Bücher mit dem Tag "flüchtlingslager"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "flüchtlingslager" gekennzeichnet haben.

47 Bücher

  1. Cover des Buches Während die Welt schlief (ISBN: 9783453356627)
    Susan Abulhawa

    Während die Welt schlief

     (222)
    Aktuelle Rezension von: zeilenrauschen

    Das Buch erzählt über mehrere Generationen die Geschichte einer palestinänsischen Familie, die aus ihrer Heimat vertrieben wurde. Die Autorin berichtet sehr detailliert von den Schrecken des Krieges, Trauer, sehr viel Grausamkeit, militärischen Angriffen des israelischen Militärs und dem Leben im Flüchtlingslager. Ich musste das Buch immer mal wieder beiseite legen, denn natürlich geht das nicht spurlos an mir vorbei. Habe ich aber auch nicht erwartet.

    Ich habe sehr viel über die Kultur und das Leben in Palästina erfahren. Wer sich dafür interessiert, dem kann ich das Buch empfehlen. Ich fand es sehr spannend geschrieben. Die poetischen, lebensechten Schilderungen und die intensiven Freundschaften haben mich sehr berührt.

    Im Buch steht die palestinänsische Perspektive im Vordergrund und die Autorin verarbeitet hier Own-Voice auch ihre eigenen Ansichten und Gedanken. Ich kann mich nicht zur historischen Korrektheit äußern. Im Nachwort werden jedoch alle verwendeten Quellen aufgelistet. Manchmal hätte ich mir mehr Sensibilität im Umgang mit gewissen Begriffen gewünscht.

    Eine Stelle sehe ich als problematisch, da heißt es: „Ich ergötze mich an den Opfern, die sie für unsere Liebe bringt, an ihrer Unterwerfung.“ Das fand ich schon arg frauenfeindlich. Es ist zwar nur ein kurzer Abschnitt und er wird aus der Innensicht eines Charakters geschildert. Aber ich kann und will ihn nicht unkommentiert lassen, da er nicht reflektiert wird und ich ihn unangenehm zu lesen fand. Zumal das Buch ansonsten keine Tendenzen in diese Richtung aufweist.

    Ungewöhnlich sind die sehr häufigen Perspektivwechsel. Diese haben mich oft irritiert, weil sie ohne Vorwarnung kommen. Es hätte mir geholfen, wenn sie stärker angezeigt worden wären.

    Nichtsdestotrotz war es eine sehr intensive Leseerfahrung für mich - allein aufgrund der erzählerischen Eindringlichkeit.

  2. Cover des Buches Als die Träume in den Himmel stiegen (ISBN: 9783596299706)
    Laura McVeigh

    Als die Träume in den Himmel stiegen

     (83)
    Aktuelle Rezension von: leniks

    Das Buch habe ich im Rahmen einer Wanderbuchrunde gelesen. Der Titel und auch der Klappentext haben mich dazu bewogen es zu lesen. Samar und ihre Familie müssen aus ihrem sicheren Haus in Kabul fliehen, Dies erzählt sie anders als von mir erwartet. Ich bin mir immer noch nicht sicher ob die Familie nun .... Toll fand ich die Fahrt mit der Transibierischen Eisenbahn. Der Schreibstil war gut, jedoch habe ich manches zweimal lesen müssen im den Sinn zu verstehen. Ich bin jedenfalls froh so etwas nicht erlebt zu haben, denn solche Geschichten gibt es sicherlich auch in echt. Das Buch umfasst 352 Seiten mit 36 Kapiteln untergliedert in 6 Teile. Die Unterteilung in die Teile habe ich nicht nachvollziehen können. Von mir bekommt das Buch drei gute Sterne.


  3. Cover des Buches Die Geschichte des Wassers (ISBN: 9783442718313)
    Maja Lunde

    Die Geschichte des Wassers

     (325)
    Aktuelle Rezension von: Bibliokate

    Dieser Roman hat mir sehr gut gefallen. Es wird ein Bogen von Norwegen 2017 bis nach Frankreich 2041 gespannt. 2017 will Signe, eine Umweltaktivistin, den Mann, der einmal die Liebe ihres Lebens gewesen ist davon abbringen die Umwelt zu zerstören was einen weiteren Keil zwischen die beiden Treibt. Der zweite erzählstrang beschreibt wie unzählige Menschen im Frankreich des Jahres 2041 vor einer verheerenden Dürre Flüchten müssen. David und seine Tochter sind zwei von diesen Menschen. Auf ihrer Suche nach Wasser und einem lebenswerten Ort stoßen sie auf Signes altes Segelboot. Der Schluss daraus... Wenn es ein Segelboot gibt musste es dort auch einmal genug Wasser gegeben haben um zu Segeln. Die beiden klammern sich an ihr Segelboot wie an einen Rettungsring als ihre einzige Hoffnung Wasser zu finden und so zu überleben.

    Maja Lunde hat einen wirklich eindringlichen Roman über die desaströsen Folgen von Wassermangel und die große Wichtigkeit der Achtung dieser resource geschrieben den man so schnell nicht mehr vergisst. 

            

  4. Cover des Buches Nordlicht - Die Spur des Mörders (ISBN: 9783734107238)
    Anette Hinrichs

    Nordlicht - Die Spur des Mörders

     (78)
    Aktuelle Rezension von: law-and-words

    Ein neuer Fall für Hauptkommissarin Vibeke Boisen und ihr Kollege Rasmus Nyborg. Am Fuße des Idstedt-Löwen wird ein 73-jähriger Mann tot aufgefunden. Auf der Suche nach dem Täter gräbt das Ermittler-Team tief in der Vergangenheit des Verstorbenen, dabei werden Verbindungen zu dunklen Kapiteln der Deutsch-Dänischen-Geschichte aufgedeckt.


    Schon der erste Teil der Nordlicht Reihe hat mir gut gefallen, dieser zweite ist sogar noch besser. Ich habe fast bis zum Ende im Dunkeln getappt und es haben sich immer neue Verdachtsmomente ergeben. Die Spannung ist nicht zu kurz gekommen! Diese betrifft nicht nur die Suche nach dem Täter, sondern auch die Vergangenheit des Verstorbenen. Die Autorin hat die Deutsch-Dänische Geschichte auf eine interessante und passende Weise in den Krimi eingebaut.


    Die Ermittler haben sich schon im ersten Teil in mein Herz geschlichen und ich habe mich sehr auf ein Wiedersehen gefreut. Ich finde es besonders toll, dass das Privatleben und die Vergangenheit beider muteinbezogen wird, aber nicht zu stark thematisiert wird. Außerdem gefällt mir die Charakterentwicklung und ich bin gespannt wie es mit beiden weiter geht. 


    Der Schreibstil ist toll und die Beschreibung der verschiedenen Schauplätze sehr eindrücklich. Abgerundet wird die Darstellung der Umgebung noch durch Fotos der Schauplätze und eine Karte auf der die entscheidenden Orte eingezeichnet sind, so kann man sich das Geschehen noch besser vorstellen.

  5. Cover des Buches Mörder ohne Gesicht (ISBN: 9783423212120)
    Henning Mankell

    Mörder ohne Gesicht

     (975)
    Aktuelle Rezension von: AmaraSummer

    „Mörder ohne Gesicht“ ist der erste Fall für Kommissar Kurt Wallander. Wallander sucht nach einem Mörder, der keine Grenzen kennt und tappt dabei lange Zeit im Dunkeln. Dabei stößt er nicht nur auf interne, sondern auch auf externe Probleme.

    Mir wurde die Reihe empfohlen. Zwar standen die Bücher schon seit längerer Zeit auf meinem Wunschzettel, sie konnten meine Neugierde aber nie so sehr wecken, dass ich sie unbedingt lesen wollte. Letzten Endes habe ich das Buch also nur gelesen, weil eine Bekannte es mir geschenkt hat.

    Kurt Wallander ist ein Zeitgenosse voller Ecken und Kanten, der meilenweit davon entfernt ist perfekt zu sein. Natürlich wirkt er dadurch authentischer, was die Geschichte deutlich realistischer macht. Leider war ein Großteil seiner Eigenschaften alles andere als positiv. Aus diesem Grund war mir Kurt Wallander extrem unsympathisch.

    Der Klappentext klang sehr vielversprechend und konnte meine Neugierde auf Anhieb wecken. Entsprechend groß waren meine Erwartungen. Ein Großteil davon wurde leider nicht erfüllt. Ich bin mir daher nicht sicher, ob ich die Reihe vorsetzten werde.

    Wallander ermittelt im Laufe der Geschichte in mehreren Mordfällen gleichzeitig. Jetzt könnte man auf die Idee kommen, dass das für ordentlich Spannung sorgt. Leider war dem nicht so. Die verschiedenen Handlungsstränge haben vielmehr für Verwirrung und Chaos gesorgt. Spannend war das Ganze zu keinem Zeitpunkt. Die Auflösung sorgte am Ende dann für noch mehr Enttäuschung. Irgendwie war das Ganze zwar schlüssig, für meinen Geschmack hat es aber zu viele Zufälle gegeben, was dem Faktor „realistisch“ einen gehörigen Dämpfer verpasst. Am aller schlimmsten ist für mich aber die Tatsache, dass der Kriminalfall nur eine kleine Nebenrolle spielt.

    Die deutsche Übersetzung von Henning Mankells Schreibstil lässt sich halbwegs flüssig lesen und die Wortwahl hat größtenteils zum Genre gepasst. Erzählt wird das Buch aus der Sicht von Kurt Wallander. Die Kapitel waren extrem lang, was das Buch unglaublich langatmig gemacht hat.

     

    Fazit

    Die ganzen positiven Reaktionen kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. „Mörder ohne Gesicht“ ist für mich kein Krimi, sondern lediglich ein Roman mit ein paar eingestreuten Krimi-Elementen. Von mir gibt es keine Leseempfehlung und nur 2 von 5 Sterne.

  6. Cover des Buches Blutsbräute (ISBN: 9783442368310)
    Margie Orford

    Blutsbräute

     (134)
    Aktuelle Rezension von: Engelmel

    Die Ermittlungen von Profilerin dr. Clare Hart werden anschaulich, für meinen Begriff jedoch nicht spannend dargestellt. Die Beschreibung der Taten und des Täters sind besser gelungen und erzeugen so die nötige Spannung, die dafür sorgt, das Buch nicht nach den ersten Kapiteln fortzulegen. Denn gerade am Anfang konnte mich die Geschichte nur wenig fesseln, sodass ich mit zusammengebissenen Zähnen mich hindurch gequält habe ... erst nach ca der Hälfte wurde es etwas besser zu lesen, auch weil man dann mehr in der Geschichte drin war.

    ​Das Geschehen umzu hätte ich mir mehr/besser umschrieben gewünscht, gerade im Hinblick auf Menschenhandel, Prostitution - gerade auch aufgrund der Tatsache, dass dies Buch in Kapstadt spielt. Auch eine bessere Umschreibung der Orte wäre schöner gewesen.

    ​Mein Fazit: Für meinen "Geschmack" zu leichtsinnig geschrieben, keine genaueren Beschreibungen der Umstände, fehlende Spannung - ein Buch welches ich nicht nochmal lesen würde, jedoch für diejenigen, die in dieses Genre einsteigen möchten gut geeignet ist

  7. Cover des Buches Die Hungrigen und die Satten (ISBN: 9783404178865)
    Timur Vermes

    Die Hungrigen und die Satten

     (89)
    Aktuelle Rezension von: raeubertochter

    Timur Vermes scheint vor nichts zurückzuschrecken. Während in Er ist wieder da vor allem die Bewegung nach Rechts in Deutschland im Mittelpunkt stand, taucht dieses Thema auch in der Beleuchtung der Flüchtlingssituation in Die Hungrigen und die Satten wieder auf. Sein Schreibstil erinnert ein bisschen an Jonas Jonasson und die ungewöhnliche Entscheidung, manchen zentralen Figuren zunächst keine Namen zu geben, hindert einen nicht daran, mit ihnen zu fühlen – egal ob im guten oder schlechten Sinn.

    So nimmt Vermes Reality-TV-Stars, Journalismus (der sich eigentlich nicht so nennen darf) und Fernsehunterhaltungsformate auf die Schippe, während die Geschichte sich mit den Fragen auseinandersetzt: Was passiert, wenn 150.000 Flüchtende auf einmal zu Fuß unterwegs sind, und wie reagiert Deutschland? 

    Stilistisch ist man dabei immer im Kopf desjenigen, aus dessen Sicht ein Kapitel geschrieben ist, und dadurch extrem nah an den jeweiligen Geschehnissen. Es herrscht fast durchgängig eine spürbare Grundspannung, da immer deutlicher wird, dass ein Happy End nicht vorprogrammiert ist. So wird die Spannung bis zu einem höchst aufwühlenden Finale immer geladener.

    Insgesamt ein Roman, der eindrucksvoll Was-wäre-wenn?-Szenarien durchspielt, die einen schlucken lassen, und dabei mit seiner verstörenden überzogenen Authentizität überzeugt!

  8. Cover des Buches Eine Handvoll Rosinen (ISBN: 9783218009973)
    Daniel Zipfel

    Eine Handvoll Rosinen

     (11)
    Aktuelle Rezension von: Sikal

    Traiskirchen 2003: Jedem Österreicher ist das größte Flüchtlingslager des Landes ein Begriff. Ludwig Blum, penibler Beamter bei der Fremdenpolizei entscheidet in seiner Funktion über das Hier und Jetzt von Menschen. Menschen voller Angst, Hang zur Selbstverstümmelung und der Suche nach Heimat. Sein Gegenspieler ist der Afghane Nejat Salarzai, Schlepper und Organisator für neue Dokumente & Co.

    Während Blum sich wie ein Ertrinkender an Paragraphen klammert, für seine Handlungen den Staat vorschiebt, erfährt man, dass auch er bereit war Grenzen zu überschreiten und für einen kurzen Moment die Bürokratie zu vergessen.

    „Eine moralische Verpflichtung haben wir gehabt! Denn niemals darf der Dienst über die Moral gestellt werden! Wir sind zuallererst nämlich Menschen.“

    Nejat Salarzai erzählt ruhig und lächelnd seine Vorstellungen, seine Forderungen (oder sind es Drohungen) und betont laufend, dass er sich um sämtliche Probleme kümmert. Er zieht Blum in einen schmutzigen Strudel der Mittäterschaft, verleitet ihn zum Amtsmissbrauch um letztendlich wieder alles in die richtige (seine) Richtung laufen zu lassen.

    Der Autor, Daniel Zipfel, arbeitet als Rechtsbeistand für Flüchtlinge und leitet sie durch die Bürokratie unseres Landes. Durch seine Erfahrungen wirkt die Geschichte nicht konstruiert sondern authentisch, seine Charaktere nicht überlegen und platt sondern menschlich mit sämtlichen Fehlern und Schwächen, die dazu gehören. Nicht alles wird erklärt, vieles liest man zwischen den Zeilen.

    Diese fiktive Schacherei über das Schicksal und das Leben von Menschen - nur ein Geschäft, nicht mehr. Rosinen als Zahlungsmittel innerhalb dieser Gruppe, Entscheidungen über Leben und Tod ohne mit der Wimper zu zucken.

    Traiskirchen 2016: Die Geschichte könnte genauso in der heutigen Zeit spielen. Es hat sich nichts verändert, die Aktualität ist ungebrochen. Was wir leider häufig vergessen: Wir sind zuallererst nämlich Menschen …

  9. Cover des Buches Tea-Bag (ISBN: 9783423215480)
    Henning Mankell

    Tea-Bag

     (112)
    Aktuelle Rezension von: Engelchen07

    mir hat die Geschichte um das sudanische Flüchtlingskind nicht zugesagt, ich bin gar nicht in die Geschichte reingekommen.

    Leider, das Thema selber fand ich recht ansprechend.

  10. Cover des Buches Die verlorenen Schuhe (ISBN: 9783473583904)
    Gina Mayer

    Die verlorenen Schuhe

     (27)
    Aktuelle Rezension von: Tefelz

    Ich habe die gebundene Ausgabe des Thienemann Verlages vor mir liegen und ich erwähne das , weil ich es als Geschenk zum Geburtstag bekommen habe und es in keiner Weise wie ein Jugendbuch aussieht. Bei Ravensburger wäre ich da schon misstrauisch geworden, doch auch über 50 Jahre und nach dem lesen dieses Buches, bin ich total begeistert. Entweder jung geblieben oder dieses Buch schafft es auch Ältere zu begeistern.

    1944 die Russen stehen vor Schlesien und die naiv junge Inge glaubt noch immer an den Endsieg, den ihr Verlobter Wolfgang von Brand doch vorhergesagt hat. Aufgewachsen auf einem größeren Hof Hohenau mit vielen Fremdarbeitern, lebt Inge ein sorgenfreies Leben. Wanda eine große Polnische Fremdarbeiterin wurde von den deutschen verschleppt und nach Schlesien zum arbeiten geschickt, hat den Glauben an Gott schon lange verloren und steht mit beiden Beinen in der Welt. Inge nimmt Wanda nicht mal wahr, während Wanda das junge Fräulein und ihr Naivität ablehnt. Als die Russen immer näher rücken, müssen auch die Menschen auf Hohenau die Koffer packen, doch Inge ist in der Stadt in der Schule und als sie nach Hause fährt, ist niemand mehr da, weil alle flüchten mussten. Die einzige die noch da ist, ist Wanda und bepackt gerade einen Wagen mit Pferd...

    Ich habe das Buch in 48 Stunden mühelos gelesen. Der Schreibstil ist sehr schön ohne das typische Mitleid und ich rechne der Autorin hoch an, dass sie zu keinem Zeitpunkt auf die Tränendrüse gedrückt hat, sondern eine wirkliche schöne Geschichte von 2 immer stärker werdenden Mädchen, am Ende Frauen erzählt, denen man ihr Leid und Ihre Flucht absolut abnehmen kann und mit Ihnen und Ihren Rückschlägen mitleiden kann.

    Als Jugendbuch unschlagbar, doch auch für einen Erwachsenen bleibt viel hängen, dass einen auch nach dem Beenden des Buches beschäftigt und sich wie immer mit der düstersten Zeit der deutschen auseinandersetzt.

    Nicht weniger als 5 Sterne hat dieses Buch verdient und ist natürlich eine absolute Empfehlung für Historisch Interessierte Leser.


  11. Cover des Buches Der Klang der Fremde (ISBN: 9783888976797)
    Kim Thúy

    Der Klang der Fremde

     (12)
    Aktuelle Rezension von: DeepThought
    Erstveröffentlichung: 2009
    Rezension basiert auf der Übersetzung von Andrea Alversmann, Brigitte Große für den Antje Kunstmann Verlag, 2010

    Inhalt

    Das Leben der Hauptperson wird ganz entscheidend von der Geburt in Vietnam zur Zeit des Zweiten Indochinakrieges geprägt. Bleibt sie dank der Stellung ihrer Eltern zunächst von den Auswirkungen des Krieges verschont, wird das Haus der Familie dennoch vom kommunistischen Militär zur Hälfte beschlagnahmt; später muss sie es ganz räumen. Als die Hauptperson zehn Jahre alt ist, flieht die Familie aus ihrer Heimat. Zunächst bildet die Kindheit in Saigon den Schwerpunkt der Erzählungen, die Erfahrungen der Flucht, im malaysischen Flüchtlingslager und in Kanada stehen jedoch gleichberechtigt daneben. Eine berufsbedingte monatelange Rückkehr nach Vietnam ermöglicht schließlich einen Blick der Ich-Erzählerin auf die Veränderungen im Land.

    Anmerkungen

    Die Autorin vermischt autobiografische und fiktive Erlebnisse zu einem autofiktiven Werk. Dementsprechend heißt die Erzählerin An Tịnh Nguyễn, und das Buch erhielt die Gattungsbeschreibung Roman, nicht Memoir.

    Der Roman sammelt skizzenartig ausgearbeitete Episoden aus An Tịnhs Leben, gleichsam einem Bewusstseinsstroms werden die bis in ein „Heute“ (Das Buch wurde 2009 veröffentlicht) reichenden Zeitebenen miteinander verflochten. Die einzelnen Gedankensplitter nehmen jeweils aufeinander Bezug nehmen, indem sie eine Formulierung, eine genannte Person in der nächsten Miniatur wieder aufnehmen.

    Die einzelnen Beschreibungen umfassen zwischen einer und drei Seiten und werden aus der Perspektive der Erwachsenen geschildert. Erlebnisse der Erzählerin als Kind können somit einerseits aus der damaligen Perspektive vermittelt, aber zugleich von der Erwachsenen in einen anderen Kontext eingebunden und erläutert werden.

    Auf diese Weise bewahren sich die einzelnen Ereignisse ein Geheimnis, denn es wird zwar das einzelne Gerüst der jeweiligen Geschichte erzählt, deren Ausschmückung etwa mit Dialogen und Bildern jedoch der Fantasie der Leserinnen und Leser überlassen.

    Die Ich-Erzählerin enthält sich dabei jedes Kommentars, wenn sie etwa über die von ihr wahrgenommene Prostitution in Vietnam schreibt, oder stellt lediglich das Vorhandensein von Gefühlen fest, ohne dieses ausschmücken zu müssen.

    Kim Thúy wurde 2018 auf die Shortlist des Alternativen Literatur-Nobelpreises gewählt.

    Fazit

    Der Autorin gelingt es in dem schmalen Band, den man an einem Nachmittag durchlesen kann, ganz verschiedene Themen unterzubringen. Die Beschreibung ihres Geburtslandes zum Zeitpunkt des Krieges und der Veränderungen nach der Wiedervereinigung sowie seiner verschiedenen Bevölkerungsschichten entfalten ein Zeit- und Gesellschaftsdokument Vietnams. Die Beschreibung der Flucht, der Lebens in dem Lager in Malaysia sowie die Anfangszeit in Kanada steht nicht für das einzelne Flüchtlingsschicksal dieser Person; vielmehr wird auch hier ein ganzes Panorama an Person (Flüchtigen, Helfern, Freunden, Verwandten) aufgeboten, das fast zwangslos die Aktualität des Romans vor Augen führt und den Raum für verschiedenste Assoziationen weckt. Schließlich kann in der Darstellung des aktuellen Lebens der Erzählerin etwa in Hinblick auf ihre Kinder der Schlusspunkt ihrer Erwachsenwerdung gesehen werden: eine Frau, die sich ihrer familiären und kulturellen Wurzeln ebenso bewusst ist wie ihrer Veränderung infolge der Migration in den Westen. Dem Horror der Flucht und Verlust der Emigration wird das Glück der Integration entgegengestellt sowie der Gewinn, den diese für das aufnehmende Land bedeuten kann.

    Gerade das Stilmittel der Autorin, die einzelnen Anekdoten durchgehend in einem sachlichen Ton zu halten, vermeintlich sinnliche Erfahrungen lediglich zu benennen, statt sie mit einer Ausschmückungen und einer prächtigen Sprache mit Leben zu füllen, lässt die hier und da dann doch auftauchenden bilderreichen Formulierungen oder Mininaturen umso stärker hervortreten und glänzen.

    Klischeehafte Zuschreibungen wie „exotisch“ hat das Werk gar nicht nötig, und sie führen wie auch der unglückliche Titel eher ins Leere, weil die Autorin ihr Land gerade nicht ausstellt und weil die Fremde in dem Roman Kanada ist, nicht Vietnam.

    Die Höchstwertung habe ich vergeben, weil ich nach Beendigung der Lektüre bemerkte, wie die einzelnen Vignetten bei mir persönlich nachhallten. Sie brachten mich dazu, das Geschilderte mit Farben, Gerüchen und Geräuschen zu versehen, die die Autorin gar nicht benannt hat. Die Lücken, die sie ließ, sind durch meine Fantasien gefüllt worden und bereichern die Wahrnehmung des Romans. 

    Dadurch entsteht noch im Nachhinein eine besondere Nähe zu dem Gelesenen.

  12. Cover des Buches Die lange Reise des Jakob Stern (ISBN: 9783841505620)
    Rainer M. Schröder

    Die lange Reise des Jakob Stern

     (36)
    Aktuelle Rezension von: JaHu_712

    "Die lange Reise des Jakob Stern" beginnt in Deutschland kurz vor den schrecklichen Ereignissen der Reichspogromnacht 1938. Juden werden von Uniformierten durch die Straßen gehetzt und verprügelt, die Zeitungen berichten von angeblichen sexuellen Übergriffen und tätlichen Angriffen von Juden auf die Bevölkerung. Es wird dazu aufgerufen, jüdische Geschäfte zu boykottieren. In dieser Zeit wird auch Jakobs Vater zum ersten Mal festgenommen und die Familie bangt, ob er jemals wieder nach Hause zurückkehren wird. Als er schließlich wieder freigelassen wird, ist er ein gebrochener Mann. Kurzerhand beschließen Jakobs Eltern daraufhin, ihren einzigen Sohn für einen der regelmäßig organisierten Kindertransporte anzumelden, der Jakob in eine Art Feriencamp nach England und damit fort von den Nationalsozialisten bringen soll.

    Die Schilderungen sind sehr bedrückend und beschämend zugleich, zumal vor dem Hintergrund, dass gerade wieder in ganz Europa rechte Kräfte an Einfluss und Stärke gewinnen, dass Rechtsextreme und Neonazis mit Reichsfahnen und Fackeln in Deutschland durch die Straßen ziehen und dabei Parolen aus dem Dritten Reich grölen. 

    Besonders interessant an diesem Roman ist aber auch, was die jüdischen Kinder und Jugendlichen außerhalb Deutschlands erfahren mussten. Denn nach Hitlers Machtübernahme und dem Beginn des Zweiten Weltkriegs galten auch sie nur als "bloody Germans", die von ihren vermeintlichen Rettern ausgegrenzt, teilweise wie Vieh gehalten und misshandelt wurden. Dabei spielte es keine Rolle, dass sie vor den Nationalsozialisten auf der Flucht waren, die ihnen nach dem Leben trachteten. Es zählte nur, dass sie Deutsche waren und somit Feinde.

    Dem Autor gelingt es sehr gut, die Ängste und Sorgen, aber auch die Wut dieser Kinder einzufangen. Ich finde, dass sich "Die lange Reise des Jakob Stern" hervorragend als Schullektüre ab der 5. Klasse eignet, denn hier werden die Schrecken des Nationalsozialismus, aber auch des Zweiten Weltkriegs, sehr anschaulich aus der Sicht der Kinder geschildert, mit denen sich die Schülerinnen und Schüler sicherlich leicht identifizieren können.

  13. Cover des Buches Hummer zum Dinner (ISBN: 9783442446872)
    Helen Fielding

    Hummer zum Dinner

     (78)
    Aktuelle Rezension von: raphael-edward

    Hummer zum Dinner

    Inhalt (Klappentext):

    Rosie Richardson hat die Nase voll: von ihrem Job, von Oliver dem erfolgreichen TV-Produzenten und treulosen Gefährten, und von der Londoner Schickeria, die sie an seiner Seite kennengelernt hatte. Auf der Suche nach dem tieferen Sinn des Lebens - der irgendwo jenseits von Oliver liegen muss - geht Rosie als Entwicklungshelferin nach Afrika. Als eine Hungersnot die Bevölkerung von Safila bedroht, weiß Rosie, dass sofortige Hilfe nur auf einem Weg zu erhalten ist: über das Fernsehen. allerdings organisiert den Spendenaufruf live aus dem Flüchtlingscamp kein anderer als Oliver, und ein paar wohlmeinende Prominente hat er auch gleich nach Afrika mitgebracht. Dort prallen nun zwei Welten aufeinander, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten - die Peinlichkeit nimmt ihren Lauf...

    Über die Autorin:

    Helen Fielding wurde in Yorkshire geboren und lebt heute in London. Sie arbeitete mehrere Jahre für die BBC, für die sie unter anderem die Aktivitäten der Hilfsorganisation Comic Relief in Äthiopien und dem Sudan dokumentierte. Sie schreibt inzwischen für verschiedene überregionale englische Zeitungen. Hummer zum Dinner war Helen Fieldings Debütroman, bevor sie mit Schokolade zum Frühstück - in England das Buch des Jahres 1997 - endgültig zur Kultautorin aufstieg.

    Cover :

    Das Cover gefällt mir gut, aber den Titel finde ich unpassend.

    Meine Meinung:

    Wer einen humorvollen Roman im Stil von "Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück" erwartet, wird wie ich wahrscheinlich eher enttäuscht. Der Roman geht eher in die Richtung des Filmes "Jenseits aller Grenzen", nur nicht auf dessen Niveau. Einige der Nebendarsteller werden so lächerlich dargestellt, dass jeder Humor flöten geht und gewisse Stellen nur gewaltig unglaubwürdig herüberkommen. Wenn die Autorin den Roman nicht versucht hätte teilweise als Komödie, sondern eher als Tragödie darzustellen, wäre er bei weitem glaubwürdiger gewesen.

  14. Cover des Buches Endland (ISBN: 9783423626989)
    Martin Schäuble

    Endland

     (22)
    Aktuelle Rezension von: Readingfreak_05

    Deutschland ist eingeschlossenn von einer Mauer. Die Schulpflicht und gesetzliche Arbeitslosenhilfe sind abgeschafft und konservative Rollenbilder werden gefördert. Flüchtlinge heißen nicht mehr Flüchtlinge sonder Invasoren. Der Euro wurde gegen die Mark eingetauscht und zu Europa gehört Deutschland auch nicht mehr. 

    Obwohl viele Punkte in Martin Schäubles Dystopie "Endland" an die NS-Zeit erinnern, befinden wir uns in der Zukunft. Die Regierung wird von der rechtsextremen Partei NA (Nationale Alternative) dominiert. 

    Die Protagonisten sind der junge Soldat Anton aus Deutschland, der überzeugt von den Ideen der NA sein Land verteidigt, sein Freund Noah, der die Ideale der NA sehr viel kritischer sieht und immer wieder versucht Antons Augen zu öffnen. Die dritte Protagonistin ist Fana. Wegen der vom Klimawandel ausgelösten Hungersnot flüchtet sie aus Äthiopien nach Deutschland, um sich dort eine Zukunft auzubauen und Medizien zu studieren.

    Als Anton in einem Geheimauftraug als Flüchtling nach Deutschland einreisen soll, trifft er Fana und nach und nach beginnt er zu sehen, was sie ganze zeit direkt vor seiner nase war. Er und Fana werden Freunde und bald steht Anton vor der größten Entscheidung seines Lebens: für eine nationale Ideologie oder für seine Freunde und ein freies Leben.

    Während Anton und Fana im letzten Flüchtlingslager deutschlands festsitzen, muss Noah untertauchen, nachdem er geheime Informationen der NA an die Öffentlichkeit weitergegeben hatte. 

    Werden es die drei, die unterschiedlicher nicht sein könnten schaffen die rechtspopulistische deutsche gesellschaft zu "besiegen"?

    Martin Schäuble greift aktuelle Themen sehr gut auf und führt einem immer wieder die Realität vor die Augen. Er schreibt in einem unkomplizierten und gradlinigen Schreibstil und verzichtet auf lange Schachtelsätze. Er schreibt abwechselnd aus der Perspektive von Anton, Fana und Noah, wodurch man sich gut in die drei hineinversetzen kann.

    Der Roman ist außerdem sehr gut recherchiert und man hat beim lesen immer ein sehr klares Bild davon wie es am Handlungsort gerade aussieht.

    Ein sehr fesselnder Roman, den man gar nicht mehr weglegen kann, wenn man einmal angefangen hat. Sehr geeignet für Jugendliche ab ca.12 jahren aber auch für Erwachsene ein toller Roman. 

    Eine klare Leseempfehlung von mir!

  15. Cover des Buches Der Traum vom Leben (ISBN: 9783596170869)
    Klaus Brinkbäumer

    Der Traum vom Leben

     (11)
    Aktuelle Rezension von: Kermunto
    Afrika, irreguläre Migration
  16. Cover des Buches Reportagen (ISBN: 9783037311073)
    Joe Sacco

    Reportagen

     (3)
    Noch keine Rezension vorhanden
  17. Cover des Buches Hundert Tage (ISBN: 9783835323261)
    Lukas Bärfuss

    Hundert Tage

     (43)
    Aktuelle Rezension von: SCHULZ

    Ein politischer Roman, der die Entwicklungshilfe kritisch beleuchtet und den Völkermord in Ruanda hautnah beschreibt.

    Lukas Bärfuss wurde 2019 mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet.

  18. Cover des Buches Exit West (ISBN: 9780241290088)
    Mohsin Hamid

    Exit West

     (27)
    Aktuelle Rezension von: Orisha
    Eine unbekannte Stadt, in einem unbekannten Land. Ein junger Mann, Saeed, lernt eine junge Frau, Nadia, kennen. Zunächst noch vorsichtig, kommen sich beide nach und nach näher. Doch ihr Umfeld wird zunehmend gefährlicher. Tote, Bomben, Zerstörungen prägen ihren Alltag. Als Saeed einen Angehörigen verliert, beschließt er mit Nadia zu fliehen.

    Mohsin Hamids "Exit West" ist ein Buch unserer Zeit. Wir begleiten ein junges Paar auf ihrer Flucht nach Europa. Zunächst nach London, dann in die USA. Wir lernen die Sichtweise der Flüchtenden kennen, sehen ihre Perspektive, ihre Lebenswelt und ihre Erlebnisse. Und das macht das Buch stark. Auch weil wir Saeed und Nadia als eigenständige Personen kennenlernen dürfen, die nicht nur als Paar agieren, sondern eben als Individuen. 

    Doch das Buch ist auch ein Buch über die Liebe, über die flüchtigen ersten Begegnungen, die Zweifel, die aufkeimende Intimität und wie sich selbige in dieser Extremsituation verändert. Das Ganze ist gepaart mit einem Gefühl für Sprache, die Hamid gekonnt einzusetzen weiß und das macht dieses Buch zu einem Lesevergnügen.

    Fazit: Exit West ist ein Buch über die Liebe, Familie und Flucht und steht symbolisch für all jene, die ihre Heimat verlassen mussten. Daher bekommt es meine klare Leseempfehlung.
  19. Cover des Buches Zivilcourage 2.0: Vorkämpfer für eine gerechte Zukunft (ISBN: 9783473553488)
    Kira Vinke

    Zivilcourage 2.0: Vorkämpfer für eine gerechte Zukunft

     (24)
    Aktuelle Rezension von: Weltensucher
    Hermann und Kira Vinke stellen in ihrem gemeinsamen Buch "Zivilcourage 2.0 - Vorkämpfer für eine gerechte Zukunft" eine Vielzahl von Menschen aus aller Welt vor, die allesamt eines verbindet: der friedliche Kampf, der Wille zur Veränderung und das Sähen der Hoffnung. Von Menschenrechtsaktivisten über Tier- und Umweltschützern bis hin zu Regimekritikern und Künstlern sind alle dabei, darunter sowohl weltweit berühmte als auch weniger bekannte, aber nicht unbedeutendere Persönlichkeiten aus allen Teilen der Erde. Gerade ihren Mut, ihr Durchhaltevermögen und ihre Unnachgiebigkeit beleuchten Hermann und Kira Vinke vor dem Hintergrund der globalen, stetig zunehmenderen Probleme. "Zivilcourage 2.0" berichtet somit von Weltverbesserern, die auch nur Menschen sind, und doch einen unglaublichen Kapmf mit großer Wirkung und Bedeutsamkeit führen.

    Ich habe mir für dieses Jahr, quasi als Lese-Neujahresvorsatz, vorgenommen, insgesamt mehr Sachbücher über politische, globale und gesellschaftliche Themen zu lesen. Mein erster Griff dieses Jahr, "Zivilcourage 2.0" war hierfür der perfekte Einstieg in ein Genre, das mich jetzt umso mehr anzieht. Hermann und Kira Vinke stellen in ihrem Buch ein breites Spektrum an Theman dar, darunter Armut, Hunger, Krieg, Klimawandel, aber auch Big Data und Korruption im Finanzgeschäft. Es sind keine neuen Themen, sondern Probleme, die im Allgemeinen bekannt und doch immer wieder bei der Rückkehr in den Alltag vergessen werden. Deshalb lohnt sich auch die Erinnerung, wie sie Hermann und Kira Vinke betreiben, allemal - vor allem, wenn sie von den Portraits von Menschen begleitet werden, die tatsächlich gegen diese Probleme vorgehen und kämpfen.

    Mir hat besonders der Aufbau des Buches gefallen. Jedem der sieben Kapitel ist ein umfassender Informationstext und Situationsüberblick zum jeweiligen Thema vorangestellt. Anschließend folgen Darstellungen zu bestimmten Persönlichkeiten, die in diesem Feld aktiv handeln. Dabei werden bekannte Namen wie Edward Snowden oder Malala Yousafzai ebenso wie - zumindest mir - vorher eher unbekannte Persönlichkeiten vorgestellt. Zahlreiche Bilder, kurze Lebensläufe, berühmte Zitate, Interviews, Fakten oder Zusatzinformationen am Rand ziehen sich durch das gesamte Buch und bereichern die behandelten Themen. Ingesamt eine äußerst gelungene Aufmachung!

    Auch der Inhalt konnte mich überzeugen. Manches war natürlich schon bekannt, und doch der Wiederholung wert, vieles war mir aber auch neu oder nur öberflächlich bewusst, sodass ich auch einiges dazulernen konnte. Dabei ist der Text nicht allzu schwierig formuliert und eignet sich für Jugendliche (ab ca. 13 Jahren) und Erwachsene gleichermaßen. Und natürlich sind auch die unterschiedlichen Lebensläufe und Tätigkeiten der vorgestellten "Vorkämpfer für eine gerechte Zukunft" äußerst interessant, inspirierend und aussagekräftig. Ich bin ständig zwischen Erschütterung und Zuversicht, zwischen Pessimismus und Optimismus, zwischen Skepsis und Tatendrang geschwankt - auf der einen Seite das riesige Ausmaß der Probleme, auf der anderen Seite all die tatkräftigen und erfolgreichen Weltverbesserer vor Augen.

    Zweifellos regt das Buch zu einem intensiven Nachdenken an. Es bietet Zugang zu vielen hochaktuellen Themen und eignet sich in dieser Funktion auch wunderbar für Jugendliche. Das sehr breit gefasste Spektrum regt dazu an, sich mit dieser oder jener Frage näher auseinanderzusetzen und möglicherweise selbst aktiv zu werden. Ein Buch mit vielen, bedeutsamen und nicht zu vernachlässigenden Botschaften!

  20. Cover des Buches Die Somalia-Doktrin (ISBN: B00A7R8XL4)
    James Grenton

    Die Somalia-Doktrin

     (2)
    Aktuelle Rezension von: ArnieQ
    Gutes Thema, aber für meinen Geschmack zu viele Leichen.
  21. Cover des Buches Die Kinder von Bethlehem (ISBN: 9783843609678)
    Sibylle Hardegger

    Die Kinder von Bethlehem

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Kinderbuchkiste
    Eine Entdeckungsreise mit Geschichten und Bildern, Rätseln und Mitmach-Tipps

    Wie leben die Kinder heute in Bethlehem? Israel und Palästina was ist das? Die Schweizer Autorin  Sibylle Hardegger und der ebenfalls aus der Schweiz kommende Autor Stephan Sigg haben in ihrem einzigartigem Buch Bilder und Geschichten zusammengetragen, die Kindern das Leben der Jugendlichen, Kinder und Erwachsenen in diesen Gebieten näher bringen soll und ihnen die Möglichkeit gibt ein Gefühl für die teilweise schwierigen Lebensverhältnisse zu vermitteln. Neben den kleinen, sehr informativen und aussagen starken Reportagen gibt es viele Rätsel, die sich auf die erzählten Geschichten beziehen und so das Leseverständnis spielerisch abfragen. Diese Fragen  können auch für einen Test im Unterricht herangezogen werden. Neben den Reportagen und Rätseln gibt es Rezepte und Lieder sowie sehr viele Fotos, die das Gefühl für das Leben der Kinder in diesen Gebieten sehr anschaulich transportieren. Das Buch ist eine Art Entdeckungsreise in den Alltag israelischer /palästinensischer Kinder. "Wie geht es den Kindern in Bethlehem?" "Der Stern von Bethlehem" "Unterwegs in der Stadt und in der Wüste" "Miteinander essen" "Sich von Musik verzaubern lassen" "In der Schule und bei den Pfadfindern" und "Ein Hospital für Kinder" sind Oberthemen die mit viel Inhalt gefüllt sind. Dabei scheut das Autorenduo nicht davor zurück zu erzählen, wie beklemmend und gefährlich  das Leben in der heiligen Stadt und seiner Umgebung ist. Kindgerecht und ohne Angst aufzubauen berichten sie zum Beispiel auch über die Situation die man als Tourist dort vor findet. Wir haben das Buch mit Kindern der 3. und 4. Klassen gelesen und dazu einen Freund, der aus Palästina stammt, eingeladen. Nach der Lesung einiger Reportagen gab es viel Gesprächsbedarf daher war ich sehr froh, das wir jemanden befragen konnten, der das Leben hautnah erlebt hat. Besonders schlimm fanden die Kinder es, dass Kranke und verletzte aus Palästina nicht im Krankenwagen ins israelische Gebiet gebracht werden dürfen sondern an der Grenze in einen anderen Krankenwagen umgelagert werden müssen und erst ein Antrag gestellt werden muss. Aber auch das es dort Flüchtlingslager gibt, die es seit mehr als 50 Jahren gibt. Alles in Allem ist dieses Buch ein sehr wichtiges Buch, das einem das Leben im heiligen Land wirklich gut vermittelt. Die Reportagen sind leicht verständlich. Angesichts der Komplexität des Themas sollte man das Buch Kindern erst ab 3. Klasse vorstellen denn es nütz nichts wenn sie die Geschichten lesen können aber noch nicht in der Lage sind sie zu begreifen, was angesichts der Thematik selbst uns Erwachsenen oft schwer fällt. Der Patmos Verlag sieht es als " Hausbuch für die ganze Familie zur Advents- und Weihnachtszeit, aber auch durch das ganze Jahr!" Dem würde ich mich gerne anschließen denn wir können nicht alle Themenbereiche nur den Schulen überlassen. Wir müssen auch in der Familie darüber sprechen.


  22. Cover des Buches Lügendetektor (ISBN: 9783821844787)
    Saul K. Padover

    Lügendetektor

     (8)
    Aktuelle Rezension von: dominona
    Solche Bücher liest man als Deutscher meist mit gemischten Gefühlen, zumindest ich frage mich dann fast 80 Jahre später: wie verzweifelt muss man eigentlich sein, um da mitzulaufen? In dem Buch werden so einige schockierende Vernehmungen durchgeführt und damit meine ich nicht die Art der Vernehmungen sondern die Reaktionen der Befragten! So offenkundig ausgedrückter Völker- und, ich schreibe ganz bewusst, Rassenhass lässt mich begreifen, wieso zum Teil selbst ich mich heute, mit Mitte zwanzig, für Taten rechtfertigen muss, mit denen ich nicht das geringste zu tun hatte.
    Interessantes Buch, natürlich aus Besatzungssicht sehr subjektiv geschrieben,deshalb muss man manches kritisch hinterfragen, aber vom Thema her, ganz bestimmt nicht verkehrt.
  23. Cover des Buches Der Preis des Todes (ISBN: 9783499273063)
    Horst Eckert

    Der Preis des Todes

     (51)
    Aktuelle Rezension von: Mogul

    Sara Wolf ist erfolgreicher Host eines Polittalks im ARD. Sie spielt damit in der ersten Liga der Medienwelt in Deutschland und ist ein Vollprofi, der mit allen Wassern gewaschen ist. Erfolgreich, selbstsicher, gut aussehend bewegt sie sich gekonnt in den obersten Machtzirkeln von Politik, Wirtschaft und Medien. Das geht solange gut bis ihr neuer Freund, daselbst Staatssekretär bei der SPD, in seiner Wohnung tot aufgefunden wird. War es wirklich ein Suizid oder vielmehr Mord? Und nun beginnt die Glitzerfassade der ach so erfolgreich scheinenden Showmasterin Risse zu bekommen. War der von ihr heiss geliebte Staatssekretär etwa in dreckige Geschäfte verwickelt gewesen? Wir lernen nun eine ganz andere Sara Wolf kennen, eine, die in einer von älteren Männern dominierte Medienwelt um ihren Job kämpfen muss, da die Einschaltquoten ihrer Sendung nicht mehr gut genug sind. Eine Frau, die keinen Kontakt mehr hat zu ihrem todkranken Vater hat, die sich in dieser Situation daran erinnert, warum sie einmal Journalistin geworden war, und die der Ursache für den Tod ihres Freundes auf den Grund gehen will.


    Der Autor siedelt die Story in der schnelllebige Welt der Medien an, in der es um Quoten,  Beziehungen und Macht geht. Eine Welt, die gleichzeitig faszinierend und abstossend ist. Mir gefällt, wie Herr Eckert den Blick hinter die Kulissen einer Politshow gestaltet, wie er einerseits die Professionalität der Produktion und andererseits die Verfilzung von Medien, Politik und Wirtschaft beschreibt. Nur schon deswegen lohnt es sich, das Buch zu lesen. Und auch der Plot des Krimis hat es in sich, wenn man sich das am Ende der Lektüre noch einmal vor Augen führt. Etwas schade ist nur, dass es irgendwann - für meinen Geschmack etwas zu früh- absehbar wird, auf was die Geschichte nun hinausläuft. Ansonsten hat mich der Krimi mitgerissen, da die Story sehr spannend daherkommt und alle (!) Figuren ein glaubwürdiges Eigenleben und eigene, vielschichtige Persönlichkeiten haben. 


    Fazit: Eine klare Leseempfehlung von meiner Seite.

  24. Cover des Buches Erinnerungen an Europa (ISBN: 9783942503174)
    Herbert Kalmann

    Erinnerungen an Europa

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Simplicio
    Arno Stern ist bekannt als Initiator des Malspiels, das er seit Ende der vierziger Jahre in Paris entwickelte. Mit „Erinnerungen an Europa. 1933-1949“ gibt er nun einen Sammelband der Prosatexte und Lyrik seines verstorbenen Freundes Herbert Kalmann heraus, mit dem er während des 2. Weltkriegs in einem Flüchtlingslager interniert war. Der Band gibt einen eindrucksvollen Einblick in das Schicksal der Menschen in den Flüchtlingslagern, das Stern und Kalmann mit so vielen Menschen dieser Generation teilen. Beide waren noch Kinder, als Hitler die Macht ergriff. Ihre Familien flüchteten zunächst unabhängig voneinander nach Holland und Frankreich, bevor der Ausbruch des 2. Weltkriegs sie zwang, weiter in die Schweiz zu flüchten, wo sich ihre Schicksale schließlich kreuzten. Glücklich nicht wieder ausgewiesen worden zu sein, verbrachten der von Kunst träumende Arno Stern und der junge Dichter Herbert Kalmann ihre Jugendjahre in einem notdürftig umgestalteten Fabrikgebäude, in dem sie zusammen mit ca. 300 anderen Erkorenen untergebracht waren. Der Arbeitsalltag war streng und die Lebensumstände leidlich, doch diesen Unannehmlichkeiten des Lagerlebens setzte Kalmann seinen unbesiegbaren Optimismus entgegen, den er auch in diesen schweren Zeiten bewahrte. Er schrieb zynisch und humorvoll, aber auch politische Mahnungen schwingen in seinen Werken mit. Nicht zu vergessen sind auch die berührenden Erinnerungen an die Heimat, die den Leser gefühlvoll am Schicksal der staatenlosen Internierten teilhaben lassen. Die Texte Kalmanns sind dabei aber weit mehr, als ein bloßes Tagebuch oder eine Reportage des Lageralltags. Als Komponist hätte er wohl eine Emigrationssymphonie geschrieben, aus deren Klängen und Rhythmen die düstere Abgesondertheit vom wahren Leben in das Gemüt des Zuhörers eingedrungen wäre. So sind auch Kalmanns Prosastücke eindrucksvolle Stimmungswerke, stilistisch originell, so wie es auch seine umfangreiche Lyrik ist. Arno Stern leistet mit der Herausgabe von Kalmanns Schriften einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der Gefühlswelt von Menschen in Flüchtlingslagern. Das Buch ist ein bedeutendes Stück deutscher Literatur und eine Reminiszenz an die Blütezeit von Schriftstellern wie Tucholsky, Klabund und Polgar, mit denen sich Kalmann verbunden fühlte.

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks