinandersetzungen (allerdings vielseitiger) eine ausschlaggebende Rolle spielen. In „Lichtspiel“ allerdings werden die Abgründe oft nur oberflächlich gestreift, mit dem Effekt, dass sie noch tiefer unter die Haut gehen. Es ist zwar nur ein Roman, aber einer der es schafft, die menschlichen Abgründe wie auch menschliche Genialität so zusammenzubringen, dass man aufpassen muss, nicht den Halt zu verlieren: „Als ihre Augen sich ans Dunkel gewöhnt hatten, sahen sie, dass in dem Keller Menschen kauerten: Männer, Frauen und Kinder, reglos, wartend, aber die meisten sahen nicht ängstlich aus, eher entschlossen. Gute Gesichter, dachte Pabst, dafür musste man eine Weile suchen, das brachten die Besetzungsbüros nur selten zustande.“
(17.3.2024)
- Mary Kay Andrews
Kein Sommer ohne Liebe
(173)Aktuelle Rezension von: nasaKein Sommer ohne Liebe von Mary Kay Andrews ist ein seichter, etwas dahin plätschernder Sommerroman. Der sich schnell lesen lässt. Mir persönlich war das Buch zu oberflächlich und ich kam mit den Protagonisten und deren Namen nicht zurecht.
Geer ist Location – Scout und ist für einen neuen Film auf der Suche nach dem perfekten Ort. Den findet Geer in Cypress Key. Der kleine Ort ist etwas verschlafen, urig und hat seinen ursprünglichen Charme. Allerdings hat Cypress Key auch einen Bürgermeister der nicht sonderlich begeistert von den Dreharbeiten in seinem Ort ist. Bei all den Unstimmigkeiten zwischen Geer und Eb (dem Bürgermeister) finden die beiden gefallen aneinander. Doch es gibt immer wieder Auseinandersetzungen und private Probleme.
Der Schreibstil ist leicht, sommerlich und frisch. Allerdings stolpert man am Anfang über die etwas komisch anmutenden Namen wie Geer, CeeJay, Eb oder Ginny. Aber wenn man die etwas öfter gelesen hat geht es schon. Die Geschichte an sich hätte eigentlich ganz nett sein können. Für mich gab es aber einige Längen und zu viel Nebensächlichkeiten die die Geschichte künstlich in die Länge zog.
Auch blieben die Protagonisten sehr distanziert. Man hat alle nur Oberflächlich kennen gelernt und ehrlich gesagt war mir niemand so wirklich sympathisch. Auch konnte ich mit ihnen nicht wirklich mitfühlen. Sie waren mir zu unauthentisch und zu sehr auf sich bezogen. Es wird zwar viel geredet in dem Buch aber eine echte Kommunikation kam nicht zu Stande.
Das Buch ist zwar nett zu lesen und gerade in den Sommermonaten geeignet wenn man nicht so viel denken will und sich nur berieseln lassen will. Wer hier eine tolle Story erwartet wird eher enttäuscht sein.
- Bud Spencer
Bud Spencer – Mein Leben, meine Filme
(98)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerSeit meinem ersten Bud Spencer VHS-Video bin ich ein riesiger Fan und werde es, zumindest was die Filme anbelangt auch bleiben. Die Biografie hingegen hat mich schwer enttäuscht. Über die Verstorbenen nichts Schlechtes, ich weiß, aber dieser Text strotzt hinten und vorne vor Selbstgefälligkeit, dass es mir schwergefallen ist, das Buch zu beenden. Klar besitzt Bud Spencer als ehemaliger Leistungssportler eine gehörige Portion Durchsetzungsvermögen und Selbstvertrauen, aber er führt so ziemlich seine gesamte Lebensleistung darauf zurück und nur selten auf die Menschen, die ihn auf dem Weg zu Ruhm und Erfolg begleitet haben. Dazu passt auch die Begegnung mit sich selbst im Hallenbad. Drei Punkte vergebe ich deshalb nur wegen Buddy himself.
- Kerri Maher
Grace. Das Mädchen mit den weißen Handschuhen
(25)Aktuelle Rezension von: StrokelineDieses Buch macht Spaß zu lesen. Meiner Meinung nach ein schöner, angenehmer Schreibstil!
Die Namen der Schauspieler kennt man alle und die Seiten verfliegen beim Lesen im Nu.
Ein schöner Roman, der sich perfekt für abends vorm Schlafengehen eignet!
- Günther Maria Halmer
Fliegen kann jeder
(5)Aktuelle Rezension von: KinderbuchkisteDurch Zufall viel mir di Biografie von Günther Maria Halmer in die Hände .Ich fing an zu lesen und war erstaunt wie schnell mich dieses Buch in den Bann zog. Wollte ich es doch nur einmalkurz anlesen war ich ehe ich mich versah bereits auf Seite 187. Gut nur, dass ich gerade Zeit hatte und auch nicht unterbrochen wurde, durch den Postboten ,nervende Kinder oder ähnliches.
Irgendwie schien es als wollte das Buch gelesen werden.
Wie heißt es? Es war zu rechten Zeit am richtigen Ort.
Günther Maria Halmer, als Schauspieler sicherlich bekannt, aber auch als Mensch? Vielleicht kennt man ihn aus Talkshows aber so richtig viel erfährt man von dem Menschen dort auch nicht, denn meist gilt es einen neuen Film zu promoten.
Jetzt bekommen wir einen kleinen Einblick in sein Leben, dass den Zeitgeist ab Mitte Ende der 40er Jahre deutlich widerspiegelt.
Es ist schon faszinierend zu lesen wie reflektiert er alles und jeden betrachtet, Verbindungen und Parallelen sucht und auch findet. Wie er vom Interessanten Nachkriegs Leben berichtet ,dass Jüngere Leser sich vielleicht gar nicht mehr vorstellen können.
Geprägt von einem sehr strengem Vater, der vielleicht ( sehr wahrscheinlich ) ein Leben lebte, dass er so nicht gewollt hat und von einer Mutter, die von früher Krankheit geprägt ist und ein herzensguter, sehr warmherziger Mensch war, die ihren Sohn immer beschützte.
Günter Maria Halmers schwerste Zeit in der Schule beschreibt er so eindrucksvoll dass man das Gefühl hat man hat es mit erlebt vielleicht liegt es aber auch daran, dass man selbst ähnliches erlebt hat und sich deshalb so gut hinein fühlen kann.
Wenn ich lese wie er sich selbst und seine Stellung in der Klasse beschreibt, über die Lehrer und auch die Reaktionen des Vaters, dann erkennt man den Zeitgeist sehr deutlich und auch den Leidensdruck, den er mit sich selbst ausmacht.
Ganz besonders fasziniert hat mich die Schilderung zur Aufnahmeprüfung an der Schauspielschule und dem Einblick in eine spätere Zusammenkunft der Freunde bei der es üblich war, dass jeder einmal über sich und sein Ego berichtete.
Dabei spricht er mir sehr aus dem Herzen. Es gibt auch meiner Meinung nach nicht nur ein Ego in sich.
Schauspieler haben in der Tat den Vorteil, dass sie ihre unterschiedlichen Egos in den unterschiedlichen Rollen ausleben können. Ein Vorteil gegen über uns "Normalos".
Aber ich möchte hier auch nicht das ganze Buch wiedergegeben.
Günther Maria Halmer, ein Mann mit vielen Facetten, vielseitig interessiert, sehr reflektierend und ein wunderbarer Erzähler, dem man einfach gerne zuhört.
Für mich eine der besten Biografien seit langem.
Leicht zu lesen ,kurzweilig, interessant und auch spannend.
Einfach lesenswert.
- Tom Folsom
Dennis Hopper - Die Biografie
(2)Aktuelle Rezension von: Katzenpersonal_KleeblattDennis Hopper. Ein Name, ein Begriff. Aus der Filmgeschichte nicht mehr wegzudenken. Nie der absolute Megastar, aber immer gegenwärtig.
Meine Generation kennt noch Filme wie "Easy Rider" und "Denn sie wissen nicht, was sie tun".
Tom Folsom, der Autor der vorliegenden Biographie stellt einen Dennis Hopper vor, den man so nicht kannte.
Ich kenne einige Filme, in denen Dennis Hopper mitspielte, wusste, dass er ein recht schwieriger Mensch war, dass er mehrmals verheiratet war, dass er Drogen nahm und auch ganz gern trank.
Was ich nicht wusste war, wie er das wurde, was er war.
Mit drei Jahren machte der kleine Dennis das erste Mal Bekanntschaft mit Leuten vom Film. Er lebte seinerzeit in Dodge City, Texas, als eine Filmcrew mit Errol Flynn dort einmarschierte. Dennis war fasziniert und spielte von da ab mit seinen Freunden ebenfalls Cowboy.
Später, als seine Laufbahn als Schauspieler begann, begegnete er während der Dreharbeiten James Dean, der ihn maßgeblich beeindruckte und auch beeinflusste. Er wollte sein wie er, für Dennis war James ein Idol. Die beiden waren befreundet, verband sie neben der Schauspielerei auch der Rausch der Geschwindigkeit, die letztendlich auch James Dean das Leben kostete.
Seinen großen Durchbruch machte Dennis Hopper mit dem Film "Easy Rider", den er gemeinsam mit Peter Fonda und Jack Nicholson drehte. Leider sollte dieser Film auch die beiden Freunde Fonda und Hopper auf ewig entzweihen.
Nach diesem Film wurde man auf Hopper aufmerksam und genehmigte ihm Gelder, damit er den Film, seinen großen Traum "The last Movie" drehen konnte.
Im Laufe der Jahre wurde Hopper immer exzentrischer, eigensinniger und schwieriger. Es war schwierig, mit ihm zu arbeiten, er fühlte sich perfekt, ließ sich nichts sagen. Alkohol und Drogen waren seine ständigen Begleiter, unter deren Einfluss er unberechenbar wurde.
In dem Buch wird aber nicht nur von Dennis Hopper, dem Schauspieler erzählt, sondern auch, dass er ein Maler und Fotograf war, was mir bislang nicht bewusst war. Viele Persönlichkeiten hat er fotografiert und machte sogar Ausstellungen mit seinen Bildern.
Der Mensch Dennis Hopper war nicht leicht zu nehmen. Die Drogen machten ihn unberechenbar, bei den Filmbossen war er nicht sehr beliebt. Die ganz großen Filmrollen blieben deshalb auch aus. Trotzdem kennt man ihn aus vielen Filmen in Nebenrollen, denen er Leben eingehaucht hat und an die man sich erinnert.
Dieses Buch ist nicht nur die Biographie über Dennis Hopper, es beinhaltet auch einen kleinen Abriss der Filmgeschichte, die Hopper mitgeprägt hat.
Hopper, der mit Filmgrößen wie James Dean, Vincent Price, Elvis Presley, Paul Newman und Jack Nicholson drehte, war einer der großen Schauspieler, auch wenn er sie mit Nebenrollen füllte.
Die Biographie erzählt über das Kind Dennis Hopper ebenso wie über den sterbenden. Dennis Hopper wird gezeigt als Hippie, Rebell, Druchgeknallter und Schauspieler.
Der Autor Tom Folsom ist für 4 Monate nach Taos in New Mexico gezogen, wo Hopper viele Jahre arbeitete. Er interviewte Freunde und Kollegen und zeigt in seinem Buch den ganzen Dennis Hopper, wie man ihn so nicht kennt. - Mario Adorf
Der Grenzgänger und Der weiße Anzug .
(2)Aktuelle Rezension von: HoldenAdorf beschreibt in der ersten, längeren Erzählung, wie er, Jason Robards jr. und Mick Jagger (Warren Oates und Jack Nicholson haben abgesagt) von Werner Herzog für dessen später hochgelobten Arthouse-Film "Fitzcarraldo" engagiert wurden (müßt ich mal wieder sehen) und wie pannenreif und frei nach Murphy`s Gesetz ALLES schiefging, Bruchpiloten, unfähiger Regisseur, Tonnen von Insekten in der Wildnis inklusive. Über den subversiven Humor kann Herr Herzog vielleicht nicht lachen, der Rest der Leserschaft tut es aber gewiß. Zum Totlachen, was für ein abgefahrener Humor von Herrn A., hätte ich nicht mit gerechnet. Schauspielerei ist anscheinend doch kein Traumberuf.
- Christof Weigold
Der blutrote Teppich
(52)Aktuelle Rezension von: buecherwurm1310Eigentlich hatte Hardy Engel nach seinem letzten Fall die Nase von der Filmbranche und der Ermittlertätigkeit voll. Inzwischen konnte er aber selbst die Miete nicht mehr zahlen. Dann hat der bekannte Regisseur William Desmond Taylor einen Auftrag für ihn. Als Hardy ihn aufsucht, liegt Taylor erschossen in seinem Wohnzimmer. Natürlich gerät Hardy ins Visier der Ermittler. Daher bleibt ihm keine Wahl, als selbst den wahren Täter zu finden.
Mir hatte schon der Vorgängerband „Der Mann, der nicht mitspielt“ gut gefallen und Hardy Engels zweiter Fall konnte mich auch wieder überzeugen. Der Autor Christof Weigold hat auch dieses Mal wieder einen realen Mordfall aus der Vergangenheit aufgegriffen und darum eine Geschichte gesponnen. Man trifft in dem Buch auf viele bekannte Namen aus der Filmbranche in den Zwanziger Jahren. Der Schreibstil ist lebendig, ein wenig lakonisch und sehr gut zu lesen.
Der Deutsche Reinhard Engel hat auf eine Karriere als Schauspieler gehofft, doch da das nicht so recht funktioniert, betätigt er sich nebenbei auch als Privatermittler. Doch in Hollywood wird mit harten Bandagen gekämpft. Keiner gönnt dem anderen etwas und man wird leicht zum Spielball derer, die das Sagen haben. Auch in diesem Fall weiß Hardy nie so genau, wem er trauen kann, denn es wird manipuliert und integriert. Aber Hardy zieht sein Ding durch, auch wenn er sich mit einigen mächtigen Leuten anlegen muss. Ich mag Hardy, auch wenn er nicht unbedingt ein Sympathieträger ist.
Immer wieder gibt es neue Wendungen, welche die Spannung hochhalten.
Mir hat auch dieser Roman wieder viel Spaß bereitet. Ich kann ihn empfehlen.
- Bud Spencer
Bud Spencer – In achtzig Jahren um die Welt
(21)Aktuelle Rezension von: MamaSandraBud Spencer setzt seine Biografie etwas detaillierter fort und berichtet nun mehr über seine Zeit beim Film und seine Tätigkeiten als Person Carlo Pedersoli.
Es gibt 11 Kapitel in denen Carlo Pedersoli erzählt wie die Rolle Bud Spencer sein Leben bestimmte und erleichterte. Vielmals betont er wieder, dass er eigentlich nicht zum Schauspieler geboren wurde, aber dennoch viel Spaß dabei hatte. Amüsant und vor allem interessant waren seine Erzählungen über zahlreiche Fehlinvestitionen und Versuche anderweitig erfolgreich zu werden. Und jedes Mal war er froh über die Verdienste als Schauspieler, um seine Familie nicht in den finanziellen Ruin zu treiben. Witzige Anekdoten, von denen er in all den Jahren zahlreiche gesammelt hat, lockern alle Erzählungen auf.
Ein Kapitel handelt von seiner Familie, seinen Kindern und der ersten Zeit mit seiner Frau Maria. Weitere Kapitel widmete er den Stuntmen sowie Regisseuren und Drehbuchautoren, die seiner Meinung nach die wichtigsten Jobs beim Film innehaben. Ebenso wurde ein Kapitel seinem Freund und Kollegen Terence Hill gewidmet, das er wie einen Brief an ihn verfasst hat. Somit sind einige Kapitel auch eine Art Hommage an die italienische Filmindustrie und vielmals auch an die Fans ohne die jedes noch so gute Filmteam keinerlei Erfolg hätte.
Lustige Anekdoten über Zusammentreffen mit anderen Bekanntheiten, wie zum Beispiel Arnold Schwarzenegger rundeten die Erzählungen immer wieder ab. Vieles war mir persönlich unbekannt. Man bekam jetzt nochmal einen persönlicheren Eindruck in die Person Bud Spencer / Carlo Pedersoli. Allerdings hat man nun auch sein Alter sehr deutlich gemerkt, da so viele seiner Weggefährten als verstorbene Freunde und Kollegen beschrieben wurden. Man hat sich sein Idol der Kindheit doch eigentlich immer in dem Alter der Filme bewahrt und muss doch feststellen, dass das Alter auch an einem Bud Spencer nicht vorübergeht. Noch trauriger macht es einen sogar jetzt, da Bud selbst nicht mehr am Leben ist. Irgendwie liest man manches dann etwas anders, da er sein eigenes Alter natürlich auch thematisiert. Gerade die Anspielung auf den Wunsch einen letzten Film mit Terence ihrem Alter entsprechend zu drehen, machte mich traurig. Denn dieser Wunsch ging nicht mehr in Erfüllung. Auch die Bemerkung, dass er und Terence nicht Streit gehabt hatten, erinnerte mich an Terence´ Rede zu Buds Trauerfeier.
Lustig fand ich auf den letzten Seiten eine kleine Sammlung von Filmzitaten, wobei mir sicher noch hunderte mehr eingefallen wären. Die Beantwortung von Fan-Fragen am Schluss fand ich gut. Es war eine schöne Idee, jedoch fand ich die Auswahl der Fragen nicht optimal. Da gab es sicher noch ein paar interessantere, die wiederum eine spannendere Antwort erhalten hätten.
Die Passage, in der sich Bud Spencer anderen schlagfertigen Persönlichkeiten gegenüberstellt, war interessant. Denn wie oft hat man sich als Fan wohl die Frage gestellt, ob es Bud auch mit Hulk aufnehmen könnte. So schön diese Idee auch war, fand ich einige Konstellationen oder Antworten auch etwas albern formuliert. Sicherlich hat sich Carlo einige Gegner selbst ausgesucht, aber viele kamen sicher in der ein oder anderen Fragestellung der Fans vor. Etwas weniger davon hätte mir persönlich gereicht. Seine Antworten waren da teils etwas kindisch.
Ich muss zugeben, dass ich eigentlich kein Biographie-Leser bin. Dies war erst meine 2. und die 1., die ich las war der Vorgänger. Nun wartet auf mich noch sein letztes Buch und die Geschichte seiner Tochter. Bud Spencer verbinde ich mit Filmeabenden mit meinem Papa und diese Tradition führe ich mit meinen Kindern fort. Ich finde es toll, dass Bud sein Leben zu Papier gebracht hat. Die Erzählweise ist keineswegs langweilig, sondern vielmehr interessant und amüsant. Und als Fan erfährt man doch noch mehr Dinge, die man vorher nicht wusste. Im Schmuckschuber mit Signatur in der nummerierten Ausgabe, sowie verschiedenem Bonusmaterial haben die Biografien von Bud einen Ehrenplatz in meinem Regal.
- Thorsten Wortmann
Mads Mikkelsen
(1)Aktuelle Rezension von: HoldenEine tolle Biographie über einen der interessantesten Schauspieler unserer Zeit, in der man sowohl etwas Persönliches über den Mann Mads und über seine Einstellung zum Leben lernt wie auch über seinen Karriereweg mit Klassikern wie "Adams Äpfel" und "Die Jagd". Ein ganz bescheidener, bodenständiger Mensch aus einem tendenziell kommunistischen Elternhaus, der in einem sympathischen Land aufwächst, das seine Stars nicht zu groß werden läßt. Über manche Filme hätte man gern noch mehr erfahren, aber die Person hinter dem Schauspieler wird tiefschürfend präsentiert, und alles mit tollen Bildern abgerundet.
- Mario Adorf
Der Mäusetöter
(9)Aktuelle Rezension von: HoldenDas Töten hat er wahrscheinlich von der deutschen Seite seiner Verwandtschaft... nein, Scherz beiseite, scusi, erfrischend uneitel schildert Adorf seinen bisherigen Werdegang v.a. anhand von Mißgeschicken und Peinlichkeiten, völlig unerwartet von einem der wichtigsten deutschen Schauspieler. Sehr amüsant und manchmal wirklich zum Schenkelklopfen, manchmal traut man sich kaum weiterzulesen, weil man weiß, wie es womöglich (böse) enden wird. Es beginnt mit ihm als unerwünschtem Kind, dessen Mutter von allen rumgeschickt wird, um die sich niemand kümmern möchte, über seine Kindheit in der NS-Zeit, über seine Studienanfänge bis zum Beginn seiner Schauspielerkarriere. Sehr locker geschrieben, eine echte Überraschung für mich. Mille grazie signore!
- Alexander Kluge
Geschichten vom Kino
(2)Aktuelle Rezension von: complitseAls der promovierte Jurist Alexander Kluge Ende der 50er Jahre ein Volontariat bei Fritz Lang machte, der gerade Der Tiger von Eschnapur und Das indische Grabmal drehte, saß er viel in der Kantine und schrieb Geschichten, die später unter dem Titel Lebensläufe bei Suhrkamp erschienen. Kluge ist in beide Professionen, als literarischer Autor und als Filmemacher, auf höchstem Niveau eingestiegen und führt beide bis heute extensiv fort. Dabei ist ein wahrhaft einzigartiges Werk entstanden.
Die große Faszination, die Alexander Kluges Werk insgesamt auf mich ausübt, hat sich nicht gleich auf den ersten Seiten entwickelt. Ich fing erst an, seine Literatur zu begreifen, nachdem ich seine Filme Abschied von gestern (1966) und besonders Die Artisten in der Zirkuskuppel: ratlos (1968) gesehen hatte. Für Kluge konstitutive Konzepte – die Kategorie Zusammenhang, der Antirealismus des Gefühls, das spezielle Montageprinzip – erschließen sich nicht im einzelnen Text, sondern nur über die Vielfalt seines Werks, das Kluge selbst mit einem Korallenriff vergleicht und das den Ausmaßen des Great Barrier Reef entspricht.
Der 2007 bei Suhrkamp erschienene Band Geschichten vom Kino ist ein besonders schöner Abschnitt dieses kaum zu überblickenden Ökosystems, weil es zwei der wesentlichen Ausdrucksformen Kluges – Literatur und Film – verbindet, und dabei zugleich die individuelle Form vor Augen führt, die sein literarisches Werk unverwechselbar charakterisiert: Was Kluge lakonisch Geschichten nennt, sind autonome, oft sehr kurze Erzählungen, Dokumentationen, Beschreibungen, Gespräche ohne Inquitformeln, bei denen der Sprecherwechsel lediglich durch Gedankenstriche angezeigt wird. Kleine Einheiten, die, in der Literatur wie im Film, zu größeren Einheiten montiert werden und so Zusammenhang entstehen lassen. Kluges ewige Themen – Krieg, Krisen, persönliches Unglück, die Kälte der gesellschaftlichen Institutionen; aber auch Rettung in letzter Sekunde und glückliche Zufälle – finden sich natürlich auch in den Geschichten vom Kino, immer in ihrem Bezug zum Film. Seine knappen, sachlichen Geschichten zeigen, erzeugen und reflektieren große Gefühle ohne falsche Sentimentalitäten.
Anlässlich seiner Retrospektive in der Cinématèque Française bezeichnete Kluge sich selbst als „Patriot der Filmgeschichte“, die er ganz offenkundig liebt, die er seit 50 Jahren mitgestaltet und über die er sehr viel zu erzählen hat: Das macht Geschichten vom Kino für mich zu Kluges schönstem Buch. - Emily Walton
Miss Hollywood - Mary Pickford und das Jahr der Liebe
(33)Aktuelle Rezension von: Elite1304Was soll ich über dieses Buch sagen? Es hat über 500 Seiten, hätte aber um mehr als die Hälfte gekürzt werden können.
Es ist aus der Sicht des auktorialen Erzählers geschrieben. Die Kapitel unterteilen sich in Mary`s und Douglas` Sicht der Dinge. Mary ist hier im Zentrum der Geschichte. Sie ist eine junge Schauspielerin, Mitte 20, die vorrangig Rollen verkörpert, in denen sie Teenager oder Kinder darstellt.
Sie ist sehr erfolgreich und wohlhabend und bringt ihre beiden Geschwister von dem Gehalt mit durch und ihre Mutter, die zugleich ihre Managerin ist. Mary ist streng religiös und hört immer artig auf ihre Mutter. Sie ist verheiratet mit Owen, einem Alkoholiker, der gern mal handgreiflich wird.
Douglas hingegen ist ebenfalls verheiratet mit Beth, einer Frau, die den Ruhm und das Geld genießt, ihm aber auch den Rücken frei hält. Außerdem haben sie einen gemeinsamen Sohn.
Als Douglas`Mutter stirbt, offenbart er seiner langjährigen Freundin Mary, dass er tiefe Gefühle für sie hat. Das passiert jedoch bereits in den ersten Seiten bzw. Kapiteln. Danach dreht es sich nur noch um die beiden, um ihre heimliche Affäre, die eigentlich zu einer Beziehung werden soll, aber Mary steht dadurch in den Medien und Klatschspalten schlecht da, weil sie ja in ihren Rollen immer ein artiges kleines Mädchen darstellt. Außerdem sitzt ihre Mutter ihr im Nacken. DIe Hürde besteht darin, dass beide aus der Affäre eine Beziehung machen wollen und zugleich ihre Karrieren nicht gefährden oder gar verlieren wollen.
Jedoch zieht sich das Buch ungemein und ich habe bis zuletzt auf den Spannungsbogen gewartet. Wo war er? Ich meine, sie haben ihr Verhältnis gleich zu Beginn und ab da an sind die Seiten mit den Gedanken gefüllt, wie nur jemals was aus ihnen werden soll und ob sie das Richtige tun, bla bla.
Einzig der Schreibstil war gut. Es war seichte Lektüre, die man so eben mal weglesen konnte.
Kein tiefgründiger Roman oder spannende Charaktere. Und auch die Kriegszeit ist hier nur hintergründig.
- Dennis Gassner
James Bond – 50 Jahre Filmplakate
(1)Aktuelle Rezension von: HoldenSämtliche Filmplakate zu den Bondfilmen von "...jagt Dr. No" bis zu "Ein Quentum Trost", wobei häufig die Unterschiede zwischen bspw. den amerikanischen und japanischen Postern aufgezeigt wurden. Die sehr kleingedruckten englischen Hinweise muß man schon verstehen, um das Buch genießen zu können, an dieser Stelle befinden sich die interessantesten Informationen. Schon erstaunlich, wie sich die Plakate für den selben Film unterscheiden, je nach der Region auf der Welt, wo die Filme gezeigt werden sollen. Und die frühen Plakate würde man heutzutage wahrscheinlich als sexistisch einstufen, daran darf man sich beim Schmökern nicht allzu sehr stören lassen.
- Michael Scholten
Quentin Tarantino Unchained
(1)Aktuelle Rezension von: HoldenEine Biographie über den Erneuerer des Kinos der westlichen Welt, mal wider unglaublich, wie lange er um Aufmerksamkeit kämpfen und sich anfangs die Dollars für die ersten Filme zusammenkratzen musste. Interessant, wer für einzelne Rollen vorgesehen war und wer durch eine Ablehnung den größten Fehler seiner Karriere machte. Die Auflistung der Filme und die Berichte "hinter den Kulissen" endet vor "Once upon a time in Hollywood, der metoo-Skandal um Harvey Weinstein wurde erst später öffentlich (Tarantino hat sich später in aller Form von Weinstein distanziert). Auch für Tarantino-Fans findet sich noch die eine oder andere interessante Neuigkeit, die Bezugnahmen auf alte Kultfilme regen natürlich zum Nachglotzen an. Und die Wahrheit über Umas Horrorunfall, in den Q.T. sie vielleicht mit seinem Ehrgeiz getrieben hat, kam auch erst 20 Jahre später ans Licht.
- Moritz Stetter
Die Knef
(22)Aktuelle Rezension von: babs17Ich liebe Graphic Novels über Musiker*innen und deshalb war auch dieser ein Muss. Ich hatte mich schon sehr darauf gefreut mehr über Hildegard Knef herauszufinden. Und was das angeht wurde ich auch nicht enttäuscht.
Das Buch gibt einen Überblick über Knefs ganzes Leben. Allen die sich für die Knef interessieren, würde ich die Graphic Novel wirklich empfehlen.
Die Illustration ist sehr gelungen und ich mochte es sehr, wie sie gestaltet ist. Auch dass die Rosen, die sie berühmt machten, im Design immer wieder kehren hat mir gut gefallen.
Der Schreibstil hingegen war mir etwas zu abgehakt, aber es war immer klar worum es ging und ich konnte der Geschichte gut folgen.
Ich mochte es auch sehr, dass (so weit ich das beurteilen kann) nichts beschönigt wurde und die Geschichte bis zum (leider tatsächlich) bitteren Ende erzählt wurde.
Ich war nicht vollends begeistert, würde das Buch aber durchaus weiter empfehlen.
- Charlotte Leonard
Gone with the Wind – Eine Liebe in Hollywood und der größte Film aller Zeiten
(28)Aktuelle Rezension von: Bibliokate
Vom Winde verweht ist wohl einer der bekanntesten Filme der Kinogeschichte.
In ihrem Roman erzählt die Autorin die Geschichte der Entstehung des Filmes aus Sicht von Vivien Leigh die durch ihre Rolle der Scarlett O'Hara Weltruhm erreichte.
Das Buch erzählt sehr unterhaltsam und spannend die Geschichte hinter dem Film. All die verschiedenen Schwierigkeiten des Drehs, die Situation der Südstaaten damals die noch von Rassentrennung gespalten waren, die verzögerten Dreharbeiten und der Protest der Bürgerrechtler gegen den Film und deb Roman, die die Rassentrennung und Sklaverei vermeintlich positiv darstellen wurde hervorragend in die Handlung eingearbeitet.
Der Roman ist stilistisch gut geschrieben, die Handlung ist sowohl unterhaltsam als auch spannend und die Charaktere sind sehr authentisch gezeichnet. Beim Lesen des Buches bekommt man direkt Lust sich den Film anzusehen was ich alsbald mal nachholen werde.
Ein wirklich gelungenes Buch für alle Fans des Films und alle die gerne spannende historische Romane lesen.
- Tony Crawley
Steven Spielberg
(1)Aktuelle Rezension von: HoldenDie frühe bis mittlere Karriere eines der größten Künstler aller Zeiten, Jemand der das Bewusstsein der Welt verändert hat. Unglaublich, wie lange Spielberg Klinkenputzen mußte, bis er seine erste Chance erhielt, andere Leute hätten längst aufgegeben. Man wäre gern dabei gewesen, wie er in wenigen Jahren (mit der Unterstützung von George Lucas) die Filmwelt für immer veränderte, später konnte nur Quentin Tarantino die Filmwelt ähnlich "auf links ziehen". Man wäre gern dabei gewesen und hätte bewußt mit gekriegt, wie Indy, E.T. und Star wars eingeschlagen sind. Und natürlich wirkte nach außen hin und hinterher alles so souverän, während Spielberg selbst von Unsicherheit geplagt wurde und die Filmdrehs (zB zum "Weißen Hai" aka Bruce) sich zum Alptraum entwickelten. Zeit für eine Neuauflage mit den Filme seit Mitte der 90er Jahre, vielleicht mit einer Auflistung der aktuell erfolgreichsten Filme aller Zeiten?
- Markus Orths
Picknick im Dunkeln
(68)Aktuelle Rezension von: Lisi_WirthTreffen sich Thomas von Aquin und Stan Laurel...Es liegen mehrere Jahrhunderte zwischen diesen beiden Protagonisten, trotzdem treffen sich die Beiden und erzählen einander von ihrem Leben. Beide laufen im Dunkeln nebeneinander her und wissen nicht wo sie sind oder wie sie hier wieder herauskommen. Eine etwas anders geschriebene Geschichte.
- Ulf Lüdeke
Terence Hill
(10)Aktuelle Rezension von: FlatterÜber den Autor:
Ulf Lüdeke ist Autor und Fotograf. Er arbeitet für Zeitschriften und Radiostationen in Deutschland und Italien. Seit 2001 lebt er in Italien und begab sich dort auf die Spuren von Terence Hill. (Quelle: Verlag)
Zum Inhalt: Klappentext
Schüchtern und bescheiden - so beschreiben enge Freunde Mario Girotti alias Terence Hill. Deshalb ist über das Privatleben des Stars an Bud Spencers Seite auch nur wenig bekannt. So weiß kaum jemand von Hills Verbundenheit zu Deutschland, seiner Vorschulzeit in Lommatzsch bei Dresden und seiner Jugend, die er in Amelia, der umbrischen Geburtsstadt seines Vaters, und dann in Rom verbrachte. Hill lehnte aus Abneigung gegen maßlose Gewalt sogar die Rolle als Rambo ab - und verhalf damit Sylvester Stallone zu Weltruhm. Weitgehend unbekannt sind auch die Abgründe, die sich Terence Hill 1990 mit dem Unfalltod seines 16-jährigen Sohnes Ross auftaten - eines Waisenjungen, den er 1973 drei Tage nach dessen Geburt in München mit Hilfe des Karl-May-Filmproduzenten und Freundes Horst Wendlandt adoptiert hatte. Ulf Lüdeke hat sich auf Hills Spuren begeben und bietet in diesem Buch erstmals unbekannte Einblicke in dessen Leben.
Meine Meinung:
Sein filmisches Leben ist hier extrem gut recherchiert und wiedergeben. Wie hat alles angefangen, was waren seine ersten Filme, wann, wo und wie kam es zu dem Dreamteam Terence Hill und Bud Spencer. Auch erhalten wir einige sehr private Einblicke. Terence Hill alias Mario Girotti lernen wir hier als sehr bescheidenen Menschen kennen. Obwohl er ein Weltstar ist, ist er sehr bodenständig geblieben. Den Wert der Familie schätzt er sehr. Wir begleiten ihn durch seine Kindheit und hier ist mir seine Mutter als sehr starke und selbstbewußte Frau aufgefallen, die ihn sehr unterstützt und immer an ihn geglaubt hat. Der Autor beschreibt sehr interessant und spannend seinen beruflichen Werdegang und seine Freundschaft zu Bud Spencer. Für Fans ein Muss. Ich liebe seine Filme und bin ihnen aufgewachsen. Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen.
Cover:
Tolles Cover, das den Held unserer Kindheit super getroffen hat.
Fazit:
Ein Weltstar mit Charisma und einem superguten Herz. Selten zu finden in den heutigen Zeit. Diese Biographie hat mich tief beeindruckt.
- Billy Wilder
Hat es Spaß gemacht, Mr. Wilder?
(1)Aktuelle Rezension von: Giselle74Unter dem Namen Kampa Salon bringt der noch junge, aber überaus engagierte Kampa Verlag Gesprächsbände heraus, mit namhaften Schriftstellern, Denkern, Regisseuren, Kulturschaffenden.
Und innerhalb dieser Reihe sind nun auch die Aufzeichnungen Cameron Crowes erschienen, der das rare Glück hatte, mit dem wohl bekanntesten Regisseur seiner Zeit, Billy Wilder, über seine Filme und sein Leben plaudern zu dürfen. Wilder drehte mit den damaligen Hollywoodgrößen, mit Audrey Hepburn, Marilyn Monroe, Marlene Dietrich, mit Jack Lemmon, Gary Cooper, Humphrey Bogart, um nur einige zu nennen. Jeder seiner Filme ist besonders, viele Filme sind auch heute noch weltweit bekannt und beliebt.
Es ist unfassbar großartig, dass es Crowe gelang, den interviewscheuen Wilder zu überzeugen, denn herausgekommen ist ein Gesprächsband, der gleichermaßen lebensklug, charmant und witzig ist. Der 90jährige Wilder plaudert aus dem Nähkästchen, erzählt von Dreharbeiten, von Schauspielermarotten, bewertet seine eigenen Filme und hat sogar bisweilen Tipps für seinen jungen Kollegen. Selbst das Privatleben wird gestreift, Wilders Jugend in Deutschland, der Verlust seiner Familie in Auschwitz. Wilder weicht dabei häufig geschickt aus, es gibt Bereiche, über die er sichtlich nicht sprechen möchte. Das ist nachvollziehbar zum einen und zum anderen bietet sein Hollywoodleben genügend Gesprächsstoff für den faszinierten Leser. Eine komplette Ära wird hier erneut zum Leben erweckt, Glanz und Glamour inklusive.
Ich interessiere mich schon recht lange für Filmgeschichte und kenne daher die meisten der angesprochenen Filme. Ich habe dieses Buch mit großem Vergnügen gelesen und füge es mit ebenso großer Freude meiner Film- und Theaterbuchsammlung hinzu. Für einen Leser, der keinen Billy Wilder-Film kennt, dürfte es allerdings ein wenig schwierig zu lesen sein. Am besten besorgt man sich vorher "Manche mögen's heiss", "Zeugin der Anklage", "Sabrina" oder "Das Appartement" (oder alle zusammen) und sieht sich die Filme an. Wem sie nicht gefallen, dem ist eh nicht zu helfen und alle anderen können dann den trockenen Humor Wilders genießen, der schon seine Filme so herausragend gemacht hat.Ich danke dem Kampa Verlag herzlich für das Leseexemplar und werde es hegen und pflegen und regelmäßig anstrahlen.
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