Bücher mit dem Tag "finnegans wake"

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7 Bücher

  1. Cover des Buches Die Tänzerin von Paris (ISBN: 9783746633169)
    Annabel Abbs

    Die Tänzerin von Paris

     (66)
    Aktuelle Rezension von: wbetty77

    Lucia Joyce, Tochter des berühmten und viel diskutierten, irischen Schriftstellers James Joyce, lebt im Jahr 1928 mit ihrer gesamte Familie in Paris. Ihre Leidenschaft ist der Ausdruckstanz, mit dem sie große Erfolge feiert. Auch wenn Lucias eine erwachsene Frau und gefeierte Tänzerin ist, sind es ihre Eltern, die über ihr Leben bestimmen. Dem Schaffen des berühmten Vaters haben sich alle unterzuordnen. Durch sein schweres Augenleiden benötigt James Joyce Unterstützung beim Schreiben. So lernt Lucia eines Tages einen jungen, irischen Mann kennen; Samuel Beckett, welcher in Paris studiert. Auch er hat schriftstellerische Ambitionen und ist voller Bewunderung für seinen berühmten Landsmann Joyce. Lucia verliebt sich in Beckett und malt sich in ihrer Fantasie eine Zukunft mit ihm aus. Doch sie ist gefangen in den strengen moralischen Zwängen ihrer Familie. Lucia unternimmt etliche Versuche sich davon zu befreien, doch sie scheitert ein ums andere Mal. Als sie dann noch von der Lebenslüge ihrer Eltern erfährt, treten immer öfter psychische Probleme bei Lucia zu Tage.

    Nach vielen Therapieversuchen übernimmt der bekannte Psychologe C.J. Jung 1934 Lucias Behandlung. Er versucht in Lucias Unterbewusstsein vorzudringen, weil er davon überzeugt ist, dass Lucia etwas verdrängt und diese Etwas den Therapieerfolg verhindert. Wird Lucia es schaffen, irgendwann wieder als Tänzerin auf der Bühne zu stehen und sich selbst verwirklichen?


    Der Roman erzählt die Geschichte einer jungen Frau, der es nicht gelingt sich von ihrer Familie zu lösen. Wenn man die tragische Geschichte der Lucia Joyce verfolgt, bekommt man schnell den Eindruck, als wäre ihr jedes Recht auf Selbstbestimmung von Anfang an entzogen worden. Die Mutter wirkt oft hartherzig und verhält sehr ungerecht gegenüber Lucia. Das Mutter - Tochter - Verhältnis ist miserabel und die Mutter kann ihre Eifersucht auf die Tochter kaum verbergen. James Joyce behandelt Lucia wie sein kleines Mädchen, obwohl sie mittlerweile eine erwachsene Frau ist. Auch das von Lucia viel beschworene gute Verhältnis zu ihrem Bruder scheint einseitig zu sein. Ihr Bruder jedenfalls nimmt wenig Rücksicht auf seine Schwester. Sein Umgang mit Lucia ist kaltherzig und dominant.

    Ebenfalls bleibt die Frage, ob Beckett nun tatsächlich die große Liebe ist. Für mich waren in dem Roman keinerlei Funke zwischen den beiden zu spüren, dazu waren ihre Begegnung zu distanziert. Ich würde diese Liebelei eher Lucias Traumwelt zuordnen. Auch der Tag, an dem Beckett und sie sich näher kamen erscheint mit mehr Traum als Realität. Ihr Wunsch endlich selbstbestimmt leben zu können, hat für mich viel mit den Gefühlen für Beckett zu tun. Eine Heirat scheint für sie der einzige Ausweg aus ihrer Familie zu sein. Aufgrund dessen steigert sie sich in diese „Liebe“ hinein.

    Die Erzählung selbst verstrickt sich vielfach in die traumhafte Gedankenwelt der Hauptfigur, was sich endlos zieht und den Fluss der Geschichte hemmt. Seitenlang verfolgen wir Lucias Leben, ohne das etwas wesentliches geschieht. Das Tempo zieht erst im letzten Romandrittel an. In dem Teil verdichten sich Lucias Versuche ihr Leben zu ändern. Jedes Scheitern macht deutlich, wie sehr die junge Frau leidet.

    Hinzu kommen die regelmäßigen Wechsel ins Jahr 1934 zu Doktor Jungs Therapiestunden, welche die Dramatik ihres Scheiterns erklärend unterstreichen. In dem Abschnitt zerbricht auch die moralische Instanz der Eltern, die für Lucia ein stetiger Leitfaden gewesen waren. Lucia begreift, dass ihre Eltern nicht frei von Fehlern sind. Diese Erkenntnis erschüttert die junge Frau zutiefst. Als ihre Eltern ihr weiterhin Vorschriften machen, setzt sich in Lucias Psyche etwas in Gang, das nicht mehr zu steuern ist.

    In diesem letzten Teil fand ich endlich Zugang zu der Figur der Lucia. Davor ging sie mir oftmals auf die Nerven mit ihren wirren und seltsamen Gedanken. Ihr Dilemma macht wütend, dennoch beeindruckt mich ihrer Stärke, sich aufzulehnen, auch wenn es keinerlei Aussicht auf Erfolg gibt.

    Alles in allem eine interessante Geschichte vor einem wahren, fast vergessenen Hintergrund. Doch leider hatte ich den Eindruck, als ob die Erzählung an vielen Stellen in die Länge gezogen wird, um Seiten zu füllen. Durch einige Passagen musste ich mich sehr quälen.

  2. Cover des Buches Völker dieser Welt, relaxt! (ISBN: 9783499235467)
    Tom Robbins

    Völker dieser Welt, relaxt!

     (41)
    Aktuelle Rezension von: thursdaynext

    Es gibt Rezensenten, deren Berichte mich direkt nach Abschluss in die Hände des allseits bekannten Bücher- und Datenkraken treiben um dort kostengünstig der Gier nach Lesestoff zu frönen.

    Nach Beendigung der Besprechung zu Pan Aroma  war es wieder einmal soweit.

    Auf der Website des in Deutschland keine Steuern zahlenden Buch Dealers fand ich ein noch lockenderes Buch des bis dato mir unbekannten Tom Robbins und es war GROSSartig. Allein der deutsche Titel war Sirenengesang. Wobei „Fierce Invalids Home From Hot Climates“ so der englische Original Titel ebenfalls seinen Reiz hat. Die Neuentdeckung eines Autoren der reinsten Lesegenuß verbreitet ist aufregend, wunderbar und eine große Freude.

    Tom Robbins, „Der wildeste Schriftsteller der Welt“  - so die Financial Times auf dem Klappentext - bereitet geneigten Gemütern, die bereit sind die eigentliche Geschichte als nebensächliche aber unterhaltsame Rahmenhandlung für seinen Sprachwitz und seine Fabulierfreude zu genießen, die reinste Freude.

    Der Plot beginnt im Oktober 1997 in Peru. Dort befindet sich der vornamenlose CIA Agent Switters mit dem grandiosen Aberwillen gegen Krabbel- und Stechgetier und sonstigem Viechzeugs welches klein und fleuchend ist und beobachtet einen nackten Papagei...

    “...sah aus wie eine Kreuzung aus menschlichem Fötus und koscherem Hähnchen. Er war so alt, dass er sämtliche Federn verloren hatte, sogar die Stoppelfedern. Seine Haut war mit lauter winzigen Hubbeln übersät. Die blauen Adern darunter sahen aus wie Gummi. murmelte Switters....“


    Switters entspricht nicht dem Klischee eines CIA Agenten, womöglich nicht einmal dem Bild, welches die CIA von ihren Agenten verinnerlicht hat. Systemkonformität ist ihm fremd, er unterwandert das Sytem das er schützen soll. Er ist ein Suchender, ein Wissenssammler ein sich treibenlassender Philosoph der die Welt reflektiert und - unter anderen schlechten Angewohnheiten – ein Lolita Problem hat, das er fortwährend mit seinem sehr eigenen Moralverständnis abzustimmen versucht. Mal mehr mal weniger erfolgreich, aber immerhin hat er eine Moral. Diese erleben zu dürfen mitsamt seiner seltsam skurrilen Großmutter, die ihn unerwartet hinterrücks auf raffinierte Art,  auf eine Fahrt in die Tiefen des ihm so unkommoden Urwalds schickt ist atemberaubendste Zwerchfellstimulanz.

    Natürlich, ist Agent Switters auch ein ausgefallenes Hobby zu eigen. Er ist Mitglied des C.R.A.F.T. Clubs. „Eines Geheimbundes mit Niederlassungen in Hongkong und Bangkok, dessen Mitglieder sich regelmässig trafen, um ein merkwürdiges Gebräu zu trinken und über Finnegans Wake zu debattieren. Wenn man sie später danach fragte antworteten die Mitglieder: „C.R.A.F.T.“ - (Can't Remember A Fucking Thing) -, und im Allgemeinen war das nicht einmal gelogen.

    Ja Switters ist so kompliziert, dass der Autor himself immer wieder in Aktion tritt um dem Leser seien Protagonisten zu erklären. Man könnte meinen das nervt, aber mitnichten! Mit schöner Regelmässigkeit gewährt Tom Robbins via Protagonist Switters dem Leser universelle Weisheiten: „Es ist nicht leicht zu sagen, wer die größere Bedrohung für die Welt darstellt: ehrgeizige Aufsichtsratsvorsitzende mit fetten Werbeetats oder geschickte Kleriker mit verstaubten Bibelversen.

    So kann ich nur allerwärmstens empfehlen sich mitsamt dem Konsum wenig wertschätzenden:

    Sigmund Freud hat einmal behauptet: Witz sei die Verneinung des Leidens, was nicht heißt, dass die Geistreichen und die Verspielten unter uns glaubten das Leid existiere nicht – jeder leidet auf seine Art-, sondern nur, dass sie das Leiden nicht über das Leben selbst stellen, ihm keine vorrangige Bedeutung zubilligen und es mit Humor unter Kontrolle halten. Möglich, dass Freud Recht hatte. Gewiss ist ein Sinn für Humor notwendig, wenn man der allgegenwärtigen Ausbeutung entkommen und das Leben zu einer Gesellschaft genießen will, die versucht ihre Mitglieder zu kontrollieren (und abzuzocken) indem sie sie zwingt, ihre Symbole, Institutionen und Produkte ernst, ja todernst zunehmen.“

    Agent Switters - von seiner Maestra zur, konsequent mittels Bluesplatten und nachhaltigen Elegien, Negierung des Selbstmitleids erzogen - auf die absolut abgefahrene spirituelle Reise durch heiße Länder zu begeben, und sich der Winterdepression durch intellektuelle Wonnigkeiten zu entziehen.


    Leser dieser Welt RELAXT.

    Holt euch Tom Robbins.

    Dodo Award reif und Kultregal tauglich.





  3. Cover des Buches Anna Livia Plurabelle (ISBN: 9783518012536)
    James Joyce

    Anna Livia Plurabelle

     (3)
    Noch keine Rezension vorhanden
  4. Cover des Buches Die Ironie der Unverständlichkeit (ISBN: 9783518121726)
  5. Cover des Buches Joyce für Jedermann (ISBN: 9783518456088)
    Anthony Burgess

    Joyce für Jedermann

     (4)
    Aktuelle Rezension von: Buchhandlung_am_Schaefersee
    Burgess' Anspruch, dem "normalen" Leser Appetit auf die Lektüre von James Joyces Werken zu machen gelingt nicht ganz. Zwar merkt man Burgess seine Leidenschaft für James Joyces Literatur an (und ich kann sie definitiv teilen), und die Inbrunst, mit der er schreibt, ist durchweg sympathisch, aber im Grunde liegen die Argumentationen, die er führt, dann doch auf Universitätsniveau. Seine Einführung mit dem vertrauenerweckenden Titel "Joyce für Jedermann" ist, mit Verlaub, ziemlich anstrengend zu lesen. Allerdings: Wer Joyces Werk ab dem "Portrait des Künstlers als junger Mann" lesen möchte, sollte sowieso niemand sein, der Anstrengung von vornherein vermeidet. Wer sich also dieser Einführung widmet, bekommt eine kenntnisreiche Zusammenfassung der Joyceschen Literatur und ihrer Besonderheiten. Die Aufdröselung der Handlungsstränge von "Ulysses", und sogar von "Finnegans Wake" sind eine große Erleichterung bei einer danach folgenden Lektüre dieser beiden Meisterwerke der modernen Literatur. Außerdem gelingen Burgess gelegentlich sehr einleuchtende Erklärungen oder Illustrationen der Joyceschen Schreibtechnik, die Begeisterung wecken können. Für (angehende) Literaturwissenschaftler und engagierte Oberstufenschüler, sowie alle Menschen, die sich gerne und ernsthaft mit der schönen Kunst der Literatur beschäftigen ist dieses Buch eine Empfehlung. Für alle anderen, die einfach mal wissen wollen, was diesen James Joyce ausmacht und was er so schreibt, sei hingegen eher eine Joyce-Biographie empfohlen und als erste Leseempfehlung der wunderbare Erzählungsband "Dubliners" vom Meister persönlich, James Joyce. Bei Gefallen sollte man dann DANACH zu der Einführung von Burgess greifen, dann ist man auf dem richtigen Weg um zum Kenner (und hoffentlicher Liebhaber) zu werden.
  6. Cover des Buches Angefangen wird mittendrin (ISBN: 9783100608062)
    Ulrich Peltzer

    Angefangen wird mittendrin

     (2)
    Aktuelle Rezension von: hproentgen
    Ulrich Peltzer hat eine Poetikvorlesung in Frankfurt gehalten und das hat der Fischerverlag jetzt veröffentlicht. 5 Vorlesungen, in denen er sich vor allem mit vier Werken auseinandersetzt: Finnegans Wake, Robinson Crusoe, Huckleberry Finn und ein Werk von Gsddis. Ganz am Anfang beschreibt er wie ein einzelner Anblick, eine Szene einen Schriftsteller so faszinieren kann, dass er davon nicht mehr loskommt und das in einem Roman mündet. Doch dieses Thema verlässt er nach zwei Seiten wieder, um es erst auf den allerletzten Seiten wieder aufzugreifen. Die Werke werden interpretiert und zwar philosophisch. Peltzer will damit seine Philosophie beweisen und die ist antibürgerlich, weshalb mit schöner Regelmäßigkeit entweder gelobt wird, dass das jeweilige Werk so am Rande der Gesellschaft spiele, oder, im Falle Robinson Crusoes ausführlichst erklärt wird, dass Robinson Crusoe die rigide bürgerliche Moral vertrete, die jede Kontrolle von Körperlichkeit in Sachen Sex und Alkohol verbiete. Interpretationen sind so eine Sache. Jeder kann alles in die Werke hineininterpretieren, die Autoren, wenn sie tot sind, können sich nicht mehr wehren und was jemand hineininterpretiert, sagt oft mehr über die Philosophie dessen, der interpretiert aus, als über das WErk, das besprochen wird. Leider gilt das auch für dieses Buch. Peltzer breitet anhand der Werke seine eigene Lebensphilosophie aus, das sei ihm unbenommen, macht das Buch aber stellenweise sehr dröge. Wie man ein derartig bösartiges, witziges Buch wie den Huckleberry Finn über viele, viele Seiten besprechen und dabei stets auf den philosphischen Ernst achten kann, den man auf gar keinen Fall verlassen will, das wird sich mir nie erschließen. Dass er das ganze mit möglichst vielen Zitaten anderer Schriftsteller, die ihm auch in den Sinn kommen, garniert und so zu Satzungetümen kommt, die nie ein Ende finden, macht das Ganze nicht besser. So finden sich solche Satzungetüme wie: "Respectable werden, eine potentielle Respektabilität durch entschprechende Erziehungs- und Selbstzuchtmaßnahmen in jene reale verwandeln, die durch die Tatsache seines plötzlichen Reichtums quasi naturhaft angelegt ist, als die gesittete äußere Hülle der 'middle Station of Mankind', das erzeugt - wie wir aus Hucks Mund gehört haben - aktuelles Leiden, das die Privilegien, die sich daraus vielleicht später ergeben, in keiner Weise aufwiegen, die Verbindung des einen zum anderen ist bei ihm durchtrennt, bzw. existierte nie, so leger, wie er für sich lebt, ohne Familie, das heißt, in größtmöglicher Unabhängigkeit von den sozialen Gepflogenheiten, den Verhaltensstandards einer US-amerikanischen Kleinstadt des 19. Jahrhunderts." Dabei ist dieser Satz noch einer der einfacheren. Gemeint ist wohl: Huck Finn tut sich hart, ein respektabler Bürger des 19 Jahrhunderts zu werden. Die dafür nötigen Leiden will er nicht auf sich nehmen. Doch warum einfach, wenn es auch kompliziert geht? Dass Peltzer seine Sätze durch zahlreiche "ex tempore" Einschübe verkompliziert, in denen er ausführt, was er sonst auch noch alles weiß, trägt ebenfalls zur Lesbarkeit nicht bei. Und verstärkt nur den Eindruck, dass man vielleicht besser die interpretierten Werke selbst lesen sollte, das ist erstens leichter, zweitens unterhaltsamer und drittens erfährt man damit garantiert mehr über Poetik und Literatur. Leseprobe: leider keine Leseprobe gefunden Angefangen wird mittendrin, Poetik Lehrbuch, Ulrich Peltzer, Fischer, 2011 ISBN-13: 978-3-10-060806-2, gebunden, 170 Seiten, Euro 17,95
  7. Cover des Buches Geschichtklitterung. Text. Text d. Ausg. letzter Hand von 1590

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