Bücher mit dem Tag "finnland"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "finnland" gekennzeichnet haben.

520 Bücher

  1. Cover des Buches Der Schwarm (ISBN: 9783596510856)
    Frank Schätzing

    Der Schwarm

     (5.332)
    Aktuelle Rezension von: DustBunny

    Die Charaktere und ihre Beziehungen zueinander sind sehr interessant. Die Handlung ist wirklich originell sowie faszinierend, und ich finde sie an sich auch spannend, mir ist der Schreibstil allerdings etwas zu ausschweifend, sodass sie mich nicht zu 100% packen konnte.

  2. Cover des Buches Liebten wir (ISBN: 9783548285771)
    Nina Blazon

    Liebten wir

     (203)
    Aktuelle Rezension von: Simone_081

    Es fällt mir schwer, für dieses Buch eine Bewertung abgegeben, da ich es nicht zu Ende gelesen aber, aber den Schreibstil der Autorin unheimlich unterhaltsam und ansprechend fand. Die Beschreibung der Hochzeit zu Beginn des Romans ist mir das Beste, was ich jemals gelesen habe.

    Die Geschichte war für mich leider weniger unterhaltsam und dann auch der Grund für mich, mit dem Buch aufzuhören. Wie einige andere vor mir schon geschrieben haben, ist die Geschichte unheimlich langatmig und in die Länge gezogen. Viele Szenen hätte man deutlich kürzen können.

    Leider kommen mir einzelne Ereignisse außerdem sehr konstruiert, unglaubwürdig und schwer nachzuvollziehen vor, z.B. das Verhalten von Ainu und ihre Art zu sprechen. Oder auch die Tatsache, dass sich die beiden überhaupt auf eine Reise begeben und angeblich von der Polizei verfolgt werden (wieso denn?). Warum möchte Ainu überhaupt in genau diesem Moment die Reise antreten und tut dies nicht einfach mit einem Familienmitglied? Auch nicht ganz klar ist das Verhalten von Leons Familie gegebenüber Mo. Woher kommt diese Abneigung? Was ist das Besondere an Mos Vorgängerin, Katharina? Wieso taucht Mos Schwester plötzlich bei der Geburtstagsfeier auf, obwohl sie vorher angeblich nicht einmal Zeit hatte, sich kurz mit Mo zu treffen?

    Sicherlich gibt es schlechtere Romane, jedoch kommt mir dieser nicht ganz durchdacht und zudem sehr in die Länge gezogen vor.


  3. Cover des Buches Die Überfahrt (ISBN: 9783596295999)
    Mats Strandberg

    Die Überfahrt

     (100)
    Aktuelle Rezension von: Simone_P

       "Die Überfahrt" von Mats Strandberg [4/5]

    So. Ich habe dieses Buch gekauft, weil ich unbedingt ein Buch des deutschen Arms des Verlags TOR lesen wollte (bei uns Fischer/TOR) und mir das Cover von diesem Buch sehr gut gefallen hat (vielleicht hat es aber auch ein wenig damit zu tun, dass auf dem Cover ein, zum Glück abziehbarer, Sticker klebte, auf dem Strandberg als der schwedische Stephen King gepriesen wurde), außerdem befindet sich ein hübscher Übersichtsplan der Fähre im Buch.
    Ich wurde auf alle Fälle nicht enttäuscht.

    Die Charaktere waren definitiv einer der Pfeiler der Geschichte und dabei kümmert der Autor sich auch wenig darum, ob der Charakter, durch dessen Augen er uns die Geschichte an diesem Punkt in der Handlung präsentiert, sympathisch ist (und um ehrlich zu sein, die meisten Charaktere sind es nicht).


    Dan war ein unglaublich unsympathischer Charakter und es sind sehr viele Kapitel in diesem Buch aus der Perspektive dieses Charakters geschrieben. Er ist ein Monster, auch ohne ein "echtes" Monster zu sein. Ich würde ihn nicht gerne treffen und ich verstehe ehrlich gesagt überhaupt nicht, wie man nicht durch seine Maske blicken kann.
    Calle ist der Charakter, den ich noch am ehesten als den Helden des Romans bezeichnen würde. Er hat zwar auch negative Charaktereigenschaften, aber diese sorgen dafür, dass er menschlich wirkt. Ich glaube, dass die meisten Leser ihn mögen. Und er tat mir zwischendurch einfach nur so leid. *schnief*
    Abbe & Lo und die dazugehörige, nicht funktionierende, Familie könnte man so aus der Fußgängerzone einer Großstadt heraus geschnitten haben. Die beiden machen meine bevorzugte Charakterentwicklung in dem Buch durch und in dem ganzen Horror der Handlung finden sich hier immer mal recht niedliche Momente zwischen den beiden.
    Auch die anderen POVs sind sehr interessant und ich denke, jeder wird hier irgendeinen Charakter finden, den er/sie vielleicht nicht mag, aber der zumindest interessant genug ist, dass man sich dafür interessiert, was weiter mit ihm passiert.
    Achtung! Dies ist ein Horror Roman, nur weil ein Charakter eine eigenes Kapitel hat, bedeutet es nicht, dass er überlebt.

    Wo ich gerade darüber schrieb, dass es sich hierbei um einen Horror Roman handelt...
    Es dauert eine ganze Weile, bis der Horror auch tatsächlich aus seinem Versteck kommt. Davor erinnert das Buch mehr an eine Seifenoper, deren Charaktere alle auf einer Fähre feststecken. Wer damit nicht leben kann sollte besser die Finger von diesem Buch lassen, denn es dauert eine ganze Weile, bis es ein Horror-Roman wird und der Weg dahin ist nicht immer so wirklich interessant. Ich muss aber sagen, dass ich die Charaktere interessant genug fand, darüber hinweg zu sehen und geduldig zu warten.

    Wenn der erste Passagier zu einem Monster wird, beginnt das Buch erst so richtig Fahrt aufzunehmen, denn nun ist keiner der Passagiere (und der Leute die an Bord arbeiten) mehr sicher. Dabei gibt es sowohl Szenen aus der Sicht der Monster, als auch Szenen aus der Sicht der Passagiere und mir hat sehr gut gefallen, wie am Anfang noch keiner daran glauben wollte, dass es sich wirklich um Monster handelt, sondern erst alle anderen Möglichkeiten in Betracht gezogen werden.
    Auch die Handlung Rund um die Quelle allen Übels auf der Fähre (eine Mutter mit ihrem Kind, das Kind heißt Adam) hat mir gut gefallen, auch wenn ich mir mehr Kapitel aus der Sicht der Mutter gewünscht hätte.

    Ich muss sagen, das Ende hat mir nur mäßig gefallen. Während viele Dinge für mich (als jemand der außerhalb von King und Lovecraft wenig Horror gelesen hat) recht innovativ wirkten, fiel das Ende für mich flach.

       

             

             


  4. Cover des Buches Wunder einer Winternacht (ISBN: 9783499248467)
    Marko Leino

    Wunder einer Winternacht

     (265)
    Aktuelle Rezension von: JenniferKrieger

    Hier geht's zur vollständigen Rezension auf meinem Blog.


    Rezension

    Der erste Satz des Buches ist der ungewöhnlichste Beginn einer Weihnachtsgeschichte, den ich jemals gelesen habe. Auf jeden Fall ein geschickter Schachzug, denn so war ich gleich noch neugieriger auf die Geschichte. Der Grund für diesen merkwürdigen Beginn ist, dass die Geschichte in zwei Zeitebenen spielt: Die Erzählung, wie Nikolas vor vielen, vielen Jahren zum Weihnachtsmann wurde, ist eingebettet in eine kleine Rahmenhandlung, die zur heutigen Zeit spielt. Zwei Jungen sind bei ihrem Großvater zu Besuch und er erzählt ihnen Nikolas Geschichte. Nicht nur über die Erzählung an sich, sondern auch über Gegenstände und andere Aspekte wird dabei eine Brücke zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart geschlagen. Dadurch fühlt sich die Geschichte an wie echtes Zeitgeschehen.


    Das ist auch der Punkt, der mir an dieser Geschichte besonders gefallen hat: Dass sie, abgesehen von einigen Details am Ende, tatsächlich wahr sein könnte. Es ist eine auf der Logik und den Gesetzen unserer Welt basierende Geschichte. Magie, Wichtel und andere fantastische Elemente, die normalerweise in keiner Weihnachtsgeschichte fehlen, spielen hier keine Rolle. Der kleine Nikolas ist ein ganz normaler Mensch, der mit seinen eigenen Händen und der Technik seiner Welt Weihnachtsgeschenke herstellt und sie des Nachts persönlich vor den Türen seiner bisherigen Pflegefamilien ablegt. Das Buch erzählt, wie dieses Unterfangen immer größere Ausmaße annimmt, wie Nikolas diese Schwierigkeiten bewältigt und wie es dazu kam, dass heutzutage Eltern die Geschenke unter den Baum legen. Es hat mich sehr beeindruckt, wie der Autor eine Weihnachtsgeschichte erzählt hat, an die auch diejenigen glauben können, die wissen, dass es den Weihnachtsmann nicht wirklich gibt, weil das Buch als Tatsachenbericht und nicht als Fantasy-Geschichte konzipiert ist.


    Obwohl mir die Geschichte insgesamt gut gefallen hat, gab es einzelne Aspekte, insbesondere am Anfang, die mich nicht restlos überzeugen konnten oder an die ich mich erst gewöhnen musste. Zum einen ist das der Name des Protagonisten: Nikolas. Es ist nicht die erste Weihnachtsgeschichte, die ich lese, in der der Protagonist Nikolas heißt. Und auch diesmal hatte ich am Anfang wieder Schwierigkeiten, mich daran zu erinnern, dass es in dem Buch um den Weihnachtsmann geht und nicht um den Nikolaus.

    Außerdem muss ich gestehen, dass mir die Geschichte an manchen Stellen fast schon zu traurig war. Nikolas muss sehr viel durchmachen in seinem Leben und das geht nicht spurlos an ihm vorbei. Teilweise wird er regelrecht depressiv und in diesen Momenten ging die märchenhafte Weihnachtsstimmung ziemlich verloren. Für mich ist die Advents- und Weihnachtszeit eigentlich immer eine fröhliche Zeit, in der ein Buch mit so vielen traurigen Momenten beinahe die Stimmung ein wenig verdirbt.


    Fazit

    Obwohl ich anfangs Schwierigkeiten mit dem Namen des Protagonisten hatte und mir das Buch an einigen Stellen fast schon zu traurig war, hat es mir gut gefallen. Es schlägt geschickt eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart, sodass sich die Geschichte anfühlt wie echtes Zeitgeschehen. Dazu trägt auch bei, dass der Autor im Grunde auf Magie und dergleichen verzichtet und stattdessen eine Geschichte erzählt, die auch nach der Logik unserer Welt wirklich wahr sein könnte. „Wunder einer Winternacht“ erzählt eine Weihnachtsgeschichte, an die auch Erwachsene glauben können, und bekommt dafür vier Schreibfedern.

  5. Cover des Buches Ein Junge namens Weihnacht (ISBN: 9783423280884)
    Matt Haig

    Ein Junge namens Weihnacht

     (107)
    Aktuelle Rezension von: Kaito

    Auch der Weihnachtsmann war einmal ein Kind.


    Inhalt:

    Als der Weihnachtsmann noch ein Junge war, hieß er Nikolas und wuchs in großer Armut mitten in Finnland in einer kleinen Holzhütte auf. 

    Er begibt sich allein auf eine gefährliche Reise an den Nordpol, um seinen Vater zu finden. Haarsträubende Abenteuer, fliegende Rentiere und einem gewalttätigen Troll erwarten ihn und er stellt fest: Wichtel gibt es wirklich! 


    Meinung:

    Ein Buch über die Jugend des Weihnachtsmanns, da war ich sofort neugierig!

    Und ziemlich schnell habe ich festgestellt, dass es keine besonders schöne Jugend war. Somit ist klar, dass dieses Buch kein klassisches Kinderbuch bzw. keine klassische Weihnachtsgeschichte ist. Alles wirkt irgendwie bedrückt und ein wenig düster. Und hin und wieder wird es auch ganz schön brutal. Aber auch der Humor kommt nicht zu kurz, zumindest wenn man die schwärzere Version davon mag.


    Trotz vieler Probleme und Rückschläge gibt Nikolas niemals auf. Das und sein Entschluss, Fröhlichkeit und Glück in die Welt zu bringen, machen ihn zu einem sehr sympathischen Protagonisten, dem man alles erdenklich Gute wünscht.

    Sein turbulentes Abenteuer wird von vielen Illustrationen begleitet, die mich immer wieder sehr an einen Tim Burton Film oder ein Werk von Neil Gaiman erinnert haben. 


    Inhaltlich würde ich dieses Buch nicht wirklich als Kinderbuch bezeichnen. Einfach weil es ziemlich düster ist. Sprachlich ist es aber leicht verständlich und lässt sich sehr flüssig lesen. Die Kapitel sind nicht zu lang. Die Figuren lassen sich auch ohne Illustrationen sehr gut unterscheiden. Einige von ihnen habe ich regelrecht hassen gelernt, aber die “Guten” waren mir sehr schnell sympathisch.


    Fazit:

    Eine Weihnachtsgeschichte die mich überrascht und begeistert hat. Eine ausgeflippte Handlung und eine gute Prise schwarzer Humor sind die Bühne für einen mutigen jungen Helden, der einmal der Berühmteste Mann der Geschichte werden wir. Kann man auch außerhalb der Weihnachtszeit lesen.


  6. Cover des Buches Lempi, das heißt Liebe (ISBN: 9783446260047)
    Minna Rytisalo

    Lempi, das heißt Liebe

     (72)
    Aktuelle Rezension von: Lese_Lisel

    Ein Hörbuchhighlight aus 2020! Überraschend, emotional, mitreissend und poetisch.

    Aus drei verschiedenen Perspektiven und von drei verschiedenen Ich-Erzählern nähert sich dieser Roman der Titelheldin Lempi und dem Thema Liebe. Der Prolog baut von der allerersten Seite an eine Spannung auf.

    Viljami, der Bauernsohn aus finnisch Lapland, kehrt aus dem Krieg zurück und muss feststellen, dass seine geliebte junge Frau Lempi verschwunden ist. Die Trauer übermannt ihn derart, dass er sich ein Weiterleben nicht vorstellen kann. Im ersten Teil dieses geschickt aufgebauten Romans trauert Vljami um Lempi, blickt verklärt zurück auf ihr gemeinsames glückliches Jahr.

    Im zweiten Teil lernen wir aus der Sicht der Magd Elli eine ganz andere Lempi kenne. Eine verwöhnte, launische Lempi, die von Elli zutiefst beneidet und gehasst wurde. Von Elli erfährt man dann auch, was es mit Lempis Verschwinden zu tun hat.

    Im dritten Teil schliesslich kommt Lempis Schwester Sisko zu Wort. Dieser Teil hat mich zuerst nicht so interessiert. Ich dachte, ich wüsste ja jetzt praktisch alles. Und dass Sisko doch gar nicht so viel mit Lemi und Viljami zu tun hätte… Weit gefehlt! Als ich das Buch beendet hatte, muss ich diesen Teil gleich noch ein mal lesen! Für mich ist Sisko sowohl die sympathischste als auch die interessanteste Figur in dieser Geschichte!

    Absolute Leseempfehlung! Ein sehr spannendes und nachdenklich machendes Buch, das mich sehr bewegt hat.

    „In der Wegbiegung sieht man sie schon gut, da kommt sie, näher, schärfer umrissen, noch näher, bis hierher, trägt einen großen Koffer, bleibt stehen und stellt ihn ab, schwer ist er nicht, man sieht es am Wackeln. Sie streift sich übers Ohr, verlagert das Gewicht. Ihre Hüfte rutscht zur Seite, unter der Kleidung zeichnet sich die Unterhose ab, ihr Pony ist zu hübschen Seitenwellen frisiert, und sie fragt, ob das hier Pursuoja sei.
    (…)
    Der Mann auf der Treppe ist wie erstarrt, die ganze Welt bleibt stehen, die Vögel schweigen, die Tanne in der Hofmitte horcht, nichts wächst, keine Welle schlägt ans Ufer in diesem Moment, da die Welt darauf wartet, in eine neue Position zu rücken, und dies ist das Ende aller Dinge, und es ist der Anfang aller Dinge. „

  7. Cover des Buches Die Menschheit hat den Verstand verloren (ISBN: 9783548288697)
    Astrid Lindgren

    Die Menschheit hat den Verstand verloren

     (87)
    Aktuelle Rezension von: Orisha
    Ein paar Worte der Einleitung... 

    Ich finde es immer etwas schwierig, Bücher zu bewerten, die als solche nie geplant waren. Bücher, die im Grunde Quellen darstellen. Bücher, die eigene Gedanken wiederspiegeln. Bücher, die bestimmte Ereignisse dokumentieren. Bücher, also Tagebücher, deren Inhalt nicht für eine breite Öffentlichkeit gedacht war. Tagebücher spiegeln unsere Gedanken, innersten Ängste, unsere Freude, unseren Zwiespalt wieder und zeigen ein sehr persönliches Bild von einer Person, die man vermeintlich zu kennen scheint, die sich aber in solchen persönlichen Aufzeichnungen, durchaus anders darstellt, als man vermutet. 

    Das führt mich zu Astrid Lindgrens Tagebüchern aus den Kriegsjahren 1939 bis 1945. Wir lernen eine Lindgren kennen, die noch keine Autorin ist. Eine junge Frau mit Kindern, einem Ehemann, die sich durch die Kriegsjahre schlägt und so genau - wie es für sie möglich war - versucht zu verstehen, zu begreifen und zu dokumentieren. Wir lesen von den uns allseits bekannten Kriegsereignissen: dem Überfall auf Polen, den Russlandfeldzug, Mussolini Treiben in Italien, Rommels Kampagne in Afrika, den (manchmal längst vergessenen) Akteuren anderer Länder und von noch viel mehr. Lindgrens Tagebuch besticht zunächst durch eine gewisse Distanz zu diesen Ereignissen - was nicht verwundert - denn Schweden war nun einmal nie in den Krieg direkt involviert. Daher betrachtet Lindgren zwar genau, doch manchmal auch etwas unkritisch, ohne aber jemals ihr privilegiertes Leben in Stockholm zu vergessen.

    Besonders was die Rolle Russlands und Deutschlands angeht, ist sie stets zerrissen. Denn die Angst vor dem bolschewistischen Übergriff wiegt beinahe schwerer als jene vor den Nationalsozialisten und Schergen Hitlers. Das mutet aus heutiger Sicht merkwürdig an, war aber eben europäische Realität jener Zeit. Auch spannend und leider mal wieder bestätigt, wird klar, dass die Vernichtung der Juden und die Existenz von Konzentrationslagern eben kein Geheimnis war. Da Zeitungen immer wieder davon berichteten und Lindgren dieses in ihren Aufzeichnungen auch dokumentiert. Hinzu kommt dass sie einen anderen Zugriff auf Informationen hatte, weil sie in einer Briefkontrollstelle arbeitete und Briefe fremder Menschen lesen konnte, die nochmal ein sehr eindringliches Bild des Krieges zeichnen. Das nimmt Lindgren über die Jahre auch zunehmend mit. 

    Daneben werden aber auch persönliche Probleme deutlicher - die zwar selten direkt benannt werden - aber dennoch einen Blick auf den Mensch Lindgren erhaschen lassen.

    Einzige Kritik, sofern man ein Tagebuch kritisieren kann, ist der Aufbau. Mit Faksimiles wurden einige Seiten aus den Originaltagebücher wiedergegeben, deren Transkription und Übersetzung auf den folgenden Seiten erfolgte und für die es wiederum Querverweise im eigentliche Tagebuchtext gibt. Das ist zwar verständlich, doch ich fand den Aufbau etwas unsäglich, da man immer wieder aus dem Lesefluss herausgerissen wurde. Eine fortlaufende Reihung mit Faksimiles oder ein originalgetreue Nachbildung des Tagebuchs wären da sicher praktischer gewesen. Dafür gibt es einen Stern Abzug.

    Ansonsten bleibt mir nur zu sagen, lest dieses und andere Tagebücher jener Zeit, um nicht zu vergessen.

    Fazit: Lesenswert!


  8. Cover des Buches So rot wie Blut (ISBN: 9783401600109)
    Salla Simukka

    So rot wie Blut

     (84)
    Aktuelle Rezension von: biscoteria85

    Lumikki ist nicht das klassische 17-jährige Mädchen. Sie ist stark und kämpft sich durch das Leben. In der Schule wurde sie gemobbt, daheim fühlte sie sich nicht aufgefangen. In ihrem Leben gibt es zurzeit die Kunstschule.

    Eines Tages sollte sich ihr ganzes Leben ändern. Ein Sack voller blutiger Geldscheine im Garten einer Klassenkameradin ist der Beginn eines Thrillers, der Abwechslungsreich und rasant gelesen werden kann. Anspielungen auf Märchen mit einbegriffen.

    Die Kapitel sind durch schwarze Seiten sehr gut voneinander abgegrenzt und nicht sehr groß.

    Für mich war es das erste Buch dieser Autorin, ich war aber vom ersten Teil der Triologie sehr positiv angetan. Die abweisende, distanzierte Art von Lumikki passt zu einem Menschen welcher sehr schwere Zeiten erlebt hat. Selbst in den Skandinavischen Ländern ist nicht alles Eitel-Sonnenschein.

  9. Cover des Buches Die Karte meiner Träume (ISBN: 9783596184446)
    Reif Larsen

    Die Karte meiner Träume

     (281)
    Aktuelle Rezension von: Meinbuecherregal

    Die Karte meiner Träume von Reif Larsen aus dem Fischer Verlag

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    🗺 Inhalt

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    T.S. Ist noch kein Teenager aber ein begeisterter Kartenzeichner.

    Das Talent erkennen auch andere und er soll eine Auszeichnung bekommen. In diesem Buch geht es um T.S., seine Familie und seine Reise zur Preisverleihung

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    🗺 Was hat mir gefallen?

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    Das Buch handelt von T.S. ... seinen Erlebnissen, seinem Leben und seinen Empfindungen. Das ist teilweise entspannt zu lesen... einlullend...

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    🗺 Was hat mir nicht gefallen?

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    Leider war das nicht mein Buch... und ich kann die begeisterten Stimmen nicht teilen. Ein großer Grund wird der sein, dass dieses Genre nicht mein bevorzugtes Thema ist. Aus dem Grund fließt das nicht in meine Beurteilung mit ein.

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    Was mir aber auch nicht gefiel, ist das sperrige Format von diesem Taschenbuch... es ist größer als normal und dadurch ziemlich unhandlich.

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    Die Zeichnungen in dem Buch fand ich beim Durchblättern richtig schön... beim Lesen leider nicht. Denn jede Zeichnung ist mit mehr oder weniger viel Text versehen. Als ob man die ganze Zeit ein Buch mit Fußnoten und Querverweisen liest. Man wird immer wieder unterbrochen.

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    🗺 Fazit

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    Irgendwie hat mich das Buch an eine Mischung aus „My Girl“ und „der alte Mann und das Meer“ erinnert. Wer gerne Geschichten von Kindern liest, die geistig ihrer Zeit voraus sind und eine Vorliebe für Roadtrips hat... ist hier bestimmt gut aufgehoben. Bei mir war es eher der Ehrgeiz, der mich zum Weiterlesen motiviert hat.


  10. Cover des Buches Rotwein für drei alte Damen oder Warum starb der junge Koch? (ISBN: 9783462047240)
    Minna Lindgren

    Rotwein für drei alte Damen oder Warum starb der junge Koch?

     (49)
    Aktuelle Rezension von: AhernRowlingAusten

    Als ich mir dieses Buch kaufte, tat ich es eigentlich in der Absicht, mir einen sehr lustigen und unterhaltsamen Schmöker zuzulegen. Ich dachte, dass Minna Lindgren das Alter gekonnt auf die Schippe nimmt und die Protagonistinnen mich lachen lassen, während sie einen ominösen Mordfall aufklären. Das ist der Autorin zwar gut gelungen, aber ich habe aus diesem Roman so viel mehr mitnehmen dürfen als nur ein bisschen Unterhaltung und drei alte Damen, die Witze über ihr Alter machen.

    Der Einstieg in die Geschichte ist mir leicht gefallen, was ich allerdings nicht als selbstverständlich bei diesem Buch ansehe, da es eine ganz eigene Stimmung hat, auf die man sich einlassen muss. Geht man mit den gleichen Erwartungen an dieses Buch wie ich und will davon partout nicht abweichen, wird man das Buch wahrscheinlich schnell wieder zur Seite legen. Die Atmosphäre in diesem Buch empfinde ich nämlich als besonders. Sie ist sehr ruhig und hat auch in meinen Augen keinen üblichen Spannungsbogen. Mit diesem Buch greift man zu einer besonderen Lektüre, von der man denken könnte, sie ist selbst 94 Jahre alt und im Leben so gefestigt, dass sie nichts umhauen kann.

    Trotz dieser ruhigen Atmosphäre schaffen es die drei alten Damen den Leser kräftig zum Lachen zu bringen. Ich finde es immer wieder erstaunlich wie keck und selbstironisch alte Leute sein können. Eine Prise schwarzer Humor gehört allerdings dazu.

    Ein Punkt, der mir jedoch nicht gefällt, ist, dass man wegen des Titels eigentlich davon ausgeht, dass hier ein Mordfall aufgeklärt wird: Warum starb der junge Koch? Leider weiß ich aber auch nach der Lektüre nicht genau, warum der junge Koch, Tero, nun starb. In dieser Geschichte geht es viel mehr um Kritik am finnischen Pflegesystem und wie die Gesellschaft mit alten Leuten umgeht. Ich habe viele Stellen als erschreckend empfunden und mir steigen sofort die Tränen in die Augen, wenn ich daran denke, dass es mal meinen Eltern so gehen könnte, denn vieles aus diesem Buch hat man auch schon in deutschen Nachrichten gehört. Es ist eine Schande wie wir mit der älteren Generation umgehen und deshalb bin ich unglaublich froh, dieses Buch gelesen zu haben, da es mir in mancher Hinsicht die Augen geöffnet hat.

    Ein weiterer Punkt, der mich ein wenig störte, war die Informationsflut, wenn Siiri mit der Straßenbahn durch Helsinki gefahren ist. Zu jedem Gebäude gab es was zu erzählen und das ist auch interessant, passte allerdings nicht zur Geschichte. Aber man merkt, dass die Autorin ihre Stadt liebt. Helsinki scheint einen Besuch wert zu sein.

    Dieses Buch lässt sich durchaus mit einem Rotwein genießen, wenn man die richtige Stimmung dafür mitbringt und bereit ist, sich darauf einzulassen. Allerdings sollte der Rotwein auch für die Stellen bereitgestellt werden, wenn man mal ausgiebig die Augen über das Pflegepersonal rollen will.

  11. Cover des Buches Der Tag, an dem ein Wal durch London schwamm (ISBN: 9783866481824)
    Selja Ahava

    Der Tag, an dem ein Wal durch London schwamm

     (78)
    Aktuelle Rezension von: katzenminze

    In "Der Tag an dem ein Wal durch London schwamm" erzählt die finnische Autorin Selja Ahava aus dem Leben von Anna. Das fängt etwas verwirrend an, denn Anna lebt offenbar in einem Pflegeheim und scheint dement zu sein. So verschwimmen klare Momente mit Erinnerungen, Verwirrtheit und Illusion. Doch wir werfen auch einen ausführlichen Blick in Annas Leben vor der Demenzerkrankung. So verbringen wir mit ihr und ihrer großen Liebe Antti verschlafene Sommertage auf ihrer kleinen Felsinsel mitten im Schärenmeer. Wir erleben mit ihr einen Verlust, der zu groß ist, als dass sie ihn verarbeiten kann. So flüchtet Anna sich teilweise in eine Fantasiewelt und als Leser ist man sich nicht immer sicher, was nur Annas Vorsellungskraft entsprungen ist und was real. Wir begleiten Anna beim Versuch eines Neuanfangs in England, der nur bedingt funktioniert. Wir erleben sie als ältere Frau bei der sich die ersten Anzeichen einer Demenz zeigen und landen schließlich wieder mit ihr im Pflegeheim.

    Mir haben die Parallelen zwischen den einzelnen Zeitebenen wunderbar gefallen. Die kleinen Momente in denen man sich fragt ob nur Annans Erinnerungen verschwimmen oder ob etwas echt geglaubtes nur Vorstellung war. Das hat Ahava äußert gekommt gemacht. Denn gerade die Teile der Erzählung, in denen Anna sich definitiv nur etwas vorstellt sind unheimlich ergreifend und ebenso fantasievoll. Und dann sind da wieder Momente im echten Leben, die so besonders sind, dass man sie ebenfalls für Fantasie halten könnte.

    Anna ist eine spezielle, in sich gekehrte Figur. Dazu passt der ruhige, fast schon kühle Erzählton. Trotzdem fand ich sie unheimlich liebenswert und ich hätte gerne noch viel mehr über ihr Leben erfahren.

    Der Blick in Annas Leben und auf die Themen Demenz, Verlust, Trauer und unerfüllte Wünsche hat mir ausgesprochen gut gefallen. Teilweise hatte ich Tränen in den Augen, weil die Mischung aus kühler Sprache und ergreifender Geschichte mich so getroffen hat. Ich kann allerdings verstehen, dass die Sprache und die fluiden Grenzen der Realität nicht jedermanns Sache sind. Für mich hat alles perfekt zusammengepasst. Ein melancholischer, nachdenklicher, wundervoller Roman, der langsam genossen werden will.

  12. Cover des Buches Wir fallen nicht (ISBN: 9783473401178)
    Seita Vuorela

    Wir fallen nicht

     (54)
    Aktuelle Rezension von: Laudia89

    Eine Geschichte über eine jungen Bande die am Strand leben und eine igenes Leben führen.

    Ich fand das Buch am Anfang ein wenig verwirrend, aber nach und nach wurde es immer interessanter. In den Schreibstilmuss man erst einmal reinfinden, aber danach mach es sehr viel Spaß zulesen. AB der Mitte kommt man schnell dahinter um was es in dem Buch geht, aber das tut der Geschichte keinen Abbruch. Das Jugendbuch greift eine trauriges aber wichtiges Thema auf.


  13. Cover des Buches Forever Yours (ISBN: 9783742315700)
    Samu Haber

    Forever Yours

     (32)
    Aktuelle Rezension von: lauri2001

    Samu Haber. Viele kennen ihn als den lustigen Finnen, der immer ein Lächeln und einen lustigen Spruch auf den Lippen hat und der bei jedem Mist dabei ist. Doch der Schein trügt oft, wir man in seiner Biographie erfährt.

    Die Lieder von Sunrise Avenue haben mich in meiner Jugend begleitet und ich war auf vielen Konzerten der Band. Auch jetzt schwelge ich noch ab und zu in Erinnerungen, wenn ich die Lieder höre. Als bekannt wurde, dass Samu eine Biographie rausbringt wusste ich, dass ich sie lesen würde.

    Einige Geschichten und Entwicklungen kannte ich schon, aber es kam auch viel neues dazu. Die Geschichte der Band und von Samu wurde ganz von vorne aufgerollt und es war unglaublich zu lesen, wie viel Arbeit er in seinen großen Traum gesteckt hat. Er erzählt auch viel über die Schattenseiten und darüber, was ihn zu welcher Zeit beschäftigte. Teilweise ging es ihm sehr schlecht, aber er hat trotzdem weiter gemacht. An diesem Buch merkt man, wie wenig man eigentlich über den Künstler weiß, der da auf der Bühne steht.

    Samus Geschichte is definitiv anders als erwartet und in vielerlei Hinsicht besonders. Manchmal war ich sehr erschrocken und manchmal musste ich schmunzeln.

    Es werden auch einige Zitate und Kommentare von Personen eingebracht, die Samu auf seinem Weg begleiteten, was ich ebenfalls sehr gut fand, da es ja immer mindestens zwei Seiten einer Geschichte gibt.

    Das Buch ist nicht nur etwas für Sunrise Avenue Fans, sondern für alle, die sich schon immer Einblicke in die Gedanken eines Musikers gewünscht haben, oder sich einfach nur für Musik interessieren. 

  14. Cover des Buches Wolfssommer (ISBN: 9783958625396)
    Hans Rosenfeldt

    Wolfssommer

     (65)
    Aktuelle Rezension von: readlikejana

    Im finnischen Haparanda, einem ruhigen und beschaulichen Ort wird ein Wolfkadaver gefunden, in dessen Magen Leichenteile entdeckt werden.
    Ab diesem Zeitpunkt geht es für die Ermittlerin Hanna auf und ab. Ihr bisher recht normales Leben nimmt eine unglaubliche Wendung.
    Es ist zunächst nicht erkennbar, wie es zu diesem Mord kommen konnte. Die Story wird jedoch schnell dichter und man erfährt mehr über den mysteriösen Fall.
    Im Setting der finnischen Landschaft ist diese Geschichte sehr spannend, die Erzählerin Vera Teltz verleiht der Erzählung mit ihrer Stimme eine realistische Lebendigkeit. Dennoch hat mich die Story bis zur Mitte nicht wirklich gepackt. Zum Teil war ich verwirrt um wen es gerade geht. Im Verlauf der Story werden zahlreiche weitere Personen eingeführt und Nebengeschichten erzählt. Vermutlich war das für eine Hörversion für mich einfach zu viel Input.
    In geschriebener Form mag das deutlich besser funktionieren, dann ist man auch automatisch aufmerksamer.
    Dennoch hat mir das Hören Spaß gemacht und die letzten Kapitel waren wirklich sehr sehr spannend. Die Geschichte war ungewöhnlich und mal etwas neues im Bereich dieses Genres.
    Mit einer gewissen Brutalität und vielen Toten muss man aber rechnen!  

  15. Cover des Buches Mein wunderbarer Küstenchor (ISBN: 9783499274442)
    Janne Mommsen

    Mein wunderbarer Küstenchor

     (53)
    Aktuelle Rezension von: Engelchen07

    Der Roman "Mein wunderbarerer Küstenchor" von Janne Mommsen entführt uns dieses mal nicht, wie vom Autor gewohnt auf eine Insel, sondern an die Küste Mecklenburgs, nach Klütz. 

    Die Saison in Klütz ist vorbei, das Hotel in dem Britta arbeitet schließt seine Türen über die Wintermonate, da dort keine Touristen erwartet werden. Jetzt freut sich Britta auf die Chorproben mit ihrem mitgegründeten gemischten Chor. Sie wollen unbedingt an einem Wettbewerb im finnischen Städtchen Tampere angemeldet und sind schon fleißig am Proben, Planen und einheitliche Kleidung gestalten. 

    Doch dann kommt die Hiobsbotschaft schlechthin. Der Chorleiter muß berufsbedingt in den Süden ziehen und kann den Chor nicht mehr weiterleiten. Dann springen auch noch 2 Männerstimmen ab und aus dem gemischen Chor wird schnell ein reiner Frauenchor, doch das will Britta so nicht einsehen. 

    Sie bemüht sich sehr um einen neuen Chorleiter, schließlich ist der Chor viel mehr als nur eine Singstunde für Britta. Für Britta ist der Chor schon fast wie eine Famiile. Kurzerhand beschließt Britta den Chor selber zu leiten und versucht noch 2 früher Männerstimmen wieder mit ins Boot zu holen um den Chor in Finnland gut dastehen zu lassen.

    Ein amüsanter, witziger, unterhaltsamer und schöner Roman aus dem Hause Mommsen. Mir hat er wieder gut gefallen. Ich habe mich in der Chorgemeinschaft sehr wohl gefühlt und man konnte die gute Stimmung beim Singen tatsächlich aus den Seiten herauslesen.



  16. Cover des Buches Die Liebenden von Leningrad (ISBN: 9783453873391)
    Paullina Simons

    Die Liebenden von Leningrad

     (248)
    Aktuelle Rezension von: ni_ne_ll

    Wow Wow Wow... dieses Buch war wirklich eine reine Achterbahnfahrt der Gefühle... Ich habe das Buch leider viel zu lange vor mich hin geschoben. Hätte ich gewusst, was da auf mich zu kommt.. 

    Das Buch hat mir wirklich sehr gefallen. Ich konnte es einfach überhaupt nicht aus der Hand legen. Es wurde nie langweilig und es war so spannend und interessant Tatiana, ihre Familie und Alexander zu verfolgen.

    Der Schreibstil war wirklich schön und flüssig zu lesen. Er war sehr harmonisch und hat mir die Zeit des 2. Weltkrieges in Leningrad (St. Petersburg) sehr gut nah gebracht. Außerdem konnte ich mich vor allem durch den Schreibstil sehr in die Zeit zurückversetzen und hatte das Gefühl wirklich hautnah Tatianas Geschichte mitzuerleben. Ich denke, dass vor allem der Schreib-/ und Erzählstil der Autorin, dazu beigetragen hat, dass ich das Buch gar nicht aus der Hand legen konnte.

    Die Autorin hat alle Protagonisten sehr gut und bildlich dargestellt, sodass ich mir die Geschichte richtig gut vorstellen konnte. Außerdem waren alle Protagonisten sehr authentisch dargestellt. Die Geschichte war auch sehr authentisch und glaubwürdig, unter Berücksichtigung der damaligen Zeit und das Leben in der Sowjetunion erzählt. Die Leser werden definitiv nicht verschont, was Schicksalsschläge usw. während des 2. Weltkrieges angeht. Das macht die Geschichte nur noch authentischer und alle Szenen werden so klar und bildlich erzählt, dass man das Gefühl hatte, man wäre selbst im kalten Winter dabei gewesen.

    Die Liebesgeschichte zwischen Tatiana und Alexander, war wirklich sehr schön, aber dennoch im Verlaufe der Geschichte natürlich auch tragisch. Es war schon ein großes Auf und Ab mit den Beiden. In anderen Büchern hätte mich sowas eher gestört, aber in diesem Buch hat die Autorin es geschafft mich vollkommen mitzunehmen. Wahrscheinlich konnte ich einfach hier über einige Dinge gut hinweg sehen, weil diese Liebesgeschichte unter anderen Bedingungen läuft, als die Liebesgeschichten, die in der heutigen Zeit spielen. Deswegen konnte ich auch relativ gut über Alexanders Charakter hinwegsehen. Ich mochte Alexander eigentlich ganz gerne, aber manchmal war ich eher erschrocken über ihn, da er doch sehr herrisch und besitzergreifend ist. Tatiana war ein tolles Mädchen, die mich aber auch mit ihrem naiven und zu gutmütigem Charakter etwas genervt hat. Aber ich sehe das alles nicht so problematisch, weil die Menschen damals einfach anders gelebt haben und auch anders aufgewachsen sind.

    Abschließend kann ich nur sagen, dass ich echt geflasht von dieser Geschichte bin und unbedingt wissen will, wie es mit den beiden nun weitergeht. Ich hoffe, der 2. Band kann mich auch so überzeugen.

  17. Cover des Buches Nachsommer (ISBN: 9783866482609)
    Johan Bargum

    Nachsommer

     (41)
    Aktuelle Rezension von: Lesebiene017

    Die Mutter der beiden erwachsenen Brüder Olof und Carl liegt im Sterben. Sie bittet darum, ihre letzten Tage im Ferienhaus in den Schären zu verbringen zu können, wo die Familie einst viele Ferientage verbrachte. Auch soll Carl, der schon vor Jahren im Streit in die USA auswanderte, zu ihr ans Sterbebett kommen. Der Ehemann/Vater starb bereits, als die beiden Söhne noch Kinder waren. An dessen Stelle ist „Onkel Tom“ getreten – welche Rolle dieser für die Mutter gespielt hat, bleibt lange im Unklaren.

    Die Familienverhältnisse sind kompliziert, das weiß der Leser schnell. Worin die konkreten Probleme bestehen, wird allerdings erst nach und nach klar. Zunächst gibt es nur kurze Andeutungen, die des Lesers Neugier wecken. Das meiste erfahren wir durch Ich-Erzähler Olof, der insbesondere versucht, der verqueren Bruderbeziehung auf den Grund zu kommen. Carl, eigentlich zwei Jahre jünger, war schon immer der Stärkere, Schnellere, der, den die Mutter besonders liebte, was er für sich selbst ziemlich radikal auszunutzen wusste. Doch Vorsicht: Eine Medaille hat zwei Seiten und auch Olof hat sich seinem Bruder gegenüber nicht immer loyal verhalten.

    Die Ebenen wechseln sich ab. Da werden einerseits die Tage auf der Schäreninsel beschrieben. Carl ist mit Clara verheiratet, ihre zwei lebhaften Söhne haben sie mitgebracht. Die Jungen wirbeln die Gemeinschaft auf und sorgen für Ablenkung. Ihre Aktivitäten setzen zusätzliche Erinnerungen frei. Trotzdem kann man immer wieder die Eifersucht, die Konkurrenz, die schwelenden Konflikte zwischen Carl und Olof spüren, die ab und an auch durchbrechen. Eine weitere Ebene führt in die Vergangenheit der Familie. Viele Erinnerungsfetzen, Gespräche und Gedanken über gemeinsam Erlebtes komplettieren nach und nach das Bild.

    Was macht das Buch so besonders? Es ist der ruhige, reflektierte, teils poetische Stil des Erzählers, der sich ernsthaft bemüht, der Vergangenheit auf den Grund zu gehen und Stolpersteine zu definieren. Was ist in seinem Leben schief gelaufen? Warum arbeitet der Bruder erfolgreich in den Staaten, während er selbst unmotiviert einer relativ ungeliebten Tätigkeit nachgeht? Was hat zum Bruch zwischen Carl und der Mutter geführt? Warum kann Olof selbst keine erfüllte Partnerschaft leben? Olof präsentiert uns seine Erinnerungen, die nicht immer mit denen anderer Beteiligter übereinstimmen, was einen ungeheuren Sog erzeugt. Erstaunlich, dass wenige Seiten so viel Intensität erzeugen können, ohne je ins Kitschige oder Triviale abzudriften. Das nenne ich Erzählkunst.

    Es geht auch um die Themen Tod und Abschied – vom Leben, vom Elternhaus, von der Kindheit. Der lakonische Erzählfluss ließ mich sehr gut in die Stimmung eintauchen, auch die Insel, das Meer, die Natur ringsherum werden sehr bildhaft beschrieben. Zentral ist jedoch der Bruderkonflikt, der einige Überraschungen bereithält.

    Dieser kleine Roman ist eine absolute Perle! Einmal begonnen, kann man nicht mehr aufhören zu lesen. Ich bin froh, ihn endlich aus meinem Bücher-Vorrat befreit zu haben. Er wird es mit Sicherheit auf meine persönliche Jahresbestenliste schaffen.

    Ganz große, riesige Lese-Empfehlung!

  18. Cover des Buches Bis ich dich finde (ISBN: 9783257236217)
    John Irving

    Bis ich dich finde

     (388)
    Aktuelle Rezension von: miss_atticos

    In "Bis ich dich finde" von John Irving reist Jack Burns mit seiner Mutter durch Nordeuropa, um seinen Vater zu finden. An Skurrilität ist Jack Burns vermutlich nicht zu übertreffen. Er hat irgendwie einen Knacks weg, wird in einem Mädcheninternat groß, muss so manche "Vergewaltigung" durchmachen, es liest sich so, als hätte der Junge kein Problem damit. Und was soll ich sagen, er hat wirklich keins damit. Jack Burns ist alles andere als normal und daher auch nicht aus meinem Gedächtnis zu löschen. Es war mein zweites Buch von John Irving. Seine Figuren sind schön schräg. Trotz des Umfangs von über 900 Seiten musste ich wissen wie die Geschichte von Jack endet und ob er überhaupt seinen Vater findet. Ich muss mich mal outen, irgendwie liebe ich auch richtig kranke Charaktere. Wer sonderbare Gestalten liebt, sollte nicht zögern, Jack in seinen Kopf zu lassen. 

  19. Cover des Buches Vaters Wort und Mutters Liebe (ISBN: 9783453272873)
    Nina Wähä

    Vaters Wort und Mutters Liebe

     (44)
    Aktuelle Rezension von: BiblioJess

    Zu Weihnachten kommen sie alle wieder im finnischen Tornedalen zusammen: Die vierzehnköpfige Familie Toimi. Manche Kinder sind längst ausgezogen, die jüngsten wohnen noch bei der ruhigen Mutter Siri und dem aufbrausenden Vater Pentti. Mit ganz unterschiedlichen Gefühlen treffen die einzelnen Personen auf ihre restlichen Familienmitglieder und eine erste Katastrophe lässt nicht lange auf sich warten. Ein Wiedersehen voller Gewalt, Liebe, Enttäuschung, Wut, Verrat, Loyalität.


    Ich weiß ehrlich gesagt nicht so ganz, was ich von „Vaters Wort und Mutters Liebe“ halten soll bzw. was mir das Buch sagen wollte. Was ich daraus mitnehmen soll. Die ganze Familie ist ziemlich verkorkst und leider hab ich für mich keinen einzigen Sympathieträger gefunden.
    Das Buch ist im Erzählstil geschrieben und wechselt im Laufe der Zeit zu fast jedem Familienmitglied, sodass jedes ein bisschen beleuchtet wird. Trotzdem hatte ich nicht wirklich das Gefühl, die Personen richtig kennenzulernen, sie sind mir fremd geblieben, es wurde eher oberflächlich erzählt, ohne dass ich mich so richtig in sie reinfühlen konnte. Zudem wird bei jedem neuen Kind, wenn der Abschnitt aus dessen Perspektive beginnt, herausgestellt, dass DIESES hier ja ganz anders ist als seine Geschwister. Bei jedem. Das ging mir irgendwann auf die Nerven – „jaja, noch so ein individuelles Kind, was für eine Überraschung“.

    Die Geschichte plätschert so vor sich hin, die Kapitel sind ein bisschen im Dramen-Stil aufgebaut, also zumindest gibt es am Anfang immer so eine Vorausschau, und da heißt es am Anfang lange „aber noch ist nichts passiert“ und das trifft es ehrlich gesagt ganz gut. Mehr Handlung, als dass die da zusammenkommen, gibt es kaum, das meiste besteht dann aus meinem „Kennenlernen“ der Personen, aber wie gesagt, hat das für mich nicht zufriedenstellend funktioniert. Mir waren alle fast egal. Bis auf Pentti, der Vater, der wirklich ein furchtbarer Mensch ist und wo ich kaum verstehen kann, wieso überhaupt noch irgendjemand an dem hängt. Ab der Hälfte kommt dann doch etwas Bewegung rein, aber das hat für mich nicht gereicht.

    Ganz schlecht fand ich das Buch aber auch nicht. Auch wenn ich mit den Charakteren nicht warm geworden bin, so waren doch interessante Persönlichkeiten bei und ich fand es durchaus ganz spannend, was für Aspekte der menschlichen Psyche, des eigenen Ehrgeizes oder Versagens dort aufgezeigt werden, wie man Opfer seiner Umstände werden kann etc. Das sind schon interessante Einblicke. Und manche Erkenntnisse, die in diesem Roman gewonnen oder aufgezeigt werden (über Familienbande, über das Leben, die eigene Herkunft u.a.), haben mich überzeugt, weiterzulesen. Irgendwie war ich doch ein bisschen neugierig, wie sich alles auf die einzelnen Charaktere und die Familiendynamik auswirkt.


    Trotzdem lies mich das Buch mit einem „hm“-Gefühl zurück und mit diesem unbestimmten „es war jetzt nicht schlecht, aber so richtig was mit anfangen konnte ich auch nicht“. Für mich sind es 3 Sterne, mit Tendenz zu 2,5. Das Buch wurde aber auch schon sehr viel von Kritiker*innen, aber auch Leser*innen gelobt. Es ist wie immer Geschmackssache.

  20. Cover des Buches Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki (ISBN: 9783442715152)
    Haruki Murakami

    Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki

     (601)
    Aktuelle Rezension von: full-bookshelves

    Meinung: Als ich Kafka am Strand gelesen habe, bin ich sehr begeistert von dem Autor gewesen. Darum wollte ich mehr von ihm lesen! Mein zweites Buch wurde also das hier.

    Der Schreibstil war genauso packend wie gewohnt. Leicht und flüssig zu lesen, ohne langatmige Stellen.

    Die Spannung baut sich langsam auf und bleibt dann eigentlich auf einem Punkt. Gegen Ende wird es nochmal kurz spannender und dann hätte ich mir noch ein bisschen mehr Geschichte gewünscht.

    Das Ende kam mir einfach zu plötzlich und mit zu wenig Auflösungen. Andererseits hat man dadurch natürlich die Freiheit, selber viel darüber nachzudenken.

    Fazit: Ein schönes Buch über das Bewältigen eines Traumas, Freundschaft, Trauer und die Liebe. Murakami schreibt leicht und doch tiefgründig. Ich kann die Geschichte auf jeden Fall empfehlen!

  21. Cover des Buches Nordlichtglanz und Rentierglück (ISBN: 9783551303059)
    Ana Woods

    Nordlichtglanz und Rentierglück

     (45)
    Aktuelle Rezension von: Sop_hi_a

    Zoey muss ins Zeugenschutzprogramm und landet daher in Lappland auf einer Rentierfarm. Dort trifft sie auf Shane, den Sohn des Hauses…

    Das Buch hat 24 Kapitel und lässt sich daher auch gut als eine Art Adventskalender lesen.

    Das Cover finde ich wirklich süß und auch sehr winterlich. Die Story ist für mich auch eher eine Winterlovestory und nicht unbedingt in erster Linie ein Weihnachtsroman.

    Aber es kommt einfach Wohlfühlatmosphäre auf! Und ganz ehrlich wer würde denn nicht mal gerne auf eine Rentierfarm nach Lappland? 

    Für New Adult Fans, die auf der Suche nach einer süßen winterlichen Lovestory für Zwischendurch sind, einfach perfekt. 

  22. Cover des Buches Nymphs 1.1 - Verführerischer Vollmond (ISBN: 9783733500221)
    Sari Luhtanen

    Nymphs 1.1 - Verführerischer Vollmond

     (59)
    Aktuelle Rezension von: sunriserin_jenny
    Ich fand dieses Buch einfach nur schrecklich. Es hat keinen Spaß gemacht zu lesen, es hat einfach keine Spannung und die Übergänge sind gruselig. In dem einem Kapitel lernt Didi einen Jungen kennen und im nächsten sind die beiden aufeinmal schon zusammen. Einfach nur schrecklich. Ich habe es abgebrochen. Aber Geschmäcker sind bekanntlich verschieden.
  23. Cover des Buches Fegefeuer (ISBN: 9783442742127)
    Sofi Oksanen

    Fegefeuer

     (102)
    Aktuelle Rezension von: Bibliomania

    Mein erstes Buch von Sofi Oksanen, meine erste Finnin. Eine heftige Geschichte, die ich leider auch ein wenig genau so erwartet habe: Stalinismus, Missbrauch, Propaganda, Parteizugehörigkeit, Verrat. Der Familie Pekk bleibt nichts erspart.

    Aliide Truu lebt in einem alten Bauernhaus mitten in der Provinz von Estland. Sie hat ein schweres Leben hinter sich, von dem sie stark gezeichnet ist. Eines Tages taucht ein Mädchen vor ihrer Tür auf. Obwohl Aliide skeptisch ist und stets das Schlimmste befürchtet, nimmt sie das Bündel von Mensch mit in ihr Haus.

    Das Bündel Mensch entpuppt sich als eine junge, russische Frau namens Zara, die auf Grund scheinheiliger Versprechungen in den Westen geflohen ist und dort ein leider sehr übliches Schicksal erleiden musste: Sie gerät in die Prostitution. Die beiden Frauen haben Schwierigkeiten miteinander zu kommunizieren, dabei verbindet sie eine recht ähnliche Leidensgeschichte. Während Zara sich also bei Aliide versteckt, versucht sie gleichzeitig herauszufinden, ob es sich bei Aliide tatsächlich um die Schwester ihrer Großmutter handelt.

    Ein Buch, bei dem mich das Gefühl beschleicht bestimmte Nationalitäten schreiben stets über bestimmte Themen. Gab es tatsächlich nichts anderes als politisch auf der richtigen Seite zu stehen? Macht? Unterdrückung? Folter und Missbrauch? Es scheint wohl so.

    Die Geschichte beider Frauen erscheint mir so typisch. Warum trifft es immer die Gleichen? Warum setzen sich diese Leiden in der gesamten Familie fort? Ist es wie ein Teufelskreis, dem man einfach nicht entfliehen kann?

    Eindringlich beschrieben bleibt man doch betroffen zurück und ich kann wirklich nicht sagen, ob es am Ende ein gutes Buch war.

  24. Cover des Buches Mittsommerblut (ISBN: B07F7M65R2)
    Daniela Arnold

    Mittsommerblut

     (28)
    Aktuelle Rezension von: FranLuTi

    Niemals aufgeben, ganz egal, was passiert. Mit diesem Gedanken zog Leni in ein fremdes Land um nach ihrer vermissten Schwester zu suchen. Zeitgleich versucht Janne einen alten Fall zu lösen.

    Die Kombination aus Vergangenheit und Gegenwart ist sehr gut gelungen, auch das die Ermittler immer wieder im Kreis sich gedreht haben, und nicht direkt zum Ziel gefunden haben, macht die Sache sehr spannend. Die Geschichte der Ärztin, die ihren Kindern absichtlich schadet, war schwer verdaulich, aber ein interessanter Gedanke, den ich in anderen Thrillern noch nicht gelesen hatte. Hut ab, sich an so ein Thema rangetraut zu haben. Dass diese Geschichte der Auslöser für die danach entstehende Katastrophe war, hätte man am Anfang der Geschichte nicht gedacht. Sehr spannend, sehr aufschlussreich und super interessant.

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